AREA DVD-TEST: HDTV-Receiver/Recorder Topfield TF7700 HDPVR (1/2)
04.12.2007 Test: Karsten Serck
Das Gerät
Nach dem HDTV-Receiver TF7700HSCI hat Topfield jetzt mit dem TF7700 HDPVR
auch einen Festplattenrecorder für HDTV-Aufnahmen im Programm. Dieser erreichte
uns mit einer integrierten 400 GB-Festplatte und kann über seinen Twin-Tuner
auch zwei HDTV-Programme gleichzeitig aufzeichnen. In dieser Konfiguration
kostet der Topfield 669 EUR (UVP. Der Preis hängt vor allem von der
Festplattengröße ab. Teilweise wird der Receiver sogar mit einer
Festplattenkapazität von 1 TB von einigen Händlern angeboten und kostet dann
um die 900 EUR. So große Festplatten sind aber gar nicht nötig, denn zwei USB-Schnittstellen und
ein Netzwerkanschluss sorgen für ausreichende Exportfunktionen. Dieser Bericht
basiert auf der kurz vor Testende veröffentlichte Software-Version 7.00.13.
Anschlüsse
Die HDTV-Ausgabe ist beim Topfield-Receiver über HDMI und YUV möglich. Der Digital-Ton
(auch Dolby Digital 5.1) wird
entweder über HDMI oder über einen optischen Digitalausgang ausgegeben. Für Pay
TV gibt es zwei CA-Slots auf der Vorderseite. Mit Hilfe eines Alphacrypt-Moduls
kann auch Premiere HD empfangen und aufgenommen werden. Zur Vermeidung von
Problemen mit der Versorgungsspannung empfiehlt Topfield den Einsatz dieses
Moduls im zweiten Slot. Wer das Bild auch in Standard-Auflösung via SCART
betrachten will, sollte beachten, dass der Topfield keine RGB-Signale über die
SCART-Buchse ausgibt. Über den HDMI-Ausgang kann man als Auflösung 1080i,
720p, 576p und 576i anwählen. Zusätzlich gibt es einen Auto-Modus, der je nach
gesendetem Material die Auflösung automatisch einstellt. Für diesen gibt es
zwei Varianten, so dass bei der Darstellung in PAL-Auflösung wahlweise 576p
oder 576i gewählt werden kann. Allerdings erkannte der Receiver im Auto-Modus
fälschlicherweise das in 720p mit 50 Hz ausgestrahlte "HD suisse"
fälschlicherweise als 60 Hz-Signal (obwohl manuell gar kein 720p/60 Hz-Modus
anwählbar ist), was zu Bildrucklern und bei der Wiedergabe von Aufnahmen auch
zu Tonaussetzern führte.
Während der Netzwerkanschluss derzeit nur für
Software-Updates via Internet genutzt werden kann, sollen sich über die
USB-Buchse auch Aufnahmen von der Festplatte auf USB-Sticks oder externe Festplatten
kopieren lassen. Mit der aktuellen Software gelang dies allerdings noch nicht,
da jeder Kopiervorgang bereits zur kurz nach dem Start abgebrochen wurde. Für Software-Updates stehen ergänzend zum Netzwerk-Anschluss auch
die USB-Schnittstelle und Updates direkt via Satellit zur Verfügung.
- 2 x SCART (S-Video, FBAS)
- 2 x LNB-IN & LOOP-OUT
- 1 x TOSLINK (optischer Digitalausgang)
- 1 x Stereo-Cinch
- 1 x Composite Video
- 1 x S-Video
- 1 x YUV
- 1 x HDMI
- 1 x USB 2.0 (Front)
- 2 x CI-Slot
- 1 x LAN
- RS-232
- Tuner und Aufnahme: Der Twin-Tuner des Topfield-Receivers beherrscht die
gleichzeitige Aufnahme von zwei Programmen. Handelt es sich hierbei um
Aufnahmen in Standard-Auflösung, so ist auch die parallele Wiedergabe eines
dritten Programms möglich. Bei zwei parallel laufenden HDTV-Aufnahmen wird
diese Funktion nicht unterstützt. Pay TV-Programme werden unverschlüsselt
auf der Festplatte abgelegt. Nimmt man zwei Pay TV-Programme gleichzeitig
auf, so wird zunächst nur die erste Aufnahme entschlüsselt. Anschließend kann man einen erneuten Durchlauf der Aufnahme starten, damit auch
die zweite Aufnahme unverschlüsselt abgespeichert wird.
Da die Festplatte im Auslieferungszustand noch unformatiert ist, muss nach
dem Anschließen zunächst einmal manuell die Formatierung eingeleitet
werden, da der Topfield ansonsten keine Programme aufzeichnet. Die Festplatte
scheint mit den hohen Datenraten bei der HD-Aufzeichnung von zwei Programmen
keine Probleme zu haben, sie entwickelt im laufenden Betrieb lediglich eine
beträchtliche Wärme. Bildruckler fielen nicht auf und mit der neuesten
Software liefen auch Bild und Ton synchron. Allerdings waren sporadische
Tonaussetzer zu beobachten. Die zwei Tuner des Receivers lassen sich komplett
unabhängig voneinander auch mit unterschiedlichen Sat-Konfigurationen
nutzen. Wer die Tuner mit identischer Konfiguration nutzen möchte, muss
nach der Installation zunächst veranlassen, dass die Sendereinstellungen
auch auf den zweiten Tuner kopiert werden. Ist nur ein einziger
Antennenanschluss vorhanden, kann man das Sat-Signal auch durchschleifen.
Ein "Loop Through"-Kabel zum Verbinden des ersten Tuner-Ausgangs
mit dem zweiten Tuner-Eingang befindet sich aber leider nicht im
Lieferumfang.
- Aufnahme/Editier-Funktionen: Die Aufnahme des aktuellen Programms startet
direkt nach Druck auf die rote Aufnahmetaste. Sie läuft dann allerdings
nicht bis zum Druck auf die Stop-Taste sondern zunächst nur bis zur
voreingestellten Aufnahmedauer von zwei Stunden. Wer eine andere
Aufnahmedauer wünscht, muss diese zunächst manuell eingeben.
Timer-Aufnahmen lassen sich direkt mit einem einzigen Tastendruck auf die
Aufnahmetaste aus dem
EPG heraus programmieren. Nutzt man die manuelle Timer-Programmierung, so
steht auch als Option eine sich täglich, wöchendlich, am Wochenende oder
wochentägliche Aufnahme-Wiederholung zur Verfügung. Im Timer lässt sich
auch einstellen, unter welchem Titel die Aufnahme abweichend von den via EPG
übermittelten Infos abgespeichert werden soll.
Im Aufnahme-Archiv legt der Recorder die Aufzeichnungen nacheinander ab und
benennt diese mit dem Namen der Sendung. Auf Knopfdruck stehen auch genauere
EPG-Infos sowie Aufnahme-Datum und Zeit zur Verfügung. Bei der Aufnahme
zeichnet der Recorder sämtliche vorhandenen Tonspuren auf und auch
Videotext-Untertitel lassen sich (sofern vorhanden) aufrufen. Spulen
innerhalb einer Aufnahme ist möglich. Allerdings beschränkt sich das
Spulen maximal auf sechsfache Geschwindigkeit, was den Spulvorgang etwas
träge erscheinen lässt.
Der Topfield bietet keinerlei Editierfunktionen, so dass eine
Nachbearbeitung der Aufzeichnungen nur auf dem PC möglich ist - sofern man
über geeignete Software verfügt. Von externen Festplatten lassen sich auch
MP3-Dateien oder Videos im Xvid-Format auf dem Topfield abspielen. Ganz
normale MPEG2-Aufzeichnungen in Form einer MPG-Datei will der Receiver
hingegen nicht wiedergeben.
- Display mit Sendernamen-Anzeige: Das alphanumerische Display zeigt neben der Kanalnummer
mit vier Stellen auch den Sendernamen im Klartext an und verfügt
über 8 Segmente. Somit reicht die Anzeige für längere Sendernamen nicht
komplett aus,
die dann scrollend durch den Bildschirm laufen. Die Anzeige spiegelt leicht
und ist aufgrund der hohen Schriftgröße auch aus größerem Abstand noch
erkennbar. Lediglich die grobe Auflösung der Buchstaben macht die Anzeige
etwas unleserlich.
- Installation/Suchlauf: Zum Booten braucht der Receiver rund 30 Sekunden,
bis das erste Bild auf dem Fernseher erscheint.
Dabei ist es unerheblich, ob der Receiver vorher komplett vom Netz getrennt
war oder aus dem Standby-Betrieb aufgeweckt wurde. Für einen
Suchlauf der frei empfangbaren Astra-Programme benötigt der Receiver rund
fünf Minuten. Zum Umschalten zwischen zwei Programmen braucht der Topfield ca. zweieinhalb
Sekunden. Bei HDTV-Programmen ist der Receiver etwas langsamer: Bis ein
Bild erscheint, vergehen insgesamt rund vier Sekunden.
- Multifeed-Empfang und DiSEqC: Der Topfield-Receiver beherrscht nicht nur
das übliche DiSEqC 1.0 für bis zu vier verschiedene Satelliten, sondern
eignet sich auch zur Ansteuerung von deutlich aufwendigeren Installationen
mit DiSEqC 1.1. Für noch mehr Programmauswahl lässt sich auch ein
Rotor steuern, der durch das "USALS"-Protokoll eine Option
erhält, die Antenne automatisch auf die richtige Sat-Position zu drehen,
sobald der örtliche Längen- und Breitengrad eingegeben wurde. Die
Satellitenliste umfasst einen Grossteil der weltweit empfangbaren
TV-Satelliten. Neue Satelliten und Transponder können der Liste einfach manuell
hinzugefügt werden. Ebenso ist eine manuelle Editierung der vorhandenen
Transponderlisten möglich.
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