TEST: Teufel 5.1 Lautsprecher-Set System 4
11. März 2008 (cr)

Einführung
Das Teufel System 5
galt immer als hervorragende Synthese aus kompakten Abmessungen und
nachdrücklichem, ausgewogenen Sound. Nun haben die Berliner
Lautsprecher-Experten nochmals an den Abmessungen gefeilt - Ergebnis ist das
System 4, das noch etwas kompakter ausfällt und zudem mit 799 EUR für ein 5.1
Cinema-Surroundset (M 450 FCR/M 450 D/M 4500 SW) auch nochmals günstiger zu
haben ist. In Räumen bis zu 35 Quadratmeter ist das Lautsprecher-Ensemble laut
Teufel einzusetzen. Dreimal kommt in der "Cinema" Konfiguration der
Direktstrahler M 450 FCR zum Einsatz, somit verfolgt auch die Nummer 4 den bei
Teufel üblichen Gedanken der System-Baureihe, dass drei identische
querformatige Lautsprecher vorn für ein homogenes, in sich geschlossenes
Heimkino-Erlebnis erste Wahl sind. Die Neodym-Chassis sind in
D'Appolito-Anordnung verteilt, ebenso wie bei den größeren "System"-Modellen,
die ein THX-Zertifikat aufweisen. Dieses fehlt beim System 4, ansonsten aber
muss auf nichts verzichtet werden. Die ausgesprochen kompakten Dipole (wahlweise
sind in der ebenfalls 799 EUR kostenden "Concert" Ausführung des
System 4 auch fünf M 450 FCR plus Sub M 4500 SW lieferbar) sorgen für eine
räumlich authentische Surround-Klangkulisse. Für den 7.1-Ausbau stehen für
230 EUR noch zwei M 450 FCR in der Preisliste, so dass man für knapp 1.030 EUR
dann ein komplettes 7.1-Set einkaufen kann. Wer zusätzlich noch 345 EUR in die
Hand nimmt, kann einen zweiten M 4500 SW für eine enorm kraftvolle Beschallung
mit dazu ordern. Somit gibt Teufel dem Kunden viele Möglichkeiten zur
individuellen Konfiguration an die Hand, für 575 EUR ist sogar ein 2.1
Stereoset erhältlich. Hier gehört der M 4500 mit seinen 450 Watt Musikleistung
und seinem 25 cm Basschassis auch mit dazu. Wir haben nun für Sie nachgeprüft,
ob das System 4 eine kompakte, zeitgemäße Optik mit einem hochprozentigen
Mehrkanal-Klangerlebnis verknüpfen kann.
Verarbeitung

Für die Preisklasse ist die Detailqualität beim M 450 FCR
prima (Bild oben und unten)


Gelungener Materialmix

Die Lautsprechergitter entsprechen keinem sonderlich hohen
Qualitätsstandard

Auch die M 450 D sind mit hochwertigen Anschlussterminals
ausgestattet

Die Kanten fallen relativ spitz aus - hier der M 450 D Dipol

Saubere Passungen beim aktiven Subwoofer

Die Folien sind zwar sauber geklebt beim M 4500 SW, die Kanten
jedoch sind recht scharf

Gut verarbeitetes Anschlussfeld beim M 4500 SW
Für ein Lautsprecher-Set, das in 5.1 Konfiguration komplett 799
EUR kostet, ist die Verarbeitung ohne Zweifel überragend - selbst in der 1.200
bis 1.300 EUR-Liga könnte man dem System 4 noch ausgezeichnete Zensuren geben.
Die kompakten Lautsprechergehäuse der drei Direktstrahler für Front L/R und
Center überzeugen bereits auf den ersten Blick durch den stilsicheren
Materialmix: Der einzige momentan lieferbare Farbton ist eine relativ dunkle,
elegant wirkende Holzfurniernachbildung mit minimalem rötlichen Einschlag.
Diese Farbgebung passt gut zu gerade im Trend liegenden Einrichtungsstilen.
Kontraste setzen bei den Theater 4 Lautsprechern hochglanzschwarze Leisten links
und rechts von den Membranen bzw. vom sauber eingepassten
Lautsprecher-Schutzgitter. Die Leisten sind erstaunlich passgenau eingefügt.
Auf der Rückseite der Boxen erfreuen die Teufel-üblichen mit Acryl ummantelten
großen Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse das Auge. Die gesamte
Gehäuse-Qualität ist für diese Preisliga erstaunlich hochwertig, die
Folierung ist sauber und weist keine sichtbaren Unregelmäßigkeiten oder
Einschüsse auf. Allerdings sind beim Finish der Gehäusekanten leichte
Abstriche zu machen. Die Kanten sind relativ spitz, und darum sind sehr schnell
nach dem Auspacken und Aufstellen minimale Gebrauchsspuren sichtbar. Zaubern
kann auch Teufel in dieser Preisklasse nicht. Das merkt man auch daran, dass die
Lautsprecher-Schutzgitter nur mit Plastikbolzen versehen sind. Zudem braucht es
etwas Geduld, die Gitter abzunehmen, um einen Blick auf die darunter liegenden
Chassis zu werfen. Dieser Blick endet ohne böse Überraschungen, denn die
Chassis sind ordentlich eingepasst. Die zwei ausgesprochen kompakten Dipole sind
ebenfalls mit gut verarbeiteten Gehäusen versehen. Die Verarbeitung fällt
allerdings hier etwas einfacher aus, da die kontrastierenden hochglanzschwarzen
Leisten hier fehlen. Der aktive Subwoofer weist ein akkurat eingepasstes, aus
Metall bestehendes Anschlussterminal auf. Die Gehäuseecken sind auch hier etwas
spitz, etwas mehr Materialeinsatz mit effektiver Rundung würde nicht schaden.
Bilanzierend jedoch können wir festhalten, dass die Verarbeitung für die
Preisklasse deutlich über dem Durchschnitt liegt. Gesamtnote unter
Berücksichtigung der Preisklasse: Ausgezeichnet
Technik und Ausstattung
Teufels "System-Gedanke"
Teufel hat sich bereits in den 90er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts einen Namen durch außergewöhnlich leistungsfähige
Heimkino-Lautsprecher gemacht. Kaum ein anderer Hersteller hatte und hat so
viele THX-zertifizierte Modellreihen im Programm. Kennzeichen der
THX-zertifizierten Lautsprechersysteme waren immer drei identische Frontboxen
für vollkommen homogenen, in sich geschlossenen Heimkino-Genuss und (in 5.1
Konfiguration) zwei Vollbereichs-Dipole. Hinzu kam ein überdurchschnittlich
leistungsfähiger aktiver Subwoofer - und fertig war ein Set, das auch den
erfahrenen Heimcineasten Tränen der Freude in die Augen trieb. Anfänglich und
bis in die jüngste hießen Teufels Home Theatre-Performance-Träger
"Theater" (z.B. Theater 8 und 10) oder "System" (z.B. das
System 5, welches als kleinstes THX Select-System weltweit für Furore
sorgte). Nun fasst Teufel alle Lautsprecher-Sets, die für klassisches Home
Theatre besonders gut geeignet sind, in der "System"-Baureihe
zusammen. Bis auf das hier zur Debatte stehende System 4 haben wir alle Modelle
bereits getestet:
-
Teufel System 5.
Der etwas größere "Bruder" des Systems 4, ab 999 EUR (Cinema
5.1-Set) erhältlich, glänzt mit enormer Heimkino-Power. Die drei
identischen Frontlautsprecher bieten auch bei hohem Pegel eine klare
Sprachverständlichkeit und geben Effekte eindrucksvoll wieder. Ergänzt
werden sie von zwei Dipolen, die trotz kompakter Abmessungen eine
atmosphärisch dichte Surround-Klangkulisse zur Verfügung stellen. Der M
5500 SW Aktivsubwoofer liefert mit 600/350 (Musik-/Sinusleistung) Watt eine
hohe Leistung ab, die nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis
mit erstaunlicher Souveränität zur Verfügung steht. Für denjenigen, der
echtes Heimkino, gern auch in einem dediziert dafür ausgelegten Raum,
betreibt, ist das System 5 der preiswerte Einstieg in die Liga der
"wahren" Heimkino-Lautsprechersets. Wir warten ab, ob das System 4
ihm diese Rolle streitig machen wird.
-
Teufel System 6.
Das ab 1.395 EUR (5.1 Cinema-Set) käuflich zu erwerbende System 6 ist nicht
einfach eine größere Ausgabe des Systems 5 - es werden auch etwas andere,
d.h. erweiterte Schwerpunkte gesetzt. Optisch wird dies schon durch die
technisch aufwändigen Flachmembranen (im M 620 FCR) dokumentiert. Das
gesamte System detailliert im Hochtonbereich hörbar besser und agiert
transparenter. Damit eignet sich das System 6 sehr gut auch für
mehrkanalige Musik. Der aktive Subwoofer M 6200 SW bringt stets viel
Struktur in den Bass, er geht seiner Arbeit nochmals präziser nach als der
Sub des Systems 5. Damit ist das auch optisch nochmals geschliffener
auftretende System 6 die richtige Alternative für denjenigen
Mehrkanal-Liebhaber, der auch gern anspruchsvolle Musik wie Klassik oder
Jazz hört. Dazu passt, dass das System 6 auch im Stereobetrieb eine sehr
gute Figur hinterlässt und eine glaubhafte Bühne aufbaut. Übrigens: Die
außergewöhnlich klar aufspielenden Dipole sind auch für Musikfans, die
Live-Atmosphäre schätzen, eine echte Alternative zu Direktstrahlern im
Surroundbereich.
-
Teufel System 9.
Unter Berücksichtigung des Preis-/Leistungsverhältnisses ist das System 9
ohne Zweifel eines der besten Lautsprecher-Ensembles, die derzeit überhaupt
zu kaufen sind. Ganz gleich, ob Musik- oder Filmmaterial - das System
9 managt jede Aufgabe mit Bravour. Praktisch alle Pegelwünsche werden
umgehend und mit Leichtigkeit erfüllt, insbesondere der M 9500 bietet stets
Leistung im Überfluss. Hinzu kommt, dass er sehr schnell und präzise
agiert und eine sehr homogene Kraftentfaltung bietet. Die großen Dipole des
Systems 9 erzielen eine so dichte und geschlossene Soundkulisse, dass man
sich wahrhaftig im Kino wähnt. Zugleich sind die dipolaren Speaker enorm
schnell, so dass auch zackige Effektkombinationen exzellent erfasst werden.
Die sehr facettenreiche, enorm klare Front-Klangkulisse vervollständigt den
Gesamteindruck. Das hoch belastbare System 9 ist genau das richtige Set für
den Einsatz im großen, dedizierten Heimkinoraum.
-
Und wo wird das System 4 stehen? Optisch attraktiver als das
System 5, mit noch kompakteren Abmessungen aller Komponenten und einem
aktiven Subwoofer, der zwar über reichlich Leistung verfügt, aber doch
einen Respektabstand zum M 5500 SW hält, könnte sich dieses neue Angebot
als sehr gute Kombination aus emotionalem Mehrkanalsound, optischem Schick
und minimalen Abmessungen etablieren. Später werden wir in den
Hörtestreihen nachvollziehen, ob diese Ansprüche auch erfüllt
werden.
M 450 FCR:

Mit Abmessungen von (BxHxT) 29 x 16 x 9 cm ist dieser
querformatige, nach dem geschlossenen Prinzip aufgebaute Schallwandler
ausgesprochen kompakt und daher problemlos aufzustellen. Die
D'Appolito-Anordnung der Chassis sorgt für ein breites Hörfeld und klaren
Sound. Eine ausgezeichnete Sprachverständlichkeit soll trotz der kleinen
Abmessungen ebenfalls Kennzeichen des M 450 FCR sein. Mit einer
Langzeit-Belastbarkeit von 120 und einer kurzfristigen Spitzenbelastbarkeit von
170 Watt werden zumindest auf dem Papier beeindruckende Werte erzielt. Die von
Teufel empfohlene Mindest-Verstärkerleistung beträgt 20 Watt. Die Boxen sind
zum Anschluss an Verstärker mit einer Impedanz von 4 bis 8 Ohm ausgelegt. Die
Bestückung setzt sich aus zwei Tiefmitteltöner (90 mm Durchmesser) mit
Polypropylen-Membran und einem 28 mm Hochtöner mit Gewebekalotte zusammen. Die
Lautsprecher sind magnetisch abgeschirmt.
M 450 D:

Der nach dem geschlossenen Prinzip aufgebaute Dipol M 450 D
gehört mit Abmessungen von (BxHxT) 12,5 x 23 x 12 cm zu den kompaktesten
Lautsprechern dieser Bauart, die überhaupt auf dem Markt zu finden sind. Mit
einer Langzeit-Belastbarkeit von 80 und einer kurzzeitigen Belastbarkeit von 140
Watt werden sehr respektable Werte geboten. Die empfohlene
Mindest-Verstärkerleistung beträgt auch hier 20 Watt. Die M 450 D sind für
den Betrieb mit 4 bis 8 Ohm-Verstärkern ausgelegt. Die Bestückung: Pro Seite
ein 90 mm Tiefmitteltöner (mit Polypropylen-Membran) und ein 28 mm Hochtöner (Gewebekalotte).
Auch die Dipole sind magnetisch geschirmt.
M 4500 SW:

Früher waren kompakte aktive Subwoofer oftmals als
leistungsschwache Notlösungen verschrien. Inzwischen hat gerade Teufel dazu
beigetragen, dass auch Bassisten mit zurückhaltenden Abmessungen eine gewaltige
Performance an den Tag legen können. Mit Abmessungen von (BxHxT) 32,5 x 46 x
34,5 cm wird der aktive Basslautsprecher auch noch von vielen um die Wirkung
ihrer Wohnzimmereinrichtung besorgten Ehefrauen toleriert. Der leistungshungrige
Ehemann kann sich dafür über eine Sinusleistung von 300 und eine Musikleistung
von 450 Watt freuen.

Gute Anschlussbestückung auf der Rückseite des M 4500 SW
Der aktive Subwoofer arbeitet im Sinne eines guten
Wirkungsgerades nach dem Bassreflexprinzip und bietet ebenfalls ein magnetisch
abgeschirmtes Gehäuse. Eine Fernbedienung wird leider nicht mitgeliefert.
Dafür ist der Phasenregler stufenlos einstellbar. Eine Ein-/Ausschaltautomatik
, ein Lautstärkeregler und ein stufenloser Regler für die Übernahmefrequenz
sind auch vorhanden. Ebenfalls stehen Hoch- und Niederpegel- Ein- und Ausgänge
zur Verfügung.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Testequipment
Klang
Generelle Eindrücke:
Das System 4 überrascht akustisch mit seinem geschliffenen,
erwachsenen Klang. Gerade musikalisches Material wird von preiswerteren und
gleichzeitig kompakten Lautsprecher-Sets oft nur unvollkommen wiedergegeben -
damit ist nicht gemeint, dass sich derartige Ensembles schon "nach dem
ersten Hinhören" als Nichtskönner "outen". Wer kurz in ein
Sub-/Sat-Set der unteren Mittelklasse hineinhört, wird sich in vielen Fällen
denken, dass eine erstaunliche räumliche Wirkung und ein dank immer
leistungsfähigerer aktiver Subwoofer druckvoller Bass zur Verfügung steht.
Doch wenn man genauer lauscht, tun sich viele klangliche Defizite auf: So sind
die Übergänge zwischen Subwoofer und Satelliten akustisch grob, so dass
fehlende Klanganteile gleich auffallen. Des Weiteren fehlt es an Feinzeichnung
im Hochtonbereich, so dass nur eine unvollkommene, platt wirkende Wiedergabe
ermöglicht wird. Und wenn die Pegel wirklich immens werden, hissen die meisten
aktiven Woofer doch rasch die weiße Fahne und kapitulieren.
All diese unschönen klanglichen Erscheinungen sind dem System 4
fremd. Zunächst sticht die sehr harmonische und zugleich nachdrückliche
Front-Klangkulisse heraus. Wer, wie es auch von Teufel vorgesehen ist, die drei
identischen Boxen in gleicher Höhe und in möglichst gleichem Abstand
voneinander installiert, erlebt einen in sich geschlossenen, homogenen Sound,
den man von einem so preiswerten Set-Up in dieser Güte nicht erwartet
hätte.
Unsere Eindrücke im Detail:

Die M 450 FCR beeindruckten uns im Stereobetrieb durch ihren
dynamischen und präzisen Sound
Im Stereo-Betrieb waren die kompakten M 450 FCR für ein
ungläubiges Augenreiben beim Tester zuständig: So klar und deutlich kam
Herbert Grönemeyers Stimme bei "Was soll das" zum Ausdruck. Die
virtuelle Bühne, die die beiden kleinen Lautsprecher zusammen mit dem M 4500 SW
aufbauen, überzeugt durch Klarheit und Glaubhaftigkeit. Grönemeyers Stimme und
die instrumentale Begleitung weichen auch bei beträchtlichem Pegel nicht auf
und sichert so echtes Hörvergnügen. Der sauber strukturierte und erstaunlich
fein klingende Hochtonbereich weckt ebenfalls Freude beim Auditorium. Auch bei
Peter Tschaikowskys "1812 Ouvertüre" sind die Leistungen des Systems
4 hervorragend: Das Zusammenspiel zwischen den M 450 FCR und dem M 4500 SW
funktioniert erstklassig, so dass der Eindruck einer harmonisch-geschlossenen
Front-Klangkulisse entsteht. Die verschiedenen Dynamik-Ebenen der
abwechslungsreichen Ouvertüre verknüpft das System 4 gekonnt zu einem
akustischen Gesamterlebnis. Für Liebhaber italienischer Disco.-Musik mit
Eurodance-Einschlag ist das Teufel-Set auch eine hochexplosive 2.1-Offerte: Bei
"Touch me" von Prezioso & Marvin ist die massive und gleichzeitig
schnelle Basswiedergabe ebenso hervorzuheben wie die gelungene Trennung von
Stimmen und Instrumenten. Ganz gleich, bei welchem Musikstil - das Volumen,
welches vom System 4 geboten wird, übertrifft auch hohe Erwartungen klar. So in
sich schlüssig und so homogen agierend, ist das System 4 für den
Schmalspur-Preis von 575 EUR für ein 2.1-Set auch für Stereo-Fans
hochinteressant.

Der M 4500 SW bietet in jeder Betriebsart viel Kraft und einen
erstaunlichen Tiefgang
Richtige Begeisterung weckte das System 4 auch bei der
Wiedergabe von Filmton. Zunächst bei der DVD des Films "Sahara": Die
akustisch beeindruckende Schlacht gleich zu Beginn des Actionfilms wurde mit
hoher atmosphärischer Dichte zum Zuhörer transportiert. Sehr gut gefiel uns,
dass auch während druckvoller Explosionen und weiteren Geräuschen im
Hintergrund noch die Stimmen der Protagonisten klar verständlich waren.
Allerdings begeht das System 4 nicht den Fehler und rückt die vokale Wiedergabe
zu stark in den Vordergrund - dann würde die akustische Balance aus dem
Gleichgewicht geraten. Vielmehr merkt der Zuhörer, mit welchem Willen sich die
Sprechenden durchsetzen müssen, um vokal in diesem lauten Umfeld präsent zu
sein. Bei der Darstellung der Explosionen selber stellt der M 4500 SW seine
Qualitäten klar heraus. Für einen so kompakten aktiven Bassisten ist der
Tiefgang im höchsten Maße beeindruckend. Er schneidet nicht den wirklichen
Tiefbassbereich ab, sondern stellt bis ca. 35 Hz hinunter sauber dar, so dass
wirklich nur der subtile tieffrequente Teil bei der Wiedergabe abgeschnitten
wird. Diesen können erst Subwoofer entsprechend wiedergeben, die ein deutlich
größeres Gehäusevolumen aufweisen. Bei allen Filmsequenzen fällt die sehr
homogene Front-Klangkulisse auf. Die kompakten M 450 FCR schaffen eine
vielschichtige Klangwelt, die überraschend detailreich ist. Die
Feinmodellierung des Systems 4 fällt daher auch nicht schlechter aus als beim System 5.
Erst das System 6 holt gerade im
hochfrequenten Bereich noch mehr Einzelheiten, auch subtiler Natur, ans
Tageslicht. Insgesamt fällt sowieso auf, dass das System 4 erstaunlich
geschliffen agiert - es hält sich bezüglich der gesamten Durchschlagskraft
etwas zurück im Vergleich zum System 5,
schafft aber in ruhigen Szenen sehr viel Atmosphäre. Bei der Feinarbeit
gefällt uns das System daher sogar etwas besser als das System 5.
Damit diese Bemerkungen richtig verstanden werden: Schon das System 5
detailliert für die Preisklasse überraschend gut, und das System 4 bietet eine
sehr nachdrückliche Effektdarstellung. Möchte man aber Unterschiede zwischen
beiden Teufel-Offerten ausmachen, so bietet das System 4 eine noch etwas
intensivere Feinarbeit, während das System 5
nochmals massiver zupacken kann. Dies ist nicht nur Verdienst des bärenstarken
M 5500 SW, sondern auch der nochmals eindrucksvoller antretenden
Frontlautsprecher und Rear-Dipole.

Die kleinen M 450 D Dipole schaffen viel Atmosphäre im
Rear-Bereich
Sehr schön holt das System 4 bei der DTS-HD Master
Audio-Tonspur auf der Blu-ray "Im Fadenkreuz" verschiedene akustische
Einzelheiten heraus: Die Stimmen der beiden Nato-Befehlshaber, die sich gleich
zu Beginn des Films auf einem Flugzeugträger treffen, sind bezüglich ihrer
vokalen Charakteristika ausgezeichnet dargestellt. Es ist für uns trotz
jahrelanger Testerfahrung eine große Überraschung, wie souverän der als
Center eingesetzte M 450 FCR mit Stimmen und Effekten, die vorn aus der Mitte
kommen, umgeht. Alles wird mit überzeugender Dynamik und einem ordentlichen
Volumen wiedergegeben. Sehr gut passt auch der Übergang von den M 450 FCR auf
den M 4500 SW (Übernahmefrequenz 100 Hz). Der aktive Subwoofer ist nicht zu
orten, gleichzeitig aber fällt die Wiedergabe auch nicht in ein unschönes
Klangloch. Die Szene, in welcher der Überwachungs-Jäger von einer feindlichen
Boden-Luft-Rakete gejagt wird, bringt das Theater 4 mit besonderer
Ausdruckskraft zur Geltung. Ganz gleich, ob es um die Geräusche im Cockpit des
Flugzeugs, die Stimmwiedergabe bei den aufgeregten Gesprächen zwischen Pilot
und Copilot oder um die mit lauten Fauchen nach ihrem Ziel suchende Rakete - das
umfassende, nachdrückliche Klangpanorama wird sehr gut herausgearbeitet. Auch
die Tonspur der Blu-ray "Windtalkers", ebenfalls in DTS-HD Master
Audio vorliegend, wird sehr naturgetreu wiedergegeben. Das System 4 ist
keinesfalls nur für eine effektive Wiedergabe actiongeladener Sequenzen der
richtige Partner - auch Szenen, die nur von Stimmen und kleinen Details
beherrscht werden, kommen lebendig zur Geltung. Dabei ist sehr bemerkenswert,
welch feine Surround-Atmosphäre die kleinen Dipole erzeugen können. In den
erbarmungslosen Schlachten während des 2. Weltkriegs kann der sehr kraftvolle M
4500 SW seine Fähigkeiten wieder unter Beweis stellen - vergleich man hier mit
einem KEF KHT-3005, welches einen
gewiss nicht schwächlichen aktiven Subwoofer mit im Paket führt, so wird
offensichtlich, dass die Teufel-Ingenieure wiederum eines drauf gesetzt haben:
Der M 4500 SW bietet noch mehr Kraft, dabei bleibt er aber auch gleichzeitig
noch präziser und schwingt nicht nach. Auch ältere Teufel-Woofer ziehen klar
den Kürzeren: Ein M 3100 SW hat kaum noch
eine Chance gegen den modernen Verwandten. Noch mehr Kraft im Kompaktformat,
allerdings dann auch zu einem (damals) sehr viel höheren Einstandspreis (999
EUR im Jahre 2004) bietet nur noch der Quadral Power Cube Sub 500:
Er erzielt selbst im über 45 Quadratmeter messenden Hörraum noch sehr viel
Druck bei gleichzeitig beachtlicher Genauigkeit.
Kommen wir zur Güte des Systems 4 bei mehrkanaliger
Musikwiedergabe: Bei "BT - Dynamic Symmetry", vorliegend in DTS-HD
Master Audio, war die ausgezeichnete Detaillierung höchst überraschend.
Natürlich darf man die Preisklasse nicht aus den Augen verlieren - dass
Lautsprechersysteme der 2.000 EUR-Liga noch weitaus mehr Details ans Tageslicht
holen, dürfte niemanden ernsthaft überraschen. Aber das System 4 konkurriert
locker mit Offerten der 1.200 bis 1.300 EUR-Klasse, so fein geht es auch im
Hochtonbereich an die Arbeit. Der langsame Aufbau des Stücks wird so zu einem
echten, räumlich intensiven Hörerlebnis. Bei Alice Coopers "School's
out" (DTS 5.1) geht das Teufel-Ensemble mit Verve voran: Coopers Stimme
wird druckvoll wiedergegeben, zudem wird sie sauber von den E-Gitarren getrennt.
Der entstehende Raumeindruck ist im höchsten Maße überzeugend, denn die
Front-/Surround-Balance ist sehr ausgewogen. Der aktive Subwoofer punktet erneut
durch seinen klanglich hervorragenden, direkten Anschluss an die Satelliten, so
dass eine komplette, beinahe lückenlose Soundkulisse entsteht.
Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet -
hervorragend.
Fazit

Teufel baut die System-Produktreihe konsequent nach unten aus
und offeriert mit dem System 4 ein gleichermaßen kompaktes wie elegantes und
leistungsstarkes System. Der in sich geschlossene, sehr dynamische und
gleichzeitig feinfühlige Klang
ist für die Preisklasse höchst ungewöhnlich. Das System 4 bietet obendrein
noch eine überraschend gute Detaillierung im Hochtonbereich. Stimmen werden
klar und verständlich übertragen. Der sehr leistungsfähige aktive Subwoofer
fügt sich harmonisch ein und beeindruckt mit hohen Reserven auch bei großen
Effektsalven. Gleichzeitig gibt er sich auch kultiviert genug, um mit
musikalischem Material der etwas anspruchsvolleren Art problemlos zurecht zu
kommen. Die beiden sehr kompakten Dipole schaffen eine lebendige und dichte
Surround-Klangkulisse. Optisch ist Teufels Neuzugang so attraktiv, dass er sich
auch im modern und schick eingerichteten Wohnzimmer hervorragend macht - die
kleinen Lautsprecher stören nicht, und wer sie doch entdeckt, wird sich an der
angenehmen Optik freuen. Teufel sollte nur noch mehr Farbvarianten anbieten,
hier würde sich eine hochglanzweiße und eine hochglanzschwarze Ausführung
anbieten. Die Verarbeitung ist für den Kaufpreis ohne Fehl und Tadel, nur, wer
genau hinschaut, wird feststellen, dass auch Teufel nicht zaubern kann.
Bilanzierend ist das System 4 eine echte Bereicherung für das Teufel-Portfolio,
es dürfte kaum, ganz gleich, von welchem Anbieter, ein ähnlich kompaktes und
preisgünstiges 5.1-Set mit einem so geschliffenen Sound geben.
Das System 4 kombiniert außergewöhnliche akustische
Leistungsfreude mit eleganter Optik und sehr kompakten Abmessungen - zum
üblichen Teufel Discount-Tarif

Preisklassen-Referenz 5.1-Lautsprecherset untere Mittelklasse
Test 11. März 2008
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Überraschend feinfühlige Wiedergabe
+ Sehr klare Trennung von Stimmen und Instrumenten
+ Atmosphärisch dichter Rearbereich
+ Hervorragende Pegelfestigkeit
+ Aktiver Subwoofer mit erstaunlichem Tiefgang
+ Sehr gute Leistungen im Stereo-Betrieb
- Wenig Farbauswahl
- Keine Fernbedienung für den Subwoofer im Lieferumfang
Test: Carsten Rampacher
11. März 2008
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