Test: Marantz SR9600 - der neue König der Bolidenklasse?
18.10.2005 (lm) 
Schön, wenn ein Gerät auf eine
solch prominente Verwandtschaft zurückblicken kann wie der Marantz SR-9600:
Sowohl das Marantz Flaggschiff SR12S1
als auch der direkte Vorgänger SR-9300
konnten in unseren vorangegangenen Tests, speziell bei den klanglichen
Aspekten, auf ganzer Linie punkten. Abseits des Hörgenusses
verhinderten jedoch diverse Ausstattungsdefizite langfristig
gerechtfertigte Top-Platzierungen in unseren AV-Boliden Charts. So kam
es, dass diese Geräte bedauerlicherweise etwas in den Schatten
gedrängt wurden, als Firmen wie Onkyo, Denon, Pioneer oder Yamaha
mit ihren neuen AV-Boliden eine regelrechte "Feature-Schlacht" auf dem
Markt lostraten, Die akustischen Leistungen allerdings sind nicht im selben
Maße gestiegen. Daher brauchen die Marantz-Produkte auch heute
noch keinem Vergleich zu scheuen. Beim SR-9600 haben die
Entwickler aufgrund der bisherigen Defizite dieses Mal besonders darauf geachtet, dem Anwender
alle wirklich wichtigen Funktionen mitzugeben, wobei nach wie vor das
Hauptaugenmerk auf den Klang - und nicht auf die Integration besonders
spektakulärer Features gelegt wurde. So kommt es, dass Marantz
nach wie vor bei Aspekten wie Netzwerkanbindung oder komplexe
Multiroomanwendungen anderen Firmen den Vortritt überlässt,
andererseits aber dem allgemeinen Wunsch nach iLink- und HDMI1.1
Anschlüssen nachkommt. Erfreulicherweise sollen die Tugenden
der Vorgänger ebenfalls erhalten bleiben, so dass die
7 Endstufen je 140 Watt aus einem sehr hochwertigen
Ringkerntrafo schöpfen können, und dabei, dank einem
volldiskreten Aufbau mitsamt Stromgegenkopplung, für hohen
Klanggenuss vorbereitet sind. Doch obwohl es scheint, dass der
SR-9600 beste Vorraussetzungen für einen Siegeszug besitzt, bleibt
der Ausgang des Rennens in der Bolidenliga spannend: mit einem UVP
von 3499 € platziert Marantz seinen neuen Receiver zwar im
unteren Boliden-Preisniveau, doch exakt zu den selben günstigen
Konditionen bietet auch Denon mit dem AVC-A11XV
einen äußerst potenten Boliden an. Besonders die
Audyssey-Einmessung verhalf dem Denon zu ausgezeichneten
Klangeigenschaften und somit auch zum begehrten AreaDVD Masterpiece Award. Ein mächtiger Gegner also für den SR9600 - doch es
stehen noch viele andere "Hochkaräter" mit am Start, zum Beispiel
in Form des Onkyo TX-NR5000E,
dessen modularer Aufbau und die Fähigkeiten als
Klangkünstler, dem Gerät neben viel Ansehen auch eine
(relativ) große Marktverbreitung bescherte, und sich nicht nur in
unseren Teststudios, sondern auch bei vielen Heimkino-Anwendern, jeden
Tag aufs Neue bewährt. Last - but not least - möchten wir bei
unserem Marantz SR9600 Test auch Vergleiche zu
Vor-/Endstufenkombinationen bieten, da beispielsweise Sherwood die P-965 / A-965 Kombi ebenfalls im 3500
€ Preissegment auf Kundenjagd
schickt. Verarbeitung / FinishIn
Anbetracht der
Größenverhältnisse könnte man auf den ersten
Blick den SR-9600 mit seinen kleineren Geschwistern Marantz
SR-7500 und SR-8500 verwechseln. Abgesehen von dem Front-AV Eingang und einigen anderen
Bedienelementen befinden sich fast alle Knöpfe versteckt hinter
einer großen Frontklappe. Dieses Design lässt die Optik sehr
aufgeräumt wirken, zumal speziell bei diesem Modell die schiere
Größe dadurch noch imposanter zur Geltung kommt. Die
Front-AV Anschlüsse können übrigens mit einer
beigelegten Blende versehen werden, um die Optik zu verschönern. 
Beim
Vergleich der Gehäusequalität kann der SR-9600 leider nur
geringfügig mehr bieten, als der rund 2000 € (!)
günstigere SR-8500. Die Frontplatte besteht in beiden Fällen
aus einer angerauhten, dünnen Aluminiumplatte - und auch die
restliche Gehäuseabdeckung begeistert nicht gerade durch
verschwenderische oder aufwändige Machart. Sicherlich kann nicht
jedes Gerät mit einer Verarbeitung eines Onkyo TX-NR5000E
glänzen, doch leider beobachten wir in letzter Zeit bei vielen
Herstellern die Tendenz, an solchen Aspekten zu sparen.
Andere
Details hingegen überzeugen uns: Die massiven Drehregler sind
nicht nur sorgfältig verarbeitet, sondern recht exakt gelagert.
Da macht die manuelle Bedienung gleich doppelt Spaß. Der linke
Regler übernimmt die Quellenwahl ist daher leichtgängig
mitsamt Rasterung, der rechte ist für Lautstärke
zuständig und bietet etwas mehr Widerstand beim Drehen. 
Bemängelten
wir bei den kleineren Marantz Modellen SR-7500 und SR-8500 noch eine
scharfkantige Frontklappe, so ist dieses Problem bei unserem SR-9600
glücklicherweise nicht mehr existent. Was uns ohnehin schon immer
gefallen hat, ist zum Einen die hohe Materialstärke der Klappe
selber, aber auch die langsam heruntergleitende Aufhängung derselbigen.
Schade nur, dass man beim täglichen Umgang (dank der
Fernbedienung) eigentlich eher selten Grund dazu hat, die Klappe zu
betätigen. 
Schön anzusehende Gehäusefüße mit Aluminium-Optik sorgen für sicheren Stand und optische Aufwertung. 
Top:
die Verarbeitung auf der Rückseite - vergoldete Anschlüsse
machen das Anstöpseln der Geräte zum Vergnügen. Die
Lautsprecherterminals können große Kabelquerschnitte und Banenstecker aufnehmen. Trotzdem könnte diesbezüglich
nachgebessert werden, denn besonders solide wirken die
Kunststoffschrauben nicht. 
Mit
Abstand der wichtigste Pluspunkt - und größte Eye-Catcher
des SR-9600 besteht unserer Meinung nach in dem vorzüglichem
Display, welches wir ab sofort als Referenzobjekt bei künftigen
Boliden-Tests heranziehen werden. Nicht nur rein optisch , sondern auch
ergonomisch sehr angenehm zu betrachten. Wer trotz der beeindruckenden
Display-Qualität darauf verzichten möchte, kann per
Knopfdruck die komplette Anzeige ausschalten. Eine Dimm-Funktion gibt
es leider nicht. 
Marantz lässt sich
nicht lumpen: die bewährte (und uns vom Marantz SR-12S1
sowie Marantz SR-9300 bestens bekannte) RC3200 Toch-Screen Fernbedienung liegt
dem SR-9600 bei. Diese Fernbedienung sieht nicht nur elegant aus,
sondern fühlt sich ebenso an, wobei erfreulicherweise auch die
praktischen Aspekte, wie beispielsweise effiziente Batterienutzung,
Robustheit sowie das ausgewogene Verhältnis von Touch-Screen
Display und Hard-Keys, bedacht wurden. Das Steuerkreuz mitsamt
innenliegender Enter-Taste liegt sehr gut in der Hand und lässt
sich angenehm, sowie exakt benutzen. Per Knopfdruck wird nicht nur das
LCD-Display beleuchtet, sondern auch die Hard-Keys in der unteren
Hälfte der Fernbedienung. Die
erste Kontaktaufnahme mit dem SR-9600 hinterlässt einen
gespaltenen Eindruck: Fernbedienung, Anschlüsse und
Gerätedisplay überzeugen, doch leider können wir dies
nicht hinsichtlich der Gehäuseverarbeitung und einigen kleinen
anderen Details behaupten. Für 3500 € muss einfach mehr
geboten, so wie es beispielsweise Denon vormacht. Marantz-Fans
mögen es uns verzeihen, aber selbst mit je einem halben Pluspunkt
für Display und Fernbedienung vergeben wir insgesamt 4,5 Punkte an den
Marantz SR-9600: + erstklassiges Display + Fernbedienung von sehr hoher Qualität + schönes, elegantes Design + Frontklappe, Gerätefüße, Anschlüsse hochwertig umgesetzt - Gehäusequalität und Verarbeitung nicht auf dem üblichen hohen Niveau - Lautsprecher-Anschlüsse könnten durchaus noch solider
sein Bewertung       Technische Features -AufbauAV-Boliden
haben es heutzutage nicht immer leicht, gegenüber den
günstigeren Modellen ihren Mehrpreis in technischer Hinsicht zu
rechtfertigen. Wo es vor ein paar Jahren noch viele
Alleinstellungsmerkmale gab, beobachten potentielle Käufer einen zunehmend schnellen Technologietransfer innerhalb der einzelnen
Receiver-Familien: wurde noch Anfang des Jahres beim 6000 € kostenden Denon AVC-A1XV
die einzigartige Audyssey Einmessung (unter anderem) als
Kaufgrund beworben, so ist nun Ende des Jahres bereits
ein 1400 Euro Modell mit derselben Basis-Technologie ausgerüstet -
der 3500 € teure Denon AVC-A11XV
bekam diese Technik schon im Sommer und
wurde sogar mit einem HDMI-Analog Video-Konverter geadelt. Weitere
Beispiele lassen sich fast beliebig auf andere Hersteller
übertragen, wie zum Beispiel das aufsehenerregende grafische
On-Screen-Display des 4600 € teuren Yamaha DSP-Z9, welches
mittlerweile bei Yamaha bereits bei Geräten der 1.200 €-Klasse angeboten
wird. Sie sehen also, dass sich Boliden in ihrer technischen Güte
nicht primär bei der reinen Ausstattung messen lassen, und
abgesehen davon ist sowohl beim Endkunde, als auch beim Hersteller, von
einem deutlich längerem Einsatzzyklus auszugehen. Im Wesentlichen
bedeutet dies eine Hervorhebung von 2 Aspekten: - Upgrademöglichkeit/modularer Aufbau: Sofern der Käufer es
wünscht, auch mittel- und langfristig immer "am Ball zu bleiben"
um an technischen Neuerungen teilhaben zu können, ist es vor der
Investition in einen AV-Boliden wichtig, zu prüfen, inwieweit
dieser modular aufgebaut ist, und entsprechende Umbauten auch vom
Hersteller angeboten bzw. durchgeführt werden. Momentan sind
jedoch nur zwei AV-Boliden auf dem Markt, die entsprechend konzipiert
sind, aber mit Preisen von 5500 € (Onkyo TX-NR5000E) bzw. 6000 € (Denon AVC-A1XV) eine deutlich höhere Preisregion besetzen, als
der hier getestete Marantz. In der Preisliga des Marantz trumpft der Denon
AVC-A11XV zumindest mit teilweiser Upgradefähigkeit (Ethernetschnittstelle
z.B.) auf. Einen Vorteil verbucht der SR-9600, dem man sich vielleicht nicht
direkt bewusst ist: durch die komplette Auftrennung von Vor- und
Endstufe könnte man auch nach mehreren Jahren noch Freude mit dem
Marantz haben, indem lediglich die Endstufen genutzt werden und eine andere Vorstufe zum Einsatz kommt. Davon abgesehen ist die
Auftrennung zwischen Vor- und Endstufe primär für das
Einschleifen von Equalizern oder anderen vergleichbaren Produkten wie den Nubert
ATM-Modulen gedacht.
- Qualität des Aufbaus /
Fokussierung auf klangliche Höchstleistungen: wie schon
erwähnt, kann sich ein Bolide nicht einfach durch reine
Ausstattungsmerkmale definieren, sondern muss ganz besonders im
Hinblick auf maximalen Klanggenuss konzipiert und mit hochwertigen
Bauteilen versehen sein, um seinen Kaufpreis gegenüber den
günstigeren Offerten (mit zum Teil sogar mehr Features) zu
rechtfertigen. Marantz war in dieser Hinsicht schon immer auf einem
sehr konsequenten Weg - in unseren vorangegangenen Tests der Modelle
SR9300 und SR12S12 vermissten wir im Vergleich zu damaligen Konkurrenz
zwar schon vor ein paar Jahren so manches Feature, welches damals im
Kommen war, wie beispielsweise die fehlenden YUV-Anschlüsse beim Marantz SR-9300
oder das unflexible Bass-Management des Marantz SR-12S1. Da aber
Marantz auch damals schon wusste, dass klangliche Qualitäten
langfristig nach wie vor das wichtigste Kriterium darstellen, kann auch
heute noch, der eigentlich veraltete Marantz SR-12S1
akustisch absolut an
vorderster Front mithalten, während eher Feature-orientierte (und
entsprechend vermarktete) Geräte es Monat
für Monat schwieriger haben werden, sich am Markt zu behaupten. In Bezug auf den Marantz
SR-9600 nehmen wir ehrlich gesagt, etwas überrascht zur Kenntnis,
dass dieses Mal augenscheinlich an alles an Ausstattung gedacht wurde, was technisch
verlangt wird - gleichzeitig aber, verspricht Marantz eine gewohnt hohe
Fokussierung auf die klanglich entscheidenden Baugruppen. Werfen wir
einen Blick in das Innere eines Marantz SR-9600, um zu erkunden, was
der neue Bolide "unter der Haube" zu bieten hat:
 Bereits
auf den ersten Blick fällt auf, dass Marantz einen etwas anderen
Weg wie Yamaha oder Denon geht und die Konstruktion nicht symmetrisch
ausfällt. Die Aufteilung erfolgt im Wesentlichen in folgende 3
Bereiche:
- die linke, hintere Sektion beherbergt die zentrale Stromversorgung des SR-9600. ( rot markiert ) - quer, direkt hinter der Frontplatte befinden sich die Endstufen in Boxeranordnung ( gelb markiert ) - sämtliche, anderen Baugruppen wurden im rechten Bereich, hinter der Endstufe angeordnet (blau markiert) Prinzipiell
sehr durchdacht, doch im Detail stören uns vor allem die langen
Wege, welche die Lautsprecher-Verbindungen auf dem Weg der Endstufe zu
den Anschluss-Terminals zurücklegen müssen. Auch die
Verbindung zwischen Vor- und Endstufen könnte durchaus etwas
kürzer und vor allem sorgfältiger verlegt sein. Trotzdem
ist das hier Gebotene auf einem deutlich höherem Level, als es in
niedrigeren Preisklassen üblich ist.  Vorteil
dieser Konzeption ist die Möglichkeit, die Endstufen an einem
großdimensioniertem Kühltunnel zu platzieren. Abgeleitet von
der Automobil-Industrie, bezeichnet Marantz seine Lösung als Boxer-Anordnung, da jeweils 3- bzw. 4 Endstufen gegenläufig am
Tunnel angebracht sind. Da die Wärme größtenteils an
diesen Kühltunnel abgegeben wird, hat Marantz sehr raffiniert
dafür gesorgt, dass andere Baugruppen deutlich weniger durch
Endstufenerhitzung in Mitleidenschaft gezogen werden als bei anderen
Geräten. Für Anwender, die eine 5.1 Konfiguration betreiben,
lassen sich die beiden Surround-Back Endstufen auch für das
Bi-Amping der Front Lautsprecher einsetzen. Alle 7 Endstufen im SR-9600
sind übrigens vollkommen gleichwertig ausgelegt, so dass auch die
Rearlautsprecher in den Genuss bestmöglicher Zuspielung
kommen. Marantz gibt eine Leistung von 140 Watt bei 8 Ohm für
jeden der Kanäle an. Um auch für Extremsituationen gewappnet
zu sein, befindet sich am Inneren Ende des Lüftungs-Tunnels ein
leiser 80mm Lüfter, der schnell und fast unhörbar für
kühle Verhältnisse sorgt. In unseren Testreihen ist der
Lüfter nur ein paar Mal angelaufen, war aber nur bei absoluter
Stille im Zimmer ganz leise zu vernehmen. So wünschen wir uns das
auch bei anderen Geräten.

Sehr
sinnvoll: die warme Abluft der Endstufen wird auf kürzestem Wege
direkt nach rechts außen abgegeben. Beachten sollte man jedoch,
dass deswegen auch die Anforderungen an die Unterbringung etwas anders
ist, denn nunmehr würde es in einem schmalen Rack mit
geschlossenen Seitenteilen eventuell zu Hitzestauungen kommen. Falls
Sie ohnehin auf der Suche nach einem neuen Rack sind, um einen Boliden
wie den Marantz SR-9600 sicher zu verstauen, empfehlen wir Ihnen die
Lektüre unseres HiFi-Möbel Specials von der Spectral
Hausmesse.
 Die
Vorverstärkersektion im Detail: im Vordergrund sehen Sie die
HDAM-SA2 Module, welche für alle Kanäle zur Verfügung
stehen und durch sehr strenge Selektion eine hohe Klangqualität
sicherstellen. Eine weitere Besonderheit der Vorstufe ist die
Nulldurchgangserkennung, die so sauber arbeitet, dass die
Lautstärkeregelung sogar mit 0,5db Genauigkeit arbeiten kann. Das
Dekodieren der Tonformate übernehmen gleich 2 Stück des Crystal CS4950x 32bit DSP Chips, die dank großer
Rechenleistungen in der Lage sind, auch sehr feine Klangdetails zu
berücksichtigen.

Von
vorbildlicher Natur präsentiert sich das Layout bezogen auf die
verschiedenen Funktionen. Durch das Unterbringen verschiedener
Baugruppen auf separaten Platinen, werden störende, gegenseitige
Einflüsse deutlich gemildert - im Falle des SR-9600 kommt noch
unterstützend hinzu, dass auch die Signalwege sehr kurz gehalten
werden und daher ebenfalls dem Klang zuträglich sind. Großen
Aufwand betreibt Marantz auch beim Gehäuse selber - eine doppelte
Bodenplatte sowie ein verkupfertes Chassis sorgen für gute
Umgebungsbedingungen für die einzelnen Baugruppen. Solche Features
mögen zwar nicht extrem werbeträchtig sein, doch ist es eben
dieser versteckte Aufwand, den ein Bolide schon fast mit
Selbstverständlichkeit von den günstigeren Offerten abgrenzt.
Auch der nächste Punkt ist typisch für sehr hochwertige
AV-Komponenten, ohne dass jedoch solche Details auf den ersten Blick
gewürdigt werden:  Neben einem
möglichst kräftigem Netzteil ist besonders dessen Schirmung
von großer Bedeutung in Bezug auf die Klangqualität des
Gerätes. Marantz spendierte dem SR-9600 nicht nur einen
leistungsfähigen Ringkerntrafo, sondern packte diesen auch noch in
einen speziellen Schirmungstopf, damit die Einflüsse des
Hauptnetzteiles auf das restliche System so gering wie möglich
gehalten werden. Neben diesem Netzteil werken im SR-9600 übrigens
noch 2 weitere, unabhängige Netzteile und sind für die
Versorgung spezieller Baugruppen zuständig. Auch solche Aspekte
zeigen sehr deutlich auf, warum ein Bolide technisch betrachtet, trotz
eventuell weniger Features im Vergleich zur Mittelklasse, differenziert
betrachtet werden sollte. Im Wesentlichen dient ein AV-Receiver nach
wie vor dem Klang - und genau dieses wird auch beim SR-9600 mit
großer Sorgfalt auch umgesetzt.
Ein
wichtigen Einflussfaktor in Bezug auf die Leistungsfähigkeit eines jeden
Verstärkers kommt nicht nur der Netzteilsektion, sondern auch den Kondensatoren zu. Vereinfacht gesagt, speichern
diese den Strom, um den Endstufen auch dann noch ausreichend Energie
zuführen zu können, wenn durch besonders kraftzehrende
Wiedergabe (lauter Pegel, hoher Bassanteil) mehr Strom benötigt
wird, als das Netzteil alleine liefern kann. Marantz geht hier
keine Kompromisse ein: sagenhafte 2 Mal 50.000 Mikrofarad bieten die
im SR-9600 eingebauten, Kondensatoren. Damit katapultieren sie den
Marantz Receiver nicht nur auf den Thron der AV-Boliden (selbst das
"Kraftwerk" Pioneer VSA-AX10 Ai-S, oder der Denon AVC-A11XV bieten mit
Werten von unter 80.000 Microfarad deutlich weniger), sondern stellen sich als
ernstzunehmender Gegner von großen Mehrkanalendstufen heraus. Zum
Vergleich: selbst die imposante Vincent SAV-P200 6 Kanal Endstufe mit
einem UVP von 3000 € kann sich mit 120.000 Micorfarad nicht extrem weit vom
SR-9600 absetzen. Dies ist für den Marantz ganz besonders deswegen
erfreulich, weil es die sowieso schon Sinnvollerweise aufgetrennte
Vor-/Endstufensektion nochmals aufwertet. Nubert Anwender, die gerne
mit einem- oder mehreren ATM Modulen hören möchten, finden im
SR-9600 mit Abstand die beste Lösung auf dem Gebiet der
AV-Boliden, so dass der Griff zu einer der deutlich teureren
Vor-/Endstufen Kombinationen nicht mehr unbedingt notwendig ist.
Übrigens - nur zum Vergleich: "normale" AV-Receiver der
Mittelklasse dokumentieren mit Werten von ca. 30.000-40.000 mF zwar
schon ein recht hohes Leistungsniveau, lassen aber ganz klar erkennen,
dass Boliden nach wie vor, besonders in klanglichen Aspekten, deutlich
aufwändiger - und leistungsfähiger konzipiert sind. Solche
Eigenschaften rücken jedoch leider, aufgrund der
Ausstattungsfixierung vieler Anwender, zu Unrecht in den Hintergrund -
uns freut es, dass Marantz eben nicht der Verlockung erliegt, an
versteckten Punkten zu sparen und somit auch im Detail ein sehr hohes Niveau bietet. -DSP-Sektion Beim
Betrachten der Decodig- und DSP-Möglichkeiten ist zunächst natürlich
die begehrte THX Ultra 2 Lizenz zu erwähnen, die dem SR-9600
erteilt wurde. Dies bedeutet neben der Einhaltung hoher, konstruktiver Vorgaben auch die Implementierung der THX Sound-Modi in
die hochwertige Nachbearbeitung von Dolby Digital- und DTS-Bitstream. Bei Dolby
Digital- und bei DTS-Tonspuren können die THX Funktionen
zusätzlich aktiviert werden. Auch vorhanden ist eine
möglichst große Anzahl an Extended Surround-Dekodern, so
dass Anwender einer 7.1 Zusammenstellung das Potential ihrer
Lautsprecher bei möglichst vielen Filmen perfekt umsetzen
können. Der SR-9600 beherrscht für solche Fälle die
Dekodierung mittels THX-EX, Dolby Digital EX, Dolby Pro LogicIIx,
DTS-ES und DTS Neo:6. Des Weiteren können auch DTS 96/24 Streams
dekodiert werden, und für optimalen Surround-Genuss mittels normalem
Stereo-Kopfhörer gibt
es noch den Dolby Headphone Modus. Im Prinzip also alles wichtige an
Bord, wobei wir leider feststellen mussten, dass die Kombination aus
DTS und ProLogic2x nicht möglich ist. DTS Filme können zwar
natürlich trotzdem in einer 7.1 Aufstellung wiedergegeben werden,
doch wird dann lediglich ein Mono-Signal auf die beiden Surround-Back
Lautsprecher gegeben, was im Vergleich zur Stereoabmischung mittels
ProLogic2x einen hörbaren Nachteil mit sich bringen kann. Von
diesem kleinen Lapsus abgesehen aber bietet der Marantz SR-9600 alles,
was man heutzutage braucht, und im Falle des analogen 7.1
Einganges bietet er sogar deutlich mehr als allgemein
üblich: dank separatem Analog/Digital Wandler können
neben dem Bass-Management auch die Einstellungen hinsichtlich der
Pegel- und Abstandsjustagen auf die eingehenden Signale angewandt
werden. Auf Wunsch ist übrigens auch eine weitestgehend
unberührte Weitergabe dieser Daten im analogen Format
möglich, ähnlich wie der Pure-Direct Modus, der ein
Stereosignal ausgibt und für größtmögliches
Klangreinheit alle nicht benötigten Baugruppen umgeht bzw.
abschaltet. Selbst das Gerätedisplay wird hierbei ausgeblendet.
Surround-Aufpolierer, deren Aufgabe es ist, 2 Kanal Quellen über
alle Lautsprecher wiederzugeben, bietet der Marantz gleich in 3
Varianten an. zunächst einmal wären da die beiden klassischen Decoder von Dolby und
DTS. Unabhängig, ob Sie sich für Dolby ProLogic2x
oder DTS Neo:6 entscheiden, stets haben Sie nicht nur die Wahl zwischen
einer Film- und Musik-optimierten Version; letztere kann bei beiden Decodern noch hinsichtlich verschiedener Parameter justiert werden
(mehr dazu in der Rubrik "Bedienung"). Marantz-typisch befindet sich
jedoch zusätzlich zu den beiden letztgenannten Programmen auch
wieder der Circle-Surround Klangmodus in der DSP-Sektion. Um es mit den
Worten eines bekannten Politikers zu sagen: "und das ist auch gut so",
denn bei eigentlich allen Marantz-Geräten, die wir bislang im Test
hatten, erwies sich dieser Klangmodus als echte Bereicherung. Für
höchst mögliche CD Wiedergabe unterstützt der SR-9600
auch das HDCD Format, welches bislang aber leider keine große
Verbreitung erlangen konnte. Abgesehen von einer All-Channel-Stereo
Funktion und dem Dolby Virtual Modus kann der
SR-9600
leider nicht mit weiteren DSP-Modi aufwarten und präsentiert sich
daher in dieser Beziehung als äußerst puristisch. Zum
Abschluss dieser Rubrik möchten wir uns noch dem Midnight
Modus widmen, da uns immer wieder Leseranfragen mit dem Wunsch
überhäufen, auch diesen Aspekt in die Tests mit aufzunehmen.
Für den Fall dass Ihnen dieser Begriff noch neu sein sollte, hier
eine kurze Einführung in dieses Thema: ein Großteil der
modernen DVDs bezieht seine akustische Wirkung aus der Dynamik, also
möglicht großen und schnellen Lautstärkesprüngen.
Typische Beispiele wären Explosionen, die deutlich lauter
wiedergegeben werden als normale Dialogsequenzen - so größer der
Dynamikumfang, so näher ist die Wiedergabe an der Realität, denn schließlich
ist auch in der Wirklichkeit ein nettes Gespräch unter Freunden um ein
vielfaches leiser als die Detonation einer Sprengladung. Während
viele Heimkino-Fans diese technische Eigenschaft aufgrund der deutlich
verbesserten Authentizität willkommen
heißen, stellte sich recht schnell heraus, dass ebenfalls Bedarf
an einer abgemilderten Dynamik, aufgrund Gefährdungen der
nachbarschaftlichen - oder innerfamiliären Verhältnisse,
besteht. Im Regelfall teilen eben weder Nachbarn noch die Ehefrau die
Freude über eine dynamische Wiedergabe eines Pod-Rennen mitten in
der Nacht. Die Aufgabe eines Dynamikreducers (viele würde
natürlich auch "Spaßbremse" als Synonym einsetzen) besteht daher hauptsächlich in 2 Aufgaben. Zunächst sollte
die Regelung möglichst feinfühlig sein, damit der Benutzer
selber entscheiden kann, in welchem Maß die Dynamik gedrosselt
werden soll. Die andere, wichtige Eigenschaft liegt auf der Hand, denn
selbstverständlich muss trotz reduzierter Dynamik immer noch ein
möglichst guter Klang herrschen, der im Idealfall gar nicht zu
erkennen gibt, dass im Hintergrund eine "Spaßbremse" ihre Arbeit
verrichtet. Es gibt momentan mit dem
Yamaha DSP-Z9 nur ein einziges
Gerät, welches neben Dolby Digital auch DTS-Quellen verarbeiten
kann, so dass der Marantz SR-9600 mit seinem einstufigem
Dolby-Digital-only Reducer
keine Ausnahmeerscheinung darstellt. Auch ansonsten bietet der Marantz
SR-9600 alle Standards, die in dieser Klasse üblich sind. Beim
Hörtest stellte sich heraus, dass die Midnight-Funktion zwar
zuverlässig funktioniert, aber mitunter schon recht ruppig
arbeitet - das geht bei anderen Receivern noch etwas besser. -Anpassung an Raum und Lautsprecher, Auto-EinmessungAuf
zusätzliche DSP-Programme kann ein Großteil der Anwender mit
Sicherheit sowieso verzichten, doch völlig anders ist die
Situation in Bezug auf eine möglichst individuell einstellbare
Grundanpassung des AV-Receivers. Um sowohl im Hinblick auf die
eingesetzten Lautsprecher, als auch auf den Hörraum selber, eine
Optimierung des Klanges zu realisieren, gilt es möglichst
große Justage-Möglichkeiten in Bezug auf Equalizing und
besonders dem Bass-Management zur Verfügung zu stellen. In der
Vergangenheit zeigte sich dieser Aspekt als einer der
größten Kritikpunkte von Marantz AV-Receivern - so dass wie
beispielsweise noch beim Test der x500er Serie (5500, 7500 und 8500)
vor erst 6 Monaten eine komplett fehlende Equalizing-Funktion, aber
leider auch ein viel zu grobes Bass-Management kritisieren mussten.
Glücklicherweise tritt der SR-9600 in diesem Zusammenhang nicht in
die Fußstapfen seiner Vorgänger. Die
Subwoofer-Übernahmefrequenz ist nun endlich auch bei 60- und 70Hz
einstellbar, des Weiteren stehen für bass-schwächere
Lautsprecher neben der THX-Standard-Einstellung 80Hz weitere Optionen oberhalb
von 80 Hz zur Verfügung. Verschiedene
Übernahmefrequenzen zur gleichen Zeit sind leider nicht nutzbar -
wer also mittelgroße Standlautsprecher vorne, und eher kleinere
Rearlautsprecher hat, muss auch künftig mit Kompromissen leben. In
dieser Beziehung sind vor allem die aktuellen Geräte von Harman/Kardon
vorbildlich.. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass Marantz zumindest einen
Großteil des Rückstandes aufholen konnte und zumindest auf
dem Klassendurchschnitt liegt. Ähnlich ergeht es dem SR-9600 auch
in den Disziplinen automatische Einmessung sowie Equalizing Funktionen:
abgesehen von den etwas komplexeren Einmess-Methoden des Pioneer VSA-AX10Ai-S und insbesondere im Vergleich zur ausgetüftelten
Audyssey Einmessung des Denon AVC-A11XV kann der Marantz SR-9600 mit
dem restlichen Feld locker mithalten. Für jeden einzelnen Kanal
steht ein 9-Band-Equalizer zur Verfügung, der von der
automatischen Einmessung bereits in zwei verschiedenen Pre-Sets
abgestimmt ist, aber auch 2 Speicherplätze für eine manuellen
Einstellung bietet. Der Einmessvorgang ermittelt beim SR-9600 folgende
Daten: - Abstand der Lautsprecher zum Hörplatz in 5cm Schritten.
- Einpegelung der gesamten Lautsprecher inkl. Subwoofer -
Polaritätsscheck: Feststellen von eventuellen Verbindungsfehlern der LS-Kabel - Festlegen der besten
Trennfrequenz sowie Aufteilung der Lautsprecher in Large und Small -
Errechnen von 2 EQ-Einstellungen: bei "Front" werden Center und
Rearspeaker der Charakteristik der Frontlautsprecher angepasst,
während "Flat" bei allen Modellen eine möglichst neutrale
Abstimmung anstrebt. In unseren Testreihen arbeitete die
MRAC-Einmessung recht schnell und lieferte zuverlässige Werte,
trotzdem konnten wir durch manuelle Justage per Pegelmesser bzw. dem
Audionet-Carma Programm nochmals bessere, da genauere Einstellungen
ermitteln.
Das zur
Einmessung beigelegte Mikrofon konnte uns leider nicht vollends
überzeugen - besonders nicht, wenn man bedenkt, dass z.B. Harman
Kardon bereits bei Modellen in der 800 €-Klasse deutlich hochwertigere Mikrofone beilegt. Trotzdem erfüllt das
Marantz-Equpiment natürlich auch seinen Dienst, wobei es alleine
schon im Angesicht des Gesamtpreises wirklich angemessen wäre, auch bei
solchen Details dem
Kunden mehr mitzugeben als bei den hauseigenen Mittelklasse-Modellen. -Anschlüsse:
So
muss es sein: insgesamt 38 analoge sowie 15 digitale Audio-Anschlüsse
sorgen dafür, dass auch bei großen Anlagen jedes Gerät
angeschlossen werden kann. Insbesondere im Hinblick auf
Vor-/Endstufenkombinationen ein großer Vorteil, denn Geräte
wie die Vincent
SAV-C2, aber auch die Audionet Map V2
bieten nur einen
Bruchteil der opulenten Anschlussbestückung. Wie
bereits erwähnt, stellt besonders die auftrennbare
Vor-/Endstufensektion eine große Besonderheit des SR-9600 dar,
doch auch iLink- und HDMI-Anschlüsse sind beileibe noch nicht in
jedem modernen Receiver vertreten. Dank HDMI 1.1 Schnittstelle
können übrigens auch mehrkanalige Toninformationen (DTS und Dolby
Digital Multichannel sowie DVD-Audio) empfangen werden. Die
empfehlenswerteste Verbindung stellt unserem Eindruck nach die iLink
Schnittstelle dar, die beim SR-9600 jitter-optimiert ist und bei
unseren Testreihen mit dem Onkyo DV-SP1000E
und dem Denon DVD-3910 einwandfrei
und zuverlässig funktionierte.  Selbstverständlich
darf auch ein Front-AV Eingang nicht fehlen. Im Gegensatz zu vielen
anderen Boliden sind diese Anschlüsse nicht hinter der
Frontklappe versteckt. Das Angebot beinhaltet neben zwei analogen Videoeingängen
(S-Video und FBAS) auch einen optischen Digitaleingang sowie einen
klassischen Stereo-Cinch Eingang, um komfortabel alle Arten von
portablen Geräten verbinden zu können. Aufwändige Front
AV-Anschlussterminals wie z.B. beim
Harman Kardon AVR-635 mit koaxialem und optischem Digitalanschluss, der
wahlweise als Ein- oder Ausgang zu verwenden ist, fehlen hier aber.  Ja
- Sie haben richtig geschaut: der SR-9600 bietet wirklich
einen doppelt ausgelegten Tuner (Radio), der im Hinblick auf
Multi-Room-Anwendungen ganz besonders wertvoll ist, da nun gleichzeitig
zwei verschiedene Sender empfangen werden können. Der Anschluss
kann mit Hilfe des üblichen 75-Ohm-Kabels erfolgen, oder per (in
zweifacher Ausfertigung) mitgelieferter Wurfantenne.
Zusammenfassend
betrachtet, sehr durchdacht und attraktiv, was Marantz im SR-9600
anbietet. Manche Konkurrenten bieten zwar vereinzelt noch weitere,
spezielle Anschlussformen wie USB oder Ethernet an, doch unterm Strich
befindet sich der Marantz-Receiver absolut auf Augenhöhe mit den
besten seiner Klasse.
- Video-Optionen: Manchmal
ist die
Welt einfach unfair: wurden noch vor kurzer Zeit Geräte gelobt,
die überhaupt einen Videokonverter anbieten, so kam sehr rasch anschließend die Zeit, wo
nun HDMI bzw. DVI-Anschlüsse gefragt sind. Der SR-9600 bietet beides, und dennoch wird prompt Kritik
laut, da mittlerweile besonders darauf geachtet wird, ob die HDMI-
Ausgänge auch in der Lage sind, auch die analogen Signale
auszugeben - und genau hier muss der SR-9600 leider passen. Mit
Sicherheit stellt solch eine Funktion bei einer entsprechenden Umgebung
einen beträchtlichen Mehrwert dar, doch ebenfalls sehr wichtig ist
die Sorgfalt, mit der ein Receiver mit dem Bildmaterial umgeht. Marantz
betreibt an diesem Punkt schon seit mehreren Receiver-Generationen
einen relativ großen Aufwand, da die eingehenden analogen Signale
über die S-Video, FBAS- und Komponenteneingänge komplett
digitalisiert, aufbereitet und mit neuem Sync-Signal versehen werden,
um zum maximalen Klanggenuss eine nicht minder schlechte visuelle
Vorstellung zu bieten. Dazu gehört es auch, dass die
Komponentenausgänge mit 100MHz arbeiten, um auch bei
hochauflösenden Quellen genügend Bandbreite zur
Verfügung zu stellen. In Bezug auf die HDMI Sektion verspricht
Marantz nicht nur eine Kompatibilität für "normales" HDTV,
sondern sogar auch für 1080p Signalübertragungen. Etwas
schade, dass dieser Luxus nur für insgesamt 2 HDMI Quellen genutzt
werden kann, vereinzelt bieten manch andere Geräte sogar schon
mehr als 3 entsprechende Anschlüsse, was in Anbetracht der
kommenden Receiver , DVD Player und Spielekonsolen durchaus wichtig
werden kann. Immer wichtiger wird auch die LipSync Funktion, die (nach
Abwesenheit im SR-9300 und SR-12S1) nun auch Einzug bei einem
Marantz-Boliden erhalten hat. Zur Anpassung an Laufzeit-Unterschiede
des Bildes (besonders bei komplexen Video-Boards in manchen Plasma-Bildschirmen), bietet der SR-9600 eine globale
Einstellungsmöglichkeit, die sich in 10ms Schritten bis hin zu
einer 200ms Verzögerung erstreckt. Für die Zukunft
würden wir uns wünschen, dass die etwas groben 10ms durch
kleinere Abstufungen ersetzt werden würden, um mit noch
größerer Genauigkeit Ton und Bild zu synchronisieren. Dies
dies möglich ist, zeigt die 6000 €teure Audionet Vorstufe MapV2, die
sogar in 0,5ms Schritten arbeitet. - Multi-Room Optionen:Besonders bei
hochwertigen Boliden beobachten wir, dass viele Käufer zunehmend
auf Multi-Room-Möglichkeiten achten, denn wenn man schon eine
derart große Investition macht, ist der Wunsch naheliegend, diese
Funktion bei möglichst vielen Anwendungsfällen nutzen zu
wollen. Klassische Fälle von Multi-Room-Integrationen bestehen vor
allem in der Anbindung einer PC, Schlafzimmer- oder Küchenanlage.
Der Besitzer eines SR-9600 hat hier relativ gute Vorraussetzungen, eine
Lösung zu finden - besonders wenn die Hauptanlage nur über
eine 5.1 Zusammenstellung verfügt und die beiden Surround-Back
Endstufen frei sind. Diese können dann eine von maximal 2
Stereo-Zusatz-Zonen versorgen und werden von je einem FBAS-Video-Ausgang komplettiert. An dieser Stelle profitiert das Gerät
ohnehin von den beiden eingebauten Radio-Tunern, so dass im
täglichen Betrieb auch wirklich sinnvoll damit gearbeitet werden
kann. Sollten keine der internen Endstufen zur Verfügung stehen,
müssen entweder aktive Lautsprecher oder aber separate Endstufen
für die zusätzlichen Zonen installiert werden. Hierzu ein
Tipp aus der Redaktion: sollten Sie ohnehin sehr große
Ansprüche an die Stereo-Performance stellen, ergibt sich dank der
auftrennbaren Vor-/Endstufensektion auch die Möglichkeit, die
ursprünglichen "normalen" Endstufen für die Multi-Room
Lautsprecher zu benutzen und stattdessen besonders hochwertige
Endstufen für die Hauptanlage einzusetzen. Diese sollten dann aber
auch ein äußerst hohes klangliches Niveau bieten, denn die
eingebauten Endstufen des SR-9600 sind bereits
überdurchschnittlich gut. In Bezug auf die Versorgung mit
Videosignalen muss übrigens beachtet werden, dass die beiden
FBAS-Ausgänge weder HDMI noch YUV-Quellen, die am SR-9600 anliegen, ausgeben können.
Es wäre daher ratsam, beispielsweise den DVD-Player
zusätzlich noch einmal per S-Video mit dem Marantz zu verbinden,
falls der Wunsch nach einer entsprechenden Nutzung in einer
zusätzlichen Zone besteht. Wir möchten nicht
verleugnen, dass manche noch hochwertigeren Geräte, wie den Onkyo
TX-NR5000E oder der Denon AVC-A1XV nochmals mehr Multi-Room-Optionen
anbieten, doch gemessen an den direkten Konkurrenten macht der SR-9600
eine extrem gute Figur. Weder der 5300 Euro teure Pioneer VSA-AX10Ai-S noch der 2300 Euro
Preis-/Leistungs-Champion Harman Kardon AVR-7300
können in dieser Disziplin auch nur ansatzweise mithalten. Fazit:Marantz
punktet mit klassischen Tugenden und fokussiert vor allem die
klanglichen Aspekte. Die sonstige technische Ausstattung ist ebenfalls
sehr komplett, wobei die 3 unten genannten Kritikpunkte nicht
völlig außer Acht gelassen werden sollten. In der Summe
vergeben wir dem SR-9600 mit 5,5 Punkten aufgrund der
überwiegenden positiven Eigenschaften fast die
Höchstpunktzahl. + erstklassiger Aufbau mit besten Bauteilen zeugt von hoher Qualität
+ großzügie Anschlussbestückung inkl. iLink und HDMI1.1 + Auftrennung zwischen Vor- und Endstufe für alle Kanäle + gleich 2 Radiotuner sorgen für vergrößerte Zone2 Möglichkeiten + Back-Surround Endstufen lassen sich sehr flexibal nutzen: u.a. Zone2 und Bi-Amping der Front-LS + hochwertiges Netzteil sowie 2 äußerst großzügig bemessene Kondensatoren + vielfältige Subwoofer-Trennfrequenzen und 9 Band Equalizer zur Raumanpassung + aufwändige Analog-Video Sektion mit hervorragendem
Videonormwandler (nur analog) + durchdachtes Kühlkonzept -
Auto-Einmessung zwar vorhanden, kann jedoch im Funktionsumfang
nicht mit der Audyssey Einmessung des Denon AVC
A1XV mithalten
- kein Analog / HDMI Bildwandler integriert - DSP Sektion sehr mager ausgestattet Bewertung
     
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