AREA DVD-TEST: HDTV-Sat-Receiver Topfield TF7700HSCI (2/2)
Features
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Satelliten-Auswahl und DiSEqC-Unterstützung: Der Topfield TF7700HSCI bietet
ebenso wie der Homecast HS 5101 CI wesentlich mehr Konfigurationsmöglichkeiten
für die Installation auch an komplexeren Satellitenanlagen als die von Premiere
zertifizierten Modelle, die in erster Linie für den Premiere-Empfang gedacht
sind. Neben DiSEqC 1.1 für komplexe Multifeed-Anlagen wird DiSEqC 1.2 zur
Ansteuerung eines Sat-Rotors, dessen Steuerung durch USALS vereinfacht werden
kann: USALS sorgt dafür, dass nach Eingabe des örtlichen Längen- und Breitengrades die Antenne automatisch auf die richtige Position gedreht wird.
Die Satellitenliste ist sehr umfangreich sortiert und enthält so ziemlich alle
Satelliten, die sich überhaupt empfangen lassen.
Das Suchlauf-Menü ist sehr komfortabel gestaltet und bietet viele verschiedene Optionen. Für einen Suchlauf aller frei empfangbaren Sender auf Astra benötigte der
Topfield drei Minuten und 56 Sekunden. Zum Umschalten zwischen zwei Programmen
benötigt der Receiver rund anderthalb Sekunden. Bei HDTV-Sendern gönnt er sich
etwas mehr Zeit: Hier erscheint nach einem Senderwechsel erst nach rund
dreieinhalb Sekunden ein neues Bild.
Sehr sinnvoll ist im Prinzip die einblendbare visuelle und akustische
Einstellhilfe. Wie auf dem Bild oben zu erkennen ist, ist die Anzeige aber so
empfindlich, dass selbst Signale der im Test verwendeten 85 cm-Antenne schon
schnell mit 99% Signalpegel und Signalqualität angezeigt werden, so dass bei
großen Sat-Antennen diese Anzeige leider nicht zur Feinjustierung der Anlage
taugt.
- Bildformate: Der Topfield-Receiver erlaubt die Bildausgabe
in 1080i, 720p, 576p und 576i. Neben der Festeinstellung auf eine
gewünschte Auflösung, in die der Receiver dann alle Signale hoch- und
runterskaliert hat der Receiver auch einen Automatik-Modus, der immer die
Original-Auflösung auswählt. Neben der Einstellung im Setup-Menü ist der
Auflösungswechsel auch direkt über eine Taste auf der Fernbedienung
möglich.
- EPG:
Der elektronische Programmführer ist wie die sonstigen Menüs auch recht
schlicht gestaltet, gefällt aber durch das übersichtliche Design und die
trotz geringer Größe gut lesbaren Schriften. Lediglich die Hinweise am
unteren Bildschirmrand erscheinen etwas zu klein. Zum Laden der EPG-Daten
nimmt sich der Topfield immer ein bis zwei Sekunden Zeit, lädt diese aber
auch gleich für mehrere Kanäle auf einem Transponder und vergisst diese
auch nicht beim Umschalten. Positiv fällt auf, dass in der Grundeinstellung
immer das laufende Programm des aktuellen Senders dargestellt wird. Erst auf
Knopfdruck wechselt der Receiver zur bei den meisten Receivern üblichen und
unübersichtlicheren Anzeige mehrerer Programme auf einer Zeitachse. Die
Detail-Infos zum ausgewählten Programm werden auf der linken Seite unter
dem in einer Mini-Ansicht eingeblendeten TV-Bild angezeigt. Bei längeren
Texten werden durch Druck auf die "i"-Taste weitere Infos gut
lesbar eingeblendet oder man scrollt seitenweise durch Druck auf die blaue
Taste durch die Info-Anzeige.
Bedienung
Die Fernbedienung ist aufgrund der vielen dunklen Tasten ein wenig
unübersichtlich und nicht für den Nachtbetrieb optimiert, liegt aber gut in
der Hand und verfügt über gut ablesbare Tastenbeschriftungen. Die
leichtgängigen Tasten wirken mit ihrer weichen Oberfläche sehr angenehm und
verfügen über klar definierte Druckpunkte.
Zum Booten aus dem Standby-Betrieb benötigt der Topfield noch
weniger Zeit als der Homecast-Receiver und zeigt bereits nach 14 Sekunden das
erste Bild. Ein richtiger Schalter am Gerät ist nicht vorhanden, so dass das
Netzkabel gezogen werden muss, um den Receiver komplett vom Netz zu trennen.
Das Organisieren der Sender ist komfortabel gestaltet. In einem Menü
werden die Sender aufgelistet, die sich durch Knopfdruck auswählen und löschen
oder verschieben lassen. Parallel dazu wird in einem Mini-Fenster ein Bild des
aktuell ausgewählten TV-Programms angezeigt.
Empfang und Bildqualität
Der Topfield-Tuner verfügt über eine sehr hohe Empfindlichkeit und konnte sowohl
die BBC-Programme als auch Sender im Grenzbereich auf den arabischen
Badr-Satelliten gut empfangen. Der Topfield konnte ganz schwache Signale sogar
noch einwandfrei wiedergeben, die ein zum Vergleich herangezogener Technisat
Digicorder S1 trotz seines empfindlichen Empfangsteils bereits mit leichten Aussetzern
darstellte. Der Empfang der deutschen HDTV-Sender auf
Astra ist auch mit Antennen mit 40 cm Durchmesser und weniger möglich.
Mit der ausgelieferten Software-Version 7.00.17 wirkte das Bild zunächst
noch etwas weichgezeichnet und es traten auch sporadische Bildaussetzer auf.
Durch ein USB-Update auf die Software-Version 7.00.20 (wurde zum Zeitpunkt des
Tests noch nicht via Satellit ausgestrahlt) gewann das Bild deutlich an Schärfe.
Mit den frei empfangbaren HDTV-Sendern hatte der Topfield keine Probleme.
Auch BBC HD
auf 28.2° Ost konnte einwandfrei empfangen werden. Premiere HD scheidet mangels
Nagravision-Decoder allerdings aus. Neben Testmaterial vom Astra HD-Demo-Kanal
und dem skandinavischen Canal+ HD
boten vor allem die Inhalte auf BBC HD und dem französischen Luxe TV HD ein beeindruckendes Bild. Die
Bildschärfe ist hoch und lässt HDTV-Bilder deutlich detailreicher erscheinen
als normales PAL-TV. Der Urwald-Rasen in "Madagascar" zeigt bei Canal+
HD jeden
feinen Grashalm sehr scharf und mit kräftigen Farben und hohem Kontrast wirkt
das HDTV-Bild sehr plastisch. Die Häuserschluchten von "Sin City"
zeigen viel Tiefe und lassen selbst kleine Einzelheiten noch deutlich erkennen.
Im Vergleich zur Schärfe von Bildern auf HD DVD (z.B. King Kong) kommt der
Topfield fast an dieses Niveau heran und bietet nur geringfügig weniger
Schärfe.
Normales Fernsehen in PAL-Auflösung sieht ebenfalls sehr scharf aus, sofern man die
Bildausgabe auf "Automatisch" oder "576i" schaltet. Denn ganz ohne Skalierung und
internes De-Interlacing gibt der Topfield das schärfste Bild aus, welches
Konturen und Details sehr fein zeichnet. Die interne Elektronik verschlechtert
die PAL-Darstellung nur: Der 1080i-Modus ist unscharf und verpixelt das Bild so,
als ob nur eine Zeilenverdopplung vorgenommen wurde. Und der 720p/576p-Modus
sorgt für ein sehr verwaschenes Bild. Auf unserem erfahrungsgemäß sehr gut
skalierenden Pioneer PDP-506 XDE-Plasma brachte daher die Ursprungsauflösung 576i
das beste Ergebnis.

Preis-/Leistung:          
Fazit
Der Topfield-Receiver zeigt bei HDTV-Ausstrahlungen ein scharfes Bild und
verfügt zudem über einen sehr empfindlichen Tuner, der auch mit schwachen
Sendern im Grenzbereich gut klarkommt. Aufgrund der umfangreichen
Konfigurationsmöglichkeiten eignet er sich auch zur Verwendung in komplexen
Sat-Installationen. Die fehlende Premiere-Unterstützung mag das Gerät zwar
für Abonnenten des Pay TV-Senders untauglich machen. Wer aber vor allem auf
frei empfangbares HDTV setzt, dürfte sich über die fehlenden Restriktionen bei
Sendersortierung und Jugendschutz-Abfragen freuen. Enttäuschend ist indes die
Qualität der Skalierung von normalem PAL-Material auf HDTV-Auflösung, bei der
das Bild viel an Schärfe verliert. Das 576i-Signal via HDMI bietet hingegen
eine hohe Schärfe, sofern ein guter Scaler im Fernseher vorhanden ist.
Pro:
- Sehr empfindlicher Tuner
- Sehr gute Bildqualität
- Umfangreiche Einstellmöglichkeiten für komplexe Sat-Installationen
- Keine Benutzer-Restriktionen durch Premiere-Zertifizierung
Contra:
- Schlechtes Upscaling von PAL-Bildquellen
Features im Überblick
- HDTV CI-Receiver
- Empfang nach DVB-S Standard in MPEG-2, MPEG-4 und H.264
- Ausgabe in 576i, 576p, 720p, 1080i
- 2 Common Interface-Schächte zum Nachrüsten von allen gängigen PayTV
Modulen
- Kompatibel zu DiSEqC 1.0/1.1/1.2/1.3 (USALS)
- SCPC und MCPC empfangbar von C/Ku-Band
- Frequenzen für SMATV einstellbar
- Speicher für 5000 TV- und Radioprogramme
- Schnelle Umschaltzeiten (< 1 Sek.)
- Unterstützung von mehreren Sprachen
- Kanallistenbearbeitung
- Bis zu 30 Favoritenlisten zu je 100 Programmen erstellbar
- Bild in Grafik Funktion (PIG Picture in Graphic)
- Echtfarbenmenü (OSD On Screen Display)
- Elektronischer Programmführer (EPG Electronic Program Guide)
- Videotext und Untertitelunterstützung
- Jugendschutzfunktionen für einzelne Programme einrichtbar
- Übertragung der Firmware und Einstellungen von Empfänger zu Empfänger
- 2 Scartanschlüsse sowie zusätzlich RCA Cinch-Ausgänge
- YUV & HDMI Videoausgang für HDTV
- VCR Timerfunktion
- Integrierte Spiele
- Optischer Digital-Ausgang S/PDIF for Dolby Digital bzw. AC-3 Audiospuren
- Multifunktions-VFD-Display
- Firmware-Update über Satellit (OTA Funktion) und USB möglich
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