XXL-Check: Lautsprechersysteme von 700 bis 1.800 € (3/3)

Tannoy setzt beim Arena auf die "Dual
Concentric"-Technologie, der Hochtöner sitzt inmitten des Tieftöners
(linke Membran)

Mitgeliefertes Schalldruckpegel-Messgerät des Mordaunt-Short
Genie

Focal-Satellit auf elegantem Standfuß

Bei unserem nuBox 310-Set kommt 5 x der identische
Lautsprecher zum Einsatz, was einem homogenen Klangbild zuträglich ist

Der Hochtöner am Teufel M220C ist ausgelagert und nach hinten
versetzt

Auch die Teufel-L/R-Frontlautsprecher weisen den nach hinten
versetzten Hochtöner auf

Teufels Theater 2 bringt für die Surroundbeschallung Dipole
mit

Der schmale Infinity-Subwoofer ist problemlos unterzubringen
Unsere Klangerfahrungen beruhen auf ausführlichen, mehrwöchigen Tests mit
allen genannten Systemen. Zum Einsatz kam eine Vielzahl an Elektronik, um den
verschiedenen Talenten oder auch akustischen Ungereimtheiten der Kandidaten
Rechenschaft zu tragen. Hier ein Überblick der verwendeten Test-Komponenten:
- AV-Receiver/Verstärker: Onkyo TX-SR803E,
Pioneer VSX-AX4AVi-S, Harman Kardon AVR-140,
Harman Kardon AVR-635, Denon AVR-3806,
Harman Kardon AVR-7300
- DVD-Player: Denon DVD-1920, Yamaha DVD-S557,
Denon DVD-2910
- Bildwiedergabegeräte: Xoro LCD-TV HTL 3212w,
Pioneer PDP-436XDE,
Toshiba 32WL58P, Panasonic TX-32LX500F,
Toshiba 42WL58P
Klang
Wir haben ein großes finanzielles Spektrum in unserem Test, doch das
Teuerste muss beileibe - unter akustischen Gesichtspunkten - nicht immer das
Beste sein, so war das Testfeld für viele Überraschungen gut, aber lesen Sie
selbst:
Los geht es mit dem Infinity TSS-750 für 699 €, das eine höchst angenehme
Eigenschaft aufweist: Wahre Schwächen sucht man beim optisch sehr
unauffälligen Set vergeblich. Obwohl die Satelliten extrem kompakt gebaut sind
und sich daher nahezu überall - selbst im kleinsten Zimmer - aufstellen lassen,
klingen sie alles andere als ärmlich, sondern angenehm und lebendig. Die
Detailarbeit ist voll befriedigend. Die nächste Überraschung folgt auf dem Fuße: Es ist
für ein so kleines Set tadellos, wie klein das Klangloch zwischen
der unteren Grenzfrequenz der Satelliten und der (Idealerweise bei 100 oder 120
Hz eingestellten) Übernahmefrequenz des aktiven Subwoofers ausfällt. Ganz
wegzudiskutieren ist die klangliche Lücke jedoch auch bei optimaler Einstellung
nicht. Wie nah das
TSS-750 akustisch an preislich viel höheren sehr kompakten Sub/Sat-Sets liegt, dürfte
preisbewusste Käufer freuen, die Konkurrenz aber ins Grübeln bringen. Nur bei
sehr kräftiger Lautstärke im Hörraum über 25 Quadratmeter geht das TSS-750
z.B. im Vergleich zum Theater 1 unter. Dann ist der aktive Subwoofer etwas zu
durchsetzungsschwach, und die Satelliten entfalten ihre Wirkung zu stark um die
Box herum konzentriert. Für den Heimkinoraum ist das TSS-750 nicht das
ideale System, aber gut z.B. für ein kleines 1-Zimmer-Appartement geeignet, wo
raumökonomisch fokussiert gedacht werden muss.
Machen wir es kurz und schmerzlos - mit dem Theater 2 für 749 € haben wir
den klaren Sieger dieses Vergleichstests vor uns. Was hier klanglich möglich
gemacht wurde, verdient allerhöchsten Respekt. Der gewaltig antretende und
dabei auch noch sehr präzise aktive Subwoofer ist ein Aushängeschild der
besonderen Art: Ganz gleich, ob bei Filmmaterial, Mehrkanal-Musikquellen oder
sogar im Stereobetrieb, immer sorgt er für einen stimmigen klanglichen
Gesamteindruck. Was in diesem Zusammenhang besonders beeindruckt, ist die
Homogenität der Front-Klangkulisse: Der aktive Basslautsprecher integriert sich
praktisch nahtlos, wer selbst im Stereobetrieb (!) mit geschlossenen Augen
lauscht, wird denken, zwei gute Standlautsprecher vor sich zu haben. Kein
anderes Set aus dem Teilnehmerfeld schafft diese Integration auf so hohem Level.
Gerade auch für den Stereohörer ist das Theater 2 damit die Nummer 1 unter
allen Test-Systemen. Zu diesem Eindruck trägt auch die hervorragende
Hochtonwiedergabe bei. Klar und deutlich, aber nie mit Überbetonung, werden
auch akustische Einzelheiten eingearbeitet. Doch auch im Surroundbereich setzt
das Theater 2 die Test-Mäßstäbe, denn so weitläufig und vielschichtig
präsentierte kein anderes Test-Set die Surroundklangkulisse. Der Center - wie
könnte es anders sein - ist auch der beste im Test: So klar und differenziert
stellt kein anderes Modell aus dem Testfeld dar. Im Vergleich zum Teufel Theater 1
ist das Theater 2 in allen Belangen nochmals leistungsfähiger, somit wird
der Performance-Käufer zum Theater 2 greifen, der absolut
Preis/Leistungs-Bewusste zum Theater 1. Immerhin kann man sich für die
Differenz zwischen beiden Systemen einen guten DVD-Player kaufen, und fürs 20
bis 25-Quadratmeter-Wohnzimmer reicht das bereits sehr gute Theater 1
locker aus. Das Theater 2 ist dafür die preisgünstigste Möglichkeit, sogar
schon einen echten Heimkinoraum akustisch sehr gut auszukleiden. Das ebenfalls
von uns getestete Teufel Theater 4 ist
noch eine Idee feinfühliger bei der Musikwiedergabe, der dort mitgelieferte
aktive Subwoofer ist aber kaum imposanter als der Pegelkönner M2200SW.
Insgesamt ist das Theater 4 für denjenigen Hörer, der viel Jazz oder Klassik
hört, den Mehrpreis nochmals Wert, wer aber besonders eindrucksvoll
Rockkonzerte, Trance/Techno-Musik oder vor Effekten strotzende Actionfilme
anhören möchte, liegt beim Theater 2 goldrichtig.
Das nuBox 310-Set verdeutlicht eines: Auch auf dem Lautsprechermarkt bleibt
die Zeit nicht stehen. Das will nicht heißen, dass das 310-Set nicht immer noch
ein ausgezeichnetes Lautsprecherset ist - aber für den Testsieg reicht die
Gesamtperformance in dieser Konstellation nicht mehr aus. Der AW-440 spielt sehr
präzise, bietet hervorragende Einstellmöglichkeiten und schafft in kleineren
Lokalitäten auch ein prima Fundament - gegen den immensen Nachdruck und die
Pegelfestigkeit des M2200SW aber kommt der AW-440 doch nicht ganz an. Wenn man
einen kraftvollen nuBox AW-880 Aktivsubwoofer hinzubestellt und einen
klangstarken nuBox CS-330 Center, dann ist die akustische Performance
beeindruckend, was jedoch das Portemonnaie des Heimcineasten mit nicht eben
geringen 1.350 € belastet. Zweifelsohne stimmt aber auch dann der Gegenwert,
nur, das muss man leider anmerken, gegen das praktisch perfekte
Preis-/Leistungsverhältnis des Theater 2 ist einfach schwer anzukommen. Mängel
haben die nuBoxen keine - unser 5 x nuBox 310 plus AW-440 nuBox Subwoofer
klingen sehr ausgewogen und ausgesprochen angenehm. Für Stereofreunde auch eine
sehr gute Wahl, nur klingt das Theater 2 nicht schlechter, ist aber deutlich
preiswerter und bietet den spürbar kraftvolleren aktiven Subwoofer, was auch
für die Stereowiedergabe vorteilhaft ist. Was die
Präzision im Surroundbereich angeht, sind die nuBox 310 ausgezeichnet, ohne
Zweifel, und überzeugen selbst den kritischen Hörer. Bilanz: Ein
Top-Surround-Set ohne Schwächen, nur leider ist das Bessere des Guten Feind -
daher: Zweiter Platz im großen Vergleichstest fürs nuBox 310-Set, für eine
nicht mehr ganz taufrische Konstruktion ein großer Erfolg.
Kommen wir zum Mordaunt-Short Genie. Für 1.199 € ein, wie wir bereits
gesehen haben, sehr hochwertiges, aber nicht eben sonderlich preisgünstiges
Angebot. Der aktive Subwoofer ist für sich betrachtet sehr gut und liefert
einen lobenswerten Nachdruck, tadellos ist auch die Möglichkeit, störendes
Bass-Dröhnen zu entfernen. Im Vergleich allerdings liegt der etwas
aufstellungskritische Woofer nur im Mittelfeld. Er muss sich dem Teufel M2200SW
ebenso geschlagen geben wie dem nuBox AW-440-Sub. Der Teufel ist deutlich
kraftvoller, schafft zudem einen hörbar besseren Tiefgang, integriert sich
besser und ist präziser. Der nuBox AW-440 ist extrem wenig
aufstellungskritisch, agiert präziser und wirkt trotz laut Herstellerangaben
geringerer Endstufenleistung absolut nicht weniger kraftvoll als der
Genie-Bassist. Die Satelliten des
Genie beeindrucken durch ihre dynamische Wiedergabe und sind in Anbetracht ihrer
Größe auch pegelfest. Auch das Genie ist gut geeignet für Hörer, die viel
Sound und wenig Raumbedarf fürs 5.1 Set miteinander kombinieren wollen. Mit
dieser Auslegung tritt das preiswerte Infinity TSS-750 als direkter Kontrahent
auf, das - leider fürs Genie, zum Vorteil für Infinity-Eigner - nicht so viel
schlechter klingt, wie es preiswerter ist. Natürlich ist das Genie viel
aufwändiger verarbeitet, aber geht es um die pure akustische Güte, schlägt
sich das TSS-750 ausgezeichnet. Der Hochtonbereich ist beim Genie hörbar
detaillierter, aber wer überwiegend nicht so laut und nicht so intensiv hört,
wird sich mit dem Performance-Profil des TSS-750 problemlos anfreunden.
Für in Bezug auf die maximalen Pegel zurückhaltenden Genießer empfiehlt
sich das Focal Cinema Pro, das bei moderaten Lautstärken durch das feine
Auflösungsvermögen und die insgesamt sehr gepflegte Akustik zu überzeugen
weiß. Es klingt weitaus weniger hektisch als das Genie, sondern für ein
Designer-Lautsprecherset erstaunlich kultiviert und gelassen. Gerade auch
klassische Musik oder Jazzmusik sind mit Set prima zu hören. Hier ist das
Focal-Set die elegante Alternative zum Teufel Theater 4
. Und diese Eleganz ist nicht einmal besonders teuer erkauft, denn mit 1.199 €
ist das Set fair kalkuliert. Nicht besonders liegen dem System höhere Pegel,
hier kann man dann den sehr kompakten und nicht überdurchschnittlich
leistungsstarken aktiven Subwoofer zu gut orten. Der würfelförmige Sub bietet
zudem größenbedingt einen nur ausreichenden Tiefgang. Wer aber auf höchste
Verarbeitungsqualität und einen bei Zimmerlautstärke sehr homogenen Klang Wert
legt, kann sich dieses schöne 5.1 Set bedenkenlos kaufen. Der Lohn für die
Ausgeglichenheit: Platz 2 zusammen mit dem nuBox Set für das Focal Cinema
Pro.
Zu keiner Top-Platzierung reicht es für das Tannoy Arena, und das hat
eigentlich nur einen Grund: Der sehr hohe Preis. Würde das Set mit 1.300 € in
der Preisliste stehen, könnte es sich problemlos auf einem absoluten
Spitzenplatz etablieren, so aber muss sich das Arena in Zurückhaltung üben. Der aktive
Subwoofer ist recht leistungsfähig und versteht sich sehr gut zu integrieren.
Bei großer Lautstärke im Hörraum um die 30 Quadratmeter aber zeigen sich die
Nachteile seiner kompakten Abmessungen ebenso wie beim bescheidenen
Tiefgang. Doch in Bezug auf die Integration ist das Theater 2 sehr viel
besser, das nuBox-Set deutlich besser und das Focal Cinema Pro immer noch
hörbar besser. Das Focal-Set zeigt auch, dass ein sehr aufwändiges, extrem
nobles Finish keinen preislichen Extra-Bonus kosten muss, denn es ist satte 600
€ günstiger - da kann man sich noch ein Teufel Theater 1
für die 2. Hörzone mit dazu kaufen! Die sehr progressiven, hochwertigen
Satelliten des Arena klingen sehr homogen und verfügen über eine gute Dynamik.
Der Hochtonbereich ist sauber abgestimmt und vereint Brillanz mit Harmonie auf
beachtlichem Niveau. Wenn man dann allerdings ein Theater 2 hört, weiß man,
wie viel mehr Klang für so viel weniger Geld möglich ist - es ist im höchsten
Maße ernüchternd. So werden dann nicht wenige Kunden auf das ausgefeilte
Arena-Design verzichten und lieber zum günstigen Tarif dem optisch zwar weitaus
einfacheren, akustisch aber hörbar überlegenen Theater 2 lauschen.
Elektronikempfehlungen:
Zum Infinity TSS-750 kann man den Harman Kardon AVR-135
oder den Harman Kardon AVR-140 kombinieren,
was gerade für den kleinen Hörraum eine akustisch tadellose Lösung mit in
sich schlüssigem Klangbild darstellt. Wer auch beim Receiver mit Raum geizt,
kann den Kenwood VRS-6200 ans
Infinity-Set anschließen und sich anschließend über das erstaunlich reife
Klangbild des Slimliners aus dem Hause Kenwood wundern. Das Teufel Theater 2
harmoniert sehr gut mit einem Denon AVR-2106
oder sogar mit einem Denon AVR-2807 oder einem
Yamaha RX-V2600, dann aber in 7.1 Konfiguration. Durch die kräftige,
nachdrückliche Bassleistung kann hier auch prima ein
Kenwood KRF-X9090D zu den Berliner Boxen kombiniert werden. Zum nuBox
310-Set passt der Onkyo TX-SR603E
tadellos, zusammen wird ein präzises, klares und angenehmes Klangbild erzeugt.
Alternativ zu empfehlen, möchte man nicht zu viel ausgeben, wäre auch ein
Onkyo TX-SR503E, der gerade im kleinen Hörraum bis 20 Quadratmeter
ausreicht. Wer absolut aufs Geld schaut beim AV-Receiverkauf, fährt mit einem Yamaha RX-V457
besonders gut, der zum niedrigen Preis tadellos klingt und sehr gut
ausgestattet ist. Zum Focal-Set kann man als Genießer problemlos einen Onkyo TX-SR703E
kombinieren - wenn man am liebsten bei Zimmerlautstärke bis zu leicht gehobenem
Pegel hört. Der TX-SR703E entfaltet schon bei geringer Lautstärke viel
Charisma und klingt ungemein hochwertig und schön. Alternative wäre hier ein Onkyo TX-SR603E,
der deutlich günstiger zu haben ist. Der Pioneer VSX-1015
klingt prima zusammen mit dem Genie, kann aber natürlich nicht mit den
prinzipiell sehr hohen möglichen Pegeln betrieben werden. Wer viel Glück hat
und noch einen findet, ist mit dem sogar noch etwas dynamischeren
Pioneer VSX-1014 bestens bedient. Bleibt das Tannoy Arena, das mit seiner
homogenen Auslegung mit vielen AV-Receivern gut harmoniert. Der Denon AVR-2106
oder auch wiederum der Onkyo TX-SR703E
bieten sich ebenso an wie ein Yamaha
RX-V757, den es als Auslaufmodell gerade günstig gibt.
Was uns noch auffiel: Folgerungen aus den Ergebnissen der Testreihen
Die Testreihen haben zahlreiche Erkenntnisse zu Tage gefördert, die wir alle
entsprechend kommentiert festhalten möchten:
- Nicht das teuerste ist unbedingt das akustisch beste System. Mit dem
Teufel Theater 2 gewinnt das zweitgünstigste Test-Set die Klangtestreihen.
- Die Aufteilung 1/3 Elektronik, 2/3 für die Lautsprecher ist von gestern.
Das Teufel Theater 2 läuft blendend zusammen mit einem 1.000 bis 1.300
€-AV-Receiver.
- Exzellenter Klang und Top-Design sind schwer unter einen Hut zu bringen.
Ebenso ist es komplex, eine Synthese aus hervorragender Akustik und extremer
Raumökonomie zu schaffen. Nicht umsonst gewinnt mit dem Theater 2 auch das
von den Abmessungen her am größten daherkommende Set. Hier sind einfach
durchs Gehäusevolumen mehr Reserven vorhanden. Auch das ebenfalls sehr
überzeugende nuBox 310-Set ist nicht sonderlich kompakt. Aber: Nicht jeder
wird den Platz dafür haben. Wer Design und Sound miteinander verbinden
möchte, findet im Focal die beste Alternative. Von den in Bezug auf die
Satelliten sehr kompakten Sets sticht besonders das preiswerte Infinity mit
extrem geringem Raumbedarf und guter Akustik zum günstigen Preis hervor.
Bei Mordaunt-Short gibt es leichte Abstimmungsmängel bei der Anbindung der
Satelliten an den Subwoofer, und das Arena ist einfach zu teuer.
- Teufel wiederholt mit dem Theater 2 den Erfolg des Teufel
Theater 1 in einer höheren Preisklasse. Beide Systeme haben somit ihre
Daseinsberechtigung. Wer mit sehr knappem Budget kalkulieren muss, greift
zum Theater 1, welches bereits mehr bietet, als viele normale Hörer
benötigen. Das Theater 2 spricht zum ebenfalls sehr fairen Preis sogar
schon ambitionierte Heimcineasten an. Wer besonders viel Musik, Stilrichtung
Klassik/Jazz, hört, greift zum Teufel Theater 4,
das noch etwas feiner klingt und den Klang hörbar besser von den Boxen zu
lösen weiß. Für den Heimkinoeinsatz auch unter forcierten Bedingungen
oder für Rock/Pop/Techno ist das Theater 2 mehr als ausreichend. Wer
gelegentlich nur Klassik hört, wird auch überrascht sein, wie gut dies mit
dem Theater 2 geht.
- Das nuBox Set schlägt sich immer noch höchst achtbar. Trotzdem wäre ein
nuBox-Subwoofer zwischen AW-440 und AW-880 vielleicht eine sinnvolle
Entwicklung - Preis um die 450 €. Auch wäre es eine Erwägung wert, das
nuBox Set wahlweise mit Dipolen anzubieten, die man auf Monopol-Betrieb
umstellen kann.
- Focal sollte wahlweise einen größeren Subwoofer zum Cinema Pro Set
anbieten. Dann gäbe es Chancen auf den Gesamtsieg.
- Tannoy sollte entweder das Arena zum gleichen Preis als 7.1 System
anbieten oder den Preis senken. Der Premiumaufschlag ist recht deftig.
- Die Zeitnähe beider Tests legt auch gewisse Quervergleiche zu unserem Standlautsprecher-Mastertest
nahe. Ernüchterung machte sich bei unserem Testteam breit: Die nuBox
310 und die Teufel M220F bieten ausgewachsenen Standlautsprechern in Bezug
auf die Pegelfestigkeit so lange Paroli, dass es schon beinahe unangenehm
für so manche Standbox wird.
- Bis auf das Tannoy Arena, das in vielen Farbgebungen lieferbar ist,
könnten alle Modelle eine breitere lieferbare Farbpalette gut vertragen.
Fazit:

Spiel, Satz und Sieg fürs Theater 2
Das Teufel Theater 2 kann diesen Vergleich für sich entscheiden - dank
des souveränen Vorsprungs in der Akustikwertung. Die Teufel-Entwicklungsabteilung unter Chefentwickler Markus
Romeis hat hier ganze Arbeit geleistet, und wir sind
überzeugt, dass das Theater 2 gerade wegen dem glänzenden
Preis-/Leistungsverhältnis eines der Lautsprechersystem-Highlights des Jahres 2006
ist.
Es wiederholt in einer höheren Preisliga den grandiosen Erfolg des Theater 1
und ist das mit Abstand günstigste System, das gehobene Höransprüche in allen
Belangen - selbst im Stereobetrieb - vollauf befriedigt. Die beiden
Frontlautsprechern verbinden Dynamik und Homogenität auf einem Level, der auch
in der 1.500 € Liga noch für einen Spitzenplatz gut wäre, der Center liegt
aus qualitativer Sicht ebenfalls sehr deutlich höher, als man es von einem 750
€ Set erwarten kann und könnte sich von seinem gesamten, optischen,
technischen, wie akustischen Auftreten her in weitaus höheren Preisdimensionen
heimisch fühlen. Die beiden Surrounddipole begeistern mit ihrer gleichermaßen
facettenreichen wie weitläufigen Wiedergabe. Zu guter Letzt stellt der M2200
ein echtes Highlight dar, weil er Präzision, Volumen, Tiefgang und
Integrationsvermögen auf hohem Level miteinander verbindet. Diese Einschätzung
mag euphorisch klingen, steht aber auf realistisch-nüchternen Beinen. Nichts
ist einfacher, verehrte Leser, als sich selbst davon zu überzeugen: Das Theater
2 bestellen, Probe hören - und dann urteilen. Wir sind sicher, dass das
preiswerte System unter den Lesern dieses Berichtes viele neue Freunde finden
wird. Das Theater 2 erhält gleich auch noch sein Testprädikat
"Referenz", weil es im Gegensatz zu den anderen Systemen noch in
keinem Einzeltest untersucht wurde.

Teufel Theater 2
Mastertest-Gesamtsieger kompakte 5.1-Systeme von 700 bis 1.800 €
06. April 2006

Am klangstarken und technisch aufwändigen Theater 2 führt für den
preis-/leistungsbewussten Home Theatre-Liebhaber aktuell kein Weg vorbei
Einstufung: Mittelklasse (Aufwertung wegen superber Leistungen)
Preis-/Leistungsverhältnis          
Gleich zweimal vergeben wir den zweiten Platz in diesem Test, und zwar für
gänzlich unterschiedliche Systeme. Das grundsolide, robuste, bodenständige
nuBox 310-Set platziert sich durch die sehr hohe Ausgewogenheit weit vorne. Die
nuBox 310 darf nach wie vor nicht unterschätzt werden und besticht mit
harmonischer, gefälliger, aber nie langweiliger Akustik. Im Surroundbereich
glänzt die schwäbische Offerte mit Präzision und einer sehr guten
Detaillierung. Die Frontklangkulisse ist homogen und stimmig, der Aufbau
überzeugt durch seinen Facettenreichtum. Der nuBox AW-440 Aktivsubwoofer
gefällt durch sein ausgeglichenes, präzises Wesen und bietet fürs kleine
Volumen einen tadellosen Tiefgang. Warum es nicht zum Sieg gereicht hat? Der Sub
ist nicht ganz so nachdrücklich, die Stimmwiedergabe über den Centerkanal
nicht ganz so mitreißend und die Surroundklangkulisse ist nicht ganz so
intensiv und weitläufig wie beim Theater 2. Der andere "zweite Sieger" kommt aus
Frankreich: Das Focal Cinema Pro besticht durch die restlos edle Anmutung und
durch die gepflegte, kultivierte Gesamtakustik. Ein wunderbares System, das den
ganzen Tag durchlaufen kann, ohne jemals zu stören - im Gegenteil: Wer sich die
Mühe macht, genau hinzuhören, entdeckt ein erstaunlich feines
Auflösungsvermögen und viel Klarheit im gesamten Aufbau. Wieso hat es fürs
Cinema Pro nicht zum Gesamtsieg gereicht? Die Gründe liegen in der nur
befriedigenden Pegelfestigkeit des aktiven Subwoofers, der zudem nicht
sonderlich viel Tiefgang erzeugt, was an seinen kompakten Abmessungen liegt, und
daran, dass bei hoher Lautstärke der Klang der Satelliten etwas an Dynamik und Frische
einbüßt.

Nubert nuBox 310-Set
Mastertest 2.Platz kompakte 5.1-Systeme von 700 bis 1.800 €
06. April 2006

Focal Cinema Set Pro
Mastertest 2.Platz kompakte 5.1-Systeme von 700 bis 1.800 €
06. April 2006
Die restlichen Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge:
Das Infinity TSS-750 schlägt sich ordentlich - wer ein extrem kompaktes und
gut klingendes 5.1 System sucht, kann hier zugreifen. Das Schöne ist, dass sich
die Satelliten auch aus musikalischer Sicht prima schlagen. Der aktive Subwoofer
bietet prima Eigenschaften und geht im kleinen Hörraum nachdrücklich zur
Sache, wirkt aber in größeren Lokalitäten etwas kraftlos. Da merkt man dann
das kleinere Volumen und die nicht überdurchschnittlich starke Endstufe.
Das Mordaunt-Short Genie ist sehr sauber verarbeitet und überzeugt mit
liebevollen Details. Für ein solches Set ist der aktive Subwoofer reichhaltig
ausgestattet und kräftig. Bedingt durch die starke Konkurrenz jedoch kann er in
diesem Testfeld nirgendwo Maßstäbe setzen, zumal es an einer
überdurchschnittlich akkuraten Anbindung der Satelliten an den Subwoofer fehlt.
Das entstehende Klangloch ist etwas groß. Die Satelliten selber gefallen mit
sehr guter Dynamik und einer spritzigen, gut detaillierten Hochtonwiedergabe.
Der Preis erscheint recht hoch, gerade wenn man sich zum Vergleich das identisch
teure und mindestens genauso edle Focal-Set anschaut.
Das Tannoy Arena ist nach wie vor ein beeindruckendes
Subwoofer-/Satellitensystem, das allerdings mit seinem sehr hoch angesetzten
Preis zu kämpfen hat. Aufwändige, teure Technik wird bereits beim
Theater 2, das weniger als die Hälfte kostet, in vielen Details geboten, daher
rechtfertigt ein Hinweis auf die edle Technik an Bord des Arena nicht den hohen
Kaufpreis. Die Verarbeitung ist nahezu perfekt, was auch einen gewissen
Mehrpreis als sinnvoll erscheinen ließe, aber ein so deutlich höherer Betrag
ist auch in Anbetracht des superben Finishs nicht angebracht. Die Klangqualität
ist sehr gut, reicht aber weder ans Nubox-Set noch ans Theater 2 heran. Das
liegt auch einfach an den Größen-Defiziten. Gut, mag man sagen, das Arena
spricht auch eher Designliebhaber an - doch dies können auch zum Focal Set
greifen, das sehr viel preiswerter und kaum schlechter ist.
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