MESSEBERICHT: Weltneuheiten von der "Secret Hitech" in Bangkok

01.04.2006 (cr)

Neue Messen braucht die Welt - vor allem, wenn man bedenkt, wie rasend schnell die Entwicklung gerade auf dem Gebiet der Elektronik voranschreitet. Ganz gleich, ob AV-Technik, PCs oder Mobiltelefone, ganz gleich, ob konventionellere Ansätze, stetige Weiterentwicklungen oder völlig neue Integrationsansätze - beinahe täglich bereichern neue Hightech-Produkte den internationalen Markt. Und genau solche "Goodies" - ob man sie alle benötigt oder nicht, sei mal völlig dahingestellt - werden gerade in der thailändischen Hauptstadt Bangkok auf der "Secret Hitech", die 2006 vom 29. März bis zum 04. April erstmalig stattfindet, vorgestellt. Da es sich um absolut geheime Produktneuheiten handelt, die nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit, sondern nur einem auserwählten Fachpublikum als weltweite Premiere präsentiert werden, dürfen keinerlei Fotos geschossen werden. Was jedoch möglich ist, ist ein kurzer Bericht über die dort gezeigten Produkte. Wir haben die interessantesten Neuheiten für Sie, verehrte Leser, zusammengestellt.

Wir beginnen - man sollte es kaum glauben - mit einem deutschen Anbieter: Der renommierte Möbelhersteller Krone&Berger aus Oberammergau präsentiert auf der Secret Hitech das erste Wasserbett mit integriertem Siebenkanal-Surroundsystem. Auf Knopfdruck fahren die entsprechenden Lautsprecher beinahe lautlos hervor, mittels einem One Touch-Einmesssystem stellen sie sich innerhalb einer Minute, je nach Position des Hörers auf dem Bett, optimal ein. Ein parametrischer 9-Band-EQ sorgt für einen perfekt abgestimmten Sound. Die eingebaute Imperator Highend-Verstärkereinheit aus Italien stemmt souveräne 180 Watt pro Kanal (20 Hz bis 20 kHz), die Lautsprecher, vom Kleinserienhersteller Ballistic Sound Shooter (BSS Industries) aus Atlanta beigesteuert, sind mit einem Frequenzgang von 65 bis 60.000 Hz auch für DVD-Audio und SACD geeignet. Unter dem eigentlichen Bett ist auf einem separaten Zwischenboden ein aktiver Subwoofer montiert, der mit einem Frequenzgang von 20 Hz bis 180 Hz aufwarten kann. Der Sub, von den US-amerikanischen Profi-Soundtunern Clinton Brothers aus Ohio, birgt eine 650 Watt (RMS) starke Endstufe. Natürlich ist es mit einem Soundsystem nicht getan, das passende Bild und die passenden Zuspieler müssen auch noch hinzukommen. Das weiß man natürlich bei Krone und Berger, und der Entwicklungschef Winfried Klarwasser ist sehr stolz auf die besonderen Partnerschaften: "Nicht nur, dass wir die beste Endstufenfirma der Welt, Imperator aus Bologna, mit ins Boot bekamen, und dazu die Clinton Brothers sowie BSS - nein, unseren Blu-ray-Disc-Player, der zusammen mit einem 50 Zoll-Plasma an der Decke über unserem Bettensystem befestigt wird, haben die Australier von BluMaster Technologies für uns gebaut". BluMaster Technoligies ist eine hochspezialisierte Firma aus Canberra, die aus ehemaligen BBC-Mitarbeitern besteht und 2002 gegründet wurde. Vorteil des für Krone&Berger gebauten Players ist die "SmoothLace" De-Interlacingtechnologie, die auch aus herkömmlichen DVDs ein optimales Bild herausholen soll. Weiteres und absolutes Prunkstück ist der 50 Zoll-Plasma, der von der weitgehend unbekannten österreichischen Firma Karfiol, Kastlhuber und Dolomiti  (KDD AG) aus Innsbruck gebaut wird. Selbst das Panel fertigen die österreichischen Profis selber! Dazu Andreas Dolomiti, Entwicklungsleiter: "Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Krone&Berger, das rückt unseren Namen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Darum haben wir auch selber ein 1.920 x 1.080p fähiges Panel mit nativer Full HD Auflösung entwickelt, welches in Bezug auf Farbwiedergabe und Kontrast weltweit unübertroffen sein dürfte". Fachleute sprechen von 1 Billiarde darstellbaren Farben und einem sensationellen Kontrast von 18.000:1. Das Bett selber bietet eine Wasserkontrolle per Mini-TFT-Monitor, der gewünschte Härtegrad kann mittels des patentierten "Druck&Flex"-Mechanismus eingestellt werden. Der Rahmen ums Bett wird wahlweise in 15 verschiedenen Echtholzfurnieren geliefert. Günstig ist der Spaß natürlich nicht: Das Bett nebst Lautsprechersystem ist ab 55.000 € zu bekommen, das Plasma inklusive BluRay-Player kostet komplett als Deckenelement im vergoldeten Rahmen 36.000 €. Wahlweise ist der Rahmen gegen 10.000 € Aufpreis auch in Platin lieferbar, für einen Minderpreis von 6.500 € ist der Rahmen in Carbonoptik zu bestellen. Die lebenslange Garantie, der 24 Stunden-Vorort-Service und ein Aufbauservice sind in Anbetracht solcher als Selbstverständlichkeiten anzusehen. 

Der koreanische Mischkonzern Wang Dong Multi (WDM inc.), eigentlich eher bekannt für delikate Fisch- und Fleischkonserven sowie Hundefutter, hat ein Herz für Liebhaber erotischer Filme. Daher entwickelte die noch junge Elektronik-Abteilung die Weltneuheit "ErotiLight&Surround". Dahinter verbirgt sich ein aus mehreren Modulen bestehendes System, welches wir Ihnen kurz vorstellen möchten. Legt der Anwender in seinem Schlafgemach einen entsprechenden Erotik-Film in seinen DVD-Player, wird das "PowerShoot"-Modul unter dem Bett in Bereitschaft versetzt und schwingt im Rhythmus der im Film gezeigten erotisierenden Bewegungen mit. Dazu wird über einen beliebigen Cinchanschluss am AV-Receiver ein spezieller "ErotiDSP" angesteuert, ein flaches Kästchen, welches die Klangkulisse des Films mittels zweier Hochleistungschips optimiert. Zusätzlich sind rund um das Bildwiedergabegerät spezielle LEDs an der Wand zu befestigen, dieses "ErotiLight" stellt sich ebenfalls auf das im Film gezeigte Bewegungsmuster ein und produziert laut Hersteller "erregende, aufregende und tiefgehende Lichtwechsel der Extraklasse". Die Weltneuheit soll ab 2007 verfügbar sein, der Komplettpreis inklusive 5 Erotik-DVDs wird bei rund 450 € liegen. 

Von den Fidschi-Inseln kommt die nächste bahnbrechende Neuheit "LQTV", die Kurzform für "Low Quality Television", soll sich als Gegenpol zu HDTV etablieren. Dazu der Firmengründer Sinay Singh-al-Ferras: "Alle reden von HDTV, aber keiner von den immensen Kosten einer HDTV-Kette. Außerdem, wie uns beispielsweise das hoch frequentierte AREA DVD Forum beweist, sind Röhrenfernseher und Videorecorder noch lange nicht am Ende. Wir bieten allen kostenbewussten Anwendern daher optimale Komplettlösungen an". Kernstück von LQTV ist die neue digitale Videokassette "EconomyVision", auf die bis zu 500 Stunden Material aufgenommen werden können. "Auf einem 37 cm-Röhrenfernseher ist die Bildgüte enorm", verspricht Singh, "und dazu kostet eine Kassette nur 3 €". Die Abspiel- und Aufnahmegeräte, die ab dem 4. Quartal 2006 lieferbar sind, kommen auf ca. 120 €, ein entsprechender 37 Zoll Röhren-TV kalkuliert Singh mit 145 €. "Low Quality TV ist durch die nicht so scharfe Darstellung auch besonders augenfreundlich, das haben weltweit führende Augenärzte, darunter die deutsche Koryphäe Prof. Dr.Dr. Gandalf Blindfuss, mir bereits bestätigt". Wir warten gespannt auf die weitere Entwicklung von LQTV, angeblich will Singh auch schon weltweit 15 Sendeanstalten mit dabei haben - darunter auch "Television 1" aus Aserbaidschan - wir sprachen mit Programmdirektor Isokaukas Kaukasus: "Durch LQTV rechnen wir mit einem Einsparpotential von bis zu 65 %", frohlockt er.

Gerade die AREA DVD Hardware-Außendienstredaktion, bestehend aus den Herren Hermsen, Mette und Rampacher, kann ein Lied davon singen: "Die Radarfalle ist zu einer permanenten Bedrohung geworden", wird der Leiter des bayerischen Hauptstadtstudios von AREA DVD, Thomas "HiSpeed" Hermsen zitiert. Und Lars Mette, Verantwortlicher für die Bereiche Highend und Multimedia sowie Testleiter im Studio Baden-Württemberg, ergänzt: "Radarfallen repräsentieren das moderne Raubrittertum - überall wird abkassiert. Ich fahre mittlerweile schon 20 km Umweg, um an allen Radarfallen vorbeizukommen".  Für diese Herren bietet die Secret Hitech" auch endlich eine Lösung, denn die chinesische Firma "Ni Mehr Ra Dar" hat ein Handy mit integriertem Radarwarner und einem Laser-Controlling-System entwickelt, das sogar laserbasierte Geschwindigkeitsmesser aufspüren kann. Wir hatten bereits Gelegenheit, dieses System zu testen: "Unfassbar", so HiSpeed-Vorreiter Hermsen, "ich konnte noch rechtzeitig von 250 km/h auf die erlaubten 100 herunterbremsen, dank 'Ni Mehr Ra Dar wurde ich nicht geblitzt'". Das System ist in ein elegantes Quadband-Sliderhandy eingelassen mit Farbdisplay und 262.000 Farben Darstellung. Eine 5.1 Megapixel-Kamera sowie eine herausnehmbare 5 GB fassende Minifestplatte sind weitere Eckdaten. Auch SD-Cards können eingeschoben werden. Einziger Haken: Das Handy wird nur nach Kopie des KfZ-Scheins überhaupt an einen Kunden ausgeliefert. Dazu der Chef der "Ni Mehr Ra Dar", Feng Sun Dan Ko: "Was soll der Besitzer eines 160 km/h langsamen Autos mit unserem Highend-Gerät. Selbst, wenn er Höchstgeschwindigkeit seines Fahrzeuges ausfährt, verliert er höchstens in geschlossenen Ortschaften den Führerschein".  Besitzer richtig schneller Autos können sich glücklich schätzen: "Dank unserem 250 km/h +-Rabattsystem bekommen Fahrzeughalter, die nachweisen können, dass ihr Auto mehr als 250 km/h schafft, 20 % Rabatt auf das Handy und zusätzlich für 1 Jahr alle unsere Internet-Dienste freigeschaltet". Mitleid hat Feng mit Fahrern, die aufgrund von Blitzern ihren Führerschein verloren haben: Unter diesen potentiellen Kunden verlost er 20 seiner Hightech-Geräte, die für ca. 1.500 € ab Anfang Oktober 2006 in die Läden kommen sollen.

Text: Carsten Rampacher
01. April 2006

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