TEST: Aurum Montan VIII - Geschliffener Luxus trifft auf akustische Leistungsfähigkeit

10.11.2009 (cr)

Edler Auftritt

Aurum steht für Premiumqualität ohne Kompromisse

Hochwertigkeit bis ins Detail

Einführung

Für einen Paarpreis von 5000 EUR löst die Aurum Montan VIII die uns bestens bekannte Aurum Montan VII ab. Die optisch enorm elegant, zeitlos und trotz der großen Dimensionen zurückhaltend gehaltene Box arbeitet mit einer Druckkammer-Reflex-Konstruktion für tiefe, satte, authentische Bässe und kommt mit den bewährten ALTIMA-Membranen für Tief- und Mitteltöner, was für einen natürlichen, direkten Klang sorgen soll. Als Hochtöner kommt, typisch für Aurum-Produkte, eine Bändchenkonstruktion zum Einsatz, die weitläufig und feinsinnig den Raum ausleuchtet. Die Innenverkabelung mit Real Cable mit dickem Querschnitt beweist Noblesse im Detail. Gleich 10 Jahre Garantie gibt Aurum auf diese aufwändige Konstruktion - ein sehr guter Vertrauensbeweis. Ob die Montan VIII auch im Testraum begeistert, steht im folgenden Test. 

Verarbeitung und Technik

Recht schlanke Bauform

Bändchenhochtöner

ALTIMA Mitteltöner

Mittel- und Tieftöner bringen ALTIMA-Membranen mit. ALTIMA® vereint die drei Leichtmetalle Aluminium, Titan und Magnesium miteinander - um ein perfektes Schwingungsverhalten zu erzielen. Die Hauptursache für den unterschiedlichen Klang diverser Materialien liegt in der Tatsache, dass sich Membranen beim Schwingen unkontrolliert verbiegen und dann nicht genau den Vorgaben der Schwingspule folgen. Das Ausmaß dieser so genannten "Partialschwingungen" determiniert großenteils den Eigenklang von Membranen - den man eigentlich absolut gering halten möchte. Deshalb versuchen die Lautsprecherhersteller, materialbedingte Eigenresonanzen möglichst effektiv zu unterdrücken und auf verschiedene Frequenzen zu verteilen, um sie damit bestmöglich zu kaschieren. ALTIMA® eröffnet dagegen ganz andere Möglichkeiten: Zum einen lassen sich die Materialresonanzen damit aus dem jeweiligen Einsatzbereich der Lautsprecher herausdrängen oder -schieben, und zum zweiten wird es ermöglicht, die Resonanzen zu bündeln und dann per Netzwerk zu eliminieren. Das scheint simpel, gelingt aber kaum mit anderen Materialien. Daher sind Schnelligkeit, Genauigkeit und die Abwesenheit von Eigenklängen die besonderen Kennzeichen der Aurum-Konusmembranen.

Basstreiber "hinter Gitter"

Bassreflexöffnungen hinten

Dadurch, dass hinten gleich zwei Bassreflexöffnungen untergebracht sind, ist eine Aufstellung direkt an der Hörraumwand suboptimal. Wir empfehlen, einen Abstand von mindestens 1,2 Metern einzuhalten. 

Sorgfältige Kantenverarbeitung

Die gesamte Gehäuseverarbeitung ist erstklassig. Trotz der aufwändigen Bauform übertrifft die Detailverarbeitung auch hohe Ansprüche. Wie man auf dem obigen Bild erkennen kann, fällt die Kantenverarbeitung sehr sorgfältig aus. 

Lautsprecherkabel-Anschlussterminals

Solide Verschraubung

Acrylglasummantelter Schraubverschluss

Ein Ausnahmelautsprecher verdient auch sehr hochwertige Lautsprecherkabel-Anschlussterminals. Die der Montan VIII sind solide verschraubt und mit edlen Steckern versehen. Die Basisplatte ist aus dickem Metall, problemlos können auch hochwertige Bananenstecker aufgenommen werden. 

Frequenzweiche im Detail

Außerordentlich hochwertige Bestückung

Anstatt preiswerter Baugruppen, die eine nicht ganz reine Klangqualität sowie eine nur befriedigende Langzeitstabilität zur Folge haben, setzt Aurum auf selektierte Bauelemente namhafter Hersteller, die für eine exzellente Performance auch bei häufigem Betrieb über Jahre sorgen. 

Schräg montierter Basstreiber

Auf obigem Bild gut zu sehen ist, dass der Basstreiber schräg montiert ist. Auch zu sehen ist die hochwertige Innenverkabelung, die weiter unten noch detailliert beschrieben wird. Zu erkennen sind die dicken Gehäusewände. 

Innenverkabelung mit großem Querschnitt

En Kabel mit großem Querschnitt ist besonders bei längeren Verbindungswegen von großem Wert. Neben dem Querschnitt entscheidet natürlich auch die Materialqualität - ist z.B. wirklich nahezu sauerstofffreier Kupfer verbaut? Aufgrund der Tatsache, dass die Wege innerhalb eines Lautsprechers relativ kurz sind, verbauen viele Hersteller eine eher einfache Verkabelung mit geringen Querschnitten und einer normalen Materialqualität. Aurum geht hier einen anderen Weg. Zwar geht es, wie erwähnt, um recht kurze Distanzen, aber auch hier kann im Sinne einer optimalen Signalqualität eine dicke Verkabelung von einem anerkannten Spezialisten, in diesem Falle Real Cable, nicht schaden - diese Aurum-Maxime von der Hochwertigkeit im Detail finden wir sehr lobenswert. 

Dicker, leistungsstarker Magnet des Basstreibers

Unerlässlich gerade für tieffrequente Performance ist ein üppig dimensionierter Magnet. Der Blick auf den Magneten, der in der Montan VIII verbaut ist, beweist, dass hier exzellente Voraussetzungen für eine hohe Leistungsfähigkeit bestehen. Der solide Korb ist ebenfalls im Bild zu erkennen. 

Dicke Gehäusewände

Die gesamte Gehäusekonstruktion überzeugt durch dicke Wände, die für eine hohe Steifigkeit sorgen und wirksam Vibrationen sowie Resonanzen unterbinden. Zudem ist das Innere der Box sorgsam mit Dämmwolle ausgekleidet. 

Technische Basisdaten

  • Typ: 3-Wege 

  • Prinzip: Druckkammer/Bassreflex 

  • Nenn-/Musikbelastbarkeit (W): 200/300 W 

  • Übertragungsbereich (Hz): 25...65.000 Hz 

  • Übergangsfrequenz (Hz): 200/2600 Hz 

  • Für Verstärker (Ohm): 4...8 

  • Hochtöner: Bändchen 

  • Mitteltöner: 170 mm Ø ALTIMA® 

  • Tieftöner: 260 mm Ø ALTIMA® 

  • Maße (H x B x T) in cm: 112 x 27 x 44,8 cm 

  • Gewicht in kg: 40 kg 

Fazit: 

Der hohe konstruktive Aufwand ist typisch für eine Aurum Box - mit besten Materialien und enormen Belastungswerten werden sehr anspruchsvolle Anwender angesprochen. In Anbetracht der Material- und Konstruktionsqualität erscheint der Kaufpreis als sehr fair. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt. 

Testequipment
Klang

Klangbeispiele

  • CD „The Best of Insomnia“, CD 1, Track „God is a DJ“: Die Beats direkt zu Beginn des Stücks werden präzise umrissen und detailliert dargestellt. Die kurz darauf ertönende Stimme des Sängers beeindruckt durch Räumlichkeit und Fundament. Als sich dann der Song beginnt, weiter aufzubauen, ist es verblüffend, welche Weitläufigkeit die beiden Montans versprühen. Ohne Kompromisse hinsichtlich Detailauflösung und Brillanz werden hohe Pegel erklommen. Die enorme Präzision im Bassbereich ist neu – die Vorgängerin traf den Punkt nicht ganz so genau. Das herausragende Timing spricht für die enorm hochwertige Frequenzweiche. Jeder Klanganteil kommt zum exakt gleichen Zeitpunkt beim Hörer an. Als bei Laufzeit 3:13 der Song von seinem Aufbau her kurz innehält, malen die beiden Hannoveraner Klangspezialisten ein feines, sich dynamisch aufbauendes Klangbild an die akustische Wand, welches den Spannungsbogen des Songs sehr gut nachzeichnet. Die Synthesizer-Sounds werden mit Klarheit und angenehmer, nie übertriebener Prägnanz in den Raum gestellt. 
  • CD „Guns’n’Roses – Greatest Hits“, Titel 10 – Live and Let die“: Die mit Verve gespielte, nachdrücklich auftretende E-Gitarre beim nach wie vor faszinierenden Remake des Paul Mc Cartney-Klassikers animiert die Montan erneut zu Höchstleistungen, mit viel Verve und Energie gibt sie die schnellen Parts wieder. Als es langsamer wird und die charakteristische Stimme des Sängers in den Vordergrund tritt, stellt die Montan die vokalen Elemente gekonnt in den Raum und verleiht ihnen viel Charisma. Schnell, aber gleichzeitig mit viel Gefühl fürs Detail baut die Montan den Song auf. 
  • CD „Within Temptation – the Heart of Everything“ – Titel 1: The Howling: Langsam und sensibel fährt das Intro in den Fokus – sehr schön übertragen von den Montan. Als sich kurz darauf der Titel dann plötzlich wie eine Urgewalt in Form eines massiven Dynamiksprungs auf die Hörerschaft einwirkt, hat die mächtige Box keinerlei Schwierigkeiten mit einer direkten, ungefilterten Übertragung. Trotz der präsenten instrumentalen Komponente wird die Stimme mit viel Feingefühl herausmodelliert. Die neue Montan hat demnach keinerlei Schwierigkeiten, verschiedene akustische Ebenen voneinander zu treffen. Nur bei sehr hoher Lautstärke wird deutlich, dass das Auflösungsvermögen eben dieser CD nicht allzu hoch ist – dann erscheint gerade der oberen Mittelton- und Hochtonbereich zu monoton und einfältig. 
  • SACD – “The Royal Philharmonic Orchestra, James Bond Themes”, Titel 5 “You Only Live Twice”: Hier ist viel Feingefühl gefragt – vor Elan übersprühende Grobdynamiker verschlucken sich an dieser Dosis filigraner orchestraler Darbietung gern. Die Montan aber lässt sich auch von dieser sensibel-emotionalen Gangart nicht aus dem Konzept bringen und verbreitet den Charme des Stücks in meisterlicher Manier. Feine instrumentale Differenzen werden mit enormer Sicherheit erfasst. Im Vergleich zur letzten Montan-/Vulkan-Baureihe spielt der Hochtonbereich nicht mehr ganz so samtig, dafür aber freier und brillanter auf. Diese leichte konzeptionelle Veränderung geht aber nicht auf Kosten der Räumlichkeit im Hochtonbereich. Nach wie vor baut die Montan eine ungeheuer breite, auch in der Tiefe überzeugende und somit glaubhafte Bühne auf. 
  • Blu-ray – „Andrea Bocelli, Vivere – Live in Tuscany“ – Titel 1, Melodramma, Stereo PCM: Gleich zu Beginn stellt die Montan die Stimme Andreas sehr schön in den Raum und löst sie hervorragend vom Lautsprecher. Die Hintergrundgeräusche werden sicher erkannt und plastisch eingebunden. Als dann das Konzert beginnt, beweist der Aurum Schallwandler Bassstärke und liefert ein gleichermaßen kraftvolles wie glaubwürdiges wie kraftvolles Fundament. Dann erhebt Andrea seine wunderschöne Stimme, den Schmelz und die Hingabe in der vokalen Präsentation stellt die Montan gekonnt heraus und beweist, dass die Stimmwiedergabe im Vergleich mit der vorherigen Generation präsenter und greifbarer geworden ist. Nicht, dass es ernsthafte Defizite gegeben hätte – aber die neu entwickelte Box geht de Faktoren Durchzeichnung und Strukturierung einfach entschlossener und dynamischer an. 
  • CD „Jarre in China“ – Titel 2, Oxygene 2: Bei der Wiedergabe dieses Tracks spielt sich die Montan weiter nach vorn. Der mächtige Bass wird exzellent wiedergegeben und überzeugt durch Nachdruck und Tiefgang. Die typisch chinesischen Instrumente werden klar und lebendig dargestellt. Die enorme Präsenz des Klangbildes auch in größeren Lokalitäten sorgt für ein souveränes, sicheres Auftreten der Montan. Der Rhythmus des Songs wird sehr mitreißend dargestellt. Der überragende Tiefgang und die hörbar gestiegene Frische im Hochtonbereich bestimmten die Akustik. Die Effektvielfalt des Jarre-Titels bringt der große Schallwandler hervorragend zum Ausdruck und modelliert bis in hintere akustische Ebenen sorgfältig durch. 

Die Montan im Überblick:

Enormer Tiefgang

  • Tonalität/Auslegung/Klang in einzelnen Frequenzbereichen: Enorm gefällig – nach wie vor begeistert die leichte Seidigkeit im Hochtonbereich, die aber weniger ausgeprägt ist als bei der Vorgängerin. Dafür steigt die Brillanz. Die Prägnanz der Mitten ist stärker ausgeprägt als bei der letzten Montan, was für eine mehr in Richtung Neutralität gehende Auslegung sorgt. Der Bass gewinnt an Kontur und Präzision und verhält sich differenzierter als bislang. Der Tiefgang sucht in diesen Preisgefilden seinesgleichen und prädestiniert den Lautsprecher für den Einsatz als hochwertige, reine Stereobox in einem 2.0 System und als Front-Lautsprecher in einem Mehrkanalensemble – gern auch ohne aktiven Subwoofer, wenn die Performance des verwendeten AV-Receivers oder –Verstärkers ausreicht. 
  • Stimmwiedergabe: Hier ist ebenfalls ein Fortschritt gegenüber der letzten Montan herauszuhören. Männliche, tiefe Stimmen weisen mehr Substanz auf, weibliche Stimmen klingen noch detaillierter und sensibler. 

Die Montan VIII löst den Klang sehr gut vom Lautsprecher

  • Loslösung des Klangs vom Lautsprecher: Auch hier erzielt die Montan Bestwerte. Die feine Verteilung des Klangs im Raum ist sehr zu loben – keine Klanganteile „kleben“ an der Box.
  • Grob- und Feindynamik: Grobdynamisch agiert die Box sehr gekonnt, hier ist ein deutlicher Fortschritt zum Vorläufer auszumachen, der nicht extrem schnell reagiert hat.
  • Pegelfestigkeit: Traditionell eine Aurum-Domäne – diese Erfolgsstory wird auch von der neuen Montan fortgeschrieben. Problemlos werden auch in Hörräumen oberhalb der 30 Quadratmeter enorme Lautstärken erreicht, vorausgesetzt, der AV-Verstärker oder Stereoverstärker macht das mit. 
  • Wirkungsgrad: Nicht überdurchschnittlich – es sollte schon ein leistungsfähiger AV-Receiver/-Verstärker oder Stereoverstärker Bestandteil der Wiedergabekette sein, um genügend Leistungsreserven in Petto zu haben. 

Bei der Aufstellung sollte man berücksichtigen, dass die Montan VIII eine Bassreflexbox ist

  • Aufstellung: Relativ unkritisch. Dadurch, dass im Hochtonbereich ein Bändchen zum Einsatz kommt, welches relativ breit abstrahlt, muss die Montan nur gering auf die Zuhörerschaft angewinkelt werden. Nicht ratsam ist aus akustischen Gründen eine direkte Positionierung der Box an der Hörraumwand. Hier sollte ein Abstand von mindestens 1,2 Meter eingehalten werden, damit sich der Lautsprecher optimal entfalten kann. 

Konkurrenzvergleich in verschiedenen Preisklassen

 Aurum Montan VII 

  • Montan alt: Nach wie vor ist die Vorgänger-Montan eine faszinierende Box, die neue stellt aus klanglicher Sicht aber einen hörbaren Fortschritt dar. Sie ist mehr in Richtung klanglicher Neutralität abgestimmt, ohne aber die schöne Samtig- und Seidigkeit im Hochtonbereich aufzugeben. Sie fällt aber bei der neuen Montan etwas schwächer aus. Dafür steigen Brillanz und Präzision. Der Bassbereich gewinnt beim neuen Modell an Kontur, der Tiefgang ist sogar nochmals ausgeprägter – das war ein schwieriges entwicklungstechnisches Unterfangen, denn bereits die „alte“ Montan brillierte hier mit sehr guten Leistungen. Der Mitteltonbereich erscheint bei der neuen Montan als besser strukturiert, die räumliche Wirkung von Stimmen ist authentischer.

  • Canton Reference 7.2: Neu im Testraum ist die außerordentlich gelungene, und zudem preisgünstige Canton Reference-Standbox. Durch die kompakten Abmessungen ist sie gerade in kleineren Hörräumen besser aufzustellen. Das Finish ist auf ähnlich hohem Level wie bei der Aurum. Grob- und erstaunlicherweise auch feindynamisch bietet der für sein Potential sehr günstige hessische Schallwandler knallhart Paroli. Auch die Räumlichkeit verblüfft. Den deutlich höheren Preis rechtfertigt die Montan mit einem enormen Tiefgang, dies kann die kleinere Reference nicht ganz bieten. Auch ist der Abstrahlwinkel, bedingt durch den Bändchenhochtöner,, im Hochtonbereich breiter, ohne dass viel Präzision geopfert wird. Die akustische Weitläufigkeit ist bei der Aurum zudem noch ausgeprägter, und bei hohem Pegel spielt sie nochmals souveräner aus. Alles im allen haben wir hier zwei „brandheiße“ Tipps in zwei unterschiedlichen Preisklassen. Die Canton Reference 7.2 brilliert mit ihrem sehr knackigen, klaren, dabei fein detaillierten Sound und ist für den schmalen Preis ein riesiger Preis-/Leistungs-Kauftipp. Das gilt auch für die Montan – universell einzusetzen, akustisch enorm begabt und außergewöhnlich pegelfest, muss man sich hier die Frage stellen, wieso man noch mehr in einen Lautsprecher investieren sollte.

Nubert nuVero14

  • Nubert nuVero 14: Geht es um nüchterne Performancewerte, führt nach wie vor kein Weg an der nuVero 14 vorbei. Sie hat nicht ganz den sprühenden Charme einer Montan oder einer Reference 7.2, aber so fein dosiert und perfekt aufeinander abgestimmt gibt kaum ein anderer Lautsprecher alle Frequenzanteile wieder. Für den analytischen Hörer ist die nuVero 14 perfekt – denn auch das Preis-/Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Durch die extreme Souveränität, den erstklassigen Tiefgang und die Maßstäbe setzende Pegelfestigkeit kommen bei der schwäbischen Box aber auch emotionale Faktoren nicht zu kurz. 

Yamaha Soavo-1 Piano

  • Yamaha Soavo-Piano: Und noch ein Ausnahmetalent – preiswert, universell einzusetzen und mit feinem Klang gesegnet. Dass Yamaha mit diesem durchdacht und hochwertig konstruierten Lautsprecher so locker an der Klassenspitze mitmischt, hätte kaum jemand gedacht. Natürlich geht bei der sehr viel teureren Montan noch mehr: Gerade sehr versierte Anwender – die aber auch bereit sind, das Doppelte oder sogar nochmals deutlich mehr in ihre neuen Lautsprecher zu investieren – achten auf Details in hinteren klanglichen Ebenen, die Anschlagdynamik und das Abklingverhalten von Instrumenten. Hier macht die Soavo sicherlich einen tadellosen Job, stellt aber verständlicherweise nicht die Reserven bereit, die die Montan mühelos realisieren kann.

Absolute Betrachtung

Absolut betrachtet, markiert die Montan für Anwender, die in normalen Dimensionen denken, über ein beträchtlichen Maß an Hörerfahrung verfügen, schon einen enorm hohen Standard, so dass bezüglich eines kompletten Klangbildes nichts Elementares vermisst wird. Audiophil veranlagte Hörer mit gut gefülltem Geldbeutel könnten dennoch weiteren Optimierungsbedarf sehen. Wer im Sinne eines herausragenden Sounds auch vor hohen Investitionen nicht zurückschreckt, findet in Topmodellen aus dem Hause Aurum, Canton oder Isophon entsprechende Alternativen, die feindynamisch noch besser aufgestellt sind und dem Hochtonbereich noch mehr Strahl- und Ausdruckskraft mit auf den Weg geben. Komplexe Bassgefilde werden noch sensibler abgebildet, und auch das letzte vokale Detail ruht nicht weiter im Verborgenen. Zu beachten ist aber, dass der finanzielle Mehraufwand nicht nur auf die Lautsprecher zutrifft, sondern auf die ganze Kette. Nutzt man kein Niveau, das durchweg weit überdurchschnittlich hoch ist, kann man den Vorteil sehr edler Boxen nicht ausnutzen. Zu bedenken ist auch der Faktor Raumakustik. Schon bei guten Mittelklasse-Schallwandlern lohnt es, zumindest elementare raumakustische Support-Maßnahmen zu ergreifen. Bei teuren Boxen, wie unserem Testkandidaten oder sogar nochmals kostspieligeren Alternativen wird die Kür zur Pflicht – ohne jegliche unterstützende raumakustische Maßnahmen wie Cornerblocks oder Wallpanels kann das akustisch mögliche Optimum in der Hörpraxis nicht erreicht werden. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Fazit

Die neue Montan ist ein absoluter Volltreffer. Das Premium-Finish, das nicht nur auf die Außenverarbeitung, sondern auch auf die innere Verarbeitung ausnahmslos zutrifft, setzt Maßstäbe über die Preisklasse hinaus. Dies gelingt dem talentierten Lautsprecher auch in akustischem Gefilde. Angefangen von der überragenden Pegelfestigkeit, weiter gehend mit dem enormen Tiefgang, bis hin zur im höchsten Maße gelungenem Mischung aus Samtigkeit, Brillanz und räumlichem Abbildungsvermögen im Hochtonbereich lässt die Montan kaum eine Disziplin aus, in der sie nicht an der absoluten Spitze mitspielt. Aurum wird diese Bewertung mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten, denn so gut, wie die 2009er Montan aufspielt, wird es selbst für sehr anspruchsvolle Enthusiasten kaum Gründe geben, auf die noch größeren Modelle aus der Aurum-Modellfamilie upzugraden. 

Faszinierender, akustisch extrem leistungsfähiger Standlautsprecher mit exklusiver Optik und Maßstäbe setzender Verarbeitung

Preisklassenreferenz Oberklasse Standlautsprecher/Stereo
Test 10. November 2009


+ Extrem pegelfest
+ Enorme Räumlichkeit
+ Herausragend abgestimmter Hochtonbereich
+ Antrittsschnell und impulstreu durch exzellent abgestimmte Gruppenlaufzeiten
+ Hervorragender Tiefgang
+ Klare, charismatische Stimmwiedergabe
+ Perfektes äußeres Finish
+ Für die Preisklasse perfekter innerer Aufbau

- Sehr ausladend
- Nur durchschnittlicher Wirkungsgrad

Test: Carsten Rampacher
10. November 2009

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