TEST: 2.1-System Teufel Concept C 2.1 USB
10.12.2006 (cr)


Einführung
Obwohl der PC gerade im multimedialen Zeitalter mehr und mehr an
Bedeutung gewinnt, präsentiert er sich in vielen Haushalten, Home Offices und
"richtigen" Büroräumen nach wie vor als akustisches Entwicklungsland. Zwar
ist das Angebot an akustisch orientierter Peripherie massiv angestiegen, jedoch
sehen viele nicht unbedingt den großen Nutzen, den die Anbieter von
Lautsprecher-Lösungen für den multimedialen Bereich gern vollmundig
versprechen - daher bleibt der Topf für Sonderinvestitionen zu und man nutzt
eben die quäkenden Lautsprecher, die im Monitor verbaut sind. Wenigstens gibt
es diese Art der unterdurchschnittlichen Beschallung gratis. Wenden wir uns nun
den Offerten zu, die im Handel feilgeboten werden. Hier gibt es bereits ab einem
Stückpreis von nur wenigen Euros aus Kunststoff bestehende Objekte, die optisch
in einigen Fällen sogar einem richtigen Lautsprecher gleichen, akustisch jedoch
praktisch ausnahmslos auf Experimentierkasten-Level stehen geblieben sind.
Selbst bei lautsprecherartigen Gerätschaften mit Stückpreisen von ca. 20 € ist man oft
überrascht, wie massiv bei der Konstruktion gespart wurde bzw. welche Arbeiten
dem Auszubildenden innerhalb der Boxen-Firma schon zugetraut werden. Genau
dieses oftmals mangelhafte Qualitätsniveau, erbarmungslos dokumentiert durch
ins Lächerliche gehende Angaben bezüglich der angeblichen Ausgangsleistung,
führt dazu, dass viele PC-Anwender kein besonders konsumfreudiges Verhalten an
den Tag legen und, besteht ein gewisser akustischer Anspruch, lieber den guten
alten Stereoverstärker mit dem PC analog verbinden und ältere Regalboxen daran
hängen.
Das alles muss jedoch nicht sein, zumal für irgendwelches ausladendes
HiFi-Equipment meist sowieso kaum Platz in PC-Nähe vorhanden ist. Also schaut
man auf die Website des
Berliner Lautsprecherherstellers Teufel, auf dem Gebiet von
Heimkino-Lautsprechern anerkannt performance-starker direktvertreibender
Anbieter. "Was fürs Heimkino gut ist, kann für die akustische
Belebung des Multimedia-PCs nicht schlecht sein" - wer nach dieser
Direktive verfährt, mit einem 2.1 System in vollaktiver Ausführung glücklich
wird und auf ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis achtet, wird mit
ziemlicher Sicherheit beim Concept C USB 2.1 für 119 € landen. Wir sind nun
gespannt, was das kleine Lautsprechersystem mit USB-Anschluss im Praxistest aus
unserem PC-Sound macht: Entsteht Konkurrenz zum Heimkino, oder ist der Sound
schlichtweg zum Einschlafen? Unser Test klärt auf.
Verarbeitung

Die Satelliten weisen eine schlichte Optik auf, sind aber frei
von Verarbeitungsmängeln

Das Anschlussterminal der Satelliten - etwas anderes als
Klemmanschlüsse kann man in dieser Preisklasse kaum erwarten

Akkurates Finish im Detail beim aktiven Subwoofer

Ordentlich verarbeitetes Panel an der Front des Subwoofers

Solide Standfüße des Concept C-Basslautsprechers
Enorme Raffinesse kann man von einem Angebot wie dem Concept C
2.1 nicht erwarten. Die gesamte Optik ist daher eher zweckmäßig denn nobel
gehalten, was allerdings nicht heißen soll, dass man dem kleinen Teufel-Set
verarbeitungstechnische Nachlässigkeit nachsagen kann. Alles wirkt robust und
langlebig, und durch die sehr sachliche Formgebung der Satelliten und des
Subwoofers stört das Concept C 2.1 eigentlich in keinem PC-Ambiente, es sei
denn, der jeweilige Anwender legt Wert auf ein ausgesprochen geschliffenes
Design. Nur eine etwas größere Farbauswahl wäre ein Tipp unsererseits an
Teufel, um das Concept C noch attraktiver zu machen.
Dass hinten am aktiven Subwoofer Klemmverschlüsse für den
Anschluss der Boxen ausreichen müssen, ist in dieser Preisliga nichts
besonderes, ebenso wenig wie das fest installierte Netzkabel. Prima sind die
beiden großen Drehregler für Subwoofer- und Satellitenpegel, hervorzuheben
sind auch die tadellosen Füße des Basslautsprechers, für diese Preisliga
absolut nicht selbstverständlich. Das Basschassis des Subwoofers ist sauber
eingepasst. Gesamtnote Verarbeitung: Gut - sehr gut.
Technik
Teufel steckt in die kompakten Satelliten keinen billigen
Breitband-Lautsprecher, sondern ein echtes 2-Wege-System, bestehend aus einem 80
mm Konus und einer 11 mm Kalotte. Ebenfall sind die Satelliten magnetisch
abgeschirmt, Wandhalter hat Teufel gleich mit integriert. Mit einer
langfristigen Belastbarkeit von 40 und einer kurzfristigen Belastbarkeit von 70
Watt werden für ein PC-System ausgezeichnete Werte erzielt. Mit Abmessungen von
9 x 12,4 x 10,50 cm (B x H x T) sind die Satelliten so klein, dass sie beinahe
auf jedem Schreibtisch Platz finden. Das Gewicht von 0,71 kg sorgt ebenfalls
für Aufstellungs-Flexibilität.

Eine sehr einfache Fernbedienung, die aber ihren Zweck
erfüllt, wird mitgeliefert

Der aktive Subwoofer arbeitet als Downfire (nach unten
abstrahlend) und verfügt über ein 20 cm-Chassis
Der aktive Subwoofer wird wahlweise über einen
Cinch-Stereo-Eingang oder über einen USB-Eingang mit dem PC oder dem Notebook
verbunden. Wählt man die USB-Anschlussvariante, ist eine Nutzung sogar ohne
Soundkarte im PC/Notebook möglich. Ein USB-Kabel liefert Teufel löblicherweise
gleich mit. Ebenfalls befinden sich 10 Meter Lautsprecherkabel (2 x 0,75 mm,
für die Leistungsliga des Concept C absolut ausreichend), ein Stereo-Cinchkabel,
ein Adapter Stereo-Klinke 3,5 mm auf 2 x Cinch und eine (sehr schlichte, aber
zweckmäßige) Fernbedienung im Lieferumfang.

Die Rückseite des aktiven Subwoofers

Praktisch: USB-Eingang

Pegelregler für Subwoofer- und Satellitenlautstärke
Im aktiven Downfire-Subwoofer mit 20 cm Basschassis sind alle
Leistungsverstärker, also auch die Endstufen für die beiden Satelliten. Die
Sinus-Ausgangsleistung beträgt immerhin 50, die Musik-Ausgangsleistung 100
Watt. Auch ein Phasenregler (0/180 Grad umschaltbar) ist mit an Bord, ebenso wie
eine Automatik-Betriebsart (auto on/off). Der Bassist kommt auf ein
Gewicht von strammen 9,6 kg und ist mit (B x H x T) 23 x 37 x 33,50 cm ohne
größere Schwierigkeiten unterzubringen. Insgesamt prima Technik und üppiges
Zubehör für wenig Geld - Gesamtnote ausgezeichnet.
Klang
Nun, dass Teufel gut klingende Lautsprechersysteme zu fairen
Kaufpreisen anbietet, ist nichts wirklich Neues. Daher dachten wir schon, dass
auch das Concept C USB 2.1 nicht einer völligen akustischen Enttäuschung
gleichkommen wird. Doch die Satelliten mit dem geringen Volumen, der recht
kompakte aktive Subwoofer und die Tatsache, dass 119 € Grundpreis einfach
nicht nach richtigem Hörvergnügen klingen, haben unsere Euphorie vor Beginn
der Testsequenzen doch merklich eingeschränkt. So legten wir Star Wars Episode
III - die Rache der Sith in unser DVD-Laufwerk und überprüften, was das
Concept C an Klangqualität herausholen kann. Bei diesem Film muss man nicht
lange warten, bis hart mit den Schallwandlern ins Gericht gegangen wird, denn
bereits die Anfangssequenz bietet ein breites Spektrum an massiver Effektgewalt,
das von schwierig akkurat zu managenden Hochton-Stakkatos bis zu brutalen
Tiefbass-Attacken reicht.

Die beiden Satelliten fallen durch ihre klare Wiedergabe
positiv auf

Der aktive Subwoofer ist für richtig spürbaren Schub gut
Das Erstaunen stand uns ins Gesicht geschrieben: Anstatt des
erwarteten Eindrucks - "schon in Ordnung, aber nichts, was für
Begeisterungsstürme sorgt" - waren wir ausgesprochen erstaunt, wie
energisch besonders der aktive Subwoofer, der zudem die Endstufen für die
beiden Satelliten beherbergt, zupacken kann. Keine Spur von mangelndem
Leistungsvermögen oder polterndem Klang, der kompakte Basslautsprecher erzeugt
einen richtig gut aufgebauten, klaren Bass - zudem ist der kleine
Downfire-Subwoofer auch noch kaum aufstellungskritisch. Nie kommt ein Gefühl
akustischer Ärmlichkeit auf - denn die beiden Mini-Satelliten leisten auch
wacker ihren Dienst ab und begeistern mit ihrer lebendigen Wiedergabe: Sogar im
kritischen Hochtonbereich wird einiges an Dynamik aufgeboten, was die
Eröffnungs-Weltraumschlacht dann zu einem echten Event am Computerschreibtisch
werden lässt. Die Stimmwiedergabe kann ebenfalls punkten. Obi Wans und Anakins
Stimme wird nicht nur relativ exakt platziert, sondern auch mit erstaunlichem
Charisma wiedergegeben. Nichts am Concept C USB 2.1 klingt somit nach einem
Lautsprecher-Ensemble, das nicht einmal 120 € kostet, alles wirkt erwachsen
und vollwertig - wie auch die gebotene Räumlichkeit der gesamten
Vorstellung.
Natürlich, das darf nicht verschwiegen werden, ein gutes
HiFi-2.1 Setup kann natürlich mehr. So hören Experten ein Klangloch zwischen
oberer Grenzfrequenz des aktiven Subwoofers und der unteren Grenzfrequenz der
Satelliten, welches sich nie ganz umgehen oder verleugnen lässt. Auch ist die
Grundtonwiedergabe bauart- und prinzipbedingt nicht besonders voluminös. Aber,
sehr geehrte Leserschaft, wir sprechen über ein sehr preiswertes System,
welches den akustischen Alltag am PC verschönern soll, und dies gelingt dem
Concept C nicht nur sehr gut, sondern auch besser als den meisten Konkurrenten.
Diese begeistern zwar meist durch ein ausgefalleneres Design, gerade bei
höheren Lautstärken ist aber sehr rasch das Ende der Fahnenstange erreicht -
während das Teufel-System dann noch fleißig weiterarbeitet und noch nicht
einmal durch Dynamikeinbrüche oder nachlassende Basskraft signalisiert, dass
man langsamer tun sollte. Somit ist klar - was die Güte der Filmtonwiedergabe
anbetrifft, kann man für den Kaufpreis eigentlich nicht mehr erwarten.
Als sehr löblich kann angesehen werden, dass das Concept C auch
bei der Präsentation von musikalischem Material mit verblüffender Performance
auftrumpft. Wiederum kann sich der kraftvolle Subwoofer sehr gut in Szene
setzen. Wer sich nach Stunden harter Arbeit, beispielsweise zur Erstellung einer
aufwändigen Power Point-Präsentation fürs nächste Meeting der Konzernspitze,
eine wohlverdiente Pause gönnt, kann sich, je nach Geschmack, Herrn Ramazzotti
fürs italienische Flair im tristen deutschen Arbeitsalltag, oder aber auch die
Herren Blank&Jones mit ihrem Können am DJ-Mischpult anhören - das
Teufel-System ist mit der nachdrücklichen, nie langweiligen Wiedergabe immer
auf der richtigen Seite. Man kann das Concept C auch problemlos im Hintergrund
laufen lassen, es klingt stets ausgewogen und angenehm, störende
Nebenerscheinungen wie enormes Dröhnen des aktiven Subwoofers oder blecherne
Zwischentöne der Satelliten leistet sich das Berliner 2.1-Paket nicht.
Besonders überraschend ist, ebenso wie bei der
Filmtonwiedergabe, wie gut das Concept C mit Stimmen umgehen kann. Sogar "ti
adoro" von Luciano Pavarotti kann man sich anhören - ein größeres
Kompliment kann man einem solchen System eigentlich kaum machen, ist doch sonst
der Konsum solcher musikalischer Höhepunkte, die reich an Stimmkunst sind, mit
kleinen Sub-/Sat 2.1-Ensembles eher eine Strafe denn ein Genuss. Der aktive
Subwoofer, der sich bei orchestralen Einsätzen mächtig, aber nie übertrieben
vordergründig ins Zeug legt, und die gleichermaßen lebendig wie harmonisch
abgestimmten Satelliten gehen hier eine treffliche Verbindung ein. Auch
"echte" klassische Musik wie Ludwig van Beethovens
"Pastorale" kann ohne Reue mit dem Teufel-System angehört werden.
Sogar die Streicher im Orchester werden für eine solche Offerte wahrhaftig
überzeugend wiedergegeben: Nie zu schrill, nie aggressiv, aber mit höchst
erstaunlicher Klarheit.
Das Concept C 2.1 spricht anspruchsvolle Gamer übrigens auch voll
und ganz an: Realistische Motorsounds, eine hervorragende Wiedergabe von
Fluggeräuschen, wiederum die sehr gute Stimmwiedergabe: Wer Autorennen,
Flugsimulatoren und ähnliches schätzt, kann sich freuen, denn mit dem
Teufel-System ist der Spielspaß durch die umfassende, authentische Wiedergabe
nochmals höher. Als Gesamtnote in der Disziplin Klang sichert
sich das Concept C USB 2.1 in der Kategorie Multimedia-Lautsprecher Mittelklasse
völlig verdient ein "ausgezeichnet".
Fazit
Das war wieder einmal ein typischer Teufel-Coup: Die optisch
unauffälligen, ja schon beinahe zu schlichten Satelliten und der nüchterne aktive
Subwoofer scheinen nicht für akustische Top-Leistungen geschaffen zu sein. Dann
allerdings erfolgt der Anschluss an den PC - der löblicherweise ganz bequem
über eine auf der Rückseite des Subwoofers beheimatete USB-Schnittstelle
erfolgt - und das Auditorium ist zutiefst überrascht: Was das Concept C USB 2.1
an Klangqualität offeriert, ist sehr deutlich mehr, als das, was man in dieser
Leistungsliga erwarten kann. Die ohne störende Begleiterscheinungen erzielbaren
Pegel sind enorm hoch, der gebotene Bass des
Downfire-Subwoofers so massiv, dass man zunächst beinahe zurückschreckt, wenn
man sich harmlos vor den PC setzt, um neben der Arbeit einmal musikalischem oder
cineastischem Material zu lauschen. Rasch ist man so gefesselt vom Sound des
Concept C 2.1, dass man sich ausschließlich dem Genuss widmet, den kleinen
Boxen lauscht und die Arbeit links liegen lässt. Ganz gleich, ob Musik oder
Filmton: Der klare, keineswegs gestresst-gepresste Klang, der aus den beiden
Miniatur-Satelliten kommt, ist erstaunlich vollwertig und durchgestuft.
Natürlich - mit dem Leistungsprofil, das sehr viel teurere, richtige HiFi
2.1-Lösungen offerieren, kann das Concept C 2.1 nicht mithalten. Das soll es
aber auch gar nicht - vielmehr ist es für den PC-Anwender mit einigem Anspruch
gedacht, der sich nicht durch quäkenden, nervenden Sound aus unzureichende
entwickelten Multimedia-Schallwandlern ärgern lassen möchte. Und wird sind uns
sicher: Für knapp 120 € wird es kaum möglich sein, auch nur eine annähernd
so gut klingende Alternative zu erwerben.
Teuflischer Sound für den PC: Mit Pegelfestigkeit und
vollwertigem Klangprofil wird der Concept C USB 2.1 die Herzen vieler Anwender
gewinnen

PC-Multimedia-System Mittelklasse
10. Dezember 2006
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Höchst erstaunliche Pegelreserven
+ Überraschend räumlicher Klang
+ Für ein System dieser Ausprägung sehr gutes Differenzierungsvermögen
+ Fürs Leistungsprofil enorm günstiger Kaufpreis
+ USB-Anschluss vorhanden
- Wenig aufregende Optik
Test: Carsten Rampacher
10. Dezember 2006
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