TEST: AV-Receiver Onkyo TX-SR606 - neuer Klassenprimus ?

21.05.2008 (th/cr)

Einführung

Als Teil der zweiten Generation von Onkyos AV-Receivern für die neuen HD-Tonformate präsentiert sich der TX-SR606 als preislich interessante (UVP: 549 EUR) Schaltzentrale fürs moderne Home Theater. Als erstes Modell seiner Preisliga ist der TX-SR606 mit vier HDMI-Eingängen ausgestattet, die alle der aktuellsten Spezifikation 1.3a entsprechen. Für konventionelle analoge SDTV-Signale, ganz gleich welcher Signalart, bringt der TX-SR606 die Möglichkeit mit, diese auf bis zu 1.080i hochzuskalieren und über den HDMI-Ausgang weiter an ein entsprechendes Bildwiedergabegerät zu reichen. Mit Audyssey 2EQ und der neuen Audyssey Dynamic EQ-Funktion für eine gleich bleibend hohe Klangqualität bei jeder Hörlautstärke  ist der 606 ebenso ausgestattet. Die Endstufen liefern 140 Watt Leistung pro Kanal ab. Wir haben im folgenden Test nachgeprüft, ob der TX-SR606 seinen Vorgänger TX-SR605 noch übertrumpfen kann.

Verarbeitung außen/innen

Seitlich im oberen Bereich sehr sauber eingepasste Frontplatte

Präzise Passung auch im unteren Bereich 

Sehr gute Materialqualität

Festes Netzkabel - leider üblich in diesen Preisklasse. Die Gehäuseverarbeitung hinten ist einfach, aber akkurat

Display mit Punktmatrixauflösung

Gleichmäßig gebürstete Aluminium-Frontblende

Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals

Neu gestaltete Fernbedienung

Optisch finden sich nur wenig Unterschiede zum Vorgänger TX-SR605. Das letztes Jahr eingeführte neue, relativ eckige Design mit hohem Wiedererkennungswert wurde beibehalten. Qualitativ gibt es wenig zu bemängeln. Die Frontblende ist gleichmäßig gebürstet und sehr sauber eingepasst. Der Lautstärkedrehregler erscheint optisch hochwertig. Das Punktmatrix-Display erstrahlt in augenfreundlicher hell-bernsteinfarbener Schrift. Die Tasten auf der Gerätevorderseite sind gut eingelassen. Die Geräterückseite zeigt einen Unterschied zum Vorläufer, denn die Schraubterminals fürs Lautsprecherkabel erscheinen deutlich hochwertiger und sitzen besser. Die Gehäuseverarbeitung hinten ist einfach, aber akkurat. Die Gerätestandfüße sind wenig begeisternd - aber alles kann man für knapp 550 EUR auch nicht erwarten. Dafür gefällt die neu entwickelte mitgelieferte Fernbedienung durch ihre gute optische und haptische Qualität. Der innere Aufbau ist für die Preisliga hervorragend - so setzt Onkyo einen hochwertigen Aluminium-Kühlkörper und keinen Blech-Kühlkörper sein. Das Endstufenlayout wirkt akkurat gelöst (alle Leistungstransistoren in einer Reihe für identische Arbeitsbedingungen). Der Trafo ist üppig dimensioniert. Das Platinenlayout erscheint uns sauber und stringent, im Sinne kurzer Signalwege befindet sich die Videoplatine gleich in unmittelbarer Nähe zu den entsprechenden Anschlüssen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Übersichtlich: Das Innenleben des 606

Kleiner Sekundärkühlkörper ebenfalls aus Alu

Einer der beiden Haupt-Elkos mit jeweils 10.000 Microfarad

Endstufen-Layout

Alu-Hauptkühlkörper

Netzteilsektion

Sicherung

Videoplatine

Ausstattung

Der Onkyo TX-SR605 war 2007 der erste in Deutschland erhältliche AV-Receiver, der die neuen HD-Tonformate decodieren konnte. Natürlich ist auch der 606 in der Lage, DTS-HD Master Audio, DTS-HD High Resolution Audio, Dolby TrueHD und Dolby Digital Plus zu decodieren. Mit 140 W/Kanal (minimale Leistung an 6 Ω, 1 kHz, IEC, 1 Kanal ausgesteuert) steht auch für größere Lokalitäten genug Leistung zur Verfügung  - zumindest auf dem Papier. Die Merkmale des Verstärker- und Signalverarbeitungs-Layouts sind Onkyo-typisch: WRAT (Wide Range Amplifier Technology) sorgt für eine hohe Wiedergabebreite der eingebauten Siebenkanalendstufe. Der H.C.P.S. (High Current Power Supply) Hochleistungstransformator soll durch eine gute Stromlieferfähigkeit überzeugen. Die eingebauten Haupt-Elkos weisen eine Kapazität von jeweils 10.00 Microfarad auf - das kann als preisklassengemäß bezeichnet werden. Intern ist ein 32 Bit DSP-Chip für die Signalverarbeitung zuständig. 

Manueller grafischer EQ, der lautsprecherselektiv arbeitet

Der TX-SR606 hat das Einmesssystem Audyssey 2EQ mit an Bord, welches das Einmessen an 3 Hörpositionen ermöglicht. Alternativ ist auch ein manueller grafischer EQ für eigene Justagen mit an Bord. Das Angebot an Sound-Features wird ergänzt von Audyssey Dynamic EQ - unabhängig von der Hörlautstärke, also auch bei leiseren Pegeln, verhindert dieses System, dass die Räumlichkeit und die Detaillierung des Klangbildes leiden. Wer anstatt eines 7.1-Setups lieber ein 5.1-Setup mit großen Frontlautsprechern nutzt, wird sich über die Bi-Amping-Funktion des 606 freuen. Dann stehen für jeden der beiden Frontlautsprecher zwei Endstufen zur Verfügung. Alternativ können die beiden Back Surround-Endstufen auch für eine zweite Hörzone verwendet werden. Wer mit dem kürzestmöglichen Signalweg in Stereo hören möchte, kann dies mittels der Pure Audio-Betriebsart tun. Für die akustische Aufpolierung komprimierter Dateiformate wie MP3 steht der "Music Optimizer" bereit, um den bei derartigen Dateitypen stark komprimierten und dadurch matten sowie detailarmen Hochtonbereich klanglich neu zu strukturieren. Wer seinen iPod anschließt, um diese Funktion auch gleich nutzen zu können, kann sich optional ein passendes Dock bei Onkyo besorgen. Die Steuerung des iPods funktioniert dann über die Fernbedienung des TX-SR606. Das manuelle Lautsprecher-Setup gefällt mit einer unabhängigen Reglung der Übernahmefrequenz für F/C/S/SB (40/50/60/80/100/120/150/200 Hz). Die "Double Bass"-Funktion ermöglicht eine Bassausgabe über den aktiven Subwoofer und die Frontlautsprecher. 

OSD zum Pegelangleich

Einstellmöglichkeiten für die verwendeten Lautsprecher mit genau justierbarer Übernahmefrequenz und möglicher Bassausgabe von Frontlautsprechern und Subwoofer

Time Alignment in 0,10 Meter-Steps einstellbar

Natürlich sind auch Decoder für DTS®-ES™ Discrete/Matrix, DTS® Neo:6, DTS® 96/24, Dolby® Digital EX™, Dolby® Pro Logic IIx mit an Bord. PLIIx und Neo:6 können bequem mittels des OSDs angepasst werden. 

Einstellmöglichkeiten mittels OSD für PLIIx und Neo:6

Videoseitig offeriert der 606 eine Scalierungsmöglichkeit eingehender analoger Signale, die auf die digitale HDMI-Ebene gewandelt werden. Ebenfalls steht ein De-Interlacer (Faroudja DCDi) zur Verfügung. Mögliche Ausgabeformate sind 576p, 720p und 1.080i. Eine Wandlung von Videosignalen auf rein analoger Ebene wird nicht unterstützt. Selbstverständlich mit an Bord ist eine Audio Delay Funktion, die eine manuelle Eingabe der Zeitangleichung für das synchrone Eintreffen von Audio- und Videosignal bis auf 100 ms in 10 ms Schritten ermöglicht. Über HDMI 1.3a ist auch die Funktion Auto LipSync verfügbar. 

Gesamtnote Ausstattung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.

Anschlussbestückung/Anschlusszuweisung

Der TX-SR606 von hinten

Momentan einzigartig in der Preisklasse: 4 HDMI 1.3a-Eingänge. Hinzu kommt ein HDMi 1.3a Ausgang

Lieber mehr HDMI-Inputs: Anstatt 3 hält der 606 noch 2 Komponenteneingänge bereit. Es gibt einen kompletten 7.1 Externeingang (und nicht nur 5.1). 2 optische und 2 koaxiale Digitaleingänge sind ausreichend

Im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbesserter LS-Kabel-Anschlussterminals. Nur Subwoofer Pre-Out und kein kompletter 7.1-Vorverstärkerausgang. Für eine 2. Hörzone steht ein 2-Kanal-Cinch-Analogausgang zur Verfügung

Mit gleich vier HDMI-Eingängen setzt der 606 Maßstäbe in seiner Preisklasse. Selbst teurere Kontrahenten haben oft weniger HDMI-Terminals. Dafür gibt es nur noch zwei Komponenteneingänge - unserer Ansicht nach zu verschmerzen. Zwei optische und zwei koaxiale herkömmliche Digitaleingänge sind nicht üppig, aber ausreichend. Der Onkyo verfügt über einen 7.1 Externeingang, bringt aber ausgangsseitig nur einen Sub-Pre-Out mit - es gibt keine weiteren Vorverstärkerausgänge. Somit kann der 606 nicht als Vorstufe in Verbindung mit einer leistungsfähigeren Endstufe verwendet werden. Für die Beschallung einer zweiten Hörzone ist ein Zweikanal-Analog-Audioausgang vorhanden. Die Zuweisung der HDMI- und der herkömmlichen Digitaleingänge sowie der Komponenten-Eingänge kann bequem per OSD erfolgen. Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Zuweisung der digitalen Audioeingänge

HDMI-Video-Zuweisung

Bedienung

Sehr gut ablesbares Display in angenehmer Farbgebung

Übersichtliche OSDs

Für jede Quelle kann der gewünschte Hörmodus bestimmt werden

Für jede Signalart kann der bevorzugte Hörmodus eingestellt werden

Der Lautstärke-Drehregler liegt gut in der Hand

Übersichtliche, neu entwickelte Fernbedienung

Der Onkyo sammelt in der Bedienungswertung viele Pluspunkte. Dies beginnt bei sinnvollen Komfortfunktionen - mittels IntelliVolume werden Pegelunterschiede beim Quellwechsel automatisch angepasst, für jede Quelle und jede Signalform kann der bevorzugte Hörmodus eingestellt werden - und geht weiter bei der neu entwickelten Fernbedienung. Diese punktet mit angenehmer Haptik und einer hohen Übersichtlichkeit. Die etwas kleine Navigationseinheit ist zentral platziert. Das Gerätedisplay lässt sich auch aus größerer Distanz einwandfrei ablesen und gefällt (bei silberner Geräteversion) mit der angenehmen hell-bernsteinfarbenen Schrift. Der große Lautstärkedrehregler liegt prima in der Hand und lässt sich gut dosieren. Die On Screen Displays sind übersichtlich, ab und zu muss man sich als weniger versierter Anwender aber doch mit der Bedienungsanleitung auseinander setzen, sollen alle Funktionen des 606 genutzt werden. Gesamtnote Bedienung: Ausgezeichnet.

Testequipment
Klang

Aufteilung:

  1. Funktionsweise Audyssey
  2. Klang Audyssey
  3. Surround-Aufpolierer
  4. Klang HD-Tonformate am Beispiel Dolby TrueHD
  5. Klang Stereo mit Einzelparameter-Analyse
  6. Klang DD/DTS Surround


1. Funktionsweise Audyssey:

Der Beginn des Einmessvorgangs

Messvorgang

Einmessung 2. Hörposition

Berechnung der ermittelten Parameter

Unser 7.0 Setup wurde korrekt erfasst



Das Einmesssystem punktet mit sehr hoher Betriebssicherheit, es traten keine Fehlermeldungen während des Einmessvorgangs auf. Im wesentlichen wurden Übernahmefrequenzen, Entfernungen und Pegel korrekt erfasst. Das im 606 verbaute Audyssey 3EQ misst an drei Hörpositionen ein. Es KANN allerdings nicht an maximal 3 Positionen einmessen, sondern es MUSS an drei Positionen einmessen. Diese mangelnde Flexibilität ist ein kleiner Nachteil. Da wir gerade bei den negativen Seiten sind: Immer noch nicht ermöglicht es Onkyo, die automatisch ermittelte EQ-Kurve zwecks individueller Optimierung in den manuellen EQ kopieren zu können. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Prima sind die nur 10 Minuten Einmessdauer, die für alle drei Positionen verstreichen. 

2. Klang Audyssey:

Der Klangeinfluss ist deutlich zu erkennen, allerdings handelt es sich nicht, wie früher oftmals herauszuhören, um einen prinzipiell schlechten Klang, sondern um eine andere Auslegung. In unserem speziellen Raum sind folgende Auswirkungen zu erkennen: Der Bass geht noch ein bisschen tiefer, wirkt im Gesamtbild recht dominant. Der Kickbereich wird sehr prägnant herausgearbeitet. Das vom TX-SR606 im Audyssey-Betrieb Gebotene könnten manchem eher analytisch veranlagten Hörer zu viel des Guten sein. Außerdem erscheint der Bass nicht mehr so straff wie ohne Audyssey. Für lange Hörsessions ausgelegt ist der etwas zurückgenommene Hochtonbereich bei der automatischen Audyssey EQ-Kalibrierung. Was gut für ein entspanntes Hören ist, ist weniger überzeugend hinsichtlich dynamisch hoher Ansprüche: Der Sound könnte etwas mehr Verve und Spritzigkeit im Hochtonbereich vertragen. Die Mitten werden nach Einsatz des Audyssey Auto-EQs etwas nach vorn geholt, bildlich gesprochen. Dies kommt der Sprachverständlichkeit zu Gute. Dadurch erscheint der Mitteltonbereich lebendiger und besser durchhörbar. Die Gesamtdynamik der akustischen Darbietung hat etwas nachgelassen, befindet sich aber immer noch auf einem Niveau, das die Klassen-Konkurrenz größtenteils nicht erreicht. Bezüglich der Räumlichkeit ist eine leichte Verschiebung nach vorn herauszuhören. Eingebaut hat der TX-SR606 auch noch Audyssey Dynamic EQ. Hier wird eine gleich bleibend hohe Klangqualität unabhängig von der Hörlautstärke offeriert. Diese Mission wird in der Praxis gut erfüllt, auch bei niedrigen Lautstärken hat man den Eindruck, dass noch Räumlichkeit und Detaileinarbeitung vorhanden sind. Allerdings kann das Gebotene an Natürlichkeit verlieren. 

3. Surround-Aufpolierer

Einen entscheidenden Vorteil kann hier Dolby Pro Logic IIx Music gegenüber DTS Neo:6 Music herausholen: Die Surroundwiedergabe wirkt deutlich räumlicher, vielschichtiger und authentischer. Neo:6 offeriert auf den Surroundkanälen ein etwas zu statisches Klangbild mit wenig Differenzierungsmöglichkeiten. Für Bassliebhaber ist dafür bei diesem Onkyo AV-Receiver Neo:6 die bessere Alternative, weil der Bass etwas dicker aufträgt. Ist dies noch Geschmackssache, so sprechen die saubereren Mitten auch objektiv für Neo:6. Die Mitteltonwiedergabe von PLIIx Music erscheint tonal etwas verbogen, was für einen nicht mehr ganz authentischen Gesamteindruck sorgt. Dafür bietet PLIIx Music die stabilere, klarer definierte Bühne und eine feinere, somit realistischere Raumaufteilung. Der Bass erscheint straffer und verfügt über deutlich erkennbare Konturen, während der Bass bei Neo:6 Music etwas indifferent auftritt. Dafür ist die Hochtonwiedergabe klarer und besser erträglich, während die etwas scharfen Höhen und oberen Mitten von PLIIx Music die akustische Harmonie minimal einschränken. Was angemerkt werden muss: Es handelt sich hier größtenteils um subtile Nuancen, die weniger erfahrene Anwender gar nicht auf Anhieb heraushören würden. Insgesamt gefallen beide Aufpolierer mit sehr guten klanglichen Eigenschaften, die man noch vor kurzer Zeit bei einem so preiswerten AV-Receiver nicht gefunden hätte. 

4. Klang HD-Tonformate am Beispiel Dolby TrueHD

Analoge Zuspielung/Zuspielung über Digital-koaxial:
Auch wenn der Denon DVD-3930 ein sehr hochwertiger Zuspieler mit entsprechender Analogsektion ist: Im Zeiten von TrueHD und Co. Sind Feindynamik und Detailtreue nicht mehr auf dem bestmöglichen Niveau. Daher ist auch die Zuspielung von Dolby Digital-Bitstream über die koaxiale Digitalverbindung nicht mehr "State of the Art": Zwar ist der Pegel höher als bei der analogen Zuspielung, die wirklich akustisch qualitativen Werte wie Grob- und Feindynamik, Räumlichkeit und Tiefenstaffelung sind zwar merkwürdigerweise etwas besser als bei der analogen Zuspielung (merkwürdigerweise, weil im Falle der analogen Zuspielung der DVD-3930 mit seinen sehr hochwertigen Konvertern die D/A-Wandlung vornimmt, und dies macht der im Vergleich zum 606 in einer ganz anderen Preisklasse agierende Denon eigentlich sehr gut. Daher könnte es sein, dass die analoge Sektion des 606 nicht sonderlich hoch entwickelt ist, das Augenmerk liegt klar auf der Verarbeitung eingehender Digitalsignale).

Zuspielung über HDMI/Dolby TrueHD:
Stimmen und kleinere Geräusche bekommen einen deutlich stärker ausgeprägten Charakter. Details und Feinheiten werden nuancierter modelliert und dynamisch sowie räumlich feiner verteilt. Der Schmelz der Musik wie auch die Feindynamik und das Feingefühl werden sehr viel stärker herausgearbeitet. Auch gewinnt der Bass an Dynamik und Kontur. Insgesamt ist der Unterschied, den TrueHD hervorruft, beileibe nicht so groß wie beim TX-SR 905. Er ist aber auf unserer Test-Anlage dennoch sehr deutlich zu hören und würde die Anschaffung eines neuen Players inkl. eines neuen Receivers rechtfertigen. Bei uns derart gut bekannten Mischungen wie „Batman Begins“ ist allerdings festzuhalten, dass auch ein Onkyo TX-SR606 nicht zaubern kann. Die Gesamt- wie die Grobdynamik sind auf einem deutlich geringerem Level als beim 905. Hier kann der Receiver sich zwar vom Yamaha RX-V663 absetzen, seine Leistungsdefizite am großen Aurum-Set kann aber verständlichweise nicht verhehlen. Für die günstige Preisklasse ist die Leistung des TX-SR606 aber als enorm einzustufen, es ist im höchsten Maße erstaunlich, dass der preiswerte AV-Receiver auf einem derartigen Level mit unserem High End Aurum-Setup zusammenspielt. Dies würde anderen AV-Receivern der 500 bis 600 EUR-Klasse erst gar nicht gelingen. Im Vergleich zum TX-SR605 fällt auf, dass das neue Gerät eine Spur impulsiver spielt und mit etwas mehr Kraft antritt . Der obere Bassbereich erscheint etwas durchsetzungskräftiger, der Hochtonbereich ist spritziger, ohne aber scharf zu werden. 


Zweite Dolby TrueHD-Testsession:

  • Diesmal mit Zuspieler Sony BDP-S500
    Verbindung via HDMI, Coax und Multichanal Cinch Analog
    Pegelabgleich der Kanäle und Eingänge vorgenommen


Dieser Vergleich lässt sich mit einem Bild schön veranschaulichen:
Die analoge Variante klingt gedämpft, mit relativ wenig Dynamik und nicht übermäßig vielen Details. Man könnte es vergleichen mit einem ehemaligen Hochgebirge, welches von der Erosion mittlerweile zu einem sanft geschwungenem Mittelgebirge abgetragen wurde.  Nutzt man DolbyDigital via Coax, entsteht der Eindruck, als ob man aus der Ferne auf ein Hochgebirge schaut. Es sind verschiedene herausragende Spitzen zu sehen. Wie diese Spitzen aber nun genau verteilt sind und zusammen gehören, kann man nicht deutlich erkennen. Bei TrueHD verhält es sich dann letztendlich so, als ob man mittels Zoom ins Gebirge hineinschaut. Die einzelnen Spitzen weisen auf einmal kleine Grate, Zacken und Strukturen in ihren Flanken auf, welche vorher in dieser Weise nicht zu erahnen waren. Auch die Struktur der verschiedenen Kämme und ihre Lage zueinander kann nun erkannt werden. Es entsteht ein vollständiges Bild welches sich deutlicher erschließt. 

Testscheibe hierfür war die Dolby Demonstration Blu-ray/The Sound of High Definition mit folgenden Test-Sequenzen: 

  • Harry Potter und der Feuerkelch
    Nine Inch Nails
    San Francisco Symphony

Besonders bei dem modernen Klassikstück ist aufgefallen, dass das "normale" DD quasi nur Spitzen zeigt. Es klang auch harscher und angestrengter. Die fehlenden Zwischeninformationen haben den Fluss der Musik untergraben, wodurch das ganze tonal recht schräg und disharmonisch erscheinende Stück noch unverständlicher wurde.  Bei TrueHD waren auf einmal Übergänge und Zwischentöne vorhanden, die dem Vortrag einen Zusammenhalt und einen Fluss gegeben haben, der ein gänzlich anderes Verständnis für das Stück ermöglicht. Die Feindynamik konnte ebenfalls einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Beim kurzen Ausschnitt aus "Harry Potter und der Feuerkelch" hingegen konnte TrueHD vor allem durch eine feinere Raumzeichnung und etwas mehr Struktur untenherum überzeugen. Der DD-Track klang nicht wesentlich schlechter, aber etwas vordergründiger. 

4. Stereo:

  • Frequenzgang / Tonalität: Der Bass reicht recht tief hinunter und hat von seiner Auslegung her durchaus Spaß-Charakter, allerdings nicht in übertriebener Manier, sondern in sehr gekonnter Art und Weise. Dadurch erscheint die Basswiedergabe nachdrücklich und kräftig, aber nicht vordergründig und aufgedickt. Sehr gut gibt der 606 den Kickbassbereich wieder, der Punch kommt realistisch und nicht überzogen zum Auditorium. 
    Leicht abgerundeter Bass mit spaßigem Volumen, er wirkt allerdings trotz allem natürlich. Der Mitteltonbereich gefällt mit relaxtem, aber nie langweiligem Charakter. Tonal sind die Mitten, dies hört man im Vergleich zum Yamaha RX-V663, tonal etwas entschärft. Dadurch kann man auch lange Hörsessions sehr gut ertragen. Diese gut ausbalancierte, tonal aber nicht verbogene Auslegung überzeugte schon beim TX-SR605 und sogar schon beim TX-SR674E. Onkyo-typisch punktet der 606 mit einer ausgewogenen Hochtondarstellung: Sensibel und klar, aber nie aggressiv, wird hier eine für diese Preisklasse nahezu ideale Charakteristik geboten. Nicht verschweigen wollen wir, dass bezüglich Transparenz und Brillanz noch deutlich mehr geht – dann aber auch in einer gänzlich anderen Preisliga. 
  • Bass Performance: Der Bass kommt in einer angenehm fülligen Weise daher – allerdings nicht "badewannig". Ein tadelloser Tiefgang ist gegeben, auch ohne Sub vibriert das Sofa. 
    Der gebotene Nachdruck reicht auch aus, um stets ein souveränes und solides Bassfundament zu ermöglichen. Der subjektive Eindruck massiver Durchschlagskraft fällt aber geringer aus als beim Yamaha RX-V663, der mit noch mehr Impulsivität auftritt. 
  • Stimmdarstellung: Die Sprachverständlichkeit befindet sich auf einem für die Preisklasse sehr guten Niveau. Im Vergleich zum Yamaha RX-V663 stellen wir mehr Kontur und Timbre fest. Tonal sind Stimmen sehr ausgewogen. Höchstens Männerstimmen können ganz unten etwas zu groß wirken. 
  • Auflösung / Hochtonbereich: Der Onkyo löst für die Preisklasse sensationell auf. Rund um die Geschehnisse der ersten akustischen Reihe werden so viele zusätzliche Informationen in den Raum getragen, dass eine wirkliche Tiefe entsteht und Charakter aufkommt. Es klingt durch die zusätzlichen Informationen mitunter einfach realistischer. Auch Nebeneffekte bekommen auf einmal ihren Raum und werden deutlich akkurater eingebunden. 
    Der Hochtonbereich ist fein durchzeichnet, aber auf Onkyo-typischer Art schön, er springt einen nicht an, drängt sich nicht auf, verhehlt aber auch nichts. Er ist aber in keiner Art und Weise langweilig, dumpf, fad . Es ist einfach ein ganz typischer Onkyo AV-Receiver, der für diese spezielle Preisklasse minimal gesoundet wurde. 
  • Dynamik: Bei kurzen Sequenzen erscheint uns der 606 als talentierter, aber nicht als überdurchschnitlicher Grobdynamiker. So länger dynamisches Stehvermögen allerdings gefragt ist, umso mehr blüht der Onkyo auf: Der TX-SR606 hat die Power, dass er verschiedene Klangebenen darstellen kann, auch in ihrer unterschiedlichen Lautstärke. Daher weiß der Onkyo gerade in längeren, sehr dynamischen Sequenzen zu gefallen Die Feindynamik kann im Gegensatz zur Grobdynamik von Anfang an überzeugen und zeigt sich im Vergleich zum TX-SR606 als nochmals leicht verbessert. Kleine Ebenenverschiebungen bei musikalischen Details werden präziser erfasst. 
  • Pegelfestigkeit: Die Pegelfestigkeit liegt erstaunlich hoch. Bei ganz komplexen Ereignissen komprimiert der 606 aber (preisklassetypisch) hörbar. Aber auch hier wieder eine typische Onkyo-Auslegung: Wird die Lautstärke zu hoch, wird langsam ausgefadet – es klingt nicht harsch, spitzt oder aggressiv. In Anbetracht der Tatsache, dass das 7.0 Aurum-Set als Lautsprecher-Ensemble angeschlossen wurde, ist dies eine erstaunliche Leistung. 
  • Raumabbildung: Der Raum ist für ein derart günstiges Gerät in allen Dimensionen erstaunlich groß und scharf gezeichnet. Bewegungen innerhalb der Bühne erfolgen nachvollziehbar und klar umrissen. Kleinere Elemente erscheinen an den ihnen zugewiesenen Plätzen. 

5. Surround: DD/DTS (herkömmliche Tonformate)

Im Endeffekt kann alles bezüglich Stereo Gesagte auf die Surround-Wiedergabe im DD- und im DTS-Modus übertragen werden. Einzig die Pegelfestigkeit sackt etwas ein und die Genauigkeit der Einarbeitung feiner Details leidet bei sehr leistungsintensiven Szenen etwas. Bei größeren Pegeln geht das Differenzierungsvermögen im Surroundbereich etwas zurück, hier merkt der erfahrene Hörer dann doch, was größere und teurere AV-Receiver leisten. Es lässt sich aber bilanzierend festhalten, dass der Onkyo es sehr gut versteht, Elemente im Raum zu verteilen. Der Übergang von Front auf Rear geschieht stimmig, flüssig und nahtlos. 

Fazit Klangqualität:

Der TX-SR606 ist auf einem akustischen Level angelangt, dem man noch vor kurzer Zeit keinem so preisgünstigen AV-Receiver zugetraut hätte. Er überzeugt durch einen Klang, der oberen herum fließend und angenehm auftritt, in den Mitten mit tadelloser Akzentuierung punktet und im Bassbereich kräftig und schwungvoll agiert, ohne "zu dick aufzutragen". Interessanterweise ist selbst bei einem vergleichsweise preiswerten AV-Receiver ein Benefit bei der Wiedergabe der neuen HD-Tonformate auszumachen. Zwar sind die Unterschiede zwischen den herkömmlichen komprimierten Tonnormen und den neuen unkomprimierten HD-Tonformaten nicht so groß wie bei teuren AV-Receivern oder –Verstärkern, aber dennoch kann man sie klar in Hörtestreihen ausmachen. Das beweist, dass Onkyo auch in Geräteklassen, in denen der 606 zu Hause ist, hochwertige Technik anbietet. 

Videosektion
  • HDMI-Switching: 
    Parallele Verkabelung:
    Player per HDMI an 4:2 RealCable Switch
    Von RealCable Switch Ausgang 2 dann zum Receiver und von dort weiter zum TV.
    Von RealCable Switch Ausgang 1 direkt zum TV.
  • Eingangsbelegungen für weitere Untersuchungen:
    Input Game/TV: FBAS und Coax von Denon DVD-3930
    Input CBL/SAT: Y/C und Optisch von Denon DVD-3930
    Input DVD: YUV und MultiChanal Analog von Denon DVD-3930
    Input AUX: HDMI von RealCable 4:2 Switch
    Pioneer PDP-5080XA:
    Eingang 2: YUV von Onkyo TX-SR606
    Eingang 3: HDMI von Onkyo TX-SR606
    Eingang 4: HDMI von RealCable 4:2 Switch

Aufteilung der Testläufe:

  1. Durchleitung von Signalen, Signalwandlungsmöglichen, Arbeitsweise des Scalers/De-Interlacers
  2. Vergleich YUV 576i durchgeschliffen und nach HDMI gewandelt
  3. Wandlung S-Video/FBAS  (analog) nach HDMI 576p: Analog/digitale Signalwandlung und De-Interlacing durch den TX-SR606
  4. Weitere Beobachtungen bezüglich des De-Interlacers: Onkyo-Einstellung 576p/Star Wars EP 3/Zuspielung YUV 576i
  5. Onkyo-Einstellung 720p/SW EP 3/Zuspielung YUV 576i, Upscaling und De-Interlacing 
  6. Onkyo-Einstellung 1.080i / SW EP 3 / Zuspielung YUV 576i


1. Durchleitung von Signalen, Signalwandlungsmöglichkeiten, Arbeitsweise des Scalers/De-Interlacers:

Natürlich kann der 606 auch HDMI-Signale unbearbeitet durchschleifen

Bei einem preiswerten AV-Receiver wie dem TX-SR606 waren wir gespannt, ob das Gerät es schafft, 1.080p/24 Hz-Signale ohne Qualitätsverlust durchzuschleifen – das Resultat ist stimmig: Keine Verluste an Bildgüte sind auszumachen. Spielt unser Pioneer BDP-LX70A dem Onkyo 1.080p/24 Hz-Signale zu, so leitet der Onkyo diese unbearbeitet weiter, selbst dann, wenn die Einstellung „HDMI Resolution“ auf 720p steht. Die identische Beobachtung machten wir beim Anschluss unseres Denon DVD-3930: Das ankommende HDMI—Signal wurde lediglich weitergeleitet, aber nicht in irgendeiner Form skaliert oder de-interlaced, unabhängig davon, was im HDMI Resolution-Menü eingestellt war. Die Unterbringung der HDMI-Einstellungen im Menü ist nicht allzu prominent, sie sind etwas weit unten im Menü Hardware --> HDMI angeordnet. Analoge YUV-Signale werden ebenfalls durchgeleitet, es findet keine Skalierung und kein De-Interlacing statt. Der Onkyo TX-SR606 kann analoge Videosignale in digitale HDMI-Signale wandeln, nicht aber (was auch nicht üblich ist) digitale HDMI- in analoge Videosignale. Eine analoge Wandlung der unterschiedlichen analogen Videosignale, z.B. von S-Video auf YUV oder von FBAS auf S-Video, beherrscht der Onkyo nicht.  Fazit: Der Onkyo schaltet HDMI-Bildsignale lediglich, auch bei Komponenten Analog-Signalen nimmt er kein De-Interlacing oder Upscaling vor. Letzteres wäre aus Kopierschutzgründen auch nicht legitim. Der De-Interlacer und der Scaler arbeiten dann, wenn analog eingehende Videosignale auf die digitale (HDMI) Ebene gewandelt werden. 

2. Vergleich YUV 576i durchgeschliffen und nach HDMI gewandelt:

a) Durchgeschliffen:
Etwas feinere Zeichnung, etwas harmonischerer Gammaverlauf. Minimal helleres Bild, ohne dass der Schwarzwert darunter leidet. Farben wirken eine Kleinigkeit kühler, aber dafür auch natürlicher. 

b) Gewandelt:
Ganz leichte Überhöhung von Schärfe und Kontrast. Die Farben wirken etwas poppiger, wobei es noch in einem akzeptablen Rahmen liegt. 

Insgesamt ist der Unterschied für das geschulte Auge sichtbar, aber auf einem Niveau, welches noch als gut zu bezeichnen ist. Insgesamt haben wir seitens der YUV-HDMI-Wandlung schon bessere Geräte gesehen. Dieses Ergebnis wird allerdings auch durch die verwendete Kette dramatisiert: Der 3930 liefert nach wie vor per YUV ein sensationelles Bild und der PDP-5080XA hat einfach gute Wandler und eine gute Signalverarbeitung nachgeschaltet. Außerdem: Zieht man die Preisklasse des 606 mit ins Kalkül, so kann man mit dem Gebotenen sehr zufrieden sein. 

Analyse: Zu verwendende Signalketten bei der Verwendung eines exzellenten DVD-Players wie dem 3930 und eines Panels oder Beamers oder externen Signalprozessors hoher Wertigkeit:
1. YUV durchschleifen
2. HDMI durchschleifen
3. YUV nach HDMI im Onkyo wandeln.

Die hier getroffene Aussage bezieht sich auf minimale Unterschiede in der Signalgüte. Diese sind für das geübte Auge sichtbar, allerdings bewegen sich hier die kleinen Unterschiede schon auf einem sehr hohem Niveau. 

3. Wandlung S-Video/FBAS  (analog) nach HDMI 576p: Analog/digitale Signalwandlung und De-Interlacing durch den TX-SR606:

Wird über HDMI 576p ausgegeben, weiß der De-Interlacer nicht zu begeistern

Die Wandlung von S-Video und FBAS nach HDMI 576p funktioniert erstaunlich gut. Bezüglich Details, Schärfe, Auflösung und Kontrast ist hier eine sehr gute Performance geboten. In der Natur dieser beiden Signalarten liegt ein gewisses Rauschen, welches der Onkyo auch nicht eliminieren kann. Grundsätzlich aber ist es bei Nutzung von S-Video geringer zu merken wie auch der Kontrast und die Feinzeichnung nochmals gewinnen. Der De-Interlacer hingegen arbeitet nur auf einem guten Niveau. Er ist beileibe nicht schlecht, aber hier haben andere, wenn auch teurere Geräte schon bessere Arbeit abgeliefert. Das Bild ist als stabil zu bezeichnen, auch wenn es zu leichten Nachzieheffekten kommt. Dies tritt sowohl bei Film- als auch bei Videomaterial auf. Bewegung wird hierdurch nicht zu sauber dargestellt und feine Details rund um bewegte Objekte gehen tendenziell leicht unter. 

4. Weitere Beobachtungen bezüglich des De-Interlacers: Onkyo-Einstellung 576p / SW EP 3 / Zuspielung YUV 576i

Die Schrift weist sehr deutliche Treppenstufen auf und das Gelb ist auch recht stark ins Weiß tendierend. Es sind tendenziell wenig Sterne im Star Wars-Universum zu sehen, was oben getroffene Aussage bezüglich der Gamma- und Kontrastdarstellung unterstreicht. Die Sterne sind auch leicht überstrahlend und wirken zu "groß". Das gesamte Raumschiff zittert und das Gesamtbild wirkt alles andere als stabil.

5. Onkyo-Einstellung 720p / SW EP 3 / Zuspielung YUV 576i – Upscaling und De-Interlacing 

Wird 720p ausgegeben, bietet der TX-SR606 ein erstaunliches Leistungspotential

Eine Wendung um ca. 150 Grad. Die Schrift ist nun stabil und es sind keine Treppenstufen mehr zu finden. Der Kontrast ist wie das Gamma auch nach wie vor nicht auf Referenzniveau, aber die Situation ist wesentlich erfreulicher und für die Preisklasse des TX-SR606 sogar exzellent. Die Sterne sind nun klarer und zahlreicher umrissen. Einzig bei der Schrift ist festzuhalten, dass sie leicht überstrahlt. Allerdings nicht im Sinne von Doppelkonturen, sondern wie ein kleiner Heiligenschein. Die Farbe ist nun auch in einem Bereich, wie man ihn erwartet. Nach der 576p-Vorstellung ist das eine massive Steigerung und ergibt ein dann doch eine absolut überzeugende Leistung, die wir bislang in der 500 bis 600 EUR Liga und selbst in der 700 bis 800 EUR-Klasse noch kaum gesehen haben. Hier definiert der 606 einen neuen Standard. Das Raumschiff ist dann auch sehr stabil und sauber. Insgesamt ist die Leistung aber nicht auf dem Level des DVD-3930, was allerdings aufgrund der Kosten-Verhältnisse auch absolut natürlich ist. Für den Unterschied verantwortlich ist unter anderem auch hier wieder die nicht ganz natürliche Gamma- und Kontrastdarstellung: Beim Fliegen über die dunklen Stellen des Raumschiffes verändern sich die Helligkeits und Grauwerte und bleiben nicht konstant. Die Detaildarstellung ist auf einem ordentlichen Level, kann allerdings nicht mit der des Denons mithalten, Sehr schön zu sehen an den schnell vorbei fliegenden Raumschiffen. 

6. Onkyo-Einstellung 1.080i / SW EP 3 / Zuspielung YUV 576i

Der Onkyo erzielt beim Upscaling auf 1.080i gute Ergebnisse

Farben kommen noch einen Zacken natürlicher, in der Schrift wie dann auch im Film selber.Die Bildschärfe liegt auf hohem Level.  Dank des De-Interlacings vom Pioneer PDP-5080 wird das Bild nun nochmals sehr viel stabiler. Insgesamt könnte man den Eindruck gewinnen, dass 1080i die sauberste Darstellung erlaubt´- unter der Prämisse, dass die nachgeschaltete Elektronik entsprechend hochwertig ist und ein präzises De-Interlacing erlaubt. Dass das Ergebnis zwar ausgesprochen gut, aber nicht optimal ist, liegt daran, dass der im Onkyo eingebaute Scaler leichte Rauschmuster beim Hochrechnen erzeugt. Dies wird bei der Einarbeitung kleiner hochfrequenter Bilddetails deutlich, welche dann nicht so prägnant wie gewünscht erscheinen. Bei sehr schnellen Bewegungen oder Kameraschwenks merkt man, dass es dem preisgünstigen Onboard-Scaler des Onkyo an Rechenpower fehlt, er kommt nicht ganz hinterher mit der Hochrechen-Arbeit.

Fazit Videosektion

Bei einer Overall-Betrachung erzielt die Videosektion hinsichtlich Signalverarbeitungsqualität und Anwendungsflexibilität noch durchschnittliche Zensuren. Gamma- und Kontrast- sowie Helligkeitswerte liegen auf ordentlichem, aber nicht auf überdurchschnittlichem Level. In der 576p Einstellung agiert der De-Interlacer wenig gekonnt. Er produziert Treppenstufen, hinzu kommen Überstrahlungeffekte und eine nicht ganz schlüssige Farbwiedergabe. Die Flexibilität des Onkyo wird dadurch eingeschränkt, dass es keine analoge Signalwandlungsmöglichkeit gibt. HDMI-Signale, die eingehen, werden grundsätzlich durchgeleitet, aber nicht durch De-Interlacer oder Scaler bearbeitet. Zieht man allerdings die Preisklasse des 606 mit ins Kalkül, so bleibt festzuhalten, dass die Leistungen außerordentlich überzeugend ausfallen. Gerade dann, wenn man analog eingehende Videosignale auf 720p hochrechnet und digitalisiert, ist das Ergebnis überraschend gut: Klare Formen und Konturen, gut gezeichnete Bewegungsabläufe und eine tadellose Farbwiedergabe sorgen für hohe Zufriedenheit beim Test-Team. Und auch in der 1.080i-Einstellung gefällt der 606, natürlich können keine Leistungen auf dem Niveau ausgewachsener Edel-DVD-Player erwartet werden , aber an eine Klientel, die solche Zuspieler einsetzt, richtet sich der TX-SR606 von seiner Grundkonzeption her auch nicht. Für alle anderen, die einen preiswerten DVD-Spieler oder ein älteres Mittelklasse-DVD-Abspielgerät einsetzen, sind die Qualitäten des Onkyo ein wahrer Segen. Für einen AV-Receiver, der lediglich 550 EUR kostet, wird hier ein bislang beispielloser Standard geboten. 

Fazit

Preiswerter und leistungsstarker AV-Receiver: Onkyo TX-SR606

Der TX-SR606 präsentiert sich als gekonnte und konsequente Weiterentwicklung des Onkyo TX-SR605: Die erweiterten HDMI-Anschlussmöglichkeiten, die reichhaltigere Ausstattung der Videosektion und die gezielte klangliche Verfeinerung sorgen dafür, dass auch der TX-SR606 in seiner Preisklasse eine besondere Empfehlung darstellt. Für knapp 550 EUR kann man kaum mehr erwarten,  die Verarbeitung ist innen und außen ebenfalls auf tadellosem Level, die Bedienung erfordert nur wenig Vorkenntnisse. Das Audyssey Lautsprecher-Einmess- und EQ-System arbeitet zuverlässig und liefert gute Ergebnisse. Insgesamt fällt es schwer, dem TX-SR606 ernsthafte Schwachpunkte anzukreiden - das nicht ganz gelungene Bild bei Nutzung der Kombination aus analog-digitaler Videowandlung und De-Interlacing (HDMI 576p Ausgabe) wäre anzuführen, ebenfalls vermissen wir einen Mehrkanal-Vorverstärkerausgang. Ansonsten aber ist der neue Onkyo eine moderne AV-Schaltzentrale, die viele Anwender aufgrund ihrer vielfältigen Qualitäten begeistern wird, wir sind uns praktisch sicher, dass der TX-SR606 an die großen Verkaufserfolge seines Vorgängers anknüpfen kann. 

Der TX-SR606 setzt die Reihe großer Onkyo-Testerfolge durch gekonnten klanglichen Feinschliff, eine erweiterte Video-Funktionalität, hervorragende HDMI-Anschlussmöglichkeiten und einen sehr günstigen Kaufpreis nahtlos fort

Preisklassen-Referenz AV-Receiver Mittelklasse
Test 21. Mai 2008
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Sehr angenehmer, klarer und kräftiger Klang
+ Zuverlässiges und präzises Lautsprecher-Einmess- und EQ-System
+ Sehr gute Ergebnisse bei der Video A/D-Wandlung und Ausgabe in 720p und 1.080i
+ 4 HDMI 1.3a-Eingänge
+ Für die Preisklasse sehr hohe Pegelfestigkeit
+ Sehr gute Verarbeitung innen und außen
+ Einfache Bedienung
+ Hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis

- Nicht überzeugende Bildqualität im 576p HDMI Bildsignal-Ausgabemodus
- Kein Mehrkanal-Pre-Out
- Keine Videosignal-Wandlung auf analoger Ebene

FEATURES

HAUPT-AUSSTATTUNGSMERKMALE:
• DTS-HD Master Audio, DTS-HD High Resolution Audio, Dolby TrueHD und Dolby Digital Plus Decodierung
• HDMI (v. 1.3a) Audio- und Video-Signalverarbeitung (Vier Eingänge, ein Ausgang) mit direkter HD-geeigneter Umschaltmöglichkeit
• HDMI-Video-Upscaling (bis1.080i)
• De-Interlacing mit Faroudja DCDi-Technologie
• RIHD (Remote Interactive over HDMI) für Kontrolle des gesamten AV-Systems
• Bi-Amping-fähig für besonders klaren und kraftvollen Klang
• Audyssey 2EQ™ Lautsprecherkalibrierungs- und Equalizingsystem zur Behebung raumakustischer Probleme und zur Justage der Lautsprecher
• Audyssey Dynamic EQ zur Optimierung des Klangs bei jeder Lautstärke
• Kompatibel mit dem RI (Remote Interactive) Dock für den iPod

AUDIO-AUSSTATTUNGSMERKMALE
• 140 W/Kanal minimale Leistung an 6 Ω, 1 kHz, IEC (1 Kanal ausgesteuert) 
• DTS®-ES™ Discrete/Matrix, DTS® Neo:6, DTS® 96/24, Dolby® Digital EX™, Dolby® Pro Logic IIx
• H.C.P.S. (High Current Power Supply) massiver Hochleistungstransformator
• 192 kHz/24-Bit DACs für alle Kanäle
• WRAT (Wide Range Amplifier Technology)
• Moderner DSP-Chip mit 32 Bit-Signalverarbeitung
• HDTV-geeignete (720p/1.080i) Komponentenvideo-Umschaltung mit 2 Eingängen und einem Ausgang
• 4 Digitale Eingänge (2 optische/2 koaxiale)
• Subwoofer-Vorverstärkerausgang
• CinemaFILTER™ für optimale Hochtonwiedergabe bei der Darstellung von Filmton
• Pure Audio- und Direct-Betriebsart
• A-Form Listening Mode Memory
• Optimum Gain Volume Circuitry
• Non-Scaling Configuration
• Music Optimizer für kompromierte Dateiformate (MP3/AAC)
• Toneinstellung (Bass/Höhen) für die beiden vorderen Kanäle Front
• Farblich markierter 7.1-Eingang
• Unabhängige Reglung der Übernahmefrequenz für F/C/S/SB (40/50/60/80/100/120/150/200 Hz)
• Doppelbass-Funktion (Bassausgabe über aktiven Subwoofer und über große Frontlautsprecher)

WEITERE AUSSTATTUNGSMERKMALE
• Endstufenunterstützte Zone 2 und Zone 2 Cinch-Ausgang für die Wiedergabe einer weiteren Quelle in einem anderen Hörraum 
• AV-Delay-Funktion (bis zu 100 ms in 20 ms Schritten)
• Farblich markiertere bananensteckerkompatible Lautsprecherkabel-Schraubverschlüsse
• AV Delay/Lip Sync-Funktion fürs zeitgleiche Eintreffen von Audio- und Videosignal (bis auf 100 ms in 
10 ms-Schritten)
• 40 FM/AM Radio-Stationsspeicher
• RDS (PS/RT/PTY/TP)
• 4 S-Video-Eingänge und 2 Ausgänge
• 5 A/V-Eingänge und 1 Ausgang
• 2 Audio-Eingänge und 1 Ausgang
• Digitales Upsampling
• Display-Dimmer (3 Stufen)
• Kopfhörerausgang 
• Einschlaftimer (via Remote)
• Battery-Free Memory Backup
• Frontblende aus gebürstetem Aluminium
• Neu gestaltete vorprogrammierte RI (Remote Interactive) Fernbedienung mit LEDs zur Anzeige der Betriebsart

SPEZIFIKATIONEN
  • VERSTÄRKERSEKTION
    Ausgangsleistung
    Front L/R 140 W + 140 W (6 Ω, 1 kHz, 1 Kanal ausgesteuert, IEC)
    Center 140 W (6 Ω, 1 kHz, 1 Kanal ausgesteuert, IEC)
    Surround L/R 140 W + 140 W (6 Ω, 1 kHz, Kanal ausgesteuert, IEC)
    Surround Back L/R 140 W + 140 W (6 Ω, 1 kHz, 1 Kanal ausgesteuert, IEC)
    Dynamische Leistung 
    210 W (3 Ω, 1 Kanal)
    180 W (4 Ω, 1 Kanal)
    110 W (8 Ω, 1 Kanal)
    Gesamtklirrfaktor)
    0.08% (Rated power)
    Dämpfungsfaktor 60 (Front, 1 kHz, 8 Ω)
    Eingangsempfindlichkeit und Impedanz
    200 mV/47 kΩ (Line)
    Ausgangspegel und Impedanz
    200 mV/2.2 kΩ (Rec out)
    Frequenzgang 5 Hz–100 kHz/+1 dB, -3 dB
    Tonregler ±10 dB, 50 Hz (Bass)
    ±10 dB, 20 kHz (Höhen)
    Signalrauschabstand 106 dB (Line, IHF-A)
    Lautsprecherimpedanz 4 Ω–16 Ω oder 6 Ω–16 Ω
  • VIDEOSEKTION
    Eingangsempfindlichkeit/Ausgangspegel und Impedanz
    Video 1 Vp-p/75 Ω (Component und S-Video Y)
    0.7 Vp-p/75 Ω (Component PB/CB, PR/CR)
    0.28 Vp-p/75 Ω (S-Video C)
    1 Vp-p/75 Ω (Composite)
    Komponenten-Video Frequenzgang:
    5 Hz–50 MHz, -3 dB
  • TUNERSEKTION
    Frequenzbereich
    FM 87.5 MHz–108 MHz
    AM 522 kHz–1,611 kHz
    FM/AM Stationsspeicher 40 
  • GENERELLES
    Stromspannung/Hertz AC 230 V, 50 Hz
    Leistungsaufnahme 550 W
    Abmessungen (B x H x T) 435 x 174,3 x 374.7 mm
    Gewicht 11,4 kg
    Mit Verpackung
    Abmessungen (B x H x T) 570 x 297 x 469 mm
    Gewicht 15,1 kg

Test: Thomas Hermsen, Carsten Rampacher
21. Mai 2008

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