AREA DVD-TEST: "iTeufel-Box" für iPod-Sound in HI-FI-Qualität
14.11.2007 Autor: Karsten Serck
Einleitung
Sound-Systeme für den iPod gibt es mittlerweile von zahlreichen Herstellern. Doch die meisten der
am Markt erhältlichen Aktiv-Systeme sind leider nicht viel mehr als eine
Docking-Station mit integrierten Lautsprechern, deren kurzer Abstand dafür
sorgt, dass richtiges Stereo-Hören in HiFi-Qualität kaum möglich ist. Genau
diese Marktlücke füllt Teufel jetzt mit der "iTeufel Box" aus, einem
Aktivlautsprecher-System mit zwei getrennten Stereo-Boxen und
Infrarot-Fernbedienung, welches neben einem Docking-Anschluss für den iPod noch
über zwei Line In-Eingänge verfügt, an die man zusätzlich noch beliebige
andere Stereo-Quellen anschließen kann. Im Webshop von www.teufel.de
wird die "iTeufel
Box" für 329 EUR verkauft.
Ausstattung
Die "iTeufel Box" besteht aus einem Aktiv-Lautsprecher mit
integrierter Bi Amping-Verstärkereinheit, deren Ausgangsleistung mit 50 Watt
Sinus angegeben wird. Die Lautsprecher sind als Zweiwege-System mit 13 cm Tiefmitteltöner und 2,5 cm Gewebe-Hochtonkalotte in einem 10 Liter umfassenden
Bassreflexgehäuse aufgebaut. Die Verbindung zur passiv angebundenen zweiten Box
wird über ein 6,35 mm-Mono-Klinkensteckerkabel hergestellt. Dieses ist rund
zwei Meter lang und etwas steif geraten, was das Verlegen des Kabels etwas
erschwert. Wer ein längeres Kabel benötigt, dürfte aber keine Probleme haben,
ein solches im Musikfachhandel zu erhalten, da für E-Gitarren genau die gleichen
Steckverbindungen verwendet werden.
Das integrierte Universal-Dock bietet Platz für alle gängigen iPod-Modelle (ab Generation 3),
die über den Anschluss auch aufgeladen werden. Auf der Rückseite befindet sich
ein USB-Anschluss. Mit Hilfe eines USB-Link-Kabels lässt sich die iTeufel Box
mit einem PC verbinden, über den dann Musikdateien auf dem iPod synchronisiert
werden, ohne dass man den iPod aus dem Dock herausnehmen muss.
Ein S-Video-Ausgang ermöglicht die Wiedergabe von auf dem iPod
abgespeicherten Videos. Da Apple die Schnittstelle für die im Herbst 2007 neu
eingeführte iPod-Generation verändert hat, ist allerdings nur mit älteren
iPods eine Video-Ausgabe möglich. Die Musikwiedergabe klappt aber auch mit
einem aktuellen iPod Classic, iPod nano oder iPod touch.
Auf der Rückseite befinden sich noch zwei Line-Eingänge, von denen der eine
als 3,5 mm-Mini-Klinke und der zweite als Cinch-Eingang ausgeführt ist. Beide
Eingänge sind zusammen mit dem iPod parallel geschaltet, so dass der Benutzer
nicht zwischen verschiedenen Eingangsquellen umschalten muss, sondern direkt die
gewünschte Quelle abspielen kann.

Die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung mit Folien-Tasten bildet das Bedienfeld
des iPod nach, erfordert aber wegen dem fehlenden, da patentierten "Click
Wheel", eine leichte Umgewöhnung. Da verschiedene Funktionen, die auf dem
iPod nur über die Menüs erreicht werden, auf der Fernbedienung direkt als
Tasten verfügbar sind, ist der Zugriff zum Teil aber sogar etwas schneller.
Lediglich die Titelavigation durch größere Musikarchive wird ohne "Click
Wheel" etwas träger.
Die integrierte Lautstärkeregelung umfasst lediglich den iPod selbst und
erfolgt elektronisch. Für auf der Rückseite angeschlossene Signalquellen gibt
es lediglich einen Volume-Regler zum Einpegeln und die eigentliche
Lautstärkeregelung soll dann über die Lautstärkeregler des Geräts selbst
erfolgen, der zumindest bei portablen Geräten ja vorhanden ist. Schlecht sieht
es hingegen aus, wenn man z.B. einen CD-Spieler ohne regelbaren Line-Out
anschließen möchte. Eigene Klangeinstellungen bietet die iTeufel Box nicht. Es
lassen sich aber die Equalizer-Presets des iPod anwenden.
Die iTeufel-Box verfügt über ein integriertes 220 V-Netzteil mit
Kaltgeräte-Stecker-Anschluss. Über die
Fernbedienung kann man die Box nicht ausschalten. Der Ein-Ausschalter befindet
sich nur auf der Rückseite der Box. Hinter einer Plastik-Kappe versteckt,
befindet sich auf der Rückseite noch ein Stromausgang. Dieser ermöglicht den
direkten Anschluss eines Airport Express-Adapters zur drahtlosen Übertragung
von Musik, die von einem Rechner mit iTunes zugespielt werden kann.
Im Lieferumfang befinden sich neben der für die Box erforderlichen
Verkabelung auch noch ein 3.5 mm-Stereo-Klinken-Kabel, ein S-Video-Kabel sowie
vier verschiedene iPod-Einsätze zur Anpassung des Dock-Anschlusses.
Klang
Trotz der recht kompakten Abmessungen bieten die beiden weißen Boxen des
iTeufel-Sets einen erstaunlich voluminösen Sound und der maximal erreichbare
Schallpegel ist so hoch, dass man die iTeufel Box wirklich als vollwertiges
Soundsystem einsetzen kann. Die satten und präzisen
Bässe sind für Boxen dieser Größe exzellent und lassen in keiner
Sekunde wirklich einen Subwoofer vermissen. Den trockenen Bass von Bloc Party's
"Two More Years" geben die Boxen mit viel Dynamik wieder und leichte
Verzerrungen machen sich erst dann vereinzelt bei harten Bässen bemerkbar, wenn
das System am Anschlag steht und es zum angenehmen Musikhören definitiv zu laut
wird. Weichere Bässe wie z.B. in Massive Attacks "Unfinished Sympathy"
klingen aber selbst bei Wiedergabe mit Maximal-Pegel immer noch unverfärbt und
selbst extrem bretternder Hard House im Stile von Tony de Vits "I don't
Care" klingt auch bei hohem Pegel noch erstaunlich sauber. Aber nicht nur
kräftige Bässe setzen die Membran in Bewegung, sondern auch bereits bei
dezenten Basselementen, wie sie z.B. die Housemartins in ihrem Song "The
Light is Always Green" einsetzen, sorgt der Bass für ausreichend viel klangliches Volumen. Sanfte Frauenstimmen übertragen die Lautsprecher ebenso
natürlich wie den Klang von Violinenkonzerten. Auch im Hochtonbereich
überzeugen die Lautsprecher durch die klare und detaillierte Wiedergabe feiner
Nuancen z.B. von Katie Meluas "Just like Heaven" oder dem feinen
Gitarrenspiel auf der Dire Straits-CD "Love over Gold". Dieses
durchgängig überzeugende Klangbild ist um so verblüffender, da die iTeufel
Box all dies bereits ohne Klangeingriffe via Equalizer erledigt. Aufgrund der
teilweise im Bassbereich auftretenden Verzerrungen einiger
iPod-Equalizer-Presets erweist sich diese klangliche Abstimmung der Box als
goldrichtig, da sie gar kein weiteres, möglicherweise auch nur
verschlimmbesserndes Klang-Tuning mehr nötig hat.
Selbst mit einem Boxenabstand von nur einem Meter in der Breite produziert die iTeufel Box
einen sehr weiten Stereo-Klang, der gerade mit Live-Aufnahmen wie z.B. vom
Juli-Album "Ein neuer Tag - Live" sehr atmosphärisch wirkt. Die
elektronisch geregelten Lautstärkestufen des integrierten Verstärkers sind ein
wenig grob. Das System verhält sich aber klanglich über den gesamten
Lautstärkebereich sehr gleichmäßig und lässt den Klang der Boxen auch
bereits bei niedrigem Pegel überzeugend entfalten.
Auch über die analogen Eingänge bietet die iTeufel Box den gleichen runden
Sound, selbst wenn es sich nicht direkt um besonders hochwertige Signalquellen
von CD sondern z.B. den Sound aus dem Kopfhörer-Ausgang eines UKW-Radios handelt. Die von einem Satellitenreceiver
zugespielte Radio-Show "Armin van Buuren - A State of Trance" auf dem
britischen Sender "Kiss 100" präsentierte sich mit ebenso druckvollen
Bässen und sauberen Höhen wie Musik direkt aus dem iPod-Dock.
Fazit
Die iTeufel Box ist die audiophile Taufe für den iPod. Wer die Musik des
Apple-Players bisher nur mit Kopfhörern erlebt hat, der bekommt mit dem
Teufel-System eine wunderbare Komplettlösung zum Musikhören in den heimischen
vier Wänden. Das Set findet aufgrund der kleinen Lautsprecher in jeder Wohnung
irgendwo seinen Platz und bietet einen gewaltigen Sound. Gleichzeitig bietet es
viele weitere Möglichkeiten wie z.B. die Video-Ausgabe über den
S-Video-Ausgang oder die Einbindung in ein Airport Express-Drahtlos-System. Und
mit gleich zwei weiteren Anschlüssen steht die iTeufel-Box auch Geräten
außerhalb der iPod-Welt offen, bei denen man allerdings mit der Einschränkung
leben muss, dass sich deren Lautstärke nicht über die Infrarot-Fernbedienung
steuern lässt.
Preislich bewegt sich die iTeufel-Box im oberen Seqment der am Markt
verfügbare iPod-Sound-Systeme. Dafür bietet sie aber auch einen Sound ohne
Kompromisse und demonstriert auf erstaunliche Art und Weise, was mit einem solch
kleinem Music-Player möglich ist. Mit einer dedizierten Kombination aus
Stereo-Verstärker und Regal-Boxen mag es vielleicht gelingen, einen noch
besseren Sound zu bekommen, doch dafür wird man auch wesentlich mehr ausgeben
müssen.
Die iTeufel-Box stellt auch eine interessante Alternative zu gängigen
PC-Systemen dar. Wer anstelle eines Sub-Sat-Systems lieber zwei
Vollbereichs-Lautsprecher schätzt, bekommt mit der iTeufel-Box fast ebenso
tiefe Bässe geboten wie mit einem Subwoofer.
Multimedia-Systeme
Test 14. November 2007
Preis-/Leistung:         
Pro
- Dynamischer Sound mit kräftigen Bässen und sauberen Höhen
- Universell einsetzbar mit iPod und anderen Musik-Playern
- Option für Airport Express-Anschluss
- Video-Ausgabe über S-Video-Anschluss
Contra
- Lautstärke externer Quellen nicht via Fernbedienung steuerbar
- Ein-/Ausschalter nur auf der Rückseite
Technische Daten laut Hersteller
| Sinus-Ausgangsleistung |
50 Watt |
| Übertragungsbereich |
55Hz - 20kHz |
| akustisches Prinzip |
Bassreflex |
| Abmessungen (BxHxT) |
18.50 x 27.50 x 20.50 cm |
| Gewicht |
10.00 kg |
| Sonstiges |
2 x Stereo-Line In (Cinch und Miniklinke),
S-Video-Ausgang, Fernbedienung, USB-Schnittstelle, Netzanschluss für
Airport-Express |
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