XXL-EXKLUSIVTEST: Yamaha RX-V2600 - Vollausstattung für 1.299 € (4/6)
Ausstattung, Konfiguration und Bedienung/Teil 1

Der RX-V2600 ist mit einem sehr aufwändig aufgemachten Graphical User Interface ausgestattet, mit dessen Hilfe sich jeder Parameter einstellen lässt. In diesem ersten Teil beschäftigen wir uns mit den grundlegenden Einstellmöglichkeiten - ausgenommen sind die verschiedenen, umfangreichen DSP-Funktionen, die gesondert behandelt werden. 

1. YPAO 

Der RX-V2600 verfügt über das automatische Lautsprecher-Einmesssystem YPAO ((Yamaha Parametric Room Acoustic Optimizer) mit folgenden Funktionsschwerpunkten:

  • Automatische Einmessung auch von Subwoofer Phase plus Crossover. Dies ermöglicht eine präzise, stimmige Einpegelung des aktiven Subwoofers.

  • PEQ auch manuell verstellbar (auch nach der automatischen Einmessung für Detailoptimierungen nach Hörerwunsch)

  • Das von YPAO ermittelte Ergebnis lässt sich nach Abschluss der Messung korrigieren

  • 6 System Speicher erlauben die Ablage verschiedener eigener Einstellungen. Dies erhöht die Flexibilität.

  • 2 Speicher sind per Taste auf der Fernbedienung direkt abrufbar

  • Spezielle Testsignale für ein genaueres, schnelleres (dauert ca. 3 Min) Einmessen: TSP (Signalform, die für Raumakustikmessungen besonders geeignet ist) plus schmalbandiges Rauschen (von 100Hz bis 10kHz, THX konform)

  • Über das neue Menü ist alles einfach zu verfolgen und gegebenenfalls nachzujustieren. 

Wie arbeitet YPAO?

YPAO verwendet als parametischer EQ eine Kombination aus 3 Parametern: Frequency, Gain und Q-Factor. Für jeden Lautsprecher stehen 7 Frequenzbänder zur Verfügung. 

  1. Frequency: Dieser Parameter kann innerhalb einer drittel Oktave in Inkrementen zwischen 63 Hz und 16 kHz eingestellt werden. Der EQ wirkt sich am meisten auf eine Frequenz aus, die man normalerweise als Mittenfrequenz bezeichnet.

  2. Gain: Dieser Parameter kann in 0,5 dB-Schritten zwischen - 20 und + 6 dB eingestellt werden. Hierbei Handelt es sich um das Maß der Begrenzung, auf das der EQ eingestellt ist

  3. Q-Factor (Bandbreite): Die Breite des spezifizierten Frequenzbandes, über den der EQ wirksam ist, wird als Q-Faktor bezeichnet. Dieser Parameter kann zwischen den Werten von 0,5 bis 10 eingestellt werden. 

Das Interessante am parametrischen EQ, kurz auch PEQ genannt, ist, dass man alle drei Faktoren unabhängig voneinander einstellen kann. 

Unsere Bilanz: Insgesamt ist sicherlich auch YPAO sehr aufwändig - das beste Einmesssystem überhaupt in dieser Klasse setzt jedoch aktuell Denon im Denon AVR-3806 ein: Audyssey MUltEQ XT, welches den großen Vorteil hat, dass bis zu 6 Hörpositionen eingemessen werden können, was den Bereich, in dem die akustische Wirkung optimiert ist, deutlich vergrößert. Wie die Praxis beweist, hat Audyssey daher die Nase vorn - jedoch muss der Fairness halber festgehalten werden, dass

a) auch YPAO recht genau arbeitet und
b) durch das schöne GUI besonders gut zu bedienen ist.

In unseren verschiedenen Testreihen fiel auf, dass der aktive Subwoofer sehr zurückhaltend eingepegelt wird. Wer viel Wert auf eine kräftige Basswiedergabe auch bei geringeren Pegeln Wert legt, sollte hier manuell nachoptimieren. Die Lautsprecher-Abstände und das Equalizing passten ansonsten, ferner arbeitete YPAO sehr zuverlässig und machte nicht durch Fehlermeldungen unangenehm auf sich aufmerksam. Hat der Anwender einen Fehler begangen und z.B. eine Box phasenverkehrt angeschlossen, spürt YPAO dies zuverlässig auf. Bei der Erkennung der Lautsprechergröße wählte YPAO "large" für unseren Nubert nuWave CS-65, hier fährt man mit der "small"-Einstellung besser. 

Im schön gestalteten GUI kann man auch die Auto Setup-Funktion aktivieren

Nun kann es losgehen - zu achten ist auf eine möglichst ruhige Atmosphäre während des Einmessvorgangs

Zunächst unternimmt der 2600 eine Vorprüfung des angeschlossenen LS-Systems

Weitere Daten werden in der darauf folgenden Hauptprüfung gesammelt

Nach ca. 3 Minuten  - sehr rasch - kann bereits das Ergebnis betrachtet werden

Die einzelnen Lautsprecher-Abstände können angesehen und ggfs. im "Manual Setup" Menü angeglichen werden

Ob alle Lautsprecher korrekt verkabelt sind, kann man ebenfalls nachschauen

Auch die ermittelten EQ-Kurven werden auf Wunsch angezeigt

Im Manual Setup/Unterpunkt "Ton" kann man mittels des parametrischen EQs jeden Lautsprecher einzeln optimieren

Natürlich ist der Anwender in der Lage, auch den Pegel jedes einzelnen Lautsprechers manuell zu korrigieren (im Manuellen Ton-Setup). Sehr schön ist die grafische Anzeige, die nochmals verdeutlicht, den Pegel welches Lautsprechers man gerade einstellt.

Im manuellen Ton-Menü kann der LFE-Pegel für Lautsprecher und Kopfhörerausgang getrennt eingestellt werden

Weitere Einstellmöglichkeiten:

Während andere AV-Receiver nur über ein schlichtes OSD in englischer Sprache verfügen, bringt der RX-V2600 ein GUI in 5 Sprachen (englisch, deutsch, französisch, spanisch, japanisch) mit

Zuweisung der Eingänge:

Mittels "Input Select" kann im On Screen Menü der gewünschte Eingang angewählt werden

Mittels des OSD können auch den verschiedenen Quellen beispielsweise bevorzugte Decodiermodi oder aber der passende Digitaleingang zugeordnet werden

Der Anwender kann auch bestimmen, wie die Audioauswahl erfolgen soll: Man kann entweder dem RX-V2600 die Entscheidung überlassen (automatisch) oder aber manuell festlegen, welcher Anschluss bevorzugt werden soll

Hier wird dem DVD-Eingang der entsprechende koaxiale Eingang zugeordnet

Auch die beiden HDMI-Eingänge können einer bestimmten Quelle zugewiesen werden

Video-Funktionen:

Der RX-V2600 verfügt über eine Lip Sync-Funktion mit einem besonders großzügig bemessenen Einstellbereich (0 bis 240 ms). Die Lip Snyc- oder auch Audio Delay-Funktion sorgt dafür, dass Audio- und Videosignale zeitgleich eintreffen. Dies ist dann wichtig, wenn Halbbild-Videosignale in Vollbilder konvertiert werden müssen - was entsprechend zeitaufwändig ist dafür sorgt, dass das Videosignal eigentlich zeitlich gesehen nach dem Audiosignal eintrifft. Die Audio Delay-Funktion sorgt dafür, dass sie das Eintreffen des Audiosignals nach hinten verschiebt, für ein zeitgleiches Eintreffen beider Signalarten.

Wer einen DVD-Player einsetzt, der als älteres Modell über keine Vollbildausgabe verfügt oder aber einen einfachen DVD-Spieler mit wenig aufwändiger De-Interlacing-Technologie verwendet, kann das De-Interlacing auch dem RX-V2600 überlassen - im manuellen Bild-Menü ist es möglich, den De-Interlacer zu aktivieren

Wird ein Signal über den HDMI-Ausgang (der entsprechend kopiergeschützt ist) ausgegeben, kann dieses Signal auch hochskaliert werden

Hier kann eingestellt werden, ob der RX-V2600 z.B. die Signalwandlung von Komponente auf HDMI durchführen soll

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