TEST: Kenwood HD20GA7 MP3-Jukebox - Gelungene Premiere? (1/2)

20.11.2005 (cr)

Überblick über den HD20GA7

Wie wir bereits ankündigten, testen wir nun auch verstärkt Multimedia-Komponenten, vom Lautsprechersystem für den PC bis zur portablen MP3-Jukebox. Und genau von letztgenannter Spezies kam ein interessantes Exemplar in unseren Testraum: Der mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 359 € nicht unbedingt extrem preisgünstige HD20GA7 aus dem Hause Kenwood. Doch trotzdem sind wir sehr gespannt auf den MP3-Player mit 20 GB interner Festplatte, denn der Player ist nicht nur der erste Versuch von Kenwood, auf dem MP3-Spieler-Markt Fuß zu fassen, sondern laut Hersteller auch noch das erste Modell seiner Bauart mit digitalem Verstärker an Bord, was der Klangqualität zuträglich sein soll. Und genau hierin liegt auch der Grund, wieso Kenwood das Experiment wagt, auf dem hart umkämpften und von Apples iPod klar dominierten Markt einzusteigen. Die Message ist ganz klar: Der HD20GA7, der MP3-, WAV- sowie WMA-Dateien wiedergibt, soll nicht mit üppigster Ausstattung, sondern mit bestmöglichem Sound neue Standards setzen. Ein neu entwickelter Kopfhörer und der integrierte Equalizer (10 Werks-Programme, zudem anwenderspezifische Justagemöglichkeiten) sollen die Klangqualität nochmals steigern und für individuelle Anpassungsmöglichkeiten sorgen.

Selbstverständlich ist der HD20GA7 kompakt und leicht. Die 20 GB, die auf die Festplatte passen, sind aber in der Preisliga des Kenwood die absolute Untergrenze. Für viele Anwender wird der Platz aber problemlos ausreichen, da sich mehrere 1000 Musiktitel in den komprimierten Datenformaten MP3 und WMA sowie im WAV-Format speichern lassen. Die dazu gehörigen ID3-Tags werden wie üblich bei solchen Jukeboxen im Display angezeigt. Apropos Display: Hier verwendet Kenwood ein 5,6 cm-QVGA-Display mit sehr scharfer und gleichzeitig angenehmer Auflösung. Dadurch, dass die Größe über der des iPod-Displays bei der gerade ausgelaufenen 5. iPod-Generation liegt (der neue iPod hat ein größeres Display), ist eine besonders gute Ablesbarkeit gewährleistet. Wer auf optische Attraktivität Wert legt, wird sich auch über die im Vergleich zum iPod schönere Gestaltung der Menüs freuen. Es lässt sich auch ein Bild auf den Player übertragen, das dann als Hintergrund für die Wiedergabe-Anzeigen dient. Ebenso wie der iPod kann auch Kenwoods Produkt die Photos der CD-Cover im Farbdisplay anzeigen. 

Der Kenwood hat ein größeres Display als der 5G iPod von Apple

Die Texte werden wahlweise in einer von sieben Sprachen dargestellt, darunter Englisch, Deutsch und Japanisch. Wie bei einem Handy erleichtern Texthinweise im Display die Bedienung. Die mitgelieferte Software überspielt nicht nur die Musikfiles vom PC auf die Kenwood-Festplatte, sondern synchronisiert auch die Titellisten. Der Anschluss erfolgt über einen USB 2.0-Port, die Stromversorgung übernimmt ein Lithium Ionen-Akku. Er lässt die Festplatte mit einer Ladung bis zu 24 Stunden lang rotieren  - allerdings scheint bei häufigerer und sehr intensiver Nutzung die Akkulaufzeit recht rasch abzunehmen. Unser Testsample brachte es bei Dauereinsatz, allerdings mit hoher Lautstärke und Displaybeleuchtung, auf rund 4 bis 5 Stunden. Lässt man es "ruhiger" angehen, sind jedoch sehr deutlich höhere Betriebszeiten drin, die werksseitig angegebenen 24 Stunden sind allerdings, nutzt man das Gerät und lässt es nicht nur liegen, sehr optimistisch. Wie üblich bei solchen Geräten dauert ein Aufladevorgang mit rund 2,5 Stunden zu lang. Der nur 104 x 61 x 176 mm große HD20GA7 wiegt 140 Gramm und ist wahlweise in dunkelblau oder weiß erhältlich.

iPod (oben) und HD20GA7 mit ähnlichen Abmessungen (hier aus seitlicher Perspektive fotografiert)

Verarbeitung

Sehr gute Verarbeitung und edle Illumination der Navigationseinheit prägen den optischen Eindruck vom HD20GA7

Was die Verarbeitung angeht, kann sich der HD20GA7 sehr gut in Szene setzen. Das Gehäuse ist zwar komplett aus Kunststoff, wirkt aber edel und hochwertig sowie solide. Auch das Display braucht keinen Vergleich zu scheuen. Das Display im QVGA-Format bietet eine ansprechende Auflösung von 320 x 240 Pixel - angenehm groß und mit tadelloser Auflösung. Die Navigationseinheit macht auch nach vielen Betätigungen noch einen frischen und präzisen Eindruck. 

Sehr gut gefällt die Qualität des mitgelieferten Ohrhörers, der im schicken Siber-Outfit antritt und sich deutlich von vielen billigen Lösungen im 5 €-Bereich, die den meisten Jukeboxen beiliegen, unterscheidet. Sehr zu loben ist auch, dass ein schickes schwarzes Stofftäschchen zur Aufbewahrung ebenfalls den Weg in den Kenwood-Karton gefunden hat. 

Qualitativ überzeugend: Die mitgelieferten Ohrhörer wirken alles andere als billig

Auch eine kleine schwarze Stofftasche gehört zum mitgelieferten Zubehör

Die Installation 

Zunächst stutzten wir - in die kompakte Verpackung des HD20GA7 passt gar keine Installations-CD-ROM! Also hat sich Kenwood wohl etwas anderes einfallen lassen, um die für die Synchronisation mit dem PC notwenige Software mit einzupacken  - die Software namens Kenwood Media Application ist direkt auf der Festplatte des kleinen MP3-Players abgelegt. Wenn man das Gerät mittels USB an den PC (System: Windows XP Home mit SP 2) anschließt, wird der Kenwood direkt als externe Festplatte erkannt. Folgender Bildschirm ist zu sehen:

Der HD20GA7  wird als externe Festplatte direkt nach dem Anschluss mittels USB-Kabel (mitgeliefert) erkannt. Anschließend muss der Anwender über "install.bat" die für den Datenaustausch benötigte Software installieren, die gleich ab Werk auf der Festplatte des MP3-Players vorinstalliert ist

Insgesamt müssen wir anmerken, dass wir es deutlich lieber sehen würden, wenn auf dem PC gespeicherte MP3-Dateien schlicht und einfach ohne zusätzliche Software auf den MP3-Player übertragen werden könnten. Wir sind hier verwöhnt z.B. vom Palm Treo 600, der mittels Speicherkarte erweitert werden kann. Wenn man auf diese Speicherkarte einfach MP3-Dateien ablegt, können diese vom optional erhältlichen MP3-Player(softwarebasiert) wiedergegeben werden. Beim Kenwood geht dies nicht - ohne die Kenwood-eigene Software läuft nichts. 

Icon auf dem Desktop

Die gesamte Installation ging in wenigen Minuten reibungslos vonstatten. Auf dem Desktop wird zum schnellen Anwählen ein eigener Icon erstellt.  Der Umfang der Kenwood-Software ist, dies zeigen unsere Erfahrungen im Betrieb, jedoch deutlich geringer als beim iPod mit iTunes

Der Datenaustausch mit dem PC und die Möglichkeiten der Software

In dieser Disziplin überzeugt die Kenwood-Software zunächst durch die einfache Bedienbarkeit. Übersichtlich sind die verschiedenen Screens gehalten:

Rechts die Ordner, in denen MP3/WAV- oder WMA-Dateien enthalten sind. Durch anklicken kann man festlegen, dass sie auf den Kenwood-Player kopiert werden sollen 

Hier die Musikdateien, die auf dem Kenwood-Player gespeichert sind. Nachteil: Es ist nicht möglich, Musikdateien vom Player wiederzugeben, wie dies z.B. bei Apples iTunes möglich ist

Der Sinn dieser Funktionsleiste: Hier kann der Anwender entscheiden, ob nur Daten auf den Kenwood-Player übertragen werden sollen (Symbol 1) oder aber ob die Daten mit dem PC synchronisiert werden (Symbol 2). Links der Balken zeigt den Status des Datenaustausches an

Die Daten zu den jeweiligen Musiktiteln können am PC vom Anwender editiert werden

Kein Zugriff mehr mittels Player-Funktionstasten: Hängt der Kenwood mittels USB am PC, übernimmt der Rechner die komplette Steuerung

Ansonsten ist der Ausstattungsumfang der Kenwood-Software eher eingeschränkt. So kann man die Kenwood Media Application nicht als zentralen Player für die Musikwiedergabe nutzen, wie dies z.B. bei Apples iTunes problemlos geht. Nur, wenn der HD20GA7 mit dem PC verbunden ist, können die auf dem Kenwood enthaltenen Stücke gespielt werden. Stücke, die in Ordnern auf dem PC enthalten sind, kann man überhaupt nicht wiedergeben. 

Zu Seite 2

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD