AREA DVD-TEST: DVD-Player Oppo DV-983H - Einer der besten Player der Welt für weniger als 400 EUR
31.07.2008 Test: Karsten Serck
Einleitung
Eigentlich ist die DVD ein Auslaufmodell. Denn die Blu-ray Disc bietet die
höhere Auflösung und somit auch meist ein schärferes Bild als die Mitte der
Neunziger Jahre entwickelte DVD. Nichtsdestotrotz wird die DVD aber noch für
viele Jahre erhalten bleiben und auch in den Regalen der Sammler tümmeln sich noch
weiterhin viele DVDs. Die erste Generation der Blu-ray Disc-Player war zwar auch
bereits in der Lage DVDs abzuspielen, konnte dabei qualitativ aber nur teilweise
überzeugen. Die Suche nach dem perfekten DVD-Player, der für möglichst wenig
Geld aus dem DVD-Archiv das Beste herausholt, dürfte somit noch für einige
Zeit ein Thema bleiben.
Einer der DVD-Player, der diesen Anspruch erfüllen könnte, ist der Oppo
DV-983H, der zum Preis von 388 EUR direkt online verkauft wird (www.opposhop.com)
und einen Scaler-Chip der Extra-Klasse bietet: Von der Masse unterscheidet sich das Flagschiff des schwedischen Herstellers
durch den ABT-102 von Anchor Bay Technology, der auch in dem Video-Scaler DVDO iScan
VP30 verbaut wird und DVD-Bilder auf 720p, 1080i oder 1080p hochskaliert. Video-Parameter wie Schärfe, Kontrast, Farben und Gamma
lassen sich über den integrierten Video-Equalizer anpassen.
Darüber hinaus ist der Oppo DV-983H zum Preis von 388 EUR auch ein
universeller Audio-Player, der neben DVDs und CDs auch DVD-Audio, SACD sowie
HDCD abspielt und den Ton sowohl über HDMI als auch seinen 7.1-Ausgang ausgibt.
Als Multimediaformate werden WMA, XviD, Kodak Picture CD und JPEG unterstützt.
Diese können nicht nur von gebrannten DVDs und CDs, sondern über den
integrierten USB-Anschluss auch direkt von USB-Sticks und Festplatten abgespielt
werden.
Anschlüsse
Der Oppo DV-983 bietet eine üppige Anschlussvielfalt, die dafür sorgt, dass
der Player in so gut wie allen Verstärker-Kombinationen zum Einsatz kommen
kann, da es bei den meisten Anschlüssen für Bild und Ton auch immer eine Alternative
gibt, falls die eigene AV-Anlage nur eine geringe Anschlussvielfalt bietet. Nur
auf die in Europa jahrelang eingesetzte SCART-Buchse muss man verzichten - was
aber auch nicht schadet, weil die optimale Bildqualität dieses Players ohnehin
nur über den HDMI-Ausgang zu erleben ist.
- 1 x HDMI
- 1 x YUV
- 1 x TOSLINK (optischer Digitalausgang)
- 1 x Coaxial (Digital)
- 1 x Stereo-Cinch
- 1 x Composite Video
- 1 x S-Video
- 1 x USB
- 1 x 7.1 (analoger Mehrkanalausgang)
- 1 x RS 232 & 3.5 mm Klinke In/Out (Remote)
Features
Der Oppo DV-983H wirkt optisch recht schlicht. Die Ausstattung ist aber
technisch sehr ausgereift. Sehr umfangreich sind die
direkt über die Fernbedienung aufrufbaren Zoom-Modi, zu denen u.a. auch eine
"Underscan-Funktion" gehört, die dem bei Fernsehern üblichen
Overscan entgegentritt und das Bild etwas verkleinert. Leider lässt sich der "Underscan" nicht
genau definieren, so dass es von Fernseher zu Fernseher Glückssache ist, ob der
vorgegebene Wert den jeweiligen Overscan des Fernsehers wirklich haargenau
wieder ausgleicht.
Die Einstellmöglichkeiten des Video-Equalizers sind umfangreicher als bei
manchem Fernseher. Korrigieren lassen sich Schärfe, Kontrast, Helligkeit,
Farbton und -Sättigung, der Gamma-Wert, der Farbraum und der Y/C-Farbversatz.
Für das De-Interlacing stehen neben einem Auto-Modus noch ein "Film
Bias"-
und "Video"-Mode zur Auswahl, mit denen einen bessere
Film-Mode-Erkennung möglich sein soll bzw. komplett deaktiviert werden kann.
Die Einstellungen "2:2 Even" und "2:2 Odd" ermöglichen es außerdem,
dem Player genau vorzugeben, ob er das De-Interlacing im Film- oder Video-Mode
durchführen soll.

Bedienung
Die leicht rundliche Fernbedienung des Oppo-Players wirkt zwar nicht
unbedingt auf den ersten Blick sehr übersichtlich, bietet aber eine
Tastenanordnung, an die man sich schnell gewöhnt. Die Fernbedienung liegt gut
in der Hand und die hohen Tasten sind sehr griffig. Selbst die untersten Tasten
lassen sich problemlos aus einer Hand erreichen, ohne dass die Fernbedienung
aufgrund ihres Eigengewichts aus der Hand kippt. Das Umschalten der Auflösung ist direkt über eine
Taste auf der Fernbedienung oder am Gerät möglich.
Die On Screen-Menüs des DV-983H wirken zwar ein wenig altbacken, sind aber
gut leserlich gestaltet. Leider ist das häufiger verwendete Video Setup-Menü
an letzter Stelle untergebracht, so dass sich der Benutzer erst durch die
einzelnen anderen Menüs zappen muss.
Das Handling erleichtert ein Disc-Speicher, der sich die aktuelle Spielzeit
einer DVD merkt und diese nach erneutem Einlegen in den Player wieder an der
gleichen Stelle startet und bei einigen DVDs zeigt der Player auch ein
individuelles Hintergrundbild von der jeweiligen Disc an. Die Menü-Anzeige gibt
es nur in Englisch und auch für die DVD-Voreinstellungen ist Deutsch keine
bekannte Sprache: Erst durch eine Ländercode-Eingabe ist Deutsch als bevorzugte DVD-Menü-Sprache selektierbar.
Bei den Lade- und Zugriffszeiten ist der Oppo-Player nicht der
Allerschnellste, bietet aber dennoch eine gute Performance ohne übermäßige
Wartezeiten.
Das Display auf der Geräte-Front ist etwas klein geraten und die aktuelle
Laufzeit aus größerem Abstand nur noch schlecht ablesbar. Der Player verfügt
über keinen mechanischen Ein- und Ausschalter, sondern lässt sich nur über
das Stromkabel komplett vom Netz trennen.
Bild
Im Direktvergleich mit dem Denon DVD-3930 und dem Toshiba HD-XE1 testeten wir den Oppo DV-983H an
einem Pioneer PDP-5080-Full HD-Plasma TV.
Bildqualität/Scaling:
Der im Oppo integrierte Scaler produziert ein sehr detailscharfes Bild. Durch die Skalierung wird die Bildschärfe von DVDs deutlich
erhöht und mit sehr guten DVDs wie z.B. "Star Wars - Episode IV",
"Gladiator" oder "Die Mumie kehrt zurück" bietet der
Oppo-Player eine Bildqualität, die der von echtem HDTV schon sehr nahe kommt.
Während sich das Skalierungspotential einiger DVD-Player bereits bei 720p
erschöpft und diese bei einer weiteren Skalierung auf 1080p sogar teilweise wieder an
Schärfe verlieren, bietet der Oppo-Player auf einem Full HD-Fernseher sowohl in 720p als auch 1080p praktisch die gleiche Schärfe. Positiv: Auch NTSC-DVDs mit einer geringeren Auflösung als PAL wie z.B.
"Gladiator" wirken auf dem Oppo-Player richtig scharf und selbst die Letterbox-NTSC-DVD-Erstauflage von "Titanic" bietet trotz
erforderlichem Zoom zur bildschirmfüllenden Darstellung immer noch ein passables Bild.
Im Direktvergleich mit dem Denon DVD-3930 bietet der Oppo-Player eine höhere
Kanten- und Detailschärfe. Dadurch wirkt das Bild des Oppo noch etwas knackiger
als das des Denon.
Details werden auch in Bewegungen deutlicher sichtbar, dazu gehören allerdings auch ungewollte
Details wie Kompressionsartefakte, die durch die hohe Schärfe des Bildes etwas
deutlicher sichtbar werden können als mit einem anderen Player. Mit dem integrierten Schärferegler des Video-EQ
sollte man behutsam umgehen, da bei einer starken Schärfe-Anhebung auch Doppelkonturen
sichtbar werden können. Sehr gute Ergebnisse erzielt man aber bereits mit der
Einstellung der Schärfe auf "+1".
Der Denon DVD-3930 bietet im Vergleich zum Oppo-Player mit seinem "Enhancer"
etwas weniger Spielraum zur Erhöhung der Schärfe.
Neben dem Denon-Player stellten wir noch den Toshiba HD-XE1 zum
Direktvergleich auf, der neben einer exzellenten HD
DVD-Wiedergabe auch als DVD-Player mit einer exzellenten Scaling-Leistung
brilliert. Auch hier hat der Oppo beim Scaling einen leichten Vorsprung. Zwar ist
bereits der Toshiba sehr detailscharf, aber das Bild des Oppo wirkt im
Direktvergleich noch etwas schärfer und plastischer. Er kann mit seinem Video
EQ noch mehr Detail aus den Bildern von DVDs herausholen als dies mit dem
Toshiba-Player möglich ist.
Die Bildwiedergabe des DV-983H ist sehr plastisch. Der Player bietet eine gute Detailzeichnung in dunklen
Bildbereichen, ohne dass das Bild in Schatten absäuft. Im Vergleich zum nur rund halb so teuren Oppo DV-980H,
der schon etwas älter ist, bietet der neue DV-983H das
deutlich bessere Bild. Während der 980H durch das Upscaling nur eine minimale
Bildverbesserung erreicht, reizt der DV-983H das Potential der DVD bis zum Limit
aus.
De-Interlacing:
Der Oppo-Player bietet die (nicht selbstverständliche) Möglichkeit, fest
einzustellen, ob das De-Interlacing im "Film-Mode" oder im
"Video-Mode" stattfinden soll. Das gibt es zwar bei vielen DVD-Playern,
aber das ist noch lange keine Garantie, dass sich der Player wirklich daran
hält und nicht doch durch falsch gesetzte Flags auf den DVDs in die Irre leiten
lässt. Der Oppo lässt sich hingegen fest auf Film/Video
festlegen. Stellt man den Player auf "2:2
Even" bzw "2:2 Odd" so wendet der Player strikt den gewünschten
Modus an. De-Interlacing-Probleme lassen sich so vermeiden. Und der Player
sollte auch bei PAL-DVDs bevorzugt manuell eingestellt werden, da bei
Einstellung des De-Interlacing auf "Auto" häufig das falsche
Verfahren angewendet wird und auch die beiden anderen Einstellungen "Film
Bias Mode" und "Video Mode" keineswegs garantieren, dass der
Player das richtige Verfahren anwendet. Dies wird leider aus der Bezeichnung der
vielen De-Interlacing-Modi nicht ganz deutlich und so macht sich beim ersten
Anspielen des Players zunächst Enttäuschung breit, wenn der Player z.B. in der
Eröffnungssequenz von "Star Wars - Episode - IV", bei "Space Cowboys" (25:29
min) oder "Star Trek - Der Anschlag" (03:06 ff.) teilweise deutliche
Treppenmuster, Flirren in feinen Details oder unruhige Bewegungsabläufe zeigt,
die erst bei fester Einstellung des De-Interlacing-Modus verschwinden. Stellt man
das De-Interlacing fest ein, bietet der Player ein optimales sauberes Bild mit
gleichmäßigen Bewegungsabläufen so wie es sein soll und stellt die
angesprochenen Filmsequenzen absolut störungsfrei dar.
Der Denon DVD-3930 hat beim De-Interlacing nur einen hauchdünnen Vorsprung,
der sich auch nur in ganz wenigen Szenen feststellen lässt: Während der Denon
den gelben Schriftzug im Vorspann von "Star Wars - Episode IV" absolut
sauber und gleichmäßig am oberen Bildschirmrand verschwinden lässt, sieht
dies auf dem Oppo-Player trotz flüssiger Bewegung nicht ganz so gleichmäßig
aus. Mit dieser Sequenz schlägt sich auch der Toshiba HD-XE1 besser als der
Oppo-Player.
Da der DVD-389H bereits ab Werk codefree ist, lässt er sich auch problemlos zum
Abspielen von amerikanischen NTSC-DVDs nutzen. Weil es bei NTSC-DVDs einen 3:2
Pulldown gibt, lassen sich die festen 2:2-Deinterlacing-Einstellungen für
PAL-DVDs hier
freilich nicht verwenden. Im Unterschied zu PAL-DVDs funktioniert der Auto-Modus bei
NTSC-DVDs aber auch einwandfrei. Im Auto-Modus ist mit NTSC-DVDs nur seltenst leichtes Flirren
zu sehen.
Laut eigenen Angaben hat sich Oppo bei der Entwicklung des Players zunächst
etwas mehr auf die Optimierung für den NTSC-Betrieb konzentriert. Der
Hersteller geht davon aus, dass die derzeitigen Probleme mit PAL-DVDs im Auto-Modus behoben
werden können und plant hierfür bereits ein Firmware-Update.
DVD-Ton (HDMI)
Neben einer guten Bildqualität liefert der Oppo über die HDMI-Schnittstelle
auch eine gute Tonqualität. Mit sämtlichen Test-Discs bot der Player einen
brillanten Klang mit guter Grob- und Feindynamik. Der detaillierte Klang des
Players offenbart sich durch satte Bässe z.B. bei "Star Wars" und zugleich guter Präzision in den Höhen,
die z.B. bei "Tarzan" sehr gut demonstriert wird.

Preis-/Leistung:          
Fazit
Der Oppo DV-983H ist einer der besten DVD-Player, die wir bislang zu sehen
bekommen haben. Er bietet eine grandiose Bildschärfe und mit der Möglichkeit,
das De-Interlacing fest auf Film oder Video einzustellen, ist ein nahezu
makelloses De-Interlacing gewährleistet. Im Vergleich mit dem Denon-Flagschiff
DVD-3930 wirkt das Bild des Oppo-Players noch etwas plastischer und
detailreicher. Dafür hat der Denon mit einem noch etwas sauberen De-Interlacing
einen hauchdünnen Vorsprung.
Dafür kostet der Denon aber auch immer noch mehr
als das Dreifache des Oppo-Players, der mit seinen umfangreichen Video
EQ-Funktionen hilft, aus DVDs das Optimum an Schärfe herauszuholen. Und
obendrein ist der Oppo-Player auch noch codefree und lässt sich somit auch zum
Abspielen von NTSC-DVDs nutzen.
Für einen DVD-Player dieser Güte ist der Oppo
DVD-983H gar nicht mal teuer. Allerdings bekommt man inzwischen auch viele
Blu-ray Disc-Player für 400 EUR und weniger, die auch DVDs abspielen können
und mit Blu-ray Discs eine Qualität erreichen, die mit DVDs einfach nicht
möglich ist. Wem es aber vor allem darum geht, das Beste aus seiner
umfangreichen DVD-Sammlung herauszuholen, dem kann der Oppo DV-983H
uneingeschränkt empfohlen werden.
Pro:
-
Extrem scharfes DVD-Bild
-
Manuelle Selektion von Film- und Video-Modus möglich
-
Direktes Umschalten der Auflösung über Fernbedienung und am Gerät
-
Sehr guter Ton
-
Codefree
Contra:
-
Auto-Modus funktioniert oft nicht bei PAL-DVDs
-
Altbackene On Screen-Menüs
- Schlecht ablesbares Geräte-Display
Produkt-Infos/Support im Internet:
www.opposhop.com
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