Titan A.E.

Titan A.E.

Studio

20th Century Fox (2000)

DVD-Anbieter

20th Century Fox Home Entertainment (2001)

Laufzeit

91:06 min.

Regie

Don Bluth & Gary Goldman

Darsteller

Stimmen von Matt Damon, Bill Pullman, Drew Barrymore u.a.

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1
3. Audio-Kommentar mit Don Bluth & Gary Goldman

Untertitel

Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch für Hörgeschädigte, Portugiesisch, Tschechisch, Hebräisch, Ungarisch, Isländisch, Polnisch

Regionalcode

2, 4

Verpackung

transparentes Amaray-Case

Preis

ca. 50 DM
Film   

Wir schreiben das Jahr 3028 und die Drej, eine bösartige außerirdische Macht, zerstören die Erde mit einer Laserwaffe, die den Planeten mit einem lauten Knall in Stücke zerfetzt. Was bei "Per Anhalter durch die Galaxis" eigentlich nur eine notgedrungene Notwendigkeit war, um den interplanetarischen Verkehrswegeausbau zu ermöglichen, geschieht hier aber in purer Absicht. Denn die Drej sind hinter dem Titan-Projekt her, einer machtvollen Waffe, die den Drej als derartige Bedrohung ihrer eigenen Macht erscheint, dass Sie den einzig möglichen Weg darin sehen, die Erde komplett zu zerstören. Doch in letzter Sekunde kann die Titan, das Raumschiff mit der geheimnisvollen Waffe an Bord, von der Erde entkommen, um diese in den Tiefen des Alls zu verstecken. Kurz vor dem Abflug überreicht der Kommandant des Schiffes seinem Sohn Cale, der mit einem anderen Schiff der Zerstörung der Erde entgeht, einen Ring. Erst fünfzehn Jahre später wird Cale die Bedeutung dieses Ringes verdeutlicht: Durch die Crew des Raumschiffs Valkerie, die Cale abholt, um sich auf die Suche nach der Titan zu begeben. Den Weg hierzu zeigt eine Karte, die mit Hilfe des Ringes in Cale´s Hand die Position der Titan anzeigt. Natürlich haben aber inzwischen auch die Drej spitz bekommen, welche Gefahr Cale für sie bedeutet, und machen Jagd auf die Mannschaft der Valkeri, um zu verhindern, dass die geheimnisvolle Waffe zum Einsatz kommt.

Titan A.E. war der letzte Versuch von 20th Century Fox, in dem von der Disney-Company beherrschten und inzwischen zu einer Einheit von Film und Merchandising perfektionierten Zeichentrickgenre Fuß zu fassen. Titan A.E. sollte nach dem Willen des Regisseurs Don Bluth kein schnuckeliger Kinderfilm mit moralischem Zeigefinger werden, sondern auch für Erwachsene Unterhaltung bieten. Das Endergebnis erfüllt diesen Anspruch durchaus, allerdings beginnt der Film bereits so düster, dass kleine Kinder an ihm kaum Gefallen dürften und Titan A.E. daher eigentlich vor allem ein Erwachsenenfilm ist: Es geht um nichts Geringeres als die Apokalypse, die schneller kommt, als man bereits als Hauptpersonen des Films kennen gelernt hat. Schon nach wenigen Minuten und einer gigantischen Explosion ist der blaue Planet Vergangenheit und die wenigen Überlebenden irren verzweifelt durchs All. Was die nächsten 90 Minuten folgt, ist eine wunderschön animierte Reise quer durch die Galaxis auf der Suche nach einem Funken Hoffnung und einer neuen Heimat, die allerdings auch einige leichte Durchhänger aufweist und es nicht ganz schafft, den Funken zwischen Zuschauer und den etwas zu wenig ausgefeilten Figuren überspringen zu lassen. Den leichten Mangel an inhaltlicher Originalität gleicht Titan A.E. mit wunderbaren Bildern von fremden Welten und Galaxien aus, die aufgrund ihrer sehr plastischen und feingezeichneten Details wirklich Eindruck hinterlassen und in dieser Eleganz wohl bislang noch nicht in einem Zeichentrickfilm zu sehen waren. Trotzdem konnte Titan A.E. bereits in den USA an der Kinokasse keinen Erfolg landen, woraus Fox die Konsequenz zog und die eigene Zeichentrickabteilung auflöste, noch bevor der Film in Europa überhaupt anlief. Ebenso wie dem wunderbaren Gigant aus dem All von Warner aus dem Vorjahr ereilte Titan A.E. damit ein ähnliches Schicksal, obwohl der Film eigentlich bereits aufgrund seiner beeindruckenden Bilder das Zeug zum Selbstläufer gehabt hätte.

 

Bild  

Bei Titan A.E. bestehen die Animationen aus einer Mischung von Zeichentrickelementen, die für Figuren und kleinere Objekte verwendet werden sowie im Computer konstruierten dreidimensionalen Elemtenten für Raumschiffe und die Aufnahmen im All. Dadurch ergeben sich malerische Landschaften, die viel für das Auge bieten. Nur leider klappt es nicht immer ganz hundertprozentig, weil einige Sequenzen ohne näher ersichtlichen Grund stellenweise leicht ruckeln und der ansonsten butterweiche Bewegungsablauf gestört wird. 

Die DVD-Umsetzung ist zum Glück aber perfekt gelungen, so dass erreicht wird, den prächtigen Eindruck der Bilder auch in den heimischen vier Wänden aufrecht zu erhalten. Dank hoher Bitrate ist die Kompression sehr sauber, was sich in Form von scharfen und stabilen Konturen sowie der vollkommenen Abwesenheit von Rauschen zeigt. Eine digitale Bildkompression ist als solche nicht zu erkennen, was selbst bei sehr guten DVDs wirklich Seltenheitswert hat. Während die Farben der Zeichnungen eher natürlich-dezent sind, leuchten die dreidimensionalen Animationen überwiegend in leuchtenden und poppigen Farbtönen. Diese DVD reizt wirklich die Grenzen des technisch Machbaren vollkommen aus und hinterlässt einen hervorragenden Eindruck. Die PAL-Umsetzung wirkt noch etwas feiner als die US-DVD, womit sich Titan A.E. als erste von uns getestete Fox-Code 2-DVD den Referenz-Status in der Bildbewertung verdient.

 

Ton  

Auf den DTS-Track der US-DVD muss man bei der Code 2-DVD verzichten, was aber bei pragmatischer Betrachtung eigentlich nichts ausmacht, da auf der US-DVD kaum Unterschiede zwischen Dolby Digital und DTS auszumachen waren. Die DVD bietet einen hervorragenden Rundumklang mit viel Dynamik und ordentlich eingesetzten Surround-Effekten, die kräftig von hinten kommen. Gerade zu Beginn donnert und brodelt es mit voller Wucht aus allen Kanälen. Aber selbst in leisen Szenen ist der Klang noch erstaunlich filigran. Lediglich die Musik, sonst immer ein Element, welches den Eindruck eines Films noch unterstützt, wirkt hier nicht sehr überzeugend: Der rockige Music Score, der sich recht laut in den Vordergrund drängt, bietet zwar eine gute Klangqualität, ist inhaltlich aber eher durchschnittlich und auch die zahlreichen Songs (z.B. der Titelsong "Over My Head") klingen alle ein Spur zu ähnlich, weswegen es einen leichten Punktabzug gibt - ansonsten hätte die DVD nämlich auch in der Ton-Disziplin den Referenzstatus erreicht.

Störend machen sich auf der DVD die "User Prohibitions" bemerkbar, die es verhindern, dass man Sprache und Untertitel direkt während des Films wechseln kann. Das ist z.B. gerade dann etwas umständlich, wenn man den Audio-Kommentar zwar hören, aber nicht die deutschen Untertitel sehen will, die direkt mit eingeblendet werden. Sie lassen sich aber zumindest über das Menü wieder deaktivieren.

 

Special Features  

Die Ausstattung entspricht der US-DVD, deren Extras bis auf den fehlenden DVD-ROM-Bereich übernommen wurden. Dazu gehört ein Audio-Kommentar, ein kompaktes, aber dennoch recht interessantes Making of in Form eines Specials, dass für den Fox-Kinderkanal Fox Kids produziert wurde und einigen Deleted Scenes. Natürlich dürfen auch mehrere Trailer und TV-Spots nicht fehlen. Weiterhin findet man noch ein Musikvideo (Lit - Over My Head) sowie eine Bildergalerie.

Hervorzuheben ist, dass die Extras inkl. Audio-Kommentar mit deutschen Untertiteln versehen wurden. Das Making of wurde sogar komplett deutsch synchronisiert (bzw. mit Voice Over versehen), wobei hier zum Glück auch noch optional die englische Originalfassung angewählt werden kann.

Obwohl ein Logo auf der Cover-Rückseite den Hinweis auf ein THX-Mastering gibt, fehlt auf der DVD der sonst übliche THX-Trailer am Anfang des Films. Ebensowenig findet man die auf der amerikanischen DVD vorhandenen THX-Optimode-Testbilder.

Review von Karsten Serck

Test - Equipment:
TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Technics DVD-A10
Dolby Digital / DTS - Receiver Yamaha RX-V3000 RDS

11.04.2001