TEST: 7.1-THX Ultra 2-Set Teufel System 9

08. November 2007 (cr/th)

Einführung

Wer für noch bezahlbare Summen ein Mehrkanal-Lautsprecherset sucht, das auch im großen, dedizierten Heimkinoraum bezüglich seiner Leistungsfähigkeit kaum an die Grenzen zu bewegen ist, konnte sich bislang immer auf die Top-Systeme aus der Theater-Serie von Teufel verlassen: Die Modellreihen Theater 10 und Theater 8 ermöglichten enorme Pegel, eine hervorragende Durchzeichnung und eine faszinierende Räumlichkeit - zu einem überraschend günstigen Preis. Gerade nach den von Teufel vorgenommenen deutlichen Preissenkungen konnte man sich für eine überschaubare Summe ein Home Theatre-Premiumsystem leisten. Inzwischen jedoch haben die Baureihen schon einige Jahre auf dem Buckel, und auch, wenn im Lautsprecher-Business die Entwicklungsgeschwindigkeit nicht ganz so rasant ist wie beispielsweise bei den Flachbildschirmen oder den AV-Receivern, so war doch allmählich die Zeit für eine umfassende "Frischzellenkur" gekommen: Diese sollte allerdings bei Weitem nicht ausschließlich die technische Seite betreffen, sondern auch die optische: So klangstark die bisherigen Theater-Top-Baureihen auch waren, als optische Leckerbissen konnte man sie wahrhaftig nicht bezeichnen. Dem bisherigen Konzept mit drei identischen Frontlautsprechern, wahlweise Dipolen oder Direktstrahlern im Surround- und Back Surround-Bereich sowie enorm leistungsstarken aktiven Subwoofer brauchte man allerdings nicht abschwören - die Leistungsfähigkeit eines solches Setups steht nach wie vor außer Frage. Das Ergebnis der technischen und optischen Renovierung des Theater 8 ist seit einiger Zeit fertig und hört auf den Namen System 9 THX Ultra 2. Mit Preisen, die bei 3.990 EUR für eine 5.1-Konfiguration beginnen, bleibt Teufel der Philosophie des Hauses treu, dass auch Top-Performance nicht automatisch zu Mondpreisen offeriert werden muss.  Wir haben uns im Test das System 9 THX Ultra 2 Cinema-Set 7.1 genau angehört, welches aus fünf M 950 FCR (Front Links/Rechts, Center, Surround Back L/R), zwei Dipolen M 950 D (Surround L/R) sowie der "Kühl-/Gefrierkombination" (bezüglich der ausladenden Abmessungen) M 9500 SW besteht. Der Setpreis liegt mit 4.990 EUR noch unter der magischen Grenze von 5.000 EUR. 

Verarbeitung

Feines Klavierlackfinish und akkurate Kantenverarbeitung beim M 950 D

Sauber eingepasste Chassis bei den Dipolen M 950 D

Die Verarbeitung des M 9500 SW im Detail

Ein elegant-progressives Design und ein sehr gutes Finish zeichnen den M 950 FCR aus

Sauber verlegte Alu-Intarsie beim M 950 FCR

Lediglich minimale Unterschiede bei den Spaltmaßen - ein sehr gutes Niveau

Hohe optische Tiefe beim schrägen Betrachten beweist die Güte des Klavierlack-Finish

Die Abdeckgitter sind von eher bescheidener Qualität. Das betrifft insbesondere die Kunststoff-Stifte, mit deren Hilfe die Gitter am Boxenkorpus angebracht werden

Die optional für den M 950 FCR lieferbaren Standfüße sehen zwar sehr elegant aus, bieten aber keinen optimal sicheren Stand

Sockel des Standfusses in Schwarz-hochglänzender Optik

Einlass der Kabelführung im Sockel

Austritt der Kabelführung zur Verbindung des LS-Kabels mit dem M 950 FCR

Schicker Materialmix kennzeichnet nicht nur M 950 D und M 950 FCR, sondern auch den M 9500 SW

Bis auf geringe Toleranzen bei den Spaltmaßen ist der M 9500 SW prima verarbeitet

Die Unterseite des M 9500 SW im Detail

Sauber eingepasste Chasis und lobenswerte Materialqualität beim M 9500 SW

Auch die Rückseite des aktiven Subwoofers bietet aus qualitativer Sicht wenig Anlass zur Kritik 

Die Verarbeitungsqualität des Systems 9 weiß mit nur geringen Abstrichen zu überzeugen. Diese Abstriche betreffen die Stabilität der optional für den M 950 FCR lieferbaren Standfüße und die Güte der Lautsprecher-Abdeckgitter. Die Standfüße M 950 P (Stückpreis 89 EUR, nur paarweise Lieferung möglich) sehen zwar elegant aus und ermöglichen eine unsichtbare, clevere Kabelführung, gewährleisten aber keinen übermäßig sicheren Stand. Hier sollte nachgebessert werden. Die Lautsprecher-Stoffbespannungen sind kritisch bezüglich der billigen Kunststoffnippel, mit deren Hilfe die Abdeckungen in das LS-Gehäuse gesteckt werden. Hier besteht leider Bruchgefahr. Zudem halten die Gitter nicht besonders fest am Lautsprecher-Korpus. 

Ansonsten herrscht eitel Sonnenschein. Besonders die Oberflächenqualität der klavierlackschwarzen Gehäuseteile begeistert durch ihre Gleichmäßigkeit und ihre Tiefe. Die Chassis sind sehr sauber eingepasst, hinsichtlich der Spaltmaße, mit denen die einzelnen Gehäuseteile aneinander befestigt sind, können wir die Note "gut" vergeben. Ab und zu auftretende kleinere Differenzen verhindern hier eine nochmals bessere Bewertung. Teufel-typisch fallen die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sehr nobel aus, dadurch können große Kabelquerschnitte oder Bananenstecker ohne Schwierigkeiten mit den Lautsprechern verbunden werden. Massiv ist der M 9500 SW verarbeitet, auch die Qualität des Anschlussfeldes überzeugt.  Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Technik

Der futuristische Auftritt des M 950 FCR ohne Abdeckung wird durch die neu entwickelten Flachmembranen forciert

Genauer Blick auf die Flachmembran

Der M 950 FCR kommt auch als Center-Lautsprecher zum Einsatz

Klassische D'Appolito-Anordnung beim M 950 D

Nicht nur die Optik ist neu, auch die Technik - wobei beides untrennbar miteinander verbunden ist: Die neuen Flachmembran-Chassis sind eine optisch wie auch akustisch wirksame Komponente. Ins Auge stechen die frei sichtbaren, mittig im M 950 FCR untergebrachten Flachmembran-Mitteltöner und die Gewebe-Hochtonkalotte. Wie es sich für eine klassische Home Theatre-Lautsprecherkonstruktion gehört, steht das Chassis-Trio in D'Appolito-Anordnung übereinander. Teufel verspricht dadurch eine sehr gute Räumlichkeit und eine präzise Ortungsmöglichkeit aller akustischen Anteile. Die schwarze Stoffbespannung ist über den links und rechts eingelassenen 165 mm Tieftönern befestigt. Die beiden Tieftöner sind ebenfalls komplett neu entwickelt. Statt normal gebräuchlicher, trichterförmiger Konusmembranen kommen auch hier Flachmembranen zum Einsatz. Diese sind von invers ausgeformten, nach hinten gewölbten Sicken umgeben, was für ein optimiertes Abstrahlverhalten über den gesamten Frequenzbereich sorgen soll. Weiterer Vorteil dieser Technik ist die geringe Bautiefe: Mit 20 cm Tiefe ist die Montage an der Wand kein Thema - auch das Gewicht von 13,5 kg dürfte kein allzu großes Hindernis sein. Formal passt der (B x H x T) 58 x 32,6 x 20 cm messende M 950 FCR gut zu aktuellen Flachbildschirmen. Mit einer langfristigen Belastbarkeit von 160 und einer kurzfristigen Belastbarkeit von 240 Watt werden sehr respektable Werte - zunächst aber nur auf dem Papier - erreicht. Der Lautsprecher ist für eine minimale Verstärkerleistung von 70 Watt ausgelegt. Die angeschlossene Verstärkereinheit sollte eine Impedanz von 4 bis 8 Ohm aufweisen. Der Übertragungsbereich wird mit 80 bis 22.000 Hz angegeben. 

Durch die trapezartige Formgebung ist der M 950 D einfach zu integrieren

Der M 950 D ist als Bipol, Dipol im Sinne der THX Ultra 2-Spezifikation und als Direktstrahler zu betreiben. Wie auch die M 950 FCR ist er mit einem sehr hochwertigen Anschlussterminal ausgestattet

Integrierte Wandhalterung der Dipole

Der Dipol-Lautsprecher M 950 D mit ihrer trapezförmigen Formatierung gehen ebenfalls neue Wege, sie lassen sich formal nun besser integrieren. Der M 950 D ist als Vollbereichsdipol konstruiert, das heißt, er deckt das gesamte Frequenzspektrum von 80 bis 22.000 Hz (identisch mit M 950 FCR) ab. Zwei jeweils 130 mm messende Konus-Chassis und zwei 25 mm Hochtonkalotten sollen für einen dynamischen und homogenen Sound sorgen. Durch die angeschrägt (zuvor bei Theater 8/10: 180 Grad-Winkel zwischen den beiden Dipol-Lautsprechereinheiten) angeordneten Schallwände lassen sich die Lautsprecher noch einfacher an der Wand befestigen. Die Belastbarkeitswerte: 130 Watt langzeitig/180 Watt kurzzeitig. Wie auch der M 950 FCR ist auch der M 950 D für eine Mindest-Verstärkerleistung von 70 Watt und für Verstärker mit einer Impedanz von 4 bis 8 Ohm ausgelegt. Mit 8,1 kg ist der Dipol nicht zu schwer, um sich problemlos an der Wand befestigen zu lassen. Die Abmessungen (B x H x T) betragen 30,4 x 46,6 x 20 cm. 

Imposant: Mit einer Höhe von 95 cm stellt der M 9500 SW ein massives Bass-Kraftwerk dar

Kleine LEDs auf der Frontblende des M 9500 SW informieren über den Betriebszustand

Zwei übereinander angeordnete 30 cm Basschassis sorgen für ordentlich tieffrequenten Druck beim M 9500 SW

Alle relevanten Anschlussmöglichkeiten sind auf der Rückseite des M 9500 SW zu finden

Selbstverständlich verfügt der M 9500 SW über einen Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss

Der M 9500 SW Aktivsubwoofer ist mit zwei 30 cm Tieftönern ausgestattet, die von einer Endstufe mit 1,2 kW gespeist werden. So gerüstet, wird die harte THX Ultra 2-Norm ohne Schwierigkeiten erreicht. Tiefe 20 Hz-Töne soll das Bass-Monster ohne jede Einschränkung wiedergeben. Selbst in 100 Quadratmeter großen Räumen, verspricht Teufel, kann der M 9500 SW ein nachhaltiges Bass-Feuerwerk entfachen können. Im Gegensatz zum M 11000 SW des Theater 8 sind die beiden Tieftöner des M 9500 SW nun, ebenso wie beim "Uncle Doc" M 12000 SW des Theater 10, übereinander angeordnet. Dadurch wird der Sub schmaler (45,2 cm), aber deutlich höher (95 cm). Die Tiefe beträgt 60 cm. Durch das andere Verhältnis Höhe/Breite braucht der M 9500 SW im Vergleich zum M 11000 SW deutlich weniger Stellfläche - das Wolkenkratzer-Prinzip ist hier sozusagen für Heimkino-Subwoofer umgesetzt worden. Teufels patentierte DPU-Reflextechnik sorgt für puren und satten Bass. Mit 65,2 kg ist der Bolide richtig schwer geraten - hier macht sich neben den üppigen Magneten der beiden 30 cm Treiber auch der große Ringkerntrafo der 1.200 Watt-Endstufe bemerkbar. Eine Fernbedienung für die komfortable Steuerung der wichtigsten Betriebsfunktionen ist im Lieferumfang enthalten. Der M 9500 SW verfügt selbstverständlich über eine Phasenreglung, einen Pegelregler und eine einstellbare Übernahmefrequenz.

Gesamtnote (in Relation zum Kaufpreis): Hervorragend

Testequipment

Durch die LS-Ständer sind die M 950 FCR in der optimalen Höhe positioniert

Test-Setup

Klang

Sensibel gehen die M 950 FCR-Boxen das Thema Detailwiedergabe an - auch mit den neuen HD-Tonformaten gibt es keine Probleme

Akustisch erwarteten wir eine Menge vom System 9, schließlich haben die großen Teufel Heimkino-Lautsprechersets, die wir in der Vergangenheit getestet haben, stets eine ausgezeichnete Performance an den Tag gelegt. Inzwischen sind die Anforderungen an eine gleichermaßen geschliffene wie nachdrückliche Wiedergabe weiter angestiegen, denn mit Dolby True HD und DTS-HD Master Audio gibt es nun neue HD-Tonformate, die eine verlustfreie Komprimierung von Mehrkanal-Soundtracks ermöglichen - im Gegensatz zu den herkömmlichen, verlustbehafteten Kompressionsalgorithmen, die bei DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 eingesetzt werden. Doch nicht nur die Güte der Komprimierung macht den Unterschied: Zusätzlich haben DTS-HD Master Audio und Dolby True HD auch hinsichtlich Abtastfrequenz und Bittiefe weiter zugelegt und bieten somit einen Standard, der mit der DVD-Audio vergleichbar ist. Mehr zu tun also für die Lautsprecher, wobei die Vorteile der neuen HD-Tonformate eher subtiler Natur sind und somit eher der erfahrene akustische Genießer mit entsprechendem Equipment angesprochen wird. Wer auf vordergründigen Krach steht und in erster Linie Bässe und Effekte erwartet, dass der ganze Straßenzug am cineastischen Geschehen im Wohnzimmer teilhaben kann, wird die Vorzüge der neuen HD-Formate nicht unbedingt entdecken können. 

Die Dipole schaffen ein sehr realistisches Surroundambiente

Wir beginnen unsere akustischen Beobachtungen mit der englischen DTS-HD Master Audio-Tonspur von "Im Fadenkreuz" (BD). Hier holen die Lautsprecher des Systems 9 einen überzeugenden Mehrwert aus dem verlustfrei komprimierten HD-Soundtrack. Wer oberflächlich hinhört und mehr Wert auf schlichten Lärm legt, dürfte spontan sogar von der in normalem DTS 5.1 vorliegenden deutschen Tonspur mehr Reize erkennen - der erfahrene, auf Details und sensible Räumlichkeit achtende Anwender jedoch sieht seine Ansprüche in der DTS-HD Master Audio-Tonspur weitaus besser umgesetzt: So ist beispielsweise die Stimmwiedergabe hörbar sauberer integriert, die Stimmen wirken wie mitten im Geschehen. Geräusche z.B. aus dem Jet-Cockpit während der Verfolgungsjagd Boden/Luft-Rakete - NATO-Kampfjet werden viel präziser und im Hochtonbereich detaillierter übertragen. Das Abdrehen des Jets kommt hörbar authentischer zum Auditorium. Das klangliche Geschehen wirkt durch die gestiegene Feindynamik facettenreicher und differenzierter. Durch den deutlich erhöhten Dynamikumfang sind die Laut-/Leise-Unterschiede bei der DTS-HD Master Audio-Tonspur realistischer. 

Natürlich und dynamisch: Die M 950 FCR begeistern auf der ganzen Linie

Die M 950 FCR arbeiten die Unterschiede zwischen den verschiedenen Tonspuren sehr trefflich heraus: Im DTS-HD Master Audio-Betrieb greifen die Lautsprecher die subtilen Details sehr schön auf und arbeiten sie plastisch ins tonale Gesamtgefüge ein. Diese Können wird unterstützt von den überraschend feinfühlig agierenden Dipolen im Surround L/R-Betrieb. Die M 950 D schaffen es dadurch, eine gleichermaßen in die Breite wie in die Tiefe gehende Surround-Klangkulisse aufzubauen. Der M 9500 SW spendiert dem Geschehen ein hochsolides Bassfundament - auch bei sehr großem Pegel ertönt ausschließlich satter, kraftvoller Bass. Faszinierend ist, wie präzise und sauber die beiden 30 cm Basschassis zu Werke gehen - kein Wabern, kein dumpfes Vor-sich-hin-Brummen und keine störenden zeitlichen Verzögerungen beim Einsetzen des Basses sind zu vernehmen. Mit diesen Qualitäten ist das System 9 bestens gerüstet, um auch bei der Wiedergabe der DTS-HD Master Audio-Tonspur von "Windtalkers" einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Der dramatische Kriegsfilm mit Nicolas Cage und Christian Slater präsentiert sich in akustisch sehr guter Verfassung. Bereits der Beginn des Films offeriert eine differenzierte Wiedergabecharakteristik, die ihren Reiz aus ihrer fein auflösenden Räumlichkeit bezieht. Das Teufel-Set setzt diese feinnervigen Impulse gekonnt um und ermöglicht eine Gesamt-Klangkulisse von bestechender Homogenität - hier bietet die spezielle Anordnung mit drei identischen Lautsprechern vorn deutlich hörbare Vorteile. Alle Arten von Effekten, ganz gleich ob eher subtil oder bombastisch, ertönen vollkommen identisch auf allen Frontkanälen. 

Der M 9500 SW erzielt eine exzellente Pegelfestigkeit

Im direkten Vergleich haben im Heimkino-Betrieb selbst anerkannte Kontrahenten kaum eine Chance gegen das System 9. Das Elac 5.1 Set FS 207.2/BS 203.2/CC 201.2/Sub 211.2 ESP-Set besticht zwar durch eine für die Preisliga exzellente Brillanz im Hochtonbereich und durch glasklare Präzision, weiß aber bezüglich Nachdruck, Homogenität und Surroundkulisse keine Stiche gegen das System 9 zu machen. Was den Bassdruck betrifft, so liegt das Elac-System mit dem Sub 211.2 ESP unter den Erwartungen auch weniger basshungriger Anwender. Mit der sehr dynamischen, frischen Spielweise dürfte es aber den Mehrkanal-Musikfan mit Klassik- und Jazz-Faible sehr ansprechen. Für den Heimkinoeinsatz aber ist es im Vergleich zum System 9 nicht perfekt geeignet. Auch das überragende Canton Ergo 5.1-Set kann nicht dieses beeindruckende Leistungsprofil bieten, welches das System 9 im Heimkinoeinsatz erzielt. Die Pegelfestigkeit ist bei weitem nicht so hoch, und auch die Räumlichkeit erscheint weniger ausgeprägt. Trotzdem: Wer weniger Platz zur Verfügung hat und Wert auf eine über alle Maßen gediegene Verarbeitung legt, findet im  Ergo 5.1-Set eine hervorragende Alternative - und bei normalem bis höherem Pegel klingt das kompakte Canton-System sehr klar, vielschichtig und souverän. Kurzum: Das Canton ist sehr gut fürs elegante Wohnzimmer geeignet, das System 9 für den hochmodernen Heimkinoraum. Das Quadral Platinum Ultra 5.1 Surround-Set bietet eine sehr ansprechende Pegelfestigkeit und eine löbliche Dynamik - dieses akustische Feuerwerk, welches das System 9 abbrennt, realisiert das Platinum Ultra allerdings nicht. Die Übergänge zwischen den einzelnen Lautsprechern wirken nicht so flüssig wie beim System 9, und bei enormem Pegel geht dem sonst hervorragenden Subwoofer im Vergleich zum M 9500 SW die Puste aus. Der M 9500 SW ist ohnehin ein Pegelmeister der Extraklasse: So prominente Konkurrenten wie ein  Nubert nuLine AW-1500 oder ein SVS PB12-Plus/2 werden abgehängt, auch der Vorgänger Teufel M 11000 SW kann dem M 9500 SW nicht mehr folgen: So viel purer Druck, so viel tieffrequente, sauber übertragene Energie ist auch bei doppelt oder dreifach so teuren aktiven Basslautsprechern nur schwerlich zu finden. 

Deutlich größer sind die M 950 FCR des Systems 9 im Vergleich zu den sehr kompakten M 620 FCR des THX Select-Sets Teufel System 6

Kommen wir zurück zur Blu-ray von "Windtalkers". Hier gibt es natürlich auch Filmsequenzen, in denen erbittertes Kampfgeschehen in akustisch eindrucksvoller Form übertragen wird. Das System 9 modelliert eine wiederum sehr vielschichtige Gesamt-Klangkulisse heraus - dabei sind die Reize, die sich dem Zuhörer bieten, noch lange nicht in der brutal-präzisen Bassgewalt des M 9500 SW erschöpft. Zwar reizt dieser durch die Mischung von unerbittlichem Druck und untadliger Präzision schon die Gehörgänge bis aufs Äußerste, aber die M 950 FCR- und die M 950 D-Schallwandler ziehen ebenfalls alle Register ihres Könnens: So gehen selbst in lauten Szenen auch kleine Neben-Effekte nicht unter, sondern werden exakt eingeflochten. Stimmen ertönen sehr authentisch, auch kleine Einzelheiten betreffend der Stimmfärbung gehen nicht unter. Nur sehr viel teurere Mehrkanal-Ensembles schälen noch mehr Detailreichtum aus der vokalen Präsenz der Protagonisten heraus. Mit sensationellen Ergebnissen trumpft das System 9 bei der BD von "Alien versus Predator" auf. Auch hier liegt eine DTS-HD Master Audio 5.1-Tonspur vor - und die hat es in sich. Nicht nur die in hoher Anzahl vertretenen, massiven und durchdringenden Effekte, sondern auch kleine, kurze "Effektchen" überträgt das Teufel-Set hervorragend. Bestechend ist die Klarheit, die im Hochtonbereich an den Tag gelegt wird, auch bei Pegeln, die kaum ein Anwender in der Praxis aufsuchen wird, ist die Übertragung noch verzerrungs- und verfärbungsfrei. Die Teufel-Boxen versuchen ohnehin mit beeindruckendem Erfolg, eine natürliche, reine Wiedergabe zu ermöglichen - für ein im Vergleich zur "High End"-Klasse so preiswerten Mehrkanal-Lautsprechersystem wird eine schon fast unerhörte akustische Ehrlichkeit erreicht. Unpassende Verfärbungen würden gerade bei den Detail-optimierten, sehr dynamischen DTS-HD Master Audio-Tonspuren stören - dank der neutralen, geradlinigen Teufel-Auslegung hört das Auditorium aber wirklich genau das, was auch auf der Tonspur abgelegt wurde. Bei "Alien vs. Predator" wird eine eindrucksvolle, umfangreiche Klangkulissse geboten, die den Zuhörer durch die Mischung aus Intensität und Präzision absolut fesselt. Zu welchen tieffrequenten Großtaten der M 9500 SW fähig ist, verwundert einmal mehr - nichts kann den Berliner Bass-Giganten aus der Ruhe bringen. Er geht mit traumwandlerischer Sicherheit seiner Arbeit nach - was an Bass abgegeben werden kann, limitiert hier nicht das Leistungsvermögen des aktiven Subwoofers, sondern die Widerstandsfähigkeit der Zuhörer bzw. der Nachbarn. 

Auch für den Surround Back Bereich bestens geeignet: Der M 950 FCR schafft ein sehr realistisches Klangbild

Natürlich machen auch herkömmliche 5.1-Soundtracks wie der von "Casino Royale" mächtigen Ein-Druck - nein, es handelt sich um keinen Rechtschreibfehler, der Ein-Druck ist wiederum besonders erwähnenswert, weil der M 9500 SW in der Szene auf Madagaskar einen Schub zur Verfügung stellt, den man am besten mit dem Wort "unbarmherzig" umschreiben kann. Als 007 mit dem New Holland-Radlader für Kleinholz auf der Großbaustelle sorgt, wird ein Bassdruck aufgebaut, der für automatisches Herzrasen und Flattern der Hosenbeine sorgt - salopp ausgedrückt. Seriös formuliert lässt sich festhalten, dass auch in derartigen Extremsituationen die hart aufgehängten Membranen nicht anschlagen und die 1.200 Watt-Endstufe derartig massiv Leistung liefert, dass immer mehr als genug Kraft zur Verfügung steht, um auch schwierige Impulsspitzen souverän zu managen. Sehr empfehlenswert ist bei "Casino Royale" der Betrieb im THX Ultra 2 Cinema-Modus. Hier wird eine ungemein dichte, mitreißende Surround-/Back Surround-Klanglandschaft erzeugt, die kaum ein Detail verschweigt und eine überragende räumliche Weite erzielt. Ausgezeichnet gelingt dem System 9 auch die Einarbeitung des Music Score. Identische Höreindrücke konnten wir bei "Star Wars Episode III" sammeln: Die schon als legendär zu bezeichnende Eröffnungsschlacht oberhalb von Coruscant eignet sich vortrefflich dazu, die "Spreu vom Weizen" bezüglich der Leistungsbereitschaft vom Heimkino-Komponenten zu trennen. Der M 9500 SW stemmt erneut Bestleistungen mit seinen zwei flinken Chassis und der hohen Endstufenleistung: Die lautstarken Kampfhandlungen werden nahezu ohne Störgeräusche übertragen, nur der von links nach rechts über den Bildschirm gleitende republikanische Sternzerstörer lässt die Membranen trotz harter Aufhängung und viel Hub kurz anschlagen. Die Räumlichkeit ist beeindruckend, man fühlt sich von präzise platzierten Effekten vollkommen umgeben. Das viel zitierte 360 Grad Klangpanorama wird hier in hoher Qualität offeriert. 

Nicht nur für die Filmtonwiedergabe, sondern auch für die Darstellung von Musik eignen sich die M 950 FCR sehr gut

Natürlich wird auch die Wiedergabe mehrkanaliger Musik zu einem tief gehenden Erlebnis. Das Jean-Michel Jarres DVD "Jarre in China" enthaltene Konzert in der Verbotenen Stadt kommt überragend zur Geltung - da die Jarre-DVD THX-zertifiziert und entsprechend gemastert ist, sind die akustischen Qualitäten im THX Ultra 2 Music Mode besonders hervorzuheben: Das Klatschen des Publikums, das Umherschwirren der Jarre-typischen Effekte und der Einsatz des Orchesters erscheinen so echt, als wäre man beim Konzert dabei gewesen. Das Anschlagen der Synthesizer-Tasten gibt das System 9 sehr direkt und klar wieder. Auch schnelle Effektkombinationen kommen zum richtigen Zeitpunkt beim Zuhörer an, alle Komponenten des Teufel-Sets punkten mit ihrer hohen Impulstreue - eine Eigenschaft, die selbst sehr viel teurere Lautsprecher in diesem Umfang eher selten aufweisen. Der Depeche Mode-Klassiker "Strangelove" aus dem Album "Music for the Masses" (vorliegend in DTS 96/24) wird kraftvoll und mit überraschend guter räumlicher Wirkung wiedergegeben. Dass das Quellmaterial allerdings nicht mehr das Neueste ist, machen die nur ausreichende Detaillierung und der matt wirkende Hochtonbereich sehr deutlich. Welch ein Unterschied, wenn man sich anschließend die "Legends of Jazz" in Dolby True HD anhört - hier bleiben selbst für den Jazz-Liebhaber mit viel Hörerfahrung kaum noch Wünsche offen. Ob Trompete oder Saxophon - was das Teufel-Set aus den Instrumenten herausholt, beweist große Klasse. Mit frischer Lebendigkeit und ausgezeichneter Feindynamik wird hier gearbeitet - wir waren überrascht, wie deutlich das Berliner Schallwandler-Ensemble die Vorzüge von True HD herausstellen konnte. Besonders überragend stachen die Differenzierungsfähigkeiten des Systems 9 bei der Wiedergabe von Stücken, die am hochwertigen Steinway&Sons-Flügel mit Hingabe gespielt wurden, ins Auge: Die Anschlagdynamik des edlen Instruments und das Können der Interpreten wurden mit höchstem Realismus übertragen. Auch Peter Gabriels "Solsburry Hill"-Auszug (DTS-HD Master Audio Blu-ray Demo-Sampler) erschien ungemein lebendig und brillant - das Gefühl, dass im Hochtonbereich ein minimaler akustischer Vorhang der Darbietung Ausdruckskraft nimmt, war mit dem System 9 und der Master Audio-Spur nicht einmal ansatzweise feststellbar. Das Ortungsvermögen, welches das System 9 auch bei sehr schnellen Effekten an den Tag legt, ist im Übrigen exzellent. 

Teuflisches Ensemble: Das System 9 arbeitet mit jedem zugeführten Signal weit überdurchschnittlich gut

Weiter gehen unsere Klangtestreihen mit Höreindrücken normaler CDs in den Betriebsarten Stereo, All-Channel-Stereo, Dolby Pro Logic IIx Music und DTS Neo:6 Music. Beim Klassiker "Lucifer" von "The Alan Parsons Project" produziert das System 9 eine hervorragende Weiterleitung des vom Onkyo TX-NR905 sehr gelungen aufbereiteten Signals. Besonders die natürliche Frische bei der Wiedergabe der Synthesizer-Klänge gefiel uns ausgesprochen gut. Die Surround-Klangkulisse ist sehr gut eingearbeitet, nicht übertrieben, aber stets so, dass man das Plus bezüglich einer lebendigen räumlichen Ausgestaltung bemerkt. Auch "Never can say Goodbye" von Gloria Gaynor kommt dynamisch und kräftig zum Ausdruck. Hier haben wir uns für DTS Neo:6 entschieden - der Sound wirkt noch eine Idee direkter und authentischer als bei Pro Logic IIx Music. Das gleiche Gefühl hatten wir beimk Trio "The Final Countdown", "Rock the Night" und "Carrie" von Europe. Was trotz der eher durchschnittlichen CD-Aufnahme im Neo:6 Music Modus an Klanggüte herausgeholt wurde, hat uns verblüfft: Besonders der M 9500 SW beeindruckte wieder mit seinem Nachdruck und seiner Schnelligkeit beim Umsetzen von Bassimpulsen. Aber auch die erstaunlich freie Hochtonwiedergabe ohne muffigen Touch wäre so nicht von uns erwartet worden. Auch der Schmuse-Heavy-Evergreen "Carrie" wird so intensiv übertragen, dass er richtig unter die Haut geht - da wünscht man sich seine Traumfrau zu sich auf die Couch, um sich eine schöne Nacht zu machen. 

Apropos Nacht: Hat man ein frei stehendes Einfamilienhaus, ein eigenes Gehöft oder einen Gutshof zur Verfügung, so kann man zu nächtlicher Stunde sogar Geld mit dem System 9 verdienen oder sich zumindest den Eintritt für den Besuch in der örtlichen Techno-Disco sparen: Man lädt gebührenfrei oder gegen einen fairen Obulus Freude und Bekannte zu sich ein und überlässt dem System 9 die Unterhaltung der tanzhungrigen Meute. Bei den "Sunshine Live Classics", Volume 4, offerierte das Teufel-Set auf jeden Fall echte Party-Qualitäten - wir wählten den All-Channel-Stereo-Modus und ließen es dann mit "Raumpatrouille" (Kosmonova), "Icarus" (Flutlicht), "Man on the Moon" (DJ Wag) und "Celebrate" (Zhi-Vago) richtig krachen: Auch harte Kickbässe gehen dem M 9500 SW mit einer Problemlosigkeit von der Hand, die faszinierend ist. Effekte werden tief in den Hörraum geschleudert, ohne erkennbaren Zeitversatz. Die Anbindung des aktiven Subwoofers an den Rest des Lautsprechersystems ist hervorragend gelungen, es kommt zu keiner hörbaren Lücke. Beim "Meet her at the Loveparade"-Remix der Real Booty Babes lässt das System 9 nochmals gekonnt die Muskeln spielen: Mit ungeheurem Nachdruck und gewaltiger Dynamik wird bei entsprechender Lautstärke richtiges Diskotheken-Flair freigesetzt. "Sister Goldenhair" von Floorfilla wird ebenfalls mit viel Effektkraft und Energie übertragen - mit dem System 9 hat man nicht nur ein talentiertes Mehrkanal-Lautsprechersystem, sondern auch noch einen akustischen Party-Knüller eingekauft. 

Auch im Stereobetrieb kann der M 9500 SW punkten - er integriert sich sehr gut

Kommen wir nach diesen Schilderungen zu einer weitaus seriöseren Begabung des Systems 9 - der gepflegten, klaren Stereo-Wiedergabe. Wer dieses Set in 2.1-Konfiguration einsetzt, wird ebenfalls ausgesprochen positiv überrascht sein. Bei Peter Tchaikovskys "1812 Ouvertüre" wird eine bezüglich Breite und Tiefe sehr glaubhafte Bühne geboten. Feine Zwischentöne werden überraschend sicher von den M 950 FCR erfasst und passend eingearbeitet. Der M 9500 SW integriert sich sehr gut und macht nicht den Fehler, sich zu sehr in den akustischen Vordergrund zu schieben. Bei "Welcome to Paradise" von Gigi d'Agostino (enthalten auf der Doppel-CD "L'Amour Toujours II") entfaltet sich eine hervorragende räumliche Weite, die trotzdem stets eine genaue Ortung der Stimme der Sängerin zulässt. 

Gesamtnote Klang in Relation zum Kaufpreis: Hervorragend - perfekt. 

Fazit

Das System 9 verwöhnt mit authentischem Home Theatre-Feeling

Keine 5.000 EUR werden von Teufel für das System 9 in Cinema 7.1-Konfiguration aufgerufen - in Anbetracht des gebotenen Leistungsniveaus ein absolut konkurrenzloses Angebot. Nirgendwo sonst bekommt man zu diesem Kurs ein optisch elegantes, ordentlich verarbeitetes Lautsprechersystem, das ein derartig intensives, nachdrückliches, kompromissloses Heimkino-Erlebnis ermöglicht. Der M 9500 SW ist auch extremen Anforderungen gewachsen und offeriert in nahezu allen auch in der anspruchsvollen Hörpraxis vorkommenden Situationen einen voluminösen, präzisen, schnell ansprechenden Bass, der durch seinen Facettenreichtum ebenso begeistert wie durch den immensen Druck. Wir kennen, ganz gleich, in welcher Preisklasse, kaum einen anderen Basslautsprecher, der sein großartiges Leistungsvermögen in der Praxis so gekonnt umsetzen kann. Die durchdachte Konstruktion ist auch nicht besonders aufstellungskritisch, Strömungsgeräusche sind kaum vernehmbar. Doch auch die weiteren Bestandteile des Systems 9 erfüllen höchste Ansprüche: Der M 950 FCR ist eine über alle Maßen beeindruckende Mischung aus exakter Wiedergabe, enormer Dynamik, exzellenter Pegelfestigkeit. Der Dipol M 950 D erzeugt eine sehr authentische Räumlichkeit und eine sehr facettenreiche Surroundkulisse. Hinzu kommt die elegante optische Erscheinung des Systems 9 - bilanzierend kann ohne Übertreibung festgehalten werden, dass es für den Heimkino-hungrigen Käufer in der Preisregion zwischen 4.000 und 5.000 EUR praktisch keine Alternative zur überragenden Teufel-Offerte gibt. 

Konkurrenzlos: Mit sensationeller akustischer Leistungsfähigkeit zum Schnäppchenpreis legt das Teufel System 9 THX Ultra 2 die Meßlatte in der 5.000 EUR-Klasse für alle Kontrahenten unerreichbar hoch

Lautsprechersysteme Oberklasse
08. November 2007
Preis-/Leistungsverhältnis +

+ Maßstäbe setzende Pegelfestigkeit
+ M 9500 SW besticht mit exorbitanter Nachdrücklichkeit und hoher Präzision
+ M 950 FCR bieten mit überragender Dynamik und fein verteilter Räumlichkeit eine für die Preisklasse optimale Synthese
+ Dipole mit erstklassiger räumlicher Wirkung
+ Weit überdurchschnittliche akustische Homogenität durch drei identische Lautsprecher vorn
+ Für Musik und Filmtonwiedergabe gleichermaßen hervorragend geeignet
+ Elegante Optik
+ Sehr günstiger Kaufpreis

- Optional lieferbare Ständer gewährleisten keinen perfekten Halt des M 950 FCR
- Befestigung der Lautsprecher-Gitter sehr billig

Test: Carsten Rampacher, Thomas Hermsen
08. November 2007

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