TEST: Pioneer VSX-416, VSX-516 und VSX-916 (7/7)
Für ein schönes Foto bauten wir alle drei Pioneer übereinander auf
Test-Atmosphäre
Exakte akustische Analyse
| Klanglicher Faktor | Pioneer VSX-416 | Pioneer VSX-516 | Pioneer VSX-916 |
| Pegelfestigkeit | Das ist eine Überraschung: Der
kleinste der drei AV-Receiver gewinnt souverän die
Pegelfestigkeits-Wertung, seine Schutzschaltung ist weitaus weniger
sensibel ausgelegt. Wir haben alle AV-Receiver im Fünfkanalbetrieb
getestet, im Sechs- oder Siebenkanalbetrieb wäre die Überraschung nicht
so groß gewesen, da VSX-516 und VSX-916 mit praktisch identischem
Stromversorgungs- und ELKO-Setup eine bzw. zwei Endstufen mehr versorgen
müssen und der VSX-416 lediglich fünf Endstufen zu "füttern"
hat. Aber unter identischen Bedingungen ist wirklich erstaunlich, wie gut sich der 416 schlägt: Auch noch bei wirklich hohem Pegel setzt sich der 220 €-AV-Receiver nachdrücklich durch. Nur der Hochtonbereich wird ein wenig aggressiver, aber der Bass packt immer noch fest zu. Damit wird der VSX-416 zum Preis-/Leistungsgeheimtipp, sollen für wenig Geld kräftige Pegel gefahren werden. |
Der VSX-516 leidet bei der Bewertung der Pegelfestigkeit unter seiner viel zu früh eingreifenden Überlastungs-Schutzschaltung. Bereits bei - 23 dB (Mehrkanal-Stereo) bzw. bei - 21 dB (dts Neo:6. Dolby Digital 5.1) schaltet sich das Gerät ab. Bis zum Erreichen des Abschaltpunktes war der Sound auch bei kräftigerer Lautstärke angenehm und klar strukturiert, aber nicht so gelassen wie beim VSX-916. | Der Pioneer VSX-916 schaltet sich später ab als der VSX-516. Bei - 17 dB war hier in allen Betriebsarten Schluss. Auch wenn wir der Überzeugung sind, dass noch mehr ginge und dass die Schutzschaltung auch hier übervorsichtig agiert, so kann man doch mit dieser Empfindlichkeit weitaus besser leben als beim VSX-516, hier ist der Eingriff entschieden zu früh. Der VSX-916 erzielt auch bei größeren Lautstärken noch eine nachdrückliche Effektwiedergabe und einen kraftvollen Bass, auch in größeren Hörräumen. |
| Erwärmung | deutlich spürbar | deutlich spürbar | deutlich spürbar |
| Filmton Mehrkanal | Der kleine Pioneer bot hier eine weitere handfeste Überraschung. Handzahme Langeweile verbreitet er in keiner Szene. Gerade bei effektgewaltigen Filmen wie "Star Wars Episode III" weiß er durch kräftigen Bass und guten Raumeindruck zu überzeugen. Nicht ganz seine Domäne, dies ist aber in Anbetracht des Preises kein Problem, ist eine sehr differenzierte Stimmwiedergabe. Stimmen werden zwar gut verständlich präsentiert, aber die Herausarbeitung charismatischer Merkmale ist lediglich durchschnittlich. Der Hochtonbereich neigt erst sehr spät dazu, eine leicht aggressive Tendenz zu zeigen und bleibt lange klar und gut aufgebaut. | Der VSX-516 kann sich nicht vom VSX-416 absetzen. Er wirkt nicht kraftvoller und entfaltet auch kein besseres Raumgefühl. Stimmen werden ebenfalls klar verständlich wiedergegeben, wie beim VSX-416, aber die Detaillierung stimmeigener Charakteristika ist nicht besser. Insgesamt kann man sich, braucht man nicht unbedingt den 6. Kanal, die 80 € Aufpreis sparen. Die sind sinnvoller angelegt, wenn man sich zum VSX-416 den überzeugenden Pioneer DV-393 dazukauft. | Der VSX-916 spielt akustisch in einer ganz anderen Liga als die beiden kleineren Modelle. Er agiert so gekonnt, dass er nicht nur die 100 € Mehrpreis zum VSX-516 locker Wert ist - vielmehr setzt er selbst manchen Konkurrenten der 600 €-Liga mit seinem gleichermaßen kultivierten wie kraftvollen Auftritt massiv unter Druck. Überall liegt dieses Ausnahme-Talent weit jenseits des Klassen-Niveaus der 400 €-Liga: Der 916 detailliert deutlich besser, hat einen frischen, lebendigen Hochtonbereich und drückt Effekte mit Wucht in den Hörraum. Selbst ohne aktiven Subwoofer, mit potenten Standlautsprechern, agiert er souverän und gekonnt. Somit bleibt kein Zweifel: Der VSX-916 hat das Zeug zum Überflieger. |
| Musik Mehrkanal | Der VSX-416 erreicht bei der Mehrkanal-Musikwiedergabe für seine Preisklasse sehr respektable Ergebnisse. Präzision und Detaillierungsvermögen sind voll befriedigend, das Raumgefühl kann man sogar mit "gut" umschreiben. Etwas schwierig wird es für den kleinen Pioneer, wenn viele Instrumente z.B. eines großen Orchesters zusammen spielen. Dann fällt es ihm schwer, die einzelnen Profile der Instrumente herauszuarbeiten, und gleichzeitig ein homogenes akustisches Ganzes zu formen. Für Einsteiger ist die gebotene Leistung aber in jedem Falle absolut in Ordnung. | Der VSX-516 bietet ein Leistungsprofil auf dem Level des kleineren VSX-416. Nirgendwo kann er eigene Akzente setzen, sondern lässt es wiederum zu, dass sich der VSX-916 problemlos absetzt. Obwohl bei solchen preiswerten AV-Receivern eigentlich nur geringe technische Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen vorhanden sind, beweist der VSX-916, wie groß die akustischen Differenzen ausfallen können: Er spielt deutlich klarer, detailliert hörbar besser und formt eine viel tief gehendere Struktur als der oberflächlicher und lustloser agierende VSX-516. | Dass es sich beim VSX-916 um ein außerordentlich gutes Gerät handelt, macht auch die ansonsten bei günstigen AV-Receivern kritische Beurteilung der Leistungen im Mehrkanal-Musikbetrieb deutlich. Bei der "Jarre in China"-DVD schaltet man den EQ aber besser ab und genießt "pur". Dann freut man sich über das lebendige, erstaunlich emotionale Klangbild. Spontan würde man diese Leistungen eher einem 600 €-AV-Receiver zuordnen, denn auch Kennzeichen ansonsten höherer Preisklassen wie räumliche Durchzeichnung, Detaillierung im Surround-Bereich und akustisch homogene Verteilung sind beim VSX-916 von tadelloser Güte. |
| Surround-Aufpolierer/DSPs | Der VSX-416 bietet keinen DTS Neo:6-Decoder auf, da dieser den Modellen mit DTS-ES vorbehalten ist. Auch PLIIx ist nicht mit an Bord, daher muss PLII reichen. Doch erstaunlicherweise klingt der kleine AV-Receiver im PLII-Music-Betrieb gar nicht mal schlecht. Das ist besonders darum überraschend, weil der VSX-916 beim Vergleich der Music-Programme in Neo:6 hörbar besser klingt. PLII wirkt beim kleinen VSX-416 sehr harmonisch, klar und homogen, so dass man nirgendwo ernsthaft Kritik üben kann. Er klingt sogar ausgewogener als der VSX-516 in Neo:6 Music und deutlich gefälliger als der VSX-516 in PLIIx Music. | Auch in dieser Teilwertung kann der VSX-516 nicht aufholen. Er muss sich sogar knapp dem VSX-416 geschlagen geben, da dieser stimmiger klingt und eine ausgewogenere Gesamt-Balance an den Tag legt. Beim 516 fehlt der letzte Schuss klanglicher Harmonie, so wirkt alles etwas aufgesetzt und nicht ganz fertig. Neo:6 Music ist die bessere, weil klarere Alternative, PLIIx Music agiert zu dumpf. Die DSPs kommen, trotz beinahe identischem Aufbau der DSP-Sektion, beim 516 weniger gut zur Geltung als beim 916. Das Klangbild ist zwar räumlich auch hier tadellos, aber die Gesamtcharakteristik macht einen verhangeneren und indirekteren Eindruck. | Pioneer Advanced Surround-Betriebsarten agieren erstaunlich gekonnt, besonders in Bezug auf die räumliche Darstellung werden prima Resultate erreicht. Man hat das Gefühl, in einem großen Raum zu sitzen, allerdings "verschwimmen" keine akustischen Elemente, sondern werden überraschend klar und gut ortbar platziert. DTS Neo:6 Music weiß ebenfalls zu gefallen, vor allem die natürliche, differenzierte Wiedergabe überzeugt. PLIIx Music ist nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss. Hier wirkt der Bass zu vordergründig und zu dick aufgetragen, die Stimmwiedergabe rückt zu stark in den Hintergrund, und der Hochtonbereich ist belegt. Wählt man PLIIx Movie, ändern sich die Vorzeichen: Mit dichter Räumlichkeit und voluminöser Surround-Klangcharakteristik werden hier hörbar bessere Ergebnisse erzielt als beim schmaler auftretenden Neo:6 Cinema. |
| Stereo-Wiedergabe | Für einen knapp 220 € kostenden AV-Receiver ist das Ergebnis in der Stereo-Disziplin in Ordnung. Der VSX-416 bietet eine solide Klangcharakteristik, der nachdrückliche Bass ist von befriedigender Präzision. Der Raumeindruck ist ebenfalls befriedigend. Was man bei einem Gerät dieser Preisklasse nicht erwarten darf, ist ein Loslösen des Klangbildes von den Lautsprechern. Ein Großteil der Akustik konzentriert sich daher auf die unmittelbare Nähe der Boxen. | Der VSX-516 schafft es auch hier nicht, mit besseren Ergebnissen zu dienen als der VSX-416. Das Klangbild wirkt kräftig, aber die Detaillierung ist nur ausreichend. Daher wirkt die Musik distanziert, der Hörer schafft es nicht, in ihr aufzugehen. Dass für nur wenig Geld mehr deutlich mehr Performance möglich ist, beweist wiederum der VSX-916. | In dieser Disziplin kann man nur wiederum überrascht sein, so klar und erwachsen klingt der nicht einmal 400 € kostende Pioneer. Wir warteten nach den bisherigen überzeugenden Leistungen auf einen Einbruch in der Stereo-Disziplin, aber dieser blieb aus. Vielmehr setzte sich der Alleskönner mit einem fundierten, soliden und sogar recht dynamischen Klangbild ausgesprochen erfreulich in Szene. Sogar das gehörte Raumgefühl ist prima. Natürlich, dies wollen wir nicht verschweigen, für anspruchsvolle und anspruchsvollere Stereohörer sind derartig preiswerte Geräte nicht geeignet. Für gelegentliche Stereo-Hörer jedoch bietet der 916 ein prima Potential. |
| Fazit | Der kleine VSX-416 ist akustisch für seinen Mini-Kaufpreis eine ausgesprochen gute Wahl. Bei der Bewertung der Pegelfestigkeit schlägt er seine durch übervorsichtige Überlastungs-Schutzschaltkreise eingebremsten Brüder, und in allen klanglichen Disziplinen hält er den Abstand zum VSX-516 so gering, dass dieser seinen Aufpreis aus klanglicher Sicht (die Mehrwert-Ausstattung mal außen vor gelassen) kaum Wert ist. Bei den Surround-Aufpolierern zieht der VSX-416 sogar am VSX-516 vorbei. Mit dem kräftigen und fundierten Sound verdient sich der VSX-416 tadellose Zensuren und sichert sich den 2. Platz im "Geschwisterkampf". | Der VSX-516 kann nicht auf der ganzen Linie überzeugen. Er ist nicht in der Lage, sich vom VSX-416 abzusetzen, gleichzeitig aber spielt der VSX-916 weitaus besser, als der Aufpreis von 100 € für das teurere Modell suggeriert. Daher lautet unser Tipp aus akustischer Sicht: Entweder den VSX-416 nehmen, oder aber gleich den VSX-916. | Der Pioneer VSX-916 konnte rundherum überzeugen. Zwar sollte auch hier die Schutzschaltung etwas später eingreifen - zum Zeitpunkt des Eingriffs agiert der 916 noch ohne hörbare akustische Einschränkungen - ansonsten jedoch zeigt Pioneers Neuerscheinung höchst beachtliche Qualitäten. Im Vergleich zum Vorgänger ist der VSX-916 kultivierter geworden und damit auch prima zur Wiedergabe mehrkanaliger Musik geeignet. Es darf sogar Klassik oder Jazz sein, der 399 €-AV-Receiver sorgt stets für ein angenehmes Klangbild, das sogar mit guter Detaillierung positiv auffällt. Bei der Filmtonwiedergabe agiert der VSX-916 sehr nachdrücklich und baut eine dynamische Surround-Klangkulisse auf. Überrascht hat uns das kostengünstige Gerät mit tadellosen Stereo-Qualitäten und seinem sehr lebendigen Neo:6-Music-Klang. |
Konkurrenzanalyse
Bei dem Vergleich mit weiteren Konkurrenten hinterlässt der VSX-916 einen ausgezeichneten Eindruck. Er agiert klarer und kultivierter als sein Vorgänger VSX-915, ohne aber weniger Durchsetzungsvermögen mitzubringen. Er schafft gekonnt die Balance zwischen nachdrücklicher Wiedergabe und erstaunlich guter Detaillierung kleiner Einzelheiten. Mit dieser Mischung setzt der neue VSX-916 nun die Messlatte seiner Preisliga. Wir müssen allerdings hinzufügen, dass sich unsere Konkurrenzbeobachtungen auf die "Vorjahreskollektion" beschränken müssen, da Pioneer als erster Anbieter Tests der neuen 2006er Modelle möglich machte, heißt es für eine endgültige Einstufung noch: Abwarten, bis die Testberichte aller Kontrahenten der 2006er Produkt-Portfolios online sind. Tendenzen lassen sich freilich auch jetzt schon ausmachen: So schlägt der VSX-916 einen Onkyo TX-SR503E durch seine nachdrücklichere Kraftenthaltung, gleichzeitig detailliert der Pioneer genauso gut. Auch ein für sich betrachtet nach wie vor tadelloser Kenwood KRF-V7090D muss den Pioneer ziehen lassen, damals noch legte der Kenwood geschliffenere Manieren als der VSX-915 an den Tag, nun aber überholt der VSX-916 mit mehr Kraft und einer intensiveren räumlichen Darstellung. Ein harter Gegner erwächst dem Pioneer, dies steht nach den ersten Testreihen fest, im Denon AVR-1906, der aber insgesamt ruhiger auftritt und nicht so vor Energie sprüht wie der Pioneer. Somit könnte es sogar sein, dass auch nach dem endgültigen Test des 1906 der VSX-916 die Nase vorn behält. Der Yamaha RX-V557 von der 2005er Kollektion wird ebenfalls vom VSX-916 überholt, der Pioneer agiert lebendiger und nachdrücklicher, zudem detailliert er besser. Der Harman Kardon AVR-135 ist zwar 100 € teurer als der VSX-916, muss sich aber ebenfalls der bestechenden Ausgewogenheit des Pioneer geschlagen geben. Abgesehen von der geringeren Pegelfestigkeit klopft der VSX-916 keck an die Tür zur 600 €-Liga - dies hätten wir nicht erwartet, schließlich bietet der technische Aufbau des 916 eigentlich keine besonderen Reize. Seine Vorteile scheinen daher in der gelungenen Feinabstimmung aller Bauteile zu liegen, was beweist, dass man auch günstige AV-Receiver herstellen kann, denen jeder Hauch akustischer Ärmlichkeit abgeht.
Kommen wir zum VSX-516, der leider gegen einen 2005er Yamaha RX-V457 den Kürzeren zieht. Der Yamaha marschiert entschiedener voran und kann, gerade bei Einsatz seiner ausgezeichneten DSPs, für eine effektvollere, weitläufigere Wiedergabe sorgen. Im Stereobetrieb setzt sich der Yamaha ebenfalls durch, er klingt ausgeglichener und gefälliger. Dieses Resultat zeigt wiederum, wie außerordentlich gut gelungen der 457 ist. Der kleine VSX-416 schlägt sich ausgesprochen gut, er hat hörbar mehr Kraft als der VSX-415 und schlägt selbst das 2005er Modell von Kenwood, den KRF-V5090 für 249 €. Gut, der Kenwood ist mittels 2-Kanal-Stereoendstufe noch zu einem kompletten 7.1 Receiver ausbaufähig, aber gegen den nachdrücklichen Sound des VSX-416 und dessen tadellose Pegelfestigkeit kommt der KRF-V5090 nicht ganz an.
Lautsprecher-Empfehlungen
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VSX-416: Zum kleinen Pioneer passt hervorragend das Teufel Theater 1. Das Zusammenspiel wird von einer harmonischen, kräftigen und raumfüllenden Wiedergabe geprägt, mit dem potenten Teufel Subwoofer ist auch der Einsatz im 30 Quadratmeter-Hörraum problemlos möglich. Alternativ können wir das Pure Acoustics Mars 5.0-Lautsprecherset vorschlagen, durch den ausgezeichneten Wirkungsgrad der beiden großen Front-Lautsprecher mit 20 cm Basschassis ist auch der Betrieb ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer möglich. Der erstaunlich homogene und raumfüllende Sound ist sehr zu loben - für etwas über 600 € (VSX-416 plus Mars 5.0 Set) bekommt der Käufer hier ein tadelloses Paket. Wer viel Wert auf Optik legt, dafür dann aber auch eine Stange Geld in die Hand nehmen möchte, kann auch das Focal Set Cinema Pro für 1.199 € mit dem VSX-416 kombinieren, was auch akustisch prima zusammen passt.
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VSX-516: Aufgrund der praktisch identischen Klangcharakteristik sind die Lautsprecher-Empfehlungen für den VSX-416 auch für den VSX-516 zu übernehmen.
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VSX-916: Hier drängt sich das überragende Teufel Theater 2 schon beinahe auf: Mit lebendiger, dichter und nachdrücklicher Klangkulisse wird hier für 1.148 € (Theater 2: 749 €, VSX-916: 399 €) bekommt der Home Theatre-Fan eine in jeder Beziehung absolut vorzeigbare 5.1 Anlage, die viele teurere Lösungen souverän in die Tasche steckt. Alternativ passt auch das Nubert nuBox 310-Set sehr gut zum VSX-916, ein sehr homogenes, akustisch sehr ausgewogenes Klangerlebnis, etwas weniger spektakulär als mit dem Theater 2, ist hier das Resultat. Ist der Raum zur Aufstellung sehr beschränkt und ist man gleichzeitig bereit, einiges an Geld für ein überragend verarbeitetes Lautsprecherset auszugeben, kann man auch das KEF KHT-3005.2 prima zum VSX-916 kombinieren.
Noch eine Anmerkung: Wir führen die Testreihen mit einem Canton Karat 5.1 Setup (711DC, 705CM, 2 x 703/702DC plus AS750SC Subwoofer) durch. Von dieser Kombination sind wir bislang sehr überzeugt, und eigentlich liegt dieses edle Set weitaus über dem Level, mit dem die drei Pioneer Receiver in der Praxis zusammenspielen: So gibt Canton eine maximale kurzfristige Belastbarkeit von 380 Watt und eine Nennbelastbarkeit von 250 Watt für die Karat 711DC an, die als 3,5 Wege-Lautsprecher konzipiert ist. Von 20 bis 40.000 Hz reicht laut Werksangaben der Übertragungsbereich, die Empfindlichkeit liegt bei 89 dB. Der dazugehörige Center Karat 705CM beeindruckt ebenfalls nicht nur mit seiner schönen Optik, sondern auch mit handfesten Werten: Mit maximal 140 Watt ist er belastbar, sein Übertragungsbereich geht von 32 bis 40.000 Hz. Die Empfindlichkeit beträgt 87,5 dB. Als Surround-Beschallung greifen wir aller Voraussicht nach auf die Karat 703DC zurück. Sie hat eine Nennbelastbarkeit von 120 und eine kurzzeitige Musikbelastbarkeit von 200 Watt. Der Übertragungsbereich reicht von 25 bis 40.000 Hz, die Empfindlichkeit beträgt 86,5 dB. Alle Canton Karat Boxen sind für 4 bis 8 Ohm geeignet. Der Karat AS750DC Aktivsubwoofer mit digitaler Endstufe vervollständigt unser Set. Mit 200 Watt Nenn- und 350 Watt Musikleistung bietet er ansprechende Werte. Von 20 bis 200 Hz reicht sein Übertragungsbereich. Interessanterweise, dies spricht sowohl für Canton als auch für Pioneer, war das Zusammenspiel erstaunlich harmonisch und gelungen. Durch die völlig andere Liga der Karat-Komponenten jedoch dürfte in der Praxis kaum jemand diese Kombination fahren, und die talentierten Karat-Boxen waren auch mit einem AV-Receiver wie dem VSX-916 vielleicht gerade bei der Hälfte ihrer außerordentlichen Möglichkeiten angelangt, was für unsere Tests mit den Pioneer-AV-Receivern ideal war, da wir lieber die Test-Lautsprechersets über- anstatt unterdimensionieren. Übrigens: Sogar mit AV-Receivern vom Schlage eines Denon AVC-A11XV spielen die Cantons ohne Schwierigkeiten zusammen. Ein großer Test unseres Karat-Sets kommt in ca. 10 Tagen.
Fazit

Obwohl technisch eng miteinander verwandt, erzielen die drei Pioneer AV-Receiver völlig unterschiedliche Testergebnisse
Das Fazit dieses Tests sieht den VSX-416 als gelungenen Einsteiger-AV-Receiver, der bezogen auf seine Ausstattung zwar nur geringe Ansprüche befriedigt, akustisch jedoch absolut überzeugen kann. Auch die solide Verarbeitung ist für ein so preiswertes Gerät alles andere als selbstverständlich. Bezieht man noch die einfache Bedienung mit ein, so ergibt sich ein fast ideales Bild von einem günstigen Basisgerät mit tadellosem Leistungsprofil.
Der VSX-416 überzeugt durch kräftigen Klang, einfaches Handling und solide Verarbeitung

Test 16. Mai 2006
Einsteigerklasse
Preis-/Leistungsverhältnis 









Der VSX-516 bringt zwar als Mehr-Ausstattungsmerkmale einen USB-Anschluss, Lautsprecher-Schraubanschlüsse und das automatische Lautsprecher-Einmesssystem MCACC mit, kann sich aber akustisch nicht gegen den VSX-416 durchsetzen, sondern ist partiell sogar unterlegen. Er bleibt damit auch deutlich unter dem Level des VSX-916, der zwar nur 100 € mehr kostet, aber in jeder Beziehung klar überlegen ist. Somit ist der VSX-516 das einzige der drei Modelle, für das wir keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen können. Mit dazu bei trägt auch die übervorsichtige Schutzschaltung.
Die zu früh einspringende Schutzschaltung und kleine akustische Unausgewogenheiten bringen den VSX-516 um eine bessere Beurteilung

Test 16. Mai 2006
Einsteigerklasse
Preis-/Leistungsverhältnis 









Der VSX-916 schafft ein Novum und sichert sich erstmalig das Referenzprädikat in der Einsteigerklasse. Mehr AV-Receiver fürs Geld dürfte aktuell kaum zu finden sein. Sein gleichzeitig kultivierter wie kräftiger Klang und seine praxisgerechte sowie reichhaltige Ausstattung gehen eine äußerst gelungene Synthese ein. Abgesehen von der etwas weniger ausgeprägten Pegelfestigkeit legt sich der preiswerte 916 akustisch schon mit Vertretern der 600 €-Liga an - das verdient höchsten Respekt.
Neuer Stern am AV-Receiver-Himmel: Gleichermaßen kraftvoll wie kultiviert, sichert sich der VSX-916 eine erstklassige Testauszeichnung

Test 16. Mai 2006
Untere Mittelklasse
Preis-/Leistungsverhältnis 









Test: Carsten Rampacher und Lars Mette
Text und Redaktion: Carsten Rampacher
16. Mai 2006






