TEST: Harman Kardon AV-Receiver AVR-355

06. Oktober 2008 (cr)

Einführung

Für 999 EUR bietet Harman Kardon den AVR-355 mit leistungsfähiger Videoelektronik (Faroudja DVDi), Decodern für Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio sowie mit 7 c 65 Watt (bei 20 Hz bis 20 kHz und 0,07 % Klirrfaktor bei 8 Ohm) an. Mit gleich drei Surround-Aufpolierern (Dolby Pro Logic IIx, DTS Neo:6, Logic 7), die jeweils über Film- und Musik-Modus verfügen, sowie mit Dolby Virtual Surround und Dolby Headphone trumpft der AV-Receiver ebenfalls auf. Das Bedienkonzept mit hoch auflösendem GUI und beleuchteter Fernbedienung wurde komplett neu entwickelt. Was der AVR-355 leistet, lesen Sie im folgenden Test. 

Verarbeitung

Gute Haptik, schicke Optik

Der Lautstärkeregler sieht elegant aus, ist aber kein Musterbeispiel bezüglich der Haptik

Display mit guter Auflösung

Fernbedienung

Etwas zu umfangreiche Verkabelung - aufgeräumt sieht anders aus

Kühlkörper

Das Platinenlayout ist sorgfältig

Der Harman Kardon präsentiert sich in leicht modifizierter Optik im Vergleich zu früheren Modellen. Alles wirkt gediegener, runder - das sehr gute Display in Punktmatrixauflösung ist geblieben. Auch, wenn die Frontblende des AVR-355 aus Kunststoff besteht: Schick sieht er auf jeden Fall aus. Das liegt auch daran, dass Kunststoff zwar als Trägermaterial zum Einsatz kommt, welches aber im Bereich unterhalb des Displays mit einer anthrazit eloxierten Metallfolie bezogen wurde. Der sehr schmale Lautstärkeregler ist elegant beleuchtet, aber nach wie vor kein Musterbeispiel für haptische Perfektion und Präzision. Die Geräterückseite ist sehr gut verarbeitet, alle Anschlussbuchsen sitzen fest. Die Gerätestandfüße überzeugen (neue Lösung) nicht auf der ganzen Linie. Der innere Aufbau entspricht dem Standard der Preisklasse, heraus sticht der große Trafo, die Verkabelung könnte sorgfältiger ausfallen. Die mitgelieferte Fernbedienung ist von sehr guter Qualität. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet.

Anschlüsse

Rückseite

Üppig ausstaffierter Front AV-Eingang mit optischem und koaxialem Digitalanschluss

Der AVR-355 ist ordentlich mit Eingängen ausgerüstet. Drei HDMI-Eingänge und ein HDMI-Ausgang sind verfügbar. Alle Interfaces entsprechen dem modernen Standard 1.3a. Zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge sind auf der Rückseite zu finden, ebenso ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang. Auf der Vorderseite sind ein weiterer optischer und ein weiterer koaxialer Digitaleingang untergebracht, die von einem S-Video- und einem Composite-Video-Eingang sowie von einem 2-Kanal-analog-Stereoeingang flankiert werden. Ein 7.1 Vorverstärkerausgang ist ebenso Standard wie ein 7.1-Externeingang. Auf der Rückseite kommen 5 weitere analoge Stereo-Toneingänge sowie 2 Stereo-Ausgänge (Cinch) zusammen mit einem Zone 2-Ausgang (Stereo-Cinch) hinzu. Videoseitig werden aus analoger Sicht gleich drei Komponenteneingänge sowie ein Komponentenausgang geboten. Ferner finden sich drei S-Video-Eingänge, drei Composite-Eingänge sowie zwei Composite/S-Video-Ausgänge. Auf der Rückseite ist auch ein richtiger Netzschalter. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Ausstattung

Der AVR-355 ist reichhaltig ausstaffiert. Mit einer Leistung von 7 x 65 Watt, die aber in einem Frequenzbereich zwischen 20 Hz und 20.000 Hz zur Verfügung steht, werden sehr gute Ergebnisse - zumindest auf dem (geduldigen) Papier erreicht. Die Hochstromfähigkeit gibt Harman Kardon mit -/+ 35 Ampere an. An Decodern ist alles, was der Markt verlangt, integriert:

  • Dolby® Digital Plus
    Dolby TrueHD
    Dolby Digital EX
    Pro Logic® IIx
    Dolby Virtual Speaker 
    DTS-HD
    DTS-HD Master Audio
    DTS® 5.1
    DTS-ES® 6.1 Discrete & Matrix
    DTS 96/24™
    DTS Neo:6®
    Logic 7®

Hinzu kommt noch Dolby Headphone für die Surroundwiedergabe über einen normalen Stereokopfhörer. Natürlich darf beim AVR-355 auch kein automatisches Lautsprechereinmess-System inklusive EQ-Funktion (Harman-Jargon: "EzSet/EQ") fehlen. Das mitgelieferte Mikrophon erscheint hochwertig. Der AVR-355 ist aus akustischer Sicht multiroom-fähig (2. Hörzone). Als DSP-Prozessor vertraut HK beim 14,4 kg wiegenden AVR-335 auf den Cirrus CS-49700, als Audio D/A-Wandler für die Tonausgabe werden 192 kHz/24-Bit-Bauteile eingesetzt. Die mitgelieferte Fernbedienung ist lernfähig und vorprogrammiert, es ist möglich, bis zu 8 Geräte damit zu steuern. Wer die Lautsprechereinstellungen lieber manuell vornimmt, wird sich über die für jede Lautsprechergruppe getrennt einstellbaren Übernahmefrequenzen freuen. Videoseitig verfügt der AVR-355 über eine leistungsfähige Upscaling-/De-Interlacingeinheit, die eingehende analoge und digitale Signale auf bis zu 1.080p hochskalieren/deinterlacen kann. Sogar ein Video-EQ mit vorprogrammierten Bildfeldern sowie benutzerdefinierten Grundeinstellungen ist mit an Bord. Der eingebaute De-Interlacer verfügt über einen schaltbaren Film-Modus. Mittels der Harman Docking Station "the Brigde II" kann auch der iPod in die AV-Anlage eingebunden werden. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

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