TEST: HDTV für 899 EUR - HD ready Röhren-TV Samsung WS-32Z409T

10.07.2006 Autor: Karsten Serck

Einleitung

Während in den USA preiswerte Röhren-TVs, die auch HDTV-Bilder darstellen können, schon seit langem von vielen Herstellern angeboten werden, sind solche Geräte in Europa bislang extrem selten gewesen. Die meisten HDTV-tauglichen Fernseher sind überwiegend LCD- oder Plasma-Displays. Der auf der CeBIT vorgestellte Samsung WS-32Z409T ist eine der seltenen Ausnahmen und obendrein der erste Röhren-Fernseher, der mit dem "HD ready"-Logo gekennzeichnet ist. Somit ist der Samsung in der Lage, die HDTV-Standards 720p und 1080i sowohl mit 50 Hz als auch 60 Hz darzustellen.

Das Gerät

Der Samsung ist mit einer 32 Zoll-Bildröhre ausgestattet. Die gemessene sichtbare 16:9-Bilddiagonale liegt bei 75,5 Zentimetern. Durch die "SlimFit"-Bauweise wurde die Tiefe der Röhre im Vergleich zu Standard-Bildröhren reduziert. Das Gehäuse-Design betont die "SlimFit"-Bauform besonders (siehe Abbildung) Die Tiefe des gesamten Geräts liegt bei nur 39 Zentimetern.

Mit einem Preis von 899 EUR (UVP) ist der Samsung noch etwas günstiger als die meisten preiswerten LCD-TVs. Trotz der immer besser gewordenen Qualität der LCD-TVs bietet der Samsung als Röhrenfernseher systembedingt einige Vorteile gegenüber Flachbildschirmen:

  • Besserer Schwarzwert und Kontrast: Eine Kathodenstrahlröhre leuchtet nur die Bildbereiche aus, auf denen auch tatsächlich etwas zu sehen ist. LCD-TVs benötigen hingegen eine Hintergrundbeleuchtung. Daher ist das Schwarz eines Röhrenfernsehers wesentlich tiefer und kommt nahezu an ein ideales Schwarz heran. Auch in hellen Bildbereichen sind Röhren-TVs immer noch leuchtstärker als Flachbildschirme. Dadurch bieten sie auch noch einen wesentlich höheren Gesamtkontrast. Die Entwicklung geht bei LCD und Plasmas natürlich auch weiter und gerade neuere Plasma-Bildschirme bieten inzwischen schon einen Kontrast-Eindruck, der sich immer weniger vom Röhren-Fernseher unterscheidet, sind aber in dieser Preisklasse nicht erhältlich.
  • Keine Skalierung: Im Gegensatz zu Flachbildschirmen haben Röhren-TVs keine vorgegebene physikalische Auflösung. Bei Flachbildschirmen ist ein Umrechnen der Auflösung des Eingangssignals auf die physikalische Panel-Auflösung erforderlich. Dieser Vorgang ist aufwendig und erfordert hochwertige Technik. Gerade bei der Wiedergabe von normalem PAL-Fernsehen mit einer relativ niedrigen Auflösung von 720 x 576 Pixeln können durch das Hochskalieren Unschärfen auftreten. Beim Röhrenfernseher muss hingegen zur Wiedergabe unterschiedlicher Auflösungen nur die Ablenkung des Kathodenstrahls angepasst werden. Er kann also die Auflösung des Bildes direkt verändern, ohne das hierzu eine Bearbeitung des Bildsignals erforderlich ist.
  • Kein De-Interlacing: Herkömmliche TV-Signale werden im Halbbild-Verfahren ausgestrahlt, aber auch das HDTV-Format 1080i arbeitet weiterhin mit 1080 Zeilen, die in Form von Halbbildern dargestellt werden. Dabei werden die Zeilen nicht nacheinander aufgebaut, sondern im Wechsel. Es folgt also auf die Zeile 1 die Zeile 3, 5, 7 usw. Erst in einem zweiten Durchlauf werden die Zeilen 2, 4, 6 usw. dargestellt. Während ein Flachbildschirm aus diesen Halbbildern wieder Vollbilder errechnen muss, kann ein Röhren-TV systembedingt die Halbbilder auch "Interlaced" schreiben.

Anschlüsse im Überblick

Der Samsung WS-32Z409T verfügt für die HDTV-Wiedergabe über einen HDMI-Eingang und einen YUV-Komponenteneingang. Während über die HDMI-Schnittstelle auch der Ton digital übertragen wird, gibt es für den YUV-Anschluss noch einen analogen Cinch-Eingang.

Von den zwei SCART-Buchsen gibt "EXT 1" auch RGB-Signale wieder. Die SCART-Buchse Nr. 2 unterstützt hingegen nur Composite Video. Für S-Video-Signale befindet sich an der Seite des Geräts noch ein S-Video-Eingang mit zusätzlichem Composite Video- und Stereo-Eingang. Diese Buchse ist so an der Hinterseite angebracht, dass man sie auch erreichen kann, ohne den Fernseher herumdrehen zu müssen.

  • 1 x HDMI
  • 1 x YUV (inklusive Stereo-Line-In)
  • 1 x S-Video
  • 1 x Composite Video
  • 1 x Antenne

TV-Tuner

Der Samsung ist ausschließlich mit einem analogen Kabel-Tuner ausgestattet. Digitale TV-Programme können nur über externe Receiver empfangen werden. Für einen kompletten Sendersuchlauf benötigt das Gerät 05:36 Minuten. Beim Suchlauf übernimmt der Fernseher die mit ausgesendeten Kennungen der einzelnen Programme und speichert die Sender in einer für die meisten Zuschauer recht plausiblen Reihenfolge ab, die nur wenige Anpassungen erfordert. Die Qualität des Kabelempfangs ist gut. Das Bild sämtlicher Kabelkanäle vor Ort war trotz eines nicht optimalen Kabelsignals frei von Rauschen und Interferenzen, selbst auf Frequenzen, die ansonsten anfällig für Störungen sind. Weil im analogen Kabel aber keine echte 16:9-Übertragung möglich ist, empfiehlt sich auf jeden Fall der Einsatz eines externen Digital-Receivers, der 16:9-Programme mit einem anamorphen 16:9-Bild an den Fernseher überträgt.

 

Features

Zur Darstellung von TV-Programmen verfügt der Samsung über vier verschiedene Bild-Modi. Im Automatik-Modus wird das Bild immer aufs 16:9-Format gezogen, ob 16:9 oder nicht. Für 4:3-Programme wesentlich praktikabler ist neben dem 4:3-Modus der "Zoom1"-Modus, der eine Höhenverstellung des Zoom-Bereichs erlaubt. "Zoom2" ist weniger sinnvoll, denn in diesem Modus wird das Bild nach oben und unten gestreckt, was aussieht wie eine anamorphe DVD auf einem 4:3-Fernseher. Einen 14:9-Modus, der einen idealen Kompromiss für 4:3-Bilder darstellen würde, gibt es leider nicht. 

Die Bildeinstellmöglichkeiten umfassen eine Anpassung von Helligkeit, Kontrast, Farbintensität und Schärfe. Zusätzlich lässt sich noch die Farbtemperatur in fünf Stufen einstellen. Die digitale Rauschunterdrückung sollte möglichst deaktiviert werden, da sie nur bei Bildern von dem analogen TV-Tuner Sinn macht und ansonsten zu Nachzieheffekten führt. Samsung empfiehlt in der Bedienungsanleitung selbst den Einsatz der Rauschunterdrückung nur in dem Fall, wenn das Antennensignal schwach ist. Sinnvoll ist die Anpassung der Bildneigung, die es erlaubt, das Bild korrekt zu drehen, da je nach Aufstellungsort (z.B. in der Nähe von Lautsprechern) das Bild leicht verdreht sein kann.

Auch im Tonbereich hat der Samsung zahlreiche Einstellmöglichkeiten zu bieten. Neben dem Virtual Surround-System "SRS TruSurround XT" ist der Fernseher mit einem "Turbo Sound"-Modus sowie einem 6 Band-Equalizer ausgestattet. Weiterhin gibt es noch eine "Pseudo-Stereo"-Schaltung, die auch aus normalem Mono-Ton einen künstlichen Stereo-Klang erschaffen soll. "SRS TruSurround" sorgt für ein etwas helleres Klangbild mit mehr Breite, welches auch Stimmen verständlicher werden lässt, ist aber nicht mit "Turbo Sound" & "Pseudo Stereo" kombinierbar.

Die leichte Fernbedienung liegt gut in der Hand und verfügt über gut ablesbare Beschriftungen. Leider gibt es zum Auswählen der externen Videoquellen wie bei vielen Fernsehern nur eine einzige Taste, mit der man diese nacheinander durchschalten kann aber keine Direktwahltasten. Immerhin besteht die Möglichkeit, den verschiedenen Eingängen genauere Bezeichnungen zuzuweisen.

Bildgeometrie: Da es sich um eine Fotographie handelt, ist keine 1:1-Wiedergabe des Bildeindrucks möglich. Trotz leichter optischer Verfremdungen durch das Kamera-Objektiv wirkt das Bild aber immer noch sehr homogen.

Bildqualität

PAL:

Die Bildgeometrie ist sehr gut. Es treten kaum Geometriefehler auf. Selbst auf Testbildern erkennt man kaum Ungleichmäßigkeiten. Einige Probleme gibt es aber bei der Konvergenz, der genauen Abstimmung der Grundfarben Rot, Grün und Blau. Die Konvergenz nimmt am Bildrand links und rechts in den Ecken ab, wodurch das Bild dort auch etwas unschärfer wird. Bemerkbar werden die Konvergenzfehler aber in der Praxis kaum beim normalen Fernsehen oder dem Betrachten von DVDs, sondern vornehmlich dann, wenn am Bildrand Texte dargestellt werden, z.B. die Menü-Schriften eines Sat-Receivers oder der Xbox 360. Bei der Darstellung von 4:3-Programmen ohne Zoom sind kaum Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Schriften lassen leichte Doppelkonturen erkennen, die sich durch Herunterregeln des Schärfe-Reglers aus der Grundeinstellung reduzieren lassen, ohne dass dabei ein sichtbarer Schärfeverlust bemerkbar wird. Systembedingt ist der Kontrast des Bildes sehr hoch und auch die Farben wirken sehr natürlich. Die Bildschärfe ist gut, nimmt aber, wie bereits erwähnt, am Bildrand etwas ab. Ebenso wirkt das Bild an den Kanten auch geringfügig dunkler. Die 100 Hz-Schaltung arbeitet weitgehend unauffällig. Auch Laufbänder laufen flüssig über den Bildschirm. Da nicht skaliert werden muss, wirken die Bilder schärfer als bei vielen LCD-TVs vergleichbarer Bildgröße und auch die Farben erscheinen so natürlich, wie man es von Röhren-TVs gewohnt ist.

HDTV:

Im Vergleich zu normalem PAL-TV zeigen HDTV-Bilder auf dem Samsung mehr Schärfe und Detail. Der Unterschied ist trotz des relativ kleinen Displays sowohl bei der Wiedergabe über YUV als auch HDMI erkennbar. Davon profitieren neben Spielfilmen in HDTV auch Computerspiele wie z.B. von der Xbox 360. Generell erschien das Bild bei 1080i-Darstellung etwas schärfer als bei 720p. Im Vergleich zu einem LCD- oder Plasma-Bildschirm ist die Schärfe des SlimFit-TV aber nicht ganz so hoch, der HDTV-typische visuelle "Wow-Effekt" wird nicht so deutlich. Hier haben die Flachbildschirme mit ihrer pixelgenauen Darstellung doch ihre Vorteile. Dafür hat der Samsung aber nicht mit De-Interlacing-Problemen zu kämpfen. Bewegungen laufen absolut flüssig ab. Bei Verwendung des HDMI-Eingangs mit verschiedenen direkt verbundenen Geräten mit HDCP-Verschlüsselung traten im Test keine Probleme auf. Bei der Verwendung des HDMI-Eingangs reduziert sich die Anzahl der verfügbaren Zoom-Modi auf 16:9 und 4:3.

Obwohl dies in der Bedienungsanleitung nicht explizit erwähnt wird, lässt sich der Samsung WS32Z409T mit Hilfe eines HDMI/DVI-Adapters prinzipiell auch am DVI-Ausgang eines PCs betreiben. Nach dem Verbinden von PC und TV werden im Grafik-Treiber-Menü zahlreiche Auflösungen von 800 x 600 bis zu 1920 x 1080 Pixel zur Auswahl angezeigt. Leider gelang es uns aber selbst mit den neuesten ATI-Grafik-Treibern nicht, ein einwandfreies Bild mit 1280 x 720 oder 1920 x 1080 Pixeln darzustellen, da der Fernseher zwar die Auflösungen unterstützte, das Bild aber bei den verschiedenen Bildwiederholfrequenzen stark flackerte. Vielleicht wird der ein oder andere Nutzer mehr Glück haben. Da Samsung keine explizite PC-Unterstützung zusagt (und in der Anleitung sogar davon spricht, dass das Verbinden mit einem PC oder Laptop für einen schwarzen Bildschirm sorgt), gibt es hierfür aber auch keine Gewährleistung.

Konvergenz: Am Bildrand werden die drei Grundfarben nicht exakt nebeneinander dargestellt. Dies führt zu einem Schärfeverlust bei der 16:9-Darstellung

Ton

Das in der Grundeinstellung etwas dumpfe Klangbild kann durch eine Anhebung der Höhen im 3 kHz und 10 kHz-Bereich wesentlich verbessert werden. Stimmen bekommen durch Aktivierung des "Turbo Sounds" mehr Volumen. Man sollte diesen Modus aber nicht mit einer Anhebung der Bässe via Equalizer kombinieren, da sonst Verzerrungen auftreten können und der "Turbo Sound" ohnehin effektiver als eine manuelle Bassanhebung wirkt. Der Klang der eingebauten Lautsprecher ist bei der Wiedergabe von Sprache gut. Musik könnte aber durchaus noch etwas kraftvoller klingen. Hier gelingt es nicht, das Gehäuse des Fernsehers als Resonanzraum für einen richtig voluminösen Sound mit tiefen Bässen auszunutzen. Leider gibt es auch keinen Kopfhörerausgang oder Line Out am Gerät, der den Anschluss an einen Subwoofer ermöglichen würde.

 

Fazit

Der Samsung WS32Z409T ermöglicht die Darstellung von HDTV-Bildern für wenig Geld und stellt damit eine preiswerte Alternative für alle dar, denen mehr als Tausend EUR für einen Marken-LCD-Fernseher der unteren Preisklasse immer noch zu viel sind. Dank "HD ready" und HDCP bietet der Samsung-Fernseher auch einen Zugang zu HDTV-Quellen, die es nicht ohne den leidigen Kopierschutz-Mechanismus gibt. 

Der nicht ganz so scharfen HDTV-Wiedergabe im Vergleich zu Flachbildschirmen stehen ein hoher Kontrast mit optimalem Schwarzwert und kräftigen Farben gegenüber, die für den Samsung sprechen. Die beim Testgerät aufgefallenen Konvergenzfehler schmälern den Gesamteindruck etwas. Sie können in der Serienproduktion unterschiedlich deutlich auffallen, daher sollte man das Gerät vor dem Kauf möglichst genau unter die Lupe nehmen.

Preis-/Leistung:
Pro:
  • HDTV für wenig Geld: HD ready mit HDMI- und YUV-Eingang

  • Guter Kabel-Tuner

  • Ansprechendes Geräte-Design

  • Gute Fernbedienung

Contra:
  • Konvergenz- und Schärfeprobleme an den Bildrändern

  • Ton mit Schwächen bei der Basswiedergabe, kein Kopfhörer-Anschluss oder Line Out

Technische Daten

Bild
Bildschirmgröße
81 cm, SlimFit
HDready
SlimFit Pure Flat Bildröhre
Bildformat
16:9
Funktionen
100Hz Natural Scan
DNR (Digital Noise Reduction)
AKB (Auto Kinetic Bias)
Zoom-Funktion
Standbildfunktion
4 Bildmodi
Autobreitformat
Ton
Musikleistung
RMS 2 x 10 Watt
Funktionen
Nicam/A2 Stereo
SRS Tru Surround Sound XT
Turbo Sound
Graphic Equaliser
Tuner
PAL-B/G
D/K, I, I/I'
SECAM-B/G
D/K, L/L'
Automatische Programmabstimmung
Videotext mit 750 Seitenspeicher
Anschlüsse
Digitaler Bildeingang (HDMI mit HDCP)
Komponenteneingang
Antennenanschluß
S-Video, FBAS, 2 SCART-Anschlüsse
Allgemein
Eingangssignale
1080i; 720P; 576P; 480P; 576i; 480i
HDready
Funktionen
Ein/Aus Timer
Sleep-Timer
Graphisches Bildschirmmenü
Leistungsaufnahme
Betrieb: 160 Watt
Stand-by: < 3 Watt
Abmessungen
(BxHxT) in cm
91,0 x 57,0 x 41,5 (ohne Verpackung)
101,5 x 71,0 x 49,5 (mit Verpackung)
Gewicht
53,2 kg (Nettogewicht)
58,0 kg (Bruttogewicht)
Zubehör
Fernbedienung TM86 (im Lieferumfang)
Standfuß TR-32Z40 (nicht im Lieferumfang)

 

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