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INFO: Apple iTunes - Das Verwaltungsprogramm für den iPod

22.03.2007 Autor: Karsten Serck

Der iPod und die dazugehörige Software "iTunes" bilden eine Einheit. Die für PC und Mac erhältliche iTunes-Software dient zur Verwaltung der eigenen Musik-Sammlung und der Synchronisierung mit dem iPod. Im Vergleich zu früheren Generationen gibt es keine Firewire-Schnittstelle mehr, sondern lediglich einen USB-Adapter. Um iTunes nutzen zu können, ist nicht zwingend ein iPod erforderlich: Die Software kann kostenlos unter www.apple.com heruntergeladen werden und lässt sich auch ohne iPod zur Organisation von Musikdateien und Podcasts nutzen, die sich offiziell nur mit den Apple-Playern synchronisieren lassen. Inzwischen gibt es aber bereits einige Software-Tools, die auch das Synchronisieren anderer MP3-Player mit iTunes ermöglichen.

Zum Kern des Apple-Geschäftsmodells gehört der iTunes Music Store, über den neue Musik aus dem Internet geladen und auf den iPod übertragen werden kann. Das von Apple verwendete AAC-Format ist ein im Vergleich zu MP3 effizienterer Codec. Alle über iTunes verkauften Dateien sind mit einer Bitrate von 128 kbps codiert, was mit rund 160 kbps bei MP3 zu vergleichen ist. Auch wenn audiophile Hörer hier prinzipielle Bedenken haben dürften, so gab die die Klangqualität der erworbenen AAC-Dateien im Test sowohl über Kopfhörer als auch via Docking Station an einem Yamaha RX-V2700 keinen Anlass zur Klage. Seit Mitte 2007 bietet Apple als Ergänzung zu den verlustbehaftet komprimierten Audio-Dateien aber auch verschiedene verlustfrei komprimierte Musikstücke vorwiegend von EMI im Apple Lossless-Verfahren an.

Als Zahlungsmittel werden von iTunes werden die direkte Zahlung via Kreditkarte oder eine Abrechnung via Click & Buy (ehemals Firstgate) angeboten. Über Firstgate ist es auch möglich, die Abrechnung über ein Girokonto vorzunehmen. Alternativ kann man über den "Apple Store" auch Prepaid-Karten mit einem Guthaben von 15 oder 25 EUR erwerben.

Das Musikangebot in iTunes ist inzwischen recht umfangreich. Für Einzeltitel verlangt Apple 99 Cent. Alben kosten meist 9,99 EUR, teilweise aber auch 11,99 EUR oder 12,99 EUR. Das ist im Vergleich zu CDs häufig immer noch etwas günstiger, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass CDs ohne Kopierschutz eine uneingeschränkte Nutzung erlauben und unkomprimierten PCM-Sound bieten anstelle komprimierter Audio-Dateien mit DRM-Schutz, die sich auch nicht weiterverkaufen lassen. Bei den unter der Bezeichnung "iTunes Plus" Dateien im Apple Lossless-Format fehlt der DRM-Schutz. Sie lassen sich daher auch auf anderen MP4-Playern abspielen. Solche Titel kosten dann aber auch 1,29 EUR anstelle von 99 Cent, lediglich bei Alben bezahlt man keinen Aufpreis.

Interessant ist die Nutzung von iTunes dann, wenn man nur einzelne Titel kaufen möchte, da wohl nur wenige Alben wirklich mit jedem einzelnen Track überzeugen können. Außerdem bietet iTunes auch viele Sampler auch für 9,99 EUR an, die im Handel mehr als eine normale Einzel-CD kosten, und hat zudem auch eigene Song-Kollektionen zum Spottpreis im Angebot. So gibt es z.B. mehrere Musiksammlungen verschiedener Genres auch für 9,99 EUR. Für ältere CDs, die im Handel bereits als "Nice Price"-Sonderangebot verkauft werden und bei eBay gebraucht für ein paar EUR zu haben sind, bezahlt man bei ebay aber überwiegend auch den Einheitspreis von 9,99 EUR. Schaut man einmal genau hin, so hat iTunes zwar die meiste Musik aus den Charts im Angebot, weist aber gerade im Katalog-Angebot jenseits des Mainstreams viele Lücken auf. Zudem ist auch die Sortierung in iTunes nach Genres nicht perfekt gelöst. Wer z.B. nach elektronischer Musik sucht, der kann in den Kategorien "Dance" und "Electronic" fündig werden, wobei die Einsortierung etwas willkürlich ist. Wer gezielt nach Musik sucht, wird zwar über die gute Suchfunktion schnell fündig. Zum Stöbern wirkt iTunes aber etwas unhandlich, weil Musik jenseits der Charts ohne direkt Suche häufig nicht gefunden wird. Zudem ist es ärgerlich, dass iTunes-Benutzern nur das eingeschränkte Musik-Angebot des deutschsprachigen iTunes zur Verfügung steht. Zwar kann man über die Software auch im vielfach spezialisierteren Angebot anderer Länder suchen, die Musik aber nicht downloaden. Ursache hierfür ist ein unzeitgemäßes Urheberrecht, welches den ansonsten freien Warenverkehr in der EU ignoriert und die Lizensierung der Titel auf die Landesgrenzen beschränkt. Schuld hieran ist aber weniger Apple als vielmehr die Plattenfirmen, die sich hier unflexibel zeigen. Denn viele andere auf Genres spezialisierte Download-Shops im Internet stehen Benutzern beliebiger Länder zur Nutzung frei und bieten häufig sogar MP3-Tracks ohne Nutzerrestriktionen an.

Besitzt man eine DSL-Verbindung, erfolgt der Download der Musikdaten nach dem Kauf selbst bei größeren Alben innerhalb weniger Minuten. Nach Beendigung des Downloads versieht die iTunes-Software die Musiktitel mit dem "Fairplay" DRM-System. Dieses unterbindet eine freie Verwendung der gekauften Musik. Die Songs können auf maximal fünf verschiedenen PCs eingesetzt werden. Zur Kontrolle muss ein PC erst online autorisiert werden. Ansonsten sind die Einschränkungen des DRM-Systems im Vergleich zu anderen Online-Shops relativ zahm, wenn auch "FairPlay" als reines Apple-System den großen Haken hat, dass Apple sein DRM-System an keine anderen Hersteller lizensiert. Wer also bei iTunes gekaufte Musik unterwegs hören möchte, kann dies nur auf den iPods von Apple und keinem anderen MP3-Player tun. Die Tracks lassen sich auf beliebig viele iPods überspielen und obendrein ist auf dem Wege eines Re-Encodings auch die vollkommen legale Möglichkeit gegeben, die Musik vom DRM zu befreien, auch wenn iTunes dies (eventuell absichtlich) ein wenig umständlich macht. Das direkte Brennen der Downloads auf CDs mit einem Knopfdruck ist nicht möglich. Man kann allerdings Wiedergabelisten erstellen und eine solche Liste bis zu sieben Mal auf CD brennen. Bei CD-RWs gilt zu beachten: Bereits bespielte CD-RWs werden vom integrierten Brenn-Modul als Daten-CDs erkannt und müssen erst manuell gelöscht werden. Mit iTunes erstellte Audio-CDs lassen sich wiederum in MP3- oder AAC-Dateien ohne DRM komprimieren.

Der integrierte Audio-Decoder von iTunes unterstützt die Formate AAC, AIFF, MP3, WAV und Apple Lossless. Gerade der MP3-Decoder bietet neben verschiedenen Presets auch benutzerdefinierte Einstellung für das Encoding mit variabler Bitrate und verschiedenen Qualitätsstufen. Zwar unterstützt der iPod zwar nicht Microsofts WMA-System. Fügt man seiner Musiksammlung WMA-komprimierte Titel hinzu, bietet die Software aber ein Transcoding an, sofern es sich nicht um DRM-geschütze Musik handelt. Sehr praktisch: Über iTunes gekaufte oder selbst encodete Musik wird komplett mit einem Mini-Cover abgespeichert, welches im Display angezeigt wird. Auch Podcasts, die über iTunes geladen werden, zeigen ein solches Symbol an (siehe oben).

Neben Musik werden bei iTunes auch Videos und neuerdings Spiele für die iPods der fünften Generation verkauft. Richtige Spielfilme und TV-Serien werden in Deutschland allerdings noch nicht angeboten. Dieses Angebot ist derzeit auf die USA beschränkt. In Deutschland kann man derzeit z.B. Musik-Videos und verschiedene Kurzfilme erwerben, die zu Preisen von 2,49 EUR allerdings etwas teuer erscheinen. Recht simple Spiele wie z.B. "Tetris" sollen sogar 4,99 EUR kosten. Auch Hörbucher sind bei iTunes im Programm.

Viel interessanter ist das recht umfrangreiche kostenfreie Podcast-Angebot, welches direkt in iTunes zur Auswahl steht. Neben Audio-Podcasts gibt es auch inzwischen eine recht große Anzahl von Video-Podcasts, die aufgrund der großen Verbreitung des iPod meist für diesen optimiert sind und in den unterstützten Formaten .m4v, .mp4 und .mov. vorliegen. MPEG-Video oder DivX unterstützt der iPod nicht. Das Abspielen von Videos auf einem Fernseher ist möglich, erfordert allerdings ein spezielles AV-Kabel als Zubehör, welches neben Apple inzwischen auch zahlreiche Zulieferer im Programm haben.

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