TEST: AV-Receiver Yamaha RX-V663
12.06.2008 (th/cr)

Einführung
550 EUR kostet der neue Yamaha RX-V663, der für diesen fairen Einstandspreis
mit üppiger Ausstattung auftrumpft. Zu nennen wäre als wichtigstes
Ausstattungsmerkmal die Decodingmöglichkeit für alle neuen HD-Tonformate -
nachdem Onkyo mit dem TX-SR605 aus
der 2007er Kollektion schon bewiesen hat, dass es möglich ist, alle HD-Decoder
in einem preisgünstigen AV-Receiver unterzubringen, ziehen nun die anderen
Anbieter nach. Beim RX-V663 erschöpft sich die Ausstattungsvielfalt aber
keinesfalls nur mit den HD-Decodern. Vielmehr trumpft das Modell mit kräftigen
7 x 145 Watt, dem automatischen Lautsprecher-Einmess-/EQ-System YPAO sowie der
SCENE-Funktion auf. Die vier SCENE-Tasten machen die Bedienung des Receivers
besonders einfach, denn, wie auf bei einem programmierten Macro auf der
Fernbedienung fassen diese Tasten verschiedene einzelne Bedienvorgänge zu einem
einzigen Prozess zusammen. Ab Werk sind die Tasten zunächst auf die Vorgaben
"DVD ansehen", "CD hören", "Fernsehen" und "Rundfunk" eingestellt. Der Druck auf
eine der SCENE-Tasten löst automatisch verschiedene Vorgänge zum Aktivieren des zur Taste gehörigen
Programms aus. Es sind auch andere SCENE-Einstellungen verfügbar, etwa "iPod abhören",
"Sportfernsehen" oder "Actionspiel starten". Natürlich kann der Anwender vorgegebene SCENE-Namen ändern oder jederzeit eigene SCENES anlegen.
Mittels des optional erhältlichen iPod-Docks YDS-10 können verschiedene Apple
iPods Kontakt mit dem RX-V663 aufnehmen. Passend dazu verfügt der AV-Receiver
gleich über den "Music Enhancer", der sich um eine Steigerung der
Klangqualität bei komprimierten Audio-Dateien kümmert. Für individuellen
Hörgenuss zuständig sind die insgesamt 22 HiFi- und Cinema-DSP-Programme. Für
das Hören mit kürzestmöglichem Signalweg verfügt der RX-V663 über einen
Pure Direct Modus. Der AV-Receiver bringt eine Bi-Amping- und eine Zone 2
Funktion mit. An Video-Ausstattungsmerkmalen offeriert der RX-V663 einen
De-Interlacer sowie den Support von 1.080p/24 Hz-Signalen über HDMI. Der
De-Interlacer ist nur bei der HDMI-Signalausgabe aktiv und arbeitet dann, wenn
das angeschlossene Bildwiedergabegerät kein 576i über HDMI akzeptiert. Bei
analogen Videosignalen ist nur eine Signalwandlung zwischen FBAS, S-Video und
Komponente möglich.
Verarbeitung
Außen:
Saubere Detailverarbeitung, nur Standby-Knopf und kein
richtiger Netzschalter
Akkurate Einpassung der Displayumrandung und des
Lautstärke-Drehreglers
Tadellos eingearbeiteter Abschluss der Frontblende im unteren
Bereich
Optisch gelungene Gerätestandfüße
Großflächiges, fein auflösendes Gerätedisplay
Mitgelieferte Fernbedienung: Für die Preisliga ist der
Qualitätseindruck sehr gut
Einfaches mitgeliefertes Messmikrophon
Die äußere Verarbeitung des RX-V663 überzeugt. Zwar erscheint
die Frontplatte etwas unaufgeräumt, die Detailverarbeitung und die
Materialauswahl bieten aber keinen Anlass zur Klage. Die Frontblende ist sauber
eingepasst, der Alu-Schliff wirkt angemessen hochwertig, und der
Lautstärke-Drehregler liegt gut in der Hand. Wie bei allen Yamaha AV-Receivern
gefällt uns das fein auflösende, große und farblich angenehme
Punktmatrix-Display. Die mitgelieferte Fernbedienung ist für die Preisliga aus
qualitativer Sicht ohne Fehl und Tadel.
Innen:
Das Innenleben des RX-V663 ist, typisch für die Preisklasse,
kein Muster für einen aufgeräumten Aufbau
Sehr detaillierter Blick ins Innerste
Die von Yamaha entwickelten Elkos
Trafo (links) und Blech-Kühlkörper
Das Innenleben des Yamaha überzeugt bezüglich des
Platinenlayouts. Die Verkabelung könnte aber noch etwas sorgfältiger erfolgen.
Dass in diesen Preisklassen mit spitzer Feder kalkuliert wird, beweisen Details
wie der Blech-Kühlkörper. Insgesamt erhält der Yamaha mit sauberer
äußerer Verarbeitung und noch gutem Finish innen die Gesamtnote gut - sehr
gut.
Anschlüsse
Der RX-V663 von hinten
2 geschaltete Netzbuchsen, 3 Komponenteneingänge, 1
Komponentenausgang, Anschluss für iPod-Dock
2 HDMI-Eingänge, 1 HDMI-Ausgang - das ist Minimalbestückung.
3 optische Digitaleingänge, 2 koaxiale Digitaleingänge, 1 optischer
Digitalausgang
Lautsprecherkabel-Schraubanschluss
Die Anschlussbestückung ist bezüglich der
HDMI-Konnektionsmöglichkeiten nicht sonderlich üppig. Gerade einmal zwei HDMI
1.3a-Eingänge stehen zur Verfügung. Vergleicht man hier mit dem Onkyo TX-SR606
- der gleich teuer ist -, zeigt sich Nachbesserungsbedarf, denn Onkyo offeriert
gleich vier HDMI-Inputs. Gut ist, dass der RX-V663 gleich drei
Komponenteneingänge mitbringt. So können hochwertige ältere analoge Zuspieler
ausreichend Berücksichtigung finden. Der Yamaha bringt einen 5.1- und keinen
7.1-Externeingang mit. Drei optische Digitaleingänge, zwei koaxiale
Digitaleingänge und ein optischer Digitalausgang entsprechen dem normalen
Durchschnitt. Wer das optional zu bestellende iPod-Dock YDS-10 kauft, kann
seinen iPod über die Fernbedienung des RX-V663 steuern. Der benötgite
Anschluss für die Dockingstation befindet sich ebenfalls auf der Rückseite des
AV-Receivers. Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Gut.
Konfigurationsmöglichkeiten/Ausstattung
1. Unterschiede zum Vorgänger RX-V661:
- Decoder für DD Plus, DD TrueHD, DTS-HD HRA, DTS-HD MA
- Automatisches Audio Delay dank HDMI 1.3
- Pure Direct Schaltung
- Center GEQ mit 7 statt 5 Bändern
- De-Interlacer bei Wandlung nach HDMI
- Zweiter Subwoofer Pre-Out
- Eingang für externen Decoder ist nicht mehr in 5.1 sondern in 7.1 bestückt.
- Vergoldete Frontanschlüsse
- 5 Watt mehr pro Kanal in jeder Betriebsart.
- 200 Gramm schwerer
2.
Die Ausstattung im Detail
Die Ausstattung des RX-V663 ist hervorragend - und zwar
ohne jede Einschränkung. Das beginnt bei den Decodern für Dolby TrueHD und
DTS-HD Master Audio, geht weiter mit den kräftigen Endstufen mit 145 Watt pro
Kanal mit Bi-Amping-Option (Surround Back Endstufen können für Bi-Amping der
Frontlautsprecher verwendet werden), führt über die reichhaltig ausstaffierte
DSP-Sektion mit 22 DSP-Programmen sowie den 192 kHz/24-Bit D/A-Wandlern und
endet bei Komfortfeatures wie der eingangs beschriebenen Scene-Funktion
(programmierbare Macros für häufig vorkommende Funktionsketten). Das On Screen
Display entspricht grafisch nicht der Konfiguration, die Yamaha in den edlen
Topmodellen anbietet, sondern ist sehr schlicht gehalten und nur in englischer
Sprache verfügbar. Davon abgesehen sind die OSDs sehr übersichtlich.
Natürlich ist der RX-V663 mit einem automatischen Einmesssystem (YPAO)
ausgestattet, das neben den Basisparametern (Lautsprecher-Größe,
Lautsprecher-Entfernung vom Hörplatz, Lautsprecher-Pegelangleich) auch ein
Equalizing durchführt. Das System funktionierte zuverlässig und erbrachte
einen recht gleichmäßigen, homogenen Sound.
Im Vergleich zur manuell
konfigurierten Version aber fehlte es etwas an Spritzigkeit im Hochtonbereich.
Zudem wirkte der Bass aufgrund der zurückhaltenden Subwoofereinstellung etwas
schlank - dafür aber relativ präzise. Die Justagemöglichkeiten in den
verschiedenen manuellen Lautsprecher-Setup-Menüs sind umfangreich. Ebenso
bringt der RX-V663 für versierte Anwender die Möglichkeit mit, die
verschiedenen DSPs hinsichtlich von Justageparametern dem Hörraum und dem
Hörgeschmack anzupassen. Je nach DSP-Programm sind die einstellbaren Optionen
unterschiedlich. Es können beispielsweise die Größe des virtuellen Raumes,
die Intensität der DSP-Wirkung und verschiedene Parameter die Nachhallzeit
betreffend eingegeben werden. Diese sehr umfangreichen Tools sind als
beispielhaft zu bezeichnen - kein anderer Anbieter kann eine solche Vielfalt
aufbringen. Für eine Verbesserung der Klangqualität komprimierter Formate hat
der RX-V663 den "Compressed Music Enhancer" mit an Bord. Sehr schön
ist auch der manuelle grafische EQ, der Lautsprecher-selektiv arbeitet. Der
RX-V663 ist Multiroom-fähig (zwei Hörzonen).
An Video-Ausstattungsmerkmalen
bringt der RX-V663 einen
De-Interlacer mit und sichert den Support von 1.080p/24 Hz-Signalen über HDMI. Der
De-Interlacer ist nur bei der HDMI-Signalausgabe aktiv und arbeitet dann, wenn
das angeschlossene Bildwiedergabegerät kein 576i über HDMI akzeptiert. Bei
analogen Videosignalen ist nur eine Signalwandlung zwischen FBAS, S-Video und
Komponente möglich. Das De-Interlacing funktioniert nur bei gleichzeitiger Signalwandlung von analog nach digital, resp. HDMI. Hier handelt der 663 mit dem angeschlossenen Bildwiedergabegerät aus, ob dieses 576i annehmen kann oder nicht. Kann es das nicht, wird
de-interlaced. Bei den analogen Signalen erfolgt ausschließlich eine Signalkonvertierung und keinerlei Signalbearbeitung.
Skaliert wird in keiner Betriebsart.
Gesamtnote Ausstattung in Relation zur
Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend.

Oberste Menü-Ebene: Das "Set Menü" bietet die
Auswahl zwischen den manuellen Einstellmöglichkeiten und der automatischen YPAO
Einmessung der Lautsprecher mit anschließendem Ermitteln einer auf den Hörraum
und die Boxen abgestimmten EQ-Kurve

Übersicht über die manuellen Einstellmöglichkeiten

Im "Basic Menu" des manuellen Set-Ups finden sich
die Parameter für die Anpassung des verwendeten Lautsprecher-Systems

Übersichtliches OSD für die Lautsprecher-Größe (hier die
Frontlautsprecher)

Grafisch interessante Darstellung des Menüs für die
Einstellung des Pegels jedes einzelnen Lautsprechers

Einstellmöglichkeit fürs Time Alignment in 0,10
Meter-Schritten

Vielfältig einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz

Die Subwoofer-Phase ist einstellbar, das ist praktisch, wenn dies am
Subwoofer selber nicht funktioniert

Das Eingangsmenü: Der RX-V663 verfügt auch über einen
dedizierten Phono-Eingang

Eingangs- und Anschlusszuordnung am Beispiel der Quelle "DVD"

Bei jedem Eingang besteht die Möglichkeit, einen
individuellen neuen Namen zu erstellen, einen Digitalanschluss zuzuweisen und
einen Lautstärkeangleich vorzunehmen

Möglichkeiten zum manuellen Klang-Feintuning bietet das
"Sound Menu"

Der Yamaha verfügt über einen grafischen EQ für jeden
Lautsprecher, hier im Bild der linke Frontlautsprecher. Die verfügbaren
Bänder: 63/160/400/1.000/2.5000/6.300/16.000 Hz

Zweiter Teil des EQs (LS: Front Links)

Die Einstellschritte entsprechen 0,5 dB

LipSync (fürs zeitgleiche Eintreffen von Audio- und
Videosignal): Wahlweise manuell einzugeben oder mittels HDMI Auto (ab HDMI 1.3)
automatische Festlegung

Einstellmöglichkeit, getrennt für Lautsprecher und
Kopfhörerausgang, für den Dynamikbereich. Wer Filme und Musik in voller
Qualität und mit vollem Dynamikumfang genießen möchte, muss "Dynamic
Range" auf "MAX" stellen

Der LFE (Low Frequency Effects) Regler ist für Lautsprecher
und Kopfhörerausgang getrennt regelbar

Mittels OSD kann jedes DSP-Programm individuell angepasst
werden. Die einzelnen Einstellmöglichkeiten variieren je nach gewähltem
DSP-Programm. Hier das DSP-Programm "SciFi", welches sehr räumlich
und atmosphärisch dicht darstellt.

Die Werkseinstellungen des "Movie/Spectacle"-DSPs.
Wie zu erkennen ist, sind die Parameter im Vergleich zum Sci-Fi-DSP verändert.
Dadurch erhält das Programm eine andere Charakteristik. Beim "Spectacle"-DSP
liegt eine kraftvolle Effektwiedergabe im Fokus

Hier die Einstellmöglichkeiten des DSP-Programms
"Entertainment/Sports"

Entertainment-DSP "Music Video"

HiFi-DSP "Classical/Hall in Munich"

HiFi-DSP "Classical/Chamber" für Kammermusik

Der "Music Enhancer", hier im 7-Kanal-Modus,
verbessert die Klangqualität komprimierter Audio-Dateien

Menü für die 7-Kanal-Stereowiedergabe

Optionsmenü, u.A. mit Video-Einstellmöglichkeiten und dem
Set-Up für eine zweite Hörzone

Einstell-Optionen für Gerätedisplay und OSD- Beim
Gerätedisplay kann der Dimmfaktor eingestellt werden, beim OSD u.a. die
Anzeigedauer

Umfangreiche Signal-Informationen, per OSD abrufbar

Übersicht über den aktuellen Gerätestatus
Bedienung
Der Yamaha RX-V663 ist insgesamt einfach zu handhaben. Das
Punktmatrixdisplay des Gerätes ist auch aus einiger Entfernung sehr gut
ablesbar. Die schlichten, aber übersichtlichen On Screen Menüs stehen einer
problemlosen Bedienung ebenfalls nicht im Wege. Auf der Gerätefront befinden
sich relativ viele Tasten - nach kurzer Eingewöhnungsphase findet man sich aber
auch damit ohne Schwierigkeiten zurecht. Die mitgelieferte Fernbedienung liegt
gut in der Hand und gefällt mit übersichtlich angeordneten Tasten. Gesamtnote
Bedienung: Ausgezeichnet
Testequipment
Klang
Wir beginnen mit dem möglichen Frequenzgang und der Tonalität
des Yamaha RX-V663. Der Bass erscheint sehr strukturiert, allerdings werden in
Bezug auf den Tiefgang keine sensationellen Werte erzielt. Der sehr kraftvolle
Kickbassbereich versucht, dieses Defizit auszugleichen, was auch erstaunlich gut
gelingt - es sei denn, man ist ein sehr versierter Hörer, der dann doch merkt,
dass ganz unten im Frequenzkeller ein paar Anteile fehlen. Der Bass ist, was
für die kleineren Yamahas neu ist, tendenziell eher schlank, dafür aber
überraschend präzise. Frühere Generationen klangen voller, konnten aber nicht
das identische Niveau an Präzision aufbieten. Zum Bass im speziellen ist noch
anzumerken, dass man bei stark gehobener Lautstärke doch merkt, dass man es mit
einem Modell der 600 EUR-Preisklasse zu tun hat - denn dann wird das akustische
Geschehen zwar noch dargestellt, es fehlt Effekten aber die Durchschlagskraft im
Tieftonbereich. Rein für sich betrachtet, gibt es an der Pegelfestigkeit, Yamaha-typisch,
nichts auszusetzen. Dadurch, dass der Leistung zehrende
Tieftonbereich nicht bis ganz unten in den Frequenzkeller geht, ist genug Power
auch bei lautem Hören vorhanden. Die Endstufensektion des RX-V663 hält
auch längere Etappen mit gehobenem Pegel aus. Das Teufel System 9 harmoniert
gut mit dem Yamaha - für massive Bässe ist hier ohnehin das Kraftwerk M 9500
SW zuständig, so kann sich der RX-V663 sein gesamtes Leistungsvermögen für
die anderen Frequenzbereiche aufsparen.
Die Mitten werden klar und neutral erfasst. Auch im Bereich der
oberen Mitten, an der Schnittstelle zum Hochtonbereich, ist das
Auflösungsvermögen als gut zu bezeichnen. Die Wiedergabe ist sehr sauber und
frei von größeren Verfärbungen. Die Höhen erscheinen etwas zurückgenommen,
werden dafür aber auch bei gehobenem Pegel nie schrill oder aggressiv.
Außerdem wird diese leichte Zurücknahme durch den sehr präsenten oberen
Mitteltonbereich beinahe kaschiert. Wir halten diese Auslegung, gerade in
Anbetracht der Tatsache, was in derartigen Preissegmenten für Equipment
(Boxen, Zuspieler) verwendet wird, für durchaus angemessen. Was uns erstaunt
hat: Yamaha offeriert eine für ein Gerät dieser Preisklasse sehr neutrale,
authentische Auslegung, die keine großen akustischen Interpretationen
zulässt. Durch die sehr gelungene Einarbeitung von Stimmen sollte man dem
RX-V663 die Chance geben, mit einem größer dimensionierten und korrekt
ausgerichteten Center zusammen arbeiten zu können. Nun zu den Einzelheiten der
vokalen Darstellung. Bei der Stimmwiedergabe stellt der RX-V663 eine klare Verständlichkeit in den Mittelpunkt. Sehr zu loben ist, dass auch die
vokale Darstellung authentisch und neutral gehalten ist. Allzu viel Kontur im
Fundament darf wie üblich in dieser Preisklasse aber nicht erwartet werden.
Durch einen entsprechenden, leicht warm und füllig ausgelegten Center kann man
aber etwas mehr Substanz ins Klangbild bringen.
Das
gesamte Auflösungsvermögen des kleinen Yamaha Siebenkanal-Receivers hat uns
gut gefallen. Vom Kickbassbereich bis in die oberen Mitten wird die vordere
Ebene des akustischen Geschehens akkurat aufgelöst. Dadurch entsteht ein sehr
lebendiges, durchhörbares Klangbild. Allerdings arbeitet der Yamaha kleinere
Ereignisse, die in der zweiten oder dritten akustischen Ebene stattfinden und
dem Sound Tiefe verleihen, nicht perfekt heraus - hier merkt man deutlich die
angestammte Preisklasse. Teurere Modelle, gerade auch von Yamaha, schneiden hier
hörbar besser ab. In der obersten Klangebene überzeugt die Feindynamik des
RX-V663 absolut. Hier werden auch kleine Einzelheiten wie instrumentale
Charakteristika schön erfasst, bezüglich eines Orchesters kann man sagen, bei
der ersten Geige arbeitet der RX-V663 viele Informationen, auch in subtilen
Bereichen, heraus. Bei den Instrumenten in der dritten Reihe aber fehlt es dann
an Talent, auch hier kleine Einzelheiten repräsentativ einzuarbeiten.
Bezüglich des Bühnenaufbaus stellen wir fest, dass der Yamaha
erfreulicherweise eine gut nachvollziehbare Bühne aufbaut. Sie ist allerdings
seitlich nicht allzu weit geöffnet, daher wird nicht die souveräne
Weitläufigkeit aufgeboten, die gerade ausgewachsene AV-Receiver-Boliden als
Vorteil für sich verbuchen können. Durch das fehlende Vermögen, Details aus
der zweiten oder dritten Reihe einzuarbeiten, leidet die
Dreidimensionalität.
Sehr gut integriert sind erneut die Yamaha-typischen
DSP-Programme. Die Detailarbeit an einigen akustischen Punkten wird dem
erfahrenen Hörer treffend deutlich gemacht. Mit viel räumlicher Weite
suggeriert das Sci-Fi-DSP gekonnt die "unendlichen Weiten" des
Weltalls - gerade auch im Surround- und Back Surround-Bereich wirken die Effekte
und Rauminformationen sehr luftig und unkomprimiert vorgetragen. Der "Adventure"-Modus
setzt sich mit sehr facettenreich repräsentiertem Music Score und einer sehr
guten Mischung aus Stimmpräzision und Effekteinarbeitung ebenfalls sehr gut in
Szene. Mit druckvolleren Effekten und einer intensiven Räumlichkeit kann das
"Spectacle"-DSP aufwarten.
Detailanalyse neue Tonnormen:
Vergleich Batman Begins ab Laufzeit 16:14, Dolby True HD vs. Dolby
Digital
- mehr Kontur in Stimmen
- etwas höhere Feindynamik
- deutlichere Grobdynamik
- schneller und Präziser
- dichterer Aufbau und Eindruck von Musik
- Bass ist genauer, akzentuierter und straffer
- Man bekommt mehr Rauminformationen, kann im Gegensatz zu DD die Einarbeitung von Effekten (Hallgerät
etc.) ganz leicht heraushören
- Hochton ist auflösender
- Stimmen sind verständlicher
- Eine gewisse Schärfe bei Extremen (Schwerter laut und hochfrequent aufeinander) wird zugunsten von mehr Dynamik und Auflösung herausgenommen -> klingt so als ob der DD-Encoder in den Limiter gelaufen wäre und schon nahe am Klippen war. Hier ist der Headroom der neuen Formate zu
spüren.
Fazit Klang:
Der Yamaha hat eine quicklebendige Spielweise, welche sich speziell zwischen dem Kickbass und dem oberen Mittenbereich/Präsenzbereich abspielt. Er spielt schnell, zackig und strukturiert den Bass sehr schön, ohne dabei ins komplett
Schlanke abzugleiten. Die Mitten und der Grundton wie auch die oberen Mitten werden gleichberechtigt in den Raum getragen und vermitteln hierdurch ein sehr neutrales Klangbild. Es wirkt frisch und lebendig.
Gesamtnote Klang in Relation zum Kaufpreis: Ausgezeichnet
Videosektion
1. Wandlung von FBAS und Y/C nach YUV, Durchleitung eines
YUV-Signals
Zuspielung von Denon DVD-3930 und weitergereicht an
Pioneer PDP-5080XA
Wie nicht anders zu erwarten, bietet das gewandelte FBAS-Bild nicht die Details des YUV-Bildes. Das ist in Anbetracht des Signals aber technisch auch nicht anders möglich. Die Qualität der Wandlung liegt für ein Gerät dieser Preisklasse auf einem sehr hohem Niveau. Im direkten Vergleich zum durchgeschliffenen YUV-Bild ist nur sehr wenig Rauschen wahrzunehmen. Die Farbdarstellung ist sehr ausgewogen und auf einem konstant hohem Level ohne jegliches Pumpen oder Schwanken. Details sind für eine derartige Wandlung sehr viele zu sehen. Deutlich überlegen hat noch kein vergleichbares Gerät diese Wandlung vorgenommen.
Die Wandlung des Y/C-Signals nach YUV erfolgt in analoger Güte zur FBAS-Wandlung: Auch hier scheint der Yamaha das nahezu
Maximale aus dem angelieferten Signal im Kontext seiner Güte zu machen. Im Gegensatz zu vielen anderen Videowandlungssektionen macht es mit dem Yamaha trotz des Wissens um die Qualität des YUV-Signals Spaß, ein Y/C-Signal zu betrachten. Es rauscht nur minimal, die Farben werden sauber und voll dargestellt und der Kontrast befindet sich auf einem enorm hohem Niveau. Wäre nicht die geringere Schärfe, der Mangel an Details und Durchzeichnung könnte man fast meinen, dass es sich hierbei um ein YUV-Bild handelt.
Die Durchleitung des Componenten-Signals, YUV, erledigt der Yamaha ohne merkliche Eingriffe ins Signal. Dies erscheint wie eine sehr einfache Übung – stellt in der Praxis aber offenbar für viele Ingenieure eine nicht zu erfüllende Herausforderung da. Mit dem RX-V663 als YUV-Schaltzentrale erhält man genau das Bild auf dem Bildschirm oder dem Beamer welches die Quelle ausgibt.
2. A/D-Videowandlung
Der Yamaha bietet die Option, analoge Videosignale in digitale zu wandeln und per HDMI an ein Betrachtungsgerät weiter zu
reichen.
Das Ergebnis der gewandelten analogen Signale zueinender ist untereinander identisch mit den Ergebnissen der analog-analog-Konvertierung. Das FBAS-Signal macht einen erstaunlichen Eindruck in Anbetracht der technischen Möglichkeiten dieses Signaltyps. Die fehlende Auflösung ist dem Signal anzukreiden – im Rahmen des
Machbaren sind aber sogar die Farben klar differenziert, sauber und stabil und der Kontrast ist erstaunlich hoch.
Das SVHS (Y/C) – Bild besticht durch einen abermals erhöhten Kontrast, kräftigere und abermals definiertere Farben und eine ansprechende Dynamik im Bild. Auch hier können keine Artefakte oder ähnliche Konvertierungsfehler erkannt werden. Yamaha scheint hier einen wirklichen tollen Job gemacht zu haben.
Die Steigerung der Qualität bei Umschalten auf die YUV-Quelle entspricht den Erwartungen bei Wissen um die höhere Güte dieser Verbindungsart.
3. Quervergleiche
Unser Setup ermöglicht uns verschiedene direkte Vergleiche. So haben wir parallel zu den analogen Eingängen unsere Quelle auch mit einer HDMI-Verbindung mit dem Yamaha verkabelt. Zwischen diese beiden Geräte haben wir einen Real Cable 4:2 HDMI-Switch zwischengeschaltet. Dies ermöglicht es uns das originale Bild des
Denon DVD-3930 direkt an unserem Pioneer Kuro
PDP-5080XA auf dem einen Eingang zu betrachten und auf dem anderen das über den Yamaha erhaltene Bild.
Vergleichen wir das von analog nach HDMI gewandelte Bild mit dem durch den Yamaha durchgeschliffenen HDMI-Bild, fällt auf, dass im Rahmen der A/D-Wandlung weich gezeichnet wird. Wir können keine Artefakte feststellen. Hingegen ist deutlich zu erkennen, dass das gewandelte Bild weniger Details enthält, in ganz dunklen Passagen einige Details vorenthält und in hellen leicht überstrahlt. Dieser leicht überhöhte Kontrast scheint einher zu gehen mit einem minimalen Eingriff in den Gammaverlauf, da Helligkeitsverteilungen nicht ganz originär dargestellt werden. Mit dem Verlust der Details geht ein geringer Schärfeverlust einher.
Beim durchschleifen, ganz gleich welcher HDMI-Bilder, Standard-TV oder High-Definition-TV, können wir keine Signalbeeinflussung feststellen.
Bilanz: Die Qualität der analogen Videokonvertierung ist auf einem für diese Preisklasse äußerst hohem Niveau. Sollte man ein Betrachtungsgerät mit hochwertiger Wandler- und Videoelektronikbestückung haben, empfehlen wir aus dem RX-V663 bei Einspeisung analoger Quellen die Ausgabe in
YUV. Will man lediglich zwei HDMI-Quellen switchen, wird diese Aufgabe ohne Fehl und Tadel erledigt.
Im Gegensatz hierzu steht die Wandlung der analogen Videosignale in digitale. Hier überzeugt das Ergebnis nicht auf voller Strecke. Zur Ehrenrettung des kleinen und günstigen Receivers muss aber hinzugefügt werden, dass unser Testequipment einfach jede Schwäche offen legt, welche auf günstigerem Material nicht derart ins Gewicht fällt.
Die Funktion des De-Interlacers konnten wir leider nicht überprüfen, was in der Funktionsweise des hier eingebauten begründet liegt. Der Yamaha RX-V663 prüft per HDMI-Kommunikation die Fähigkeit der angeschlossenen TVs und Beamer zur Darstellung von HDMI-Signalen in 576i. Noch vor wenigen Jahren war dies eine sehr seltene Fähigkeit – was sich in zwischen aber grundlegend geändert hat. Sämtliche unsere aktuellen Testreferenzen beherrschen dieses Signal. In Folge dessen schreitet der Yamaha nicht zur Arbeit. Dies würde er nur machen wenn der TV oder der Beamer im mitteilen, dass er per HDMI nur 576p oder höher verarbeiten kann.
Gesamtnote Videosektion in Relation zur Preisklasse: Gut - sehr gut.
Fazit

Üppig ausgestatteter AV-Receiver mit frischem, authentischen
Klang
Der Yamaha RX-V663 kann mit typischen Yamaha-Tugenden punkten.
Hierzu zählen die gute Verarbeitung und die üppige Ausstattung. Die
Einstellmöglichkeiten sind vielfältig, der Klang ist authentisch und neutral
in der Basisauslegung. Somit bietet das Gerät eine sehr gute Grundlage, um
gezielte Verfeinerungen mit den verschiedenen HiFi- und Cinema-DSP-Programmen
vorzunehmen. Die umfangreichen Parameter, die der Anwender individuell
anpassen kann, sind als beispielhaft zu bezeichnen. Kein Konkurrent kann hier
das Niveau des RX-V663 mitgehen. Die Videosektion trumpft mit einer
hervorragenden Wandlung von FBAS und S-Video auf analoges YUV auf. Die
A/D-Wandlung ist gut, aber nicht sensationell. Insgesamt präsentiert sich der
RX-V663 als audiotechnisch reichhaltig ausgestatteter, solider AV-Receiver mit
ehrlichem Klang - diese Kombination dürfte dem Gerät viele Käufer
bescheren.
Direkt und klar klingender, audioseitig enorm üppig
ausstaffierter AV-Receiver zum fairen Preis

AV-Receiver Mittelklasse
Test 12. Juni 2008
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Klarer, natürlicher Klang
+ Sehr gute DSP-Programme
+ Gut geeignet zum Zusammenspiel mit Lautsprechersystemen bis zur oberen
Mittelklasse
+ Sehr gute analoge Videonormwandlung
+ Solides Finish
+ Fairer Kaufpreis
- Nur 2 HDMI-Eingänge
- Relativ nutzlose De-Interlacing-Funktion und kein Scaler
Technische Daten
-
DIN-Ausgangsleistung (4 Ohm, 1kHz, 0,7%THD): 7 x 145W
Ausgangsleistung RMS (8 Ohm, 20-20.000Hz): 7x95W
-
Dämpfungsfaktor (8 Ohm,20-20.000 Hz): 120
Frequenzgang: 10 Hz–100 kHz +0, -3 dB
Geräuschspannungsabstand (CD): 100 dB (250 mV)
Klirranteil: 0,06%
Aufnahmeleistung: 390 W
Aufnahmeleistung: Standby: < 0,1W
-
Decoder:
Dolby Pro-Logic
Dolby Pro-Logic II
Dolby Pro-Logic IIx
Dolby Digital
Dolby Digital EX
Dolby Digital Plus
Dolby Digital TrueHD
DTS Neo:6
DTS Digital Surround
DTS-ES
DTS-ES Discrete
DTS 96/24
DTS-HD High Resolution Audio
DTS-HD Master Audio
-
Yamaha Parametric Room Acoustic Optimizer (YPAO)
inkl. Messmikrophon: Mit 7-Band Parameter Equalizer
-
Manuell einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenzen:
40, 60, 80, 90, 100, 110, 120, 160 und 200Hz
-
Scene - Funktion
-
SILENT CINEMA
-
Virtual CINEMA DSP
-
Quad-Field CINEMA DSP
-
DSP-Programme: 17
-
192 kHz/24-Bit-D/A-Wandler
-
Audio Delay
-
Multi Room Funktion: Zone 2
-
Night Listening Enhancer
-
Bi-Amping Konfiguration
-
Pure-Direct-Schalter
-
Compressed Music Enhancer
-
Audio Mute: Full oder -20dB
-
Center GEQ: 7 Band
-
iPod Dock opional
-
Audio/Video (in-/outputs): 5 / 2
Analog audio (in-/outputs): 3 / 1
Koaxialer digital (ein-/ausgänge): 2 / -
Optischer digital (ein-/ausgänge): 4 / 1
Composite video (ein-/ausgänge): 5 / 2
S-video (ein-/ausgänge): 5 / 3
Komponenten Video Anschluss (ein-/ausgänge): 3 / 1
HDMI (in/out): 2 / 1 repeater
Monitorausgänge: 1x Composite Video, 1x S-video, 1x Component Video, 1x
HDMI
Subwoofer-Ausgang: 2
Pre Out: 8 Kanal
6-Kanal-Eingang für externe Decoder
8-Kanal Eingang für externen Decoder
Phono Eingang
Eingangsanschluss Vorderseite: S-Video, Composite, Stereo in, Optical in
Lautsprecherumschaltung: A, B, A+B
Vergoldete Anschlüsse: Frontanschlüsse
-
De-Interlacer
-
Video-Umwandlung: Composite Video <-> S-Video <-> Component Video ->HDMI
-
Bildschirmmenü (OSD)
-
Tuner
RDS (Radio-Daten-System)
Senderspeicher: 40
UKW-Geräuschspannungsabstand: 73dB/70dB
-
Basics:
Lieferbare Farben: schwarz, titan
Zubehör: Fernbedienung, Batterien, Bedienungsanleitung, FM-Antenne, YPAO - Mikrofon
Abmessungen (B x H x T): 435 x 171 x 393 mm
Gewicht: 11,8 kg
TEST: Thomas Hermsen, Carsten Rampacher
12. Juni 2008
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