TEST: Sony Blu-ray-Player BDP-S500 (1/2)
18.04.2008 Autor: Carsten Rampacher
Einführung
Mit Marktpreisen um die 500 EUR gehört Sonys Blu-ray-Player
BDP-S500 zu den exklusiveren Modellen auf dem Markt - dies macht das
gleichermaßen hochwertig wie elegant auftretende Modell auch optisch deutlich.
Technisch beweist der Sony Aktualität - obwohl er bereits einige Zeit auf dem
deutschen Markt erhältlich ist, bringt er viele relevante Leistungsmerkmale
mit. So ist die Bildsignalausgabe selbstverständlich in 1.080p/24 Hz möglich,
über die HDMI 1.3-Schnittstelle können zudem Dolby TrueHD und DTS-HD High
Resolution Audio ausgegeben werden. Leider fehlt der Support für DTS-HD Master
Audio, bei diesem HD-Tonformat gibt der Sony nur den DTS Core-Bistream weiter.
Dafür ist ein kleiner Video-EQ inklusive 3 Speicherplätzen mit an Bord. Mittels der Bravia Theatre Sync-Funktion kann der noble
Player mit Sony Bravia Komponenten - z.B. einem hochwertigen Full HD LCD -
kommunizieren. Was der Blu-ray-Player im harten Praxiseinsatz leistet, haben wir
genau überprüft.
Verarbeitung
Display mit ansprechender Auflösung
Tadellose Gerätestandfüße
Gerundete Gehäuseecken hinten
Saubere Detailverarbeitung
Bereits das im Vergleich zur Konkurrenz hohe Gewicht und die
recht üppigen Gehäuseabmessungen nehmen für den Sony ein - er wirkt nicht wie
Mittelklasse-Player ohne verarbeitungstechnische Highlights, sondern wie ein
echtes, nobel verarbeitetes Oberklassemodell. Dieser Eindruck wird von der
eleganten Gerätefront weiter unterfüttert. Das sehr schön auflösende
Punktmatrixdisplay ist das mit Abstand beste, was wir bislang an einem Blu-ray-
oder HD DVD-Spieler gesehen haben. Ein richtiges kleines Schauspiel ist das
Ausfahren der Blu-ray-/DVD-Lade: Zunächst gleitet präzise die gesamte
Frontblende nach unten, anschließend fährt sich die Lade aus. Das Ganze
geschieht relativ leise und schnell, was den Eindruck eines durchdacht konstruierten
Hightech-Gerätes unterstützt. Die Lade selber könnte durchaus noch etwas
aufwändiger gelagert sein, sie wirkt etwas einfach und hat relativ viel Spiel
nach oben und unten. Ist die Frontblende nach unten gefahren, gibt sie neben der
Lade auch einige Bedienelemente auf der Vorderseite frei. Diese kleinen Knöpfe
weisen einen etwas harten, aber klaren Druckpunkt auf und sind sauber
integriert. Die gesamte Gerätefront ist aus seitlicher Sicht sehr akkurat
verarbeitet, die Spaltmaße sind sehr klein und weisen praktisch keine
erkennbaren Toleranzen auf. Die Oberflächenqualität ist hervorragend, das
Material ist ebenmäßig und haptisch sehr angenehm. Die Rückseite des BDP-S500 weist eine exzellente
Verarbeitungsqualität auf. Die Cinchbuchsen sind vergoldet und sitzen sehr
fest. Die für den koaxialen Digitalausgang verwendete Buchse besticht durch
besondere Hochwertigkeit und hebt sich von den anderen Cinchbuchsen optisch ab.
Der HDMI-Eingang ist sauber eingepasst. Die Aufteilung der Rückseite
hinterlässt einen aufgeräumten Eindruck. Sehr gut gefallen uns die
akkurat abgerundeten Gehäuseecken auf der Rückseite, die ein potentielles
Verletzungsrisiko bei der Aufstellung des Gerätes eliminieren. Der Sony bringt
kein fest installiertes Netzkabel mit, sondern weist eine Buchse für ein
Euro-Netzkabel auf. Im Gegensatz zu vielen Kontrahenten bringt der Sony richtige
Gerätestandfüße mit, die einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Anstatt in
silber sind sie in hochglänzendem Schwarz gehalten und bestehen aus Kunststoff,
der aber qualitativ überzeugend erscheint. Die Geräteunterseite ist sehr gut
verarbeitet.
Der Player von Innen
Das Laufwerk
Laufwerkseinheit im Detail
Motor der nach unten öffnenden Frontblende
Netzteilsektion
Platinenlayout
Verbindung zwischen den Platinen
Öffnet man den BDP-S500 - dies raten wir dem normalen Kunden
nicht, denn bei jeder Firma erlischt dann der Garantieanspruch - so fällt
zunächst auf, dass der Gehäusedeckel von durchschnittlicher Qualität ist. Der
Blick aufs Innenleben wird dann sehr erfreulich. Die eingebaute, gekapselte
Laufwerkseinheit hinterlässt einen sehr gediegenen Eindruck. Das Netzteil ist,
ähnlich wie auch beim Sharp BD-HP20, relativ aufwändig geraten. Der Sony
verfügt über ein sehr sauberes Platinenlayout und eine tadellose, aus nur
wenigen Führungen bestehende Verkabelung. Die Platinen sind sehr solide mit dem
Geräteunterboden verschraubt. Auch der BDP-S500 hat für die aktive Kühlung
einen Lüfter an der Gehäuserückseite verbaut.
Fernbedienung
Die mitgelieferte Fernbedienung hinterlässt einen hochwertigen
Gesamteindruck. Durch die geriffelte Unterseite liegt sie sicher in der Hand.
Optisches Highlight des schlanken IR-Controllers ist die mit blauem Acylglas
überzogene, haptisch überzeugende Navigationseinheit. Der Batteriefachdeckel
lässt sich ohne langwierige Versuche öffnen und schließt sicher sowie
fest.
Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Hervorragend
- perfekt.
Anschlüsse
Alle relevanten Anschlüsse sind vorhanden
HDMI 1.3-Ausgang
koaxialer und optischer Digitalausgang
Audio-Analogsektion
- 1 x HDMI 1.3a
- 1 x YUV
- 1 x S-Video
- 1 x Composite Video
- 1 x Digital Out (optisch)
- 1 x Digital Out (koaxial)
- 1 x 5.1 (analog)
- 1 x Stereo (analog)
- Eurostecker-Netzkabelbuchse
Der Sony BDP-S500 verfügt über alle momentan relevanten
Verbindungsmöglichkeiten. Natürlich sind sowohl ein optischer als auch ein
koaxialer Digitalausgang vorhanden. Es gibt einen 5.1-Analogausgang und einen
dedizierten 5.1-Audio-Analogausgang.
Gesamtnote: Ausgezeichnet.
Installation/Menüs
Video-Einstellungen
Audioausgangs-Konfiguration (digital)
Analoge Audioausgabe entweder in 2 oder in 5.1 Kanälen
Internes LS-Setup
Optionsmenü
Nach Drücken der links oben im Kreis der Navigationseinheit
angeordneten "System Setup"-Taste gelangt man ins Grundmenü. Um das
Gerät einzustellen, wählt man im Basismenü mit schwarzem Hintergrund die
Option "Konfiguration". Dann landet man im entsprechenden Submenü,
das die folgenden Justagemöglichkeiten bietet:
-
Videokonfiguration: TV-Format (4:3/16:9), 4:3 Videoausgabe
(normal/Vollbild), DVD Bildformat (Letterbox/Pan&Scan), YCbCr/RGBPC
(Betrifft HDMI-Signalformat, wählbar sind als normaler CE-Standard Y/Cb/Cr
oder aber RGB/16-235 bzw. RGB/0-255), 24p-Ausgabe (ein/aus, sollte bei
24p-kompatiblen Display auf "on" stehen)
-
Audiokonfiguration: Dolby Digital-Ausgang (Dolby Digital/Downmix
PCM), DTS-Ausgang (DTS/Downmix PCM), DTS Downmix (Stereoi, L/R),
Audio-HDMI-Ausgabe (Automatisch/PCM)
-
Sprache (Sprachwahl Bildschirmanzeige, Ton, Untertitel, BD-/DVD-Menü,
Untertitelanzeige an/aus)
-
Kindersicherung (Passworteingabe, DVD-Kindersicherung,
BD-Kindersicherung)
-
Lautsprecher (anzuwählen ist 2-Kanal- oder
5.1-Kanal-Signalausgabe analog. Bei 5.1-Ausgabe über den entsprechenden
Cinch-Mehrkanalausgang sind folgende Einstellmöglichkeiten vorhanden:
Center ja/nein, Surround L/R ja/nein, L/R groß/klein. Für Center und
Surrounds ist keine Größe wählbar. Damit sind die Justagemöglichkeiten
des internen LS-Setups bereits erschöpft - etwas dürftig)
-
Optionen: On Screen Display ein/aus, Ausschaltautomatik
ein/aus, Schnellkonfiguration, HDMI-Steuerung ein/aus, Hybrid-Disc
Wiedergabeschicht BD/DVD/CD (legt die bei Hybrid-Discs wiederzugebende
Schicht fest)
Schnellkonfiguration:
-
Festlegung der Sprache
-
Videoausgabeformat (automatisch, 576i/480i, 576p/480p, 720p,
1.080i, 1.080p, Direktwiedergabe)
Video-EQ:
-
Vorprogrammierte Bildfelder: Heller Raum (bei stärkerem
externen Lichteinfall), Kinosaal (fürs Heimkino und somit für dunkle
Lokalitäten), Standard, 3 belegbare Speicherplätze
-
Bildparameter zum selbereinstellen: Weißanhebung
(MINIMAL/MITTLERER WERT/MAXIMAL), Schwarzanhebung ((MINIMAL/MITTLERER
WERT/MAXIMAL), Farbton (GRÜN/MITTELWERT/ROT), Farbpegel (MINIMAL/MITTLERER
WERT/MAXIMAL). Der kleine Video-EQ ist für die DVD- und die BD-Wiedergabe
aktiv.
Ingesamt bieten die Menüs eine hohe Übersichtlichkeit und
viele praxisgerechte Einstellparameter. Zu loben ist, dass zumindest ein kleiner
Video-EQ mitgeliefert wird. Was wir vermissen, ist ein weitergehendes
Lautsprecher-Setup-Einstelloptionen bei Verwendung des internen Decoders.
Gesamtnote: Sehr gut - ausgezeichnet.
Laufwerk/Geräuschentwicklung
Zur Geräuschentwicklung muss gesagt werden, dass leider auch der BDP-S500
einen Ventilator besitzt. Dieser läuft permanent. Das Laufgeräusch ist zwar
sehr gleichmäßig und ohne sägende oder schabende Einstreuungen, stört aber
in leisen Musik- oder Filmpassagen auch dann, wenn man ca. 3 Meter vom Player
entfernt sitzt.
Einlesezeiten (Gerät befindet sich im eingeschalteten Zustand):
- BD Fluch der Karibik 3: 50 Sekunden bis zum ersten Menü-Bild
- BD Fluch der Karibik 1: 65 Sekunden bis zum ersten Menü-Bild
- BD Stirb Langsam 4.0: 42 Sekunden bis zum 1. Fox-Logo
- DVD Master&Commander: 23 Sekunden bis zur Trailershow
- DVD Star Wars Episode IV: 32 Sekunden bis zum "Warning" Hinweis
Das Laufwerk emittiert zwar während des Einlesevorgangs Arbeitsgeräusche,
diese fallen jedoch noch unter die Rubrik "tolerabel". Während des
Betriebs agiert die Laufwerkseinheit sehr leise. Der Player lief während des
gesamten Testbetriebs sehr zuverlässig und stürzte nur einmal ab (BD "Im
Fadenkreuz" beim Einlesevorgang). Das Kapitelspringen funktioniert
zuverlässig, aber etwas träge.
Gesamtnote: Gut.
Bedienung
Basis-Systemmenü
Knackig zu bedienendes Navigationskreuz
Die Bedienung des BDP-S500 geht leicht von der Hand. Die schicke , nicht
beleuchtete Fernbedienung muss zur gelungenen Kontaktaufnahme zwar recht genau
auf den Player ausgerichtet werden, anspnsten aber macht der Umfang mit ihr
Spaß. Die Navigationseinheit reagiert sehr schnell - daran sollte sich der
Anwender kurz gewöhnen. Die Anordnung der einzelnen Funktionselemente auf der
Fernbedienung ist sehr übersichtlich, die Navigationseinheit ist sehr gut
platziert. Das scharf und kontrastreich darstellende Gerätedisplay ist sehr gut
ablesbar, auch aus größerer Distanz ergeben sich keine Schwierigkeiten. Die
Laufwerkslade reagiert relativ zügig auf das Drücken der "Open"-Taste.
Die wenigen Bedienelemente am BDP-S500 selber sind einfach zu handhaben. Die
optisch zeitgemäßen Menüs erlauben eine schnelle Konfiguration.
Gesamtnote Bedienung: Ausgezeichnet - hervorragend
Weiter zu Seite 2
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|