TEST Samsung Blu-ray Disc-Player BD-P1000 (1/2)
21.11.2006 Autor: Karsten Serck
Der Samsung Blu-ray Disc-Player BD-P1000 ist neben dem Panasonic DMP-BD10 der
erste Blu-ray Disc-Player auf dem deutschen Markt. Der Player wird für eine
unverbindliche Preisempfehlung von 1479 EUR angeboten, im Handel ist das Gerät
aber bereits kurz nach dem Verkaufsstart wesentlich günstiger zu bekommen. Der
Samsung-Player gibt HDTV-Bilder entweder über seine HDMI 1.2-Schnittstelle oder
den YUV-Ausgang aus. Der Digital-Ton kann entweder über den internen Decoder
(5.1 analog) oder als digitaler PCM 5.1-Ton über die HDMI-Schnittstelle mit
einem geeigneten Receiver wiedergegeben werden. Zusätzlich sind aber auch noch
ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang vorhanden. Ebenso wie der
Panasonic-Player bietet auch der Samsung im Gegensatz zu den HD-DVD-Playern der
ersten Generation noch keine Netzwerk-Schnittstelle, für die es bislang aber
auch selbst bei HD-DVD noch keine praktische Anwendung gibt. Im Lieferumfang des Samsungs
befindet sich die Blu-ray Disc von "S.W.A.T." und eine "Legends of
Jazz"-Demo Blu-ray Disc.
Für allgemeine Informationen zur Technik der Blu-ray Disc lesen Sie bitte unser
umfangreiches Blu-ray
Disc & HD DVD-Special.
Anschlüsse im Überblick
- 1 x HDMI 1.2
- 1 x YUV
- 1 x S-Video
- 1 x Composite Video
- 1 x Digital Out (optisch)
- 1 x Digital Out (koaxial)
- 1 x 5.1 (analog)
- 1 x Stereo (analog)

Erstinstallation
Nachdem man den Samsung-Player ausgepackt hat, ist das Gerät in der
Grundeinstellung zunächst auf eine Bildausgabe in 720p (1280 x 720 Pixel) über die
HDMI 1.2-Schnittstelle eingestellt. An der Vorderseite des Geräts findet man einen
"TV OUT SELECT"-Taster, mit dem sich die Bildausgabe auch auf den
Komponenteneingang oder die Video-Ausgänge Composite Video und S-Video
umschalten lässt. Diese Einstellung wird dauerhaft gespeichert. Eine parallele
Bildausgabe über mehrere Video-Ausgänge unterstützt der Player nicht.
Die Einstellung des genauen Bildausgabeformats (1080p/60,
1080i,720p, 576p/480p) erfolgt über die Fernbedienung im Menü des Players. Bislang unterstützen nur
sehr wenige Displays die Darstellung in 1080p. Der Samsung gibt 1080p auch nur
als 1080p-Signal mit 60 Hz aus, kann also nicht die Bilder in der auf den
Blu-ray Discs vorhandenen Framerate von 24 Bildern (1080p/24) ausgeben. Folglich
muss auch bei der progressiven Wiedergabe (ebenso wie bei 1080i und 720p) ein
"Pulldown" gemacht werden, der in Kameraschwenks zu leichten Rucklern
führt. Dies ist systembedingt bei allen Blu-ray Disc und HD DVD-Playern so,
solange diese nicht 1080p/24-Bilder ausgeben können.
Die meisten
Benutzer werden den Player mangels 1080p-tauglichem Display in 1080i oder 720p betreiben. Was besser aussieht, hängt
von der individuellen Player-Display-Konstellation und der Qualität des
integrierten Scalers ab. Der im Player integrierte Scaler skaliert lediglich in
HDTV-Formate. Umgekehrt ist es aber nicht möglich, HDTV-Bilder auf die normale
PAL-Auflösung herunterzurechnen. Die normalen S-Video- und Composite
Video-Ausgänge lassen sich daher nur zum Betrachten von DVDs nutzen.
Nach der Bestätigung eines Ausgabe-Formats übernimmt der Player die
Änderungen sofort. Bleibt der Bildschirm mangels Unterstützung der Auflösung
(z.B. 1080p) schwarz, so lässt sich der Player durch fünfsekündigen Druck auf
die Vorspul-Taste auf die Grundeinstellung 720p zurücksetzen. Die
Einstellmöglichkeiten im Menü "Anzeige Einstellung" beschränken
sich ansonsten auf Grundeinstellungen. Eine weitere Optimierung der
Video-Parameter über einen Video-Equalizer ist nicht möglich.
Etwas umfangreicher ist das Menü zur Einstellung der Tonoptionen
ausgestattet. Besitzt man bereits einen AV-Verstärker mit HDMI-Eingang, der
PCM-Mehrkanalsignale verarbeiten kann, so sollte der Digital-Ausgang auf
"PCM" eingestellt werden. Der Player konvertiert dann die Audio-Codecs
in PCM-Singnale um. Die "Bitstream"-Einstellung ist dann relevant,
wenn man den Blu-ray Disc-Player über den optischen oder koaxialen
Digitalausgang mit seinem AV-System verbindet. Nicht nur die von der DVD
bekannten Audio-Formate Dolby Digital und DTS werden so im Mehrkanal-Format
übertragen, sondern selbst das neue TrueHD-Format von Dolby kann eingeschränkt
wiedergegeben werden.
Der Blu-ray Disc-Player gibt bei Auswahl eines TrueHD-Soundtracks einfach ein
Dolby Digital-Signal aus. Dies ist möglich, weil TrueHD ebenso wie DTS HD
Master Audio neben dem Lossless Audio-Stream auch eine verlustbehaftet
komprimierte Audio-Komponente enthält, die für eine Kompatibilität zu Dolby
Digital und DTS-Systemen sorgt. Bei der Player-Einstellung auf "Bitstream" sollte
im Anzeige-Einstell-Menü unbedingt der Menüpunkt "Bildschirmmeldung"
deaktiviert werden, da sonst laufend Fehlermeldungen mit dem Hinweis auftauchen,
dass das Display das verwendete Audio-Format nicht unterstützt.
Möchte man den integrierten Mehrkanal-Decoder nutzen, verbindet man den
5.1-Ausgang des Blu-ray Disc-Players mit dem entsprechenden Mehrkanal-Eingang am
AV-System. Der Mehrkanal-Decoder unterstützt Dolby Digital und DTS sowie Dolby
Digital Plus und DTS HD. Allerdings funktioniert dieser Decoder nicht für DVDs
sondern nur für Blu-ray Discs. Bei DTS-DVDs bleiben alle Kanäle still und
Dolby Digital-Tracks auf DVDs werden nur in Stereo wiedergegeben. Selbst wenn
man den internen Decoder nutzt, ist also auf jeden Fall eine zweite
Digital-Verkabelung für DVDs erforderlich.
Die Einstellmöglichkeiten für die
Lautsprecher-Konfiguration fallen sehr knapp aus. Es gibt keine Pegel- und
Verzögerungs-Einstellmöglichkeit für einzelne Kanäle
sondern lediglich eine "Groß/Klein"-Einstellmöglichkeit für die
Lautsprecher sowie die Möglichkeit, den LFE-Kanal ein- oder auszuschalten.
Immerhin lassen sich die Anschlüsse mit einem Testsignal auf die korrekte
Verbindung überprüfen.
Kartenleser
Der Kartenleser verfügt über zwei getrennte Slots, die sich zur Aufnahme
von Speicherkarten in den Formaten Compact
Flash, XD Picture card, Micro Drive, SD, MMC & RS-MMC, Memory stick & Memory
Stick Duo eignen. Von Karten können sowohl JPG-Bilder als auch MP3-Dateien
gelesen werden. Ebenso können auch CDs mit diesen Formaten gelesen werden. Die
JPG-Qualität ist sehr gut. Nicht nur mit kleinen Formaten kommt der Samsung
zurecht, sondern auch hochauflösende Bilder werden mit der maximal im
Player-Setup eingestellten Auflösung angezeigt. Die eigenen Bilder werden sehr detailscharf und
farbintensiv dargestellt. Einzelne Details lassen sich auch durch eine
Zoom-Funktion vergrößern.
Bedienung
Nach dem Einschalten benötigt der Samsung-Player rund 21 Sekunden zum
Hochfahren und rund 26 Sekunden, bis nach dem Schließen der Schublade das erste
Bild von einer Blu-ray Disc erscheint. Im normalen Betrieb traten hingegen kaum
Wartezeiten beim Wechsel in die Menüs oder bis zum Starten der Wiedergabe auf.
Nur ab und zu erscheinen für maximal drei Sekunden mehrere farbige Punkte auf
dem Display auf, die signalisieren sollen, dass der Player am Laden ist. Im
Vergleich zu einem normalen DVD-Player sind in der Performance kaum Unterschiede
zu erkennen.
Die ersten Blu-ray Discs nutzen noch nicht die umfangreichen Möglichkeiten,
die sich durch die BD-Java-Technologie ergeben. Die Menüs der ersten Discs sind
sehr schlicht gestaltet, was aber durchaus angenehm auffällt, weil lange Intros
und Animationen nur den Komfort einschränken würden. Eines der wenigen
Features, dass sich bereits jetzt nutzen lässt, sind die "Popup"-Menüs,
die sich parallel zum laufenden Film einblenden lassen. Während der Film
weiterläuft, hat man Zugriff auf sämtliche Menü-Funktionen und kann z.B. die
Tonspuren wechseln oder auf Extras zugreifen.

Die Fernbedienung des Players dürfte Besitzern eines Samsung-TVs sehr
bekannt vorkommen. Das Design ist nämlich praktisch identisch. Leider stehen
nicht die wirklich wichtigen Tasten zur Steuerung des Players im Mittelpunkt,
sondern Tasten mit TV-Funktionen. Die überwiegend schwarzen Tasten sind im
Dunkeln zudem schlecht ablesbar. Viele Funktionen, die häufig gebraucht werden,
sucht man immer wieder. Zumindest sind die Play- und Stop-Taste mit
Blinden-Symbolen belegt und lassen sich somit ertasten.
Seite 2: Bildqualität
(Blu-ray Disc & DVD), Tonqualität und Fazit
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