TEST: Pioneer PDP-506FDE - großes Bild in Spitzenqualität ? (1/3)

29. Juni 2006 (cr)

Flachbildschirme sind inzwischen relativ günstig geworden, selbst Geräte namhafter Hersteller müssen kein Vermögen mehr kosten. Allerdings beziehen sich diese Feststellungen auf Größendimensionen zwischen 26 und 42/43 Zoll. Wem die maximal 106/109 cm zu wenig sind, die 42- respektive 43-Zoll-Flatscreens zur Verfügung stellen, sieht sich einer finanziell äußerst unangenehmen Situation gegenüber gestellt: Für die 127 cm Bilddiagonale, die ein 50 Zoll-Flachbildschirm aufweist, werden im Vergleich zu 42/43-Zoll-Modellen teils sehr heftige Aufpreise verlangt. Summen ab 4.500 € stellen da keine Seltenheit dar. In Anbetracht dieser Tatsache muten die 4.799 €, die Pioneer für ein PDP-506FDE aufruft, nicht übertrieben an, denn Pioneers Plasmaflotte konnte sich bislang in allen unseren umfangreichen Vergleichstestreihen hervorragend profilieren, wie z.B. im Vergleichstest Panasonic TH-42PV60 vs. Pioneer PDP-436FDE/XDE zeigt. 

Das Pioneer-Logo stand bislang immer für hervorragende Bildqualität bei Plasma-Panels  - setzt der PDP-506FDE diese Erfolgsstory fort? 

Nun kostet ein 43-Zoll-Gerät - genauer gesagt der PDP-436 - in der umfangreichen XDE-Ausstattungsversion 3.799 €, wer 1.000 € mehr ausgibt, bekommt dafür das große Panel, allerdings nur in Verbindung mit dem spärlicher ausstaffierten Medienreceiver, was zusammen die PDP-506FDE-Version ergibt. Der PDP-505XDE kommt dann auf 5.299 €, was eine nicht unerhebliche Mehrinvestition darstellt. Für die 700 € Aufpreis ist schon ein ausgezeichneter DVD-Player wie der Denon DVD-2910 oder der Marantz DV-7600 in Reichweite. Wer also auf ein tragbares Verhältnis von Kaufpreis und Bildgröße gesteigerten Wert legt, sollte den PDP-506FDE in die engere Wahl ziehen. Mit einer Auflösung von 1.280 x 768 Pixeln ist das Panel geradezu prädestiniert für 720p (Auflösung 1.280 x 720 Pixel), es muss lediglich minimal skaliert werden. Erfüllt auch der 50 Zoll-Plasmafernseher die hohen Erwartungen, die wir an ein Pioneer-Produkt stellen? Die Antwort gibt unser nun folgender Testbericht. 

Verarbeitungsqualität 

Pioneer geht mit seinen Plasmabildschirmen den richtigen Weg, denn ein teurer Flachbildschirm soll nicht nur eindrucksvolle Bilder produzieren, sondern sich auch optisch gefällig in stilvolle Wohnlandschaften integrieren lassen. Daher glänzen - im wahrsten Wortsinne - Pioneers Plasmas bereits seit der vierten Generation mit ihrem klavierlack-schwarzen Rahmen. Der für den Rahmen verwendete Kunststoff ist ausgesprochen hochwertig, sollte aber aufgrund der bei so hochglänzenden Oberflächen systembedingt gegebenen Empfindlichkeit Kratzern gegenüber mit angemessener Vorsicht behandelt werden. Allerdings zeigt sich Pioneers hochwertiges Gehäuse nur bei wirklich fahrlässiger Behandlung als empfänglich für Schrammen. Im Vergleich zu vielen anderen, teilweise noch nicht einmal hochglänzenden Oberflächen ist die Widerstandsfähigkeit als tadellos einzustufen. 

Das Zubehör hält das hohe Qualitätsniveau des Panels in weiten Zügen. Der Mediareceiver, bei der FDE-Version mit nur geringem Silber-Anteil, ist ordentlich zusammengebaut. Kritikpunkt ist lediglich die etwas labil aufgehängte Klappe, unter der sich der Front-AV-Eingang befindet. Dieses Manko gilt aber auch für die XDE-Variante. Die Rückseite des Mediareceivers ist ordentlich verarbeitet, alle Anschlussterminals sind sauber eingefügt. Bei unseren PDP-506FDE-Testgeräten wählten wir die seitlich angebrachten Lautsprecher, die die Linie des Plasma-Gehäuses auf harmonische Art und Weise fortsetzen und ausgezeichnet verarbeitet sind. Auch die Befestigung der Boxen seitlich am Gehäuse sorgt nicht für Schwierigkeiten, sondern ist einfach zu bewerkstelligen und wirkt solide. Der Standfuß (für die Aufstellung auf einem Tisch oder einem Regal) des PDP-506 verdient diesen Namen auch wirklich und sorgt für sicheren, kippfreien Stand. Wählt man alternativ einen Unterbau für die Aufstellung auf dem Boden, kann die Material- und Fertigungsqualität ebenfalls überzeugen - was man in Anbetracht der kräftigen Aufpreise aber auch erwarten kann.  Im Vergleich zu vielen anderen Plasma- und LCD-Fernsehern offeriert Pioneer ein wahrlich hohes Niveau in nahezu allen Teilwertungen der Verarbeitungsdisziplin. Nur der Philips 50PF9967D ist ebenfalls sehr akkurat zusammengebaut, wirkt aber optisch nicht sonderlich elegant. Sein Design ist angestaubt und nicht mehr zeitgemäß. Dass es Philips viel besser kann, beweisen verschiedene aktuelle LCD-Modelle, die nicht nur hochwertig verarbeitet, sondern auch schick sind. 

Kommen wir zurück zum Pioneer PDP-506FDE, und leider müssen wir nun einen Kritikpunkt aufführen: Für ein 4.799 € kostendes Gerät ist die mitgelieferte Fernbedienung keine Offenbarung. Zwar gibt sich die Kunststoff-Oberfläche Mühe, nach Aluminium auszusehen, aber so ganz möchte dieses Vorhaben nicht gelingen. So können wir hinsichtlich der Materialqualität lediglich durchschnittliche Zensuren vergeben. Die Punktebilanz wird durch die ordentliche Verarbeitung etwas aufgebessert, alle Bediengruppen sind ordentlich eingebaut. 

Der solide Standfuß und das schlichte, elegante Design sorgen für viel Überzeugungskraft

Optisch gelungene Integration der Lautsprecher

Der dünne Rahmen aus hochwertigem Kunststoff in Klavierlack-Optik ist bereits seit der vierten Generation (2003) Merkmal der Pioneer-Plasmas und fällt bei den 6 G-Modellen nochmals schmaler aus

Auch aus seitlicher Perspektive saubere Verarbeitung des Lautsprechersystems

Optional liefert Pioneer anstatt eines Standfußes für die Tischmontage auch andere Unterbau-Möglichkeiten. Das im Bild gezeigte Modell ist ebenfalls ausgesprochen hochwertig verarbeitet

Der Mediareceiver der FDE-Version tritt optisch schlichter auf

Der silberne Standby-On-Knopf ist ein nettes Detail, die Lagerung der Klappe hingegen könnte noch hochwertiger ausfallen

Sichtbarer Unterschied: Die Fernbedienung der FDE-Modelle (oben) ist nicht so hochwertig wie die mit Aluminium überzogene Version (unten) der XDE-Variante

Übersicht:

Noten: Ungenügend, mangelhaft, ausreichend, befriedigend, gut, sehr gut, ausgezeichnet, hervorragend, perfekt plus alle Zwischennoten

Merkmal Gerät: Pioneer PPD-506FDE
Gehäusematerial Edles Klavierlackfinish, hochwertiges Material - der Pioneer präsentiert sich als waschechtes Oberklasse-Plasma. Gesamtnote: Hervorragend
Passgenauigkeit Der Pioneer glänzt in jedem Detail durch akkurate, saubere Umsetzung, daher wirkt das gesamte Gerät wie aus einem Guss. Gesamtnote: Hervorragend.
Integration der Lautsprecher Die separate Lautsprechereinheit (bei unserem Testgerät die seitlich montierten Boxen) ist hochwertig verarbeitet und fügt sich gut in die gesamte Optik ein - die an der Seite angebrachten Schallwandler wirken noch hochwertiger als der Unterbau-Lautsprecher. Gesamtnote: Ausgezeichnet - hervorragend. 
Einpassung aller Anschlüsse Auch der Pioneer-Mediareceiver gibt es keine Blöße, die Passungen sind ausgesprochen akkurat. Die FDE-Version ist aus verarbeitungstechnischer Sicht nicht schlechter, sieht lediglich etwas einfacher aus, weil der Silber-Anteil bei der Farbgebung geringer ausfällt. Gesamtnote: Sehr gut - Ausgezeichnet. 
Kabelaufnahme/Kontaktsicherheit der Anschlüsse Beim Pioneer gibt es keine Kritikpunkte, alle Interfaces geben auch hochwertigen Kabeln (die durch die Verwendung besonders nobler Materialien oft schwerer/sperriger sind) prima Halt. Gesamtnote: Ausgezeichnet. 
Qualität des Standfußes für Tischaufstellung/Qualität des Unterbaus für Bodenaufstellung Das große 50 Zoll-Plasma wird vom Standfuß souverän getragen. Die hochwertige Verarbeitung und die stimmige Optik des Standfußes sorgen für viele Punkte auf dem Pioneer-Konto. Der Unterbau für die Positionierung direkt auf dem Boden bietet ebenfalls sicheren Halt und besticht mit ausgezeichneter Verarbeitung, auch wirken die verwendeten Materialien hochwertig. Gesamtnote: Ausgezeichnet. 
Qualität der mitgelieferten Fernbedienung Die Fernbedienung der FDE-Version stellt kein qualitatives Highlight dar, auch wenn die Kunststoff-Oberfläche Aluminium vorgaukeln möchte. Gesamtnote: Befriedigend - gut
Fazit Der Pioneer bietet eine restlos überzeugende Verarbeitungsqualität. Besonders die XDE-Version überzeugt auf allen Gebieten, denn die in dieser Variante mitgelieferte Fernbedienung gehört zu den besten und hochwertigsten Controllern, wie wir in dieser Preisklasse kennen. Gesamtnote FDE: Ausgezeichnet - hervorragend, Gesamtnote XDE: Hervorragend. 
Technologie/Ausstattung

Panel-Technologien:

  1. "Direct Colour Filter": Wird als weltweit erster "Film Type"-Front-Filter direkt auf das Plasma-Display aufgetragen. Vorteile dieser mit der 5. Plasmageneration eingeführten Technologie sind ein besserer Kontrast in hellerer Umgebung - Pioneer spricht von 20 Prozent Steigerungsrate gegenüber den G4 Modellen -, eine höhere Farbreinheit, eine Reduzierung der Reflexionen durch weniger Übergänge (Glas, Luft) und eine höher liegende Kantenschärfe. Hinzu kommen eine Gewichtsreduzierung und eine Reduzierung der Tiefe des Plasmadisplays. Während die beiden letzten Parameter zwar sicherlich auch ganz interessant, für den wahren Home Theatre-Fan jedoch nicht unbedingt maßgeblich sind, sorgen die weiteren Vorteile für eine deutliche Steigerung des visuellen Genusses, da auch unter ungünstigem, seitlichen Blickwinkel sich keine Reflexionen bilden.
  2. Black Crystal Technologie bei 6. Panel-Generation (komplett neu entwickeltes Panel): Der "Emission Chrystal Layer" ist direkt auf der Innenseite des Panels aufgebracht. Eine spezielle Zellstruktur garantiert eine exzellente visuelle Qualität. Durch die effektive Erzeugung der benötigten UV-Strahlung für eine Erhöhung der Leuchtdichte wird eine höhere Helligkeit in Verbindung mit einem geringeren Stromverbrauch realisiert. Ein 3-fach schnelleres Ansprechverhalten bei der Zellentladung ("Single Side Driving") senkt den Energieverbrauch. Die Leuchtdichte beträgt 2.2 lm/W. Die besonders stabile, optimierte Zellentladung sorgt für eine tiefere Schwarzwiedergabe. Ein scharfes, kontrastreiches Bild ohne unerwünschte Abstrahleffekte ist die sichtbare Folge. 
  3. 7,08 Mrd. darstellbare Farben 

Bildverbesserungs-Technologien:

  1. Bildtechnologie-Konzept Pure Drive 2 mit folgenden Schwerpunkten:

    • 3D Y/C-Trennung für PAL-Signale

    • Verbesserte Farbtrennung bei feinen Strukturen

    • Flex Clear Drive

    • Erweiterung der darstellbaren Graustufen

    • Active Dynamic Range Expansion

    • Dynamische Einzelbildanalyse mit Auswertung
      des Histogrammes zur Optimierung von 
      Helligkeit, Kontrast, Abstufungen im Graubereich.

    • Weitere Funktionen des Pure Drive 2:

    • Farbtemperatur-Kontrolle

    • Einstellung der Farbtemperatur (autom./manuell)

    • Digital CTI

    • Verbesserung der Übergänge bei Farbwechseln
      Farben-Management für eine individuelle Anpassung
      der Grundfarben ohne gegenseitige Beeinflussung.

     

  2. ISF (Imaging Science Foundation)-Kalibrierung mit Tag- und Nachtmodus: Pioneer hat hier etwas völlig Neues eingeführt: Nämlich eine Kalibrierung des Bildes vor Ort durch einen Fachmann. Somit erhält der Käufer ein perfekt für die Verhältnisse im betreffenden Aufstellungsraum kalibriertes Plasma. Der Kunde hat die Möglichkeit, sich eine Einstellung für den Betrieb unter externem Lichteinfluss (Tag) und sich ein zweites Setting für den Betrieb im dunklen Raum oder am Abend (Nacht) justieren zu lassen.  Die Vorteile des ISF Modus liegen auf der Hand und sorgen zudem dafür, dass auch der richtige FACH-Handel wieder zurück ins Spiel findet, denn hier kann er einen Zusatz-Service für den Plasma-Kunden anbieten für eine perfekte Display-Kalibrierung. Mit einer Tag- und einer Nachteinstellung soll ein besonders gut an die Umgebungsbedingungen angepasstes Bild geboten werden. 

Zoom-Modi für eine optimierte Bilddarstellung:

  1. 4:3: Normale 4:3 Bildanzeige
  2. VOLL 14:9: Vollbild im 14:9 Format, links und rechts mit sichtbaren Balken
  3. KINO 14:9 : 14:9 Modus, bei dem auch 2,35:1 Material 1:1, d.h. mit zusätzlichen schmalen Balken oben und unten, nativ dargestellt wird.
  4. BREITBILD
  5. VOLL
  6. ZOOM 
  7. KINO 16:9

Tabellarische Ausstattungsübersicht:

Merkmal Gerät: Pioneer PDP-506FDE
Größe 50 Zoll (127 cm Bilddiagonale)
HD ready-Zertifikat ja
Auflösung (in Pixeln) 1.280 x 768
Helligkeit 1.100 cd/2
Kontrast 4.000:1
Abschaltautomatik/Timer ja
Video-EQ:
Vorprogrammierte Bildfelder ja (Standard, Dynamisch, Film, Spiele, Anwender/hier erstellt man sich per Video-EQ eine eigene Justage)
Kinomodus: ja
Manuelle Einstelloptionen:
Schärfe/Helligkeit/Kontrast/Farbwiedergabe ja
getrennte Schärferegler mittlerer/hoher Bildfrequenzbereich nein
Adaptive Bildschärfereglung nein
Konturenoptimierung bei Bilddetails nein
Allgemeiner Rauschfilter ja
Digitalrauschfilter (MPEG)/Farbrauschfilter nein/nein
Adaptiver Rauschfilter  nein
Gammakorrektur/selbst programmierbare Gammakurve nein/nein
Schwarzpegeleinstellung nein
Weißpegelabgleich nein
Einstellbare Farbtemperatur ja (Hoch, Mittelhoch, Mittel, Mitteltief, Tief)
Individuell regelbares Farbmanagement ja
PC-Eingang mit Einstellungen/Bildformate/Features FDE-Modell ohne PC-Eingang
Klang:
Musikleistung des eingebauten Verstärkers 2 x 13 Watt
Möglichkeit zum Anschluss eines aktiven Subwoofers Nein
Klangeinstellmöglichkeiten Höhen/Mitten/Bässe ja/nein/ja
Equalizer zur Programmierung eigener Klangfelder nein
Virtuelle Surrounderzeugungssysteme SRS
Systeme für verbesserte Höhen-/Basswiedergabe TruBass
TV-Funktionen:
Analoger/digitaler Tuner ja/nein
Doppeltuner (für die zeitgleiche Darstellung von 2 Programmen z.B. bei PiP) nein
Automatischer Sendersuchlauf ja
Programmspeicherplätze 99
Electronic Program Guide (EPG) nein 
Videotext/TOP Videotext ja/ja
Seitenspeicher 2.500
PAL/NTSC/Multinorm ja
Bildschirmdarstellung Bild/Videotext zusammen  ja (teilbarer Bildschirm)
Multi-Picture nein
Eingebauter Satellitenreceiver nein
Fazit:  Die FDE-Version ist prima ausgestattet, wenngleich hier ein PC-Input fehlt. Sehr positiv zu bewerten sind die umfangreichen Bildeinstellmöglichkeiten inklusive Farbmanagement. Sogar verschiedenen De-Interlacing-Modi bietet der interne De-Interlacer. Gesamtnote: Ausgezeichnet

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