PREVIEW: AV-Verstärker Denon AVC-A11XVA (1/3)
02.08.2006 (cr)

Gerade im Boliden-Segment kommt man momentan kaum an einem Denon-Modell
vorbei, bester Beweis ist der AVC-A1XVA -
dieses Modell vereint Audio-, Video- und Netzwerkfunktionen auf beispielhaft
hohem Niveau. Der Preis erscheint in Bezug auf das Leistungspotential als sehr
fair, aber fernab der Betrachtung des Gebotenen sind 6.999 € doch so viel
Geld, dass selbst finanziell gut gepolsterte Heimcineasten mit den Schultern
zucken müssen - der AVC-A1XVA bleibt ein
Traum. Doch muss es wirklich immer der größte AV-Verstärker aus dem Sortiment
sein? Schließlich bietet Denon Alternativen zur Genüge an, und wer immer noch
einen im höchsten Maße beeindruckenden, optisch allerdings im Gegensatz zum AVC-A1XVA
zurückhaltend auftretenden Mehrkanalverstärker sucht, kann zum gerade auf den
neusten Stand gebrachten AVC-A11XVA für 3.999 € greifen. Gleich satte 3.000
€ weniger Investitionsvolumen, da kann man sich gleich noch ein Teufel Theater
6 in 5.1 Konfiguration als Lautsprechersystem dazukaufen.

Das neue Videoboard in eingebautem Zustand in unserem
Testgerät

Die von vorn betrachtet rechte Seite des Videoboards im Detail

Die von vorn betrachtet linke Seite des Videoboards im Detail
Was nun zeichnet den AVC-A11XVA im Vergleich zum hervorragend getesteten AVC-A11XV
aus? Fokussiert im Upgrade wurde eine Erweiterung der Videofunktionalität. Hier
bietet der AVC-A11XVA nun laut Denon den identischen Standard wie der AVC-A1XVA,
sollte dies der Fall sein, bekäme man für knapp 4.000 € nicht nur einen
herausragenden AV-Verstärker, sondern auch noch einen brillanten
Videoprozessor. Denon verpflanzt in den AVC-A11XVA also ein neues Videoboard,
und damit dieses korrekt arbeiten kann, wurde auch gleich die
Spannungsversorgung geändert. Besitzer eines AVC-A11XV
brauchen sich nicht zu grämen: Mit dem Upgrade II (699 €) wird der AVC-A11XV
technisch zum AVC-A11XVA: Das komplett überarbeitete Videoboard unterstützt alle relevanten HDTV-Formate in vollem Umfang und auch die Anzahl der digitalen Videoeingänge ist durch das Upgrade noch einmal angestiegen.

Neuer Maßstab: Wie beim AVC-A1XVA gibt auch der AVC-A11XVA
1.920 x 1.080p aus
Insgesamt vier
HDMI/DVI-Eingänge nehmen jetzt auch progressive HDTV-Bilder mit bis zu 1080 Zeilen (1080p) entgegen. Geblieben ist die
digitale Videokonvertierung, die alle analogen Bildsignale (Video, S-Video und Komponenten) mit der Unterstützung exzellenter 12 Bit
Video-A/D-Wandler für die Ausgabe über den HDMI-Ausgang aufbereitet. Vorteil: Für den Anschluss entsprechend ausgestatteter Projektoren, LCD- oder Plasma-Displays genügt auf alle Fälle eine einzige digitale Kabelverbindung. Um eine perfekte Aufbereitung der Bildsignale zu erreichen, vertrauen die Entwickler auf die
DCDi-Technologie von Faroudja. Innerhalb des Videoprocessings erzeugt der Deinterlacer FLI 2310 (I/P-Konverter mit
HDTV-Scaler) aus den Halbbildern (interlaced) hochwertige Vollbilder (progressives
Format). Die zusätzliche Skalierung ermöglicht die perfekte Anpassung der Bildsignale an die Auflösung des Beamers oder Bildschirms. So kann ein AVC-A11XV mit neuem Videoboard jetzt über die HDMI-Schnittstelle wahlweise die digitalen Formate 480p, 576p, 720p, 1080i und
1080p ausgeben. Wer einen Beamer oder Bildschirm ohne
HDMI/DVI-Eingang besitzt, kann die vollständige digitale Videokonvertierung analoger Signale nutzen und beispielsweise eine Umwandlung konventioneller Bildsignale auf den hochwertigen Komponenten-Ausgang durchführen
(Composite <-> S-Video <-> Komponenten).
Wie sehen die Qualitäten, die der AVC-A11XVA in Bezug aufs Videoprocessing
mitbringt, in der Praxis aus? Kurze Antwort: Überragend. Wir haben es dem Denon
AV-Receiver besonders schwer gemacht und haben ihn zunächst ein qualitativ
minderwertiges Composite-Signale zugeführt, welches er digitalisieren und in
ein 1.920 x 1.080i Signal umwandeln musste. Als Bildwiedergabegerät stand ein Toshiba 47WLG66P
für dieses Unterfangen zur Verfügung. Das Ergebnis war beeindruckend: Bei
"Behind Enemy Lines" (Sequenz auf der 7. DTS Demo DVD) war kaum noch
wiederzuerkennen, dass es sich ursprünglich um ein einfaches Composite/FBAS
Signal handelte" Ein scharfes, klares und detailreiches Bild war die Folge
der effektiven Arbeit des Denon. Besonders überraschte uns, dass praktisch
keine Rauschmuster das Bild verunstalteten - alles war ruhig und klar in Bezug
auf die Darstellung. Dann haben wir dem AVC-A11XVA ein 720 x 576er
Komponentensignal über einen Denon DVD-2910
zugeführt, um dieses zu digitalisieren und auf 1.920 x 1.080i hochzurechnen -
das Ergebnis war exzellent: Der Toshiba 47WLG66P
zeigte bei Star Wars Episode III ein bis ins letzte Detail überragend
modelliertes Bild, jede Kleinigkeit der gleich zu Beginn des Films
stattfindenden Weltraumschlacht über Coruscant kam klar und sauber zum
Ausdruck. Bereits bei diesem Verbindungsweg war die Bildqualität noch höher,
als wenn der DVD-2910 direkt über HDMI
ein 1.920 x 1.080i Signal zum 47WLG66P
schickt - der Scaler im AVC-A11XVA sorgt für ein noch differenziertes
Bild, welches zudem praktisch überhaupt nicht rauscht, obwohl zusätzlich noch
eine Video A/D-Wandlung vorgenommen werden musste (Komponenten-Analogverbindung
Denon DVD-2910 --> Denon AVC-A11XVA), die entfällt, wenn der DVD-2910 direkt
über HDMI am Toshiba hängt. Bilanzierend also ein deutlicher
Unterschied zu der Bildqualität, die mittels des Scalers im 2910 realisiert wird. Die
letzten Rauschanteile im Bild resultieren aus dem minimalen Rauschen des sehr guten
Toshiba Panels. Wenn man dem Toshiba, ganz gleich, ob per HDMI oder mittels
Komponente, direkt ein 720 x 576er Signal zuführt und dem 47 Zoll-LCD das
Upscaling überlässt, erkennt man relativ schnell, dass der Scaler im
AVC-A11XVA sich erneut glänzend in Szene setzen kann, das Bild wirkt noch
plastischer und genauer gezeichnet - also wird auch der interne Scaler des 47WLG66P
geschlagen. Nach den ersten Testläufen also glänzt die Videosektion des
AVC-A11XVA wirklich mit den gleichen Qualitäten, die wir dem Videoteil des AVC-A1XVA
im XXL-Test bescheinigt haben.
Wie steht es sonst um den AVC-A11XVA? Die Antwort: Alles in bester Form. Die
Verarbeitungsqualität gefällt auch im Detail, innen und außen wird ein
ausgesprochen hoher und erfreulicher Standard erreicht, den wir hier
selbstverständlich mit entsprechenden Bildern dokumentieren. Alle Bilder sind -
wie es unsere Leser von uns gewohnt sind - NEU fotografiert, wir haben kein Bild
aus dem damaligen AVC-A11XV-Test
entnommen. Nur die Screenshots mit den Audyssey-Funktionen und das eine Bild die
Netzwerkfunktionalität entsprechend entstammen dem AVC-A1XVA-Test.

Der AVC-A11XVA erfreut mit solide verarbeiteter Aluminiumfront

Die Spaltmaße im Detail waren bei diesem Testgerät sichtbar
besser als bei unserem damaligen AVC-A11XV

Dicke, vibrationshemmende Gerätestandfüße

Akkurates Finish auch von unten betrachtet

Sehr gut ablesbares 2-zeiliges Punktmatrixdisplay mit Anzeige
von Ein- und Ausgangs-Signalkonfiguration

Massiver, sehr exakt geführter Lautstärkedrehregler

Die Fernbedienung ist ordentlich verarbeitet
Die äußere Verarbeitung kann also bilanzierend bestens
gefallen. Im Vergleich zu früheren Testgeräten (AVC-A11XV) sammelt unser
jetziges Testgerät sogar noch mehr Punkte. Die Passung der Frontplatte ist nun
hervorragend, hier gab es kleine Kritik beim Test des Vorgängermodells.
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