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 HARDWARE-TESTS

AREA DVD-TEST: DVD/HDD-Recorder LG RH-T297H mit MPEG4-Aufzeichnung (1/2)

11.10.2007 Test: Karsten Serck

Weiter zu Seite 2: Bild (Recorder-Aufnahme + Wiedergabe) und Fazit

Der LG RH-T297H ist mit einem Handelspreis um die 350 EUR ein richtiger Preisschlager unter den DVD-Recordern. Dabei bietet er die heutzutage für DVD-Recorder zeitgemäße Ausstattung: Der Recorder empfängt TV-Programme via DVB-T oder analogem Kabel-Tuner und ist mit einer 160 GB-Festplatte ausgestattet. Für die Bildausgabe gibt es eine HDMI-Schnittstelle, die Bild auf 720p und 1080i hochskalieren kann. Und als Besonderheit nutzt der Recorder nicht nur MPEG2 zum Video-Encoding, sondern komprimiert die Bilder auf Wunsch auch im MPEG4-Format.

Als Aufnahmeformate stehen neben der Festplatte für das DVD-Laufwerk außer Dual Layer DVD-R alle aktuell verfügbaren DVD-Recording-Varianten zur Verfügung. Im Detail sind dies:

  • DVD-R/DVD-RW
  • DVD+R/DVD+RW/DVD+R Dual-Layer
  • DVD-RAM (ohne Cartridge)
Anschlüsse

Neben dem HDMI-Ausgang lässt sich das Bild noch über den YUV-Komponentenausgang (in 576i/576p) sowie über SCART und einen S-Video-Ausgang ausgeben. Neben der zweiten SCART-Buchse (tauglich für Composite und RGB-Signale) befinden sich auf der Rückseite keine weiteren Video-Eingänge. Auf der Frontseite findet man einen Composite Video-Eingang und einen DV-In, aber keine S-Video-Buchse. Dafür bietet der Recorder sowohl einen optischen als auch einen koaxialen Digitalausgang für den Ton. Da nur ein Antennen-Eingang vorhanden ist, lassen sich der Analog-Tuner und der DVB-T-Tuner nicht parallel über getrennte Antennen betreiben. Beim automatischen Suchlauf sucht der Recorder einfach zwei Mal den gesamten Frequenzbereich ab. Der Test des DVB-T-Tuners war uns mangels verfügbarem DVB-T-Signal vor Ort nicht möglich.

Nachfolgend die Anschlüsse noch einmal im Überblick:

Eingänge:

  • 1 x SCART mit Composite, RGB
  • 1 x Composite, Stereo (Front)
  • 1 x Antenne In/Out für Analog & DVB-T
  • 1 x DV-IN (Front)

Ausgänge:

  • 1 SCART mit RGB, Composite
  • 1 x S-Video mit Stereo
  • 1 x Digital Audio (koaxial)
  • 1 x Digital Audio (optisch)
  • 1 x YUV
  • 1 x HDMI

Features
  • Elektronischer Programmführer: Empfängt man seine TV-Programme via DVB-T, so steht für die Programmvorschau eine elektronische Programmvorschau zur Verfügung, die je nach Sender das TV-Programm bis zu eine Woche im Voraus darstellt und aus dem auch direkt eine Aufnahmeprogrammierung vorgenommen werden kann. Für analoges Fernsehen gibt es so etwas nicht: Den von einigen Herstellern genutzten "Guide Plus+"-Service unterstützt der LG-Recorder nicht. Immerhin verfügt der Recorder über einen integrierten Videotext-Decoder, was durchaus recht praktisch ist, da sich der in Flachbildschirmen integrierte Videotext-Decoder häufig nicht beim Anschluss des Geräts über die HDMI-Schnittstelle nutzen lässt. Unser Testmuster ließ sich allerdings nicht dazu überreden, Videotext-Seiten anzuzeigen. Die Aufnahme-Programmierung erfolgt bei Verwendung des analogen Tuners mit den in verschiedenen Programmzeitschriften abgedruckten ShowView-Zahlen, ist aber auch komplett manuell möglich.

  • Time Shift: Wünscht man eine zeitversetzte Wiedergabe des laufenden Programms, so gibt es zunächst einen automatischen Time Shift-Modus, der nach einer Aktivierung im Hauptmenü das laufende Programm automatisch auf der Festplatte aufnimmt und sich auch von Senderwechseln nicht aufhalten lässt, so dass beim Druck auf die Rückspul-Taste die gesamte Zapping-Historie zu erkennen ist. Maximal sechs Stunden werden auf diesem Wege im Hintergrund aufgezeichnet, wobei der Recorder automatisch die ältesten Bilder wieder löscht. Time Shift lässt sich auf Wunsch aber auch nur bei Bedarf starten, indem man die blaue Taste auf der Fernbedienung drückt und diesen Modus über die Stop-Taste wieder beendet. Auch während einer laufenden Aufnahme ist es möglich, in dieser hin- und herzuspulen oder die Wiedergabe einer anderen Aufzeichnung von der Festplatte zu starten.

  • Schnitt-Möglichkeiten: Für jede Aufnahme steht ein eigenes Editier-Menü zur Verfügung, welches die Möglichkeit gibt, einfach und schnell Szenen aus der Aufnahme heraus zu schneiden. Die so geschnittenen Aufnahmen lassen sich dann auf DVD archivieren.

  • Kopieren HDD <> DVD: Der LG-Recorder bietet die Möglichkeit, Aufnahmen von der Festplatte und DVD jeweils in beide Richtungen zu überspielen, zumindest dann, wenn es sich um selbst angefertigte Aufnahmen handelt, da das Kopieren von Kauf-DVDs nicht unterstützt wird. Für die Kopier-Funktionen ist wahlweise ein Schnell-Modus ohne Qualitätsverlust verfügbar, der die Aufnahmen je nach DVD-Typ mit einer Geschwindigkeit bis zu 16x kopiert. Alternativ ist (in Echtzeit) das Kopieren mit erneutem Encoding in einer anderen Qualitätsstufe möglich. Der Schnell-Modus lässt sich leider nicht nutzen, um direkt in einem Rutsch gleich mehrere Festplattenaufnahmen zu kopieren sondern man muss jede Aufnahme einzeln kopieren. Finalisiert man eine DVD, so erstellt der Recorder für diese eigene Menüs, die auch auf einem anderen DVD-Player angezeigt werden. Als praktisch erweist sich die Möglichkeit, bereits mit dem Recorder finalisierte Aufzeichnungen nachträglich wieder zu "Ent-Finalisieren", was das Hinzufügen oder Entfernen weiterer Titel erlaubt.


  • Multimedia: Der LG-Recorder spielt neben VCDs und SVCDs auch DivX-Videos ab. Als Audio-Formate werden MP3 und WMA (ohne DRM) unterstützt. Ebenfalls sind Bildergalerien mit JPEG-Bildern möglich, die optional auch mit Musik untermalt werden können. Multimedia-Dateien können auch direkt auf die Festplatte kopiert werden. Das Kopieren dieser Dateien von der Festplatte auf eine DVD ist aber nicht möglich.

  • MPEG4-Aufnahme: Aktiviert man im Einstellmenü die Option "MPEG4-Aufnahme", so nutzt der Recorder zur Aufzeichnung den effizienteren MPEG4-Codec zur Video-Aufnahme anstelle von MPEG2. Nutzbar ist dieser Modus nur für Festplattenaufzeichnungen, da im bereits älteren DVD-Standard nur MPEG2 vorgesehen ist. Außerdem gibt es noch Einschränkungen bei der Auflösung: Das Aufzeichnen mit voller PAL-Auflösung ist im MPEG4-Modus nicht möglich. Stattdessen wird die Aufllösung auf 640 x 480 (VGA) reduziert, in Aufnahmestufen mir stärkerer Komprimierung sogar auf 480 x 352 (EP-Modus) und 352 x 256 (LP-Modus). Da selbst in der höchsten Aufnahmestufe deutliche Artefakte auftauchen und das Bild unscharf wirkt, stellt der MPEG4-Modus leider keine Alternative zur MPEG2-Aufnahme dar. Wesentlich sinnvoller ließe sich die Funktion nutzen, um spezielle Aufnahmen für tragbare Media-Player anzufertigen. Da von der Festplatte des Recorders aber keine Kopier-Funktion auf DVD bereit steht, ist dies leider nicht möglich.


Bedienung

Die Menüs wirken optisch recht ansprechend gestaltet und sind auch auf kleineren Bildschirmen gut ablesbar. Die meisten Menüs werden nur am oberen Bildrand eingeblendet oder zum Teil transparent über das Bild gelegt, so dass parallel das weitere Betrachten des Programms möglich ist.

Die Fernbedienung ist sehr lang, liegt aufgrund ihres geringen Gewichts aber leicht in der Hand. Die meisten Tasten sind etwas klein geraten und die Beschriftungen bei wenig Umgebungslicht schlecht ablesbar. Die am meisten gebrauchten Tasten befinden sich im Umkreis des Cursor-Kreuzes und lassen sich so schnell erreichen. Zur ShowView-Programmierung muss man allerdings immer erst die Klappe am unteren Ende der Fernbedienung herunter schieben.

Der Lüfter des Recorders ist im laufenden Betrieb hörbar. Bei unserem Testgerät erschein der Lüfter auch nicht korrekt gelagert und fiel durch ein leicht ratterndes Motorengeräusch auf.

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