PREVIEW: AV-Receiver Denon AVR-4308 - Das Feature-Monster
22.10.2007 Autor: Karsten Serck
Musik-Wiedergabe via DLNA-Server, Internet-Radio, USB und iPod

Der Denon ist DLNA-zertifiziert. Dies ermöglicht das Streamen von Musik von
einem DLNA-Server. Das kann entweder ein dediziertes NAS (Network Attached
Storage) sein aber auch ein ganz normaler PC. So ist auch im aktuellsten Windows
Media-Player ein DLNA-Server integriert. Vorteil der NAS-Systeme ist der
geringere Stromverbrauch während die in erster Linie auf Leistung optimierten
PCs viel zu viel Strom verschwenden. Als Alternative bietet sich ein weniger
stromhungriges Notebook an. Die Erkennung eines Buffalo Linkstation NAS mit
Twonkymedia-DLNA-Server erfolgte auf Anhieb. Die Navigation durch die
Musikarchive erschien allerdings etwas träge. Zudem verlor das NAS-System auch
häufiger die Verbindung zum Receiver, wenn man ganz zurück auf die
Hauptmenü-Ebene des Receivers ging.

Die Online-Radio-Programme bezieht der
Receiver über eine Liste von www.vtuner.com.
Benutzer können hier auch ihren eigenen Receiver anmelden und über das
Internet verwalten. Trotz langsamer Internet-Anbindung mit längeren
Puffer-Ladezeiten klappte das Streaming von Internet-Radio-Stationen
einwandfrei. Allerdings erscheint auch beim Radio-Betrieb die Navigation ein
wenig träge. Durch die Verwendung eines zweizeiligen Displays auf der
Frontseite des Receivers ist eine eingeschränkte Navigation auch ohne
eingeschalteten Fernseher möglich.

Bei Direktanschluss einer USB-Festplatte oder eines USB-Sticks ist der
Zugriff auf die Musik etwas schneller als beim Netzwerkzugriff. Die zwei
USB-Eingänge lassen sich nur getrennt voneinander betreiben, denn bei Aktivierung
eines Eingangs wird die Stromversorgung des zweiten Eingangs deaktiviert. Bei
Verwendung von externen USB-Festplatten im 2.5 Zoll-Format sollte darauf
geachtet werden, Platten mit geringer Stromaufnahme zu verwenden, um diese auch
direkt ohne externe Stromversorgung am USB-Eingang nutzen zu können. Bei der
Wiedergabe von Audio-Formaten ist der Denon-Receiver sehr offen. Er unterstützt
MP3, WMA (inkl. DRM), WMA Lossless, AAC/MP4 (ohne DRM), das Lossless-Format FLAC
und WAV.
Parallel zur Musik können auch JPG-Bilder angezeigt werden. Mit einer als
Zubehör erhältlichen Docking-Station lässt sich auch ein iPod am Denon
betreiben und steuern.

DAB-Radio

Zusätzlich zum typischen RDS-Tuner für den UKW-Empfang ist der Denon noch
mit einem DAB-Tuner ausgestattet, der digitales Radio über das Band III sowie
das L-Band empfangen kann. DAB-Radio wird bereits seit vielen Jahren in
Deutschland ausgestrahlt und ist theoretisch nahezu flächendeckend verfügbar.
Während DAB in Großbritannien ein riesiger Erfolg mit einer Unmenge an
Radio-Stationen ist, ist DAB in Deutschland im Unterschied zum Digitalfernsehen
DVB-T kaum bekannt. Das Programmangebot enthält gerade außerhalb der
Ballungsräume nur wenige Sender, die nicht auch via UKW empfangen werden
können. Zudem wird in Deutschland vielfach mit Leistungen von 1 kW und weniger
gesendet, was vielfach nicht einmal den Inhouse-Empfang ermöglicht. Zum Glück
verfügt die mitgelieferte DAB-Antenne über ein längeres Kabel, was die Suche nach
einer geeigneten Empfangsposition erleichtert. Bei schlechtem Empfang ist bei
DAB kein Rauschen sondern ein unterschiedlich starkes "Blubbern" in
Form von kurzen Aussetzern zu hören. Da für die Ausstrahlungen derzeit noch
MP2, ein Vorläufer des MP3-Formats, eingesetzt wird, sind bei Bitraten
von 128 und 160 kbps Audio-Artefakte bei genauem Hinhören wahrnehmbar. Unter der Bezeichnung "DAB+"
ist es zukünftig geplant, auch DAB-Programme mit dem effizienteren Audio-Codec HE
AAC+ V2
auszustrahlen.
Zusätzlich zum ausgestrahlten Radioprogramm zeigt der Receiver auch noch
Radiotext-Informationen an, die sich sowohl auf dem On Screen-Display als auch
auf dem Front-Display betrachten lassen.

HDMI

Sämtliche Einstellungen für die HDMI-Schnittstellen sind in einem eigenen
Menü zusammen gefasst. Der Receiver skaliert sämtliche analogen Signalquellen
von Composite, S-Video und Component-Eingängen auf 480p/576p, 720p, 1080i oder 1080p
hoch. Der Denon arbeitet mit einem Faroudja FLI-2310-De-Interlacer und erlaubt
auch eine manuelle Einstellung des Modus zur Progressive-Wiedergabe. Über HDMI
werden nicht nur Dolby True HD & DTS HD-Signale als Bitstream akzeptiert
sondern der Denon verarbeitet auch den DSD-Datenstrom eines SACD-Players. Neben
der Deep Colour-Unterstützung und dem erweiterten xv.YCC-Farbraum ist der
Receiver auch in der Lage, 24p-Signale zu verarbeiten.
Equalizer

Parallel zu einer einfachen Bass/Höhen-Einstellung ist der Denon-Receiver
noch mit einem Equalizer ausgestattet, der eine noch genauere Klanganpassung
ermöglicht. Die Einstellung erfolgt paarweise, so dass auf den verschiedenen
Ebenen immer die gleiche Klangeinstellung vorhanden ist.
Fernbedienung

Der Denon wird direkt mit zwei Fernbedienungen ausgeliefert. Die große
Fernbedienung mit Folientastatur zeigt je nach Eingangswahl unterschiedliche
Funktionen an. Gerade für die Steuerung der Netzwerk-Funktionen erweist sich
die zweite und etwas kompaktere Fernbedienung aber als funktioneller, da diese
direkt über feste Tasten zur Wiedergabe-Steuerung verfügt.
Einen kompletten Test des von Cinemike optimierten Denon AVR-4308 finden Sie hier.
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