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 HARDWARE-TESTS

TEST: KEF iQ 50 in Kombination mit Universal Wireless Verstärkersystem

08.12.2008 (cr)

Technik und Ausstattung

Universal Wireless System

Das komplette Universal Wireless-System

Netzteil des Senders

Dieses Netzteil liegt 2 x bei, eines für jeden Empfänger

KEF bietet mit dem Universal Wireless System ein aus zwei Empfängern und einem Sender bestehendes Set an, welches in der Grundkonfiguration für die Beschallung in Stereo ausgelegt ist. Der Anschluss ist denkbar einfach: Der Sender wird mittels einem mitgelieferten Kabel an die Cinch-L/R-Vorverstärkerausgänge des AV-Receivers, Stereo-Vollverstärkers oder der Stereo/Surround-Vorstufe angeschlossen. Für Surround-Konfigurationen werden dann die weiteren Universal Wireless-Einheiten entsprechend an die anderen Pre-Outs angeschlossen. An die Empfängereinheiten, in die die 50 Watt (Sinus) Class D-Endstufen eingebaut sind, werden dann mittels normalem Lautsprecherkabel die passiven Boxen angeschlossen. Hier kann man auch sehr kurze Kabel wählen - der Anwender ist somit komplett flexibel. Das Universal Wireless-System eignet sich für jeden handelsüblichen passiven Lautsprecher, wir aber haben im Sinne eines "Familienklangs" die KEF iQ 50 dazu geordert, um zu überprüfen, wie sich die "KEF-Family" als komplette Kette schlägt. Die Lautstärke wird beim Betrieb komplett über den Verstärker/Receiver geregelt.

  • Übertragungsprotokoll : AAFHSS
    Frequenzband : 2,4 – 2,4835 GHz (ISM-Band)
    Datenrate : Bis 1,1 Mbps
    Reichweite : 25 m*
    Verstärker : 2 x 50 W digital
    Empfindlichkeit : 80 dB
    Frequenzgang (±3dB) : 20 Hz – 20 kHz
    Audio output : Max. 50 W rms
    Minimum Impedanz : 4Ω
    Sender : 147 x 79 x 79 mm
    Abmessungen (H x B x T)
    Empfänger : 147 x 79 x 79 mm
    Abmessungen (H x B x T)
    Oberflächen : Hochglanz Schwarz

iQ 50

Tieftöner und Bassreflexöffnung

UNI Q-Chassis

Konstruktives Hauptmerkmal der iQ 50, der kleinsten Standbox aus der neuen iQ-Serie, ist der KEF-eigene UNI Q-Treiber. Bei dieser Konstruktion sitzt der Hochtöner im Mitteltöner, was ein perfektes Group Delay und ein räumlich exaktes Klangbild ermöglicht. Neu entwickelt wurde der "Tangerine Waveguide" über der Aluminiumkalotte des 19 mm-Hochtöners hat die Aufgabe, den Frequenzgang im gesamten Raum zu verbessern. Mit einem besonders leistungsstarkem Magnetsystem trumpft der Mitteltöner auf. Ein weiteres konstruktives Merkmal ist der titanbeschichtete Konus. Feinheit und ein klar akzentuierter Sound sind die hörbaren Folgen. Die hochwertigen Antriebe garantieren ausgesprochen geringe Verzerrungen und stellen die Basis des neuen, besonders leichten Dual Composite-Basschassis dar. Die Folgen: Ein geringer Klirrfaktor und ein satter, souveräner Bass. Die neu entwickelten Frequenzweichen sind für eine möglichst kurze und somit reine Signalübertragung direkt an den Anschlussklemmen innenseitig montiert So entsteht ein in sich geschlossenes Klangbild mit sanften, harmonischen Übergängen zwischen den einzelnen Teilen des Frequenzspektrums. Die speziell geschwungenen Gehäuse sind so ausgelegt, dass Reflexionen auf ein Minimum beschränkt bleiben. Gleichzeitig ist das Gehäuse ausgesprochen steif, so sind die klangliche Harmonie störende Verwindungen auf ein Minimum reduziert. Das interne Dämpfungssystem ist wie ein Labyrinth aufgebaut, das Abfärbungseffekte von stehenden Wellen beseitigt.

  • Design Zweieinhalb-Wege, Bassreflex
    Chassis 130 mm LF
    130 mm Uni-Q
    19 mm Aluminiumkalotte HF
    Frequenzgang 40 Hz - 40 kHz
    übergangsfrequenz 2,5 kHz
    Verstärkeranforderungen 15 - 130 W
    Empfindlichkeit (2,83 V/1 m) 88 dB
    Max. Schalldruck 109 dB
    Impedanz 8 Ω
    Magnetisch abgeschirmt Ja
    Gewicht 10,2 kg
    Abmessungen 815 x 175 x 261 mm
    (H x B x T)
    Sockel Abmessungen 28 x 250 x 295 mm
    (H x B x T)

Fazit: KEF betreibt sowohl beim Universal Wireless-System als auch bei den iQ 50 einen hohen konstruktiven Aufwand, der sich aber erfreulicherweise nicht in horrenden Preisen niederschlägt. Die Preisgestaltung bleibt ohne Zweifel moderat. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Klang

Sehr räumliche und souveräne Wiedergabe der iQ50

Wireless-Lösungen klingen monoton und erzeugen Rauschen, das im Hintergrund ständig präsent ist - soweit die Vorurteile, die bislang auch durchaus ihre Berechtigung hatten. Mit dem KEF-Setup, das in unserem Testraum Aufstellung bezogen hat, kann man alles, was an bisher über drahtlos agierende Audiosysteme wusste, aber getrost vergessen. Bei der "Jarre in China"-CD konnte die schnurlose Übertragung durch ihre extreme Rauscharmut brillieren. In den vielen leiseren Passagen war nahezu kein Rauschen herauszuhören, auch wenn die Grund-Hörlautstärke hoch war.  Das Zusammenspiel mit den iQ 50 funktionierte hervorragend. Bei "Aero" waren wir, wie schon bei der Vorführung in Berlin, von der enormen Räumlichkeit überrascht, welche die kleinen Standlautsprecher offerieren. Der Klang löst sich tadellos vom Lautsprecher und scheint sich auf der klar definierten Bühne auszubreiten. Der Hochtonbereich der iQ50 ist von Lebendigkeit geprägt, auch kleinere Dynamik-Differenzen werden gut erkannt. Dank der enormen Impulsschnelle werden auch spontane Dynamiksprünge ausgezeichnet verarbeitet. Ein lethargisches, verzögertes Ansprechen ist nie festzustellen. Das begeisterte Publikum zu Beginn des Jarre-Konzerts in der Verbotenen Stadt wird sehr lebendig erfasst. Auch kleine Effekte, die Jarre per Synthesizer einfließen lässt, kommen ausdrucksstark, aber nicht überbetont zur Geltung. Die Class D-Digitalverstärker in den beiden kompakten Wireless-Units haben bei uns für großes Staunen gesorgt. Wie souverän hier auch bei höherem Pegel Leistung erzeugt wird, ist verblüffend. Keine Spur von Dynamik-Kompression oder Verzerrungen, satter, purer Sound ist das Ergebnis. Die Störungsarmut und die Klarheit hätten wir nie von einem derartigen, noch nicht einmal übermäßig teuren System erwartet. Die Zweieinhalb-Wege-Box iQ 50 überzeugt auch durch das perfekte Group Delay, alle Klanganteile kommen gleichzeitig beim Hörer an. 

Der Beginn von "Oxygene 2" wird sehr plastisch und mit einer wiederum begeisternden Räumlichkeit übertragen. Man merkt am Abklingen der Instrumente allerdings, dass die iQ 50 keine besonders teure Box ist - im direkten Vergleich bietet eine XQ40 natürlich mehr Detailfreude und Brillanz. Es spricht aber erneut für die Güte des Universal Wireless, dass die Unterschiede zwischen den KEF-Standlautsprechern aus verschiedenen Preisklassen klar erfasst werden. Für ihre bescheidene Preisliga aber offeriert die kleine iQ 50 ein beeindruckendes Profil - wie sich die Akustik bei "Oxygene 2" langsam aufbaut, ist herausragend, so frisch, mit Verve und räumlicher Authentizität. Der Bassbereich erscheint gut gestaffelt, recht präzise und mit einem stimmigen Nachdruck versehen. Der maximal mögliche Tiefgang ist natürlich durch das relativ kleine Gehäusevolumen begrenzt, aber in Anbetracht der kompakten Abmessungen aller Ehren Wert.  Sehr gespannt waren wir darauf, wie das KEF System mit "trancigen" Beats zurecht kommt, und erneut wurden wir positiv überrascht. Die Wucht im Bassbereich fällt bei "Catch" von Blank&Jones zwar eher moderat aus - dafür bleibt der Bass aber auch bei kräftiger Lautstärke sauber, was ein souveränes, relaxtes, aber nicht gelangweiltes Hören zur Folge hat. Sehr gelungen arbeiten das Universal Wireless und die beiden iQ 50 die Stimme der Sängerin ein. Sie wirkt nicht diffus und im Hintergrund versteckt, sondern wird klar und prägnant, mit guter vokaler Durchzeichnung wiedergegeben. Ihr dynamisches Wesen konnten die iQ 50 bei "Voices from the Inside" von M.I.K.E. herausstellen: Schon der Aufbau des Tracks bis zum ersten Ertönen des Grund-Beats überzeugt. Dann legen sich die kleinen Standlautsprecher mächtig ins Zeug und offerieren wiederum einen Sound, der ungemein souverän und satt wirkt. Obwohl nicht enorm mächtig, macht der sehr schnelle, reaktionsfreudige Bassbereich ausgesprochen viel Freude. Die verschiedenen Effektanteile verarbeiten die KEFs blitzschnell zu einem homogenen Ganzen. Die sehr gelungenen Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen fallen auch auf - dadurch erscheint das Klangbild wie aus einem Guss. Tonal spielen die iQs recht neutral, mit einem angenehmen, minimalen Hang ins Warme auf. Wir empfinden dies als eine gerade auch fürs Langzeithören ungemein gelungene Abstimmung, die erneut beweist, dass KEF aktuell zu den Herstellern mit dem leistungsfähigsten Portfolio gehört. 

Die Sendeeinheit liefert ein praktisch rauschfreies Signal zu den beiden Empfängern

Willkommen zurück in den 80er Jahren - mit der Systemlösung aus den beiden iQ 50 und der Universal Wireless-Lösung werden bekannte Hits aus dieser Epoche ausgezeichnet dargestellt. Wir machten mit "Building a Bridge to Your Heart" von Wax den Anfang: Klar ertönt der Beat, die Stimme des Sängers wird deutlich umrissen wiedergegeben, stellt sich aber nicht unnatürlich in den Vordergrund. Der zweite große Hit der Pet Shop Boys nach "West End Girls" war "Suburbia" - und auch hier zieht unser Stereo-Testsystem wieder alle Register seines Könnens: Der Aufbau des Songs mit der Stimme des Sängers und dem Hundegebell im Hintergrund ist hervorragend, alles steigert sich bis zum Beginn der eigentlichen Melodie, die wiederum dynamisch, frisch und tonal ausgewogen präsentiert wird. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist auf einem Level, der für diese Preisliga als exzellent einzustufen ist.  Die außerordentlich leistungsfähigen Endstufen können dabei noch viel mehr, als nur hohe Pegel bereit zu stellen: Das synthetische Auftreten vieler digitaler Verstärker, das sich in einem wenig emotionalen Hochtonbereich und monoton erscheinender Stimmwiedergabe akustisch nachvollziehen lässt, fehlt hier beinahe völlig. Uns sind bisher, unabhängig von der Preisklasse, nur wenig digitale Endstufen untergekommen, die so natürlich und lebendig klingen. 

Die neue iQ-Serie von KEF beeindruckt mit einem sehr ausgewogenen akustischen Profil

Sehr schön: Auch für Klassisches sind die KEF Systembausteine nahezu grenzenlos offen. Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert A-dur, Köchelverzeichnis 622, kommt mit Verve und Feingefühl zur Geltung. Imponiert hat uns die hervorragende Einarbeitung der Streicher: Hier möchte man nicht glauben, dass die iQ 50 lediglich 319 EUR pro Stück kosten, so erwachsen und vollkommen werden die Streicher wiedergegeben. Das fließende, weiche, aber Lebendige Wesen des 1. Allegros kommt so tadellos zur Geltung.Und das Einzige, was rauscht, ist die Aufnahme - die KEF Wireless Lösung enthält sich auch hier unvorteilhafter und ungewollter "Hintergrundauskleidung".  Mit seiner Interpretation von "Nessun Dorma" gelang dem ehemaligen Handyverkäufer Paul Potts der große Durchbruch bei einem englischen Talentwettbewerb. Den großen Durchbruch müssen die iQ 50 und die Universal Wireless-Lösung gar nicht mehr schaffen - wir sind ohnehin bereits sehr angetan. Doch der Klangeindruck bei "Nessun Dorma" vervollständigt das universelle Einsatzprofil der Komponenten: Gelassen, akustisch souverän, schon beinahe edel wirkend stellen die iQ 50 die großartige Tenorstimme mitten in den Hörraum, so viel zu dem Thema, dass kompakte Boxen keine natürliche, räumliche Stimmwiedergabe erzielen können. Das Orchester wrd ebenfalls nicht vernachlässigt, sondern mit erstaunlichem Facettenreichtum eingebunden. Auch bei "Time to say Goodbye" blitzen die Talente der KEF-Kombi wieder durch. Das akustische Resultat erscheint wie aus einem Guss, fließend, authentisch. Jeder Ansatz, der für ein unhomogenes, nicht stringentes Klangbild sorgen könnte, fehlt. Im Übrigen ließ sich die störungsfreie Wireless-Übertragung auch von Handys, die SMS empfangen haben, nicht stören. 

Gesamtnote Klang in Relation zu Gerätekategorie und Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.

Fazit

Das KEF Wireless-Stereo-Set überzeugt durch ausgesprochen flexible Einsatzmöglichkeiten

Das ist eine der größten Überraschungen dieses Testjahres: Wie souverän sich die KEF Lösung, bestehend aus 2 x iQ 50 und Wireless-Modul, unser Prädikat "überragend" erspielt, hätten wir nie erwartet.  Durch den klaren, souveränen und erwachsenen Sound kann die KEF-Systemlösung dieses Test-Logo aber mit Stolz tragen. Die Universal Wireless-Lösung begeistert durch beinahe völlige Rauschfreiheit, hohe Pegelfestigkeit und dynamischen Klang. Auch die hochwertige Verarbeitung aller Komponenten findet unsere volle Zustimmung. Und auch bei der Preis-/Leistungswertung kassiert das KEF-System glatte 10 von 10 Sternen: Denn für nicht einmal 1.300 EUR wird hier eine überragende drahtlose Stereo-Lösung angeboten, der keine wirklichen Schwächen nachzuweisen sind. 

Das KEF-Stereo-System, bestehend aus Universal Wireless und der Standbox iQ 50, beeindruckt durch hohe akustische Klarheit, enorme Dynamik und hervorragende Verarbeitung - zu einem ausgesprochen fairen Preis

Stereo-Wireless-System obere Mittelklasse
Test 08. Dezember 2008
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Überraschend klarer, grob- und feindynamisch begeisternder Klang
+ Sehr gelungene Trennung verschiedener instrumentaler und vokaler Ebenen
+ Wireless-Übertragung rauschfrei und störungsresistent
+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Sehr fairer Kaufpreis

- Durch Gehäusevolumen begrenzter Tiefgang

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Text: Carsten Rampacher
08.12.2008

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