MEGATEST: 6 DVD-Player zwischen 60 und 180 € im Vergleich
Testequipment:
  • Pioneer PDP-507XD
  • Humax PR-HD1000
  • Teufel Theater LT7
  • Pioneer VSA-AX10Ai-S
  • Pioneer DV-989AVi-S
Bildqualität:
  • Tevion (für die Grundbewertung verwenden wir generell die theoretisch (nicht praktisch) hochwertigste mögliche Anschlussart, in diesem Falle HDMI, zunächst ohne Upscaling. Beim Tevion ist nur die 576p Ausgabe möglich, daher führt der Tevion das De-Interlacing durch): Der Tevion weist eine voll befriedigende Gesamtbildschärfe auf, die Detaildarstellung ist für die Preisklasse befriedigend. Die Plastizität beweist ebenfalls, dass noch deutlich Luft nach oben ist. Die Farben werden zu warm dargestellt. Dies hat zur Folge, dass das Bild insgesamt nicht besonders authentisch und real wirkt. Kontrast und Schwarzdarstellung zeigen deutlich das Preisniveau auf. So verschwinden Details in dunklen Bildbereichen, auch das Schwarz könnte deutlich tiefer und klarer sein. Zudem sind Überstrahlungseffekte in hellen Bildbereichen sichtbar.  Der De-Interlacer ruckelt im Filmbetrieb sichtbar und bietet kein überzeugendes Leistungsprofil. Der interne Scaler verursacht Doppelkonturen und verzichtet auf die Wiedergabe stark hochfrequenter Bilddetails. Trotz der Doppelkonturen wirkt das Bild auch noch etwas verwaschen. Über Scart-RGB flimmert das Bild leicht, die Detailtreue liegt deutlich unter HDMI-Level, das Bild ist insgesamt sehr weich gezeichnet. Die Farbwiedergabe wirkt weniger knallig als über HDMI – das hat einen natürlicheren Bildeindruck zur Folge. Bei der 576i Wiedergabe über Komponente ist die Bildqualität nicht besser als über Scart-RGB. 576P ist nicht zu empfehlen, da der De-Interlacer zu stark ruckelt und deutliche Treppenstufen zeigt. Bei der Wiedergabe von Videomaterial fällt der De-Interlacer ebenfalls durch Bildruckeln und reduzierte Bildschärfe negativ auf.

  • Sony: Schlecht  - weder HDMI- noch Komponentenausgang. Aber: Die Scart RGB-Signalausgabe überzeugt voll und ganz. Ein scharfes, detailliertes Bild mit einem Kontrast, der auch dreifach so teuren Playern bestens zu Gesicht stünde, zudem ist es farbecht. Für die Scart RGB-Wiedergabe ist die Detailtreue gut. Hier geht mittels Komponente und erst recht mittels HDMI deutlich mehr. Zu loben ist die exzellente Tiefenstaffelung und Erfassung von Farbnuancen, so werden z.B. unterschiedliche Rottöne für diese Preisklasse erstklassig dargestellt. Klares Fazit: Die Ausstattung ist zwar puristisch, das Ergebnis ist aber exzellent. Mehr kann man für den schmalen Kaufpreis nicht an Bildqualität erwarten!

  • Xoro: Kein HDMI-Out – das überzeugt nicht. Aber ansonsten: Respekt – der HSD-4000 beweist, dass innerhalb einer Modellreihe tatsächlich Verbesserungen nicht nur in der Theorie möglich sind, sondern in der Praxis auch vom Hersteller umgesetzt werden können. Etwas Veränderungen in der Firmware, vielleicht eine minimal andere Baugruppe – solche Kleinigkeiten machen sich oft deutlich bemerkbar. Obwohl nicht deutlich teurer als der Tevion, ist die Bildqualität bezüglich der Scart-RGB-Wiedergabe sichtbar besser. Vor allem die klare, ausdrucksstarke Farbwiedergabe kann punkten. Hier schlägt der Xoro sogar den Sony. Auch die Schwarzwiedergabe ist sehr gut, der Pegel, den der Xoro unserem Pioneer PDP-507XD anliefert, ist demnach ohne Fehl und Tadel und wird nur vom Sony übertroffen. Auch die Bildruhe, die der HSD-4000 bereit stellt, ist ausgezeichnet, die Plastizität ist außerordentlich gut. Der Xoro schafft es, wirkliche räumliche Tiefe ins Bild zu bringen. Bezüglich der Schärfe und der Detaillierung ist der Sony nochmals deutlich besser. Kommen wir nun zum Komponenten-Progressive-Bild. Hier schlägt sich der Xoro ausgesprochen achtbar, wie sich bei Star Wars Episode III nachvollziehen lässt. Zwar ist das Bild nicht extrem scharf, dafür aber ausgesprochen angenehm und homogen. Auch die Farbwiedergabe kann erneut voll punkten. Sehr gut – für einen so günstigen Player – ist die Bewegungsdarstellung bei Filmmaterial. Natürlich, eine völlig ruckelfreie Wiedergabe kann man ebenso wenig von einem so preisgünstigen Player erwarten wie eine perfekte Zeichnung diagonaler Linien. Aber die Treppenstufen und die Ruckelbewegungen halten sich in absolut vertretbaren Grenzen. Soll Videomaterial de-interlact werden, wird das Ruckeln allerdings deutlich sichtbar, dafür sind die Schärfeverluste sehr gering. Insgesamt eine reife Leistung – präsentiert sich der HSD-4000 in dieser ausgesprochen erfreulichen Form, braucht er keine Konkurrenz zu fürchten. Einsteiger können daher ohne spätere Reue zu diesem Modell greifen.

  • Thomson: Zunächst eine erfreuliche Überraschung bei der YUV Progressive-Verbindung: Der interne De-Interlacer stellt eine sehr ansprechende Aufbereitung von Videomaterial sicher. Es sind kaum Bildruckler ausfindig zu machen. Nicht perfekt: das Bild ist grundsätzlich zu dunkel. Testreihen mit „Gladiator“ fördern nichts Erfreuliches zu tage: An der Bildabstimmung sollte gearbeitet werden – vergleicht man, was der Xoro bei Komponente-Progressive bei der identischen Signalzufuhr leistet, fällt der Thomson gnadenlos ab: Zu dunkles Bild, trotzdem wird nicht die Schwarzwiedergabe des HSD-4000 erzielt, nur ausreichender Kontrast, zu warme Farben und eine gut sichtbare Weichzeichnung. Zwar ruckelt der De-Interlacer auch bei der Wiedergabe von Filmmaterial kaum – aber das kann den Niedergang des Thomson auch nicht allein aufhalten. Per Scart-RGB ist die Bildgüte besser, der Kontrast liegt höher, die Farbwiedergabe ist jedoch zu aufdringlich und zeigt einen gut sichtbaren Rotstich. Auch hier sind Xoro und Sony überlegen. Insgesamt fehlt es dem Bild an Substanz und Brillanz, die Wiedergabe wirkt dadurch oberflächlich und flau. Dass der DTH250 keinen HDMI-Ausgang hat, macht das Gesamtergebnis nicht besser.

  • LG: Der teurere LG verfügt über einen HDMI-Ausgang mit Scaler. Zunächst überprüften wir die Bildgüte bei HDMI/576p. Hier fällt bei Filmmaterial das erstaunlich ruhige und souveräne De-Interlacing auf. Die Schriftrolle, die zu Beginn von Ep. III durch den Bildschirm rollt, gleitet ohne Ruckeln und in sehr guter Schärfe durchs All. Auch Videomaterial wird tadellos de-interlaced -  eine für diese Liga hervorragende Leistung. Die Gesamtbildschärfe ist hoch, die Detailarbeit überzeugt ebenfalls. Allerdings ist das Bild relativ dunkel (grundsätzlich – ganz gleich, wie der Black Level Expander eingestellt ist), das wird Anhänger echten Kino-Flairs sehr gut gefallen, wer oft mit deutlichem externen Lichteinfall Filme anschaut, wird allerdings leichte Probleme bekommen. Farblich tendiert das Bild deutlich in Richtung einer warmen Farbgebung, das sorgt für einen sehr angenehmen, nicht aber für einen extrem authentischen Bildeindruck. Der interne Scaler erfreut mit sehr guter Arbeit, seine Leistungen im 1.080i Betrieb sind für diese Preisliga auf außergewöhnlich hohem Level. Über Scart-RGB ist das Bild interessanterweise heller, die Farben sind natürlicher und weniger rötlich. Die Detaillierung ist praktisch nicht schlechter als bei der HDMI 576p Signalübertragung. Insgesamt ein harmonisches und klares Bild, und der Beweis, dass HDMI nicht automatisch das beste Bild bereit stellt. Über Komponente, dies ist ein Nachteil, kann der LG nur Interlaced-Bilder ausgeben. Das Interlaced-Komponentenbild die beste Art der Bildsignalverarbeitung an einem Highend-Display wie unserem PDP-507XD: Homogen, farblich gefällig, scharf und ansprechend detalliert. Leider – der De-Interlacer ist wirklich gut, aber über die ansonsten gelungene Komponentenverbindung nicht anwählbar. Das wirkt sich leider negativ auf die Gesamtbewertung aus.

  • Pioneer: Das Scart-RGB-Bild ist sehr scharf und erreicht beinahe das Niveau des in dieser Teilwertung vorbildlichen Sony. Maßstäbe setzt der Pioneer in diesem Teilnehmerfeld mit seiner hohen Plastizität, hier schlägt er den Xoro, der ebenfalls in dieser Disziplin sehr gut abschneidet. Die Farbwiedergabe ist bis auf den bereits erwähnten leichten Violettstich nahezu perfekt, satt, klar und authentisch. Bei allen Real-Testbildern auf der AVEC Test-DVD erzielte der Pioneer die besten Resultate des gesamten Testfeldes. Das Komponenten-Bild entspricht bezüglich Farbe, Helligkeit und Kontrast dem Scart-RGB-Bild, die Zeichnung ist minimal feiner, ohne allerdings einen klaren Vorsprung gegenüber RGB-Scart herauszuholen. Setzt man den Komponentenausgang auf „Progressive“, ist der 696AV fürs De-Interlacing zuständig – was er bei Videomaterial mit Bravour erledigt. Das Bild erscheint scharf und sauber. Bei der Komponenten-576p-Übertragung fällt auf, dass der De-Interlacer bei der Wiedergabe von Filmmaterial leicht ruckelt, dafür ist die Bildschärfe exzellent und die Detaillierung bei Ep. III ist die mit Abstand beste. Wie sieht es mit der HDMI-Wiedergabe aus? Bei der 576i Wiedergabe fällt auf, dass das Bild dunkler ist als das Komponenten-Bild, in dunklen Bildbereichen werden daher Details verschluckt. Bei HDMI 1.080i stören leichte Flimmereffekte und nicht ganz präzise gezeichnete Objektkanten. Beim preisgünstigeren DV-490V sind diese Leistungen absolut als gut zu bezeichnen, beim teureren DV-696AV reicht es nicht mehr für ein Top-Ergebnis.

Was zeigt uns die Bildwertung?

Die Bildwertung endet mit sehr interessanten und zugleich aufschlussreichen Ergebnissen. Das erste Resultat: Selbst dann, wenn ein HDMI-Ausgang zur digitalen Videodatenübertragung vorhanden ist, stellt dieser nicht automatisch die beste Signalübertragungsart dar. In unserem Test haben wir Scart-RGB- und Komponenten-Signalübertragungen auf analogem Wege gesehen, die besser waren als die Ergebnisse mittels HDMI. Weiterer Faktor: Nicht unterschätzen darf man, dass wir als Bildwiedergabegerät einen der besten Flachbildschirme verwendet haben, der momentan überhaupt erhältlich ist: Der Pioneer PDP-507XD (Test folgt in Kürze) besticht mit hervorragendem A/D-Wandler bei analoger Signalzuführung und bringt einen erstklassigen Scaler sowie De-Interlacer mit. Zusammen mit der exzellenten Schwarzwiedergabe, den natürlichen, leuchtenden Farben und dem überragenden Kontrast legt der Pioneer die Schwächen der DVD-Player gnadenlos dar. Selbstverständlich haben wir den PDP-507 völlig neutral in Werkseinstellung betrieben. Was noch auffällt: Weder Thomson noch Tevion sind in der Lage, einen sauberen Signalpegel auszugeben, was man besonders bei der Schwarzwiedergabe sieht. Diese beiden Player fallen deutlich hinter den Rest des Feldes zurück. Weitere Beobachtung: Zwei große Talente verhageln sich durch übertriebenen Geiz des jeweiligen Herstellers eine mögliche Spitzenbewertung. Der Sony führt mit seinem überragenden RGB-Bild diese Teilwertung souverän an. Leider aber hat der DVP-NS36 noch nicht einmal einen Komponentenausgang, geschweige denn ein HDMI-Interface! So nutzen dem Sony die 10 Punkte aus der RGB-Bewertung herzlich wenig. Auch der LG ist ein König der verschenkten Möglichkeiten. Sein De-Interlacer ist sehr gut, das Bild über Komponente ausgezeichnet - nur: Beides in Kombination, wo nochmals eine bessere Bewertung realisierbar wäre,  kann der Kunde nicht genießen. Nimmt der Anwender die HDMI-Variante, ist das Bild zu dunkel und besitzt zu wenig Kontrast, nimmt der die Komponenten-Variante, ist der De-Interlacer nicht aktiv. Eine positive Überraschung stellt der Xoro HSD-4000 dar. Im Vergleich zum früher getesteten Modell präsentiert er sich in deutlich besserer Verfassung und schlägt sich für ein relativ altes Gerät hervorragend. Bleibt der Pioneer - er liefert ein exzellentes Komponenten- und RGB-Bild ab. Der interne Scaler hingegen ist zwar beim deutlich günstigeren DV-490V absolut in Ordnung, beim DV-696AV sollte man aber eine etwas höherwertige Lösung einbauen. Insgesamt beweist dieser Test, dass noch viel Luft nach oben ist und dass teurere DVD-Player keinesfalls "überteuert" oder sinnlos sind, sondern für den Besitzer eines hochwertigen Bildwiedergabegeräts sogar einen Pflichtkauf darstellen. 

Wertung Bild

Wertungstabelle:

Gerät Tevion Sony Xoro

Thomson

LG Pioneer
HDMI (YUV) 4 0 0 0 7 7
YUV (analog) 3 0 8,5 5 8 9
RGB (Scart) 3 10 8,5 4 8 9
Gesamt 10:3x4
= 13 (gerundet)
10:3x4
= 13 (gerundet)
17:3x4
= 23 (gerundet)
9:3x4
= 12
23:3x4
= 31 (gerundet)
35:3x4
= 33 (gerundet)
Platz  4 4 3 5 2 1

Bilanz Bild:

1. Pioneer 33 Punkte
2. LG  31 Punkte
3. Xoro 23 Punkte
4. Sony, Tevion 13 Punkte
5 Thomson 12 Punkte

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