TEST: CD-Stereo-Mini-System Audio Pro Stereo One Limited (1/2)

13.06.2008 Autor: Karsten Serck

Es gibt Lederschuhe, Lederjacken und (vor allem südlich des Weißwurst-Äquators) auch Lederhosen. Doch eine Stereo-Anlage im Leder-Design dürfte nur in ganz wenigen Haushalten zu finden sein. Mit diesem Design-Merkmal sondert sich die Stereo-Mini-Anlage "Stereo One Limited" des schwedischen Herstellers Audio Pro von der Masse ab. 

Denn alle Komponenten dieser kompakten Anlage sind von einer Lederhülle ummantelt. Durch den Kontrast des matten Leders und der gebürstet-glänzenden Metallfront bietet die "Stereo One" ein recht ungewöhnliches Design, welches durch die markante Naht am Rand der Frontseite noch etwas betont wird. Im Leder-Look kostet die aus einem CD/FM-Tuner und zwei Lautsprechern bestehende Anlage rund 1500 EUR, wer auf das extravagante Leder-Design verzichten kann, bekommt sie aber unter dem Namen "Stereo One" auch bereits für rund 1200 EUR. Von der "Limited Edition" sind insgesamt nur jeweils 250 Exemplare in Schwarz bzw. Weiß erhältlich.

Ausstattung

Die Audio Pro Stereo One Limited ist eine komplette Stereo-Anlage mit Zwei Wege-Lautsprechern, die im Verstärker-Gehäuse einen CD-Player und einen UKW/MW-Tuner integriert. Der Radio-Tuner zeigt auch RDS-Senderinformationen von UKW-Sendern auf seinem Display an und verfügt über einen richtigen Antenneneingang, so dass er sich nicht nur mit der beigelegten Wurfantenne sondern auch an einer UKW-Hausantenne betreiben lässt. Das CD-Laufwerk beschränkt sich auf die Wiedergabe reiner Audio-CDs oder der seltenen HDCDs. MP3 oder andere Multimedia-Formate werden nicht unterstützt. CD-Rs lassen sich abspielen, bei unseren Test-CD-RWs verweigerte das Laufwerk hingegen die Wiedergabe.

Erweiterungsmöglichkeiten ergeben sich durch den analogen AUX-Eingang auf der Rückseite und den Line-In auf der Frontseite, der vor allem dafür gedacht ist, portable Geräte über die 3.5 mm-Klinkenbuchse anzuschließen. Außerdem gibt es noch einen optischen Digitalausgang für den CD-Player sowie einen Subwoofer-Ausgang, falls man noch etwas mehr Power im Bassbereich wünscht. Die Anlage lässt sich nahezu komplett über die Tasten am Gerät steuern. Zusätzlich ist aber noch eine massive Fernbedienung mit Zehner-Tastatur dabei, mit der die "Stereo One" auch aus der Ferne gesteuert werden kann.

Lautsprecher

Spätestens beim Anschluss der Lautsprecher wird dem Benutzer auffallen, dass nicht nur das Leder diese Anlage von der Masse absondert, sondern die "Stereo One" auch in technischer Hinsicht etwas anders als die meisten Kompaktanlagen ist. Im Lieferumfang befinden sich zwei hochwertig isolierte Lautsprecherkabel, aus denen nicht nur die üblichen schwarzen und roten Drähte heraus schauen, sondern die noch durch einen weiteren Stecker ergänzt werden, der Receiver und Lautsprecher miteinander verbindet.

Über diesen dritten Kanal erfolgt die Steuerung des ACE Bass-Systems, welches seinen Betrieb durch eine blaue Leuchtdiode im Lautsprecher signalisiert. ACE-Bass steht für "Amplifier Controlled Euphonic Bass" und ist eine Technik zur aktiven Basskontrolle, die bereits 1978 in den ersten Subwoofer B2.50 von Audio Pro integriert wurde. Dieses System soll selbst aus einem kleinen Lautsprechergehäuse einen tiefen Bass produzieren, der normalerweise nur mit Lautsprechern mit größerem Volumen erreichbar wäre. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Verhalten der Lautsprechermembran aktiv über den Verstärker beeinflusst, der über das dritte Kabel mit dem Lautsprecher verbunden wird. Das komplette "Stereo One"-System stellt eine Einheit dar. Es lassen sich zwar prinzipiell auch andere Lautsprecher an den Verstärker anschließen und die Boxen auch an einem anderen Verstärker betreiben. Die optimale Performance erreichen sie aber nur, wenn sie zusammen betrieben werden.

Im Betrieb mit dem Audio-Pro-Verstärker bieten die Zwei-Wege-Lautsprecher eine Leistung von 2 x 40 Watt. Auch wenn die Boxen mit Blick auf die rund 17 cm breite Vorderseite recht kompakt wirken, täuscht dieser Eindruck: Da die Lautsprecher immerhin eine Tiefe von 28 cm erreichen, bieten sie doch ein für Lautsprecher dieser Klasse recht stattliches Volumen. Schade: Obwohl sowohl der Verstärker als auch die Boxen zur Aufnahme von Bananensteckern geeignet sind, befinden sich diese nicht im Lieferumfang.

 

Bedienung

Die Steuerung am Gerät erfolgt über mehrere Tipp-Tasten und verschiedene Drehregler. Am dominantesten auf der Front sind der Lautsstärkeregler und der gleich große "Tuning"-Regler, der sehr leichtgängig ist und eine feinfühlige manuelle Senderabstimmung ermöglicht, wie man sie von alten UKW-Radios kennt. Ein automatischer Sendersuchlauf ist aber ebenso möglich und in allen Frequenz-Bändern lassen sich insgesamt 80 Sender abspeichern. Die Tipptasten sind sehr griffig. Das gilt allerdings nicht für die beiden kleinen Drehregler, mit denen man die Eingangsquelle auswählt. Diese sind sehr klein geraten und dadruch unhandlicher als Tipptasten. Vom UKW-Radio kann man durch Druck auf die Play-Taste auch etwas schneller auf den CD-Player umschalten. Anders herum schaltet der Tuner aber nicht in den UKW-Betrieb zurück, wenn die FM/AM-Taste gedrückt wird. Für den Senderwechsel muss man ebenso wie beim Titelwechsel im CD-Player-Betrieb auch wieder den Drehregler bemühen. Hier ist die Fernbedienung komfortabler, die sowohl für den Wechsel als auch den Suchlauf getrennte Tasten besitzt. Auch über die Fernbedienung lassen sich die Eingänge nicht direkt anwählen sondern stehen nur nacheinander durch Druck auf die "Input"-Taste zur Auswahl. 

Im UKW-Betrieb zeigt der Receiver nicht nur Sendernamen an sondern liefert auf Knopfdruck sogar Radiotext-Informationen. Wer die Musik ohne Klangbeeinflussung hören möchte, findet eine "Direct"-Schaltung unter den Einstellmöglichkeiten. Alternativ lassen sich Bässe und Höhen jeweils in Schritten von +5 bis -5 anpassen und auch die Lautsprecherbalance verstellen. Im CD ist leider ist der Suchlauf nicht sonderlich brauchbar, da man nur sehr zerhackte Tonelemente hört, die ein gezieltes Suchen gewünschter Passagen erschweren. Dafür reagiert die Zehner-Tastatur auf der Fernbedienung auch direkt auf die Eingabe der Titel-Nummern, was einen schnellen Titel-Wechsel möglich macht. Für Komfort sorgen die integrierte Weckfunktion und der Sleep Timer-Betrieb, der den Einsatz der Stereo one auch im Schlafzimmer ermöglicht.

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