TEST: Panasonic Blu-ray Disc-Player DMP-BD10

21.02.2007 Autor: Karsten Serck

Eigentlich sollte Panasonics erster Blu-ray Disc-Player bereits im November von uns getestet werden, doch durch einen Fehler bei einem Firmware-Update verabschiedete sich unser Testgerät in den Blu-ray Himmel und konnte aufgrund der hohen Test-Nachfrage von Panasonic erst jetzt durch ein neues Gerät ersetzt werden. Das ist in einer Hinsicht zumindest durchaus ein Vorteil, da im Gegensatz zum noch knappen Blu-ray Disc-Angebot im November inzwischen schon eine recht beachtliche Anzahl an Filmen im Handel erhältlich ist.

Neben dem Samsung BD-P1000 (siehe TEST) ist der Panasonic DMP-BD10 der zweite Blu-ray Disc-Player auf dem deutschen Markt. Für 1499 EUR (UVP, im Handel wird das Gerät bereits deutlich günstiger angeboten) erhält man einen Universal-Player, der neben Blu-ray Discs, DVDs und VCDs auch DVD-Audio-Discs sowie CDs abspielen kann. Der Panasonic DMP-BD10 beherrscht sämtliche DVD-Recordable-Formate wie DVD-RAM, DVD-R, DVD-RW, DVD-R DL, +RW, +R, + R DL sowie CD-R und CD-RW. Photos lassen sich auch in HDTV-Qualität von CDs abspielen. Als Audio-Formate werden auch die recht seltenen HDCDs und MP3-CDs unterstützt. Nicht unterstützt werden WMA und DivX. Auch das Abspielen von gebrannten Blu-ray Discs in den Formaten BD-R und BD-RE ist nicht möglich, obwohl in dem Panasonic ein Blu-ray Disc-Laufwerk vom Typ SW-5582-C verbaut ist, das laut den technischen Spezifikationen Blu-ray Discs nicht nur lesen sondern auch beschreiben kann.

Für Informationen zur Technik der Blu-ray Disc lesen Sie bitte unser umfangreiches Blu-ray Disc & HD-DVD-Special.

Anschlüsse
  • 1 x HDMI 1.2
  • 1 x YUV
  • 1 x S-Video
  • 1 x Composite Video
  • 1 x SCART (RGB)
  • 1 x Digital Out (optisch)
  • 1 x Digital Out (koaxial)
  • 1 x 7.1 (analog)
  • 1 x Stereo (analog)

Installation (Bild)

Der Panasonic ist mit einer HDMI 1.2-Schnittstelle ausgestattet und kann HDTV-Signale in 1080p/60, 1080i und 720p ausgeben. Auch Bilder von DVDs können auf HDTV-Auflösungen hochskaliert werden. Das Bildausgabeformat muss man nicht unbedingt fest einstellen. Eine Automatik sorgt dafür, dass der Player automatisch die höchstmögliche Auflösung ausgibt. Dabei sorgt die Automatik dafür, dass meist die höchste unterstützte Auflösung ausgewählt wird. Dies muss aber nicht zwangsläufig auch die Auflösung sein, in der das Bild am besten aussieht. Auch die HDTV-Ausgabe via YUV in 1080i und 720p stellt kein Problem dar, solange Blu-ray Discs kein ICT-Token besitzen, welches die Ausgabe auf die HDMI-Schnittstelle beschränkt. In diesem Fall wird das Bild nur noch als 576p/480p-Signal ausgegeben. Auf den Einsatz des ICT wollen die Hollywood-Studios nach eigenen Angaben aber vorerst verzichten.

Zur Bildoptimierung bietet der Panasonic einen sehr umfangreichen Video-Equalizer, der neben einer Anpassung von Helligkeit, Kontrast und Farbe auch eine Schärfe-Anhebung sowie eine Gamma-Korrektur erlaubt. Zusätzlich gibt es noch eine Rauschunterdrückung sowohl für analoges als auch digitales Rauschen.

Installation (Ton)

Zur Tonwiedergabe gibt es drei Möglichkeiten: Über die HDMI-Schnittstelle lässt sich der Ton von Blu-ray Disc und DVD-Audio als digitales PCM-Mehrkanalsignal übertragen. Falls auf der Blu-ray Disc ein DTS HD oder Dolby True HD-Soundtrack sein sollte, wird ein Dolby Digital oder DTS-Signal ausgegeben. Dies gilt ebenfalls für den optischen oder koaxialen Digitalausgang. Eine HDMI-Unterstützung von DTS HD und Dolby True HD ist via Software-Update in Planung. 

Der integrierte Decoder mit 7.1-Ausgang erlaubt die Nutzung als DVD-Audio-Player und unterstützt zudem die Formate Dolby Digital und DTS. Derzeit gibt der Panasonic solche Signale noch als DTS oder Dolby Digital-Signal aus. Nur PCM oder Dolby Digital Plus-Audio-Tracks werden als 7.1-Signal ausgegeben, die anderen Formate (ohne Back-Surround) auf 5.1 heruntergerechnet. Das Lautsprecher-Setup erlaubt eine Konfiguration für 5.1 und 7.1-Systeme. Für die einzelnen Kanäle lässt sich neben dem Bass-Management (Groß/Klein) auch der Pegel sowie die Verzögerungszeit anpassen. Zur Klangverbesserung verfügt der Panasonic über die Re-Master-Audio-Schaltung, die den Klang in drei Stufen sowohl bei Stereo- als auch Mehrkanalaufnahmen verbessern soll.

 

Bedienung

Im Vergleich zu einem DVD-Player fallen bei dem Panasonic die längeren Ladezeiten für Blu-ray Discs auf. Auch das Reaktionsverhalten wirkt teilweise etwas träge. Beim Starten des Films oder Extras aus dem Menü treten immer Wartezeiten von mehreren Sekunden auf. Das Geräte-Design mit der verspiegelten Front-Klappe ist sehr ansprechend. Beim genauen Hinsehen aus der Nähe wirkt das Gerät aber nicht ganz so nobel wie der Samsung-Player mit seinem Klavierlack-Design. Hinter der Klappe hört die Noblesse auch auf und die dröge gestaltete Schublade lässt auch von außen erkennen, dass der Panasonic-Player mit einem PC-Laufwerk arbeitet. Trotzdem: Solange die Klappe verschlossen ist, präsentiert sich der Panasonic-Player sehr edel im heimischen Wohnzimmer.

Die silbrig-verspiegelte Frontklappe ist nicht motorgetrieben. Sie muss beim Wechsel einer Blu-ray Disc jedes Mal von Hand geöffnet werden. Hinter der Klappe verstecken sich lediglich ein paar Tasten für Basis-Steuerbefehle. Das sehr spartanische Display zeigt meist nicht mehr als nur die aktuelle Laufzeit an. Kleine Icons, die z.B. die Auflösung und das Tonformat signalisieren, sind nicht vorhanden.

Die On Screen-Menüs sind optisch extrem schlicht gestaltet, so wie es derzeit bei vielen Panasonic-Geräten der Fall ist. Für ein Gerät in der Premium-Preisklasse wäre hier etwas mehr zu erwarten gewesen. Dafür sind die On Screen-Menüs sehr übersichtlich gestaltet und die einzelnen Menü-Punkte auch gut ablesbar. Einen Netzwerkanschluss (bei HD-DVD Pflicht) für interaktive Dienste oder Updates  hat der Panasonic ebenso wenig zu bieten wie das Konkurrenz-Modell von Samsung. Software-Updates können aber via CD installiert werden. Das PC-Blu-ray Disc-Laufwerk fällt beim Laden von Discs oder dem Zugriff auf Kapitel häufiger durch gut hörbare Laufwerksgeräusche auf. Der eingebaute Lüfter hingegen verhält sich ausgesprochen ruhig und ist kaum zu hören. 

Auch die Bildschirmanzeigen sind sehr schlicht gestaltet. Auf Knopfdruck werden lediglich der aktuell laufenden Titel, das Kapitel und die Laufzeit eingeblendet. Während fast alle Voreinstellungen im Setup-Menü eingestellt werden, steht der Video-Equalizer per Knopfdruck im laufenden Betrieb zur Verfügung (siehe unten).

Die Fernbedienung des DMP-BD10 ist exzellent gestaltet. Wie bereits beim DVD-A350, einem der ersten DVD-Player, zeigt Panasonic auch bei seinem ersten Blu-ray Disc-Player ein ausgezeichnetes Gespür für eine Benutzer-Ergonomie, die aus einer Hand den Zugriff auf die wichtigsten Funktionen ermöglicht. So gibt es auch eine eigene, gut positionierte Taste für die "Pop-Up-Menüs", die sich bei einer Blu-ray Disc einfach in das Bild eines laufenden Filmes einblenden lassen. 

Die Tasten der Fernbedienung sind ausreichend groß und die Beschriftungen sehr gut ablesbar. Unter einer Klappe verstecken sich die Zehner-Tastatur sowie die Tasten zur Konfiguration des Players. Hier sind auch einzelne Tasten für die verschiedenen Features des Video-Equalizers zu finden. Durch die Abtrennung dieser Tasten vom restlichen Bedienfeld in Form der Klappe ist es beinahe unmöglich, am Player etwas zu verstellen, indem man versehentlich auf eine Taste kommt.

Nach dem Einschalten ist der Panasonic-Player nach rund 20 Sekunden betriebsbereit. Das ist im Prinzip nicht schlecht, wenn man sich damit abgefunden hat, dass sowohl Blu-ray Disc als auch HD DVD-Player das Bootverhalten eines PCs aufweisen. Zum Starten einer Blu-ray Disc benötigt der Player dann allerdings rund 40 Sekunden. Einen richtigen Ein- und Ausschalter bietet der Player nicht, so dass er auch im ausgeschalteten Zustand immer noch unnötig Strom verbraucht.

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