TEST: HDTV-Video und -Fotografie mit der Panasonic DMC-FX100 (1/2)
17.07.2007 Autor: Karsten Serck
Weiter zu Seite 2 (Bildrauschen,
Kontrast/Farben, Ergonomie, JPG-Kompression, Fazit)
Nach der positiven Resonanz auf den Test der Panasonic DMC-FZ8
setzen wir die Tests von Digitalkameras fort und können mit der brandneuen
Panasonic DMC-FX100 eine Kompakt-Kamera mit 12,2 Megapixeln präsentieren, die
nicht nur die Aufnahme von Photos im 16:9-Format bis zu Auflösungen von 4000 x
2248 Pixeln erlaubt, sondern sogar HDTV-Video mit 1280 x 720 Pixeln aufnehmen
kann. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 429 EUR.
Die kompakte Kamera in den Abmessungen einer Zigarettenschachtel verfügt
über ein Leica-Objektiv mit einer Brennweite von 28 - 100 mm. Durch die
Abdeckung des Weitwinkel-Bereichs lassen sich z.B. Gebäude oder Personengruppen
besser ablichten, die bei einer Kamera mit 35 mm Brennweite zu groß für das
Bild wären. Der optische Verwacklungsschutz "Mega OIS" arbeitet in zwei
verschiedenen Einstellungen, lässt sich aber auch komplett abschalten. Die
Kamera ist vor allem darauf ausgelegt, schnell ohne große Einstellarbeit Bilder
anfertigen zu können. Im Gegensatz zu "Bridge"-Kameras wie der
DMC-FZ8 ist sie aber nur eingeschränkt in der Lage, unter ungewöhnlichen
Bedingungen Bilder anzufertigen, da sich Einstellungen wie Focus,
Belichtungszeit und Blende nicht manuell festlegen lassen, was in dieser
Kamera-Klasse eher die Regel als die Ausnahme darstellt. Einstellmöglichkeiten
gibt es für die Belichtungskorrektur in festen Schritten, den Weißabgleich und
die ISO-Empfindlichkeitsstufe. Auch der Blitz lässt sich gezielt einschalten
oder dauerhaft aktivieren. Für spezielle Situationen bietet die Kamera einen
Szenen-Modus mit insgesamt 21 verschiedenen Programmen. Ansonsten fotografiert
man meist im "Normal"-Modus oder bei Nahaufnahmen im Macro-Modus. Der
"Einfach"-Modus der Kamera sorgt zwar für in der Tat sehr einfaches
Photographieren mit nahezu hundertprozentiger Erfolgsgarantie, man beraubt sich
aber in diesem Modus nahezu sämtlicher Einstellmöglichkeiten für Blitz,
Bildgröße oder Weißabgleich. Im Modus "Intelligente ISO" passt die
Kamera bei dunklem Umgebungslicht die ISO-Empfindlichkeit auf eine höhere Stufe
an und lässt sich dabei auf wahlweise ISO 400, 800 oder 1250 begrenzen.
Verwendet man hingegen den "Normal"-Modus, so stellt sich die Kamera
selbst bei absoluter Dunkelheit nicht auf eine höhere Stufe als ISO 200 ein. Da
mit steigender Empfindlichkeit auch das Rauschen ansteigt, erweist sich die
Verwendung des "Normal"-Modus als sinnvoller als die
"Intelligente ISO", da man hier sicher sein kann, dass die Kamera
nicht über ISO 200 hinausgeht und im Bedarfsfall den gewünschten ISO-Wert auch
direkt einstellen kann.
Folgende Auflösungen unterstützt die FX100:
- (16:9) 4000 x 2248, 3264 x 1840, 2560 x 1440, 1920 x 1080
- (4:3) 4000 x 3000, 3264 x 2448, 2560 x 1920, 2048 x 1536, 1600 x 1200, 640 x 480
- (3:2) 4000 x 2672, 3264 x 2176, 2560 x 1712, 2048 x 1360
(Weitere technische Details siehe letzte Seite)
Bild-Test
- HDTV-Video: Im Movie-Modus sind 16:9-Video-Aufnahmen sowohl in
NTSC-Auflösung (848 x 480 Pixel) als auch in HDTV-Auflösung mit 1280 x 720
Pixeln möglich. Während im NTSC-Modus die Wahl besteht, ob man mit 10 oder
30 Frames pro Sekunde drehen möchte, wird im HDTV-Modus die Aufnahme immer
mit 15 fps vorgenommen. Dies sollte man beim Aufnehmen beachten, denn bei
gerade einmal 15 Bildern pro Sekunde ruckelt das Bild schnell bei Schwenks.
Als Aufnahmeformat verwendet Apple Quicktime (MOV) mit Motion-JPEG-Dateien. Eine Minute HDTV-Video benötigt rund 78 MB auf der Speicherkarte. Eine 1 GB
SD-Karte erlaubt somit die Aufzeichnung von rund 13 Minuten Video. Durch
Verwendung von SDHC-Karten mit einer Kapazität von mehr als 2 GB sind auch
deutlich längere Aufnahmen möglich. Den Komfort eines richtigen Camcorders
bietet die Kamera nicht. Zwar ist auch die Bildstabilisierung aktivierbar,
ansonsten lassen sich aber während der Aufnahme keine Einstellungen
vornehmen. Dies bedeutet, dass sich nicht der Zoom betätigen lässt und
nicht einmal der Autofokus die Bildschärfe nachreguliert. Um unscharfe
Bilder zu vermeiden, sollte man daher vor der Aufnahme klären, mit welcher
Brennweite und Abstand zum Objekt man Video drehen möchte.
In der Praxis bieten mit der Panasonic gedrehte HDTV-Aufnahmen leider kein
wirkliches Schärfe-Erlebnis auf HDTV-Niveau. Die Schärfe ist zwar etwas
höher, als man es von DV-Video in Standard-Auflösung gewöhnt ist, aber
doch deutlich geringer als bei normalen Photos (siehe Bildvergleich). Zudem
sorgt die geringe Bildwiederholungsrate von 15 Bildern pro Sekunde für
deutlich sichtbares Ruckeln. welches auch bei vorsichtiger Kamerabewegung
kaum zu bändigen ist. Alternativ sind auch Aufnahmen mit 848 x 480
Pixeln mit 30 Bildern pro Sekunde möglich, wobei die Qualität aber auf
VHS-Niveau reduziert wird. Leider erschwert auch die ausschließliche
Verwendung des Quicktime-Formats eine flexible Austauschbarkeit der
Aufnahmen wie sie z.B. bei Verwendung von MPEG4/H.264 möglich wäre. Eine
Umwandlung der Aufnahmen ist zwar via Software möglich, erfordert dann aber
auch immer eine Nachbearbeitung.
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Video 1280 x 720
100 % Ausschnitt |
Foto 4000 x 2248
herunterskaliert
(Keine Schärfung) |
- Geschwindigkeit: Nach dem Einschalten ist die Kamera innerhalb von ca. 2.8 Sekunden
bereit für das erste Foto. Zum Fokussieren benötigt die Kamera rund eine
halbe Sekunde, drückt man anschließend den Auslöser ganz durch, ist keine
weitere Verzögerung zu spüren. Insgesamt benötigt ein einziges Foto etwas
mehr als zwei Sekunden, bis es auf der Karte abgespeichert ist (4000 x 2248
Pixel). Die Serienbildfunktion ist hier etwas schneller. Im Modus 1 nimmt
sie 5 Bilder in einem Zeitraum von 5.8 Sekunden auf und stoppt dann die
Aufnahme. Für weitere Bilder
muss man noch mal auf den Auslöser drücken. Im Modus 2 schießt die Kamera
rund 2 Bilder pro Sekunde in den ersten 3 Sekunden, anschließend schießt
sie endlos weiter (bis die Karte voll ist) mit einer Geschwindigkeit von
rund einem Bild pro Sekunde. Wer es noch etwas schneller haben möchte, kann
auch den Szenen-Modus "Schnelle Serie" auswählen. In diesem
bringt es die Kamera bei reduzierter Aulösung (1920 x 1080 Pixel) auf 8
Bilder pro Sekunde. In diesem Modus ist die Kamera so schnell, dass man
schon sehr viel Geschick anwenden muss, um die Kamera nur ein einziges Mal
auslösen zu lassen. Das Zoom-Objektiv ist zwar leise, aber nicht
übermäßig schnell: Für den Wechsel vom Weitwinkel auf den
Tele-Bereich benötigt der Motor rund 1.5 Sekunden
- Akku: Laut der standardisierten CIPA-Messmethode soll eine Akkuladung für
320 Bilder reichen. Fotografiert man im 16:9-Format mit voller Auflösung
und maximal 10 % Blitzeinsatz, so kamen wir in der Praxis auf rund 500 Bilder mit einer
Akku-Ladung.
- Objektiv: Das Leica-Objektiv ist von guter Qualität und weitgehend frei
von Störungen, mit denen viele Kameras zu kämpfen haben. Chromatische Abberationen (Farbsäume, die gerade bei starken Kontrasten sichtbar werden
können) lassen sich nicht beobachten. Im Weitwinkel- bis Telebereich ist die
Kamera praktisch frei von Verzeichnungen. Auffällige Vignettierungen (abgedunkelte
Bildränder) sind auch nicht zu erkennen.
Wer kleine Objekte möglichst groß und mit viel Detail ablichten
möchte, benötigt hierfür einen Abstand von mindestens 19,5 cm zum Objekt.
Im Macro-Modus kann man bis auf rund 3,5 cm herangehen. Das ist noch etwas
viel, um wirklich hautnah an Objekte heranzugehen, andererseits produziert
das Bild im Macromodus so gut wie keine Tonnenverzerrungen und verliert auch
am Bildrand kaum Schärfe. Der Autofokus arbeitete immer
tadellos und stellte das Bild einwandfrei scharf.
Die Bildschärfe ist gut, wobei die Bilder nicht so knackscharf wurden wie
bei der Bridge-Kamera DMC-FZ8
mit nur 7 Megapixeln, die im Direktvergleich Konturen und Details noch etwas
feiner darstellte. Die Abstimmung ist ähnlich wie bei Spiegelreflexkameras
etwas weicher, was für die Nachbearbeitung durchaus von Vorteil ist. Nutzt
man die interne Nachschärfung der Kamera, so erhöht sich die Schärfe
geringfügig, ohne dabei Doppelkonturen zu produzieren.
Panasonic DMC-FX100: 28 mm
Panasonic DMC-FZ8: 35 mm
- Bildstabilisator: Der optische Bildstabilisator OIS bietet zwei
Einstellmöglichkeiten. In der ersten Einstellung wird versucht, das Bild
durchgängig auszugleichen, selbst wenn der Finger nicht auf dem Auslöser
ist. Dies wirkt etwas irritierend, weil beim Drehen der Kamera das Bild
immer etwas träge folgt. In der zweiten Einstellung wird die
Bildstabilisierung erst genutzt, wenn tatsächlich der Auslöser aktiviert
wird. Die Bildstabilisierung arbeitet meist recht zuverlässig, bei
Belichtungszeiten von 1/30 Sekunde und weniger können Bilder aber schon ab
und zu etwas unscharf werden.
Panasonic DMC-FX100: 28 mm
Panasonic DMC-FX100: 100 mm
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Kontrast/Farben, Ergonomie, JPG-Kompression, Fazit)
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