SPECIAL: Große KEF-Show im Maritim Hotel Berlin 

08.09.2008 (cr)

Einführung

Es muss nicht immer das IFA-Messegelände sein - KEF präsentierte seine neuen Produkte in der Präsidenten-Suite des Maritim Hotels Berlin. Im stilvollen Ambiente kamen die interessanten Neuerscheinungen besonders attraktiv zur Geltung. Einen potentiellen Topseller hat KEF mit der neuen C-Serie im Programm, die Preise (pro Stück) reichen von 79 EUR (C1) bis zu 249 EUR (C7). Etwas zum Träumen gab es auch - die vom berühmten Industriedesigner konzipierte und mit hochmoderner Technik ausgestattete Lautsprecher-Ikone Muon. Die Auflage der pro Paar 120.000 EUR kostenden Box ist weltweit auf 100 Lautsprecherpaare limitiert. Auch für  normale Anwender sehr erschwinglich und akustisch sehr ansprechend ist die neue iQ50, die stellvertretend für verschiedene neue iQ-Modelle zusammen mit einer leistungsfähigen Wireless-Endstufenlösung für Aufsehen sorgte. 

Muon

Ein Kunstwerk in poliertem Aluminium: KEF Muon

Enorm hochwertige Verkabelung von Progressive Audio. Die Muon wurde getrieben von zwei Mark Levinson Mono-Blöcken 33H. Als Zuspieler diente der Mark Levinson CD-Player 390, mit dessen regelbaren Ausgang die Muon verbunden wurden. 

Muon ist nicht einfach ein Lautsprecher - Muon ist akustische und optische Kunst, eine perfekte Synthese aus Inhalt und Form. Integriert ist ein hochleistungsfähiges Vierweg-System, bei dem KEFs spezielle UNI-Q-Technik eingesetzt: Der Hochtöner sitzt im Mitteltöner. Vorteile dieser Technik: Da alle Membranbestandteile des Mitteltöners in einem Stück gefertigt werden, gibt es keine nicht-linearen Verzerrungen des Hochtonbereichs. Da nur der Frequenzbereich des Mitteltons verarbeitet werden muss, sind die Membranauslenkungen des UNI-Q-Treibers so gering, dass praktisch kaum noch Verzerrungen bei der Interaktion mit dem Hochtöner auftreten. Die leistungsstarken Basstreiber sorgen im tieffrequenten Bereich für eine Mischung aus höchster klanglicher Präzision, enormem Nachdruck und exzellentem Tiefgang. Das Besondere bei Muon ist auch die Membrananordnung: Denn zwei High Performance Bässe sind auf der Rückseite des Gehäuses eingelassen. Dies steigert die Räumlichkeit und kommt einem authentischen Bühnenaufbau zu Gute. In der Präsidenten-Suite des Maritim Hotels können keine perfekten akustischen Rahmenbedingungen erwartet werden - was die Muon klanglich leistete, war trotzdem vom Feinsten: Akribisch genau wird der Hochtonbereich ausgeleuchtet, die Mitten sind von höchster Klarheit, ohne jemals zu dominant zu werden, und der Bassbereich agiert mit einer bislang kaum gekannten Synthese aus Leichtigkeit, Kraft und Kontrolle. Hervorzuheben ist auch, wie "seamless" alle Übergänge ablaufen - uns ist bislang noch keine Box untergekommen, die ein derart homogenes Klangbild wie aus einem Guss präsentiert. Perfekte Gruppenlaufzeiten und ein hohes Maß an sensibel dargebotener Räumlichkeit sind die Garanten für die überragende Performance der Muon. 

iQ 50 mit Universal Wireless

"Back to Reality": Mit einem Stückpreis von 319 EUR ist die KEF iQ50 durchaus erschwinglich. Und was an klanglicher Leistungsfähigkeit für diesen Kaufpreis geboten wird, konnte bei der Yello-CD "The Eye" begeistern: Der kraftvolle Bass, der zudem mit Tiefgang und Klarheit überzeugen kann, ist ebenso hervorzuheben wie der harmonische Hochtonbereich, dessen komplette Struktur auch bei hohen Pegeln erhalten bleibt. Stimmen lösen sich überraschend gut vom Lautsprecher und scheinen beinahe völlig frei im Raum zu stehen. Diese Qualität ist bei einem derart preiswerten Schallwandler sehr selten herauszuhören. Das Bemerkenswerte an der iQ50-Vorführung war auch, dass die Box nicht an einen normalen Verstärker angeschlossen war, sondern mit dem KEF-eigenen "Universal Wireless" System betrieben wurde. Dieses besteht aus drei Modulen: Der Transmitter wird mit einem beigelegten Adapterkabel an die Lautsprecherausgänge oder an den Vorverstärkerausgang der Vorstufe/des Vollverstärkers angeschlossen. Mittels drahtloser Signalübertragung findet die Ansteuerung der beiden Mono Class D-Verstärker statt, die pro Stück 50 Watt Sinusleistung mobilisieren. Das komplett 599 EUR kostende System konnte absolut überzeugen, denn es waren keine Verzerrungen und kein Clipping auch bei hoher Hörlautstärke zu bemerken. Souverän und kontrolliert wurde schiere Leistung freigesetzt, und zwar in einem Umfang, den man in Anbetracht der zivilen Leistungsdaten den zierlichen Endstufen nie zugetraut hätte. Durch UNI-Q sind die Gruppenlaufzeiten exzellent, dadurch entsteht ein in sich geschlossenes, homogenes Klangbild. 

Top in Form: Die pro Stück 319 EUR kostende iQ50 ist eine 2,5 Wege Bassreflex-Box mit einem 130 mm UNI-Q-Chassis (eingelassen ist der 19 mm Hochtöner) und einem 130 mm Tieftöner. Der Frequenzgang (+/- 3 dB) reicht von 40 Hz bis 40 kHz. Der 8 Ohm Lautsprecher sollte mit Verstärkerleistungen, die zwischen 15 und 130 Watt liegen, angesteuert werden. Der maximale Schalldruck des 10,2 kg wiegenden Lautsprechers liegt bei 109 dB. Lieferbar ist die iQ50 in den Farben Black Ash, Dark Apple, American Walnut, Light Oak Veneer und Walnut Veneer. Mit Abmessungen von (B x H x T) 815 x 175 x 261 mm ist der Lautsprecher problemlos unterzubringen. 

C-Serie

Im Rampenlicht stand auch die neue Einsteigerbaureihe von KEF: Die C-Serie. Alle Lautsprecher weisen einen 19 mm Hochtöner auf und sind als 8 Ohm-Boxen konzipiert. Sie sind in den Farbvarianten Black Ash (mit schwarzer Hochglanz-Front) und European Walnut lieferbar. 

Kleine Sensation: Die KEF C1 kommt auf einen Stückpreis von 79 EUR. Dafür gibt es eine sehr gute Verarbeitung und sehr gute Leistungsdaten - der 2-Wege-Bassreflex-Regallautsprecher mit 100 mm Tiefmitteltöner ist zum Anschluss an Verstärker mit bis zu 100 W geeignet und erzielt maximal 106 dB Schalldruck. Der Frequenzgang reicht von 65 Hz bis 40 kHz. Die Empfindlichkeit der 3,2 kg wiegenden Box (2,83 V @ 1 m) beträgt 87 dB. Mit Abmessungen von (B x H x T)  260 x 150 x 221 mm braucht der Schallwandler nur wenig Stellfläche. 

Die C3 kommt auf 99 EUR/Stück und ist mit einem 130 mm Tiefmitteltöner ausgestattet. Der Frequenzgang reicht von 54 Hz bis 40 kHz. Die empfohlene Verstärkerleistung sollte zwischen 10 und 125 Watt betragen. Die Empfindlichkeit beträgt 88 dB, der maximal erzielbare Schalldruck liegt bei 108 dB. 4,4 kg wiegt der Regallautsprecher, die Abmessungen betragen 290 x 177 x 256 mm. 

Als Center, aber auch als rechter und linker Frontlautsprecher einzusetzen ist der C6LCR für einen Stückpreis von 149 EUR. Zwei 130 mm Tiefmitteltontreiber umschließen den 19 mm Hochtöner. Der Frequenzgang geht von 65 Hz bis 40 kHz, die empfohlene Verstärkerleistung gibt KEF mit 10 bis 150 Watt an. Die Empfindlichkeit der 6,2 kg wiegenden Konstruktion liegt bei 90 dB. Die Maße (B x H x T): 177 x 430 x 211 mm. 

Als Standlautsprecher der C-Serie sind C5 (links, Stückpreis 199 EUR) und C7 (rechts, Stückpreis 249 EUR) im Programm. Beides sind 2-Wege-Bassreflexlautsprecher. die Tiefmitteltöner sind als 2 x 165 mm Treiber (C7) beziehungsweise als 2 x 130 mm Treiber (C5) ausgeführt. Beide Lautsprecher haben einen Frequenzgang bis hoch auf 40 kHz. Die tiefste darstellbare Frequenz liegt bei der C7 bei 36, bei der C5 bei 41 Hz. Als empfohlene Mindest-Verstärkerleistung gibt KEF in beiden Fällen 15 Watt an. Maximal sollten die angeschlossenen Verstärkereinheiten 150 Watt (C5) beziehungsweise 200 Watt (C7) an Leistung abliefern. Der Wirkungsgrad (die Empfindlichkeit) gibt KEF mit 91 dB (C7) und  90 dB (C5) an. Während die C5 Abmessungen von (H x B x T) 915 x 177 x 250 mm aufweist und 11,5 kg wiegt, kommt die C7 auf 965 x 203 x 286 mm und ein Gewicht von 13,4 kg. 

Fazit

KEF präsentierte sein Produktprogramm zusammen mit Arcam Komponenten (im Bild die Kombination KEF C1 und Arcam Solo Mini). Arcam wird von GP Acoustics in Deutschland vertrieben.

KEF bietet momentan ein breit gefächertes und leistungsstarkes Produkt-Portfolio. Mit der C-Serie ist man nun auch im Einsteigersegment aktiv und bietet hier eine hervorragende Synthese aus niedrigem Kaufpreis und guter Qualität an - ein Test eines C-Serie-Systems folgt noch im Jahre 2008. Die nagelneue iQ50 ist ein echter Spaßmacher, der stets souverän und nachdrücklich agiert. Zusammen mit der Universal Wireless Lösung werden wir die 2,5 Wege-Box testen. Ein zeitloses akustisches Kunstwerk mit modernster Technik ist die Muon - 100 sehr liquide Kunden werden einen Schallwandler bekommen, wie es ihn noch nie gegeben hat. 

Text: Carsten Rampacher
08.09 2008

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD