XXL-TEST: Toshiba HD DVD-Player HD-XE1 (1/4)

15.02.2007 Autoren: Karsten Serck/Carsten Rampacher

Einführung

Er ist in aller Munde: Der "Formatekrieg" Blu-ray versus HD DVD. Nachdem der "Kampf" in den ersten Runden durch die Bekanntgabe immer weiterer technischer Möglichkeiten ausgetragen wurde, haben sich nun Veränderungen bezüglich der "Kriegsführung" ergeben: Nicht mehr technische Details stehen im Vordergrund, sondern Faktoren wie allgemeine Popularität und positive Marktentwicklung. Ständig werden Verkaufszahlen von Soft- und Hardware verglichen, und jede Fraktion sieht deutliche Vorteile für ihr propagiertes Format. Dem Kunden kann es nicht wirklich Recht sein, denn Ratlosigkeit macht sich breit: Auf was soll man setzen? Eine zumindest mittelfristig gültige Antwort müssen auch wir Ihnen schuldig bleiben, denn aktuell ist kaum abzusehen, in welche Richtung sich das Geschehen mit mehr Nachdruck entwickelt. 

Nüchtern betrachtet, bieten deutlich mehr Firmen - prinzipiell - Blu-ray-Player an, was auch auf der CES durch die mannigfaltigen ausgestellten Abspielgeräte deutlich wurde. Toshiba steht mit seinen HD DVD Standalone-Playern zusammen mit dem HD DVD-Laufwerk für die XBOX 360 allein auf weiter Flur. Betrachtet man allerdings die Situation auf dem deutschen Markt, ergibt sich ein anderer Eindruck, denn während die Blu-ray-Befürworter eher langsam ihre Player auf den Markt bringen (bislang sind lediglich Samsung und Panasonic mit einem Blu-ray-Modell vertreten), schiebt Toshiba das HD DVD-Konzept bezüglich des Hardwareangebotes massiv nach vorn: Nicht nur, dass sich zum Toshiba HD-E1 bald der HD-E1P (100 € teurer, mit 1.080p/60 Signalausgabe) gesellt, auch in der Upper Class ist man mit dem HD-XE1 zum Preis von 949 EUR vertreten und schickt somit einen weiteren HD DVD-Player mit umfangreicherer Ausstattung auf Kundenfang. Ungeachtet des Preisverfalls bei Blu-ray Disc-Abspielgeräten ist der Toshiba im Handel zum Start noch günstiger als die konkurrierenden Blu-ray Disc-Player von Panasonic und Samsung. Zu den Key Features, die die beiden Toshiba-Player unterscheiden, gehören die HDMI 1.3-Schnittstelle, der Silicon Optix "Reon VX"-Videoprozessor (der auch im Denon DVD-2930 arbeitet) mit umfangreichen Einstellmöglichkeiten und ein Audio-Decoder inklusive analogem 5.1-Ausgang. Neben HD DVDs kann der Player auch CD Audio, CD-R, CD-RW, DVDs, DVD-R und DVD-RW abspielen. Multimedia-Formate wie MP3 oder WMA werden nicht unterstützt. 

Bekommt man ein solches Gerät zu Testzwecken zur Verfügung gestellt, ergibt sich die Chance, einen besonders interessanten und umfangreichen Testbericht zu erstellen. Besonders die Bildwertung ist natürlich von großem Interesse. Daher haben wir dieser auch einen überdurchschnittlich hohen Stellenwert innerhalb dieses Reviews eingeräumt. Die Bildwertung beschäftigt sich später mit folgenden Themen:

Nun wollen wir überprüfen: Kann sich der HD-XE1 in allen Testreihen gut bewähren und sich entsprechend vom preiswerteren HD-E1 absetzen?

Die Aufteilung unseres Testberichtes:

Verarbeitung

Massive Verarbeitung, geriffelte Gehäuse-Seitenteile

Der deutlichste Unterschied zwischen den beiden Toshiba HD DVD-Playern macht sich bereits bemerkbar, wenn man sie in die Hand nimmt. Während man den HD-E1 locker noch mit einer Hand anfassen und auf die Anlage stellen kann, ist  der HD-XE1 mit einem Gewicht von 6.1 kg wesentlich schwerer geraten. Grund dafür ist die üppige Einsatz von Metallprofilen beim HD-XE1. 

Ausgesprochen solide und verwindungssteif präsentiert sich der Gehäusedeckel

Die angeschraubten seitlichen Aluminium-Profile sind aus dem Vollen gefräst

Oben auf dem Player und an den Seiten sind schwere Metallplatten befestigt und auch die Frontplatte ist aus Metall. Das gesamte Gerät wirkt dadurch massiv, edel und vertrauenserweckend. Einen so stabilen Deckel haben wir bislang überhaupt nur bei wenigen Gerätschaften in Augenschein nehmen dürfen. Besonders schick ist die obere Platte aus gebürstetem Metall mit eingraviertem HD DVD-Logo. Insgesamt wird hier bezüglich der äußeren Erscheinung und der gesamten Qualität des Gehäuses ein enormer Standard geboten, der noch nicht einmal bei vielfach so teuren Highend-Playern selbstverständlich ist. In dieser Preisklasse definiert der HD-XE1 auf jeden Fall einen neuen Standard bezüglich der Gehäusequalität.

In die gebürstete Alu-Oberfläche eingearbeitetes HD DVD-Logo

Hier ein Blick auf die Geräteunterseite

Ordentliche Gerätestandfüße

Die mitgelieferte Fernbedienung kann mit ihrer hochwertigen Optik überzeugen

Unter einer Abdeckung befinden sich bei der Fernbedienung noch weitere Tasten

Bilanzierend kann sich der HD-XE1 mit seiner hervorragenden Verarbeitung bestens in Szene setzen. Die Gehäuserückseite gefällt ebenfalls durch die gelungene Anmutung, zudem sind die zahlreich vorhandenen Cinchanschlüsse vergoldet. Den erstklassigen Gesamteindruck bestätigt auch die mitgelieferte Fernbedienung mit edler Materialanmutung und relativ hohem Eigengewicht. 

Wenden wir uns nach der Bewertung der äußeren Eindrücke dem Innenleben des HD-XE1 zu. 

Der HD-XE1 von Innen im Detail zeigt hohen Aufwand bezüglich der Anzahl der verbauten Chips, aber auch Verbesserungspotential: Das Gehäuse ist im Inneren nicht in mehrere Kammern zur optimalen Trennung aller Baugruppen (z.B. 4-Kammer-Aufbau: Videosektion/Audiosektion/Netzteilsektion/Laufwerkssektion) ausgestattet. Die Netzteilsektion unterscheidet sich nur im Detail von der des HD-E1

HD-XE1 (links) und HD-E1 (rechts) im Vergleich: Das Innenleben ähnelt sich sehr, was auch bei Bild (2) unten sichtbar ist

Im Gegensatz zum Äußeren ist der Innenraum des HD-XE1 mit dem des HD-E1 weitgehend identisch. Zum Einsatz kommt PC-Technologie mit einem Intel-Prozessor und einem Toshiba HD DVD-Laufwerk. Das Betriebssystem basiert auf Linux. Mehrere Kühlkörper auf der Hauptplatine sorgen für eine Wärmeableitung. Bei beiden Playern ist das PC-Laufwerk solide im Gehäuse befestigt. 

Die Befestigung des Laufwerks im Detail. Etwas vorsintflutlich wirken die Tesafilm-Streifen, die zur "Befestigung" der Kabelstränge dienen

Der Lüfter beim HD-E1

Und der Lüfter beim HD-XE1. In beiden Fällen fehlt eine Temperatursteuerung. 

Genau wie auch der HD-E1 hat der HD-XE1 einen permanent laufenden Lüfter eingebaut - und hier könnte sich ein Manko für geräuschempfindliche Naturen finden, das besonders dann störend in Erscheinung tritt, wenn man nahe vorm Gerät sitzt. Aber selbst dann, wenn man drei Meter entfernt seinen Hörplatz bezieht, ist der Lüfter noch hörbar. In leisen Filmszenen könnte man sich demnach vom Lüftergeräusch gestört fühlen. Unser Tipp an Toshiba: Einen temperaturgesteuerten Lüfter einsetzen, der nur dann eingreift, wenn die Betriebstemperaturen im Geräteinneren über Normalmaß liegen. Und: Ein höherwertiger Lüfter mit geringem Eigengeräuschverhalten wäre gerade für die Klientel, die sich einen HD-XE1 in den Heimkinoraum stellt, ein zusätzlicher Kaufgrund. Im direkten Vergleich mit dem HD-E1 ergab sich übrigens keine erhöhte Geräuschemission des HD-XE1. Vielmehr verhielt sich dessen Lüfter sogar ein wenig leiser, was mit der besseren Geräuschdämmung durch das zusätzlich verstärkte Gehäuse zu tun haben dürfte. 

Unterschiede zwischen HD-XE1 und HD-E1 finden sich im Detail. Auf die Hauptplatine wurde noch weitere kleine Platinen und Chips integriert. Dazu gehört neben dem unter einer silbernen Abdeckung versteckten Reon VX-Videoprozessor unter anderem ein Board für die RS-232-Schnittstelle, die als Control-Schnittstelle für spezielle Steuerungssysteme genutzt werden kann. 

Aufwändige Hauptplatine, unter einer Abdeckung sitzt der Silicon Optix REON VX-50 Prozessor

Bilanzierend halten wir bezüglich des inneren Aufbaus fest, dass hier doch anhand einiger Einzelheiten offensichtlich wird, dass Toshiba ein wenig sparen musste, um die Kampfpreise für HD-E1 und HD-XE1 realisieren zu können. So steht das Innenleben des HD-XE1 ein wenig im Widerspruch zum äußeren Auftritt. Nicht, dass sich ernsthafte Mängel finden würden, aber der optische Auftritt des Players ist der Luxusklasse würdig, während innen eine gute, aber keinesfalls überdurchschnittliche Leistung geboten wird: Das etwas sorglose Handling der Kabelstränge, die noch nicht optimale Ventilatoren-Lösung und die fehlende Unterteilung in separate Kammern zeigen hier Verbesserungspotential auf. Wie ein perfekter innerer Aufbau in dieser Preisliga auszusehen hat, beweist einmal mehr der Denon DVD-2930, der allerdings in Bezug auf die äußere Wirkung nicht das gleiche Maß an unerschütterlicher Solidität vermittelt wie der HD-XE1.

Gesamtnote (unter Berücksichtigung des Preises) Verarbeitung außen: Perfekt
Gesamtnote (unter Berücksichtigung des Preises) Verarbeitung innen: Gut

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