HD-MASTERTEST: Xoro Full HD-LCD HTL3742w 

08.03.2007 (cr)

Screenshots mit freundlicher Genehmigung von Paramount

Einführung

Durch die neuen Medien HD DVD und Blu-ray treten auch Full HD-Flachbildschirme mehr und mehr in den Vordergrund. Bereits auf der IFA 2006 hat Xoro eine entsprechende Produktoffensive auf diesem Betätigungsfeld angekündigt, und nun sind die verschiedenen Full HD-Bildschirme mit 1.920 x 1.080 Pixeln Auflösung tatsächlich erhältlich. In drei Bildschirmgrößen kann man die momentan höchstmögliche Auflösung genießen: In 47 Zoll (119 cm) beim HTL4742w, in 42 Zoll (106 cm) beim HTL4242w und in 37 Zoll (94 cm) beim HTL3742w. Wir haben uns das kleinste Modell herausgegriffen, weil es auch preislich besonders interessant ist: Dem bereits fairen UVP von 1.699 € steht ein besonders günstiger Straßenpreis von ca. 1.200 € zur Seite. Also viel Bild für wenig Geld? Genau dieser Frage möchten wir in unserem Test nachgehen. Schließlich verspricht Xoro eine schnelle Panel-Reaktionszeit von nur 6,5 ms, einen 1.080p-Support und eine hochwertige Videosignalverarbeitung. Gleich drei HDMI-Eingänge sorgen für ein hohes Maß an Zukunftssicherheit. 

Verarbeitung

Sehr akkurat ist das Lautsprechersystem integriert. Die edlen Aluminiumelemente unterstützen den gediegenen Auftritt

Der solide Standfuß gefällt uns ausgesprochen gut

Auch im Detail ist der Standfuß sauber verarbeitet

Befestigungselemente des Standfußes auf der Rückseite des HTL3742w

Die Rückseite des Gehäuses besteht aus Metall

Elegante Formgebung im Detail. Die kleinen Macken am Alu-Profil haben nichts mit unsauberer Verarbeitung zu tun - vielmehr ist unser HTL3742w ein Demo-Sample, das schon einige Reisen hinter sich hatte und offensichtlich nicht immer mit der nötigen Sorgfalt behandelt wurde

Die mitgelieferte Fernbedienung geht aus qualitativer Sicht in Ordnung, das Hauptgerät im Hintergrund wirkt aber edler und gediegener

Was die Verarbeitungsqualität angeht, hinterlässt der HTL3742w einen ausgesprochen gediegenen Eindruck. Dies betrifft sowohl die verwendeten Werkstoffe als auch die Präzision beim Zusammensetzen der einzelnen Teile. So tritt der klavierlackschwarze Rahmen gediegen-nobel auf, er wird von seitlichen Flanken und oberen und unteren Elementen aus Aluminium flankiert. Sogar die Rückseite des Gehäuses, bei vielen Konkurrenten aus Kunststoff, ist beim HTL3742w aus Metall gefertigt. Viele Punkte sammelt der Xoro auch mit dem bereits "gebrauchsfertig" montierten Standfuß, der elegant wirkt, sehr solide verarbeitet ist und das 37 Zoll-Gerät sicher hält. Das komplett auf der Rückseite platzierte Anschlussfeld ist ordentlich verarbeitet. Die mitgelieferte Fernbedienung stellt gegenüber dem HTL 3712w keine Steigerung dar, allerdings hat eigentlich kein Kontrahent eine hochwertiger auftretende Fernbedienungseinheit, so dass sich Xoro hier keinesfalls vor den Marktführern verstecken braucht. Insgesamt ist die Situation in der Verarbeitungswertung eher anders: Hier können sich die meisten Kontrahenten eine Scheibe vom überragenden Finish des HTL3742w abschneiden, so dass wir insgesamt die Note "ausgezeichnet - hervorragend" in Anbetracht der Preisklasse geben können. 

Technik/Ausstattung/Setup

Der HTL3742w ist ein 37 Zoll Gerät mit 94 cm Bildschirmdiagonale. Damit ist er auch für kleinere Wohnzimmer geeignet und passt durch die maßvolle Größe auch noch in die (bei manchen Anwendern nach wie vor beliebte) Schrankwand. Die Auflösung beträgt 1.920 x 1.080 Pixel, damit ist der Xoro ein Full HD Screen. Normale 720 x 576er Signale, ganz gleich, ob vom PAL Fernsehen in SDTV oder von einem normalen DVD-Player ohne Skalierungseinheit an Bord zugespielt, müssen also massiv vom Xoro hochgerechnet werden. Signale von der Blu-ray-Disc, von der HD DVD oder von einem HDTV Satellitenreceiver hingegen können  - prinzipiell- unskaliert wiedergegeben werden. 

Die Anzahl der darstellbaren Farben beträgt 16,7 Millionen, normal für LCDs und nichts Besonderes. Die Panelreaktionszeit wird von Xoro mit sehr flotten 6,5 ms angegeben, was allerdings nicht allzu hochgegriffen wirkt: In den Praxistestreihen später zeigte sich das Panel unseres HTL3742w als sehr reaktionsschnell und praktisch frei von aus langsamer Reaktion resultierenden Nachzieheffekten. 

Als Bildhelligkeit gibt Xoro glaubhafte 500 cd/m2 an, und auch beim Kontrastwert bleiben die "Xorianer" auf dem Boden: Anstatt mit Werten wie 6.000:1 zu protzen, die dann in der Praxis sich meist als unnütz erweisen, da der gesamte Kontrast im hellen Bildbereich "on top" gesetzt wird, aber das gesamte Spektrum hell-dunkel trotzdem nicht besser durchgestaltet erscheint, verlässt man sich bei Xoro lieber auf glaubwürdige Angaben eines konkret nutzbaren Kontrastes, und dieser liegt bei 1.200:1 laut Werk. Dem Betrachtungswinkel gibt Xoro mit 176 Grad an - was ziemlich genau der Wahrheit entspricht, denn auch derjenige, der in deutlicher Schräglage zum Bild sitzt, hat noch einen einwandfreien Bildeindruck. Auch hier ist Xoro vielen Konkurrenten voraus. 

Mittlerweile setzt auch Xoro auf eine sehr hochwertige und technisch aufwändige interne Signalverarbeitung. So soll der sogenannte "3D De-Interlacer" für ein makelloses, ruckelfreies und genaues De-Interlacing sorgen: Hier kommt eine pixelbasierte Bewegungserkennung und ein kantenadaptives, also nicht statisch arbeitendes System zum Einsatz. Zu den Erfolgen dieser Technik in der Praxis kommen wir später. 

Besonders fokussiert haben die Xoro-Entwickler auch eine saubere Farbwiedergabe. Das "Advanced Chroma Processing" und die "False Color Correction" haben zur Aufgabe, eine sehr natürliche Wiedergabe von Farben und Farbverläufen zu ermöglichen. 

Die "Dynamic Contrast Expansion" sorgt dafür, dass sich die gemachten Kontrastangaben auch verwirklichen lassen. Zugleich soll die Schwarzwiedergabe für einen LCD-TV, der durch den systembedingten Auftritt von Restlicht keine perfekten "Gene" für eine optimale Schwarzdarstellung mitbringt, tief sein. Das "Color Edge Improvement" stellt exakte Kantenverläufe, auch an Farbgrenzen, sicher - das war bislang ein Problem vieler LCDs, dass die Kantenverläufe an Farbgrenzen eher unsauber gezeichnet waren und die Farben zum "Auslaufen" neigten. Ein neuer digitaler Rauschfilter hält das Bildrauschen gering. 

Natürlich sind verschiedene Bilddarstellungs-Modi anwählbar. "Spectacle", "Original", "4:3", "16:9", "14:9" und "Zoom" stehen prinzipiell zur Verfügung, nicht bei jedem eingehenden Signal jedoch sind alle Modi verfügbar.

Bezüglich des TV-Teils bringt der ohne Standfuß 26 kg wiegende HTL3742w 1.000 Seiten Videotextspeicher mit. Der HTL3742w ist mit einer Bild-in-Bild-Funktion (kleiner Nachteil: Als PiP-Signalquellen können nur TV, AV, Scart 1 oder Scart 2 gewählt werden und nicht angeschlossene HDMI-Quellen) und einer Bild-neben-Bild-Darstellung (Doppelfenster, Fenstergröße einstellbar) ausgestattet. Ein Timer ist ebenfalls eingebaut. Die Leistung der verbauten Verstärker für die Lautsprecher liegt bei 2 x 10 Watt (RMS). 

Der Xoro HTL3742w ist auch für den Betrieb mit einem PC gerüstet. Phase, Clock, die horizontale und die vertikale Bildposition können per OSD angepasst werden. Die folgenden Auflösungen werden unterstützt: 640x480, 640x400, 720x400, 1.024x768, 1.280x768, 1.360x768. In der Praxis zeigt sich, dass auch SXGA (1.280 x 1.024) supportet wird. Die Leistungsaufnahme des Xoro liegt während des Betriebs bei 200 W, im Standby-Modus sind es weniger als drei Watt. 

Bild- und Ton-Konfiguration

Der HTL3742w ist mit verschiedenen vorprogrammierten Bildfeldern ausgestattet. Ratsam ist es, entweder die "Standard"-Einstellung, die recht ausgewogen erscheint, zu verwenden, oder aber mittels der "Anwender"-Funktion selber die entsprechenden Werte zu justieren, die dem eigenen Gusto und den räumlichen Bedingungen am Standort (Lichtverhältnisse etc.) am besten entsprechen

Im "Anwender"-Modus kann man selber optimieren. So ist es z.B. angebracht, die ab Werk voreingestellte Helligkeit herunterzuregeln, wenn der HTL3742 mit Filmmaterial in einem abgedunkelten Raum angesteuert wird

Zur eigentlichen Justage des Bildes erscheint unten auf dem Bildschirm zentriert der jeweilige Regler. Sehr praktisch ist, dass man nach Beendigung der Justage nicht erst wieder ins Haupt-Bildeinstellungsmenü zurück muss, sondern man wird, durch Bewegen der entsprechenden Cursortasten auf der Fernbedienung, gleich zum nächsten oder auch, je nach Wunsch, zum vorhergehenden Parameter weitergeleitet

Was das Farb-Einstelloptionen angeht, tut sich Verbesserungspotential auf. Nur drei Abstufungen bei der Wahl der Farbtemperatur sind etwas dürftig, zudem fehlt ein individuelles, farbselektives Farbmanagement, wie es beispielsweise von Toshiba oder Pioneer angeboten wird

Das Audio-Menü des HTL3742w. Es stehen verschiedene Programme, die ab Werk vorprogrammiert sind, zur Disposition. Zusätzlich gibt es die "DynamicBass"-Funktion, die für einen kräftigeren Basseindruck sorgen soll. "Voice" hat zur Aufgabe, eine bessere Herausarbeitung vokaler Anteile zu forcieren. Hinter "AVC" verbirgt sich eine "Automatic Volume Control", also eine automatische Lautstärkesteuerung, die für ein gleichbleibendes Lautstärkegefühl sorgt. So werden Lautstärkeunterschiede, die im Ausgangsmaterial enthalten sind, kompensiert. Balance, Höhen und Bässe sind auch auf Wunsch vom Anwender regelbar.  

Anschlüsse

Vorbildlich: Gleich drei HDMI (mit HDCP) Eingänge

Die Beschriftung des Anschlussterminals erleichtert das Anschließen externer Geräte

Selbstverständlich findet sich auch ein Komponenteneingang nebst Zweikanal-Stereoeingang für die Übertragung der Tonsignale

Die Anschlussbestückung des HTL3742w ist umfangreich. Im Zentrum des Interesses stehen die drei HDMI-Eingänge, die von einem Komponenteneingang, zwei Scartbuchsen, einem PC-VGA-Eingang, einem FBAS Ein- und Ausgang, einem S-Video-Eingang und einem Antenneneingang flankiert werden. Audioseitig kommen zwei Stereo-Cincheingänge, ein PC-Audioeingang und ein Kopfhörerausgang hinzu. Gesamtnote: Ausgezeichnet- hervorragend. 

Bedienung

Praktische Möglichkeit zur Eingangswahl: Einfach die "Source"-Taste auf der Fernbedienung drücken und zum gewünschten Signaleingang navigieren

Die Fernbedienung ist übersichtlich gestaltet

Die Navigationseinheit ist griffgünstig untergebracht

Übersichtlich und attraktiv gestaltete Menüs

Das Bedienkonzept des Xoro HTL3742w kann beinahe voll punkten. So sind die grafischen Bildschirmmenüs optisch attraktiv, übersichtlich und schon nach kurzer Zeit intuitiv bedienbar. Die Fernbedienung liegt sehr gut in der Hand und ist gut strukturiert. Verschiedene nützliche und praktische Funktionen erleichtern zusätzlich den Umfang mit dem Flachbildschirm. So muss man nicht extra ins Bild- oder Tonmenü, wenn man die voreingestellten Bild- oder Tonfelder während des Betriebs wechseln möchte. Es genügt der Druck auf die "Picture"- oder "Sound"-Taste auf der Fernbedienung, und der Xoro schaltet zwischen den einzelnen Programmen hin- und her. Auch der "Source"-Knopf auf der Fernbedienung ist eine feine Sache: Wird er betätigt, erscheint die Übersicht über alle Eingänge auf dem Bildschirm. Mittels der Cursornavigation kann dann der entsprechende Eingang angewählt werden. Schön: Ist der Eingang ausgesucht, wird das eingehende Signal präzise charakterisiert (z.B. 1.920 x. 1080p). Insgesamt eine reife Leistung des Xoro in der Bedien-Disziplin, wir vergeben die Gesamtnote "ausgezeichnet". Es wäre problemlos ein "hervorragend" erzielbar, wenn kleine sprachliche Mängel bei der deutschen Übersetzung (z.B. "Sprach" anstatt "Sprache") noch per Update beseitigt würden und die Fernbedienung einen breiten Winkel hätte, in dem sie arbeitet. 

Zum XXL-Bildcheck, der Tonwertung und dem Schlussfazit auf Seite 2 

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