XXL-TEST: Teufel Theater LT7 wireless
12.10.2006 (cr)

Einführung
Dass Design und Sound auf hoher Ebene miteinander harmonieren können, ist
nichts völlig Neues. Den bislang besten Beweis hat vor einigen Wochen das Infinity
"Cascade" 5.2-Set in unserem Testbericht angetreten. Mit 5.392 €
ist das hochwertige System allerdings auch preislich schon auf beträchtlichem
Level. Nun, aber das mag einleuchten - wer einen brillanten Klang und optische
Ästhetik miteinander verbunden haben möchte, der muss auch für beides
entsprechend tief in die Tasche greifen. Doch das Cascade steht keinesfalls
alleine da auf weiter Flur, denn die "Berliner Teufel", wegen ihrer
breit gefächerten Produktpalette und dem sicheren Instinkt für kommende Trends
ohnehin gefürchtet, rüsten gewaltig auf: Systeme wie das Concept P
oder das Concept R haben
bereits die Marschrichtung vorgegeben, nämlich Klanggüte, optische Qualität
und einen fairen Preis als starke Kombination anzubieten. Nun allerdings möchte
Teufel mit solchen Ensembles nicht nur die Einsteigerklasse aufmischen, sondern
natürlich auch in den Revieren gehobener Preisregionen mit Erfolg wildern. Das
dürfte kein Problem sein, denn mit dem erst kürzlich präsentierten Theater LT6
mit 700 Watt (Musikleistung) Aktivsubwoofer sowie 4 x 1,40 Meter hohen eleganten
Satelliten hat man einen lediglich 2.995 € kostenden Pfeil im Köcher, der
manchem Kontrahenten Kopfschmerzen bereiten dürfte.
Aber - damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht, denn ab
4.490 € gibt es das Theater LT7, welches über eine ungemein aufwändige
DSP-Regelelektronik im Subwoofer verfügt. Verschiedene Programme (z.B. THX
Select oder THX Select 2) stehen ebenso zur Verfügung wie die Möglichkeit, ein
eigenes Setup mit selbst festgelegter oberer und unterer Grenzfrequenz,
Zeitverzögerung etc. zu programmieren. Für 4.490 € wechselt das LT7 mit
diesem Hightech-Subwoofer inklusive tiefblau leuchtendem Punktmatrixdisplay
seinen Besitzer. Doch die Teufel-Technikgurus sind immer noch nicht am Ziel
angelangt, es muss noch mehr gehen. Wie wäre es denn, wenn man die beiden
Surround-Säulen noch in kabelloser Ausführung anbieten würde? Gesagt, getan -
das Theater LT7 Wireless für 4.790 € verfügt über ausgeklügelte
Funktechnologie, die eine Signalübertragung von 20 bis 20.000 Hz ermöglicht,
also somit auf dem Level eines DD- oder DTS-Vollfrequenzkanals liegt. Nun
benötigen derartige Wireless-Boxen natürlich eigene Endstufen, und hier konnte
man von verschiedenen Konkurrenzprodukten nicht lernen, wie es geht. Minimal
Endstufenleistungen waren keinesfalls dazu angetan, den anspruchsvollen
Surroundliebhaber glücklich zu machen. Außerdem - wirklich
"schnurlos" waren diese Lautsprecher auch nicht, denn ein in
freundlichem Schwarz oder liebevollem Weiß leuchtendes Netzkabel musste her, um
die Schallwandler zum Leben zu erwecken. Alles Lösungen, die nicht zur
Teufel-Produktphilosophie passen. Das Entwicklungsteam um Markus Romeis hält
nämlich nichts von halben Sachen, daher wanderten zunächst außergewöhnlich
leistungsstarke Endstufen in die beiden schlanken Säulen. Mit 240 Watt
Sinus-Power und 400 Watt Musikleistung werden sehr respketable Werte erreicht.
Und: Dank eingebautem, kraftvollen Akku braucht der M 720 FR Wireless genannte
Lautsprecher auch nicht permanent eine Steckdose und ein Netzkabel, sondern muss
nur zum Nachladen angeschlossen werden. Wir sind nun gespannt, wie sich Teufels
Hightech-System in höchster Ausbaustufe mit DSP-Sub und schnurlosen
Surroundboxen im Praxistest schlägt - lassen Sie sich überraschen.
Die Aufteilung unseres bislang umfangreichsten Lautsprecherset-Einzeltests:
Verarbeitung

Zu schade für den Testraum: Wir fotografierten das Theater
LT7 ausschließlich in Wohnräumen - denn sie machen sich in jedem Ambiente
bestens

An solchen Lautsprecher kann sich auch die Dame des Hauses
erfreuen

Die Detailverarbeitung ist ausgesprochen hochwertig - hier der
Centerlautsprecher

Kleiner Schönheitsfehler: Das gut eingepasste Ahorn-Profil
ist zwar mit hochwertigem Acryllack auf Hochglanz getrimmt - aber es besteht
nicht aus echtem Holz. Dafür ist das Aluminium massiv und gebürstet

Das Design der M 720 Säulenbox ist schlicht, zeitlos, zu
vielen Wohn-Ambiente passend und elegant

Hier nochmals ein detaillierte Blick aufs akkurat gebürstete
Aluminium. Das Frontgitter ist nicht abnehmbar und sehr sauber eingepasst

Die vier Standsäulen und der Center ruhen auf einem schweren
Fuß aus echtem Granit, was auch im Detail für Noblesse sorgt

Die Oberseite des Fußes ist behandelt und geglättet,
während die untere Seite unbehandelt ist

Ein typisches Teufel-Merkmal kennzeichnet auch das LT7-System:
Die gleichermaßen praxisgerechten wie optisch attraktiven
Lautsprecherkabel-Schraubverschlüsse mit Plexiglasummantelung

In qualitativ hervorragender Verfassung präsentiert sich der
M 7200 SW Digital. Durch das gefällige Material-Mix wird die Größe geschickt
kaschiert

Wir sprechen nicht nur von der ausgezeichneten
Verarbeitungsgüte des M 7200 SW - wir belegen unser Ergebnis in dieser
Teilwertung auch visuell. Auf diesem Bild ist gut zu erkennen, dass die
Spaltmaße akkurat und die verschiedenen Materialarten sehr gut zusammengefügt
sind

Diese Detailaufnahme von der Front beweist, wie exakt das
Front-Schutzgitter in den Profilrahmen eingefügt wurde

In Anbetracht solcher Spaltmaße dürfte mancher Konkurrent
vor Neid erblassen

Das gesamte Bedienfeld des Teufel-Woofers setzt Bestmarken. Wo
bei anderen aktiven Subwoofern mit EQ-Funktionen irgendwo auf der
Rückseite an Drehreglern herumhantiert werden muss, kann dies der
Teufel-Besitzer am Frontpaneel erledigen oder sich bequem auf die Couch setzen -
und alles mit der Fernbedienung erledigen
Die Verarbeitungsdisziplin endet für das Theater LT7 Wireless
mit einem großen Erfolg - alles wirkt edel und zugleich solide. Beginnen wir
mit den vier Standsäulen und dem Center, die zum größten Teil aus
gebürstetem Aluminium bestehen. Hier geht Teufel einen anderen Weg als Infinity,
das "Cascade" 5.2-Set kommt mit
furnierter Holzoberfläche. Auf jeden Fall ist festzuhalten, dass die Alu-Haut
sehr akkurat verarbeitet ist. Die Rückseite der Standlautsprecher besteht aus
einem holzartigen Profil, das mit Acryllack überzogen ist und wahlweise in den
Farben Schwarz oder Ahorn ausgeliefert wird. Durch den Lacküberzug bekommt das
Profil eine aktuell im Trend liegende, noble Klavierlack-Optik. Was wir
allerdings für eine echte Verbesserung bezüglich der Materialqualität
befürworten würden, wäre eine Verwendung von echtem Holz. Dies ist zwar nur
ein Detail, aber da man sich schon in einer höheren preislichen Liga befindet,
zählen auch derartige Einzelheiten.
Davon abgesehen kann die Verarbeitung auch in besagten
Einzelheiten überzeugen. So sind die Front-Schutzgitter sehr sauber eingepasst.
Wir würden uns allerdings wünschen, dass man diese Schutzgitter alternativ
noch in anderen Farben ordern könnte. So würde sich z.B. Silbergrau sehr gut
machen, auch ein ahornartiger Farbton sähe gerade zu unserer Ausführung mit
Ahorn-Profil-Rückseite sehr schmuck aus. Kommen wir von diesen kleineren
Kritik- zu wahren Glanz-Punkten - gemeint ist der edel wirkende
Lautsprecher-Standfuß aus echtem Granit. Anstatt irgendwelche schmucklosen
Kunststoff-Füße mit Metallkern zu offerieren, verwendet Teufel den teuren
Werkstoff Granit. Oben ist es behandelt, die Unterseite des Fußen ist hingegen
nicht geglättet, hier sieht der Fachmann gleich, dass es sich um echtes Granit
und nicht um ein Imitat handelt.

Die Sendeeinheit ist komplett in dieser aus Metall bestehenden
Box untergebracht

Massive Aluminiumfrontplatte
Auch ein freudiges Thema sind die
Lautsprecherkabel-Anschlussterminals. Durch ihre Plexiglasummantelung ist die
Optik sehr ansprechend, hinzu kommt, dass sie gut eingepasst sind und sich
leicht drehen lassen. Dass Teufel keine bi-amping-fähigen Anschlussfelder
verbaut hat, ist ein kleiner Nachteil. Sie sehen, wir sind sehr genau - auch bei
einem exzellenten System wie dem Theater LT7 finden wir verschiedene kleine
Verbesserungsvorschläge. Die beiden schnurlosen Surroundlautsprecher haben
folgerichtig keine Anschlussfelder für Lautsprecherkabel. Hier findet sich ein
kleiner Metallkippschalter zum Ein- und Ausschalten und ein kleiner
Kunststoff-Drückschalter für den Standby-Betrieb. Selbstverständlich setzt
Teufel bei diesem System auf eine Kaltgeräte-Netzsteckerbuchse. Die beiden
Wireless-Boxen werden von einer Sendeeinheit ergänzt, die sich in einem
komplett aus Metall bestehenden Kästchen befindet. Auch dieses ist prima
verarbeitet. Nur das mitgelieferte Cinch-Kabel, welches auf der einen Seite mit
den Surround-Vorverstärkerausgängen am AV-Receiver oder -Verstärker verbunden
und auf der anderen Seite in die Empfänger-Box eingeführt wird, ist von wenig
begeisternder Qualität.
Bilanzierend also kann man dem Theater LT7 Wireless ein
ausgesprochen erfreuliches Zeugnis ausstellen. Für den Kaufpreis wird
hinsichtlich der Verarbeitungs- und Materialqualität ein mehr als adäquater
Gegenwert geboten. Vergleich man andere Systeme, so spielen nur wenige in der
Liga des LT7. Zu nennen wären das TEST: Infinity "Cascade"
5.2-Set und auch das Nubert nuLine 120/CS-70/DS-60/AW-1500-System.
Das Infinity Cascade ist auch sehr gut verarbeitet, dem Sub fehlt es aber im
direkten Vergleich deutlich an der Liebe zum Detail (die Cascade Satelliten sind
verarbeitungstechnisch auf Spitzenniveau). Hier kann sich der M 7200 SW deutlich
besser in Szene setzen, wir kennen sogar nur wenige andere Subwoofer, die ein so
gefälliges und edles Design mitbringen. Diese Philosophie, herausragendes
Design in der LS-Oberliga zu bieten, steht auch noch nicht allzu lange auf den
Fahnen von Teufel: So ist z.B. das Teufel Theater 10
zwar ein exzellent klingendes, robustes Mehrkanal-Set, aber dass es sich bestens
im schicken Wohnambiente machen würde, wäre neu. Das oben genannte nuLine
System kann sich sehr gut behaupten - die Holzverarbeitung liegt auf dem Level
bester Möbelschreiner. Aber: Der besseren Hälfte beizubringen, dass das nuLine
120-Set zukünftig das mit Liebe gestaltete Wohnambiente bereichern wird,
könnte zu einem handfesten Krach führen. Die Berliner Klang-Skulpturen sind da
deutlich kompatibler auch zum Anspruchsgerüst weiblicher Surround-Liebhaber.
Sehr attraktiv präsentiert sich das Pioneer-Set,
bestehend aus S-H810V, S-C80 und S-W250 - die schlanken Standboxen sind auf
dem Level der M 720. Aber - wieder das übliche Problem - der aktive Subwoofer
kann nicht mit Teufels Edel-Bassisten mithalten. Nur der brillante SVS
PB12-Plus beziehungsweise SVS PB12-Plus/2 hat
hier eine Chance. Diese US-amerikanischen Spitzen-Subwoofer stecken viele
teurere Konkurrenten locker in die Tasche, was die Verarbeitung und die
Materialqualität angeht. Den hohen Wohnraum-Kompatibilitäts-Faktor des M 7200
SW haben die SVS-Boliden aber ebenso wenig wie das schmucke Display des
Teufel-Woofers, so dass sich der M 7200 SW hier insgesamt besonders hervortut
-erste Klasse aus Berlin und Verarbeitungsreferenz!
Übersicht:
(Noten: Ungenügend, mangelhaft, ausreichend, befriedigend, gut, sehr gut,
ausgezeichnet, hervorragend, perfekt plus alle Zwischennoten)
|
Merkmal
|
Teufel Theater LT7 wireless |
|
Erster optischer Eindruck
|
hervorragend
|
|
Oberflächenqualität
|
hervorragend
|
|
Qualität der Gehäuseecken
|
hervorragend
|
|
Qualität der Anschlussterminals
|
ausgezeichnet - hervorragend
|
|
Qualitätsniveau in Anbetracht des Kaufpreises
|
hervorragend
|
|
Fazit
|
Das Theater LT7 ist bilanzierend exzellent verarbeitet. Die
Kleinigkeiten, die noch zur Perfektion fehlen, sind zum einen zu
verschmerzen und zum anderen leicht zu ändern. Gesamtnote:
Hervorragend.
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