XXL-EXKLUSIVTEST: Yamaha RX-V2600 - Vollausstattung für 1.299 € (8/9)
Ton

Software: Audio-CD "Mysterio, Ride on Time". Genre: Eurodance/Techno. Tracks: "iIwas made for loving you", "follow me", "Our Hearts", "Everlasting Love 2005":

Mysterio macht eigentlich nichts Besonderes - irgendwelche ehemaligen Hits werden nachbearbeitet und in ein zeitgemäßes Dancefloor-Gewand eingekleidet. Doch die sehr gut aufgenommene CD, die die von vielen Effekten getragenen Stücke ausgezeichnet zum Publikum transportiert, eignet sich vorzüglich für eine Analyse der DSP-Sektion des RX-V2600. Zunächst vergleichen wir die Standardprogramme Neo:6 und PLIIx Music miteinander - hier können sich beide konkurrierenden Systeme sehr gut in Szene setzen. Der Bass ist hier interessanterweise auch bei Neo:6 sehr intensiv, sonst hatten wir oft heraushören können, dass ein deutlicher Unterschied zwischen Neo:6 und PLIIx in der druckvolleren Basswiedergabe von PLIIx bestand. Hier ist nur ein minimaler Unterschied auszumachen. Genauso aber war bei PLIIx die Wiedergabe manchmal nicht so spritzig und natürlich wie bei Neo:6, die Stimmen ertönten bei Neo:6 manchmal noch differenzierter - beim RX-V2600 ist davon nichts zu spüren, im Gegenteil, die Trennung der Stimmen und Instrumente gelingt PLIIx Music sogar nochmals besser. Neo:6 agiert aber kaum schlechter und bietet auch Hörvergnügen auf hohem Level. Nun, was die Klanggüte in diesen beiden Basismodi angeht, reiht sich der 2600 direkt hinter dem Denon AVR-3806 ein, der Denon klingt noch etwas frischer und direkter. Doch - noch haben wir die DSP-Sektion des 2600ers eine Warteschleife fliegen lassen, nun allerdings ertönt der Einsatzbefehl für das Entertainment-DSP "Disco" - und dieses hat auf die Mysterio-Musik eine Wirkung wie ein Vitamincocktail auf einen lahmenden Radrennfahrer. Das Hinzufügen verschiedener Halleffekte lässt HiFi-Puristen zwar die Augen verdrehen, doch wer sich mit den Klängen betörender Jazz-Sängerinnen verwöhnen möchte, wird kaum die hitzigen Beats von Mysterio hören. Wer allerdings begeisterter Besucher von Hightech-Großraumdiskotheken ist, die sich vom nur aus Mitten und durchschlagenden Bässen bestehenden Sound vieler Dorfdiscos akustisch massiv absetzen, wird begeistert vom Yamaha DSP sein: Der zusätzliche Hall vermittelt echtes Hallen-Flair, und der Bass schiebt sich mit Wucht gewünscht in den Vordergrund. Insgesamt hören wir ein sehr intensives, hervorragend zur Musik passendes Klangerlebnis. So viel Disco-Feeling kann die Konkurrenz nicht aufbieten, hier hält man sich im direkten Vergleich doch lieber seriös zurück. 

Software: Audio-CDs (1 + 2)  "Rave Base - Ravers Paradise. Phase 2" Genre: Rave/Techno. Tracks: "Da Capo" (Perplexer), "It takes me away" (Marusha), "Back to unity" (Sequental One), "Redemption" (RMB)

Das waren noch Zeiten - kurz vor Mitte der 90er Jahre war die Techno-Bewegung auf europäischen Dancefloors in vollem Gange, und harte Beats, raumfüllende Effekte, durch den Raum schwirrende Laser sowie die kreischende Dance-Gemeinde auf der Tanzfläche bestimmten den "Rhythm of the Night". Der Autor erinnert sich noch gut an durchgetanzte Nächte und das beschwingte Gefühl - die heutige Generation an Kids, groß geworden mit irgendwelchen aus der letzten Ecke der Provinz hervorgezogenen Instrumentenquälern und vokalen Super-Gaus, die aus einer der ebenso überflüssigen wie unzähligen Casting-Shows als Sieger hervorgegangen sind (getreu dem Motto: unter den Blinden ist der Einäugige König), sollte sich einen RX-V2600 organisieren. Dazu dann ein paar alte Rave Base-CDs - und dann kann man mittels des Disco-DSPs richtig nachvollziehen, wie wirklich die Post abgeht: Der Yamaha bietet mit seinem bärenstarken, wuchtigen Bass, den durch den Hörraum fliegenden Effektkombinationen und der nötigen Portion ungezügelter Dynamik eine brisante Mischung, die dem Namen des DSP-Programms alle Ehre macht. Die discohallen-artige vokale Betonung lässt die alten Dancefloor-Zeiten wiederauferstehen - all dies zeigt, dass der 2600 eine DSP-Sektion hat, die den Kontrahenten deutlich voraus ist, gerade bei solcher Art von Musik, von wahren Musikkennern natürlich als banal und erschreckend grausam abgetan, sorgt der Yamaha für immensen Hörspaß. 

Wer es übrigens einfach mag und nur den Bass- und Hochtonbereich rasch anpassen möchte, kann dies auch bequem übers GUI erledigen und gleich zwischen drei Frequenzbändern (125, 350,500 Hz Bassbereich, 2,5 kHz, 3,5 kHz, 8 kHz Hochtonbereich) wählen. 

Die Bassbetonung kann an drei Frequenzpunkten eingestellt werden - hier der mittlere Punkt bei 350 Hz

Software: Eros Ramazzotti, Musica é, Genre: Italo-Voicepop, Track: "musica é"

Bei dieser CD mit dem berühmten "musica é" schlägt sich das normale Dolby Pro Logic IIx ohne zusätzliches DSP besonders gut - dies zeigt, dass man in Anbetracht der vorliegenden Quelle seine eigene Entscheinung für optimalen Musikgenuss fällen muss. Trotz der exzellenten Qualität der Yamaha-DSPs sind diese keine generell einsetzbare "Wunderwaffe", und beim von vielen Frauen geliebten und begehrten italienischen Sänger schafft PLIIx Music mit dem angenehm natürlichen, gleichzeitig aber doch sehr nachdrücklichen Klangbild die beste Leistung. Hier wirkt Neo:6 etwas zurückhaltender und nimmt dem wunderschönen Stück etwas von seiner Intensität, Ramazzottis Stimme kommt nicht so umfassend, so einschließend zum Zuhörer wie bei PLIIx. Das zu Hörvergleichen herangezogene "Pop/Rock"-DSP kann nicht ganz mithalten, die Raumwirkung ist zwar gelungen, doch wirkt das Ganze etwas arg aufgesetzt und nicht direkt genug. 

Software: Audio-CD Robbie Williams, "I' ve been expecting you", Tracks "No Regrets"", "Millennium", "Some win, some lose". Genre: Popo/Rock

Kreischende Fans, gigantische Shows und jede Menge Geld pro Platte: All dies sind Kennzeichen des britischen Pop/Rock-Genies Robbie Williams, dessen CD "I' ve been expecting you" ganz besonders gut mit dem "Roxy Theatre"-DSP des RX-V2600 harmoniert. Mit deutlichem Nachdruck, gekonnter Vehemenz und raumfüllender, aber nicht unnatürlich-halliger Wirkung kommen Robbies verbale Talente und die couragiert gespielten Instrumente hervorragend zur Geltung. Die gesamte Atmosphäre kommt der eines Pop/Rock-Konzertes sehr nahe. Im direkten Vergleich wirken die normalen Surround-Aufpolierer Neo:6 und PLIIx Music etwas zahnlos: Die Musik erscheint gemäßigter und lässt es etwas an Biss und Durchsetzungskraft fehlen. 

Software: Audio-CD "The Essential James Bond", gespielt vom Prager Symphonie-Orchester, Tracks: "Yopu only life twice", "On her Majesty's Secret Service/A View to a Kill" (Medley), "Live and let die", "For Your Eyes only", "Licence to kill"

Diese hervorragend aufgenommene CD kann auf vielfältige Art und Weise mit dem RX-V2600 genossen werden. Wir haben zwei heiße Tipps für Sie, je nach Hörgeschmack:

  1. Stereo, Pure Direct, Front-LS mit Bi-Amping angesteuert

  2. Music-DSP "Classical/Opera" für die Surroundwiedergabe

Wer es ganz besonders frisch und authentisch mag, liegt beim Pure Direct Modus genau richtig. Hier zeigt der RX-V2600, dass er weitaus mehr kann als Musik per DSP-Nachbearbeitung aufzupeppen. Vielmehr gelingt es dem talentierten Gerät, durch den lebendigen, vielschichtigen Klang mit sehr differenziertem räumlichen Aufbau sich zusammen mit Harman Kardon AVR-635 und Denon AVR-3806 sch ganz vorn zu behaupten. Am kräftigsten agiert der Harman Kardon, am spritzigsten der Denon (ganz im Gegenteil zum im direkten Vergleich lethargisch wirkenden AVR-3805, der damals bei seinem Erscheinen sehr gut war, inzwischen aber akustisch überholt ist) und am harmonischsten der Yamaha. So hat jeder der drei Konkurrenten seine ganz eigene Paradedisziplin. Gerade bei der 007-CD kann der RX-V2600 mit seinen angenehmen, aber immer sehr präzisen Übergängen gefallen. Die hohe Emotionalität, die viele der James Bond-Titelmelodien auszeichnet, transportiert der Yamaha sehr eindrucksvoll zum Publikum. 

Wem es um ein richtiges Konzerthallen-Feeling mit üppiger, aber dennoch nicht überzogen wirkender räumlicher Darstellung geht, der kann getrost zum "Classical/Opera"-DSP greifen. Gerade auch nachdrückliche, reich instrumentierte Sequenzen kommen exzellent zur Geltung. Wer es im Surroundbetrieb sehr dicht mag, startet in 7.1 Konfiguration durch, wer mit hochgradig faszinierendem, kraftstrotzenden Front-Klangbild agieren möchte, schließt seine großen Standlautsprecher einfach mittels Bi-Amping an den RX-V2600 an. 

Software: "Johann Strauß. Walzer" (Audio-CD), Tracks: Kaiserwalzer, Wiener Blut, an der schönen Blauen Donau

Der RX-V2600 hat speziell für diesen Einsatz ein "Hall in Vienna" DSP, was hier absolut akustisch passt. Den Schwung und den Esprit dieser wunderschönen, weltberühmten Strauß-Walzer trägt der Yamaha gekonnt zum Publikum. Durch das hier exakt stimmende DSP (gerade "Hall in Vienna" passt lange nicht zu jeder klassischen CD!) wird ein Klangeindruck erzeugt, der gleichermaßen lebendig wie weitläufig ist. Man kann die große Konzerthalle vor seinem geistigen Auge erkennen, die Musiker, das begeisterte Publikum - der Yamaha bietet hier eine Meisterleistung. Wir kennen kaum ein Gerät, welches diese CD (Wiener Philharmoniker unter Lorin Maazel) so gekonnt, so umfassend wiedergibt. Doch es gibt auch Klassikliebhaber, die mögen es nur pur und 2-kanalig - auch diese bedient der Yamaha, denn im "Pure Direct" Modus sind natürlich Raumgefühl und Volumen nicht mit einer Surrounddarbietung vergleichbar, aber die klare, kräftige Darstellung sorgt auch hier für beste Zensuren. 

Software: "Sky Captain and the World of Tomorrow", Tonspur Dolby Digital 5.1, Kapitel 2, Angriff der Riesen-Roboter auf New York:

Im THX Cinema-Modus begeistert der Klang des RX-V2600 durch Intensität und Nachdruck - doch das "Spectacle" DSP kann bei der Effektwiedergabe sogar noch eins draufsetzen

Hier ist das akustische Erlebnis besonders im "Spectacle"-Cinema DSP  besonders intensiv, mit druckvollem, sehr voluminösem Bass ist die Intensität sogar noch minimal höher als bei der entsprechenden THX Select Cinema Variante, die allerdings auch schon sehr hohe Ansprüche erfüllt. Der RX-V2600 bietet Action-Kino vom Feinsten - sehr sensiblen Menschen wird das schon beinahe des Guten zu viel sein, aber dann wählt man einfach das "Movie General" DSP oder die "Straight" Einstellung ohne DSP-Beeinflussung. Allerdings, dies wollen wir nicht verschweigen, verschenkt man dann doch ein Stück des immensen Faszinationspotentials des RX-V2600. Mit aktiviertem Spectacle-Programm jedenfalls marschieren die gigantischen Roboter besonders eindrucksvoll durch New York, und noch andere Höreindrücke untermauern, dass der RX-V2600 ein außergewöhnlich gelungenes Gerät ist: Denn wenn ein 5.1 System reicht und man unsere beiden nuWave125, die wir als Frontlautsprecher für diese Testreihen einsetzten, mittels Bi-Amping ansteuern, benötigt man keinen aktiven Subwoofer mehr. Auch bei sehr hoher Lautstärke geht der 2600 sehr souverän ans Werk und sorgt in Verbindung mit den mächtigen nuWaves für druckvolle, markerschütternde Bässe. Wer ein 7.0 System betreibt und die Front-LS mit jeweils nur einer Endstufe antreibt, wird aber ebenfalls sehr überrascht sein, wie durchsetzungsstark der Yamaha agiert, er kann sich damit an der Klassenspitze etablieren. Nur der Harman Kardon AVR-635 gibt bei sehr hoher Lautstärke noch mehr Gas - er schafft noch mehr Druck, seine Souveränität ist nach wie vor beispielhaft. Der Yamaha reiht sich zusammen mit Denons AVR-3806 aber gleich dahinter ein. Der Denon, dies muss man ihm zu Gute halten, wird allerdings nicht ganz so heiß wie der RX-V2600, was zeigt, dass die Denon-Entwickler ganz besonders viel von einem ausgeklügelten Temperaturmanagement verstehen. 

Software: "Star Wars Episode III, die Rache der Sith", Tonspur Dolby Digital 5.1 EX, Filmbeginn mit Raumschlacht über Coruscant:

Man sollte denken, dass der neue THX Trailer zu Beginn der DVD natürlich in der THX-Betriebsart am besten klingt - doch dem ist nicht ganz so. Zwar wirkt das Ganze schon imposant in der THX-Cinema-Betriebsart, noch mehr Fülle im Klangbild bietet jedoch der "Spectacle"-Modus. Nun sind wir gespannt, der Film beginnt - welcher Modus wird nun das Rennen machen?

Wir haben hier 2 Modi in die engste Auswahl gezogen: Selbst bei höchsten Pegeln immer noch klar und deutlich ist die THX Cinema-Betriebsart, während es "Spectacle" bei der Raumschlacht über Coruscant etwas zu gut mit der Effekt-Intensität meint, was zur Folge hat, dass bei großer Lautstärke der Effektpegel etwas zu hoch ist - was zu Differenzierungsverlusten führt. Hervorragend geeignet ist neben THX Select Cinema noch der "Sci-Fi" DSP-Modus, der vor allem auch auf den Surround- und Back  Surround-Kanälen ein besonders weitläufiges räumliches Panorama aufbaut, was dazu führt, dass man die unendliche Weite des Alls besonders eindrucksvoll spürt. Die Effekte sind bei Sci-Fi auch sehr dynamisch und klar, ohne jedoch derart massiven Schub wie bei "Spectacle" aufzubauen. Bei etwas gehobener Lautstärke und dem Wunsch des Auditoriums, Effekte sehr deutlich zu spüren, ohne jedoch in höchste Pegelregionen vorzustoßen, ist "Spectacle" wieder in seinem Element. 

Software: "Star Wars Episode VI, die Rückkehr der Jedi-Ritter, Tonspur Dolby Digital 5.1, Film komplett:

Gleich zu Filmbeginn, als sich der Sternzerstörer dem im Bau befindlichen Todesstern nähert, kann sich der Yamaha RX-V2600 im THX Modus (allerdings zunächst 5.0, da die Fronts per Bi-Amping angesteuert werden) als sehr bassstarker, effektfreundlicher AV-Receiver profilieren. Selbst wenn man dann alle THX Select Optionen nutzt und ein 7.0 Setup verwendet, bleibt noch genug Kraft übrig, um auch ohne einen aktiven Basslautsprecher nicht verloren dazustehen. Auch, wenn man den ganzen Film in hoher Lautstärke hört, leistet sich der 2600 keine Störungen, er erhitzt sich zwar spürbar, die Endstufen lassen aber kein Prozent nach und machen auch aus dem finalen Gefecht zwischen Luke und dem Imperator ein akustisches Ereignis. Als Modus für diesen Film empfehlen wir THX Cinema 5.1 bzw. THX Surround EX 7.1 (Tonspur liegt in DD 5.1 EX vor), hier wirkt alles besonders stimmig, nicht übertrieben, aber stets ist mehr als genug Kraft vorhanden, die klar und kultiviert, aber sehr durchdringend eingesetzt wird. 

Software: "Spiderman 2", Tonspur Dolby Digital 5.1, Film komplett:

Die Rückkehr des hilfsbereiten Spinnenmenschen gestaltet sich beim RX-V2600 besonders gelungen, wenn man wieder einmal das "Spectacler" DSP bemüht. Dieses ist bei diesem Film die mit hörbarem Abstand beste Alternative, Spiderman 2 klingt auf diese Weise aufbereitet intensiver und facettenreicher als bei Konkurrenten, die ohne die DSP-Finessen auskommen küssen. Hervorzuheben ist, dass "Spectacle" hier auch in den Dialogszenen gefallen kann, und zwar durch eine sehr exakte Trennung von Stimmen und Hintergrundgeräuschen. In den vielen Actionszenen begeistert der Yamaha durch seinen offenen, brillanten Hochtonbereich ebenso wie durch den sehr durchdringenden Bass, der urplötzlich bereit steht und so auch massive Dynamiksprünge zu einem Erlebnis macht. Schnelle Effektwechsel sind kein Problem für den RX-V2600, sehr schnell baut er eine vielschichte Surround-Klangkulisse auf und schafft viel Atmosphäre auf den Surroundkanälen, die auch aus der sehr guten Einarbeitung kleiner Nebengeräuschen ihren Reiz bezieht. "Spiderman 2" ist ein sehr gutes akustisches Beispiel, um den Plus-Hörspass durch DSP-Programme zu dokumentieren.

Software: "Harry Potter und die Kammer des Schreckens", Tonspur Dolby Digital, Film komplett:

Beiim Harry Potter Film setzen wir entweder auf das Adventure-DSP oder aber auf Spectacle. Adventure sorgt durch die sehr klare, harmonische Wiedergabe des Music Scores und die sehr gekonnt vorgetragene Weitläufigkeit für ein sehr flüssiges, in sich stimmiges akustisches Erlebnis. "Spectacle" wirkt nicht ganz so homogen, würzt im Gegenzug aber bei den Effektsequenzen (z.B. als Harry und Ron mit dem fliegenden Auto kurz vor Hogwarts verunglücken) kräftiger nach, was das Erleben der Effekte hier besonders intensiv gestaltet. Wer also auf Nervenkitzel aus ist, wählt dieses DSP, während für einen langen Filmeabend, an dem vielleicht noch die anderen Harry Potter-Teile auf DVD angesehen werden sollen, "Adventure" der angenehmere Partner ist. Hier ist ein sehr guter Kompromiss aus Kultiviertem Auftritt, Frische und Kraft gegeben. 

Software: "James Bond 007 - im Angesicht des Todes", Tonspur Deutsch Dolby Surround 2.0, Kapitel 1 bis 3:

Hier haben wir gänzlich andere Voraussetzungen, denn dieser Film ist von 1985 und daher akustisch veraltet. Doch auch eine ältere Tonspur effektiv aufzupolieren, ist eine Domäne des Yamaha: Besonders homogen und klar klingt dieser Bond-Movie im "Adventure"-DSP, hier wird eine beachtliche räumliche Wirkung erzielt und gleichzeitig eine tadellose Präzision auch bei der Platzierung der rückwärtigen Effekte. Die Bond-Übliche "Vorgeschichte" wird so in einer Qualität übertragen, von der man früher nur träumen konnte: Krachende MP-Salven, abstürzende Helikopter, aber auch kleinere Effekte (z.B. wie Bond aus dem verschrotteten Schneemobil eine Kufe für ein Snowboard verwendet und die Kufe auf den Boden legt) zeigen, dass der RX-V2600 bei der DSP-gesteuerten, optimierten Wiedergabe alter und älterer Tonspuren keine Konkurrenz hat. Hier klingen selbst manche Boliden nicht so stimmig. Selbst der Duran Duran-Titelsong wird mit Nachdruck vorgetragen, gegen den leicht zischelnden Hochtonbereich ist aber auch der Yamaha machtlos. Übrigens: Bei den normalen Standarddecodern wirkt das voluminösere PLIIx Movie passender als das schlanker und weniger energisch auftretende Neo:6 Cinema. 

Software: "Jean-Michel Jarre, Jarre in China" , Tonspur DTS 5.1, Tracks "Equinoxe 4", "Journey to Beijing":

Hier können wir zunächst, sehr interessant für 7.1 Liebhaber, erfreut festhalten, dass der Yamaha RX-V2600 die Kombination aus DTS 5.1/6.1 und PLIIx beherrscht, so dass man die PLIIx Matrix für den Back Surround-Bereich nutzen kann, was zur Folge hat, dass man aus DTS-Quellen vollen 7.1 Sound (Maximum bei DTS ist 6.1, dann bekommen aber beide Back Surround LS das identische Signal, während der PLIIx Decoder mehr Intelligenz mitbringt und unterschiedliche Signale zuführt) holen kann. Ansonsten zog der 2600 auch bei den sehr effektreichen Jarre-Songs wieder alle Register, allerdings klingen Jarres Effektfeuerwerke entweder in der Standardversion, also ohne große DSP-Effekte, oder in der THX Select 2-Musik-Betriebsart am besten. Die Effekte verteilt der RX-V2600 blitzschnell im Hörraum, gleichzeitig erscheint die ganze akustische Darbietung wie aus einem Guss - so fühlt sich der Zuhörer 360 Grad von Melodien und Effekten umgeben, was für einen gleichermaßen tiefen wie weitläufigen Gesamteindruck sorgt. 

Fazit Ton:

Geht es um den "puren" Dolby Digital- und DTS-Klang, sind der Harman Kardon AVR-635 und der Denon AVR-3806 vorn: Der Harman klingt besonders kräftig und harmonisch, der Denon noch ein wenig dynamischer und frischer. Daher erhält der RX-V2600 jeweils 5,5 Sterne in den Dolby Digital/DTS Basisdisziplinen. Aber nun kommt die DSP-Sektion des Yamaha ins Spiel - diese ist das mit deutlichem Abstand beste, was man überhaupt für Geld finden kann. Viele Boliden können hier nicht mithalten! Daher kassiert der RX-V2600 in der DSP- und Surroundaufpolierer-Wertung ERSTMALS 7 STERNE für Leistungen, die nicht nur in Anbetracht des günstigen Kaufpreises konkurrenzlos sind. Das First-Class-Ergebnis des Yamaha runden die vol Sterne in der Stereowertung ab. 

Bewertung Pegelfestigkeit
Bewertung Klang Film (ohne Nachbearbeitung)
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik (ohne Nachbearbeitung)
Bewertung DSP/Surround-Modi Film (Extra-Stern für konkurrenzlose Leistungen)
Bewertung DSP/Surround-Modi Musik (Extra-Stern für konkurrenzlose Leistungen)
Bewertung Klang Stereo

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