AREA DVD-TEST: Apple iPhone 3G - die 2. Generation mit UMTS und GPS

14.07.2008 Autor: Karsten Serck

Das Gerät

Mit der neuen "3G"-Version geht der Hype um das iPhone von Apple in die nächste Runde. Die Hardware des iPhone 3G bietet gegenüber dem Vorgänger als Neuheiten den UMTS-Empfang inklusive HSDPA sowie ein internes GPS-Modul. Ansonsten bleibt es bei der altbekannten Ausstattung, deren grundlegende Funktionen wie Touch-Screen-Steuerung und ein integrierter Web-Browser auch im iPod touch zu finden sind (siehe Test) weswegen in diesem Test auch nur auf die Neuerungen bzw. noch offenen Baustellen des iPhone 3G eingegangen wird. 

Anstatt für 399 EUR wie beim iPhone der ersten Generation gibt es das "iPhone 3G" jetzt in Deutschland mit 8 GB Speicher zu Preisen zwischen 1 und 169 EUR je nach Vertrag. Während in anderen Ländern mehrere Netzbetreiber das neue iPhone anbieten, ist in Deutschland weiterhin T-Mobile der einzige Anbieter, der Verträge mit Preisen zwischen 29 und 89 EUR anbietet (siehe www.t-mobile.de/iphone).

  • Optik: Gegenüber dem ersten iPhone hat sich das iPhone 3G nur leicht optisch verändert. Primär fällt das iPhone 3G durch die schwarze Rückseite aus Kunststoff auf, die vorher aus spiegelndem Aluminium war. Die Abmessungen sind auch nur in geringem Umfang verändert worden. Der "Schmierfaktor" ist ungefähr gleich: Ästhetische Ansprüche sollte man an das iPhone nur dann stellen, wenn man es mit Samthandschuhen benutzen will, denn selbst mit gewaschenen Händen sind Schmierspuren bereits bei der ersten Berührung sichtbar und nach dem ersten Telefonat sieht die glänzende Vorderseite aus wie nach einer Nacht im Regen, sofern man das Telefon nicht gezielt so in die Hand nimmt, dass es keinen direkten Kontakt mit Haut und Haaren bekommt. Die abgerundete Rückseite sorgt dafür, dass das iPhone 3G sich schlecht für Eingaben nutzen lässt, solange es auf einer Fläche abgelegt ist, da dieses bei jeder Eingabe leicht wackelt.

  • Anschlüsse: Der 3.5 mm-Klinkensteckeranschluss für den Kopfhörer ist nicht mehr nach hinten versetzt sondern erlaubt ebenso wie beim iPod touch jetzt den Anschluss beliebiger Kopfhörer. Zwar wiedersetzt sich Apple auch beim Iphone 3G dem Handy-üblichen Standard der Wechsel-Akkus. Das Gehäuse ist aber immerhin verschraubt und der Akku auch nicht mehr fest integriert, so dass für Service-Betriebe ein späterer Akku-Wechsel einfacher wird.

  • Eine Docking-Station befindet sich nicht im Lieferumfang sondern nur ein normales USB-Adapter-Kabel, welches auch bei den normalen iPods mitgeliefert wird. Zwar meldete das iPhone 3G beim Einlegen in eine Yamaha Docking-Station, dass diese nicht kompatibel sei. Sowohl das Aufladen als auch die Musikwiedergabe waren aber problemlos möglich. Das kompakte Lade-Netzteil ist so klein, dass es in jedem Reisegepäck Platz findet. Das Netzteil ist für den weltweiten Einsatz von 100-240 V und 50/60 Hz geeignet. Im Lieferumfang befindet sich aber nur ein Euro-Netzstecker-Adapter.

  • Der integrierte Mono-Lautsprecher auf der Unterseite bietet trotz der geringen Abmessungen einen erstaunlich guten Klang der sogar etwas Bass bietet. Der Lautstärkepegel reicht zumindest aus, um in geschlossenen Räumen Musik oder Podcasts deutlich genug verstehen zu können oder über die Freisprechfunktion zu telefonieren. Lediglich für die freie Umgebung erscheint der Pegel noch etwas zu gering. Und liegt das iPhone in der Hand, kann es schnell passieren, dass der Lautsprecher von Fingern zugedeckt wird und nur noch leise zu hören ist..

  • Display: Im Direktvergleich mit dem alten iPhone zeigt das iPhone 3G im Auslieferungszustand im Display einen leichten Gelbstich. Apple hat die Farbtemperatur etwas wärmer abgestimmt als beim iPhone der ersten Generation. 

    Dies hat Apple aber selbst inzwischen schon wieder etwas korrigiert. Während das iPhone 3G mit der Firmware 2.0 (5A345) ausgeliefert wird, gibt es bereits einen aktuelleren Software-Build 5A347 mit einer neutraleren Weißabstimmung.

    Dieser wird nicht automatisch bei der Suche nach einem Update in iTunes erkannt, sondern nur dann installiert, wenn das iPhone 3G über die Funktion "Wiederherstellen" komplett zurückgesetzt wird. Dieses Verfahren klappt auch bei Verwendung des deutschen iTunes. Bei der Wiederherstellung werden sämtliche Einstellungen und Daten des Geräts gelöscht und müssen anschließend wieder eingespielt werden.

 

  • UMTS/EDGE/WLAN: Ausgerechnet beim Empfang via UMTS schwächelte unser Gerät aus der Serienproduktion trotz flächendeckender UMTS-Versorgung in der Umgebung deutlich. Nur in unmittelbarer Nähe zu einer UMTS-Basisstation war ein guter UMTS-Empfang möglich, der bereits durch geringfügige Abschattungen des Signals gestört wurde. So ging der Signalpegel bereits bei einem Abstand von mehr als 300 m zur Basisstation deutlich zurück und selbst im Freien schaltete das iPhone 3G ab dieser Distanz häufig auf den EDGE-Empfang zurück, sobald Gebäude die direkte Sicht zur Basisstation unterbanden. In geschlossenen Räumen rund 500 m von der Basisstation entfernt war so gut wie kein UMTS-Empfang mehr möglich. An all diesen Standorten war hingegen UMTS mit einem Nokia E61i ohne Einschränkungen nutzbar und der volle Signalpegel zu beobachten. Und bei Umschaltung auf EDGE zeigte das iPhone 3G selbst den vollen Signalpegel an. Wer die genauen dB-Werte des iPhone 3G erfahren möchte, bekommt diese durch Eingabe von *3001#12345#* über die Ziffern-Tasten des Telefon-Menüs.


    UMTS              EDGE

    Das Umschaltverhalten zwischen UMTS auf EDGE des iPhone 3G erweist sich zumindest als gut, da der Wechsel wirklich erst dann stattfindet, wenn praktisch kein Signal mehr empfangbar ist und nicht schon bei einem schwachen Signal, welches aber dennoch eine UMTS-Übertragung gewährleistet. Denn UMTS zeigt sich bei der Datenübertragung weniger empfindlich als das normale GSM und bietet auch bei schwachem Signal fast die gleiche Datenperformance. So gelang es, selbst mit nur einem Balken in der Signalstärkeanzeige eine UMTS-Übertragung mit guter Geschwindigkeit hinzubekommen. Die Seite inetworktest.com zeigte eine UMTS-Übertragung mit 552 kbps an. Mit EDGE wurde eine Übertragungsrate von 270 kbps und bei WLAN 765 kbps angezeigt. Subjektiv macht sich der Performanceunterschied zwischen UMTS und EGDE aber nicht ganz so deutlich bemerkbar wie es die Zahlen signalisieren, so dass auch bei nicht vorhandener UMTS-Versorgung Datenübertragungen mit passabler Geschwindigkeit möglich sind. Durch das in Deutschland quasi flächendeckend verfügbare und auch auf dem "platten Lande" mit guten Übertragungsraten nutzbare EDGE-Netz von T-Mobile lässt sich auch außerhalb der UMTS-Versorgung in den Ballungsräumen eine stabile Datenverbindung herstellen, die nebenbei auch den Akku des Geräts schont (Einstellungen > Allgemein > Netzwerk > 3G aktivieren). Das iPhone lässt sich aber nicht so einstellen, dass es ausschließlich im UMTS-Band funkt.

    Leider lässt sich das iPhone 3G im Unterschied zu den meisten UMTS-Handys nicht als externes Datenmodem nutzen. T-Mobile scheint das Problem aber zumindest insoweit erkannt zu haben, als dass mit den neuen Verträgen auch die Nutzung der SIM-Karte in einem anderen Handy erlaubt ist und man sogar bis zu zwei zusätzliche SIM-Karten bestellen kann, um den Datentarif z.B. mit einer speziellen Datenkarte zu nutzen.

    In Reichweite eines freigegebenen WLAN-Netzes greift das iPhone 3G für den Datenzugang automatisch auf das WLAN anstelle von UMTS und EDGE zurück. Kaum ein elektronisches Gerät erweist sich bei der WLAN-Nutzung auch so unkompliziert wie das iPhone. Sind die Konfigurationsdaten für das WLAN eingegeben, verbindet sich das iPhone innerhalb von Sekunden und stellt auch unterbrochene Verbindungen in Kürze wieder her, ohne dass der Benutzer mit Fehlermeldungen oder erneuten Eingaben genervt wird. Bei WLAN-Netzen, deren SSID-Name versteckt übertragen wird, ist ebenso wie mit dem iPod touch nur eine Verbindung möglich, wenn das WLAN komplett manuell konfiguriert wurde. Die Reichweite des WLAN-Moduls erscheint im Vergleich zur ersten Generation leicht verbessert und ist im Vergleich zu anderen mobilen Geräten recht gut.

    Für den iPhone-Besitzer ist auch transparent sichtbar, auf welchem Wege die Daten gerade übertragen werden, da nur dann, wenn "3G" und "EDGE" genutzt werden, die entsprechenden Symbole in der oberen Statusleiste zu sehen sind. Zur Kontrolle der Datenmengen gibt es auch ein Untermenü (Einstellungen > Allgemein > Benutzung), in dem ausschließlich die über UMTS oder EDGE übertragenen Daten angezeigt werden.

  • GPS: Das integrierte GPS findet normalerweise innerhalb weniger Sekunden den Standort des Benutzers. Sporadisch waren aber auch Aussetzer zu beobachten. Die primäre Anwendung ist bislang Google Maps, welches auch eine einfache Routenplaner-Funktion bietet und auch die Suche z.B. nach Kinos und Restaurants in der näheren Umgebung ermöglicht. Ein richtiges Navigationssystem mit Sprachansage bietet das iPhone 3G aber nicht und leider fehlt auch eine Kontrollfunktion, die eine Übersicht über den Status des GPS-Empfangs gibt, um eventuellen Störungen auf die Spur zu kommen.

  • Telefon: Die Sprachqualität ist über UMTS gut. Bei Telefonaten im normalen GSM-Netz liegt die Verständlichkeit auf gleichem Niveau wie bei UMTS. Die Kompression produziert bei GSM allerdings einen leicht synthetischen Klang. Die auf dem Telefon befindlichen Klingeltöne klingen zu einem Großteil etwas verspielt. Die Verwendung beliebiger Musiktitel als Klingelton ist nicht möglich und der Klingelton-Import wird in iTunes sogar unterbunden. Nur Einkäufe aus dem iTunes Store können als Klingelton angefordert werden, müssen aber dann noch einmal gesondert bezahlt werden. Außerdem ist auch das iPhone 3G mit einem Sim Lock versehen, so dass selbst Vertragskunden nicht einmal die Möglichkeit bekommen, auch eine andere Karte im iPhone zu nutzen.

  • Kamera: Im iPhone 3G steckt die gleiche 2 Megapixel-Kamera des Vorgängers, die Bilder mit einer Auflösung von gerade einmal 600 x 800 Pixeln anfertigt. Die Bilder der Fixfocus-Kamera wirken oft leicht unscharf und der Benutzer hat auch keine Einstellmöglichkeiten. Insbesondere ein manueller Weißabgleich wäre wünschenswert, da die automatische Abstimmung der Kamera bei ungünstigen Lichtbedingungen häufig daneben liegt. Das Anfertigen von Videos ist auch nicht möglich.

  • Bluetooth: Die Bluetooth-Funktionalität reduziert sich weiterhin auf ein Minimum. Lediglich der Anschluss eines Bluetooth-Headsets und die Integration in Freisprechanlagen wird unterstützt. Erstaunlich, dass Apple hier gerade für Abspielen von Musik nicht neue Möglichkeiten zur Verbindung mit Musikanlagen über das A2DP-Protokoll bietet. Und die bei UMTS-Handys mit Bluetooth eigentlich selbstverständliche Modem-Unterstützung fehlt beim iPhone ebenso. Die Verbindung zum PC erfolgt auf bekanntem Wege ausschließlich über iTunes und auf diesem Wege ist auch eine Synchronisierung der Kontakte aus dem Windows-Adressbuch möglich.

  • Akkulaufzeit: Wie bei anderen Handys auch, verursacht UMTS auch beim iPhone 3G einen höheren Stromverbrauch. Bei der Telefonie soll der Akku mit bis zu fünf Stunden Sprechdauer laut Apple nur halb so lange halten wie ohne UMTS. Für die Internet-Nutzung sollen laut Apple bis zu fünf Stunden möglich sein bzw. sechs Stunden mit WLAN und die Video-Wiedergabe soll nonstop bis zu sieben Stunden möglich sein. 

    Diese Angaben decken sich mit den Erfahrungen aus dem Praxisbetrieb von drei Tagen, in denen im Schnitt bei einem Mix aus Internet, Telefonie, Musik und Anwendungen ein Gesamtbetrieb von ungefähr fünf bis sechs Stunden erreicht wurde. Wer das iPhone nicht als Haupttelefon nutzt, kann zuhause Strom sparen, indem er die Mobilfunk-Verbindung über den "Flight Mode" deaktiviert. WLAN wird zwar mit dem Flight Mode auch deaktiviert, lässt sich aber auch wieder manuell starten.

Neuerungen der Software 2.0

Die meisten Veränderungen des iPhone 3G ergeben sich vor allem durch die neue Software-Version 2.0. Diese steckt nicht nur im neuen iPhone 3G sondern wurde zeitgleich zum Verkaufsstart am 11. Juli als Update für das alte iPhone und den iPod touch veröffentlicht. Während iPhone-Besitzer das Update kostenlos erhalten, müssen iPod touch-Besitzer dafür 7.99 EUR zahlen.

  • Push-Mail: E-Mails können jetzt auch in Echtzeit zugestellt werden, sofern man auf einen Exchange-Server zugreifen kann oder den Apple-Service Mobile Me nutzt. Allerdings ist dies meist mit Zusatzkosten verbunden. Den Zugang für einen Exchange-Server gibt es in erster Linie in Unternehmen und für den eigenen Service Apple-Service Mobile.Me, der eine Synchronisation auf verschiedenen Geräten erlaubt, berechnet Apple 79 EUR im Jahr. 

    T-Mobile springt hier leider auch nicht mit einem eigenen kostenlosen Exchange-Account für iPhone-User in die Bresche. IMAP Idle, ein Zugang, den heutzutage so gut jeder Mail-Server bietet und ohne zusätzliche Kosten E-Mail-Push erlaubt, funktioniert auf dem iPhone nicht sondern Mails lassen sich automatisiert maximal im 15 Minuten-Takt abrufen. Leider funktioniert beim normalen Mail-Zugang auch das Löschen nicht hundertprozentig zuverlässig. Bei mehreren POP3 und IMAP-Zugängen wurden die Mails erst dann wirklich vom Server gelöscht, nachdem diese noch einmal aus dem Papierkorb komplett entfernt wurden.

    Bei einer erneuten Verbindung zu einem POP oder IMAP-Server werden Mails nur neu dazu geladen aber auf dem Server inzwischen nicht mehr vorhandene Mails nicht automatisch gelöscht. Der Zugriff auf mehrere E-Mail-Konten ist kompliziert, da zum direkten Wechsel des Posteingangs vier Schritte in der Ordner-Hierarchie erforderlich sind und E-Mail-Konten auch nicht kombiniert angezeigt werden.

    Mit der neuen Software ist jetzt auch gleichzeitiges Löschen mehrerer E-Mails möglich. Word, Powerpoint und Excel-Dateien lassen sich außerdem als Attachment betrachten (aber nicht bearbeiten). Das E-Mail-Programm bietet aber weiterhin keine Einstellmöglichkeiten zum Beschränken des Lade-Umfangs einzelner Mails oder darin enthaltener Attachments, was ansonsten bei fast jedem Smartphone möglich ist.



  • App Store: Was bislang nur auf iPhones mit Jailbreak möglich war, kommt jetzt auch ganz offiziell von Apple: Die Möglichkeit, weitere Programme auf dem iPhone zu installieren. Die meisten Anwendungen sind weniger als 1 MB gross und können daher auch direkt über das iPhone installiert werden. Alternativ gibt es den "App Store" auch als eigene Rubrik in "iTunes". Während das Laden der Programme in iTunes recht zügig geht, dauert die Installation direkt auf dem iPhone meist etwas länger. Die Installation von Programmen ist über einen deutschen iTunes-Account nur aus dem deutschen App Store möglich. Selbst bei kostenlosen Programmen ist für den Download eine Anmeldung mit Kennwort erforderlich. Territoriale Beschränkungen gibt es durchaus. So lässt sich z.B. der Musikservice Pandora nicht über einen deutschen Account installieren. 

    Die Preise für die Programme bewegen sich zwischen 0,79 EUR und 15,99 EUR. Ca. ein Viertel der zum Start erhältlichen Programme ist kostenlos, die anderen Programme kosten meist nur ein paar EUR. Zu den kostenlosen Programmen gehört unter anderem "Remote", mit dem sich iTunes über das iPhone steuern lässt. Bei den kostenpflichtigen Programmen gibt es vor allem viele Spiele und kleinere Tools. Diese haben auch nicht zwangsläufig einen besonderen Nutzwerk sondern bieten oft viel Spielerei, was z.B. Programme wie "iPint" zeigen, bei dem man sich ein virtuelles Bier einschenken kann. Für Musikfans interessant sind die beiden Programme "Tuner" und "allRadio", die das iPhone um Webradio-Dienste ergänzen. Auch die Musikplattform "Last.fm" bietet ein eigenes Programm für das iPhone an.

    Durch den "App Store" hat Apple freilich auch die Kontrolle darüber, was überhaupt auf dem iPhone installiert werden kann und kann bei Programmen einschreiten, die das eigene Geschäftsmodell gefährden. Entsprechend ist davon auszugehen, dass die freie Programmierer-Szene auch in Zukunft aktiv bleibt. Ein "Jailbreak" für die 2.0-Software soll sogar schon in Kürze erhältlich sein. 


  • Safari: Der Internet-Browser zeigt sich weitgehend unverändert. Normale Internetseiten werden sehr gut skaliert und lassen sich durch Zoom in einzelne Bereiche auch ohne besondere Optimierung für mobile Geräte anzeigen. Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit durch längeren Druck auf ein Bild dieses abzuspeichern. Viele alte Probleme sind aber weiterhin vorhanden. Dazu gehören ein im Vergleich zum Opera Mini-Browser teilweise recht träger Cache oder die schlechte Lesbarkeit von Internetseiten die ganz allgemein für alle mobilen Endgeräte und nicht nur das iPhone optimiert sind und von denen der Text im Browser häufig zu klein dargestellt wird. Neu ist die Funktion, Internet-Bilder durch längeren Druck auf das Bild abspeichern zu können. Die Anzeige von Flash-Elementen ist weiterhin nicht möglich. Zur Optimierung der Datenübertragung lässt sich im T-Mobile-Netz unter speed.t-mobile.de zusätzlich eine Bildkomprimierung aktivieren.


  • Screenshots des aktuellen Bildschirminhalts: Home Button (unten) gedrückt halten und anschließend kurz Ausschalter betätigen. Die Bilder lassen sich im Programm "Foto" betrachten und einzeln via E-Mail versenden oder bei vorhandener USB-Verbindung komplett über den Kameraassistenten auf den PC kopieren.

  • Wissenschaftlicher Rechner (beim Drehen des iPod)

  • Bei Passworteingaben wird zur Kontrolle das eingegebene Zeichnen kurz angezeigt
Fazit

Das iPhone 3G ist aufgrund seiner gut realisierten Touchscreen-Steuerung derzeit das beste mobile Gerät für Personen, die mobile Online-Dienste vor allem passiv nutzen ohne umfassende Texteingaben zu machen. Angebote, die nur wenige Clicks erfordern, lassen sich mit dem Touchscreen über die virtuellen Buttons hervorragend steuern. Pluspunkt des iPhone 3G ist weiterhin der integrierte Safari-Browser, der es ermöglicht, ganz normale Internetseiten in schnellem Tempo gut lesbar darzustellen.

Das reine Touchscreen-Konzept ist hingegen nur bedingt für die Eingabe von Texten geeignet. Die virtuelle Tastatur ist für Männerhände zu schmal, um mit hoher Geschwindigkeit auf Dauer fehlerfrei schreiben zu können. Bei Eingaben mit Zwei Finger-System tippt man häufig daneben, weil die Daumen einen Grossteil der virtuellen Tastatur verdecken und mit einem Finger sinkt zwar die Fehlerquoute aber auch die Eingabegeschwindigkeit. Apple verschafft hier keine Abhilfe, da nur wenige Anwendungen wie der Safari-Browser auch eine Eingabe über die Tastatur im Breitformat erlauben und verschlimmert das Problem auch noch durch eine Rechtschreibkorrektur, die sich nicht abschalten lässt und ohne Zustimmung des Benutzers korrekte Eingaben durch Begriffe aus der Wörterdatenbank ersetzt, die oft vollkommen sinnentfremdend sind. Vorteile für das Schreiben auf dem Touchscreen dürften daher nur Benutzer erleben, die zuvor mit T9 auf einem Handy noch langsamer geschrieben haben. Eine echte QWERTZ-Tastatur, wie sie z.B. auf den Blackberries sehr gut umgesetzt wurde, kann die virtuelle Tastatur aber nicht ersetzen.

Die meisten Änderungen des iPhone 3G ergeben sich durch die Software, die auch Besitzer des alten iPhone nutzen können. Zu den essentiellen Neuigkeiten der Hardware gehören nur UMTS und GPS. Der UMTS-Empfang bietet eine etwas höhere Geschwindigkeit, die man im alltäglichen Gebrauch aber nicht so deutlich wahrnimmt und mit unserem Gerät war es auch überwiegend nur im Freien in direkter Nähe zu einer UMTS-Basisstation möglich, die schnelle Datenübertragung zu nutzen. Das GPS-Modul bietet sicherlich sinnvolle Möglichkeiten. Viel mehr als Google Maps kann man derzeit aber leider nicht damit anfangen. Für Besitzer des iPhone drängt sich daher ein Kauf des iPhone 3G nicht auf. Wer schon immer mit dem iPhone geliebäugelt hat, bekommt dieses aber immerhin jetzt mit etwas besserer Technik für weniger Geld.

Die einfache Touchscreen-Steuerung in einem Mobiltelefon mit integriertem iPod ist weiterhin die Stärke des iPhone 3G. Die Fangemeinde scheint es bislang zu verzeihen, dass Apple Technik, die in Handys bereits schon lange zum Standard gehört, in das iPhone nur zum Teil integriert und z.B. auch keine Möglichkeit bietet, das iPhone mit externem Speicher zu erweitern. Die Hardware wurde beim iPhone 3G verbessert, doch die Software macht davon bislang kaum Gebrauch. Leider hat Apple zwar einige neue Funktionen dem iPhone hinzugefügt, viele kleine Schwachstellen sind aber weiterhin vorhanden. So lässt sich das iPhone nicht als UMTS-Modem nutzen und auch die Bluetooth-Unterstützung ist auf ein Minimum reduziert. Die eingebaute Kamera macht Fotos nur in geringer Auflösung und bietet neben fehlenden Einstellmöglichkeiten auch keine Video-Funktion. Es bleibt abzuwarten, ob hier Drittanbieter im "App Store" Lösungen bieten werden, die die Funktionalität des iPhone erweitern und noch vorhandene Defizite ausgleichen. 

Preis-/Leistung:
Pro
  • Einfache Touchscreen-Steuerung
  • UMTS, EDGE und WLAN
  • GPS
  • Push-Mail (mit Einschränkungen)
  • Scharfes Display mit sauberer Skalierung selbst kleinster Schriften
  • Sehr gute Darstellung von Internet-Seiten auf dem Internet-Browser
  • iTunes Musik-Kauf direkt via WLAN möglich
  • App Store (auch mobil nutzbar, Download größerer Programme teilweise nur über WiFi)
  • Excel, Word, Powerpoint-Support (für E-Mail-Attachments)
Contra
  • Schlechter UMTS-Empfang
  • Push-Mail nur mit Exchange-Server und MobileMe - kein IMAP Idle
  • Virtuelle Tastatur mit großen Fingern schwer nutzbar, schlechte Rechtschreib-Korrektur
  • Mangelhafte Bluetooth-Unterstützung
  • Music Store nicht über UMTS/EDGE nutzbar
  • Schlechte Darstellung von PDA-optimierten Internet-Seiten
  • Sehr empfindlich gegen Fingerabdrücke
  • Kamera mit geringem Nutzwert
  • Keine freie Auswahl von Klingeltönen und SIM-Lock
Technische Daten laut Hersteller
  • Größe des Displays: 3,5" (8,89 cm Diagonale)
  • Displayauflösung: 480 x 320 Pixel (163 ppi)
  • Eingabemethode: Multi-Touch
  • Speicherkapazität: 8 GB und 16 GB
  • Mobilfunk:
    UMTS/HSDPA (850, 1900, 2100 MHz)
    GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz)
  • Datenfunk:
    Wi-Fi (802.11b/g)
    UMTS/HSDPA (850, 1900, 2100 MHz)
    EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz)
    Bluetooth 2.0 + EDR
  • GPS: Assisted-GPS
  • Kamera: 2,0 Megapixel
  • Unterstützte Audioformate: AAC, Protected AAC, MP3, MP3 VBR, Audible (Formate 1, 2 und 3), Apple Lossless, AIFF und WAV
  • Unterstützte Videoformate: H.264-Video: bis zu 1,5 MBit/Sek., 640 x 480 Pixel, 30 Bilder pro Sek., Low-Complexity-Version des H.264 Baseline Profile mit AAC-LC Audio mit bis zu 160 KBit/Sek., 48 kHz, Stereo-Audio in den Formaten .m4v, .mp4 und .mov; H.264-Video: bis zu 2,5 MBit/Sek., 640 x 480 Pixel, 30 Bilder pro Sek., Baseline Profile bis zu Level 3.0 mit AAC-LC Audio mit bis zu 160 KBit/Sek., 48 kHz, Stereo-Audio in den Formaten .m4v, .mp4 und .mov; MPEG-4-Video: bis zu 2,5 MBit/Sek., 640 x 480 Pixel, 30 Bilder pro Sek., Simple Profile mit AAC-LC Audio mit bis zu 160 KBit/Sek., 48 kHz, Stereo-Audio in den Formaten .m4v, .mp4 und .mov
  • Batterie:
    Sprechdauer: bis zu 5 Std. mit 3G, bis zu 10 Std. mit 2G
    Standbydauer: bis zu 300 Std.
    Internetnutzung: bis zu 5 Std. mit 3G, bis zu 6 Std. mit Wi-Fi
    Videowiedergabe: bis zu 7 Std.
    Audiowiedergabe: bis zu 24 Std.
  • Abmessungen: 115 x 62,1 x 12,3 mm

Lieferumfang

  • iPhone 3G
  • Stereo-Kopfhörer mit Mikrofon
  • USB-Netzteil
  • Dock-Connector-auf-USB-Kabel
  • Dokumentation
  • Reinigungstuch
  • Werkzeug zum Entfernen der SIM-Karte

 

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