TEST: Pure Acoustics Mars 5.0-Set (3/3)
- AV-Receiver/Verstärker: Onkyo TX-SR803E, für
Stereowiedergabe: Audio Analogue "Maestro"-Serie
- DVD-Player: Denon DVD-2910
- Bildwiedergabegerät: Toshiba 42WL58P
Klang

Im Stereobetrieb klingen die Mars-Frontlautsprecher
besser, als erwartet - mit dem kräftigen Bass und der insgesamt recht homogenen
Wiedergabe werden hier voll befriedigende Ergebnisse erreicht, gerade in
Anbetracht der Preisklasse
Bevor man in die Klangtestreihen einsteigt, muss man sich davor über die
Intention im Klaren sein, die das Testobjekt verfolgt. Ansonsten stellt sich
rasch ein falscher Eindruck ein. Bei einem 5.0-Lautsprecherset mit großen
Standlautsprechern vorn, das für einen Straßenpreis von 389 € erhältlich
ist, sind akustische Höhenflüge nicht möglich. Punkt. Das ist eine
Vorab-Feststellung, die schlicht und einfach getroffen werden muss, denn
aufgrund der schlichten Technik und den einfachen Gehäusen sind beispielsweise
eine sehr klare Hochtonwiedergabe, ein fein differenzierte Mitteltonbereich und
ein präziser, straffer Bass nicht realisierbar. Das günstigste System, welches
dies alles prima beherrscht, das dieses Repertoire beherrscht, ist das Teufel Theater 1,
und selbst dieses preislich günstige 5.1 Set ist mit 579 € knapp 200 €
teurer und spielt somit in einer anderen Liga. Das Teufel Concept R
ist preislich mit der Pure Acoustics-Offerte vergleichbar, aber ist auch ein
gutes Stück vom Theater 1 und dessen akustischer Reife entfernt. Genau hier
müssen wir auch beim Pure Acoustics Mars ansetzen. Man darf von einem solchen
Set erwarten, dass normale Ansprüche vollauf befriedigt werden: Ab und zu einen
5.1 Film anhören, der dann mit kräftigen Effekten und spürbarem Bass zum
Auditorium getragen wird. Mal ein Rockkonzert auf DVD einlegen, das mit
Nachdruck übertragen wird. Gerade viele jugendliche Hörer wollen gern laut und
effektstark hören - auf höchste Detaillierung und hochfrequente Brillanz
wird weniger Wert gelegt, und zudem fehlt oft das Geld für ein System mit
solchen Fertigkeiten. Hier könnte sich unser Test-System als Alternative
einbringen.
Nachdem nun das Soll, welches das Mars-Set zu erfüllen hat, festgelegt ist,
werden wir uns nun damit beschäftigen, wie die silberfarbenen Boxen mit unseren
Ansprüchen in den Testreihen zurechtgekommen sind. Und hier lässt sich
feststellen, dass auch akustisch unser Eindruck von einem
preis-/leistungsbezogen sehr guten Lautsprechersystem nicht gelitten hat.
Besonders überzeugen konnte der nachdrückliche Bass der beiden
Frontlautsprecher. Bei der Wiedergabe von Filmton war ein beachtliches
Bassfundament zu spüren (Beispiele: DTS Demo-DVD 9, "the Day after
Tomorrow", "Hero: Blue Room", DTS Demo 7: "Behind Enemy
Lines", Minority Report"), für denjenigen, der in erhöhter
Lautstärke actionreiche Filme anschauen möchte, ist das Gebotene auf jeden
Fall überzeugend. Wer viel Hörerfahrung mitbringt, entdeckt
verständlicherweise Schwachpunkte: So sind kleine Details, die in den
Explosionen bei "Behind Enemy Lines" enthalten sind, nicht hörbar,
dadurch verliert das Klangbild an gestalterischer Tiefe.
Auch wirkt der Bassbereich nicht überdurchschnittlich präzise, aber er
"macht was her". Wem es also in erster Linie um eine nachdrückliche
Wiedergabe geht, der wird mit den Resultaten zufrieden sein. Nun allerdings
kommen wir zu einer Überraschung: Der Hochtonbereich ist gar nicht so muffig
und belegt, wie wir es vermutet hätten. Dies kann man beispielsweise beim
Chronos-Trailer auf der 7. DTS Demo-DVD nachvollziehen. In dieser Sequenz gibt
es einige Hochtoneffekte, von denen wir erwartet hätten, dass sie schlicht und
einfach untergehen aufgrund mangelnder Differenzierungsfähigkeiten. Die Praxis
sieht erfreulicherweise anders aus, und nicht nur das: Das Mars-Set verwechselt
nicht eine prägnante mit einer aggressiv-schrillen Wiedergabe. Selbst bei
gehobener Lautstärke ertönt der Hochtonbereich noch sauber und mit
angemessener Betonung. Bleiben die Mitten - auch hier sind keine gravierenden
Mängel feststellbar. Die beiden Frontlautsprecher beherrschen, wie wir in den
Stereotestreihen festgestellt haben, problemlos eine tonal angenehme und nicht
überbetonte Mittendarstellung.

Der Center ist nicht eben üppig dimensioniert, gibt Stimmen
aber erstaunlich lebendig wieder
Kommen wir zum Center, der bei der 5.0-Nutzung einen wichtigen Part
übernimmt, schließlich muss er alles, was vorn aus der Mitte des Geschehens
kommt, ansprechend wiedergeben. Die Ergebnisse können als insgesamt absolut in
Ordnung eingestuft werden: Stimmen sind klar verständlich und gut aufgebaut.
Effekte, die vorn aus der Mitte kommen, werden mit guter Dynamik wiedergegeben.
Dass es hier nicht zu einer noch besseren Bewertung reicht, liegt daran, dass
der Center (was für die Preisklasse aber nicht wirklich verwunderlich ist)
nicht üppiger dimensioniert ist. Die spürbare Souveränität, die die beiden
Frontlautsprecher mit ihrem großen Gehäusevolumen aufbieten können, ist beim
Center nicht auszumachen. Er wirkt zwar nicht gequält, aber man spürt schon an
der etwas engen Effektdarstellung, dass gerade bei größerer Lautstärke das
Volumen nicht mehr ganz für eine raumfüllende Wiedergabe ausreicht.
Und wie sieht das Surround-Klangfeld aus? Solide Leistungen kann man von den
beiden einfach aufgebauten Lautsprechern auf jeden Fall erwarten, sie liefern
ein angemessen räumliches akustisches Erlebnis und bieten sogar eine relativ
facettenreiche Kulisse. Natürlich darf man nicht erwarten, dass auch kleine
Umgebungsgeräusche plastisch eingearbeitet werden, aber von einer platten,
langweiligen Darbietung ist das Resultat doch weit entfernt. Was sehr positiv zu
bewerten ist: Die Effektübergabe von hinten nach vorn oder von vorn nach hinten
funktioniert sehr harmonisch, so dass das Klangbild bei weitem nicht so
inhomogen und lückenhaft wirkt, wie es gerade bei günstigen Surroundsystem oft
herauszuhören ist. Ebenfalls lobenswert ist die Tatsache, dass das Mars-Set
problemlos auch in größeren Hörräumen um die 30 Quadratmeter einzusetzen
ist. Vergleich man diese Offerte aus dem Hause Pure Acoustics mit vielen
preisgünstigen Einsteiger-Sub/Sat-Systemen aus dem Elektroniksupermarkt, dann
können wir nur zum Kauf des Mars-Pakets raten, denn das dünne, unausgeglichene
Klangbild, das viele dieser Offerten mitbringen, ist hier überhaupt nicht
herauszuhören. Nur ganz wenige Systeme bieten zum vergleichbar niedrigen Preis
ähnlich viel, und nur ein System hält auf der ganzen Linie überzeugend
dagegen: Das Teufel Concept R,
das allerdings konzeptbedingt mit den schmalen Säulen vorn nicht ein so
homogenes Klangbild und so viel Räumlichkeit bietet wie das Mars-Set. Dafür
ist das Concept R raumökonomischer in Bezug auf die benötigte Stellfläche und
erreicht bei der akustischen Detaillierung eine bessere Bewertung. Der
technische Aufbau des Concept R fällt dann auch etwas aufwändiger aus, so dass
sich das Teufel-Set die insgesamt noch bessere Testbewertung sichern kann. Dass
sich das Mars-Set vom hierzulande noch beinahe unbekannten Anbieter Pure
Acoustics aber jetzt bereits als so hartnäckiger Widersacher herausstellt, ist
die große Überraschung dieses Tests.
Fazit:

Pure Acoustics führt sich mit einem gelungenen Testergebnis
als neuer Anbieter ein
Dass alles, was sehr preisgünstig ist, auch von minderwertiger
Qualität sein muss, widerlegt das Pure Acoustics Mars-System deutlich. Hier
bekommen gerade Einsteiger oder Anwender, die keine großen finanziellen
Reserven haben, voll auf ihre Kosten: Das Anhören von 5.1 Film- und
Musikmaterial wird nicht zur Qual, wie es sonst bei sehr preiswerten Systemen
leider oft der Fall ist, sondern bereitet durchaus Vergnügen, wenn normale
Ansprüche gestellt werden: Dann freut man sich über die kräftige
Effektwiedergabe und die erstaunlich räumliche Kulisse. Selbst der
Hochtonbereich ist voll befriedigend und sorgt nicht durch eine schrille oder
eine zu bedeckte Darstellung für Frustration bei der Hörerschaft. Alle
Komponenten des Mars-Sets passen prima zusammen, gerade das Zusammenspiel
zwischen den beiden großen Frontlautsprechern und den zwei Surround-Regalboxen
funktioniert erstaunlich gut. Etwas aus dem Rahmen fällt nur der relativ kleine
Center, in Anbetracht des Preislevels kann man aber auch hier nicht ernsthaft
Kritik üben: Erst dann, wenn deutlich erhöhte Pegel anliegen, wirkt der Center
in Bezug auf die Effektwiedergabe etwas zu ausdrucksschwach und schmal.
Technisch ist das Set einfach gehalten, verträgt sich aber sehr gut mit vielen
günstig zu erwerbenden Einstiegs-AV-Receivern, denn es stellt kaum Ansprüche
an die zuspielende Elektronik. Die Verarbeitung ist für den Preis ebenfalls
gut, so dass man insgesamt positiv überrascht vom Leistungsprofil des Pure
Acoustics-Sets sein kann: Wer für wenig Geld ein ausgewachsenes 5.0-System
sucht, das auch einen größeren Hörraum beschallt, einen kräftigen Bass
produziert und ansehnlich aussieht, sollte bei dieser Offerte zugreifen - denn
von den insgesamt unterdurchschnittlichen Leistungen vieler Einsteigerofferten
ist dieses Angebot meilenweit entfernt.
Wer für wenig Geld ein ausgewachsenes und erstaunlich gut
klingendes Mehrkanal-Ensemble sucht, kann beim Mars 5.0-Set sofort zugreifen

Einsteigerklasse
Test 07. Mai 2006
Preis-/Leistungsverhältnis           
Pro:
Contra:
-
Center etwas zu klein dimensioniert
-
Sehr kratzempfindliche Oberflächen
-
Passung der Anschlussterminals nicht perfekt
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Test: Carsten Rampacher, Thomas Hermsen
Redaktion: Carsten Rampacher
Testgeräte-Arrangements: Thomas Hermsen
Technikberatung und Pegeltest-Supervisor: Roland Klinke
07. Mai 2006
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