TEST: 5.1-THX Select-Set Teufel System 6 

20. Juni 2007 (cr/th)

Einführung

Teufel hat vor ungefähr sieben Jahren mit dem System 5 ein gleichermaßen kompaktes wie leistungsfähiges THX Select-Lautsprechersystem aufgelegt, das enorm erfolgreich wurde und in vielen Heimkinos für akustisches Vergnügen sorgt. Nun war es allerdings Zeit für einen Nachfolger, schließlich legt Teufel größten Wert darauf, dass sich die Modellpalette immer taufrisch und nie angestaubt präsentiert. Daher läuft nun das System 6 THX Select vom Kiel, welches sich allerdings nicht mit elementar neuer Ausrichtung, sondern als logische Weiterentwicklung des immer noch modernen System 5-Konzeptes versteht und als 5.1 Cinemaset mit 1.395 EUR in der Preisliste steht (alternativ auch 5.1 Concertset mit 5 x identischem Lautsprecher für 1.395 EUR). Auch das System 6 richtet sich, wie der Vorläufer, an Teufels heimcineastische Stammkundschaft. Aus diesem Grunde sind alle Frontlautsprecher ebenso wie beim System 5 im Querformat gehalten. Wer Front R, Center und Front L auf identischer Höhe und im identischen Winkel positioniert, kann sich über eine enorm homogene Front-Klangkulisse freuen. 

System 6: Neue Technik, frische Optik (im Bild der M 620 FCR)

Neu sind die Flachmembran-Chassis beim M 620 FCR. Flachmembranen strahlen alle Frequenzen von der gesamten effektiven Membranfläche ab und erzeugen keine Phasenverschiebungen, die Konussystemen eigen sind. Angenehmer Nebeneffekt der Flachmembrantechnologie ist der geringe Platzbedarf, so geriet der M 620 FCR mit 13 cm Tiefe sehr flach, was wiederum die Aufstellung und Wohnraumintegration vereinfacht. Auch optisch wirken die M 620 FCR sehr elegant. Für den Surroundbereich kommen beim 5.1 Cinema-Set hochwertige Vollbereichsdipole (M 620 D) zum Einsatz. Der aktive Subwoofer M 6200 SW ist komplett neu, für den nötigen tieffrequenten Druck sorgt ein 300 mm Treiber mit Neodym-Magnet. Die Leistung der eingebauten Endstufe liegt bei 700 Watt - zumindest der Theorie nach können damit auch größere Hörräume effektiv beschallt werden. Wir lassen uns nun überraschen - kombiniert das System 6 wie der Vorgänger immense Leistungsstärke mit kleinen Abmessungen?

Verarbeitung

Elegante Optik, ordentliche Detailverarbeitung

Überzeugende Oberflächenqualität

Auch der M 6200 SW ist ansprechend verarbeitet

Auch die Rückseite des M 6200 SW birgt keine qualitativen Mängel 

Standesgemäße Metall-Spikes für den M 6200 SW liefert Teufel auch mit, sogar zusätzliche Unterleg-Scheiben, damit die Spikes den Boden im Hörraum nicht zerkratzen

Die mitgelieferte Fernbedienung für den aktiven Subwoofer geht bezüglich des Finish in Ordnung

Das System 5 war zwar bezüglich der Abmessungen sehr kompakt, aber aufgrund der sehr nüchternen Ausstrahlung alles andere als ein optisches Highlight. Das System 6 kommt deutlich geschliffener daher, mit hochglänzenden Oberflächen, die auch aus qualitativer Sicht überzeugen. Leider sind nur 2 Farbvariaten (Ahorn und Silbern) lieferbar, was fehlt, sind ein dunkler Holzton und eine Schwarz-hochglänzende Variante. Die Detailverarbeitung des Gehäuses ist in Anbetracht des Kaufpreises als gelungen zu bezeichnen, damit dürfte auch klar sein, dass Lautsprechersysteme höherer Preisligen noch mehr Finesse und Hochwertigkeit bei kleinen Einzelheiten bieten. Nicht unsere Zustimmung findet die schwarze Stoffbespannung der Lautsprecher, auch wenn damit ein Mehrpreis verbunden wäre, würden wir in Metallgittern die solidere und edlere Alternative sehen. Es wäre vielleicht eine überlegenswerte Option für Teufel, wenn man wahlweise beide Abdeckgitter-Arten anbieten würde, der Preis-/Leistungs-Liebhaber könnte dann die günstigeren Stoffabdeckungen wählen, und der optische Ästhet würde zu den Metallgittern greifen, die dann einen gewissen Aufpreis kosten würden. Genug von der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen - oder, anders gesagt: Bis auf diese Kleinigkeit kann man dem System 6 nichts vorwerfen. Hervorragend gelungen sind die hochwertigen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals an allen Komponenten. 

Hochwertige Lautsprecherterminals an allen passiven Komponenten des Systems 6

Sauber eingepasste Chassis beim F 620 FCR

Auch bei den Dipolen M 620 D gibt es keinen Anlass zur Klage, alles ist akkurat eingepasst

Der aktive Subwoofer wird gleich mit komplettem Zubehör geliefert - eine Fernbedienung für die Steuerung aus der Distanz ist ebenso mit dabei wie solide Metall-Spikes, das finden wir in Anbetracht der Preisklasse sehr lobenswert. Verarbeitungsschwächen leistet sich auch der Basslautsprecher nicht, so dass man insgesamt mit dem gebotenen Level beim Finish voll und ganz zufrieden sein kann. Gesamtnote Finish unter Berücksichtigung der Preisklasse: Ausgezeichnet

Technik/Anschlüsse

M 620 FCR mit Flachmembranen

Der M 620 FCR ist, wie bereits in der Einführung beschrieben, mit Flachmembranen ausgerüstet. Diese Membranart strahlt alle Frequenzen von der gesamten Membranfläche ab, dadurch kommt es nicht zu akustisch störenden Phasenverschiebungen, die bei Konus-Systemen vorkommen. Weil keine gegenphasig schwingenden Anteile vorhanden sind, reduzieren sich auch die Verzerrungen deutlich. Die Kombination aus Flachmembranen und der durchgehenden Aluminium-Frontblende des M 620 FCR vermeidet negative "Beugungseffekte" durch das Fehlen von Kanten und Ecken. Die sehr steife Sandwich-Bauweise des Lautsprechergehäuses soll ein ausgezeichnetes Impulsverhalten garantiert werden. Der Frequenzgang verläuft homogen und ausgeglichen - im Hochtonbereich kommt dann eine zentral positionierte Kalotte zum Einsatz. Aufgrund des verringerten Außendurchmessers der Chassis konnte Teufel diese noch näher aneinander bringen, dies hat ein verbessertes Abstrahlverhalten zur Folge. Dies ist dann wichtig, wenn man zu mehreren Personen Filme anhört und nicht jeder im optimalen "Sweet Spot" sitzen kann. Die ganzen Beschreibungen klingen ausgesprochen viel versprechend, doch später im Hörtest muss das System 6 Farbe bekennen, und wir werden schauen, ob sich die technischen Neuerungen auch unter akustischer, praktischer Perspektive tatsächlich bewähren. Abschließend ist noch anzumerken, dass sich der Klang verändert, wenn man die Stoffbespannung der Lautsprecher abnimmt. Akustisch optimiert sind sie auf den Betrieb MIT Stoffbespannung, ohne die Bespannung wird der Klang härter und kühler. 

Kommen wir zu den technischen Daten. Hier mutet das, was auf dem Papier zu lesen ist, in Anbetracht der kompakten Boxengehäuse schon beinahe gigantisch an. Eine Langzeitbelastbarkeit von 140 und eine kurzzeitige Belastbarkeit von 190 Watt sind sehr respektable Werte. Der M 620 FCR ist für Impedanzen von 4 bis 8 Ohm geeignet. Die Bestückung der 5,2 kg wiegenden Box besteht aus 2 x 130 mm Flachmembranen für den Mittel-/Tieftonbereich und einer 25 mm Gewebekalotte für die Hochtonwiedergabe. Mit Abmessungen (B x H x T) von 37 x 20 x 13 (plus 2 cm für Frontblende) cm baut die M 620 FCR sehr kompakt. 

Vollbereichsdipol M 620 D

Im Surroundbereich kommt der Vollbereichsdipol M 620 D mit 8 Ohm Impedanz zum Einsatz. Jeweils ein 100 mm Tief-/Mitteltöner und eine 25 mm Kalotte für die Hochtondarstellung sind auf beiden Seiten montiert. Zusätzlich ist mittig zwischen den beiden dipolaren Systemen ein 130 mm messender Tieftöner eingebaut. Ein Umschalter ermöglicht wahlweise den Betrieb als Dipol oder Direktstrahler. 

Integrierte Wandhalterung beim M 620 D

Eine Wandhalterung ist bereits ab Werk integriert. Mit einer kurzzeitigen Maximalbelastbarkeit von 160 Watt zeigt sich der M 620 D als leistungsstark. Das Gewicht fällt mit 10,9 kg recht hoch aus. Die Abmessungen (B x H x T) fallen mit 20,5 x 31 x 17,5 cm kompakt aus. 

Eher spärlich bestücktes Bedien- und Anschlussterminal. Alle relevanten Einstellungen werden über die Fernbedienung vorgenommen, hinten fehlen Hochpegeleingänge

Der magnetisch geschirmte aktive Subwoofer M 6200 SW zeigt sich bezüglich der Leistung seiner eingebauten Endstufe sehr gut in Form. 350 Watt Sinus- und 700 Watt Musikleistung sorgen für Schalldruckreserven auch in größeren Hörräumen. Der Tieftöner mit Neodym-Antrieb kommt auf 300 mm. Der als Frontfire-Sub konzipierte M 6200 SW kommt mit Teufels selbst entwickeltem DPU-System für eine Basswiedergabe ohne störende Strömungsgeräusche. Alle relevanten Einstellungen, darunter Übernahmefrequenz, Pegel und Phase, lassen sich bequem über die mitgelieferte Fernbedienung bedienen. Die Abmessungen (B x H x T) von 40 x 53 x 45 cm beweisen, dass man es hier mit einem ernst zu nehmenden Basslautsprecher zu tun hat, der sich nicht als "Salonlöwe" fürs Wohnzimmer versteht. Die Anschlussbestückung fällt etwas ernüchternd aus. Es fehlen Hochpegeleingänge zum Einschleifen des Subs zwischen Verstärker und Boxen. 

Gesamtnote (in Relation zum Kaufpreis): Ausgezeichnet

Testequipment
Klang

- Klang Stereo

Auch im Stereobetrieb überzeugt Teufels M 620 FCR

Teufels System 6 spielt im Stereobetrieb angenehm frisch und lebendig auf. Sofern eine ordentliche Anbindung des Subwoofers an die Frontlautsprecher erfolgt ist, integriert sich dieser nahezu unmerklich. Das Klangbild zeichnet sich durch einen kräftigen wie auch präzisen Bass und einen ausgewogenen Hoch/-Mitteltonbereich aus. Die Auflösung des Hochtonbereichs stellt eine klare Steigerung gegenüber dem Vorgängersystem dar, gerade bei Klassik- oder Jazzstücken kann mit dem System 6 eine deutlich anspruchsvollere und komplettere Wiedergabe realisiert werden. Für die Preisklasse arbeiteten die Frontlautsprecher erstaunlich transparent, fein zeichnend und unaggressiv, stressfrei. Der Mitteltonbereich hängt in seiner Darstellung stark von den gewählten Einstellungen im Bassmanagement des A/V – Verstärkers ab. Wählt man eine zu tiefe Übernahmefrequenz, klingen die Frontboxen recht schnell angestrengt und gepresst. Wählt man eine zu hohe Übernahmefrequenz, erhält man ein tendenziell dünnes Klangbild. In unseren Testreihen erwies sich eine Übernahme bei 100 Hz als optimale Einstellung. Sofern man die Lautsprecher dann auch auf den Hörplatz vertikal eingewinkelt hat, entsteht eine breite, nuanciert gestaffelte und klar nachvollziehbare akustische Bühne. Es erstaunt immer wieder, wie sehr es den Teufel-Entwicklern gelingt, Sub-/Satsysteme zu entwerfen, welche derart erwachsene Vorstellungen im Stereo-Betrieb abliefern – ja, sogar ihre Konstruktionsart beinahe verleugnen. Einen nicht unerheblichen Beitrag hierzu leistet der Subwoofer. Für ein Set dieser preislichen Dimension mutet dieser Bassist ungewöhnlich groß an. Er ist allerdings nicht nur optisch ein Großer, sondern auch bezüglich seiner klanglichen Performance. Teufel hat hier einen angenehmen und äußerst praxistauglichen Mittelweg gefunden, welcher sowohl einen für den Heimkinobetrieb nötigen Tiefgang bietet als auch eine Geschwindigkeit und Präzision aufweist, welche den "teuflischen" Woofer absolut musiktauglich macht. Unterstützend zu den kompakten Frontlautsprechern wird so ein glaubwürdiges Fundament aufgebaut und gleichzeitig ein schneller und authentischer Grundtonbereich geboten. Zusammen mit dem detaillierten und auch ausgewogenen Mitteltonbereich der Frontlautsprecher entsteht ein in sich geschlossenes Gesamtklangbild, das sehr einfach durch Wahl des Subwooferpegels den eigenen Vorlieben angepasst werden kann. 

- Klang Surround Film

In dieser Disziplin schlägt die große Stunde des System 6 THX Select. Wie schon so viele Systeme von Teufel stellt auch unser hiesiger Testproband unter Beweis, dass Lautsprecher Teufel mit viel Engagement und Feingefühl an das Thema Heimkino herangeht. Angefangen  haben wir mit einigen Testtönen – ein Sweep um den Hörer herum. Sehr erstaunt nahmen die Tester den Gleichklang und sehr angenehmen Übergang von den direktabstrahlenden Fronts auf die Dipol-Surround-Lautsprecher wahr. Konstruktionsbedingt klingen Dipole nie wie ihre Set-Kollegen im Frontbereich, alleine schon auf Grund der andersartigen Anregung des Raumes. Das hier Gebotene bietet allerdings einen derart harmonischen Gesamtklang, dass man es kaum erwarten kann, weitere bidirektionale und räumlich aufwändige Effekte präsentiert zu bekommen. Als nächstes  hörten wir  Testtöne, welche uns das Zusammenspiel der einzelnen Lautsprecher mit dem Subwoofer aufzeigen sollen. An den vernommenen Klängen wird offensichtlich, dass Teufel dieses Set sehr akribisch aufeinander abgestimmt hat.

Der aktive Subwoofer M 6200 SW kokettiert mit hohen Leistungsreserven

Im tonal markant werdenden Grundtonbereich, dem oberen Arbeitsfeld des Subwoofers, weicht der M 6200 SW nur sehr gering vom unteren Arbeitsbereichende der Satellitenlautsprecher ab, was in einer sehr stimmigen und vollen Wiedergabe jeden einzelnen Kanals mündet. Der LFE-Spezialist selber reicht sehr weit in den Frequenzkeller herunter, ohne dabei ins Wummern oder Dröhnen zu geraten. Entgegen vieler Tiefbassisten dieser Preisklasse spielt der Teufel-Bassisg trocken und schnell auf. Er verzichtet absolut betrachtet auf die letzten Paar Frequenzanteile im subsonischen Bereich zugunsten einer schnellen und effektgewaltigen Wiedergabe. Um hier eine nochmals deutlich tiefere und dabei ebenso schnelle, präzise akustische Darstellung zu bekommen, wird man sich am Markt schon sehr genau umschauen müssen, besonders wenn der aktive Subwoofer sich in ähnlichen finanziellen Dimensionen bewegen soll wie der M 6200 SW. Das THX Select Zertifikat garantiert, dass dieser Subwoofer auch für größere Räume genug Pegelreserven bereitstellen kann. In unserem 70qm Testraum sorgte er auf jeden Fall für große Begeisterung beim Testteam, da auch hohe Pegel in Verbindung mit anspruchsvollen Filmsequenzen seine Souveränität bei der Wiedergabe kaum schmälern.

So zum Beispiel in der Anfangssequenz von Star Wars Ep. III beim Herunterschwenken auf den Sternenzerstörer, der durch ein Wummern der Triebwerke und langsame wie tiefe Trommelschläge begleitet wird. Viele Subwoofer der hier getesteten Preisklasse schlagen bei dieser Szene bereits ab etwas erhöhtem Pegel sofort durch, stellen den tieffrequenten Teil der Szene überhaupt nicht dar und unterschlagen die Nuancen der Trommeln. Nicht so der M 6200 SW. Dieser schafft es zwar auch nicht wie unsere absoluten Referenzen, das letzte Stückchen Präzision mit dem absoluten Tiefgang zu verbinden, zeigt aber sehr deutlich auf, was akustisch eigentlich in dieser Szene vonstatten geht. 

In genannter Szene und den darauf folgenden Minuten in der Schlacht über Coruscant zeigt uns das Teufel-Set auf, zu welch harmonischer Darstellung es befähigt ist. Gerade die quer durch den Raum führenden Flugbahnen der einzelnen Fighter, verbunden mit den überall explodierenden Raumschiffen, zeigt eindrucksvoll die gelungene Zusammenarbeit und den nahtlosen Übergang der einzelnen Lautsprecher untereinander. Schon prinzipiell kommen drei identische Frontlautsprecher einer geschlossen Klangkulisse entgegen, was auch dieses Set wieder unter Beweis stellt. Durch die fast identische tonale Abstimmung der Rears, in unserem Fall der Dipole, erhält man ein sehr dichtes, ungemein geschlossenes und in sich stimmiges, den Zuhörer umhüllendes Klangerlebnis. 

Dieser Eindruck wird enorm verstärkt durch die Gesamtabstimmung des Systems, welche es ermöglicht, unangestrengt lange Filmabende zu verbringen. Teufels Entscheidung zu einer zwar hoch auflösenden, dabei aber nicht überbetonenden Hochtondarstellung können wir in diesem Kontext nur begrüßen. Sicherlich, das Klirren der Schwerter in Kill Bill haben wir schon schärfer, klarer, forcierter wie auch aggressiver vernommen. Es fehlt in der hiesigen Vorstellung beileibe keine Information, es erscheint nur minimal gedämpft, genau in dem Maß, welches es ermöglicht lange und entspannt zu hören. 

Die Dipole bieten in Punkto Räumlichkeit einen eindrucksvollen Auftritt

Die Dipole boten in allen Testreihen ein sehr offenes, sehr gut gestaffeltes Klangbild. Gerade bei allen Star Wars-Teilen wird das cineastische Geschehen sehr realistisch aufbereitet, die räumliche Weite ist beeindruckend. Für Dipole arbeiten die M 620 D zudem erstaunlich präzise und holen einzelne Effektanteile klar ans Tageslicht. Durch die hohen Belastbarkeitswerte kann auch problemlos mit hohem Pegel gehört werden, dann z.B. wird auch das harte Gefecht zwischen Obi Wan und General Grievious in Episode 3 zu einem akustischen Erlebnis, ebenso der bereits jetzt legendäre Lichtschwert-Fight zwischen Anakin und Obi Wan auf dem Vulkanplaneten, der den Umzug der körperlichen Reste Anakins in den düsteren schwarzen Darth Vader-Anzug zur Folge hat. 

- Klang Surround Musik

Auch bei der Mehrkanal-Musikwiedergabe profitiert man von den drei identischen Frontlautsprechern

Durch die bereits bei der Bewertung der Stereo-Klangqualität gemachten Aussagen konnte man schon davon ausgehen, dass das System 6 auch bei der Wiedergabe mehrkanaliger Musik tadellos abschneiden würde - und wie sich bei "Jarre in China" nachvollziehen lässt, kann das Teufel-Set auch in dieser Disziplin viele Punkte holen. Besonders die atmosphärische Dichte begeistert, obwohl wir eine 5.1- und keine 7.1-Konfiguration aufgebaut hatten, fühlte man sich komplett vom Klang umgeben. Die überraschend gute Einarbeitung von musikalischen Einzelheiten untermauert erneut den Fortschritt vom System 5 zum System 6. Die Synthesizer-Sounds und die imposante Klangkulisse des Orchesters kommen so nuanciert und feinfühlig zur Geltung. Zudem weiß das System 6 aber auch mit einem kraftvollen Einsatz zu überzeugen - gerade der M 6200 SW stellt schnell ein großes Maß an fundierter Kraft zur Verfügung, so dass auch plötzliche orchestrale Einsätze sehr gut gemeistert werden. Durch den kultivierten Auftritt des Teufel-Sets sind auch DVD-As oder SACDs keinesfalls ein "no go" für dieses preiswerte Lautsprechersystem. Smetanas "Moldau" ertönt fließend, weich und harmonisch, enorm für ein Sub-/Sat-Set dieser Größenordnung. Auch bei Dvoraks "Brave New World" arbeitet unser Testkandidat tadellos, bei Dynamiksprüngen sind die aktiven und die passiven Komponenten des Systems 6 sofort zur Stelle. Das System 6 schafft eine sehr differenzierte Darstellung der einzelnen Instrumente, was für einen vielschichtigen Gesamteindruck sorgt. Bei Live-Konzerten kann man die Surroundlautsprecher durchaus im Dipol-Betrieb laufen lassen, denn dann wirkt die gesamte Live-Atmospohäre besonders authentisch. Bei Studioaufnahmen kann man im Sinne einer präziseren Wiedergabestruktur auf den direktabstrahlenden Modus umschalten. 

- Konkurrenzvergleich

Das System 6 präsentiert sich im Vergleich zum Vorgänger System 5 als hörbar erwachsener. Schon das System 5 war performance-stark bei der Wiedergabe von Filmton, das System 6 aber geht noch kraftvoller und gleichzeitig präziser ans Werk. Durch diese noch flexiblere Auslegung ist das System 6 auch für den Stereo- oder Mehrkanal-Musikeinsatz eine verheißungsvolle Option. Bilanz: Operation gelungen, das System 6 ist eine gelungene Evolution des Systems 5. Das Canton Movie CD-201 hat uns im damaligen Test vollauf begeistert, und nach wie vor sind die kompakten Alu-Lautsprecher bezüglich Homogenität, Klarheit und Pegelfestigkeit ausgezeichnet. Die größeren Teufel-Satelliten können aber alles noch ein wenig besser, das Klangbild wirkt noch geschlossener, geschliffener und harmonischer, und der extrem kraftvolle aktive Subwoofer kann auch mit sehr viel teureren Exemplaren bestens mithalten. Daher muss also festgehalten werden, dass das System 6 neuer Platzhirsch der Liga bis 1.500 EUR wird. Selbst deutlich teurere Konkurrenten haben kaum Chancen: Damals noch mit höchsten Test-Weihen dekoriert, muss sich das Infinity Sub/Sat-Set TSS-4000 bilanzierend dem System 6 geschlagen geben. Der hörbar kräftigere, präzisere und pegelfestere aktive Subwoofer sowie das räumlich dichtere, vielschichtigere Klangbild bringen das Berliner Mehrkanalset nach vorn. Das Jamo A775HCS4 hat aus klanglicher Sicht ebenfalls wenig Chancen gegen das System 6, es klingt müder, kraftloser und deutlich weniger räumlich. 

Gesamtnote Klang (in Relation zum Kaufpreis zu sehen): Hervorragend.

Fazit

Das System 6 setzt Teufels makellose Testbilanz fort

Teufel auch: Manch einer mag zu Recht an den leistungsfähigen Lautsprechersystemen der Berliner Schallwandler-Schmiede verzweifeln, denn aktuell erzielt Teufel wieder einen Treffer nach dem anderen in unserer Test-Torwand. Mit vorgefertigten Meinungen hat das nichts zu tun, ganz im Gegenteil: Wir gehen mit besonderer Akribie zu Werke, um Teufels Lautsprechersystem extrem zu fordern -  schließlich, so denken wir als Tester, kann es nicht sein, dass immer wieder ein überragendes Gesamtergebnis realisiert werden kann. Wir wissen nicht, wann die "teuflische Serie" einmal reißt, aber wir können sagen, dass dies beim System 6 nicht der Fall ist. Vor allem begeistert das hohe Maß an akustischer Reife und an Flexibilität. die das System 6 bietet. Grob- wie auch feindynamisch überzeugend, kraftvoll, aber auch einfühlsam spielend entsteht ein von Facettenreichtum, Nachdruck und Kultiviertheit geprägter Gesamteindruck. Hinzu kommen die exzellente Pegelfestigkeit aller Lautsprecher und das saubere Finish. Dass Teufel ein so leistungsfähiges Paket für rund 1.400 EUR offeriert, beweist nachdrücklich, dass Spitzen-Klang auch zu sehr bodenständigen Preisen möglich ist. 

Die Berliner Teufel tanzen weiter auf der Erfolgswelle: Das preiswerte System 6 schlägt mit exzellenter Aufbereitung von Film- und Musikmaterial die gesamte Konkurrenz 

Lautsprechersysteme Mittelklasse
19. Juni 2007
Preis-/Leistungsverhältnis +

+ Sehr gute Grob- und Feindynamik
+ Hohe Pegelfestigkeit aller Komponenten
+ Sehr harmonische Gesamtcharakteristik
+ Für Filmton- und Musikwiedergabe hervorragend geeignet
+ Tadellose Verarbeitung
+ Für die gebotenen Leistungen sehr fairer Kaufpreis

- Nur zwei Farbvarianten lieferbar
- Anschlussbestückung des aktiven Subwoofers dürftig

Test: Carsten Rampacher
17. Januar 2007

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