Test: Harman Kardon AVR-140 plus "The Bridge" - Gelungene iPod-Integration ? (1/4)
22.11.2005
Test von Carsten Rampacher (cr)

Einführung
Apples kompakte MP3-Jukebox names iPod ist bereits Kult - was
auch daher kommt, dass man dem schicken Musikplayer ab der 3. Generation gleich eine
Systemschnittstelle mit auf den Weg gegeben hat, über die auch
Steuerungsbefehle übertragbar sind. Dies hat zum Vorteil, dass es z.B. möglich
ist, den iPod in eine spezielle Dockingstation einzusetzen und wiederum die
Dockingstation mit einem Systemkabel mit dem AV-Receiver zu verbinden. Die Folge
ist nicht nur, dass der iPod akustisch voll in die AV-Anlage eingebunden ist,
sondern auch, dass eine Steuerung der iPod-Funktionen über die Fernbedienung
des AV-Receivers realisiert werden kann. Schöne neue Medienwelt also - die
man genießen kann, wenn man sich für einen AV-Receiver der Harman Kardon
AVR-x40-Baureihe entscheidet und sich zusätzlich noch die elegante
iPod-Dockingstation "The Bridge" für 99 € kauft. Wir haben uns
zunächst das günstigste Modell, den Sechskanalreceiver AVR-140 für 599 €,
für einen ausführlichen Praxistest bestellt. Dieser ist dem bereits
getesteten Harman Kardon AVR-135 sehr
ähnlich, vom Aufbau her sieht man auf den ersten Blick praktisch keine Unterschiede. Nur die
Zusatzplatine für die iPod-Funktionalität ist im Inneren optisches Kennzeichen
des AVR-140, und da diese nicht eben kostengünstig herzustellen ist, geht ein
Teil des Mehrpreises von 100 € gegenüber dem AVR-135 auf Kosten der Platine. Alleine mit der
Platine ist es natürlich nicht getan, die iPod-Steuerungsmöglichkeiten mussten
mittels einer eigenes programmierten Software eingebunden werden. Aber der
AVR-140 bietet noch weitaus mehr Ausstattungsmerkmale, so dass sich die auf den
ersten Blick durchaus beträchtliche Preisdifferenz als in der Praxis
gerechtfertig entpuppt: Ein neuer DSP mit mehr Rechen-Power, PLIIx anstatt PLII
und ein DTS 96/24-Decoder sind die weiteren Ausstattungs-Pluspunkte des
140ers.
Auch der AVR-140 bringt die Harman-spezifische Zweifarbenoptik und den blau leuchtenden Lautstärkeregler
mit. Die Leistung des Harman beträgt, wie beim 135, 6 x 40 Watt nach
RMS-Norm - das klingt nicht eben nach viel, ist aber doch absolut genug, denn
Harman misst anders. Die 6 x 40 Watt können nämlich zwischen 20 Hz und 20 kHz
erreicht werden, ferner werden die Werte bei gleichzeitiger Ansteuerung aller
Kanäle ermittelt. Die hochstromfähige Endstufeneinheit stemmt maximal
Stromstärken von ± 30 A. Das klingt alles sehr gut, doch das
Leistungsniveau eben gerade in der Mittelklasse ist extrem hoch.
Verarbeitung

Harman Kardon geht in Bezug auf das Design einen ganz anderen
Weg: Die Optik ist progressiv-schick, die Frontplatte leider aus Kunststoff,
alle Spaltmaße und Passungen aber überzeugen qualitativ. Nur der
Lautstärke-Drehregler könnte haptisch noch hochwertiger wirken

Kennzeichen aller aktuellen Harman Kardon-AV-Receiver ist auch
das zweizeilige Punktmatrixdisplay mit hoher Auflösung

Details wie die hochwertigen, silberfarbenen Standfüße
beweisen, dass man bei Harman auch an Einzelheiten denkt

Für die Preisklasse ist die hinlänglich bekannte, sich nach
unten hin formal verjüngende Systemfernbedienung immer noch sehr gut

Auf der Geräterückseite fallen die leichtgängigen, farblich
codierten Lautsprecherkabel-Anschlussterminals positiv auf. Nach dem einfachen
Herausziehen der mittig in den Anschlüssen untergebrachten Stifte (am besten
mit einem kleinen Schlitzschraubendreher) sind Bananenstecker einfach zu
platzieren

Das Geräteinnere ähnelt dem des AVR-135 sehr stark

Die beiden Elkos verbergen sich unter einigen, sauber
eingepassten Platinen

Blick auf den mehrschichtigen Platinenaufbau

Hier ist der Trafo zu sehen, der bei einem 600 € Gerät
erwartungsgemäß nicht so groß ausfällt wie bei einem AV-Boliden wie z.B. dem
Harman Kardon AVR-7300

Als einfacher konzipiertes Modell hat der AVR-140 lediglich
Kühlkörper aus Blech und nicht aus Aluminium. Wie sich später in unseren
Pegelfestigkeits-Testreihen jedoch zeigen wird, erwärmt sich der AV-Receiver
trotz der schlechteren Wärmeableitungseigenschaften von Blech gegenüber Alu
nur moderat

Die iPod-Dockingstation "The Bridge" überzeugt mit
sauberer Verarbeitung und gekonntem Styling gleichermaßen

Harmans Dockingstation und der iPod gehen trotz
unterschiedlicher Farbgebung eine elegante Verbindung miteinander ein
Kurzfazit:
Pro:
-
Sehr gute Passung der Frontplatte
-
Hochwertiges Display
-
Qualitativ gute Fernbedienung
-
Sauber verarbeitete Geräterückseite
-
Elegante Dockingstation mit akkuratem Finish
Contra:
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