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 HARDWARE-TESTS

TEST: Arcam Siebenkanal-THX-Endstufe FMJ P7

28.01.2009 (cr)

Testequipment
Klang

HD-Tonformate, verlustfrei komprimiert

Wenden wir uns dem Wiedergabekönnen der P7 bei den neuen Tonformaten zu. 

Bei den neuen HD-Tonformaten brilliert die P7

Blu-ray 1: Dolby "The Sound of High Definition", Selections in Dolby True HD: Bei "Harry Potter und der Feuerkelch" punktet die sehr direkte Art der Wiedergabe - jede akustische Einzelheit wird direkt erfasst und wiedergegeben. Die Dachziegel, die nach den enormen Schlägen des Drachen zerbersten, werden realistisch wiedergegeben. Der kurze Ausschnitt zeigt die Vorzüge der neuen Tonformate sehr treffen auf - der Dynamikumfang wächst, die Laut-Leiser-Differenzen wirken realistischer als bei den alten Tonformaten. Zudem erscheint die Hochtonwiedergabe freier. Noch eindrucksvoller wirkt die Sequenz aus "Ghost in the Shell 2", der imposante Music Score baut sich sehr facettenreich auf, so dass der Zuhörer einen akustischen Spannungsbogen serviert bekommt, der räumlich enorm dicht und klar erscheint. Die Kraft und der Nachdruck, die das klangliche Spektakel entfaltet, werden jederzeit deutlich. Auch bei hohem Pegel gehen kleine Dynamikdifferenzen nicht verloren. Bei "The Hand that Feeds" von Nine Inch Nails wird die mitreißende Live-Atmosphäre sehr gut herübergebracht. Dass diese TrueHD Aufnahme aber nicht unbedingt als Referenz für Top-Sound herhalten kann, macht die sensible P 7 deutlich: Die Disharmonien im Hochtonbereich und die fade Ausschmückung des Oberwellenbereiches beweisen die Defizite sehr gut. Beim Ausschnitt aus "Sahara" kommen die MG-Salven ebenso authentisch beim Zuhörer an wie die sich drehenden Rotorblätter des Helikopters der Bösewichte. Der Music Score wird so treffend eingearbeitet und mit dem Geschehen verwoben, dass ein explosiver Gesamteindruck entsteht, der den Zuhörer in seinen Bann zieht. Die gehetzten Stimmen der Gejagten müssen sich hörbar gegen die laute Geräuschkulisse durchsetzen, was enorm realistisch wirkt - der Fähigkeit der P 7, kleine Dynamikdifferenzen ebenso rasch herauszuschälen wie große, zahlt sich hier aus. 

Blu-ray 2: Celine Dion, "A New Day", Dolby TrueHD: Beim Titelsong "A New Day" macht die P7 deutlich, wieso sie exzellent dazu geeignet ist, die akustischen Vorzüge der neuen Tonformate umzusetzen. Die Stimme von Celine Dion wird mit klaren, festen Konturen wiedergegeben, die vokale Dynamik ist überragend - die Stimme bekommt Leben und Gestalt durch die natürliche, schwungvolle Wiedergabe mittels der P7. Die Instrumente werden ebenfalls sehr charismatisch wiedergegeben - auch das Abklingen eines Instruments wird von der P7 mit feindynamischer Raffinesse wiedergegeben. Bei "the Power of Love" bringt die P7 den Effekt, wenn eine Stimme in ein Mikrophon singt (minimale Rückkopplung und minimaler Hall) hervorragend zur Geltung. Hier hat man wirklich den Eindruck, live dabei zu sein. Der Bass trifft exakt zum richtigen Zeitpunkt ein und hat Kraft sowie Fundament, driftet aber nie auch nur ansatzweise ins Unnatürlich-Überbetonte ab. Stets wird ein ausgezeichneter Kompromiss aus Nachdruck und dezentem Auftritt erreicht. Die heftigen Beifallsbekundungen des Publikums unterstreichen den erstklassige Live-Charakter der Darbietung. Als nächster Titel folgt "it's all coming back to me now", ein besonders emotional tief gehender Song der Künstlerin. Sehr feinfühlig arbeitet die P7 die Pianoanteile ein, so dass trotz der Tatsache, dass Celine Dion parallel singt, die Anschlagdynamik heraus zu hören ist. Jede Facette der Stimme wird extrem sauber übertragen, so wirkt Dion akustisch wie zum "Anfassen". Als sich die Background-Sänger einschalten, wird die räumliche Differenz zwischen Dion und der Background-Truppe sehr gut verdeutlicht. 

Blu-ray 3, Stirb Langsam 4.0, Tonspur englisch DTS-HD Master Audio: Die Arcam P7 bietet während des gesamten Filmverlaufs ein enormes Potential an Dynamik und Nachdruck. Als die Killer Gabriels versuchen, den Hacker Matthew Farrell in seiner Wohnung umzubringen und anschließend die Wohnung durch eine nachdrückliche Explosion zu eliminieren, ist die akustische Untermalung durch die leistungsstarke Arcam-Endstufe grob- wie auch feindynamisch auf Referenzlevel. Die bellenden Schüsse, das Wechseln des Magazins an der Waffe von John McClane und der explodierende Feuerlöscher, alles wirkt realistisch und facettenreich bezüglich der Wiedergabe. Der erweiterte Dynamikumfang der neuen Tonformate wird von der P7 hervorragend umgesetzt. Die ausgezeichnet konturierte Stimmwiedergabe stellt gerade die charismatische Originalstimme von Bruce Willis sehr gelungen dar. Als später der Kampfjet ganze Brücken in Schutt und Asche legt, beweist die P7, dass sie in der Lage ist, blitzschnell Leistung in enorm üppigem Umfang bereit zu stellen. Ohne Verzögerung werden alle Arten von Explosionen und großen Effekten umgesetzt. Dabei bleibt die Endstufe tonal stets neutral und betont alle Frequenzbereiche gleichmäßig. Die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen verlaufen fließend und praktisch unmerklich. Besonders auffällig ist, wie gut die P7 ein räumlich natürliches Klangbild mit sehr klar umrissenen räumlichen Strukturen aufbaut. Der geschaffene Raum wirkt nie unter- oder überdimensioniert, sondern immer glaubwürdig und sehr intensiv. 

Wie sehen die Unterschiede externe hochwertige Endstufe - AV-Bolide (Vollverstärker oder Receiver) aus?

  • Feine Dynamikgefüge werden bereits von hochwerigen AV-Boliden sehr gut erfasst. Nutzt man die Arcam P7, werden kleine Dynamikunterschiede aber noch direkter wiedergegeben und sind bezüglich der Konturen klarer umrissen
  • Enorme, spontane Effekte mit großem Dynamikumfang klingen aufgrund der hohen Leistungsreserven sehr realistisch, da hohe plötzliche Impulsspitzen von der P7 besser umgesetzt werden (höhere Stromlieferfähigkeit)
  • Die sehr neutrale Auslegung sorgt für eine sehr gleichmäßige Betonung aller Frequenzbereiche - sehr wichtig bei den neuen HD-Tonformaten.

Dolby Digital und DTS 

Bei herkömmlichen Tonspuren in Dolby Digital und DTS 5.1 lassen sich die gemachten akustischen Beobachtungen praktisch nahtlos übertragen (Beispiele: Sahara, Star Wars Episode III, Jean-Michel Jarre: Jarre in China). Die P7 agiert enorm dynamisch und holt praktisch alle Details aus der Tonspur - Grenzen setzt hier vielleicht eher die Vorstufe. Das Arcam-Kraftwerk lässt herkömmliche Tonspuren in einem solchen klanglichen Glanz erstrahlen, dass weniger erfahrene Anwender gleich denken dürften, es schon mit den neuen HD-Tonnormen zu tun zu haben. Gerade bei "Jarre in China" wirkt der Hochtonbereich enorm gelungen, denn kleinste dynamische Unterschiede werden direkt erfasst. Alle Synthesizer-Effekte verteilt die P7 stimmig im Hörraum und öffnet einen authentischen, dichten virtuellen Raum. Die Eröffnungsschlacht in Star Wars Episode III ertönt in allen Einzelheiten, bei großen Explosionen, die in hoher Lautstärke gehört werden, holt die Endstufe die gesamte Struktur ans Tageslicht und beschränkt sich nicht auf die vordersten Ebenen. 

Dolby Pro Logic IIx Music

Sehr gekonnt stellt die P7 ihre Vorzüge bei der Wiedergabe von CD-Material, das von PLIIx Music auf 7 Kanäle aufpoliert wurde, dar. 

Die Arcam Siebenkanalendstufe begeistert mit einem lebendigen, frischen Klangbild, das es aber trotzdem nicht an Substanz und Nachdruck fehlen lässt. Dies zeigt sich z.B. bei der CD "The White Room" von the KLF (aufpoliert mit Dolby PLIIx Music auf 7.1). Bei "Last Train to Trancentral" geht die Endstufe sehr kraftvoll zur Sache - beeindruckend ist jedoch nicht ausschließlich die reine Power, sondern die Art, wie die Kraft präsentiert wird. Kleinste Impulse werden ungeheuer schnell umgesetzt und in ungemein dynamischer Art und Weise präsentiert. Dieses Können wird auch beim Titelsong "The White Room" sehr gut umgesetzt. Kleinste Veränderungen in der vokalen Präsenz haben eine ungemein elektrisierende Wirkung auf die P7, die sofort diesen kleinen Unterschied umsetzt. Den langsamen Song "Build a Fire" geht die talentierte Endstudfe aber nicht mit unnötiger Hektik an - vielmehr werden hier kleine feindynamische Differenzen mit enormer Treffsicherheit heraus gearbeitet. Bei "Shine On" von Rio (Dolby PLIIx, der Titel ist auf der Doppel-CD "Dream Dance 49") behält die P 7 auch bei hohem Pegel souverän die Kontrolle und trennt Stimm- und Instrumentalanteile sauber voneinander. Wie locker und leicht der Bass noch bei enormer Lautstärke verwaltet wird, zeigt die deutlichen Vorteile einer hochwertigen Mehrkanalendstufe im Vergleich zu AV-Vollverstärkern der Bolidenliga auf. Keinerlei Dynamikeinbußen, nur satter, klarer Bass und eine deutliche, detaillierte, klar umrissene Hochtonwiedergabe, die nie dazu neigt, den Zuhörer "anzuschreien" oder überpräsent zu werden. Der Mitteltonbereich ist überragend eingearbeitet und gegenüber den anderen beiden Bereichen absolut gleichwertig - er drängt sich aber auch nie in den Vordergrund. Bei "Catch" von Blank&Jones (Dream Dance 40, CD 2) arbeitet die Arcam Endstufe beim 7-Kanalbetrieb (mittels PLIIx aufpoliert) mit enormer Schnelligkeit eine glaubwürdige und fein aufgebaute Räumlichkeit heraus. Die Stimmwiedergabe ist sehr gut in den treibenden Beat integriert. Bei "Voice from the Inside" von M.I.K.E. auf der gleichen CD managt die P7 den sehr dynamischen und gleichzeitig massiven Bass hervorragend - alle Anteile werden kraftvoll und mit enormer Dynamik in den Hörraum getragen.

Die P7 präsentiert sich als leistungsstarke THX-Endstufe

Fassen wir zusammen und benennen die Unterschiede externe hochwertige Endstufe - AV-Bolide (Vollverstärker oder Receiver) bei der Wiedergabe von CDs, die mittels Dolby PLIIx Music auf sieben Kanäle aufgebohrt werden:

  • Bessere Kennzeichnung kleiner feindynamischer Differenzen
  • Mehr grobdynamische Fähigkeiten, große Dynamikdifferenzen werden sehr impulsschnell übertragen
  • Deutlich gestiegene Pegelfestigkeit. Zudem sind große Pegel problemloser hörbar, da die Klangcharakteristik nie angestrengt wirkt. Gut, bei den heutigen exzellenten AV-Boliden ist die enorme Pegelfestigkeit ebenfalls ein Vorzug - und die Pegelreserven, die moderne Boliden bereit halten, werden viele Anwender nie erreichen. Aber wer es wirklich wissen möchte und im größeren Heimkinoraum ab 30 Quadratmeter richtig Gas gibt, wird feststellen, dass die P 7 sehr viel souveräner und dynamischer bei großer Lautstärke agiert. 
  • Sehr ausgewogene klangliche Balance

Stereowiedergabe

Hier kann die Arcam aus dem Vollen schöpfen, da nur 2 der 7 Kanäle verwendet werden. Bei Tschaikowskys "1812 Ouvertüre" präsentiert sie ein in sich geschlossenes, sehr dynamisches Klangbild, das sogar nochmals lebendiger und detailreicher ertönt als bei der Zweikanal-Endstufe Rotel RB1090 (verglichen mit identischer Vorstufe), Gerade auch diffizile Stücke wie Smetanas "Moldau" werden von der P7 fließend und sanft, aber trotzdem detailreich und klar wiedergegeben. Das gesamte Stück erscheint tonal neutral und wie aus einem Guss. Dynamiksprünge wie bei Dvoraks "Aus der neuen Welt" werden so locker und souverän von der P7 gemanagt, dass man sich der Musik voll hingeben kann. Der Hochtonbereich ist auch bei der Stereowiedergabe sehr gut austariert und leuchtet den Raum präzise, brillant und detailliert aus - ohne aber je aggressiv oder zu spitz zu werden. Die instrumental gespielten Titelsongs aus verschiedenen James Bond 007-Filmen meistert die P7 ebenfalls mit Bravour. Bei "Goldfinger" bietet sie eine transparente, impulsschnelle und räumlich akkurate Wiedergabe mit korrekt dosiertem Nachdruck. Bei "Live and Let Die" werden die exzellenten dynamischen Fähigkeiten wieder offensichtlich: Die verschiedenen Tempowechsel stellt die Arcam-Endstufe glaubwürdig und fesselnd dar. 

Kombinationsempfehlungen

Die Arcam P7 ist ausgesprochen kombinationsfreudig. Dies liegt an der hohen akustischen Neutralität, die die britische Endstufe offeriert. Sie agiert sehr dynamisch, impulstreu und lebendig. Die Kraft, die die aufwändig aufgebaute P7 aufbringt, ist enorm und reicht auch für große Hörraume problemlos aus. Die Endstufe kann bedenkenlos z.B. mit der VorstufeOnkyo PR-SC886 kombinieren. Wir raten dann im Sinne größtmöglicher Heimkinoperformance zu einer Kombination mit einem leistungsstarken THX Lautsprechersystem wie dem Klipsch THX Ultra 2 7.2-System oder dem Teufel Theater 10.  Wenn man nicht auf die enorm leistungsstarke DSP-Sektion verzichten möchte, aber den Wunsch nach nochmals größerer Endstufenleistung hat, kann man sich auch zum Yamaha DSP-Z11 die Arcam P7 kombinieren. Auch der sehr harmonische, aber trotzdem tiefgründig und vielfältig klingende Denon AVC-A1HD ist ein sehr guter Partner, da die sehr gelungene, minimal warme, dynamische und angenehme Auslegung des Denon durch die neutrale P7 komplett erhalten bleibt. 

Fazit

Die Arcam P7 ist exzellent dazu geeignet, klar und nachvollziehbar zu zeigen, dass eine leistungsstarke externe Endstufe gerade im Zeitalter der HD-Tonformate einen deutlichen klanglichen Schritt nach vorn bedeutet. Die enorme Grobdynamik, die herausragende Feindynamik, der frei aufspielende Hochtonbereich, die authentisch dargestellte Räumlichkeit und die Pegelfestigkeit, die auf so hohem Level liegt, dass sie kaum ein Anwender tatsächlich voll ausnutzen dürfte, formen sich zu einem Gesamtpaket von höchster Gütestufe. Natürlich, es gibt nochmals leistungsfähigere Endstufenlösungen, die sind aber dann nochmals so deutlich teurer, dass man sich für die Differenz schon eine Hightech-Vorstufe kaufen könnte. Und günstigere Produkte mögen auch sehr leistungsstark sein, bieten aber dann aufgrund einer hörbaren klanglichen Auslegung - besonders brillant oder etwas warm - nicht so umfangreiche Kombinationsmöglichkeiten wie die P7, die durch ihre tonale Neutralität weitere Pluspunkte sammelt - sie ist somit ausgesprochen kombinationsfreudig. Der sorgfältige und enorm hochwertige innere Aufbau gefällt ebenso wie die zeitlose, elegante Optik. Kritik erntet die Arcam-Endstufe für die fehlenden XLR-Terminals und für den einfachen, nicht sehr steifen Gehäusedeckel. Diese beiden Defizite können aber ein erstklassiges Testurteil nicht mehr verhindern - die P7 ist ein starkes Stück edler Technik zum fairen Preis. 

Extrem dynamische und überdurchschnittlich leistungsstarke Endstufe, die durch ihre tonale Neutralität vielfältig zu kombinieren ist

Mehrkanal-Endstufen Oberklasse
Test 28. Januar 2008
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Extrem pegelfest
+ grob- und feindynamisch auf enorm hohem Level
+ Tonal neutral
+ Sehr authentischer Raumeindruck
+ Feiner, hochwertiger innerer Aufbau

- keine XLR-Eingänge

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Test: Carsten Rampacher
28. Januar 2009

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