TEST: Onkyo HD DVD-Player DV-HD805
28.11.2007 Autoren: Carsten Rampacher, Thomas Hermsen

Einführung
Nun ist es endlich soweit - verschiedene HD DVD- und
Blu-ray-Player können den Datenstrom der neuen HD-Tonformate DTS-HD Master
Audio und Dolby TrueHD (beides verlustfrei komprimierte Formate für
bestmögliche Qualität) mittels ihrer HDMI 1.3a-Schnittstelle ausgeben. Neben
dem Samsung Blu-ray Disc-Player BD-P1400
und dem Pioneer BDP-LX70A, Nachfolger des BDP-LX70,
kann dies seit neuestem auch der Toshiba HD DVD-Player HD-XE1
- momentan zwar nur mit einer offiziell für den US-Markt konzipierten Firmware
(Version 2.7). Wie man jedoch in verschiedenen Foren nachlesen kann, ziehen sich
ans Netz angeschlossene HD-XE1 hierzulande problemlos die aktuellste Firmware
per Update aus dem Netz. Wer einen weiteren HD DVD-Player mit Bitstream-Ausgabe für DTS-HD und
Dolby TrueHD sucht, wird bei Onkyo fündig: Hier befindet sich der auf dem
HD-XE1 basierende DV-HD805 für 899 EUR im Produkt-Portfolio. Natürlich ist der
Onkyo auch in der Lage, Bildsignale in 1.080p/24 auszugeben, was bei
entsprechend akkurater Signalverarbeitung im Bildwiedergabegerät dafür sorgt,
dass das lästige Ruckeln bei langsamen Bewegungen - Kennzeichen der
1.080p/60-Wiedergabe - der Vergangenheit angehört. Für die interne
Videosignalverarbeitung zeichnet der HQV Reon VX-Videoprozessor verantwortlich.
Wer die Videosignale analog aus dem Player führen möchte, dem assistiert im
Inneren des DV-HD805 ein hochwertiger 297 MHz/12-Bit NSV-Video-D/A-Wandler.
Besonders hochwertige Audio-D/A-Wandler sollen dafür sorgen, dass der Onkyo HD
DVD-Spieler auch bei analoger Tonsignalausgabe brillieren kann. Was der DV-HD805
tatsächlich leistet, haben wir im folgenden Test ermittelt.
Verarbeitung
Sehr gute Passung der Frontblende
Sauber integrierte Laufwerkslade
Präzise funktionierender Klappmechanismus der Lade
Leider nur ein Standby-Schalter - dafür ist die Verarbeitung
des extrem schlichten Gehäuses auf hohem Level
Tadellose Gerätestandfüße
Die Verschraubung und die Verarbeitung der Frontblende von
unten aus gesehen
Das Display stellt fein auflösend dar
Die Geräterückseite fällt ebenfalls mit sehr gutem Finish
auf
Die mitgelieferte Fernbedienung ist kein qualitatives
Highlight. Besser wäre es gewesen, wenn Onkyo die sehr edle Fernbedienung des Toshiba
HD-XE1 übernommen hätte
Innen fällt gleich die enorme Nähe zum Toshiba HD-XE1
auf
Toshiba-Laufwerk
Netzteilsektion
Kühlkörper auf der Hauptplatine
Detailansicht der Hauptplatine
Der Onkyo DV-HD805 kommt in optisch außerordentlich schlichter
Verpackung - daher wirkt er sehr unscheinbar und fällt in einem Turm
hochwertiger AV-Komponenten nicht auf. Das Finish des Gehäuses ist sehr gut,
wie von Onkyo gewohnt, wirkt aber nicht so opulent wie beim Toshiba HD-XE1,
auf dem der DV-HD805 basiert. Die Verwandschaft zum Toshiba zeigen auch Details wie die
Anschlussgestaltung auf der Geräterückseite und das komplett identische Innenleben. Die Passung
der Frontblende ist hervorragend, das Display stellt ausreichend fein dar. Der
Mechanismus zum Öffnen und Schließen der Lade funktioniert präzise. Details
wie die hochwertigen Gerätestandfüße sprechen für den DV-HD805, nicht ganz
preisklassengemäß ist die komplett aus Kunststoff bestehende, leichtgewichtige
Fernbedienung. Gesamtnote in Relation zum Kaufpreis: Sehr gut.
Anschlüsse
Der DV-HD805 verfügt über eine HDMI 1.3a-Schnittstelle, die
"Deep Color" ebenso unterstützt wie die Bitstream-Ausgabe von Dolby
TrueHD und DTS-HD Master Audio. Ebenfalls gibt der Onkyo-Player
1.080p/24-Bildsignale aus. Typisch für einen HD DVD-Player ist auch eine
Netzwerkschnittstelle verbaut. Des Weiteren bringt der DV-HD805 einen optischen
und eine koaxialen Digitalausgang mit. An analogen Audioausgängen stehen ein
5.1-Anschluss und eine dedizierte 2-Kanal-Stereo-Schnittstelle zur Verfügung.
Analoge Videoausgänge: FBAS, S-Video und Komponente sind vorhanden. Das Angebot
wird ergänzt durch eine RS232-Schnittstelle. Bilanzierend ist festzuhalten,
dass der DV-HD805 alle relevanten Anschlüsse mitbringt, und die
HDMI-Schnittstelle unterstützt auch DTS-HD Master Audio/High Resolution sowie
Dolby TrueHD/Digital Plus. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Ausgezeichnet.
Auf der Frontblende unter einer Klappe befinden sich noch die
beiden Extension Ports des DV-HD805
Ausstattung/Konfiguration
Der Onkyo-Player ist praxisgerecht und zudem reichhaltig
ausgestattet. Neben der bereits erwähnten Bitstream-Ausgabe von Dolby TrueHD
und DTS-HD Master Audio über die HDMI-Schnittstelle ist auch ein interner
Decoder vorhanden, der neben Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1 sogar Dolby TrueHD
decodieren kann. Das Setup für den internen Decoder fällt übersichtlich und
praxisnah aus. Es besteht nicht nur die Möglichkeit, den Abstand der
Lautsprecher vom Hörplatz einzustellen und einen Pegelangleich durchzuführen -
sogar die Übernahmefrequenz für den aktiven Subwoofer kann justiert
werden. Visuell sind drei verschiedene De-Interlacing-Modi einstellbar
(Auto/Video/Film), normale DVDs können zudem bis auf 1.080p hochskaliert/de-interlaced
werden. Bei den ersten ausgelieferten DV-HD805 lag noch eine nicht ganz der
Gerätespezifikation entsprechende Fernbedienung bei. Die von Onkyo mitgelieferte
Fernbedienung ist mit der des Toshiba HD-E1 identisch, und dieser hat im
Gegensatz zu den baugleichen Modellen Toshiba HD-XE1/Onkyo DV-HD805 keinen
internen Video-EQ. Natürlich haben wir in dieser Angelegenheit bereits mit
Onkyo Kontakt aufgenommen, und berichten im Rahmen dieses Tests von den
Ergebnissen: Unter Angabe der Seriennummer können sich Besitzer des DV-HD805 an
die Onkyo-Servicezentrale in Gröbenzell wenden, auf Anfrage wird dann eine
Fernbedienung mit der Möglichkeit zum Aufrufen des Video-EQs rausgeschickt.
Voraussichtlich werden die Fernbedienungen in Kürze in ausreichender Stückzahl
bei Onkyo verfügbar sein. Onkyo und AREA DVD bitten die Leser, die aktuell
einen DV-HD805 besitzen, daher noch um etwas Geduld. Mittels der Fernbedienung
de Toshiba HD-XE1 ist der Video-EQ des DV-HD805 abrufbar. Er bietet
Einstellmöglichkeiten für Kontrast, Helligkeit, Farbe und Farbton (Tint),
ferner verfügbar sind eine selektive Farbverbesserung, eine
Konturenverstärkung sowie drei Rauschfilter für die Unterdrückung von
Moskitorauschen, Blockrauschen und weißem Rauschen. Gesamtnote
Konfiguration/Ausstattung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Im Display wird signalisiert, dass sich der DV-HD805 im
Setup-Modus befindet
Übersicht über die möglichen Ausgabeeinstellungen
Einstellbarer De-Interlacing-Modus
Einstellbarer RGB-Darstellungsbereich
Für die Bitstream-Ausgabe über den HDMI-Ausgang muss der
Digitale HDMI-Ausgang auf "Auto" gestellt werden
Lautsprecher-Setup mit einstellbarer
Subwoofer-Übernahmefrequenz
Testtongenerator
Bedienung
Das Navigationskreuz auf der Fernbedienung ist zentral
untergebracht
Die Menüs sind komplett vom Toshiba HD-XE1 übernommen, was sich aufgrund der Übersichtlichkeit und der schnörkellosen Gestaltung alles andere als ein Fehler ist. Sehr wichtig ist bei der Bedienung, dass man zunächst die Klappe, die sich auf der Frontblende befindet, öffnet und den Kippschalter von "SD" auf "HD" stellt. Nur dann ist es möglich, HD-Auflösungen ausgeben zu können. Bei "SD" ist nur 480/576er-Zeilenauflösungen möglich. Ansonsten fällt auf, dass der schwammige Druckpunkt der
vom Toshiba HD-E1 übernommenen, leider nicht beleuchteten Fernbedienung nicht überzeugt. Damit wird z.B. das Einstellen der Entfernung der Lautsprecher vom Hörplatz im LS-Setup zu einem Geduldsspiel. Auch muss man aufgrund des etwas verzögerten Ansprechens darauf achten, dass man auch tatsächlich den gewünschten Menüpunkt ansteuert. Das Gerätedisplay ist gut ablesbar und besitzt viel Schärfe sowie Kontrast.
Gesamtnote wg. der attraktiven und leicht verständlichen Menüs: Sehr
gut.
Laufwerk
Der permanent laufende Lüfter stört etwas
-
Einlesezeit HD DVD: 33 Sekunden
Einlesezeit DVD: 24 Sekunden
Einlesezeit CD: Bis zur automatisch beginnenden Wiedergabe 18 Sekunden
Laufgeräusch: Leises, aber nicht aufdringliches Sirren beim Einlesevorgang. Nochmals leiseres Geräusch während des Betriebs. Störend ist der permanent laufende Lüfter, der auch im Abstand von ca. 2 Metern vom Gerät noch gut hörbar ist.
Kapitel springen: Das Kapitel springen geht nicht sehr schnell vonstatten. Bei "Batman Begins" bleibt das Bild sichtbar stehen, der Ton setzt aus. Das Bild läuft schneller wieder weiter, als dass der Ton hinzukommt, die akustische Pause ist wahrhaftig etwas zu lang.
Insgesamt stürzte der Onkyo DV-HD805 zwar nicht ab, das
langsame Booten des Laufwerks stört jedoch gewaltig. Die Tatsache, dass es
große Teile der Konkurrenz auch nicht besser können, ist kein wirklicher
Trost. Gesamtnote wegen der tadellosen Betriebssicherheit: Gut.
Bild
Der DV-HD805 musste sich auch der Konkurrenz stellen
Wie sich zeigte, gab es praktisch keine visuellen Differenzen
zwischen Onkyo DV-HD805 und Toshiba HD-XE1. Als Blu-ray-Player mit 1.080p/24
Hz-Signalausgabe ist hier noch die Sony PS3 zu sehen
Natürlich haben wir verschiedene Titel gleich mehrfach im
Software-Angebot, um Direktvergleiche durchführen zu können
Wir haben in der Bildwertung für den endgültigen Test einen
sehr ausführlichen Direktvergleich mit dem Toshiba
HD-XE1 unternommen, um genau festzustellen, ob der DV-HD805 andere visuelle
Ergebnisse liefert. Mittels
der Fernbedienung des HD-XE1 sind exakt
die identischen Parameter des Video-EQs beim DV-HD805 abrufbar. Nachdem wir
beide Player exakt identisch eingestellt haben, ergibt sich auch der 100 %
identische Bildeindruck - was in Anbetracht der visuellen Güte des HD-XE1
alles andere als ein Fehler ist: Das über alle Maßen scharfe Bild mit sehr
natürlichen, echten Farben und sehr tiefem Schwarz ist in beiden Fällen
exzellent. Eine nochmals minimal bessere, tiefere Schwarzwiedergabe liefern
allerdings der Samsung Blu-ray Disc-Player BD-P1400
und der Panasonic Blu-ray Disc-Player DMP-BD10A.
Dafür stecken sie bezüglich der Detailwiedergabe und der Authentizität der
Farben leicht hinter dem Onkyo/Toshiba-HD DVD-Gespann zurück. Für den
absoluten High Defintion-Fan sind die beiden HD DVD-Player daher erste Wahl,
während für den Liebhaber kinogerechter visueller Darstellung Samsung und
Panasonic die Favoriten sein dürften. Allerdings kann der DMP-BD10A als
einziger der hier vorgestellten Player nur 1.080p/60. Weiterer starker
Konkurrent aus dem Blu-ray-Lager ist Sonys PS
3, die ebenfalls mit einer hervorragenden, weil sehr natürlichen
Farbwiedergabe und sehr gutem Kontrast punkten kann. Auch die Bildsauberkeit
begeistert. Ganz so scharf ist die PS 3 allerdings nicht - hier stehen der Onkyo
und der Toshiba an der Spitze, wobei solche Vergleiche aufgrund der
unterschiedlichen, durch die beiden Formate HD DVD und Blu-ray vorgegebenen
Rahmenbedingungen stets etwas hinken.
Der Samsung BD-P1400 und die PS 3 beherrschen ebenso wie Toshiba und Onkyo 1.080p/24 Hz
- und hier sind wir gleich bei einem heiklen, in verschiedenen Foren schon heiß
diskutierten Thema. Denn der HD-XE1 mit
der aktuellen Deutschland-Firmware 2.5 (in den USA gibt es bereits Version 2.7
mit verbesserter 1.080p/24 Hz-Wiedergabe und DTS-HD/Dolby TrueHD-Bitstream via
HDMI) gibt glatte 24 Hz und nicht 23, 976 Hz wieder, was alle 42 Sekunden zu
einem Mini-Ruckler führt. Bei unserem Pioneer PDP-5080XA
und bei unserem Toshiba 46ZF355D fiel
dieses Ruckeln kaum auf - der HD-XE1 und
der DV-HD805 gaben sich auch bezüglich der 1.080p/24 Hz-Wiedergabe nichts. Bei
"Batman Begins" bieten Toshiba und Onkyo eine exzellente
Farbwiedergabe, sehr natürlich und klar, auch der Kontrast spricht mit der
feinen Durchzeichnung dunkler Bildbereiche für sich. Bezüglich der
Gesamtbildschärfe erzielen die zwei HD DVD-Player überragende Ergebnisse -
alle Konturen erscheinen präzise gezeichnet, trotz dieser immensen Schärfe
neigen die Player nicht zu Doppelkonturen. Bei der "Bourne
Verschwörung" fällt die sehr detaillierte Darstellung der Gesichter der
Protagonisten auf, das Bild wirkt fast völlig rauschfrei, dafür wird nahezu
jede Pore in der Haut genau gezeigt. Die zwei Player haben eine sehr ausgewogene
Kontrastbalance, auch bei stark kontrastierenden Schwarz-/Weiß-Bildanteilen
neigen sie nicht zum Überstahlen, sondern ziehen saubere Grenzen.
Das identische Bild wird im Übrigen auch bei der analogen
Signalausgabe (Test-HD DVD: King Kong), ferner hat der eingebaute Video-EQ (der
beim Onkyo aufgrund des fehlenden Knopfes auf der Fernbedienung nicht aufzurufen
ist, hierzu benötigt man eine Fernbedienung des HD-XE1) die identische Wirkung
aufs Bild.
Gleichstand herrscht auch dann, wenn herkömmliche DVDs
abgespielt werden: Das HD DVD-Player-Duo bietet bei dieser Tätigkeit eine immer
wieder begeisternde Bildqualität. Es gibt Player aus dem
Blu-ray-Konkurrenzlager, die bei High Definition-Material ein exzellentes Bild
realisieren, bei herkömmlicher DVD-Kost aber lediglich eine gute und nicht eine
überragende Wiedergabe bieten. Genau dieses Phänomen taucht bei Onkyo und
Toshiba nicht auf. Das Upscaling/De-Interlacing normaler SD-DVD-Signale bis auf
1.080p gelingt in ausgezeichneter Qualität. Eine hohe Bildstabilität, wenig
Rauschen auch in hochfrequenten Bilddetails und eine sehr lobenswerte
Gesamtbildschärfe sind die sichtbaren Folgen.
Übrigens: Ein Manko der aktuellen HD-XE1
Software fällt auf: Der Player hat keine 1.080p/24 Hz Autoerkennung. Vielmehr
bleibt er stur im 1.080p/24-Modus, auch wenn völlig anderes Material zugespielt
wird. Die Folgen sind z.B. bei "Jarre in China" sichtbar: Sprungartige
Ruckelbewegungen ersticken jedes visuelle Vergnügen im Keim. Also muss man
zunächst ins Menü gehen und die 24 Frame-Wiedergabe deaktivieren. Der DV-HD805
hat diese Schwierigkeiten nicht. Er erkennt, ob richtiges 1.080p/24 Hz-Material
vorliegt und aktiviert nur bei diesem die 24 Frames-Wiedergabe.
Gesamtnote Bild unter Berücksichtigung der Preisklasse:
Hervorragend.
Ton
Endlich: Der DV-HD805 gibt auch Dolby TrueHD über HDMI als
Bitstream aus
Die Situation:
Der Onkyo DV-HD805 ist in der Lage, mittels seiner HDMI
1.3-Schnittstelle die HD-Tonformate DTS-HD Master Audio und Doby TrueHD als
Bitstream ausgeben zu können. Prinzipiell ist der Toshiba
HD-XE1 auch in der Lage, Bitstream-Signale von Dolby TrueHD und DTS-HD
Master Audio ausgeben zu können, nur ist die aktuelle, in Deutschland
freigeschaltete Firmware dazu nicht in der Lage. In den USA gibt es bereits die
Firmwareversion 2.7 (hier noch 2.5), welche den Support der neuen beiden
HD-Tonformate ermöglicht. Verschiedene Anwender hierzulande, die ihren HD-XE1
über den Netzwerkanschluss mit dem Internet verbunden haben, berichten aber
bereits, dass sich der Player die Firmware 2.7 als Update aus dem Netz holt und
dass keine Funktionsstörungen auftreten. DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD
funktionieren, so erste Berichte, problemlos. Für diejenigen Anwender, die noch
nicht das Experiment "Version 2.7" gestartet haben, bleibt aktuell nur die Ausgabe von Mehrkanal-PCM-Ton über die
HDMI-Schnittstelle. Wir haben im Rahmen dieses Testberichts auch
verglichen, wie sich die Mehrkanal-PCM-Signalausgabe (Toshiba) im Vergleich mit
der Dolby TrueHD-Signalausgabe (Onkyo) akustisch verhält.
Bitstream-Ausgabe von Dolby TrueHD
-
Onkyo DV-HD805 schickt den TrueHD-Bitstream direkt an den Onkyo TX-NR905
Toshiba HD-XE1 wandelt nach PCM und leitet dieses Signal via HDMI an den Onkyo
TX-NR905
-
Test-HD DVD: Batman Begins
-
Wichtig: Beide Eingänge waren für diesen Vergleich pegeltechnisch abgeglichen. Daher kann ein „Lauter gleich Besser“ – Eindruck zugunsten von True-HD ausgeschlossen
werden
Pro Bitstream-Ausgabe von Dolby TrueHD:
Hier ist ein Vorteil für die TrueHD-Bitstream-Ausgabe des DV-HD805 herauszuhören,
und zwar gleich zu Beginn beim Zweigespräch in der Einzelhaft. Das Timbre in der Stimme von Wayne und Doukard in der Zelle
weist mittels True HD ein feinere und tiefere Struktur auf. Die vokale Akustik
erscheint differenzierter, dadurch haben die Stimmen deutlich mehr eigenen Charakter. Gleichzeitig ist ein Unterschied im Hintergrund zu hören, welcher vor allem von
den fallenden Wassertropfen geprägt wird. In der gewandelten PCM- Spur ist
lediglich zu hören, dass es ab und an mal plätschert - mehr aber auch nicht. In der
TrueHD-Spur sind wesentlich mehr Wassertropfen wahrzunehmen, welche dann auch feiner aufgelöst und dazu mit unterschiedlichem Klang versehen sind. Beim Aufschlagen haben sie hier auch einen sehr feinen extrem
detailliert gezeichneten Hochtonbereich, welcher in der PCM-Spur gar nicht zu vernehmen ist. Weiter bilden die Tropfen und der Hall der Zelle eine klare akustische Umrandung um die Sprecher, es entsteht ein dreidimensionales Klangbild. In der PCM-Spur wirken Sprecher und die weniger vorhandenen Hintergrundgeräusche in eine Ebene hineingedrückt. Es wirkt im Verhältnis zweidimensional und insgesamt aus Sicht der Feinheiten und der Auflösung belegt.
Schwertkampfszene auf dem zugefrorenem Gletschersee: Hier ist die Überlegenheit der Bitstream-Ausgabe von True-HD wesentlich weniger subtil. Das
Klirren der aufeinander treffenden Schwerter erreicht hier eine andere Dimension an Klarheit, Strahlkraft und Dynamik. Insgesamt fällt die Dynamik
höher aus. Nicht aber nur die grobe, sondern auch die Feindynamik, wie man es in der Binnendynamik der begleitenden Musik vernimmt. Aber auch das Timing und die Knackigkeit der Subwoofer-Einsätze, wenn das Eis knarzt sind ganz anderer Natur, sprich
authentischer als dies die vom HD-XE1 gewandelte PCM-Spur zu transportieren vermag. Das Klangbild wirkt noch geschlossener in seiner räumlichen Darstellung und gleichzeitig differenzierter durch das herausschälen wesentlich mehr Details und deren unabhängigere Behandlung voneinander.
Digitale Signalausgabe herkömmlicher Tonspuren
Werden normale Dolby Digital- oder DTS-Tonspuren ausgegeben,
sind keine Differenzen in der Klangqualität zwischen DV-HD905 und HD-XE1
auszumachen. Beide Plyer erfreuen durch die sehr detaillierte, vielschichtige
akustische Darstellung, die sich verständlicherweise erst in Verbindung mit
einem leistungsfähigen AV-Receiver richtig entfalten kann. Vergleicht man den
optischen mit dem koaxialen Digitalausgang, so ist die per Koax-Out erzeugte
Klangkulisse noch eine Spur brillanter und freier aufspielend. Zwischen Koax und
HDMI finden sich keinerlei klangliche Differenzen.
Interner Decoder (Dolby TrueHD/Dolby Digital/DTS)
Die eingebauten internen Decoder sind klanglich identisch -
beide liegen auf einem erstaunlich hohen Niveau. Gerade der feine Hochtonbereich
überrascht immer wieder, Onkyo und Toshiba holen Details ans Tageslicht, die
selbst manchem guten Mittelklasse-AV-Receiver verborgen bleiben. Diese
akustische Einschätzung, wie sich z.B. bei "King Kong" zeigt,
beschränkt sich nicht auf Front- und Centerkanal, sondern weitet sich auf die
Surround-Soundkulisse aus. Lebendigkeit und Frische sorgen dafür, dass man
diesem Decoder problemlos auch die Wiedergabe von Musikmaterial anvertrauen
kann. Bei der "Jarre in China"-DVD hinterlassen beide Player beim
Konzert in der Verbotenen Stadt einen geschliffenen Eindruck: Die orchestralen
Einsätze werden differenziert übertragen, so dass der erfahrene Hörer die
einzelnen Instrumentengruppen gut heraushören kann. Die Räumlichkeit
hinterlässt einen realistischen Eindruck, so dass die spezielle Atmosphäre
dieser Veranstaltung sehr gut zum Ausdruck kommt. Der komprimiert-matte
Klangeindruck, den viele interne Decoder von DVD-Spielern produzieren, war bei
Toshiba und Onkyo in keiner Situation herauszuhören. Bei den
Synthesizer-Passagen erfreut erneut die klare Durchzeichnung, feindynamisch wird
somit ein überraschender Level erreicht. Erstaunlich sind auch die Fähigkeiten
beider HD DVD-Player, wenn es darum geht, mittels des internen Dolby
TrueHD-Decoders entsprechende Tonspuren zu decodieren. Verwendet wurde als HD
DVD erneut "Batman Returns", und die akustischen Ergebnisse bezüglich
der Decodingqualität waren auf dem Level eines Onkyo
TX-SR605: Feine klangliche Details werden homogen eingeflochten, und die
abwechslungsreiche Surroundakustik gefällt ebenfalls. Die erzeugte
Räumlichkeit wirkt nie drückend, sondern immer harmonisch verteilt und
filigran.
Stereo-Analog Signalausgabe
Spielt man normale CDs mit dem DV-HD805 ab und gibt die Signale
nach D/A-Wandlung über den analogen Cinchausgang aus, ist das Klangerlebnis
ebenfalls überzeugend. Ein glaubhafter Bühnenaufbau ist ebenso zu vermerken
wie eine filigrane Lebendigkeit im Hochtonbereich, die alles andere als
selbstverständlich ist. Der sich homogen anschließende Mitteltonbereich
gefällt durch sein aufgeräumtes Wesen, Stimmstrukturen werden klar umrissen in
den Raum gestellt. Instrumente gibt der DV-HD805 sorgfältig wieder,
gleichzeitig aber hinterlässt er nie einen lethargischen Eindruck, sondern
präsentiert die akustischen Impressionen mit viel Esprit. Somit kann
festgehalten werden, dass der Onkyo, ebenso wie der identisch klingende Toshiba,
problemlos einen Mittelklasse-CD-Player ersetzen kann.
Fazit Klang
Der Onkyo HD-DV805 erfüllt problemlos hohe akustische
Ansprüche. Mittels der Bitstream-Signalausgabe von DTS-HD Master Audio und
Dolby TrueHD ist der Player fürs HD-Zeitalter gerüstet. Die klare und
detailreiche Klangcharakteristik findet sich im Übrigen auch bei der digitalen
Ausgabe herkömmlicher Dolby Digital- und DTS-Tonspuren. Höchst erfreulich sind
die Talente des internen Decoders, der sehr lebendig und präzise klingt. Die
analoge Ausgabe von Stereosignalen mit vorangehender D/A-Wandlung gelingt dem
DV-HD805 ebenfalls überraschend gut. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Hervorragend.
Fazit
Der Onkyo DV-HD805 ist baugleich mit dem Toshiba HD-XE1, aus
diesem Grunde verwundert es nicht, dass sich auch der Onkyo hervorragend in
Szene setzen kann. Sehr positiv ist, dass der Onkyo die Bitstream-Signalausgabe
von Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio beherrscht. Zusammen mit der visuellen
Möglichkeit, 1.080p/24-Signale ausgeben zu können, erfüllt der DV-HD805 die
Erwartungen, die anspruchsvolle audiovisuelle Anwender an einen HD DVD-Player
stellen. Die Bildqualität ist im Übrigen enorm hoch, bezüglich Schärfe,
Kontrast und Farbwiedergabe werden Bestleistungen erzielt. Sehr gut sind auch
die Qualitäten des DV-HD805, wenn es um die Wiedergabe herkömmlicher DVDs
geht: Das Sclaing bis auf 1.080p gelingt ausgezeichnet, das Bild wirkt ruhig,
scharf und detailliert. Neben diesen begeisternden Qualitäten sind auch einige
Schwächen auszumachen - auch diese hat der Onkyo vom HD-XE1 übernommen: Das
Laufwerk lädt zu lange und ist insgesamt träge, der Lüfter läuft permanent
und vernehmlich. Die Optik des Onkyo ist arg nüchtern geraten, die Verarbeitung
ist zwar Onkyo-typisch tadellos, einen noblen optischen Touch, wie ihn der
Toshiba HD-XE1 zweifelsohne bietet, kann der Anwender vom DV-HD805 nicht
erwarten. Die mitgelieferte Fernbedienung, die baugleich mit der vom Toshiba
HD-E1 ist, verfügt nicht über einen Knopf zum Aufrufen des internen Video-EQs
- außerdem passt sie qualitativ nicht ganz in die Preisklasse des DV-HD805.
Wenigstens bezüglich der Video-EQ-Problematik verspricht Onkyo, wie bereits in
der Ausstattungswertung genau beschrieben, Nachbesserung - damit dürfte der
wichtigste Nachteil dann behoben sein. Die anderen Kleinigkeiten sind zwar etwas
störend, können aber die bei weitem überwiegenden positiven Eigenschaften
nicht in den Hintergrund drängen. Insgesamt stellt der Onkyo DV-HD805 ein
hochwertiges, leistungsfähiges Gerät für den anspruchsvollen audiovisuellen
Liebhaber dar - allerdings zu einem relativ hohen Kaufpreis.
Optisch sehr schlichter HD DVD-Player mit zeitgemäßer
Ausstattung und hoher audiovisueller Leistungsfähigkeit

HD DVD/Blu-ray-Player Oberklasse
Test 28. November 2007
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Extrem kontrastreiches, plastisches und mitreißendes Bild
+ Herausragende Farbwiedergabe
+ Überragende Tonsignalausgabe über den HDMI-Ausgang
+ Hochwertige Verarbeitung der Frontblende
+ 1.080p/24 Hz-Ausgabe
+ Übersichtliche Menüs
- Fernbedienung erfüllt nicht den Qualitätsanspruch dieser
Preisklasse
- Träges Laufwerk
- Permanent laufender Lüfter
Test: Thomas Hermsen und Carsten Rampacher
Datum: 28.11.2007
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