Test: Harman Kardon AVR-635 (1/2)

13.10.2005 (cr) 

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Einführung

In der 1.200 bis 1.500 €Klasse befinden sich hochinteressante Neuheiten im Anmarsch auf unseren Testraum - der Denon AVR-3806, der Pioneer VSX-AX2AV-S und der Yamaha RX-V2600 sind bis an den Rand gefüllt mit modernsten Ausstattungsmerkmalen, und auch die "Basisarbeit" mit starken Endstufeneinheiten und aufwändigem inneren Aufbau überzeugt. Wie kann sich da der Harman Kardon AVR-635 für 1.299 € behaupten, der bereits schon länger auf dem Markt ist und in Bezug auf seine Ausstattung von eher konventionellem Zuschnitt ist? 

Unterschätzen sollte man den Harman Kardon trotz des Nachteils seines chronologisch gesehen früheren Erscheinens nicht. Denn bereits der Harman Kardon AVR-435 hat in unserem Testraum bewiesen, dass er akustisch ein ganz Großer ist und viele teurere Kontrahenten verblüffend locker schlägt. Und das Konzept klanglicher Höchstleistungen zum fairen Preis vertritt der AVR-635 nochmals vehementer als der 435er: Hier sorgen 7 x 70 Watt starke Endstufen für Feuer unterm Dach. An dieser Stelle werden sich nun unsere geneigten Leser wundern. Andere Konkurrenten treten mit 150 oder 180 Watt pro Kanal an - wie ist der AVR-635 da konkurrenzfähig? Das Geheimnis liegt in den anderen Messmethoden. Meist wird die Leistung bei 1 kHz, 6 Ohm garantiert - Harman jedoch garantiert die Leistung in einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Und: Während die Leistungsangaben der anderen so zu verstehen sind, dass JEDER Kanal diese 150 oder 180 Watt Leistung erreichen kann (es ist aber, wenn man genau liest, nicht davon dei Rede, dass ALLE KANÄLE GLEICHZEITIG diese Wattzahl erreichen), gibt Harman Kardon explizit an, dass bei gleichzeitiger Aussteuerung ALLER Kanäle diese 7 x 70 Watt bereit stehen. Und das ist dann eine ganze Menge. Doch lange nicht nur die Wattzahl zählt. Mindestens ebenso wichtig ist das Handling hoher Stromstärken, die bei Signalspitzen auftreten. Und hier fährt der AVR-635 mit souveränen Werten auf: ± 50 A sind möglich. 

Fernab von den Glanzleistungen der Endstufeneinheit, die mit gemischt passiv-aktiver Kühlung antritt, verfügt der 635 noch über eine ganze Reihe weiterer Ausstattungsmerkmale. So bringt auch er ein im Trend liegendes Lautsprechereinmesssystem mit, welches nicht nur die Grundwerte (LS-Größe, LS-Distanz, LS-Pegel) der angeschlossenen Boxen ermittelt, sondern auch ein Equalizing durchführt. Des Weiteren fehlt natürlich auch die in Flachbildschirm-Zeiten höchst wichtige LipSync- oder Audio Delay-Funktion zur Synchronisierung von Audio- und Videosignal nicht. Auch ein Videokonverter, der von FBAS und S-Video auf Komponente wandelt, ist an Bord. 

Harman-typisch gibt es ein aufwändiges Bassmanagement, das man auch für die manuelle Justage nutzen kann. Die Übernahmefrequenzen von den beiden Frontlautsprechern, dem Center, den Surround- und den Back Surround Lautsprechern können individuell bestimmt werden. Das Bassmanagement, sehr praktisch, ist auch auf den externen 7.1 Eingang wirksam. Auch ein Ausstattungsmerkmal, das eine HK-Spezialität darstellt, ist Logic 7, welches sich als dritter Surround-Aufpolierer zu Dolby Pro Logic IIx und DTS Neo:6 hinzugesellt. Über die gängigen Decoder hinaus ist der AVR-635 zudem mit Decodern für MP3 und HDCD ausstaffiert. Auch dem Trend nach Multiroom-Optionen entzieht man sich bei Harman Kardon nicht. So sind die Endstufen für den Back Surround-Betrieb wahlweise auch für eine 2. Hörzone einzusetzen. Des Weiteren ist der Siebenkanal-Receiver A-Bus-ready. 

Freuen Sie sich mit uns auf den ausführlichen Test zum Harman Kardon AVR-635 - kann er sich in der hart umkämpften Leistungsklasse bis 1.500 € gut behaupten? 

Verarbeitung und Aufbau

Typisch Harman Kardon: Blau leuchtender Lautstärke-Drehregler, zweizeiliges Punktmatrixdisplay, zweifarbige Gerätefront

Optisch erkennt man sofort, dass der AVR-635 zur Harman Kardon AVR-Familie gehört. Die zweifarbige Optik und der blau leuchtende, flache Lautstärke-Drehregler sind genauso Erkennungsmerkmale wie das schöne, zweizeilige Punktmatrixdisplay. Was wir etwas vermissen, sind Differenzierungsmöglichkeiten der doch sehr unterschiedlich teuren AVR-Modelle. Von den etwas geringeren Abmessungen (vor allem der geringeren Tiefe) abgesehen, könnte man den kleinen Harman Kardon AVR-135 fast für einen AVR-635 halten. Gut, der Harman-Kenner wird die Nase rümpfen, verfügt der große 635 doch noch über eine Klappe im unteren Teil der Frontblende, aber insgesamt sollte Harman Kardon doch darüber nachdenken, den teureren Modellen ein paar Alleinstellungsmerkmale mit auf den Weg zu geben, wie z.B. einen besonders hochwertigen Lautstärke-Drehregler. Dieser ist beim 635 wie bei den günstigeren Modellen gehalten und wirkt vor allem haptisch nicht ganz überzeugend. Auch die Tatsache, dass der silberne Teil der Frontklappe aus Kunststoff und nicht aus Aluminium besteht, ist kritisch anzumerken. Das sind alles Punkte, die schon seit längerer Zeit bekannt sind, nur hat HK bedauerlicherweise daran immer noch nichts geändert. Doch unser Testkandidat sammelt auch jede Menge Pluspunkte. Zu nennen wäre hier die sehr saubere Gesamtverarbeitung. Auch, wenn die Front komplett aus Kunststoff ist, an den präzisen Spaltmaßen lässt sich nichts kritisieren. Die Geräterückseite mit akkurat eingepassten Anschlüssen fügt sich in dieses Bild ebenfalls nahtlos ein. Außerdem sind die hochwertigen Gerätestandfüße zu loben. 

Der AVR-635 von innen betrachtet

Großer Transformator für hohe Leistungsfähigkeit

Im Bild der Kühlkanal des AVR-635 - hier verfolgt HK eigene Wege

Das Layout im Detail

Der innere Aufbau mit dem Kühlkanal wirkt etwas ungewöhnlich - wie sich später an der immensen Leistungsfähigkeit zeigen wird, ist dieses Konzept aber wohl durchdacht. Der Ventilator der gemischt passiv-aktiven Kühlung greift nochmals deutlich später als beim Harman Kardon AVR-435 ein. Wer kein massiver Pegeltreiber ist, wird ihn kaum zu hören bekommen. Beruhigende Sicherheit gibt der groß ausgefallene Trafo. Das Endstufenlayout ist sehr sorgfältig ausgeführt. Aufwändig geriet Harman-typisch der Aufbau der Stromversorgung und der Elko-Abteilung. Hier baut HK auf eine getrennte Stromversorgung für zwei Endstufengruppen: Die Front- und Surroundlautsprecher werden von einer eigenen Sektion bedient, und der Center- sowie die Back Surround-Boxen von einer weiteren Abteilung. Nur für Front-/Surround-Kanäle stehen zwei eigene Elkos mit hoher Kapazität zur Verfügung, während für Center/Surround Back Elkos mit etwas weniger Kapazität bereitstehen. Die unterschiedlichen Kapazitätswerte resultieren aus den unterschiedlichen Belastungsbedingungen, denn die Back Surround-LS werden weniger stark gefordert wie z.B. Front- oder normaler Surroundlautsprecher (Ausnahme: 7-Kanal Stereo) oder der Center, der dann bei lastintensivem Betrieb beinahe den vollen Strom zugeführt bekommen kann (dann reiht die geringere Kapazität mehr als aus, da die Back Surrounds bei plötzlichen Signalspitzen selten viel Spontanstrom benötigen).

Qualitativ hochwertige Fernbedienung

Top ist die Qualität der mitgelieferten Fernbedienung, die nicht nur vorprogrammiert, sondern auch lernfähig ist. Exakt dieser IR-Controller lag bereits dem Vorgänger Harman Kardon AVR-630 bei und ist auch beim Harman Kardon AVR-7300 zu finden. Mit der kompletten Beleuchtung, dem kleinen LC-Display und der gummierten, haptisch sehr angenehmen Unterseite überzeugt dieser Befehlsgeber nach wie vor ohne Einschränkung. Ohne Zweifel ist diese Fernbedienung eine der besten auf dem ganzen Markt. Der 635 verfügt sogar noch eine zweite Fernbedienung für die 2. Hörzone. Diese ist robust verarbeitet, das Layout beinhaltet die wichtigsten Funktionstasten. 

Extra-Fernbedienung für die 2. Hörzone

Optisch vollauf gelungenes, elegantes Mikrophon

Natürlich liegt dem AVR-635 auch ein Mikrophon bei, welches für die Einmessung des Lautsprechersystems benötigt und auf der Gerätefront angeschlossen wird. Bei vielen Kontrahenten ist dieses Mikrophon eine eher lieblos aussehende schwarze Scheibe - ein reiner Gebrauchsgegenstand eben, und genau dies ist es ja eigentlich auch. Trotzdem finden wir es schön, dass HK sich richtig viel Mühe gegeben hat: Das mitgelieferte Mikrophon ist optisch so gelungen, dass man es am liebsten in einer Vitrine ausstellen würde, nachdem der AV-Receiver eingemessen ist. Zusätzlich liefert Harman Kardon noch eine massive Stange mit, auf der das Mikrophon befestigt werden kann. Das Ganze kommt dann auf ein Stativ, nimmt man es mit einem professionellen Einmessvorgang wirklich ernst. Unten an der Stande findet sich das entsprechende Gewinde, um die Mimik auf einem handelsüblichen Stativ zu befestigen. 

Vor- und Nachteile in der Übersicht:

Pro:

  • Saubere Verarbeitung

  • Fein auflösendes DOT-Matrix-Display

  • Stabile, hochwertige Gerätefüße

  • Edle Fernbedienung

  • Hochwertiges Messmikrophon

  • Ordentlicher Innenaufbau mit hochwertigen Baugruppen

Contra:

  • Frontplatte aus Kunststoff

  • Haptisch nicht überzeugender Lautstärkedrehregler

Bewertung
Ausstattung und Anschlüsse

Der AVR-635 verfügt über eine konventionelle Ausstattung - das heißt, dass HDMI-Schnittstellen oder i.link-Interfaces nicht auf der Ausstattungsliste vertreten sind. Auch ein De-Interlacer ist nicht mit an Bord - hier merkt man, dass der Harman Kardon schon etwas länger auf dem Markt ist, obwohl hinzuzufügen ist, dass zum Erscheinungszeitpunkt des AV-Receivers diese zukunftsträchtigen Merkmale durchaus schon integriert hätten können.  Von diesen Lücken abgesehen, präsentiert sich die Ausstattung des 1.300 €-Geräts als angemessen reichhaltig. Auch die Zubehörliste, die einen Stab fürs Mikrophon und gleich zwei Fernbedienungen umfasst, ist als umfangreich zu bezeichnen. 

Zwei Fernbedienungen sowie Mikrophon inklusive Stab zur idealen Messhöhe bei Befestigung auf einem Stativ: Das Zubehör ist gleichermaßen sinnvoll wie hochwertig

Selbstverständlich verfügt der AVR-635 über eine Auto Setup-Funktion für das Einmessen des Lautsprechersystems. Nicht nur die Basiswerte, die die Lautsprechergröße, den Pegelabgleich und die Entfernung jedes Lautsprechers vom Hörplatz betreffen, werden justiert, sondern zusätzlich nimmt der AVR-635 ein parametisches Equalzing vor. Hier müssen wir jedoch etwas Kritik üben: Der EQ ist nur im Automatikmodus verfügbar und kann bei manueller Justage nicht aufgerufen werden. Sinnvoller wäre es hier, wenn man beispielsweise die automatisch ermittelten Werte manuell nach eigenem Gusto optimieren könnte. Dann wäre ein weiterer logischer Schritt, verschiedene Speicher für komplette EQ-Settings anzubieten, z.B. eines für Musik, eines für Heimkino und eines für besonders hohe Pegel. 

Beschreiben wir nun die einzelnen Schritte des Einmesssystems.

Mitteilsam: Zunächst erklärt der AVR-635, was beim Automatic EZSet/EQ alles passiert: Die Übernahmefrequenzen, der Pegelabgleich, die Distanzbestimmung jedes Lautsprechers vom Hörplatz und das Equalizing werden durchgeführt

Wer nun einen Schritt weitergeht, bekommt einen Warnhinweis serviert: Bitte keine unnötigen Geräusche während des Einmessens erzeugen. Die "Sound Bursts", die Einmesssignale, können sehr laut werden - erfahrene Anwender wissen dies, für Neueinsteiger ist es gut, dass explizit darauf hingewiesen wird

EzSet/EQ arbeitet mit 2 unterschiedlichen Korridoren. Als erstes steht eine Fernfeld-Messung auf dem Programm. Genau wird mittels OSD erklärt, wie man das Mikrophon zu positionieren hat. Die Lautstärke des AV-Receivers ist auf den Wert "35 dB" zu justieren

Nach der sehr kurzen Fernfeldmessung wird im 2. Schritt eine Nahfeldmessung durchgeführt. Hier muss man - was ein wenig unkomfortabel ist - sich mit Mikrophon und damit verbundener Mimik in die Nähe des Lautsprechers begeben. Das Mikrophon ist direkt auf den Lautsprecher auszurichten und nicht, wie bei der Fernfeldmessung, in Richtung Zimmerdecke

Drei Nahfeldmessungen kann der Anwender durchführen: Für den linken Frontlautsprecher, den Center und den rechten Frontlautsprecher. Auch dieser Prozess ist schnell erledigt. 

Die gesamte Einmessprozedur dauert nur wenige Minuten. Wenn der Vorgang beendet ist, kann der Anwender im manuellen Konfigurationsmenü die Einstellungen verändern, die EzSet/EQ festgelegt hat - nur die EQ-Einstellungen selber sind nicht manuell konfigurierbar.  Zu verändern sind Lautsprechergröße, Lautsprecherdistanz, Lautsprecherpegel und das X-Over-Management. Sehr gut: Für jeden Eingang kann man die Menüs "SPEAKER SIZE" und "SPEAKER X-OVER" individuell einstellen - ein kleiner Ersatz dafür, dass man die EQ-Einstellungen nicht verändern kann. Wichtig: Wenn man einzelne Parameter verändern möchte, muss EzSet/EQ auf "OFF" eingestellt sein. 

Im manuellen Menü können die getroffenen Einstellungen (bis auf die Werte des parametrischen EQs) überprüft und gegebenenfalls korrigiert bzw. an den eigenen Geschmack angepasst werden. Hinter dem Menupunkt "EzSet Adjust" verbirgt sich eine schaltbare Höhenanpassung (Absenkung oder Anhebung der Höhen um jeweils 2 dB)

Umfangreich sind die Einstellmöglichkeiten im "SPEAKER SIZE"-Menü. Hier kann sogar die Größe des Tieftonchassis des Subwoofers eingegeben werden. Das Bassmanagement wirkt übrigens auch auf den externen 7.1 Eingang

Gekonnt: Das Bassmanagement des AVR-635 verdient sich ausgezeichnete Zensuren. Für jede Lautsprechergruppe kann getrennt die Übernahmefrequenz eingegeben werden. Hinter "LFE LP FLT" verbirgt sich die Möglichkeit, eine obere Grenzfrequenz für den Tiefpassfilter für LFE-Signale einzugeben. Alle Frequenzen der .1-Tonspur von DTS- oder Dolby Digital-codiertem Material unterhalb dieser Grenzfrequenz werden an den aktiven Subwoofer geleitet.

Auch die Entfernung der einzelnen Lautsprecher vom Hörplatz kann, je nach Gusto, manuell eingegeben werden. Das Delay-Menü ist sehr wichtig, findet sich dort auch die Einstellung für das synchrone Eintreffen von Audio- und Videosignale (A/V SYNC DELAY). Gerade im Zeitalter moderner Flachbildschirme

Nun haben wir ausführlich die Lautsprecher-Konfigurationsmöglichkeiten erläutert, doch damit erschöpfen sich die Ausstattungsmerkmale des AVR-635 noch bei weitem nicht. Wie wir bereits beschrieben haben, ist das Layout der Endstufen hochwertig, ein präziser DSP-Prozessor kümmert sich um eine akkurate Signalaufbereitung. Natürlich sind alle marktüblichen Decoder integriert. Auf eine THX Select-Zertifizierung, wie sie schon manche Modelle der 600 € Liga bieten, verzichtet Harman Kardon. Dafür gibt es als "Benefits" noch einen MP3- und einen HDCD-Decoder. Zusätzlich gibt es Logic 7 als dritten Surroundaufpolierer, und Logic 7 besteht aus drei Programmen: Neben "Music" und "Cinema" ist noch eine "Enhanced" genannte Betriebsart vorhanden. Harman empfiehlt diesen Modus hauptsächlich für die Musikwiedergabe. Merkmal ist eine besonders kräftige Basswiedergabe. Tiefe Frequenzen zwischen 40 und 120 Hz werden nicht nur den Hauptlautsprechern, sondern auch den beiden Surroundboxen zugeführt. Das ist aber nur dann sinnvoll, wenn man Vollbereichslautsprecher im Surroundbetrieb einsetzt, die ein entsprechendes Gehäusevolumen und eine entsprechende Chassisbestückung aufweisen, um tiefe Frequenzen mit der nötigen Sorgfalt wiederzugeben. 

Wer "im Stillen" Surround-Sound genießen möchte, kann mittels eines herkömmlichen Stereokopfhörers zwischen verschiedenen Dolby Headphone Programmen wählen.Der Dolby Headphone 1 (DH1) Modus simuliert einen kleinen, gut gedämpften Raum und eignet sich für Musik- und für Videomaterial. DH2 simuliert einen größeren Raum und ist laut Harman im Speziellen für die Musikwiedergabe ausgelegt. DH3 simuliert große Räume wie Konzert-, Theater- oder Kinosäle.

Umfangreich sind die Einstellmöglichkeiten im "IN/OUT SETUP" Untermenü

Auch eine Upsamplingmöglichkeit von 48 kHz Signalen auf 96 kHz fehlt nicht

Drei Komponenteneingänge, ein Komponentenausgang, allesamt HD-fähig

Des Weiteren integriert Harman Kardon einen Videonormwandler, der S-Video- und FBAS-Signale auf Komponente konvertieren kann. Die Komponententerminals selbst sind zahlreich vertreten (drei Eingänge, ein Monitor-Ausgang) und allesamt HD-fähig. Überhaupt ist die Ein- und Ausgangsbestückung zwar sehr konservativ (moderne, neue Hightech-Schnittstellen finden sich, wie bereits ausführlich beschrieben, nicht), aber dafür reichhaltig. Besondere Erwähnung verdient der Front AV-Anschluss. Hier stehen zwei digitale Anschlüsse, einmal koaxial und einmal digital, zur Verfügung, die sogar wahlweise als Ein- oder aber als Ausgang geschaltet werden können. Die Übersicht über die Anschlüsse hinten und vorn:

Hinten:

  • Eingänge: 6 x Cinch Stereo, 3 x digital optisch, 3 x digital koaxial, 1 x 7.1 Eingang, 4 x S-Video, 4 x FBAS, 3 x Komponente (HD-ready)

  • Ausgänge: 3 x Cinch Stereo, 1 digital optisch, 1 x digital koaxial, 1 x 7.1 Preout, 3 x S-Video, 3 x FBAS, 1 x Komponente 8HD-ready)

Vorn:

  • Digitalanschluss optisch/koaxial, als Ein- oder Ausgang schaltbar, Eingänge: S-Video, FBAS, Cinch-Stereo

Sehr gut bestückter Front AV-Eingang. Die Digitalinterfaces können wahlweise als Ein- oder Ausgang verwendet werden

Der Funktionsumfang des AVR-635 ist jedoch noch extensiver. Der AV-Receiver ist auch multiroom-fähig und bietet eine alternative Nutzungsmöglichkeit für die beiden Back Surround-Endstufen, die wahlweise für die Beschallung einer zweiten Hörzone verwendet werden können. Sind die beiden Back Surround-Endstufen in der Haupthörzone in einem 7.1 Setup in Betrieb, kann mittels Cinch-Ausgängen eine eigene Endstufe für Multiroom angeschlossen werden. 

Das Menü für die Multiroom-Einstellungen

Auch eine RJ45 Netzwerkstecker-Buchse, die für das A-Bus-System vorgesehen ist, hält der AVR-635 bereit: Wird der AV-Receiver zusammen mit einer optionalen A-BUS-Tastatur oder einem A-BUS-Steuermodul (Harman Kardon AB 1) verwendet, ist die Beschallung angrenzender Nebenräume komfortabel und ohne zusätzlichen externen Endverstärker möglich. Um den AVR-635 zusammen mit einer oder 2 AB 1-Steuereinheit zu verwenden, ist die Verbindung der Tastatur bzw. des Moduls, das sich im Nebenraum befindet, über eine standardmäßige CAT 5-Ethernet-Verkabelung herzustellen (wird für Computer-Netzwerke verwendet), die speziell für die Installation in der Wand geeignet ist. Die Verbindung auf der Seite des Receivers erfolgt über einen standardmäßigen RJ-45-Stecker entsprechend den mit dem A-BUS-Modul gelieferten Anweisungen. Weitere Informationen zu A-BUS findet man auf der Website www.a-bus.com.au

Vor- und Nachteile in der Übersicht:

Pro: 

  • Logic 7 als dritter Surroundaufpolierer

  • Hervorragendes Bassmanagement

  • Lautsprecher-Einmesssystem mit automatischem parametrischen EQ

  • Front AV-Anschluss mit umschaltbaren digitalen Interfaces (Ein- oder Ausgang)

  • HDCD- und MP3-Decoder

  • Lernfähige Fernbedienung

  • Multiroomfähig (inklusive 2. Fernbedienung) und A-Bus ready

Contra:

  • Keine digitalen Highspeed-Interfaces

  • Kein interner Scaler

  • Parametrischer EQ nicht manuell nachjustierbar

Bewertung Ausstattung und Anschlüsse

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