TEST: Pioneer VSX-416, VSX-516 und VSX-916 (7/7)
Für ein schönes Foto bauten wir alle drei Pioneer
übereinander auf
Test-Atmosphäre
Exakte akustische Analyse
| Klanglicher Faktor |
Pioneer VSX-416 |
Pioneer VSX-516 |
Pioneer VSX-916 |
| Pegelfestigkeit |
Das ist eine Überraschung: Der
kleinste der drei AV-Receiver gewinnt souverän die
Pegelfestigkeits-Wertung, seine Schutzschaltung ist weitaus weniger
sensibel ausgelegt. Wir haben alle AV-Receiver im Fünfkanalbetrieb
getestet, im Sechs- oder Siebenkanalbetrieb wäre die Überraschung nicht
so groß gewesen, da VSX-516 und VSX-916 mit praktisch identischem
Stromversorgungs- und ELKO-Setup eine bzw. zwei Endstufen mehr versorgen
müssen und der VSX-416 lediglich fünf Endstufen zu "füttern"
hat.
Aber unter identischen Bedingungen ist wirklich erstaunlich, wie gut sich
der 416 schlägt: Auch noch bei wirklich hohem Pegel setzt sich
der 220 €-AV-Receiver nachdrücklich durch. Nur der Hochtonbereich wird
ein wenig aggressiver, aber der Bass packt immer noch fest zu. Damit wird
der VSX-416 zum Preis-/Leistungsgeheimtipp, sollen für wenig Geld
kräftige Pegel gefahren werden. |
Der VSX-516 leidet bei der Bewertung
der Pegelfestigkeit unter seiner viel zu früh eingreifenden
Überlastungs-Schutzschaltung. Bereits bei - 23 dB (Mehrkanal-Stereo) bzw.
bei - 21 dB (dts Neo:6. Dolby Digital 5.1) schaltet sich das Gerät ab.
Bis zum Erreichen des Abschaltpunktes war der Sound auch bei kräftigerer
Lautstärke angenehm und klar strukturiert, aber nicht so gelassen wie
beim VSX-916. |
Der Pioneer VSX-916 schaltet sich
später ab als der VSX-516. Bei - 17 dB war hier in allen Betriebsarten
Schluss. Auch wenn wir der Überzeugung sind, dass noch mehr ginge und
dass die Schutzschaltung auch hier übervorsichtig agiert, so kann man
doch mit dieser Empfindlichkeit weitaus besser leben als beim VSX-516,
hier ist der Eingriff entschieden zu früh. Der VSX-916 erzielt auch
bei größeren Lautstärken noch eine nachdrückliche Effektwiedergabe und
einen kraftvollen Bass, auch in größeren Hörräumen. |
| Erwärmung |
deutlich spürbar |
deutlich spürbar |
deutlich spürbar |
| Filmton Mehrkanal |
Der kleine Pioneer bot hier eine
weitere handfeste Überraschung. Handzahme Langeweile verbreitet er in
keiner Szene. Gerade bei effektgewaltigen Filmen wie "Star Wars
Episode III" weiß er durch kräftigen Bass und guten Raumeindruck zu
überzeugen. Nicht ganz seine Domäne, dies ist aber in Anbetracht des
Preises kein Problem, ist eine sehr differenzierte Stimmwiedergabe.
Stimmen werden zwar gut verständlich präsentiert, aber die
Herausarbeitung charismatischer Merkmale ist lediglich durchschnittlich.
Der Hochtonbereich neigt erst sehr spät dazu, eine leicht aggressive
Tendenz zu zeigen und bleibt lange klar und gut aufgebaut. |
Der VSX-516 kann sich nicht vom
VSX-416 absetzen. Er wirkt nicht kraftvoller und entfaltet auch kein
besseres Raumgefühl. Stimmen werden ebenfalls klar verständlich
wiedergegeben, wie beim VSX-416, aber die Detaillierung stimmeigener
Charakteristika ist nicht besser. Insgesamt kann man sich, braucht man
nicht unbedingt den 6. Kanal, die 80 € Aufpreis sparen. Die sind
sinnvoller angelegt, wenn man sich zum VSX-416 den überzeugenden
Pioneer DV-393 dazukauft. |
Der VSX-916 spielt akustisch in einer
ganz anderen Liga als die beiden kleineren Modelle. Er agiert so gekonnt,
dass er nicht nur die 100 € Mehrpreis zum VSX-516 locker Wert ist -
vielmehr setzt er selbst manchen Konkurrenten der 600 €-Liga mit seinem
gleichermaßen kultivierten wie kraftvollen Auftritt massiv unter Druck.
Überall liegt dieses Ausnahme-Talent weit jenseits des Klassen-Niveaus
der 400 €-Liga: Der 916 detailliert deutlich besser, hat einen frischen,
lebendigen Hochtonbereich und drückt Effekte mit Wucht in den Hörraum.
Selbst ohne aktiven Subwoofer, mit potenten Standlautsprechern, agiert er
souverän und gekonnt. Somit bleibt kein Zweifel: Der VSX-916 hat das Zeug
zum Überflieger. |
| Musik Mehrkanal |
Der VSX-416 erreicht bei der
Mehrkanal-Musikwiedergabe für seine Preisklasse sehr respektable
Ergebnisse. Präzision und Detaillierungsvermögen sind voll befriedigend,
das Raumgefühl kann man sogar mit "gut" umschreiben.
Etwas schwierig wird es für den kleinen Pioneer, wenn viele Instrumente
z.B. eines großen Orchesters zusammen spielen. Dann fällt es ihm schwer,
die einzelnen Profile der Instrumente herauszuarbeiten, und gleichzeitig
ein homogenes akustisches Ganzes zu formen. Für Einsteiger ist die
gebotene Leistung aber in jedem Falle absolut in Ordnung. |
Der VSX-516 bietet ein
Leistungsprofil auf dem Level des kleineren VSX-416. Nirgendwo kann er
eigene Akzente setzen, sondern lässt es wiederum zu, dass sich der
VSX-916 problemlos absetzt. Obwohl bei solchen preiswerten AV-Receivern
eigentlich nur geringe technische Unterschiede zwischen den einzelnen
Modellen vorhanden sind, beweist der VSX-916, wie groß die akustischen
Differenzen ausfallen können: Er spielt deutlich klarer, detailliert
hörbar besser und formt eine viel tief gehendere Struktur als der
oberflächlicher und lustloser agierende VSX-516. |
Dass es sich beim VSX-916 um ein
außerordentlich gutes Gerät handelt, macht auch die ansonsten bei
günstigen AV-Receivern kritische Beurteilung der Leistungen im
Mehrkanal-Musikbetrieb deutlich. Bei der "Jarre in China"-DVD
schaltet man den EQ aber besser ab und genießt "pur". Dann
freut man sich über das lebendige, erstaunlich emotionale Klangbild.
Spontan würde man diese Leistungen eher einem 600 €-AV-Receiver
zuordnen, denn auch Kennzeichen ansonsten höherer Preisklassen wie
räumliche Durchzeichnung, Detaillierung im Surround-Bereich und akustisch
homogene Verteilung sind beim VSX-916 von tadelloser Güte. |
| Surround-Aufpolierer/DSPs |
Der VSX-416 bietet keinen DTS
Neo:6-Decoder auf, da dieser den Modellen mit DTS-ES vorbehalten
ist. Auch PLIIx ist nicht mit an Bord, daher muss PLII reichen. Doch
erstaunlicherweise klingt der kleine AV-Receiver im PLII-Music-Betrieb gar
nicht mal schlecht. Das ist besonders darum überraschend, weil der
VSX-916 beim Vergleich der Music-Programme in Neo:6 hörbar besser klingt.
PLII wirkt beim kleinen VSX-416 sehr harmonisch, klar und homogen, so dass
man nirgendwo ernsthaft Kritik üben kann. Er klingt sogar ausgewogener
als der VSX-516 in Neo:6 Music und deutlich gefälliger als der VSX-516 in
PLIIx Music. |
Auch in dieser Teilwertung kann der
VSX-516 nicht aufholen. Er muss sich sogar knapp dem VSX-416 geschlagen
geben, da dieser stimmiger klingt und eine ausgewogenere Gesamt-Balance an
den Tag legt. Beim 516 fehlt der letzte Schuss klanglicher Harmonie, so
wirkt alles etwas aufgesetzt und nicht ganz fertig. Neo:6 Music ist die
bessere, weil klarere Alternative, PLIIx Music agiert zu dumpf. Die DSPs
kommen, trotz beinahe identischem Aufbau der DSP-Sektion, beim 516 weniger
gut zur Geltung als beim 916. Das Klangbild ist zwar räumlich auch hier
tadellos, aber die Gesamtcharakteristik macht einen verhangeneren und
indirekteren Eindruck. |
Pioneer Advanced
Surround-Betriebsarten agieren erstaunlich gekonnt, besonders in Bezug auf
die räumliche Darstellung werden prima Resultate erreicht. Man hat das
Gefühl, in einem großen Raum zu sitzen, allerdings
"verschwimmen" keine akustischen Elemente, sondern werden
überraschend klar und gut ortbar platziert. DTS Neo:6 Music weiß
ebenfalls zu gefallen, vor allem die natürliche, differenzierte
Wiedergabe überzeugt. PLIIx Music ist nicht unbedingt der Weisheit
letzter Schluss. Hier wirkt der Bass zu vordergründig und zu dick
aufgetragen, die Stimmwiedergabe rückt zu stark in den Hintergrund, und
der Hochtonbereich ist belegt. Wählt man PLIIx Movie, ändern sich die
Vorzeichen: Mit dichter Räumlichkeit und voluminöser
Surround-Klangcharakteristik werden hier hörbar bessere Ergebnisse
erzielt als beim schmaler auftretenden Neo:6 Cinema. |
| Stereo-Wiedergabe |
Für einen knapp 220 € kostenden
AV-Receiver ist das Ergebnis in der Stereo-Disziplin in Ordnung. Der
VSX-416 bietet eine solide Klangcharakteristik, der nachdrückliche Bass
ist von befriedigender Präzision. Der Raumeindruck ist ebenfalls
befriedigend. Was man bei einem Gerät dieser Preisklasse nicht erwarten
darf, ist ein Loslösen des Klangbildes von den Lautsprechern. Ein
Großteil der Akustik konzentriert sich daher auf die unmittelbare Nähe
der Boxen. |
Der VSX-516 schafft es auch hier
nicht, mit besseren Ergebnissen zu dienen als der VSX-416. Das Klangbild
wirkt kräftig, aber die Detaillierung ist nur ausreichend. Daher wirkt
die Musik distanziert, der Hörer schafft es nicht, in ihr aufzugehen.
Dass für nur wenig Geld mehr deutlich mehr Performance möglich ist,
beweist wiederum der VSX-916. |
In dieser Disziplin kann man nur
wiederum überrascht sein, so klar und erwachsen klingt der nicht einmal
400 € kostende Pioneer. Wir warteten nach den bisherigen überzeugenden
Leistungen auf einen Einbruch in der Stereo-Disziplin, aber dieser blieb
aus. Vielmehr setzte sich der Alleskönner mit einem fundierten, soliden
und sogar recht dynamischen Klangbild ausgesprochen erfreulich in Szene.
Sogar das gehörte Raumgefühl ist prima. Natürlich, dies wollen wir
nicht verschweigen, für anspruchsvolle und anspruchsvollere Stereohörer
sind derartig preiswerte Geräte nicht geeignet. Für gelegentliche
Stereo-Hörer jedoch bietet der 916 ein prima Potential. |
| Fazit |
Der kleine VSX-416 ist akustisch für
seinen Mini-Kaufpreis eine ausgesprochen gute Wahl. Bei der Bewertung der
Pegelfestigkeit schlägt er seine durch übervorsichtige
Überlastungs-Schutzschaltkreise eingebremsten Brüder, und in allen
klanglichen Disziplinen hält er den Abstand zum VSX-516 so gering, dass
dieser seinen Aufpreis aus klanglicher Sicht (die Mehrwert-Ausstattung mal
außen vor gelassen) kaum Wert ist. Bei den Surround-Aufpolierern
zieht der VSX-416 sogar am VSX-516 vorbei. Mit dem kräftigen und fundierten
Sound verdient sich der VSX-416 tadellose Zensuren und sichert sich den 2.
Platz im "Geschwisterkampf". |
Der VSX-516 kann nicht auf der ganzen
Linie überzeugen. Er ist nicht in der Lage, sich vom VSX-416 abzusetzen,
gleichzeitig aber spielt der VSX-916 weitaus besser, als der Aufpreis von
100 € für das teurere Modell suggeriert. Daher lautet unser Tipp aus
akustischer Sicht: Entweder den VSX-416 nehmen, oder aber gleich den
VSX-916. |
Der Pioneer VSX-916 konnte rundherum
überzeugen. Zwar sollte auch hier die Schutzschaltung etwas später
eingreifen - zum Zeitpunkt des Eingriffs agiert der 916 noch ohne hörbare
akustische Einschränkungen - ansonsten jedoch zeigt Pioneers
Neuerscheinung höchst beachtliche Qualitäten. Im Vergleich zum
Vorgänger ist der VSX-916 kultivierter geworden und damit auch prima zur
Wiedergabe mehrkanaliger Musik geeignet. Es darf sogar Klassik oder Jazz
sein, der 399 €-AV-Receiver sorgt stets für ein angenehmes Klangbild,
das sogar mit guter Detaillierung positiv auffällt. Bei der
Filmtonwiedergabe agiert der VSX-916 sehr nachdrücklich und baut eine
dynamische Surround-Klangkulisse auf. Überrascht hat uns das
kostengünstige Gerät mit tadellosen Stereo-Qualitäten und seinem sehr
lebendigen Neo:6-Music-Klang. |
Konkurrenzanalyse
Bei dem Vergleich mit weiteren Konkurrenten hinterlässt der
VSX-916 einen ausgezeichneten Eindruck. Er agiert klarer und kultivierter als
sein Vorgänger VSX-915, ohne
aber weniger Durchsetzungsvermögen mitzubringen. Er schafft gekonnt die
Balance zwischen nachdrücklicher Wiedergabe und erstaunlich guter Detaillierung
kleiner Einzelheiten. Mit dieser Mischung setzt der neue VSX-916 nun die
Messlatte seiner Preisliga. Wir müssen allerdings hinzufügen, dass sich unsere
Konkurrenzbeobachtungen auf die "Vorjahreskollektion" beschränken
müssen, da Pioneer als erster Anbieter Tests der neuen 2006er Modelle möglich
machte, heißt es für eine endgültige Einstufung noch: Abwarten, bis die
Testberichte aller Kontrahenten der 2006er Produkt-Portfolios online sind.
Tendenzen lassen sich freilich auch jetzt schon ausmachen: So schlägt der
VSX-916 einen Onkyo TX-SR503E durch
seine nachdrücklichere Kraftenthaltung, gleichzeitig detailliert der Pioneer
genauso gut. Auch ein für sich betrachtet nach wie vor tadelloser Kenwood KRF-V7090D
muss den Pioneer ziehen lassen, damals noch legte der Kenwood geschliffenere
Manieren als der VSX-915 an den
Tag, nun aber überholt der VSX-916 mit mehr Kraft und einer intensiveren
räumlichen Darstellung. Ein harter Gegner erwächst dem Pioneer, dies steht
nach den ersten Testreihen fest, im Denon AVR-1906, der aber insgesamt ruhiger
auftritt und nicht so vor Energie sprüht wie der Pioneer. Somit könnte es
sogar sein, dass auch nach dem endgültigen Test des 1906 der VSX-916 die Nase
vorn behält. Der Yamaha RX-V557 von
der 2005er Kollektion wird ebenfalls vom VSX-916 überholt, der Pioneer agiert
lebendiger und nachdrücklicher, zudem detailliert er besser. Der Harman Kardon AVR-135
ist zwar 100 € teurer als der VSX-916, muss sich aber ebenfalls der
bestechenden Ausgewogenheit des Pioneer geschlagen geben. Abgesehen von der
geringeren Pegelfestigkeit klopft der VSX-916 keck an die Tür zur 600 €-Liga
- dies hätten wir nicht erwartet, schließlich bietet der technische Aufbau des
916 eigentlich keine besonderen Reize. Seine Vorteile scheinen daher in der
gelungenen Feinabstimmung aller Bauteile zu liegen, was beweist, dass man auch
günstige AV-Receiver herstellen kann, denen jeder Hauch akustischer
Ärmlichkeit abgeht.
Kommen wir zum VSX-516, der leider gegen einen 2005er Yamaha RX-V457
den Kürzeren zieht. Der Yamaha marschiert entschiedener voran und kann, gerade
bei Einsatz seiner ausgezeichneten DSPs, für eine effektvollere, weitläufigere
Wiedergabe sorgen. Im Stereobetrieb setzt sich der Yamaha ebenfalls durch, er
klingt ausgeglichener und gefälliger. Dieses Resultat zeigt wiederum, wie
außerordentlich gut gelungen der 457 ist. Der kleine VSX-416 schlägt sich
ausgesprochen gut, er hat hörbar mehr Kraft als der VSX-415
und schlägt selbst das 2005er Modell von Kenwood, den KRF-V5090
für 249 €. Gut, der Kenwood ist mittels 2-Kanal-Stereoendstufe noch zu
einem kompletten 7.1 Receiver ausbaufähig, aber gegen den nachdrücklichen
Sound des VSX-416 und dessen tadellose Pegelfestigkeit kommt der KRF-V5090 nicht
ganz an.
Lautsprecher-Empfehlungen
-
VSX-416: Zum kleinen Pioneer passt hervorragend das Teufel Theater
1. Das Zusammenspiel wird von einer harmonischen, kräftigen und
raumfüllenden Wiedergabe geprägt, mit dem potenten Teufel Subwoofer ist
auch der Einsatz im 30 Quadratmeter-Hörraum problemlos möglich. Alternativ
können wir das Pure Acoustics Mars 5.0-Lautsprecherset
vorschlagen, durch den ausgezeichneten Wirkungsgrad der beiden großen
Front-Lautsprecher mit 20 cm Basschassis ist auch der Betrieb ohne
zusätzlichen aktiven Subwoofer möglich. Der erstaunlich homogene und
raumfüllende Sound ist sehr zu loben - für etwas über 600 € (VSX-416
plus Mars 5.0 Set) bekommt der Käufer hier ein tadelloses Paket. Wer viel
Wert auf Optik legt, dafür dann aber auch eine Stange Geld in die Hand
nehmen möchte, kann auch das Focal Set
Cinema Pro für 1.199 € mit dem VSX-416 kombinieren, was auch
akustisch prima zusammen passt.
-
VSX-516: Aufgrund der praktisch identischen
Klangcharakteristik sind die Lautsprecher-Empfehlungen für den VSX-416 auch
für den VSX-516 zu übernehmen.
-
VSX-916: Hier drängt sich das überragende Teufel
Theater 2 schon beinahe auf: Mit lebendiger, dichter und
nachdrücklicher Klangkulisse wird hier für 1.148 € (Theater 2: 749 €,
VSX-916: 399 €) bekommt der Home Theatre-Fan eine in jeder Beziehung
absolut vorzeigbare 5.1 Anlage, die viele teurere Lösungen souverän in die
Tasche steckt. Alternativ passt auch das Nubert
nuBox 310-Set sehr gut zum VSX-916, ein sehr homogenes, akustisch sehr
ausgewogenes Klangerlebnis, etwas weniger spektakulär als mit dem Theater
2, ist hier das Resultat. Ist der Raum zur Aufstellung sehr beschränkt und
ist man gleichzeitig bereit, einiges an Geld für ein überragend
verarbeitetes Lautsprecherset auszugeben, kann man auch das
KEF KHT-3005.2 prima zum VSX-916 kombinieren.
Noch eine Anmerkung: Wir führen die Testreihen mit einem Canton
Karat 5.1 Setup (711DC, 705CM, 2 x 703/702DC plus AS750SC Subwoofer) durch. Von
dieser Kombination sind wir bislang sehr überzeugt, und eigentlich liegt dieses
edle Set weitaus über dem Level, mit dem die drei Pioneer Receiver in der
Praxis zusammenspielen: So gibt Canton eine maximale kurzfristige Belastbarkeit
von 380 Watt und eine Nennbelastbarkeit von 250 Watt für die Karat 711DC an,
die als 3,5 Wege-Lautsprecher konzipiert ist. Von 20 bis 40.000 Hz reicht laut
Werksangaben der Übertragungsbereich, die Empfindlichkeit liegt bei 89 dB. Der
dazugehörige Center Karat 705CM beeindruckt ebenfalls nicht nur mit seiner schönen
Optik, sondern auch mit handfesten Werten: Mit maximal 140 Watt ist er
belastbar, sein Übertragungsbereich geht von 32 bis 40.000 Hz. Die
Empfindlichkeit beträgt 87,5 dB. Als Surround-Beschallung greifen wir aller
Voraussicht nach auf die Karat 703DC zurück. Sie hat eine Nennbelastbarkeit von
120 und eine kurzzeitige Musikbelastbarkeit von 200 Watt. Der Übertragungsbereich
reicht von 25 bis 40.000 Hz, die Empfindlichkeit beträgt 86,5 dB. Alle Canton
Karat Boxen sind für 4 bis 8 Ohm geeignet. Der Karat AS750DC Aktivsubwoofer
mit digitaler Endstufe vervollständigt unser Set. Mit 200 Watt Nenn- und 350
Watt Musikleistung bietet er ansprechende Werte. Von 20 bis 200 Hz reicht sein
Übertragungsbereich. Interessanterweise, dies spricht sowohl für Canton
als auch für Pioneer, war das Zusammenspiel erstaunlich harmonisch und
gelungen. Durch die völlig andere Liga der Karat-Komponenten jedoch dürfte in
der Praxis kaum jemand diese Kombination fahren, und die talentierten
Karat-Boxen waren auch mit einem AV-Receiver wie dem VSX-916 vielleicht gerade
bei der Hälfte ihrer außerordentlichen Möglichkeiten angelangt, was für
unsere Tests mit den Pioneer-AV-Receivern ideal war, da wir lieber die
Test-Lautsprechersets über- anstatt unterdimensionieren. Übrigens: Sogar mit
AV-Receivern vom Schlage eines Denon AVC-A11XV spielen
die Cantons ohne Schwierigkeiten zusammen. Ein großer Test unseres Karat-Sets
kommt in ca. 10 Tagen.
Fazit

Obwohl technisch eng miteinander verwandt, erzielen die drei
Pioneer AV-Receiver völlig unterschiedliche Testergebnisse
Das Fazit dieses Tests sieht den VSX-416 als gelungenen
Einsteiger-AV-Receiver, der bezogen auf seine Ausstattung zwar nur geringe
Ansprüche befriedigt, akustisch jedoch absolut überzeugen kann. Auch die
solide Verarbeitung ist für ein so preiswertes Gerät alles andere als
selbstverständlich. Bezieht man noch die einfache Bedienung mit ein, so ergibt
sich ein fast ideales Bild von einem günstigen Basisgerät mit tadellosem
Leistungsprofil.
Der VSX-416 überzeugt durch kräftigen Klang, einfaches
Handling und solide Verarbeitung

Test 16. Mai 2006
Einsteigerklasse
Preis-/Leistungsverhältnis          
Der VSX-516 bringt zwar als Mehr-Ausstattungsmerkmale einen
USB-Anschluss, Lautsprecher-Schraubanschlüsse und das automatische
Lautsprecher-Einmesssystem MCACC mit, kann sich aber akustisch nicht gegen den
VSX-416 durchsetzen, sondern ist partiell sogar unterlegen. Er bleibt damit auch
deutlich unter dem Level des VSX-916, der zwar nur 100 € mehr kostet, aber in
jeder Beziehung klar überlegen ist. Somit ist der VSX-516 das einzige der drei
Modelle, für das wir keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen können.
Mit dazu bei trägt auch die übervorsichtige Schutzschaltung.
Die zu früh einspringende Schutzschaltung und kleine
akustische Unausgewogenheiten bringen den VSX-516 um eine bessere Beurteilung

Test 16. Mai 2006
Einsteigerklasse
Preis-/Leistungsverhältnis          
Der VSX-916 schafft ein Novum und sichert sich erstmalig das
Referenzprädikat in der Einsteigerklasse. Mehr AV-Receiver fürs Geld dürfte
aktuell kaum zu finden sein. Sein gleichzeitig kultivierter wie kräftiger Klang
und seine praxisgerechte sowie reichhaltige Ausstattung gehen eine äußerst
gelungene Synthese ein. Abgesehen von der etwas weniger ausgeprägten
Pegelfestigkeit legt sich der preiswerte 916 akustisch schon mit Vertretern der
600 €-Liga an - das verdient höchsten Respekt.
Neuer Stern am AV-Receiver-Himmel: Gleichermaßen kraftvoll
wie kultiviert, sichert sich der VSX-916 eine erstklassige Testauszeichnung

Test 16. Mai 2006
Untere Mittelklasse
Preis-/Leistungsverhältnis          
Test: Carsten Rampacher und Lars Mette
Text und Redaktion: Carsten Rampacher
16. Mai 2006
Zurück zu Seite 6
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|