MEGATEST: 6 DVD-Player zwischen 60 und 180 € im Vergleich

06. Oktober 2006 (th>cr)

 

6 DVD-Player mussten im großen Vergleichstest ihre Talente beweisen, von oben nach unten: LG DNX-190UH, Thomson DTH250, Sony DVP-NS36, Pioneer DV-696AV, Xoro HSD-4000, Tevion DVD-8000

Einführung

Zwar sind inzwischen Blu-ray und HD-DVD in aller Munde, aber der normale, konventionelle DVD-Spieler sind für „Otto Normalverbraucher“ immer noch das Maß der Dinge. Auch, wenn HD-DVD- und Blu-ray-Spieler längst nicht so teuer sind wie damals die ersten DVD-Player, so sind die preislichen Dimensionen doch für den gewöhnlichen Anwender weit entdrückt. Daher haben wir uns entschlossen, in der „volksnahen“ Klasse zwischen rund 60 und rund 180 € einen groß angelegten Vergleichstest durchzuführen, um nachzuprüfen, zu welchen Leistungen sehr preiswerte DVD-Spieler imstande sind. Wir haben es gemacht wie der durchschnittliche Endverbraucher: Rein in den Großflächenmarkt und verschiedenste Modelle, teils erst seit kurzem im Programm, teils Auslaufmodelle, eingekauft, um ein möglichst realistisches Gesamtbild zu erhalten. Zum Test sind angetreten:

  •  Tevion DVD-8000, Preis rund 60 €

  • Sony DVP-NS36, aktueller Marktpreis rund 70 €

  • Xoro HSD-4000. Nachdem wir bereits im letzten großen Vergleichstest einen der damals ersten HSD-4000 hatten, haben wir uns nun nochmals ein aktuelles Modell 

  • dieses Dauerbrenners besorgt, um zu verfolgen, ob Modellpflege betrieben wurde. Der Marktpreis liegt bei ca. 70 €

  • Thomson DTH250E, Marktpreis ca. 67 €

  • LG DNX-190UH, Marktpreis ca. 90 €

  •  Pioneer DV-696AV, Marktpreis ca. 150 €

Unsere Testdurchführung und unsere Bewertungskriterien:

Zunächst muss man sich vor einem solchen Test über die Zielsetzung eines solches Berichtes und der Priorität verschiedener Faktoren im klaren sein. Es handelt sich bei diesen Playern um ausgesprochen günstige Modelle - wie gerade der Tevion DVD-8000 zeigt. Dass wir gerade diese Modelle ausgesucht haben, liegt daran, dass wir eine möglichst breite Marktübersicht geben wollten - und gerade deshalb haben wir auch Auslaufmodelle und Restposten wie den nur noch vereinzelt zu erwerbenden DVD-8000 mit einbezogen. Auch das Preisspektrum ist nicht ohne Hintergrund gewählt. Beginnen bei der absoluten Einsteigerklasse, endet unser Testfeld mit dem Pioneer DV-696AV, der schon der heutigen Einsteigerliga preislich beinahe entwachsen ist. Hier muss sich also die Frage klären, inwiefern der Pioneer seinen Mehrpreis auch geltend machen kann. 

Insgesamt steht fest, dass alle diese getesteten Modelle nicht dazu angetan sind, dem wahren Home Theatre-Fan glücklich zu machen. Das wollen und können diese Geräte nicht. Daher kann man in der Theorie schon festlegen, welche Zielgruppe angesprochen wird:

  • Zielgruppe: Einsteiger und Aufsteiger (insbesondere DV-696AV)

Ein sehr gutes und zudem günstiges Bildwiedergabegerät ist der Toshiba 32WL66Z, der bereits für rund 1.000 € Marktpreis zu erwerben ist

  • Geeignete Bildwiedergabegeräte: Gute LCD-TVs mit Diagonalen von 26 bis 32 Zoll (Beispiele: Samsung LE-32R73BD oder Xoro LCD-TV HTL 3712w als Auslaufmodel für rund 1.300 €l). Sollen diese Player einem Projektor zuspielen, so kommen auch hier Geräte in der Preisklasse zwischen 1.000 und max. 2.000 € in Frage. Durch die Grenzen bei der Bilddarstellung, die diese DVD-Player mitbringen, raten wir zu einer Bilddiagonalen von 1,5 bis 2 Metern. 

Das Maximum, was bezüglich eines AV-Receivers Sinn macht, stellt der vorzügliche Yamaha RX-V659 dar

Teufels Motiv 4 You 2 ist eine klanglich sehr gute Aktivlösung

  • Auch Lautsprechersysteme sollten zwar qualitativ gut, aber nicht überdimensioniert sein - dieses Potential kann nicht ausgeschöpft werden. Sehr preiswert wäre eine vollaktive Lösung wie das restlos überzeugende Teufel Motiv 4 You 2, hier spart man sich dann sogar den AV-Receiver - denn wir haben einige Kandidaten im Testfeld mit 5.1 Ausgang. Sollte es Schwierigkeiten bezüglich der Decodingqualitäten des DVD-Players geben, steht Teufels Decoderstation 3 für faire 129 € in den Startlöchern. Wer ein sehr preiswertes, aber ausgewachsenes Lautsprecherset sucht, kann sich das Pure Acoustics Mars 5.0-Lautsprecherset einmal anschauen. Durch den ausgewogenen Sound stellt auch das Infinity Subwoofer-/Satellitenlautsprechersystem Beta HCS eine gute Wahl dar. Mit homogenem Klang und tadelloser Detaillierung glänzt das Teufel Theater 2, welches das Potential von Ein- und Aufsteigerelektronikketten voll ausschöpft. 

Kommen wir nun zu unserem Bewertungsschema. Es reicht von 0 bis 10 Punkten mit 0,5er Schritten (hier fließt natürlich die sehr günstige Preisklasse mit ein)

  Unsere Kriterien:

  1. a) Die Verarbeitung außen. Hier kann der Proband maximal 10 Punkte erreichen. Wir achten auf die Güte und die Passqualität von Frontplatte und Gehäuse, auf die Einpassung des Anschlussfeldes, auf die Displayqualität, die Gerätefüße, die Lagerung und die Geräuschentwicklung der DVD-Lade und auf die Güte der mitgelieferten Fernbedienung. B) Die Verarbeitung innen. Platinenlayout, Baugruppenqualität, Netzteilsektion, optischer Eindruck des Laufwerks und Verkabelung werden hier begutachtet. In beiden Kriterien vergeben wir 10 Punkte maximal, was insgesamt im Idealfall 20 Punkte macht. Um insgesamt eine Verhältnismäßigkeit festzusetzen - die Verarbeitung spielt bei so günstigen Modellen keine entscheidende Rolle - zählen wir die Punkte aus den Innen- und Außen-Teilwertungen zusammen und teilen diese Gesamtpunktzahl durch 2. Das Ergebnis ist das Resultat der Verarbeitungswertung. 

  2. Ausstattung, Audio- und Videooptionen, Anschlüsse. Diese Wertung setzt sich aus verschiedenen Teilwertungen zusammen. Das Endresultat zählt doppelt, da die Ausstattung ein wichtiger Kauffaktor ist. Die Audio- und Video-Konfigurationsmöglichkeiten wurden von uns sorgfältig mittels OSD nachgeprüft. Wir haben uns auf die wichtigsten Funktionen konzentriert (z.B. Scaler ja oder nein, HDMI ja oder nein, interner Decoder, Abspielmöglichkeit für DVD-A, Video-EQ etc.). Bei der Anschlussbestückung gibt es einen kräftigen Punktabzug für fehlende HDMI-Ausgänge. Dass man bereits für 60 € ein HDMI-Interface erwarten kann, zeigt der Tevion DVD-8000. Fehlt auch noch ein Komponentenausgang, so ist das Resultat in der Anschlusswertung miserabel,. Ein solches Gerät ist dann schlichtweg veraltet. Zusatzpunkte gibt es, wenn ein koaxialer und ein digitaler Ausgang vorhanden sind, ebenfalls gerne gesehen wird ein Cardreader. Die Bewertung setzt sich folgendermaßen zusammen: Audiofunktionen, Videofunktionen und Anschlüsse werden maximal mit jeweils 10 Punkten bewertet. Die Ergebnisse der drei Wertungen werden zusammengezählt, durch drei geteilt. Das Ergebnis wird dann verdoppelt, denn wie bereits erwähnt, zählt diese Wertung zweifach. 

  3. Multimedia und Laufwerk: Bezüglich der Multimedia-Bewertung haben wir uns verschiedene "Grund-Medien" herausgesucht, die qualitativ überzeugend wiedergegeben werden müssen: CD-R mit MP3-Multisession, kombinierte CD-R mit jpeg/MP3-Dateien, DVD-R, DVD-RW (Video Mode) und eine SVCD. Auf den Test allzu exotischer Formate haben wir verzichtet - wir fokussieren hier eher, dass die Grundformate in ansprechender Qualität zur Geltung gebracht werden können. In die Bewertung des Laufwerks fließen ein: Fehlerkorrektur, Schnelligkeit beim Einlesen, Betriebsgeräusch beim Einlesen und beim normalen Abspielbetrieb. Güte des Layerwechsels. Da beide Wertungen nicht unwichtig sind, vergeben wir für jeweils 10 Punkte für Multimedia und Laufwerk. 

  4. Bedienung: Wie liegt die Fernbedienung in der Hand? Sind die Menüs optisch ansprechend und logisch aufgebaut? Wie verhält es sich mit der Bedienung am Gerät selber? Diese Themen werden hier beleuchtet, maximal gibt es 10 Punkte. 

  5. Bild: Bereits das günstigste Modell, der Tevion DVD-8000, verfügt über alle relevanten Signalübertragungsmöglichkeiten: HDMI, Komponente und Scart-RGB. Wir haben uns daher entschlossen, die Bildwertung in folgende Teilbereiche zu unterteilen: Bildgüte Scart-RGB, HDMI und Komponente. Modelle, die kein HDMI-Interfache haben, bekommen 0 Punkte in der HDMI-Wertung, haben aber natürlich die Chance, dieses Manko teilweise durch ein besonders gutes Komponenten-Bild auszugleichen. In jeder der drei Wertungen sind maximal 10 Punkte zu erreichen, wir achten auf visuelle Gesamtharmonie, Plastizität, Gesamtbildschärfe, Detaillierung, Kontrast, Farbwiedergabe, Upscaling und De-Interlacing. Das Gesamtergebnis aus den drei Wertungen wird durch drei geteilt und dann mit dem Faktor 4 multipliziert - auch bei sehr preiswerten Modellen ist die Bildgüte wichtigstes Kriterium. 

  6. Klang: Wir haben bereits preisgünstige Modelle (Xoro HSD-4000, Tevion DVD-8000), die nicht nur einen internen Decoder aufweisen, sondern sogar noch DVD-Audio abspielen können - dies wird vom Chipsatz unterstützt, die Wandler der Modelle setzen allerdings Beschränkungen - darum verzichten die Hersteller auch auf ein Promoten dieses Features, wir haben es trotzdem ausprobiert).  Daher haben wir die Audiowertung in vier Bereiche unterteilt: Interner Decoder, DVD-Audio/SACD, 2-Kanal-Analog und Digitalklang. In jeder Teilwertung vergeben wir maximal 10 Punkte. Das Ergebnis wird dann durch vier geteilt - das Audio-Gesamtergebnis - und anschließend verdoppelt, da die Audiowertung zweifach zählt. Bei den Audioeigenschaften achten wir auf die klangliche Harmonie, die Klarheit des gesamten Vortrags, auf einen straffen und dennoch kräftigen Bass, einen akzentuierten Mitteltonbereich und auf eine lebendige Hochtonwiedergabe. 

  7. Fazit mir Kürung des Testsiegers

Nun wissen Sie genau, wie wir beurteilen  - jetzt startet der große Vergleichstest - hier die Aufteilung:

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