TEST: Quadral Aurum 970 schafft sensationelles Ergebnis! (1/2)

22.02.2006 (cr)



Einführung

Quadral Aurum sagt vielen Highend-Lautsprechern den Kampf an, denn die Hannoveraner Boxenschmiede bietet für 1.250 € den 3-Wege-Standlautsprecher Aurum 970 an, der mit ausgezeichneten Daten und aufwändiger Technik aufwarten kann. Das handgefertigte Bandpassgehäuse, der bewährte RiCom-Hochtöner und Quadrals "Altima" Konusmembranen sorgen für eine sehr gute Basis für klangliche Großtaten. Zwar ist der elegante Schallwandler in lediglich zwei Farben lieferbar, diese aber strahlen Gediegenheit und Noblesse aus. Wahlweise in furniertem Ahorn Champagner oder in Kirschholz-Furnier tritt das gute Stück den Weg zur Kundschaft an. Für die 970 sprechen auch die 10 Jahre Garantie und die Aussage Quadrals, dass die Box sehr hoch belastbar ist. Wir haben uns die Aurum 970 in Kirschholz in unser Studio liefern lassen - Spitzen-Sound zum günstigen Preis oder doch nur Mittelklasse-Klang? Wir haben für Sie genau hingehört. 

Verarbeitung

Die Verarbeitung der Kanten des Echtholz-furnierten Gehäuses ist ausgezeichnet

Auch hier sieht man die große Sorgfalt bei der Gehäuseverarbeitung - das sorgt für Top-Zensuren

Den ausnahmslos sehr hohen Qualitätsstandard zeigt auch die Einpassung des Mittelton-Chassis

Vor dem Hochtöner wurde extra ein Gitter angebracht, um einen effektiven Schutz gegen ungewollte Beschädigungen zu garantieren

Die exzellenten, natürlich bi-amping-fähigen Terminals sind leichtgängig und groß

Die Verarbeitungs-Disziplin endet für die Aurum 970 mit einem großen Erfolg, denn nirgendwo leistet sich der Lautsprecher Schwächen, sondern begeistert beispielsweise mit seinem hochwertig furnierten Gehäuse. Hier kann man ruhig genauer hinschauen - es wird sich nur noch mehr Freude als Ernüchterung einstellen, wenn man die präzise gearbeiteten Kanten unter die Lupe nimmt. Gleichermaßen exzellente Zensuren verdient sich die Genauigkeit, mit der Hoch- und Mitteltonchassis eingepasst sind. Nirgendwo finden sich störende Materialreste oder ungleiche Spaltmaße. Hier bietet Aurum einen Standard, der nicht nur in dieser Preisklasse beispielhaft ist. Wie viel Liebe zum Detail aufgebracht wird, beweist auch der mittels eines Metallgitters zusätzlich geschützte Hochtöner, so dass dieser nicht ungewollt, z.B. bei der Aufstellung der Box, beschädigt wird.

Als aus zwei Gründen vorteilhaft erweist es sich, wenn man die Lautsprecher-Bespannung abnimmt. Man kann so der akustischen Darbietung noch mehr Brillanz mit auf den Weg geben, doch auch aus optischer Sicht kann sich diese Maßnahme positiv auswirken, denn stilistisch moderner ausgerichtete Menschen werden diese Bespannung alsbald in die Rumpelkammer verbannen: Denn ein gewisses altmodisches, verstaubtes Flair geht von den allerdings sehr sauber verarbeiteten Bauteilen schon aus. Das ist insofern schade, da die Aurum 970 ansonsten eine zwar schon klassische, gleichzeitig durch die Form aber auch durchaus zeitgemäße und sehr noble Box ist. Dies wird ansonsten überall deutlich: Die Anschlussterminals, selbstverständlich vergoldet und bi-amping-fähig, sind mit durchsichtigem Kunststoffüberzug versehen und wirken dadurch sehr hochwertig. Sie sind ebenfalls außerordentlich leichtgängig und groß dimensioniert. So hat man weder Probleme, wenn man mit großen Kabelquerschnitten direkt hineingeht, noch Schwierigkeiten mit edlen Bananensteckern. Wir haben beide Varianten probeweise getestet. 

Sauber verarbeitete Bassreflexöffnung vorn unten im Gehäuse

Die Frontbespannungen besitzen einen etwas drögen Charakter

Vergleichen wir die Quadral mit Konkurrenten, so muss sie sich beispielsweise einem Produkt aus dem eigenen Hause stellen: Dem Standlautsprecher-Mastertest-Sieger Platinum M. Doch obwohl die Platinum M mit 1.699 €/Stück deutlich teurer ist als die Aurum 970 (1.250 €), muss sie sich geschlagen geben: So nobel, leichtfüßig und wie aus dem Vollen gefräst wirkt die Platinum nicht. Als Beispiele halten die schlichtere Gehäuseform und das einfachere Lautsprecherterminal mit normalen Schraubverschlüssen her. Dass eine Plexiglasabdeckung über dem Terminal ist, holt die Kastanien auch nicht mehr aus dem Feuer. Schauen wir uns den nächsten Konkurrenten an: Die Polk Audio LSi-15 kommt auf 1.099 € und ist in Bezug auf das Gehäuse sehr hochwertig verarbeitet. Hier ist es eine Frage des Geschmacks: Die Polk-Box wirkt technischer, eckiger, während die Aurum einen grazileren Eindruck hinterlässt - die Polk mimt den hochwertigen Synthesizer, und die 970 die noble Violine. Die Terminals der LSi-15 zum Einführen der Lautsprecherkabel sind allerdings Standardware, so etwas findet man auch in der 600 €-Preisliga (Preis pro Standbox) - siehe z.B. JBL Studio L. Kommen wir zu einem weiteren Kontrahenten, nämlich der wohlbekannten und gern gesehenen Nubert nuWave 125. Sie überzeugt mit ihrer sehr robusten, langlebigen Verarbeitung, selbst der harte Testbetrieb mit "Raumwechseln"  und häufigeren Transporten hinterlässt kaum Spuren. Der Preis dafür: So gediegen und edel wie die Aurum 970 wirkt die nuWave 125 nicht. Schon allein aufgrund ihrer immensen Größe sind hier die Bedingungen anders, was allerdings dafür sorgt, dass die nuWave 125 in akustischer Hinsicht mit erstklassiger Belastbarkeit und sehr kraftvollem Sound auftrumpft. Vergleicht man eine Magnat Quantum 908 für 1.749 € (Stückpreis UVP) mit der Aurum, sieht die Quantum eher alt aus: Zwar ist die Form der Box prinzipiell sehr interessant, aber die Verarbeitung im Detail sollte verbessert werden. 

Bewertung

Bemerkung: Wir vergeben eine Top-Note - denn das Finish der Aurum 970 ist ausnahmslos so gut, dass höchste Ansprüche problemlos erfüllt werden. 

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