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 HARDWARE-TESTS

AREA DVD-Test: DVD-HDD-Recorder Pioneer DVR-540H-S (1/2)

18.07.2006 Test: Karsten Serck

Der Pioneer DVR-540H-S steht im Mittelpunkt der neuen Pioneer DVD-Recorder-Serie. DVD-Recorder ohne Festplatte sind heutzutage kaum noch vorstellbar, entsprechend sind alle aktuellen Modelle der Serie mit einer Festplatte ausgestattet. Im DVR-540H-S für 449 EUR steckt eine 160 GB-Festplatte. Alternativ gibt es auch den DVR-440H in Silber und Schwarz mit einer kleineren 80 GB Festplatte und etwas weniger Editier-Funktionen zum Preis von 399 EUR. Baugleich zum DVR-540H-S ist der DVR-540HX-S für 549 EUR, der zusätzlich noch mit einem DVB-T-Tuner ausgestattet ist und es ermöglicht, sich unabhängig vom Kabel-Fernsehen zu machen. Da unsere Heimat-Region derzeit noch nicht zu den mit DVB-T versorgten Gebieten gehört, war uns ein Test dieses Modells aber nicht möglich.

Als Aufnahmeformate stehen sämtliche aktuell verfügbaren DVD-Recording-Varianten zur Verfügung. Im Detail sind dies:

  • DVD-Video/DVD-R/DVD-RW/DVD-R Dual-Layer
  • DVD+R/DVD+RW/DVD+R Dual-Layer
  • DVD-RAM (ohne Cartridge)
Anschlüsse

Neben zwei SCART-Buchsen hat der Pioneer noch einen Ausgang S-Video mit Composite, S-Video und Stereo sowie das Gleiche als Eingang auf der Vorderseite. Der Digital-Ton wird ausschließlich koaxial ausgegeben. Dafür ist der Recorder in der Lage, über die SCART-Buchse AV2 nicht nur Composite und S-Video, sondern auch RGB-Signale aufzunehmen. Über seinen YUV-Ausgang kann der Pioneer auch Progressive Scan-Bilder auszugeben. Einen HDMI-Ausgang hat der DVR-540 aber leider nicht zu bieten. Eine digitale Bildwiedergabe oder HDTV-Upscaling ist mit dem Pioneer daher leider nicht möglich.

Auf eine DV-Schnittstelle wurde bei den neuen Pioneer DVD-Recordern komplett verzichtet. Diesen in erster Linie nur für Hobby-Filmer interessanten Anschluss bietet bei Pioneer aktuell nur noch das derzeitige Spitzenmodell DVR-630H für 799 EUR.

Nachfolgend die Anschlüsse noch einmal im Überblick:

Eingänge:

  • 1 x SCART mit Composite, S-Video, RGB (AV 2/INPUT1)
  • 1 x Composite, S-Video, Stereo (Front)
  • 1 x Control in für Pioneer-System-Steuerung
  • 1 x G-Link für externe Receiver

Ausgänge:

  • 1 SCART mit RGB, Composite, S-Video (AV 1)
  • 1 x S-Video mit Composite, Stereo
  • 1 x Digital Audio (koaxial)
  • 1 x YUV (Progressive Scan)
Features

  • GUIDE Plus+: GUIDE Plus+ bietet auch beim analogen TV-Empfang einen elektronischen Programmführer (EPG), wie man ihn sonst nur von Empfängern fürs Digitalfernsehen kennt. Die Daten für den EPG erhält GUIDE Plus+ über den Kabelkanal von Eurosport. Die Daten werden nicht permanent ausgestrahlt, sondern der Recorder bekommt mitgeteilt, wann das nächste Update vorliegt und holt sich dieses dann über das Kabel. Mindestens einmal am Tag werden die Daten aktualisiert und zeigen dann das Programm für knapp eine Woche an. Nach dem ersten Update ordnet GUIDE Plus+ den TV-Programmen die Programminformationen überwiegend automatisch zu. Falls Sender wie z.B. MTV keine Senderkennung bieten, kann man auch im Nachhinein die Programminformationen dem korrekten Programmplatz zuweisen. Der EPG wirkt sehr übersichtlich und arbeitet auch recht schnell. Das Programmieren einer TV-Sendung ist durch einen einzigen Knopfdruck möglich. Ein Vorteil gegenüber den EPGs von digitalen TV-Empfängern ist, dass nach der Programmierung weiterhin die VPS-Daten ausgewertet und eventuelle Programmverschiebungen berücksichtigt werden. Und der Zugriff auf alle Programme des EPG steht auch dann zur Verfügung, wenn man ein anderes Programm als das im EPG ausgewählte betrachtet. Neben der reinen Programmübersicht erlaubt GUIDE Plus+ auch die A-Z Suche nach bestimmten TV-Programmen oder eine Filterung der Programmvorschau nach verschiedenen Genres und Sendern. Beim Zappen zwischen zwei Sendern wird außerdem immer der Titel der laufenden Sendung eingeblendet.

    Recht interessante Möglichkeiten offeriert GUIDE Plus+ auch im Zusammenspiel mit der G-Link-Buchse: An diese wird ein mitgelieferter Infrarot-Sender angeschlossen, der es ermöglicht, einen externen Receiver, z.B. einen digitalen Sat- oder Kabel-Receiver zu steuern. Dieser kann dann in den GUIDE Plus+ EPG integriert und auch für Timer-Aufnahmen verwendet werden, für die dann der Sensor den Receiver zur rechten Zeit ein- und ausschaltet. Das ermöglicht z.B. auch die Aufnahme von Premiere-Programmen auf Festplatte und DVD. Letzteres ist mit den offiziellen von Premiere zertifizierten Receivern nicht möglich, da diese bewusst keine Schnittstellen für den Datentransfer haben.

    Parallel zur Programmierung via EPG gibt es noch den "Easy Timer" für Programme, die sich nicht via EPG programmieren lassen. Hier kann man ganz schnell über die Cursor-Tasten die Daten eingeben.


  • Pause Live TV/Chase Play: "Pause Live TV" ist dazu gedacht, das aktuell auf dem Fernseher laufende TV-Programm "einzufrieren". Hier wird der DVD-Recorder zur Zwischenspeicherung des TV-Programms vom Fernseher genutzt und lässt sich dazu direkt durch Drücken der "Pause Live TV"-Taste aus dem Standby-Betrieb veranlassen. Sobald man wieder Zeit zu weiterschauen hat, wird das Programm dann zeitversetzt wiedergegeben. "Pause Live TV" funktioniert allerdings nur mit TV-Geräten, die "AV Link" unterstützen und funktioniert auch nicht mit einem externen Gerät wie z.B. einem Sat-Receiver, der via SCART mit dem DVD-Recorder verbunden ist. Anders gestaltet ist "Chase Play". Diese Funktion erlaubt es, noch während einer laufenden Aufnahme auf dem DVD-Recorder mit einer zeitversetzten Wiedergabe zu starten.

  • Schnitt-Möglichkeiten: Für jede Aufnahme steht ein eigenes Editier-Menü zur Verfügung, welches die Möglichkeit gibt, einfach und schnell Szenen aus der Aufnahme heraus zu schneiden. Die so geschnittenen Aufnahmen lassen sich dann auf DVD archivieren.

  • Video-Equalizer: Die Bildeinstellungen lassen sich durch verschiedene Einstellungen wie Rauschunterdrückung, Detailschärfe, Weißpegel, Schwarzpegel und Schwarzwert IRE-Level optimieren. Der Video-Equalizer erlaubt durch seine vielen Abstufungen eine sehr genaue Anpassung der Video-Parameter auf die individuellen Ansprüche. 
  • 1,5x View Scan: Während normalerweise beim Vorspulen einer DVD kein zu hören ist, ermöglicht der "1,5x View Scan" das Abspielen einer DVD mit 1.5x Geschwindigkeit inklusive Ton, wodurch sich die Möglichkeit des langsamen Vorspulens ergibt, ohne etwas zu verpassen.

  • "Commercial Skip": Zwar ist die Vorspultaste auf der Fernbedienung hinter einer Klappe versteckt, doch die "Commercial Skip"- Funktion ist ohnehin schneller und praktischer einsetzbar. Drückt man während der Wiedergabe den Cursor nach links oder rechts, werden jeweils 30 Sekunden übersprungen. Drückt man den Cursor mehrfach, so addiert sich die "Skip"-Zeit, die auch auf dem Bildschirm angezeigt wird. Der Sprung erfolgt jeweils ohne eine bemerkbare Verzögerung.

  • Kopieren HDD <> DVD: Der Pioneer bietet die Möglichkeit, Aufnahmen von der Festplatte und DVD jeweils in beide Richtungen zu überspielen, zumindest dann, wenn es sich um selbst angefertigte Aufnahmen handelt. Kauf-DVDs aus dem Handel lassen sich allerdings auf diese Art und Weise nicht kopieren, selbst dann, wenn sie nicht mit CSS kopiergeschützt sind.

    Für die Kopier-Funktionen ist eine höhere Geschwindigkeit als die Aufnahme-Echtzeit nutzbar, denn beim Überspielvorgang verhält sich der Recorder wie ein DVD-Brenner. Die Überspielung von Festplatte auf DVD-R ist mit maximal 48x möglich. Beim Überspielen kann man auch eine andere Qualitätsstufe verwenden als die des Originals, was die Möglichkeit gibt, Aufnahmen in der höchsten Qualitätsstufe zunächst auf HDD anzufertigen und dann gezielt in der bestmöglichen Qualität auf die DVD zu überspielen. Eine optionale Automatik stellt dabei die Qualitätsstufe so ein, dass diese den auf der DVD verfügbaren Platz optimal ausnutzt. Per "One Touch Copy" veranlasst man den Recorder dazu, per Druck auf eine Taste sofort den momentan laufenden Titel einer Festplattenaufnahme auf DVD zu überspielen, während man diesen parallel zu Ende schaut. "Disc Backup" ermöglicht es, eine 1:1-Kopie einer DVD zu erstellen, indem der Inhalt zunächst auf die Festplatte und anschließend auf einem DVD-Rohling gesichert wird. Voraussetzung hierfür ist, dass die Kopie von einer im Video-Modus erstellten und finalisierten DVD-R/-RW erstellt wird.


  • DiVX, MP3, WMA & JPEG-Viewer: Der Pioneer spielt neben VCDs und SVCDs auch DivX-Videos (bis DivX 6) und DivX Video on Demand-Inhalte ab. Als Audio-Formate werden MP3 und WMA (ohne DRM) unterstützt. Der JPEG Viewer kann JPG-Dateien mit einer horizontalen Auflösung bis 5120 Pixeln und einer vertikalen Auflösung bis zu 3840 Pixeln darstellen.

  • Musik-Archiv (Digital Audio Jukebox): Die Jukebox-Funktion geht noch etwas über das bloße Abspielen von Musik hinaus. Sowohl MP3/WMA-Dateien als auch CDs können dauerhaft auf der eingebauten Festplatte archiviert und dann direkt von der Festplatte abgespielt werden. MP3/WMA-Dateien lassen sich direkt von CD auf die Festplatte überspielen. Audio-CDs liest der Recorder in Echtzeit aus und speichert die Musik auf der Festplatte ab. In beide Richtungen funktioniert dies allerdings nicht: Es ist nicht möglich, die Musikdateien von der Festplatte auf eine andere DVD zu kopieren.



Bedienung

Die Menüs des Pioneer sind optisch sehr ansprechend. Die meisten Grundeinstellungen lassen sich über ein zentrales Menü festlegen. Falls man nicht genau weiter weiß, werden kleine Hilfe-Texte im Display angezeigt, die die Bedeutung einzelner Funktionen knapp und prägnant erläutern.

Die Fernbedienung erinnert vom Design ein wenig an Apples iPod und folgt durch die auf das Wesentliche reduzierten Tasten auch ein wenig dessen Bedienungsphilosophie. Die Bedienung dieser Tasten ist kinderleicht, allerdings verschwinden auch viele häufiger genutzte Funktionen unter der aufschiebbaren Klappe. Zudem sind verschiedene Funktionen nur durch das gleichzeitige Drücken von zwei Tasten gleichzeitig erreichbar, was die Bedienbarkeit des Recorders aus einer Hand einschränkt.

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