TEST: Blu-ray-Player Samsung BD-P1500 - Hochglanz-Noblesse gepaart mit audiovisuellem Können?
13.08.2008 (cr)

Einführung
Der Samsung BD-P1400 war bei
seiner Markteinführung 2007 ein hervorragender Blu-ray-Player, dessen einzige
wirkliche Schwäche im zu lauten und zu trägen Laufwerk lag. Mittlerweile ist
der Player auch visuell nicht mehr auf Augenhöhe mit den deutlich neueren
Entwicklungen anderer Hersteller, daher gibt es bereits seit einigen Wochen den
BD-P1500, der zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 449 EUR angeboten
wird. Das in Hochglanz-Schwarz gehaltene Gerät gibt selbstverständlich
1.080p/24 Hz-Bildsignale über die HDMI 1.3-Schnittstelle aus, ebenso wie DTS-HD
Master Audio und Dolby TrueHD als Bitstream. Der Player unterstützt das
Blu-ray-Disc-Profil 1.1 und ist nach einem entsprechenden Update auch BD
Live-fähig. Was Samsungs moderner BD-Spieler im Praxisbetrieb leistet, steht im
folgenden Testbericht.
Verarbeitung

Schlichtes und schnörkelloses Design

Einfacher Gehäusedeckel, die Ecken sind aber sorgfältig
gefalzt

Kaum erkennbare Spaltmaße

Ansprechendes Display

Übersichtliches Innenleben - viele Platinen und sonstige
Baugruppen finden sich bei der immer weiter voranschreitenden Bauteilintegration
nicht mehr

Netzteilsektion

Eine Platine für alles

Wenig Platinen heißt auch: Es ist nur ein Minimalbedarf
hinsichtlich der Verkablung vorhanden

Kabel zum Laufwerk hin
Der BD-P1500 gefällt durch sein zeitlos-schlichtes Design in
hochglanz-schwarzer Farbgebung. Die Gehäuseverarbeitung ist nicht aufwändig,
aber sehr sauber. Als Beispiel dient die Frontplatte, die nahezu perfekt
eingepasst ist. Die Rückseite des BD-P1500 birgt ebenfalls keine negativen
Überraschungen. So ist der Gehäusedeckel akkurat bezüglich der
Kantenverarbeitung, dadurch ist bei der Aufstellung des BD-Spielers kein
Verletzungsrisiko vorhanden. Das Anschlussfeld entspricht dem gängigen
Standard, besonders aufwändige Cinchbuchsen oder Ähnliches darf nicht erwartet
werden. Das Display des BD-P1500 sieht ansprechend aus, bietet aber nicht die
volle Punktmatrixdarstellung. Nach dem Aufdrehen weniger Schrauben kann man
einen Blick ins Geräteinnenleben werfen. Dabei fällt auf, wie weit die
Baugruppenintegration mittlerweile vorangeschritten ist, es finden sich noch
genau 2 Platinen im Inneren, eine für die komplette Signalverarbeitung und die
Laufwerkssteuerung und eine fürs Netzteil. Somit ist auch der
Verkabelungsaufwand gering. Die mitgelieferte Fernbedienung entspricht der des
Vorgängermodells. Leider verfügt der BD-P1500 noch nicht über die exzellente
Samsung-Neuentwicklung, die beispielsweise dem Full-HD-LCD LE37A659A
beiliegt. Gesamtnote Verarbeitung unter Berücksichtigung der Preisklasse: Sehr
gut - ausgezeichnet.
Anschlüsse

Anschlussfeld unseres Players
Die Anschlussübersicht:
-
Netzwerk (nur für Firmware-Updates über Internet)
-
USB (Mass Storage kann nur dann genutzt werden, wenn ein
Firmware-Update aufgespielt wird)
-
Optischer Digitalausgang (Kein koaxialer Digitalausgang)
-
Komponentenausgang
-
Stereo-Cinch-Audioausgang
-
FBAS Video-Cinchausgang (kein S-Video)
Anschlussseitig steht nur das Nötigste bereit. Einen internen
Decoder für die Decodierung von HD-Tonformaten und/oder herkömmlichen
Heimkinoformaten bringt der Samsung nicht mit, daher gibt es auch keinen
5.1-Cinch-Externausgang. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Befriedigend.
Konfiguration

Menü "Einstellungen"

Audio-Einstellungen

Video-Einstellungen
Der BD-P1500 ist schnell einsatzbereit. Über den Grundmenüpunkt
"Einstellungen" kommt man ins entsprechende Menü, in dem alle
relevanten Justagen durchgeführt werden. Unter "Sprachen-Einstellung"
finden sich die Optionen Audio, Untertitel, Disc-Menü und Menü, die
Audio-Einstellungen beinhalten die Ausgabeformate, die über den Digitalausgang
laufen sollen (wahlweise PCM, Bitstream Neu-.Encodierung/für Ausgabe normaler
DTS/DD-Signale über den optischen Digitalausgang und Bitstream audiophil/Ausgabeeinstellung,
wenn auch DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD als Bitstream ausgegeben und vom
angeschlossenen AV-Receiver entsprechend decodiert werden), das PCM-Downsampling
(an, wenn der angeschlossene AV-Receiver keine 96 kHz-Signale entgegen nehmen
kann - dann erfolgt eine Abwärtskonvertierung auf 48 kHz/aus) und die
Dynamik-Kompression (an/aus). Unter den Video-Einstellungen finden sich die
üblichen "Verdächtigen": Das TV-Bildformat (4:3 NOrmal, 4:3
Passend/Wiedergabe von Cinemascope-Filmen auf 4:3-TV ohne schwarze Balken, 16:9
Breit/gibt alles Material in 16:9 aus, 16:9 Normal/gibt 16:9 Filme in 16:9 und
4:3 Filme in 4:3 aus kann eingestellt werden, ebenso wird in diesem Submenü die
Option zur 1.080p/24 Hz-Bildsignalausgabe aktiviert. Die Ausgabe-Auflösung (
1.080p, 1.080i, 720p, 576/480p, 576/480i - der Samsung kann sogar 576/480i
ausgeben, das ist inzwischen selten geworden) wird auch hier festgelegt. Alle
Justagen betreffend Frontdisplay (Automatisch/Das Frontdisplay bleibt während
der Wiedergabe dunkel und wird im Stop-Modus hell, Dunkel/Frontdisplay ist immer
dunkel und Hell/Frontdisplay leuchtet immer) und den Bildschirmmeldungen (ein
oder aus) können ebenfalls im "Video-Einstellungs"-Menü getätigt
werden. Unter den HDMI-Einstellungen findet sich die Möglichkeit zur
Aktivierung von Anynet+ - somit kann mit nur einer Fernbedienung gemäß dem
HDMI CEC-Protokoll eine ganze Samsung AV-Anlage gesteuert werden. Der Unterpunkt
"HDMI Formatieren" kann zwischen dem Anschluss des BD-P1500 an einen
TV oder an einen Monitor gewählt werden. Der Samsung BD-Player verfügt auch
über einen Netzwerkanschluss, der zur Verbindung mit dem Samsung-Server gedacht
ist, auf dem sich wichtige Firmware-Updates befinden. Daher gibt es ein
dazugehöriges Netzwerk-Menü, in dem die notwenigen Einstellungen getroffen
werden können. Es kann DHCP aktiviert oder deaktiviert werden, ist es
aktiviert, werden IP-Adresse, Subnet-Maske und Gateway wie üblich automatisch
erkannt, eine manuelle Zuweisung ist nur dann möglich, wenn DHCP deaktiviert
wurde. Ebenfalls sind verschiedene Proxs-Einstellungen verfügbar (wenn ein
Proxyserver zum Einsatz kommt, sind Server, Port, Benutzer und Passwort als
Eingabe-Optionen verfügbar). Was dem BD-P1500 genauso wie seinem Vorgänger
fehlt, ist ein Video-EQ. Bilanz: Alle elementaren Dinge sind problemlos
einstellbar. Über den normalen Ausstattungsumfang hinaus gehende Details sucht
man vergeblich. Gesamtnote: Gut - sehr gut.
Laufwerk (Abspielbare Formate, Einlesezeiten)

Im Vergleich zum Vorgänger schnelleres und leiseres Laufwerk
Der BD-P1500 nimmt folgende Formate und Disc-Typen entgegen:
- BD-ROM
- BD-RE/BD-R
- DVD-Video
- Audio-CD
- CD-R/RW. Samsung empfiehlt die Verwendung von 700 MB-Rohlingen
- DVD-R
- DVD-RW
- AVCHD
Der BD-P1500 nimmt folgende Formate und Disc-Typen nicht entgegen:
- HD DVD
- DVD-ROM
- DVD+RW
- DVD-RAM
- CVD
- DVD+R
- CDV
- CD-I
- Bei CDGs nur Tonwiedergabe
- CD-RWs und DVD-R/RWs mit divx, avi, mpg, mov, wma, jpeg oder mp3 Dateien
können nicht wiedergegeben werden.
Fazit: Keine überragende Leistung. Dass weder jpeg, noch mp3 oder
wma-Dasteien eingelesen werden können, macht das Gerät für
Multimedia-Liebhaber wenig interessant.
Einlesezeiten:
- Blu-ray Fluch der Karibik: 30 Sekunden bis zum ersten Menü
- Blu-ray Stirb Langsam 4.0: 45 Sekunden bis zum Fox-Logo
- Blu-ray Casino Royale: 40 Sekunden bis zum Sony-Logo
- DVD Star Wars Episode IV: 25 Sekunden bis zur "Warning"
Angabe
- DVD Star Wars Episode III: 25 Sekunden bis zur "Warning" Angabe
- DVD Sahara: 20ß Sekunden
Vergleichswerte Panasonic DMP-BD50:
- Casino Royale Blu-ray: 36 Sekunden bis zum Erscheinen des Sony Logos
- Fluch der Karibik Blu-ray: 45 Sekunden bis zum Erscheinen des 1. Menüs
- Stirb Langsam 4.0 Blu-ray: 45 Sekunden bis zum ersten Bild
- Star Episode 3 DVD: 20 Sekunden (bis zur "Warning"-Angabe)
- Star Wars Episode 4 DVD: 22 Sekunden (bis zur "Warning"-Angabe)
- Sahara DVD: 18 Sekunden
Der Samsung BD-P1500 liest deutlich schneller ein als der Vorgänger und
bewegt sich, wie auch der Zeitenvergleich zeigt, etwa auf dem Level des
Panasonic DMP-BD50. Gesamtnote: Befriedigend - gut.
Geräuschentwicklung Laufwerk/Gesamtgerät
Das Laufwerk des BD-P1500 macht beim Einlesen von Blu-rays oder
DVDs hörbare Geräusche, die aber deutlich niedriger ausfallen als beim
Vorgänger BD-P1400. Nach dem - wie wir eben gesehen haben, deutlich schnelleren
- Einlesevorgang fällt die Geräuschentwicklung im Spielbetrieb gering aus.
Hervorragend ist, dass der BD-P1500 keinen internen Lüfter mitbringt, somit
fallen die Geräuschemissionen beim Betrieb sehr gering aus. Gesamtnote:
Ausgezeichnet.
Bedienung

Nur wenig Bedienelemente, gut ablesbares Display

Kombi-Bedienelement für wichtige Grundeinstellungen

Hinlänglich bekannte Samsung-Fernbedienung
Die mitgelieferte Fernbedienung ist mit den Vorgängermodellen,
die dem BD-P1000 und dem BD-P1400 beilagen, weitgehend identisch. Der
Bedienkomfort ist etwas eingeschränkt, da der IR-Controller zwar übersichtlich
gehalten ist, der leicht schwammige Tastendruckpunkt und die nicht allzu große
Reichweite fallen allerdings etwas negativ auf. Das Gerätedisplay löst gut auf
und lässt sich aus normalen Distanzen ordentlich abzulesen. Die Menüs sind
optisch schlicht gehalten, geben aber wenig Rätsel auf. Am Gerät selber steht
eine zusammen gefasste Bedieneinheit für verschiedene Grundfunktionen zur
Verfügung, die einfach im Handling ist. Gesamtnote Bedienung in Relation zur
Preisklasse: Gut - sehr gut.
Testequipment
Bildqualität Blu-ray-Disc, Signalausgabe 1.080p/24 Hz
- Fluch der Karibik 1: Filmbeginn ab Laufzeit 00:20, das Segelschiff taucht
aus dem Neble auf. Der Nebel erscheint absolut plastisch, einzelne
Nebelschwaden sind klar erkennbar. Bei Laufzeit 00:28 ist das kleine
Mädchen auf dem Deck des Segelschiffs klar und deutlich erkennbar - die
Gesichtszüge erscheinen wirklichkeitsnah. Das Wappen am Bug des Schiffs
erscheint sehr detailreich und scharf. Das Zoomen des Bildes auf das
Mädchen zu geschieht gleichmäßig und ruckelfrei, dies beweist, dass der
BD-P1500 ein stabiles 1.080p/24 Hz-Bild ausgibt. Die Struktur der Segel ist
sehr präzise, man sieht deutlich alle Gebrauchsspuren und den Schmutz in
den plastisch hervortretenden Falten. Man sieht die Maserung des Holzes von
der Brüstung - die unsauberen Lackierarbeiten am Holz werden vom Samsung
hervorragend erfasst. Die Farbgebung erscheint natürlicher als beim
Vorgänger, der BD-P1500 gibt alle Farben neutral und authentisch wieder. Im
2. Kapitel ab Laufzeit 8:50 tritt der stahlblaue Himmel sehr farbecht in
Erscheinung, die weißen Wolken heben sich in sauber getrennter Ebene vom
Himmel ab. Der majestätisch in den Himmel ragende Felsen vor Port
Royal erscheint mit fein gezeichneter Struktur. Das davor vorbeifahrende
Segelschiff ist in allen Einzelheiten scharf zu erkennen - sogar die
Kanonenluke und die am Heck wehende Fahne ist deutlich als die Flagge
Großbritanniens zu erkennen. Bei Laufzeit 09:00 blickt Captain Jack Sparrow
aus seiner Sicht direkt nach vorn. In dieser Sequenz beweist der Samsung
seine außergewöhnliche Kontraststärke: Sehr genau wird jedes Detail an
Sparrows Rastas sichtbar, ebenfalls erscheint der schwarze Gurt, an dem das
Schwert Sparrows befestigt ist, sauber detailliert und klar erkennbar,
obwohl er auf der ebenfalls dunklen Oberbekleidung des Piraten aufliegt. Die
Verzierung der Gürtelschnalle ist ebenfalls klar auszumachen. Bei Laufzeit
9:03 ist Sparrows Gesicht mitten im Bild - das Glänzen in den Augen wird
sehr stimmig hervorgehoben, der markante Bartwuchs ist beinahe bis ins
letzte Härchen erkennbar. Seine Piratenmütze zeigt die Spuren
langjährigen Tragens deutlich. Die Felsen, die vor der Einfahrt in den
Hafen von Port Royal von Sparrow passiert werden, sind bezüglich der
Detaillierung exzellent, jede Einzelheit in der Oberfläche wird sehr gut
erfasst. Beim Vorbei gleiten des Bootes vor den toten aufhängten Piraten
erscheint das Bild stabil und ruhig. Die Wellenbewegungen des Wassers und
die Darstellung der Wasseroberfläche bestechen durch die authentische Optik
- das Bild erscheint erneut wie greifbar. Das Vermögen des BD-P1500 zum
Differenzieren verschiedener visueller Ebenen zeigt sich auch bei Laufzeit
11:17, als sich die Soldaten klar von der sich dahinter befindenden
Steinmauer abheben - es ist wieder verblüffend, wie gut der geschaffene
Raumeindruck ist.
- Casino Royale, Beginn des 2. Kapitels, 09:38: Erkennbar sind erneut am
Anfang der Szene auf Madagaskar die sauberen, gleichmäßigen
Bewegungsabläufe. Die Gesamtbildschärfe ist hoch, schon von oben aus ist
die Struktur des Sandbodens sehr gut zu erkennen. Bei Laufzeit 10:26
erscheint Bonds Gesicht sehr plastisch vor der Holzhütte mit den
verbrannten Balken, welche ebenfalls sehr gut durchzeichnet sind, ohne dass
sie überschärft erscheinen. Bonds Gesicht wird von den deutlich sichtbaren
Bartstoppeln geziert, die Zeugnis einer schon etwas weiter zurückliegenden
Rasur sind. Kurz darauf landet 007 mit einem Wasserflugzeug auf den Bahamas
- auch hier sind alle Bewegungen wieder ruhig und flüssig. Die Gischt beim
Aufsetzen des Flugzeugs auf dem Wasser besticht durch die hohe Auflösung.
Bei Laufzeit 57:54 fährt der Zug mit 007 an Bord durch die nächtlichen
Wälder Montenegros. Klar sind die Bahngleise erkennbar, und die
Waldlandschaft erscheint plastisch und detailliert. Der Zug bewegt sich
gleichmäßig, der Kameraschwenk wird ebenfalls ruhig und stabil
übertragen. Bei Laufzeit 67:22 zeichnet der Samsung ein präzises Bild des
Badezimmers - nur an kleinen Details wird deutlich, dass es nochmals bessere
(aber auch teurere) BD-Player gibt: Das Frottee der Handtücher erscheint
nicht so realistisch, und die Musterung der Badezimmerwand könnte noch
differenzierter sein. Bei Laufzeit 67:36 erscheint der Rahmen von der
Türrahmen klar, rauscharm und scharf, nicht perfekt sieht der Bademantel
aus Frotee aus, der eher den Look einer Attrappe hat. Bonds Gesicht
erscheint scharf und klar, die Furchen in der Haut treten deutlich hervor.
Fazit Bild Blu-ray:
- Der Samsung BD-P1500 überzeugt durch ein stabiles 1.080p/24 Hz-Bild, eine
natürliche Farbwiedergabe und eine sehr hoch liegende Gesamtbildschärfe.
Trotzdem erscheint das Bild authentisch und nicht überschärft. Der gebotene
Kontrastumfang ist ebenfalls überragend, der BD-Player erfasst auch kleine
Einzelheiten in sehr dunklen Bildbereichen anstandslos. Gesamtnote in Relation
zur Preisklasse: Hervorragend.
Bildqualität DVD, Signalausgabe 1.080p
- Star Wars Episode 3: Laufzeit ab 1:52: Der gigantische republikanische
Sternzerstörer gleitet über den Bildschirm. Dabei fallen mehrere Dinge
auf: Zum einen bietet der BD-P1500 ein sehr gelungenes Upscaling, das ein
scharfes und detailreiches Bild ermöglicht. Mit diesen Leistungen jedoch
kommt der interne De-Interlacer nicht ganz mit. Die Umrisse des
Sternzerstörers flimmern sichtbar, das gesamte Bild steht nicht
hundertprozentig stabil. Zu den Vorteilen des BD-P1500 (Laufzeit 2:25)
gehört hingegen die Fähigkeit, einzelne visuelle Ebenen zu unterscheiden.
Dies zeigt sich beim Abknicken der beiden Jäger mit Obi Wan und Anakin an
Bord in Richtung Coruscant. Der Blick auf die visuellen Ebenen, die aktuell
unter den Jägern liegen, beweist, dass es der Player sehr gut versteht,
eine erstaunliche Plastizität ins Bild zu bringen. Auch die Farbwiedergabe
gefällt. Die Auslegung ist beim 1500er authentischer als beim BD-P1400,
das letztjährige Gerät erzeugte bei der Farbwiedergabe einen etwas zu
kräftigen Bildeindruck. Der 1500er legt mehr Wert auf eine hohe
Ausgewogenheit und kann sich bei der Bewertung der Farbneutralität auch mit
deutlich teureren Modellen messen. Dass der aktuelle Samsung Blu-ray-Spieler
einen ausgeprägten Realitätssinn mitbringt, beweist auch die sehr gute
Wiedergabe des Gesichts von Anakin Skywalker in seinem Raumjäger. Die
Hauttöne werden differenziert und mit ausgewogener Farbbalance
präsentiert. Nei Laufzeit 7:01 zeigt der 1500er dann erneut sein
Scaling-Können: Das Einflugtor zum Landen in General Grievious'
Kommandoschiff wird mit sehr guter Bildschärfe dargestellt. Der sehr
realistisch dargestellte blaue leuchtende Rahmen flankiert die sehr präzise
Wiedergabe des Raumschiffinneren. Der Scaler des Samsung überzeugt durch
ausgesprochen geringe Rauschneigung und produziert nur selten minimale
Pixelartefakte im oberen Bildfrequenzbereich. Mit dieser Scalingleistung
liegt der BD-P1500 auf dem Level des Panasonic
DMP-BD30 - die Auslegung ist aber etwas verschieden. Während der
Panasonic noch weniger Artefakte und damit ein enorm sauberes Bild
produziert, liefert der BD-P1500 die bessere Gesamtbildschärfe und holt
noch mehr Details aus der Quelle heraus.
- Star Wars Episode IV, erste Szene ab Laufzeit 00:50: Die Star
Wars-typische Laufschrift gleich zu Beginn des Films wird nicht perfekt
gemeistert. Einzelne Buchstaben flackern, zudem ruckelt das Bild leicht. Die
Sterne im Hintergrund stehen nicht absolut stabil. Die Farbgebung der gelben
Buchstaben erscheint sehr realistisch. Bei Laufzeit 02:03 beeindruckt wieder
die Fähigkeit des BD-P1500, eine enorme visuelle Detaillierung sicher zu
stellen. Die Oberfläche und die Atmosphäre des unten liegenden Planeten
wird sehr exakt erfasst, der Bildeindruck ist sehr plastisch. Auch der in
der hinteren visuellen Ebene auftauchende zweite Planet erscheint mit
überraschend detaillierter Oberfläche. Der imperiale Sternzerstörer, der
von unten sichtbar hinter Leias Schiff jagt, wird sehr scharf wiedergegeben,
allerdings sind erneut leichte Flimmereffekte zu beobachten. Bei Laufzeit
02:42 wird R2D2 sehr präzise und detailreich abgebildet - im hochfrequenten
Bildbereich leistet der BD-P1500 erneut Überdurchschnittliches und
zeigt auch die Gebrauchsspuren des Roboters sehr präzise. In der Sequenz im
Innersten des Raumschiffes, in der Leia und R2D2 zu sehen ist, beweist der
Samsung, dass er mit einem exzellenten Kontrast gesegnet ist: Auch in den
dunklen Bildsequenzen ist nahezu jedes Detail erkennbar. Hier bieten nur
teure, edle Ausnahmeplayer wie der Blu-ray Transport Denon DVD-2500BT
noch etwas mehr Kontrast, hier erscheinen Einzelheiten in dunklen
Bildbereichen noch schärfer und sauberer. Leichte Schwächen scheinen bei
Laufzeit 08:42 durch - das Wüstenpanorama steht nicht stabil, zudem stören
leichte Rauschmuster. Wir haben die Sandstruktur des Wüstenbodens schon
besser ausgeprägt gesehen. Bei Laufzeit 10:54 dann erzielt der Samsung
wieder ein Spitzenergebnis, in dem er klar, differenziert und
dreidimensional die Felsenlandschaft vor dem Sonnenuntergang
wiedergibt.
Fazit Bild DVD:
- Der eingebaute Scaler liefert ein hervorragendes Ergebnis ab und punktet
mit sehr hoher Bildschärfe und Detailtreue. Die natürlichen Farben und der
erstklassige Kontrast fallen auch im DVD-Betrieb auf. Für einen Player
dieser Preisklasse in Ordnung, aber nicht perfekt arbeitet der eingebaute
De-Interlacer - ab und zu auftretendes leichtes Ruckeln und sporadisch
auftetende Flimmereffekte machen deutlich, dass man von einem 450 EUR-Player
zwar ein sehr gutes, aber kein in jeder Hinsicht brillantes DVD-Bild
erwarten kann. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Digitalton
Der Digitalton des BD-P1500 liegt auf erstaunlich hohem Level. Bei normalen
Dolby Digital- und DTS-Tonspuren bereits fällt die sehr feinfühlige
Hochtonwiedergabe auf. Auch besitzt das präsentierte akustische Geschehen eine
überraschende Substanz - der Sound erscheint dadurch fundiert und im
Grundtonbereich sauber abgewogen. Stimmen erklingen charismatisch und klar, auch
Einzelheiten in der vokalen Struktur werden sauber übertragen. Der Bass
erscheint nachdrücklich und präzise. Insgesamt eine klare Verbesserung
gegenüber dem bereits alles andere als schlechten Vorläufer. Bei Tonspuren,
die in den neuen HD-Tonformaten aufgenommen sind, beweist der BD-P1500 wiederum,
dass er eine für seine Preisliga überraschend gelungene Akustik mitbringt. Ein
sehr natürlicher und Sound ist heraus zu hören, der durch eine gekonnte
Grob- und eine sehr löbliche Feindynamik überzeugt. Feine akustische Details
werden sehr sicher erfasst, ganz gleich, ob es charakteristische Einzelheiten
einer Stimme, im Music Score oder bei Hintergrundgeräuschen sind. Gesamtnote in
Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Fazit

Elegant bezüglich der Optik, stark bezüglich des
audiovisuellen Leistungsprofils präsentiert sich der BD-P1500
Der Samsung BD-P1500 besticht mit seinem farbechten, sehr scharfen und
kontrastreichen Bild bei der Wiedergabe von Blu-ray-Discs. Auch im DVD-Betrieb
sind Farbwiedergabe, Kontrast und Bildschärfe auf Top-Level. der eingebaute
Scaler arbeitet sehr akkurat und sichert eine hohe Detailtreue.
Artefaktebildungen oder Rauschmuster treten kaum auf. Auch bezüglich des
Digitalklangs punktet der BD-Player: Sehr klar, fundiert und lebendig macht sich
der BD-P1500 ans Werk. Somit liefert der Samsung in den Elementardisziplinen
Audiowiedergabe und Bildqualität hervorragende Leistungen ab. Die einzigen
Einschränkungen: Der De-Interlacer arbeitet ordentlich, aber nicht
überdurchschnittlich gut, und ein Video-EQ fehlt gänzlich. Pluspunkte holt
sich der BD-P1500 durch die Abwesenheit eines Lüfters, so agiert der Player
angenehm leise. Auch das Laufwerk, aufgrund der langsamen Arbeitsweise und der
üppigen Geräuschentwicklung größter Schwachpunkt des Vorgängers, arbeitet
nun sehr viel besser: Der Player wird nicht mehr übertrieben laut, auch nicht
während des Einlesevorgangs, und die Einlesezeiten haben merklich
abgenommen.
Audiovisuell starker, optisch eleganter Blu-ray-Player mit im
Vergleich zum Vorgänger deutlich verbesserten Laufwerkseigenschaften

Blu-ray Bildwiedergabegeräte obere Mittelklasse
Test 13. August 2008
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Blu-ray-Wiedergabe mit sehr stabilem, scharfen Bild bei
24p-Ausgabe
+ Sauberes Upscaling des internen Scalers auf 1.920 x 1.080
+ Neutrale Farbwiedergabe und hervorragender Kontrast
+ Fein auflösender und dynamischer Digitalton
+ Elegante und zeitlose Optik
- Nur durchschnittlicher De-Interlacer
- Kein Video-EQ
Test: Carsten Rampacher
13. August 2008
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