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 HARDWARE-TESTS

AREA DVD-TEST: DVD/HDD-Recorder Sony RDR-HXD1070 (1/2)

27.09.2007 Test: Karsten Serck

Der RDR-HXD1070 ist das aktuelle DVD-Recorder-Top-Modell von Sony und im Handel zu einem Preis um die 700 EUR erhältlich. Ausgestattet ist der Recorder mit einer 500 GB-Festplatte und zwei USB-Anschlüssen, die den Anschluss externer Speichermedien, Digitalkameras oder eines PictBridge-tauglichen Druckers erlauben. HDTV lässt sich mit dem kombinierten Kabel/DVB-T-Tuner zwar nicht empfangen. Aber der mit einem HDMI-Ausgang ausgestattete Sony-Recorder ist zumindest in der Lage, TV-Bilder in Standardauflösung auf bis zu 1080p hochzuskalieren. Das macht sich freilich nicht nur bei TV-Bildern sondern auch der Wiedergabe von DVDs bezahlt.

Als Aufnahmeformate stehen mit Ausnahme von DVD-RAM und wiederbeschreibbaren Dual Layer Discs praktisch alle derzeit verfügbaren DVD-Typen zur Verfügung:

  • DVD-R/DVD-RW/DVD-R Dual-Layer
  • DVD+R/DVD+RW/DVD+R Dual-Layer
Anschlüsse

Wegen des integrierten Video-Scalers dürfte für den Betrieb im Alltag in erster Linie der HDMI-Ausgang zum Einsatz kommen. Neben einem YUV-Ausgang und zwei SCART-Buchsen hat der Sony weiterhin noch einen Ausgang S-Video mit Composite, und Stereo sowie das Gleiche als Eingang für Aufnahmen von externen Videoquellen auf der Vorderseite. Der Digital-Ton wird alternativ zur HDMI-Schnittstelle auch koaxial ausgegeben. Der Recorder ist in der Lage, über die SCART-Buchse Line 1 nicht nur Composite und S-Video, sondern auch RGB-Signale aufzunehmen. Hobby-Filmer können ihre Videos auch über den DV-Eingang auf der Frontseite auf den Recorder überspielen. Die Antenneneingänge für analoges Fernsehen und DVB-T sind getrennt und lassen sich daher auch unabhängig voneinander nutzen.

Nachfolgend die Anschlüsse noch einmal im Überblick:

Eingänge:

  • 1 x SCART mit Composite, S-Video, RGB (Line 1)
  • 1 x Composite, S-Video, Stereo (Front)
  • 1 x G-Link für externe Receiver
  • 2 x Antenne In/Out für Analog & DVB-T (inkl. 5 V Spannung)
  • 2 x USB
  • 1 x DV-IN (Front)

Ausgänge:

  • 1 SCART mit RGB, Composite, S-Video (Line 3)
  • 1 x S-Video mit Composite, Stereo
  • 1 x Digital Audio (koaxial)
  • 1 x YUV (Progressive Scan)
  • 1 x HDMI

Features
  • EPG und GUIDE Plus+: Empfängt man TV-Programme via DVB-T, so verwendet der Recorder den elektronischen Programmführer (EPG), der automatisch vom Sender mit ausgestrahlt wird und eine Übersicht über rund eine Woche bietet. Alternativ bietet der etwas umfangreichere Programmführer GUIDE Plus+ auch beim analogen TV-Empfang eine Sender-Übersicht. Die Daten mit den Programminformationen erhält GUIDE Plus+ über den Kabelkanal von Eurosport. Die Daten werden nicht permanent ausgestrahlt, sondern der Recorder bekommt mitgeteilt, wann das nächste Update vorliegt und holt sich dieses dann über das Kabel. Da ähnlich wie beim Videotext die Daten über die Austastlücke übertragen werden, kann ein Update bis zu zwei Stunden dauern. Mindestens einmal am Tag werden die Daten aktualisiert und zeigen dann das Programm für knapp eine Woche an. Der EPG wirkt sehr übersichtlich und arbeitet auch recht schnell. Das Programmieren einer TV-Sendung ist durch einen einzigen Knopfdruck möglich. Ein Vorteil gegenüber dem Digital-EPG ist, dass nach der Programmierung weiterhin die VPS-Daten ausgewertet und eventuelle Programmverschiebungen berücksichtigt werden. Und der Zugriff auf alle Programme steht auch dann zur Verfügung, wenn man ein anderes Programm als das im EPG ausgewählte betrachtet. Neben der reinen Programmübersicht erlaubt GUIDE Plus+ auch die A-Z Suche nach bestimmten TV-Programmen oder eine Filterung der Programmvorschau nach verschiedenen Genres und Sendern. Mit einem individuellen Suchprofil kann man so die Programmübersicht auf selektierte Programme begrenzen.

    GUIDE Plus+ erlaubt mit Hilfe der G-Link-Buchse zusätzlich auch die Steuerung eines externen Sat- oder Kabel-Receivers. An die Buchse wird ein mitgelieferter Infrarot-Sender angeschlossen, der es ermöglicht, einen externen Receiver zu steuern. Dieser kann dann in den GUIDE Plus+ EPG integriert und auch für Timer-Aufnahmen verwendet werden. Der Sensor schaltet den Receiver dann automatisch ein- und aus. Das ermöglicht z.B. auch die Aufnahme von Premiere-Programmen auf Festplatte und DVD. Letzteres ist mit den offiziellen von Premiere zertifizierten Receivern nicht möglich, da diese bewusst keine Schnittstellen für den Datentransfer haben. Den Sat-Receiver sollte man vor dem Ausschalten immer in den TV-Modus schalten, falls dieser vorher zum Empfang von Radio-Sendern genutzt wurde, da über den G-Link-Sender nur die Kanalnummer übertragen, aber nicht der Betriebsmodus umgeschaltet wird.

 

  • Time Shift: Die zeitversetzte Wiedergabe einer noch laufenden Aufnahme, wird von dem Sony-Recorder auf zwei Arten unterstützt: Drückt man während einer Aufnahme die Play-Taste, startet der Recorder mit dem Anfang der Aufnahme während diese noch weiterläuft. Auch hin- und herspulen ist möglich und während der Aufnahme kann man auch die Wiedergabe es eines zuvor aufgenommenen Programms starten. Die zweite Variante ist die "TV Pause" und gedacht für den Fall, dass man beim normalen Fernsehen z.B. durch einen Telephonanruf gestört wird. Drückt man auf die "TV Pause"- Taste, so startet der Recorder eine neue Aufnahme des aktuell ausgewählten Programms und geht direkt in die Pause-Betriebsart über. Sobald wieder Zeit vorhanden ist, kann man zeitversetzt das verpasste Programm ansehen. Insgesamt ist das Handling des Time Shifts etwas umständlicher, als man es von Digitalrecordern gewohnt ist, bei denen man häufig einfach nur auf die Spul-Tasten drücken muss, um sich in einer laufenden Aufnahme hin- und herzubewegen.

  • Schnitt-Möglichkeiten: Für jede Aufnahme steht ein eigenes Editier-Menü zur Verfügung, welches die Möglichkeit gibt, einfach und schnell Szenen aus der Aufnahme heraus zu schneiden. Die so geschnittenen Aufnahmen lassen sich dann auf DVD archivieren. Das Editieren ist praktisch framegenau möglich, so dass man mit ein wenig Geschick Aufnahmen so bearbeiten kann, dass die Schnitte gar nicht auffallen. 


  • Video-Equalizer: Neben verschiedenen Presets für verschiedene Geräte erlaubt der umfangreiche Video-Equalizer recht detaillierte Optimierungen der Bildqualität. Einstellen lassen sich die Rauschunterdrückung, Schärfe, Detailschärfe, Weißpegel, Schwarzpegel und der Schwarzwert IRE-Level. Zum Abspeichern individueller Einstellungen stehen drei Speicherplätze zur Verfügung.
  • Kopieren HDD <> DVD: Der Sony-Recorder erlaubt es, Aufnahmen von der Festplatte und DVD jeweils in beide Richtungen zu überspielen, zumindest dann, wenn es sich um selbst angefertigte Aufnahmen handelt. Kauf-DVDs aus dem Handel lassen sich allerdings auf diese Art und Weise nicht kopieren, selbst dann, wenn sie nicht mit CSS kopiergeschützt sind. Für die Kopier-Funktionen ist eine höhere Geschwindigkeit als die Aufnahme-Echtzeit nutzbar, denn beim Überspielvorgang verhält sich der Recorder wie ein DVD-Brenner. Die Überspielung von Festplatte auf DVD-R ist je nach Rohling-Typ mit maximal sechsfacher Geschwindigkeit möglich. 

    Beim Überspielen kann man auch eine andere Qualitätsstufe verwenden als die des Originals, was die Möglichkeit gibt, Aufnahmen in der höchsten Qualitätsstufe zunächst auf HDD anzufertigen und dann gezielt in der bestmöglichen Qualität auf die DVD zu überspielen. Da für diesen Vorgang ein erneutes Encoding erforderlich ist und eine Kopie von Festplatte auf DVD deswegen bei Veränderung der Aufnahme-Qualität nur in Echtzeit möglich ist, empfiehlt es sich, bei der ursprünglichen Aufnahme bereits eine Qualitätsstufe zu wählen, die eine schnelle Überspielung ermöglicht.

    "Disc Backup" ermöglicht es, eine 1:1-Kopie einer DVD zu erstellen, indem der Inhalt zunächst auf die Festplatte und anschließend auf einem DVD-Rohling gesichert wird. Dieses Feature steht allerdings nicht für Kauf-DVDs aus dem Handel zur Verfügung, sondern dient nur dazu, Kopien von eigenen (finalisierten) DVD-Aufnahmen anfertigen zu können.

    Etwas umständlich gestaltet sich das Kopieren auf bereits bespielten wiederbeschreibbaren DVD-Rohlingen. Diese werden vom Recorder bei der Anfertigung einer Kopie nicht automatisch als wiederbeschreibbare Disc erkannt und auf Nachfrage neu formatiert, sondern man muss den Formatierungsvorgang vorher selbst manuell im "System Menü" des Recorders veranlassen.


  • Multimedia: Der Recorder spielt neben VCDs und SVCDs auch DivX-Videos ab. MP3-Dateien akzeptiert der Sony sowohl von gebrannten CDs als auch DVDs. Mit WMA Audio-Dateien kann der Recorder hingegen eben so wenig anfangen wie mit Musik im von Sony entwickelten SACD-Format. Die Jukebox-Funktion des DVD-Recorders ermöglicht es, MP3-Dateien und Audio-CDs dauerhaft auf der eingebauten Festplatte zu archivieren und dann direkt von der Festplatte abzuspielen. ID3-Tags von MP3-Dateien werden bei der Überspielung von CD übernommen. In beide Richtungen funktioniert das Kopieren allerdings nicht: Es ist nicht möglich, die Musikdateien von der Festplatte auf eine andere DVD zu kopieren. Bei CD-Kopien gibt es leider auch nicht die Möglichkeit, einzelne Titel für eine Kopie auszuwählen, sondern es kann immer nur die komplette CD kopiert und einzelne Titel anschließend gelöscht werden. Zusätzliche Möglichkeiten bieten die beiden USB-Anschlüsse: MP3-Dateien von USB-Sticks oder -Festplatten lassen sich entweder direkt abspielen oder auf die interne Festplatte übertragen. Für JPG-Bilder gibt es einen Photo-Viewer, der die Bilder allerdings auf PAL-Auflösung skaliert. Photos können auch direkt von einer Kamera auf den Recorder übertragen werden. Der zweite USB-Anschluss dient dazu, Bilder vom Recorder auf einem PictBride-kompatiblen Drucker auszudrucken. Ein Auslesen der Festplatte mit den TV-Aufnahmen ist nicht möglich. Schließt man den Recorder über ein USB-Kabel an einen PC an, so erkennt dieser den Recorder lediglich als Kamera.
Bedienung

Sowohl die Funktionen als auch die Menüstruktur des Sony-Recorders weisen starke Ähnlichkeiten zu den aktuellen DVD-Recordern von Pioneer auf. Die Menüs sind optisch zwar sehr schlicht gestaltet, gleichzeitig aber sorgfältig strukturiert und auch gut auf dem Bildschirm ablesbar. Lediglich das Recorder-Display am Gerät selbst ist ein wenig zu klein geraten und lässt sich daher aus mehr als zwei Metern Abstand nur noch schlecht ablesen.

Die meisten Grundeinstellungen lassen sich über ein zentrales Menü festlegen. Falls man nicht genau weiter weiß, werden kleine Hilfe-Texte im Display angezeigt, die die Bedeutung einzelner Funktionen knapp und prägnant erläutern. Die sehr leichte Fernbedienung liegt gut in der Hand und ermöglicht eine recht einfache Bedienung des Geräts sobald man sich ein wenig eingearbeitet hat. Denn die große Anzahl von Tasten mit teilweise recht kleinen Beschriftungen wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich. Dafür liegen praktisch alle wichtige Tasten für die Recorder-Steuerung in Daumen-Reichweite und sind so schnell zu erreichen. Der integrierte Lüfter des Recorders arbeitet recht leise und macht sich lediglich durch den bewegten Luftstrom etwas bemerkbar. Auch die Festplatte arbeitet bei der Aufnahme und Wiedergabe recht leise. Lediglich bei Kopieraktionen im High Speed-Modus von der Festplatte auf DVD und anders herum wird der Recorder für kurze Zeit etwas lauter.

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