Toshibas W58-Serie - der neue Maßstab bei LCD? Technik und Preview (1/2)

19.10.2005 (cr)

Toshiba 42WL58

Immer beliebter werden Flachbildschirme. Dies hat hauptsächlich zwei Gründe: Zum einen die elegante wie (durch die geringe Tiefe) raumsparende Optik sowie als zweiter Grund die Möglichkeit, hochauflösende Bildsignale angemessen darstellen zu können. Letztere Eigenschaften trifft nicht auf alle Flachbildschirme zu, es gibt immer noch welche, die mit Auflösungen unter PAL Nativ auf Käufer warten - bald wohl vergeblich. Wir widmen uns ausschließlich Modellen, die mit höheren Bildauflösungen zurecht  kommen. 

Unter die Kategorie "Flachbildschirme" fallen zwei  miteinander konkurrierende Systeme, nämlich die Plasma- und die LCD-Technologie. In der Praxis jedoch wirkt sich diese Existenz zweier Technik-Trends, zumindest momentan, noch nicht so mörderisch aus wie bei anderen Wettkämpfen zwischen Standards, da sich LCD-Fernseher in Formaten wie 26 und 32 Zoll und Plasma-Displays ab 37 Zoll im Angebot befinden. 37 Zoll ist eine "Schnittgröße", in der man sowohl noch LCDs als auch schon Plasmaschirme bekommt. Zukünftig jedoch dürften auch verstärkt große LCDs bis 65 Zoll in den Markt drängen und so den Konkurrenzkampf bei großen Bildschirmdiagonalen anheizen. 

Besonders im Auge behalten sollte die Konkurrenz die Entwicklung der LCD-Fernseher bei Toshiba. Denn hier nimmt man es ernst mit dem Ausmerzen LCD-typischer Nachteile, außerdem "entert" man bereits die bislang hauptsächlich Plasmaschirmen vorbehaltene 42 Zoll-Klasse. Trotzdem gibt es für LCD-Entwickler noch viel zu tun, denn bei aller schönen Optik, dem Vorteil des Nicht-Einbrennens von Standbildern und von der Darstellbarkeit hoher Auflösungen: Es gibt eine Menge Punkte, die abzuarbeiten sind. Dazu gehören in erster Linie:

  1. Unzureichender Schwarzwert durch Restlichteinfall. 

  2. Durch den unzureichenden Schwarzwert eingeschränkter Kontrast, in dunklen Bildbereichen zu unsensible Wiedergabe

  3. Zu langsames Ansprechen des Panels, was zu Nachzieheffekten bei der Darstellung von Bewegungen führt

  4. Flaue, unnatürliche Farbwiedergabe. Hier konnten wir jedoch in letzter Zeit - wie z.B. beim Xoro LCD-TV HTL 3712w bereits Besserungen feststellen.

  5. Treppenstufen an schrägen Objektkanten

  6. Ungleichmäßige Einfärbung sowie Farbrauschen bei großen Farbflächen

  7. Doppelkonturen durch unnatürlich-überscharfe Bilddarstellung

  8. Durch unzureichende Grau-Auflösung Streifen in feinen Grau-Übergängen

Toshiba rückt allen LCD-Problemen bei den drei Modellen der aktuelle W58-Baureihe zu Leibe. Im einzelnen sind in dieser Hightech-Baureihe folgende Modelle lieferbar:

  • 32WL58: 1.999 €

  • 37WL58: 2.999 €

  • 42WL58: 3.999 €

2 x HDMI

Besonderes Kennzeichen dieser drei Modelle ist der gleich in zweifacher Ausführung verfügbare HDMI-Anschluss. Dadurch hat der Anwender weitaus mehr Flexibilität wie mit lediglich einer HDMI-Verbindung. Pioneer bietet bei den XDE-Modellen der neuen 6G-Baureihe auch zwei HDMI-Anschlüsse an, ebenfalls kommt von TechniSat ein neuer LCD-TV (32 Zoll) mit 2 x HDMI.

Maximale Bildqualität

Um die Bildqualität effektiv zu verbessern, hat Toshiba ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschürt. Unter dem Oberbegriff "Pixel PROcessing III" werden 10 digitale Bildverbesserer zusammengefasst, hinzu kommen weitere Technologien:

  • "Real Digital Picture" ist die Bezeichnung für die vollständig digitale Bildverarbeitung ohne qualitätsmindernde analog-digitale oder digital-analoge Wandlungen. 

  • "Active Colour Management" bietet individuelle Justagemöglichkeiten für Farbton und Farbsättigung

  • Zu Pixel PROcessing III gehören: Faroudja DCDi De-Interlacing für optimierte Bewegungsdarstellung durch bewegungsadaptives De-Interlacing, hohe Bildschärfe und Bildreinheit, True Image (drei verschiedene Optimierungen von Helligkeits- und Farbsignalen), eine adaptive Anpassung für die Farbe, eine aktive Kontrastverbesserung sowie ein aktiver Rauschfilter. Des Weiteren hinzu kommen die Cross Colour Noise Suppression, eine Rauschunterdrückung, die sich den lästigen MPEG-Artefakten widmet, eine Schaltung, die das Auftauchen des Chroma Bugs verhindert, das sogenannte "Panel Overdrive" und die Pixelinterpolation.

Zu den 10 Pixel PROcessing III-Technologien:

Kaum mehr sichtbare Treppenstufen-Muster dank Edge Enhancement

  • Faroudja DCDi. Faroudja ist als renommierter Anbieter von aufwändigen De-Interlacing-Lösungen bekannt. Das De-Interlacing ist bei einem LCD-TV von elementarer Bedeutung, denn systembedingt benötigt er für die Darstellung Vollbilder. Kommt nun das Signal von einem Nicht-Vollbildfähigen DVD-Spieler, muss der LCD-Fernseher das De-Interlacing vornehmen. Toshiba vertraut hier auf die MADi (Motion Adaptive De-Interlacing) Technologie von Faroudja. Hier ändert sich der De-Interlacing-Prozess auf Pixel- und nicht auf Zeilenbasis, was die Präzision und somit die Bildqualität deutlich erhöht. Je nach dem, was für Inhalte dem Faroudja De-Interlacer zugespielt werden, wird die optimale Form des De-Interlacings angewandt. Auch der Treppenbildung an diagonalen Kanten wirkt DCDi durch das "Edge Enhancement" entgegen. 

Die drei Bestandteile von "True Image": 1. Luma Enhancement

2. Chroma Enhancement

Harmonisierung der Laufzeiten von Farb- und Helligkeitssignal

  • True Image/Luma Enhancement: Bei diesem Bildverbesserer wird eine natürlich-klare Bildwiedergabe heller Elemente erreicht. Weder eine unscharfe, ausfransende, noch eine viel zu deutlich sichtbare Überzeichnung ist so als visueller Nachteil festzuhalten. True Image/Chroma Enhancement: Hier nimmt man sich natürlichen Farbangrenzungen an. Weder laufen die Farben ineinander über, noch sind sie durch massiv sichtbare Abgrenzungen voneinander getrennt. True Image Chroma/Luma Laufzeitanpassung: Problem: Das Chroma (Farb-) Signal ist langsamer als das Luma (Bildhelligkeits-) Signal. Das Farbsignal ist langsamer als das Helligkeitssignal, was zu einem unharmonischen Signalverlauf führt. Durch die Harmonisierung der Laufzeiten beider Signale wird ein homogenes, harmonisches Bild erreicht.

  • Active Contrast Enhancement soll sich einer natürlichen Kontrastwiedergabe widmen, was einem dreidimensionalen, plastischen Bild zu Gute kommen soll. Dazu beobachtetet diese Funktion permanent das Luminanz-Histogramm und analysiert mehr als 10 Millionen Bildbereiche. Wozu soviel Mühe? Ganz einfach: Es ist nicht überall sinnvoll, den Kontrast zu erhöhen. Daher sorgen simple Schaltungen, die überall im gesamten Bild den Kontrast hochschrauben, für ein inhomogenes Bild, das unnatürlich und wie digital nachbearbeitet aussieht. Toshibas Schaltung hingegen verstärkt nur in den Bildbereichen den Kontrast, in denen es aufgrund der zuvor erfolgten, präzisen Analyse notwendig ist. 

Frische,natürliche Farben anstatt flauer, emotionsloser Colorierung

  • Das "Adaptive Colour Enhancement" verbessert die Farbwiedergabe - flaue Farben ade. Farben wirken nun intensiver und realistischer.

  • "Active Noise Reduction": Hierbei handelt es sich um neuartige 3D-Rauschfilter, die keine unschönen Nebeneffekte wie Pixelmuster, Weichzeichnung und Nachzieheffekte mit sich bringen. Für eine optimale Bildqualität ist der Rauschfilter zudem mit dem De-Interlacing vernetzt. Ein "Noise Meter" misst die aktuell im Bild vorhandene Rauschmenge. 6 bis 10 dB Rauschunterdrückung werden ohne negative Nebeneffekte erreicht. 

Toshiba kümmert sich auch um die Minimierung unschöner Farbartefakte

  • Cross Colour Noise Suppression: Diese Funktion ist äußerst wichtig, denn sie minimiert unschöne Farbartefakte. Diese werden durch unerwünschte Farbdaten im Helligkeitskanal (Luma-Kanal) hervorgerufen. Toshibas Schaltung filtert diese Daten heraus und maximiert so die Bildreinheit.

  • MPEG-Rauschfilter: Hier wird MPEG-Rauschen digitaler Bildquellen eliminiert.

  • Chroma Bug Correction: Korrekte Darstellung aller Farbinformationen führt zu sauberem Bild ohne den gefürchteten "Chroma Upsampling Bug", bei dem Farbfehler durch eine falsche Zeilenzuordnung entstehen können.

  • Panel Overdrive: Ein immer noch großes Problem von LCD-Fernsehern ist das zu langsame Ansprechen der Panels. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften von Flüssigkristallen haben LCD-Panels eine verhältnismäßig langsame Reaktionszeit, was in der visuellen Praxis zu Nachzieheffekten führt. Durch "Panel Overdrive" wird das Panel mit extremeren Werten angesteuert, als eigentlich verwendet werden - es wird dem Panel also ein deutlich höherer Wert "vorgegaukelt". Durch diesen Kniff wird der eigentlich gebrauchte Wert schneller erreicht, die Trägheit des Panels kann so überlistet werden  - eine schnellere Reaktionszeit wird so simuliert, die Nachzieheffekte werden minimiert.

Das aufwändige Pixel-Interpolationsverfahren verbessert Kantenschärfe und Detailreichtum

  • Pixelinterpolation: Geht ein PAL-Bild ein, wird dieses zunächst digitalisiert und in 720 Bildpunkte zerlegt.  Dann werden die Anzahl der Zeilen und die Anzahl der Bildpunkte verdoppelt: 720 x 576 x 2 = 1.440 x 1.152. Anschließend findet eine weitere Verdopplung statt: 1.440 x 1.152 x 2 = 2.880 x 2.304. In einem weiteren Schritt werden die Informationen von jeweils 3 Zeilen zusammengefasst, um auf die Panelauflösung zu  kommen: 2.304:3 = 768. Vorteil dieser aufwändigen Prozedur: Eine ausgezeichnete Detailtreue und Kantenschärfe. 

Der passende Klang

Neben der Bild- stand auch die Klangqualität im Fokus. Trotz der sehr geringen Bauhöhe und Bautiefe, die gerade die Designer-LCDs der W58-Baureihe kennzeichnet, soll ein dynamischer und klarer Klang möglich sein. Dies wurde durch verschiedene konstruktive Maßnahmen erreicht:

  1. Ein zusätzliches Front-Board vor der Membran sorgt für mehr Dynamik, ein breiteres Abstrahlverhalten (der Klang wirkt nicht so schmal und gepresst) und höheren Schalldruck.

  2. Strontium-Ferrit-Magneten sorgen für höheren Antrieb bei gleichzeitig kompakten Abmessungen.

  3. Die Bestückung: 2  x Mittel-Tieftonlautsprecher beim 32 und beim 37 Zoll-LCD, 4 x Mittel-Tieftonlautsprecher beim 42 Zoll LCD, zusätzlich bei allem Modellen 2 Hochtöner (Tweeter)

Natürlich sind im Bassbereich trotz des konstruktiven Aufwandes keine Wunder zu erwarten. Aus diesem Grunde gibt es einen separaten Ausgang zum Anschluss eines aktiven Subwoofers, der für die tieffrequente Unterstützung sorgt. 

Großzügige Anschlussmöglichkeiten

Die W58 LCD-TVs bringen ein breites Angebot an Anschlussmöglichkeiten mit:

Eingänge:

  • 3 x Scart

  • S-Video

  • Cinch AV (Stereo-Cinch plus FBAS)

  • Komponente

  • 2 x HDMI

  • PC-Eingang (D-Sub)

Ausgänge: 

  • Audioausgang

  • Separater Subwoofer-Ausgang

  • Kopfhörerausgang

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