Test: Onkyo TX-SR503E (1/2)
25.08.2005 (cr) (khp)

Einführung
Gerade Hörern mit normalen bis leicht gehobenen Ansprüchen ist
schwer klarzumachen, dass AV-Receiver, die 1000 € und noch viel mehr kosten,
ein beeindruckendes Maß an Performance bieten. Denn diese angesprochene
Zielgruppe verfügt auch nicht die gesamte Wiedergabekette inklusive sehr
hochwertiger Lautsprecher, um das Leistungspotential teurer AV-Receiver
auszuschöpfen. Doch, dies sei versichert - auch mit günstigeren
Systemlösungen kann man viel Hörspaß haben - sehr viel mehr als mit
Billigstlösungen, die aus DVD-Receiver und sehr preisgünstig hergestelltem
Mehrkanal-Lautsprecherset bestehen.
Gerade in letzter Zeit konnten wir einen erfreulichen Anstieg an
Leistungsfähigkeit auch bei preislich auf Ein- und Aufsteigerniveau liegenden
Komponenten verzeichnen. Als vorbildliche Beispiele führen wir hier der Denon AVR-1905,
der Pioneer VSX-915 oder der
Kenwood KRF-V7090D sowie der Yamaha RX-V557
an. Die Surroundexperten von Onkyo haben sich bislang aus der
"Kampf-Klasse" bis 400 € vornehm zurückgehalten, doch damit ist nun
Schluss: Gleich mit zwei Modellen, dem 5.1 Gerät TX-SR303E für 299 € und dem
7.1 Gerät TX-SR503E für 399 € möchte man in diesem lukrativen Geschäft an
vorderster Front mitmischen.
Diese Mission ist nicht einfach für Onkyo. Denn zum einen muss
das Preisniveau der Konkurrenz gehalten werden, zum anderen darf man keine nach
dem Motto "Hauptsache preiswert" konstruierte Komponenten anbieten, da
dies dem seriösen Ruf der Firma nicht unbedingt zuträglich wäre. Wir haben
nun für Sie in unserem Praxistest überprüft, ob der TX-SR503E in seiner
Preisliga den "Sprung aufs Treppchen" schafft.
Die technischen Voraussetzungen lesen sich zumindest laut
Datenblatt alles andere als schlecht, denn der 503er kommt als echter 7.1
AV-Receiver, dessen Leistung pro Kanal mit 100 Watt (6 Ohm, 1 kHz, DIN)
angegeben wird. Alle relevanten Decoder sind selbstverständlich mit an
Bord, zusätzlich bietet der Onkyo durch eine Bandbreite vpn 50 MHz
HDTV-kompatible Komponenten-Terminals, die Onkyo-typische Wide Range Amplifier
Technology und einen sorgfältigen Innenaufbau. Eine automatische
Lautsprecher-Einmessfunktion, momentan sehr "trendy", wird allerdings
nicht mitgeliefert. Wer diese haben möchte, muss zum größeren TX-SR603E
greifen, der mit 599 € allerdings bereits in einer ganz anderen Preisliga
spielt - der Preisunterschied ist so groß, dass sich Surroundliebhaber für die
Differenz gleich noch den Onkyo DVD-Video-Player DV-SP403E genau passend zum
TX-SR503E ins Haus holen können. Wir sind nun gespannt - wie schlägt sich der
TX-SR503E?
Verarbeitung
Gerade
in der Verarbeitungsdisziplin schneiden Onkyo AV-Receiver schon beinahe
traditionell sehr gut ab. Und auch der TX-SR503E tritt mit dem festen Vorsatz
an, sich keine Blöße zu geben - nur besonders Respekt einflößend wirkt der
nicht besonders hohe, und auch nicht besonders tiefe AV-Receiver nicht, so dass
man das Gerät spontan aufgrund seiner Abmessungen eher günstigeren
Preisgefilden zuordnen würde. Doch es lohnt beim 503, zweimal hinzuschauen,
dann entdeckt man so manches gepflegte Detail: Die Aluminium-Front ist zwar
dünner als bei den teureren Onkyo-Modellen, aber es ist lobenswert, dass Onkyo
in dieser Preisliga nicht mit Plastik arbeitet, was manche Konkurrenten (Pioneer
VSX-915 oder der Kenwood KRF-V7090D)
durchaus machen. Nur der Lautstärkedrehregler besteht beim 503 aus Kunststoff.
Er ist jedoch gut gelagert, wenngleich nicht aufwändig gerastert wie bei teuren
AV-Receivern. Die sinnvolle Dämpfung sorgt dafür, dass die Betätigung
leichtgängig und präzise ist, jedoch nicht zu leichtgängig, was für einen
eher minderwertigen Eindruck sorgen würde. Sehr gut gefällt uns das Wertigkeit
ausstrahlende, große Punktmatrixdisplay, das besonders gut aussieht, wenn man
die silberne Version des Onkyo nimmt - dann nämlich leuchten die
Punktmatrixelemente in schickem Bernstein. Onkyo liefert zusammen mit Yamaha
eindeutig das beste Display in diesen Preisregionen ab. Prima sind auch die
dicken Standfüße, die zwar in etwas unfreundlichem Schwarz nicht so nobel wie
silberne Füße wirken, in ihrer sonstigen Machart sind sie jedoch für diese
Preisklasse sehr gut gelungen.

Attraktives Punktmatrix-Display

Dicke Gerätestandfüße - leider in schwarz

Gut geführter Lautstärke-Drehregler aus Kunststoff
Wie bei AV-Receivern dieser Preisklassen meist üblich, ragt
hinten ein festes Netzkabel aus dem Gerät hervor, was wenig professionell
wirkt. Ansonsten aber ist die Geräterückseite ordentlich gemacht, wenngleich
man natürlich keine hochwertigen Details wie vergoldete Cinchbuchsen erwarten
darf. Die farblich markierten Lautsprecher-Schraubanschlüsse sind leichtgängig
und lassen sich dadurch problemlos handeln. Wer Bananenstecker verwenden
möchte, muss mittels eines kleinen Schraubendrehers nur die Schutzkappen in der
Mitte des einzelnen Terminals entfernen. Innen ist der Onkyo sauber aufgebaut,
die Baugruppen sind von guter Qualität. Das Chassis wirkt solide und
verwindungssteif. Zu loben ist auch der Aluminium-Kühlkörper. Oftmals wird in
diesen Preisklassen das weniger gut Wärme ableitende Blech verwendet
(Beispiele: Pioneer VSX-915, Yamaha RX-V557).
Mancher andere Konkurrent setzt aber auch auf Alu (Kenwood KRF-V7090D).

Aufgeräumtes Innenleben

Kühlkörper aus Aluminium

Die Elko-Sektion. Jeder der beiden Elkos hat eine Kapazität
von 8.200 Mikrofarad

Der Trafo des TX-SR503E
Bleibt noch die Beurteilung der mitgelieferten Fernbedienung.
Hier lässt sich nichts Besonderes feststellen, der IR-Controller ist von voll
befriedigender Qualität und ist insgesamt absolut preisklassengemäß.
Kurzfazit:
Pro:
Contra:
Bewertung      
Ausstattung und Anschlüsse
Hier muss man zunächst als Pluspunkt bewerten, dass der 503
über volle sieben Endstufen verfügt. Dieses Ausstattungsmerkmal wird zwar auch
in der 400 € Preisklasse immer häufiger, aber trotzdem ist es noch nicht
selbstverständlich, wie z.B. der Yamaha RX-V557
zeigt. Praktisch bei allen Modellen, so auch beim TX-SR503E, kommen 192
kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler für alle Kanäle zum Einsatz. Des Weiteren
verfügt der 503 über den Onkyo-typischen CinemaFILTER, der für einen Angleich
des Klangbildes bei Kinofilm-Tonspuren sorgt. Der CinemaFILTER soll eine
optimierte Anpassung an die anderen Bedingungen im Heimkino gewährleisten. Die
Übernahmefrequenzen, die die Trennfrequenz bestimmen, ab der der aktive
Subwoofer die Wiedergabe übernimmt, sind mit 60/80/100/120/150 Hz gut
gestaffelt, eine 40 Hz Option wird in der Preisliga des 503 kaum jemand
ernsthaft vermissen. Die mitgelieferte Fernbedienung ist vorprogrammiert,
aber nicht lernfähig.
Auch mit an Bord sind für den Zweikanal-Stereobetrieb ein
Direct- und ein Pure Audio-Modus. Hier werden Stereosignale mit dem
kürzestmöglichen Signalweg wiedergegeben, im Pure Audio-Betrieb wird
zusätzlich das Display abgeschaltet, die Videosektion ist dann ebenfalls
deaktiviert, um den Einfluss möglicher Störfaktoren gering zu halten.
Natürlich sind alle marktrelevanten Decoder mit an Bord: Also
DTS 5.1, DTS ES Matrix/Discrete 6.1, DTS Neo:6, DTS 96/24, Dolby Pro Logic IIx,
Dolby Digital 5.1 und 5.1 EX. Die Komponentenanschlüsse des 503 sind mit ihrer
Bandbreite von 50 MHz auch für das Durchschleifen von HDTV-Signalen geeignet.
Was nicht vorhanden ist:
Dass auch in der 300 € Preisregion diese Features schon
aufgeboten werden können, beweist der Yamaha RX-V557,
der all dies mitbringt - und sogar einen Videowandler, der Videosignale
(S-Video/FBAS) auf Komponente wandeln kann.

Das Anschlussangebot ist befriedigend, es gibt gleich drei
Komponentenanschlüsse, aber leider weder einen 7.1 Preout noch einen
Digitalausgang.

Lautsprecher A/B-Umschaltung auf der Gerätefront
Für ein zweites Front-Lautsprecherpaar B gibt es ein Paar
Anschlüsse, diese sind jedoch nur in Form von Klemmen und nicht in Form von
Schraubverschlüssen auf der Geräterückseite zu finden. Die Anschlüsse
in der Übersicht:
-
3 Komponenteneingänge, 1 Komponentenausgang
-
3 FBAS- und 3 S-Video-Eingänge, 2 FBAS- und 2
S-Video-Ausgänge
-
1 koaxialer Digitaleingang, 3 optische Digitaleingänge
-
analoger 5.1 Eingang
-
4 Cinch-Stereo-Eingänge, 2 Cinch-Stereo-Ausgänge
-
Front-AV (2-Kanal-Stereo, FBAS-Video, kein Digitaleingang,
kein S-Video)
Kurzfazit:
Pro:
-
3 Komponenteneingänge mit 50 MHz Bandbreite
-
Sinnvoll gestaffelte Übernahmefrequenzen
-
CinemaFILTER für optimierte Wiedergabe
-
Direct und Pure Audio Modi
Contra:
Bewertung Ausstattung, Aufbau, Anschlüsse      
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